Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr: 28 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 S. Cohn, S. Bock, E. Katz, S. Jokl, E. L. je 5.—, Nettl, M. Jokl, J. Krämer, J. Geiringer, A. Freund, A. D. Blitz, Unleserlich, K. G., J. Singer, A. Bloch, Osk. Pollak je 3.—, B. Freund, Dr. J. Winterstern, Hernu Schaffer, J. St. je 2.—, Unleserlich, Schl, je 1.—. Sammelbogen Nr. 529, Nr. 38: Ida Bock, Ung.-Brod, K 133.10: W- Bruns Söhne 4.—, D. Schöns Wwe., J Bramer, Stolz je 3.—, A. Löwy, J. Böck, J. jellinek, M. Fuchs, J. Kohn, Dr. Spiegler, Dr. Neufeld, Jak. Glück, Dr. Weil, B. Fleischner, H. Körner, Mark. März, Leop. Löwy u. S., L. Singer, Friedr. Böck, Hugo Böck, M. Bick, Leop. J .Schön, W. Sonnenschein, Joh. Sonnenschein, Eva Löwy je 2.—. * An alle Gesinnungsgenossen, in deren Besitz sich noch Sammelbogen befinden, richten wir die Bitte, ihre Sammlungen ehebaldigst zu beenden und deren Ergebnisse im Wege der Postsparkassa an die „Jüd. Zeitung“ (Konto 104.067) oder direkt an die Administration, IX., Uchtensteinstraße 11, zu überweisen. Für den Jüd. Nationalverein O. Kramer Dr. J. Ehrlich Kassier. Obmann. Aus dem jüdischen Leben. Die Frankfurter Universität und der ,,Judenpunkt. Frankfu rt a. M. In einigen Blättern war ■die Nachricht enthalten, der amerikanische Philanthrop Jakob SChiff habe eine größere Summe Geldes für die zu errichtende Universität in Frankfurt a. M. unter der Bedingung gestiftet, -daß die in Preußen geübte Praxis der Nichternennung von Juden zu ordentlichen Professoren in Frankfurt nicht angewandt werden sollte. Nun hat in einer kürzlich hier abgehaltenen Versammlung, in der über die Frankfurter Universitätsgründung diskudiert wurde, der Bankier Wolf mitgeteilt, Herr Schiff habe 2 einhalb Millionen Mark spenden wollen, sei aber davon abgekommen, da er keine Garantien für die von ihm verlangte Gleichberechtigung der Juden im akademischen Lehrfach erhalten konnte. Auch' Baronin Wilhelm v. Rothschild hat dem' Vernehmen nach, als sie zur Zeichnung aufgefordert wurde, die Garantie verlangt, daß wenigstens an dieser, in der Hauptsache von jüdischem Gelde gestifteten Universität die Parität gewahrt werde. Diese Gewähr konnte ihr nicht geboten werden, und sie hat demzufolge eine Zeichnung abgelehnt. Zum Wiener Emigrationskongreß. Petersburg. Am 17. Juni wurde hier die Konferenz von Vertretern russisch-jüdischer Gemeinden und Organisationen aus Anlaß des bevorstehenden Wiener Kongresses für Emigrationswesen eröffnet. Neben den Petersburger Vertretern waren Delegierte aus Moskau, Odessa, Kiew, Warschau, Wilna, Kowno, Minsk, Dwinsk, Riga und andern Städten erschienen. Die Konferenz sprach sich einmütig dahin aus, daß die Regelung der jüdischen Emigration nicht mehr tler Ica, dem Hilfsverein der deutschen Juden und den andern wohltätigen Organisationen überlassen werden dürfe, sondern von den im Kongresse vereinigten organisierten Volksmassen überwacht werden sollte. Bürgerliches Rettungskomitee Drohobycz. Am 21. Juni a. c. hat sich in Drohobycz ein Rettungskomitee gebildet, um den armen Opfern und den hinterbliebenen Witwen und Kindern, welche von den blutigen Ereignissen am 19. Juni 1911 anläßlich der Wahlen (des Reichsratsabgeordneten Dr. Natan Löwenstein betroffen wurden, Hilfe zu bringen. Die Zahl der Getöteten beträgt bisnun 27 — an Verwundeten liegen im städtischen Hospitale allein 24 — die Zahl der Verwundeten in Privathäusern, welche genau nicht festgestellt werden kann, ist noch größer. Den ärztlichen Gutachten gemäß werden fast alle Verwundeten als Krüppel dahinsiechen. Es sind durch das Unglück Leute der ärmsten Gesellschaftsklassen betroffen worden. Komiteemitglieder sind, folgende Herren: Dr. Adam P i 1 e c k i, Landesgerichtsrat; Dr. Isidor Wilder, Arzt; Dr. Bronislaw Kozlowski, I Primararzt des städt. Spitales; Dr. Isidor Laute r b a c h, Advokat; Dr. Sigmund K 1 e i n b e r g, Advokat; Isidor Kopcinski, k. k. Richter; Filaret G r a b o w i e n s k i, k. k. Bezirksrichter; Dr. Sigmund E1 i a s i e w i c z, Sekundararzt des städt. Spitales; Kasimir T e r 1 i k o w s k i, k. k. Richter; Maryan Wielezynski, Ingenieur; Dr. Moritz Pachtmann, Advokat; Dr. Julian S i o k a 1 o, Advokat; Konstanty D u b, k. k. Richter; Dr. Moritz Rappaport, Advokat; Dr. Abraham Backenroth, Advokat. Zum Vorsitzenden des Komitees wurde Herr Dr. Isidor Lauterbach, zum Kassier und Sekretär Dr. Moritz Rappaport, Advokat in Drohobycz, gewählt. Die gesammelten Gelder sind seitens der Sammelstellen an die Administration der „Jüdischen Zeitung“, Wien, IX., Liechtensteinstraße Nr. 11, zu senden. Jüdischer Schulverein, Prag. Die Verhältnisse, > unter denen der jüdische Religionsunterricht an Voiks- und Bürgerschulen in Böhmen leidet, werden drastisch beleuchtet durch eine Eingabe, welche der Jüdische Schul verein in Prag jüngst zu erledigen hatte und deren Inhalt im Wesentlichen der folgende ist : „Seit 11 Jahren wirke ich in Z. als Religionslehrer. Im Nachbarorte K. wohnen einige jüdische Familien, doch wurde dort nie Religionsunterricht erteilt. Im Jahre 1905 brachte ich. in Erfahrung, daß ein armer Glaubensgenosse daselbst drei Kinder zur Schule schicke, die keinen Religionsunterricht genießen. Nachdem meine Kultusgemeinde nichts veranlassen wollte, wandte ich mich an den Bezirksschulrat. Dieser gestattete mir, den Religionsunterricht zu erteilen, jedoch nur unter der Bedingung, daß dies ohne jeden Anspruch auf eine Ents ch ädigunggeschehe. Ich nahm den Unterricht sofort auf, fuhr jeden zweiten Sonntag nach K, und unterrichtete daselbst je 2 Stunden. Die Kosten in der Höhe von zirka K 7.— deckte ich aus Eigenem. Der Ortsschulrat sah die Einführung des jüdischen Religionsunterrichts in den dortigen Schulen ungern und legte mir mehrfache Hindernisse in 'den Weg. Er wollte den Unterricht an Sonntagen nicht gestatten, ein Lokal nicht beistellen und dieses im Winter nicht beheizen, und als ich mit Erfolg mich beschwerte, ließ die Stadtgemeinde dem Vater der drei Kinder einen Ausweisungsbefehl zustellen, denn andere jüdische Kinder waren nicht in K. und der Unterricht in der jüdischen Religion hätte dort aufgehört. Ich habe auch gegen die Ausweisung des betreffenden Herrn Beschwerde erhoben und wurde diese rückgängig gemacht. Im Jahre 1907 wurde ein viertes Kind jüdischer Eltern schulpflichtig. Icn suchte beim k. k. Landesschulrat , um Zuerkennung einer Wegentschädigung an, diese wurde mir auch im Betrage von K 4.56 -für 4 Wochen zugestanden. Der Ortsschulrat in K., in seinem Grolle, erstattete gegen mich die Anzeige, es gebe eine kürzere Verbindung zwischen Z. und K. und so wurde mir denn die Wegentschädigung auf K 2.99 für 4 Wochen herabgesetzt, welcher Betrag mir auch bis heute ausbezahlt wird, trotzdem ich) mehr K 14—■ in 4 Wochen ausgeben muß, da ich wegen vorgeschrittenen Alters und Kränklichkeit nicht zu Fuß gehen kann. Insolange ich noch ein Nebeneinkommen hatte, brachte ich dieses Opfer gerne. Mich befriedigten die schönen Erfolge beim Unterrichte. Das Bewußtsein einige Kinder dem Judentum erhalten zu können, war mir Genu g t u n g. Nun haben sich die Verhältnisse geändert, mein Nebeneinkommen ist gering, die Gemeindemitglieder werden immer weniger. Ich beziehe einen Gehalt von K 1400.— und kann von diesem bei der herrschenden Teuerung die Auslagen für die Fahrten nach K. nicht mehr tragen. Der Ortsschulrat von K. würde es gerne sehen, wenn ich den weiteren Unterricht einstellte und deshalb gestatte ich mir die höfliche Anfrage, ob nicht Reitens des jüdischen Schulvereines eine Subvention behufs Ermöglichung der weiteren Erteilung des Religionsunterrichtes in K. bewilligt werden könnte.“ Es ist selbstverständlich, daß der jüdische Schulverein, nachdem alle näheren Umstände genau ermittelt worden und die Angaben des GesuChsstellers für vollkommen richtig befunden worden sind, sofort die nötige Subvention bewilligt und ausbezahlt hat. Derartige Zustände finden sich jedoch in Böhmen an mehreren Orten. Damit nun der jüdische Schulverein seine Aufgabe erfüllen und wo es Not tut, helfen kann, ist es notwendig, daß jeder Jude seine Pflicht diesem Vereine gegenüber erfülle und seinen Beitrag von mindestens K I.— jährlich leiste. Geldsendungen sind zu adressieren: Jüdischer Schulverein für Böhmen in Prag. (Postsparkassen-Konto Nr. 36.201.) Protest russischer Rabbiner gegen die Ritual* mordbzschuldigung. Petersburg. 298 Rabbiner und 113 chassidische ZaddUim Rußlands veröffentlichen einen geharnischten Protest gegen die Rituahnordbeschuldigung. Der Protest wendet sich ebenso gegen diejenigen Hetzer, welche das ganze Judentum des Gebrauchs christlicnen Bluts beschuldigen, wie gegen die Heuchler, die diese Ungeheuerlichkeit irgend welcher jüdischen „Sekte“ zuschreiben. Die Rabbiner weisen in ihrem Schreiben darauf hin, daß das Judentum gar kein Sektenwesen kennt, so daß die Redensarten von jüdischen Sekten, die Ritualmorde begingen. entweder auf Verlogenheit oder auf Unwissenheit beruhen. Juden im bri.ischen Reichsamt für Indien. London. Herr Lionel Abrahams ist zum stellvertretenden Staatssekretär (Assistant Under- Secretary) im Reichsamt für Indien ernannt worden. Bemerkenswert ist der Umstand, daß auch der gegenwärtige Parlamentsunterstaatssekretär für Indien, Herr Edwin Montagu, ein Jude ist. Sein Vater war der unlängst verstorbene Lord Swaythling. Erwerbsgelegenheiten in Palästina. Jaffa. Wie das hiesige jüdische Informationsbureau mitteilt, oietet die ICA jüdischen Ansiedlern, {die §>ch in Palästina als Kolonisten niederlassen wollen, einige landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen und über ein Kapital von 5000 Frs. verfügen, in Metuleh, Sichron-Jakob und Jemma 'geeignete Grundstücke zum Kauf an. Die betreffenden Parzellen haben ein Flächenmaß von je 250 Dunam und können auf 80—40 jährige Abzahlung von der ICA erworben werden. Den Ansiedlern errichtet die ICA auf Wunsch auch ein Wohnhaus und Stallungen. Der Preis beträgt 70 Frs. pro Dunam, für das ganze Grundstück also ca. 17.500 Frs., und wenn noch ein Wohnhaus samt Stallungen erstellt wird, insgesamt 22.500 Frs. Als jährliche Teilzahlungssumme wären von den Kolonisten 6—700 Frs. zu entrichten. Der obenerwähnte Barbetrag von 5000 Frs. ist Tür Anschaffung von Arbeitsgeräten, Saatgut usw. erforderlich. In der Kolonie Metuleh1 (Galiläa) ist die Stelle eines Arztes, der auch in der Türkei diplomiert sein muß, mit einem jahresgehalt von 3000 Frs. und freier Wohnung zu besetzen. Der betreffende Arzt kann auch aut Privatpraxis in den benachbarten Dörfern rechnen. In Rosch-Pinan könnte ein tüchtiger Schuhmacher, der über einige Barmittel verfügt, guten Erwerb finden. In den galiläischen Kolonien werden jüdische landwirtschaftliche Arbeiter gegen einen Taglohn von 2 Frs. gesucht. Jüdische Kandidaten für die große bulgarische Nationalversammlung. Sofia. Die hiesigen Parteibureaus haben zum erstenmal seit der Befreiung Bulgariens die Initiative ergriffen, Vertreter der jüdischen Bevölkerung als Kandidaten für die Große Nationalversammlung aufzustellen. Die Kandidaten Die Böhmische Industrial-Bank-Filiale in Wien, I« W*ipplin^erstr. 2 TßlflplonnununBrn 23067, 23068,23069,18347,21813 — ikÜBnk&pitßl K 30,000000. verzinst Einlagen auf - Einlagsbücher mit - 41 0 0 — emittiert eigene Bank- - Schuld - Verschreibungen. - 4 II 0 2