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Jüdische Zeitung · 1911-04-21 · 16 (21.4.1911) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
5 (1911)
Issue
16 (21.4.1911)
Date
1911-04-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr: 16 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5' Parteinachrichten. Mitteilungen des i. ö. D.-K. Außerordentlicher Distriktstag. ln der letzten Juniwoche findet ein a. o. Distrikts tag statt, an welchem unter Zuziehung der i.-ö. Kongreßdelegierten die S t e l* lungnahme des Distriktsverbandes zum X. K o n g r e ß besprochen werden wird. K ongreßwahlen. Dieselben finden vor dem a. o. D.-T. auf Grund der vom D.-K. fertiggestellten Schekel*, listen und laut den diesbezüglichen Bestimmungen des Kongreß-Statuts statt. Die Herren Gg., die ihre Kandidaturen angemeldet haben, .werden eiggeladen, ihr Referat „Stellungnahme zum X. Kongreß“ ehestens zu erstatten. Die Schekelwähler-Versammlungen, die im großen Sitzungs* saale IX., Türkenstraße 9 stattfinden, beruft das D. K. ein. Abführung der gesammelten Schekoüm. Die Schekelkommissäre werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Abrechnung der übernommenen Schekelblocks bis .s p ä t e s t e n s 15. Juni d. J. erfolgen muß. , Parteisteuer 1911. Laut Beschluß der letzten D.-K. Sitzung wird die Einhebung der Parteisteuer Anfangs Mai vorgenommen, was den Organisationen des Distriktes hiemit zur Kenntnis gebracht wird . Schekelwcchenausweis. Grazer Korporationen (Sch.-K. Schwarz) (4- K 192.—) K 60.—; „Unitas“ (Sch.-K. Hirsch) K 36.—; „Zephira“ (Sch.-K. Ornstein) (-{- K 22.) K 9.20; „Jugendorganisationen Wiens“ per Ing. Groag „Zion“ (+ K 3.60) K 12.—; „Jüd. Mädcfilenklub“ (Sch.-K. Frl. Kohn) K12.—; Dr. Zweig (+ K 25.20) K 4.S0; W. Teitelbaum (+ K 99.40) K 3.60. Summe K 137.60; bereits ausgewiesen Kronen 1258.40; Zusammen: K 1396.00. Aus dem jüdischen Leben. Eine Hilfsaktion für Galizien. Wir erhalten folgendes Communique: Am 5. April hat in Wien eine Konferenz der provisorischen galizischen Landeskommission stattgefunden, welche' auf Initative der J. C. A. zur Verbesserung der kulturellen und materiellen Lage der galizischen Juden gebildet wurde. Der Konferenz lag ein Projdct vor, wonach in Galizien ein Verein-mit dem Namen- , - „S e 1 b st h i 1 f e“, Landesverband für die kulturelle und wirtschaftliche Hebung der jüdischen Bevölkerung i n G a I i z i e n. 1 gegründet werden soll. Der Verein soll die Hausindustrie fördern, Einkaufs- und Verkaufsgenos* sensdhaften für Handwerker und Krämer gründen. Ebenso sollen Handwerker- und Kaufmanns* genossenschaften geschaffen, sowie Vorschußkassen für Kleinhändler gegründet oder, wenn sie schon bestehen, unterstützt werden. Auch die Jugenderziehung soll durch Schaffung von Kindergärten und Fröbelinstituten gefördert werden. Für die allgemeine Volksbildung , sollen 'Lesehallen. und Bibliotheken errichtet werden. Die Landtagswählen in der Bukowina. Am 10. April hat der jzweite Wahlgang zur Besetzung des Mandates der allgemeinen Städtekurie stattgefunden. Es war ein äußerst heftiger Kampf, der resultätlos verlief. Dr. Weißeiberg (jüdische Nationalpartei) erhielt 5272,Skedel 4108 und Professor Pr. |Leon Kellner 4372 Stimmen. Da keiner der Kanditaten die absolute Majorität erlangt hatte, ist eine Stichwahl erforderlich. Dieselbe wird am 26. April stattfinden. Jüdisdhe Allpolen. Nach der letzten Generalversammlung der Lemberger Advokatenkammer, in welcher gegen den Willen der Allpolen zum Präsidenten Dr. Aschkenaze gewählt wurde, haben die Allpolen die Gründung eines besonderen polnischen Advokatenvereines beschlossen .Nun sind diesem Verein auch einige jüdische Advokaten beigetreten, weil ihr wahrhaft polnisches Herz ihnen die Zugehörigkeit zu einem Vereine, dem auch Zionisten angehören, nicht erlaubt. Hier die Namen, der dem Ausschüsse des polnischen Vereines angehörigen jüdischen Advokaten: Dr. Leo Nußbrecher, Dr. Marcell Paneth, Dr. Josef Parnaß, Dr. Leo Zinn und Dr. Simon Flescher. Die Krankheiten der Juden, lieber dieses Thema führte Dr. A1 b u in einem Vortrag vor dem ,,-Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ folgendes aus: Die Körpergröße der Juden hat sich in allen Kulturländern um 5 bis 10 Zentimeter vermehrt und demgemäß ist auch ihre Militärdiensttauglichkeit eine bessere, als früher. Die Lehre von der Rassenimmunität hat überhaupt vor der Kritik der jahrhundertelangen Verfolgung und Unterdrückung der Juden, ihrer ausschließlich geistigen Tätigkeit und schließlich in der noch immer unter ihnen weit verbreiteten Verwandtenehe. Die nervöse Disposition der Juden ist keine angeborene, rasseneigentümliche, sondern allmählich erworbene, geschichtlich bedingt. Die Ausrottung dieses Rassenfehlers ist nur zu erwarten durch eine methodische körperliche Erziehung der Jugend und durch Aufnahme körperlicher B erufstätigkeiten, systematische Abhärtung des Körpers gegen alle verweichlichenden Einflüsse usw. ‘ . Die Reisegesellschaft des „Haint“ in Palästina. Bekanntlich hat die Redaktion des in Warschau erscheinenden Jargonblattes „Haint“ ihren Lesern als Prämie eine unentgeltliche Reise nach Palästina gewährt. Den zwölf Glücklichen, auf die das Los gefallen war, haben sich noch weitere zwölf Personen angeschlossen, und jetzt sind es mit dem Redakteur und anderen Führern 27 Personen aus verschiedenen Städten Rußlands, die Palästina bereisen. Die Reise hätte sich nur auf Judäa erstrecken sollen; da aber das Meer den Reisenden nicht gewogen war, konnten sie in Jaffa nicht landen und mußten nach Haifa gehen, wo sie am 2. März anlangten, um von hier aus mit Wagen über Sichron-Jakob und Chedera nach Jaffa zu gelangen. In Sichron-Jakob blieb die Reisegesellschaft von Freitag den 3. bis Sonntag den 5..d. M. Am Vorabend der Abreise nach Sichon brachte ein orthodoxer Teilnehmer der Reise einen Trinkspruch auf Herrn Jatzkan, den Chefredakteur des „Haint“ und Leiter der Exkursion, aus, um ihm im Namen der ganzen Gesellschaft zu danken, daß er ihr Gelegenheit geboten hat, außer, den in Aussicht genommenen judäischen Kolonien noch weitere zwei jüdische Ackerbaukolonien — Sichron und Chedera — zu sehen. Es wurden dann auch Lieder und ein Gedicht vorgetragen, die von der Sehnsucht nach Palästina sprechen. Wenn auch die Lieder im' Jargon vorgetragen wurden, so verfehlten sie doch nicht ihren Eindruck. In Jaffa wurden die Reisenden zu einer im hebräischen Gymnasium veranstalteten Purimvorstellung eingeladen. Sie wurden hier vom Direktor Bogratschoff herzlich begrüßt. Dem hebräischen. Schriftsteller David Frischmann, der ebenfalls Mitglied der Reisegesellschaft ist, wurden große Ovationen bereitet. Die Reisenden spendeten einen ansehnlichen Betrag für den Jüdischen Nationalfonds. Dienstag, den 7. d. M. kam die Reisegesellschaft in Jerusalem an. Donnerstag reiste sie nadi Hebron und kehrte tags darauf nach Jerusalem zurück. Herr Jatzkan erklärte im Namen seiner Zeitung, daß diese im nächsten Jahre 200 Reisende nach Palästina zu führen gedenke. f Rabbi Jakob Meir — Chachambaschi von Jerusalem. Jerusalem. Wie die hiesigen Blätter berichten, steht es nun endgültig fest, daß Rabbi Jakob Meir als Chachambaschi nach Jerusalem kommt. Sein Vertrag mit der jüdischen Gemeinde in Saloniki ist im Februar d. J. abgelaufen und wurde nicht wieder erneuert. Es ist möglich, daß Rabbi Jakob Meir noch vor dem Pessachfeste die Reise nach Jerusalem antritt. Von der Petersburger jüdischen Akademie. Aus Petersburg berichtet man: Die von dem verstorbenen Baron David Günzbürg begründete und geleitete Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Petersburg sieht einer ungewissen Zukunft entgegen. Der Fortbestand der Anstalt hängt ganz von äußern Faktoren ab. Sie hat bisher den Namen des Barons Günzburg geführt und muß jetzt nach dessen Tode den Namen eines andern Leiters annehmen. Hiezu bedarf es einer speziellen behördlichen Genehmigung, die noch aussteht. Ferner müßten die Dozenten und Hörer das Wohnrecht in Petersburg erlangen. Bisher wäre n die Hörer der Akademie als Handwerker oder, als Diener im Hause akademisch gebildeter Juden angemeldet und konnten nur auf diese Weise ihren Studien in Petersburg obliegen. Nunmehr ist man jedoch entschlossen, die Akademie aufzulösen, wenn es nicht gelingen sollte, für ihre Hörer das legale Aufenthaltsrecht in Petersburg zu erwirken. Die Auswanderung nach Palästina über Odessa im Jahre 1910. Im allgemeinen ging im abgelaufenen Jahre die Auswanderung nach Palästina zurück. Insgesamt reisten im Lau/*; des Berichtsjahres ">•* Hilfe des Odessaer Informationsbureaus iiach Palästina 1979 Personen (gegen 2459 im Vorjahre]. Folgende Umstände verursachten den Rückgang der Auswandererzahl: a] die schwierigen und umständlichen Quarantänebedingungen, denen die russischen Schiffe im Laufe von mehr als sechs Monaten unterworfen waren; b] die damit zusammenhängende Erhöhung der Fahrkartenpreise um zirka sechs Rubelpro Karte; c] weil die Behörde dieses Jahr aufgehört hat, den Juden Pilgerpässe für Palästina auszüsIteHen, so daß nunmehr für die Palästinareise der gewöhnliche, sehr kostspielige- Auslandspaß erforderlich ist. Von den 1979 Personen waren 1253 männlichen Geschlechtes 65 Prozent und 726 weiblichen Geschlechtes 35 Prozent. Dem Alter nach lassen sich die Reisenden folgendermaßen einteilen: Kinder unter 15 Jahre 410 =*21 Prozent Jwie im Vorjahre]; Personen von 15 bis 30 Jahren 425 22 Prozent [gegen 28 Prozent im Vorjahre]; von 30 bis 50 Jahren 547 => 22 Prozent [gegen 21 Prozent}; ältere Personen von 50 Jahren ab 606 30 Prozent [wie im Vorjahre], Auskunft über ihren Beruf, jbezw. über ihre ‘Beschäftigung erteilten 619 Personen 32 Prozent aller Passagiere [gegen 37 Prozent im Vorjahre]; darunter waren Handwerker, Arbeiter und Ackerbauer 260 43 Prozent [gegen. 47 Prozent]; Handelsleute und Gewerbetreibende 184 29 Prozent [gegen 37 Prozent]; Vertreter der liberalen Berufe 175 28 Prozent [gegen 17 Prozent]. Ueber Sire Vermögensverhältnisse erteilten Auskunft 213 Personen, deren Vermögen insgesamt 1,125.000 Rubel betrug. Zivnostenskä banka Filiala Wien i- Herrengasse 12. EINLAGEN auf Büchel: EINLAGEN im Konto nach Vereinbarung. 4 Aktienkapital und Reserven: K 75 Millionen. o r Wechselstuben in Wien: I. Herreng. 12. II. Praterslr. 24, VII. Mariabilferstr. 84, X. Favoritenstrasse 93, XVI. Neulerchenfelderstrasse 41. IQ Kulante Besorgung aller Bank- und Börsentransaktionen. g8Q6Il BankSCllllldverschretbiiBflen: Stahlkammer mit vermietbaren SAFES. Abonnement von K12.— an. Abonnements für die Reisesaison K 10.—. 4 II 0 0 Zentrale in Prag, gegr. 1868. — Filialen: Brünn, Budweis, Iglau, Klattau, Krakau, Lemberg, Olmütz, Mährisch-Ostrau, Pardubic, Pilsen, Ptsek, Proßnitz, Tabor, Triest

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