Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 14 'würden in 19 Gemeinden (darunter 13 Zwergjjemeinden) überhaupt nicht erhoben. 4 Zwerggemeinden erheben Umlagen von 1—20.000 Mk., die 7 größten solche über 10.000 Mark [die 6 mehrerwähnten größeren Städte und Regensburg-Stadtamhof]. Die österreichischen Antisemiten schnorren bei reichsüeutschen Juden. Aus Berlin wird geschrieben: Der „Bund der Deutschen Nordmährens“ in Olmütz, eine waschecht antisemitische Organisation, überschwemmt die „reichsdeutschen Volksgenossen“, darunter zahlreiche. Juden, mit Aufrufen zur Zeichnung von Anteilscheinen für einen „Grundkauffonds“, der dazu dienen soll, Grund und Boden in den deutsch-tschechischen Grenzgebieten für deutsche Volksgenossen anzukaufen. Zu diesem Zwecke gibt der Bund zweitausend Anteilscheine zu 100 Kronen heraus und fordert zur Stiftung von Anteilen auf. „Eine Koseggersammlung in .kleinerm Maßstab“ nennt er den neuen Fonds. Nun hat bekanntlich die Roseggersammlung des judenfeindlichen Deutschen Schulvereins i nfolge der Warnungen der jüdischen Presse glücklicherweise keine Ge-, genliebe bei den reichen Juden gefunden, obwohl die a’ldeutschen Herren, die keinen Juden leiden mögen, doch sein Geld gern nehmen, es an Liebesmüh in dieser Richtung w'ahrlich nidht hatten fehlen lassen. Der Mißerfolg der Baustein-Sammlung scheint jedoch die wrackern deutschen Antisemiten ' Oesterreichs nicht abgeschreckt zu haben, und so versenden sie denn -wieder einmal an die mit den österreichischen Verhältnissen nicht vertrauten deutschen Juden tausende von Bettelbriefen, in denen zu Zeichnungen für ihren Grundkauffonds aufgefordert wird. Demgegenüber ist es Pflicht der selbstbewußten jüdischen Presse, das jüdische Publikum aufzuklären und vor diesen neuen Lockrufen entschiedem zu warnen. Die meisten Unterzeichneten des vom „Ernting 1010“ datierten Aufrufs sindbekannte antisemitische Agitatoren. Die ganze Tätigkeit des Bundes der Deutschen Nordmährens bewegt sich in antisemitischer Richtung, und der Jude, ' der diese Organisation unterstützt, fördert mit seinem Oelde judenfeindliche Bestrebungen. Die Anglo-Palestine Compagny. Die Anglo-Palestine Company, bekanntlich eine Tochtergesellschaft der Jüdischen Kolonialbank in London, wird für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 4l/6 Prozent .(wie im Vorjahre) verteilen. Die Gesellschaft hat in Palestina Filialen in Jaffa, Jerusalem, Beirut, Hebron, Haifa und Saffed. Das Geschäft hat sich befriedigend entwickelt. Die an Häuserbaugesellschaften, Kolonisten und Leihgenossenschaften (deren es in Palestina 30 mit über 1200 Mitgliedern gibt) gewährten Kredite betrugen 21.148 Pfund (gen 10.962 Pfund im Vorjahre). Zur Aufhebung des jüdischen Ansiedlungsrayons in Rußland. Aus Petersburg berichtet man: Die mit , der Prüfung des Antrags zur Aufhebung des;Ansiedlungsrayons' beauftragte Pumakommission hielt am 15. März ihre erste Sitzung ab. Von den 22 Mitgliedern hatten sich 16 eingefunden, darunter 9 oktobristisdie Abgeordnete, die den Antrag unterzeichnet haben, 3 neutrale Oktobristen und 4 Nationalisten und Reichte. Der Kommissionspräses Dmitrjukow' (Okt.) proponierte die Einsetzung einer fünfgliederigen Subkommission zur Sammlung und Sichtung des Materials. Der Abg'. N i s s e 1 owitsch erklärte sich gegen eine Subkommission und sprach sich für die sofortige Wahl eines Kommissionsreferenten aus, dem er und wahrscheinlich die andern Mitglieder das in ihrem Beiätz befindliche Material zur Verfügung stellen werden. Außerdem möge die Kommission das Ministerium des Innern um Ueberlassung des in seinem Besitz befindlichen Materials angehen. Diesem Vorschlag schloß sich der Abgeordnete Matjunin (Okt.) an. Der Progressist Sokolow brachte eine dreigliedrige Kommission in Vorschlag, bestehend aus je einem Anhänger und Gegner der Vorlage und einem Neutralen. Der Nationalist Zi'iowitsch erklärte sich sowrohl gegen eine Subkommission u'ie gegen die Wahl des Referenten, da ja alle Kommissionsmitglieder sich ihre Meinung bereits gebildet haben. Man könne zur Abstimmung schreiten. Der Antrag auf Einsetzung einer Subkommission wurde mit erdrückender Majorität ä b g e 1 e h n t. Nachdem die Abg. Baron Meyendorff und •Dmitrjukow’ die Wahl zum Referenten abgelehnt hatten, wurde der Abg. Andronow' (Okt.) einstimmig zum Berichterstatter gewählt. In Anbetracht dessen, daß die Duma, der Kommision eine einmonatige Frist gestellt hat und seitdem bereits drei Wochen verstrichen sind, wmrde beschlossen, beim Plenum eine Verlängerung der Frist nachzusuchen. "^^^Tfoewährte Nahrung LliilikiiilLijifl für gesunde u kranke Kinder sowie Magenleidende. Verhütet «.beseitigt Brechdurchfall. Oiarrhoe.Darrnkafarrli Preis per Dose K1.8Q,erhältlich in jeder Drog.uipotli Arabische Presstimmen über dis zionistische Kolonisation. Die antizionistischen jüdi:chen Organe erschöpfen sich in ausführlichen Berichten über die feindselige Stimmung der Araber gegenüber den zionistischen Bestrebungen .Wie stark da gelogen wird, beweisen nachstehende Ausführungen. Das arabische Tagblatt t „Klila raant El Hak“ ii Beirut schreibt: „Jedes Volk hat seine Heimstätte, in der es _ lebt, bloß der Jude hat keine Heimat und kein Reich. Aber mag er nun in China oder in Amerika leben, er bew-ahrt ■ treu den Namen seiner Väter. . . . Ein ungewöhnliches, wunderbares Volk! Wo es sich auch befindet, überall W'ohnt ihm die Eigenschaft inne, das Geld an sich zu ziehen, wie der Magnet das Eisenteilchen, und wenn es auch kein eigsijes; Reich hat,' so ■ herrscht es doch im Reiche der Finanzen. Kraft seiner Energie und seines wunderbaren Scharfsinnes nimmt es eine hervorragende Stellung ein auf allen Gebieten menschlicher Tätigkeit. Die Juden sind Kaufleute, Gewerbetreibende, Künstler, sie sind di; Seele aller öffentlichen Arbeit. Die Eisenbahn, di; die Erde umspannt, die großen Dampfer, die den_ Ozean durchfurchen, die Bergwerke, die riesigen industriellen Betriebe, — sie alle bedürfen der jüdischen Tatkraft und des jüdischen Kapitals. Die wunderbarste Erscheinung jedoch ist folgende: Nach 20 Jahrhunderten der Verbannung und Zerstreuung hat sich dieses Volk wieder des Landes erinnert, das seinen Vätern verheißen worden war und das die Söhne Jakobs eihst emsig bebaut hatten. Der. Jude, der bisher in allen Berufen außer der Landwirtschaft tätig war, zieht mit einem Male freudig in das Land seiner_ Väter, greift zum Pflug und zur Sichel, um die Gefilde Boas zu bestellen, auf denen einst Ruth Aehren gesammelt hat, und den Boden, der einst von Milch und Honig überfloß, von neuem zu bearbeiten. Allein in welchem Zustande fand der Jude den Erbbesitz der zwölf Stämme? An Stelle der Städte und Dörfer,' än Stelle der alten jüdischen Gemeinwesen fand er Dornen und Disteln, anstatt der Lobgesänge der Pilger, die einst zu den Festen nach Jerusalem wallten, vernahm er das Geheul der Schakale und der- Wüstentiere. Doch kaum hatten ihre Füße die geheiligte Stätte betreten, da vollzog sich ein Wunder: Freundliche Wohnstätten erhoben sich an d er Stelle, die früher von Trümmerfeldern-bedeckt war. Die Erde kleidet sich in saftiges Grün, blühende Dörfer entstehen, wo früher trostlose Einöden waren. Es fanden sidi mißgünstige und übelwollende Menschen, die die neuen wackern und betriebsamen Ansiedler beneideten und Lärm schlugen. Ihre Klagen erfüllen die ganze Presse, die sich zum Echo dieser Angstrufe hergegeben hat. ' Alein alle diese Klagen sind vollständig' grundlos. Der Jude wird nur gesundes Leben ins Land bringen. Es ist eine lächerliche Besorgnis, daß alle Juden sich in unserem Lande ansässig machen w'erden. Eine fr.oBe jüdische Einwanderung kann dem Land, das einen Einwanderungsstrom dringend benötigt, nur zum Segen gereichen.' Wir müssen die Söhne Jakobsin allen ihrenAufenth alt Sorten einladen, die Diaspora zu verlassen und sich hier anzusiedeln, um ihr Kapital im Landkauf a"n zulegen. Die europäischen Gesellschaften beuten uns aus; anders die Juden, die ein starke sinteresse an dem wirtschaftlichen Aufschwung unseres Landes haben. Darum ist. das Einwanderungsverbot zu beklagen, das die Juden hindert, Ihr Kapital in dem Lande anzulegen, das - so sehr von Erinnerungen an ihre alte Geschichte erfüllt ist.“ Die arabische Zeitung „P h i 1 i s t i n“ in Jaffa schreibt: „Unsere Regierung weiß sehr wohl, daß die jüdische Kolonisation in Palästina dem Staate und der Bevölkerung großen Nutzen gebracht hat. Durch dieses Kolonisationswerk sind wüste Stätten der Kultur erschlossen worden. Der Sandboden in der Nähe Jaffas, der die ganze Gegend verunzierte, w'urde in ein prächtiges Wohnviertel mit gefälligen Häusern und Gärten umgewandelt, und so bringt denn diese noch vor kurzem ganz unfruchtbare Stätte dem Steuerfiäkus jetzt eine beträcht.iche Summe ein. Die Kolonie Malbas (Petach Tikwah), Jlie bekanntlich vor der Ansiedlung der Juden eine trostlose Einöde war und allerlei wilde Tiere und Raubvögel beherbergte, liefert seit dem Jahre 1329 (türkische Zeitrechnung), in dem die Juden sich dort ansässig machten, an Zehnten, Vergho und anderen Steuern jährlich 263.000 Piaster an den Fiskus ab und hat sich zu einem Luftkurort und zu einem Mittelpunkt des Touristenverkehrs entwickelt. Die Kolonie Ujun-Karah (R ischo n-L e Zion) in der Nähe Jaffas hat dem Fiskus im Jahre 1300 nicht mehr als 3000 Piaster abgeworfen, seit dem Jahre 1328 bringt sie jedoch än Zehnten, Vergho und andern Abgaben 332.000 Piaster 'jährlich auf. „Dies sind Zahlen, die uns klar zeigen, w'as di; jüdische Ansiedlung dem Reiche und der Bevölkerung gebracht -hat. Habt ihr demnäch das Recht sie zu bekämpfen? Ein weiteres Faktum: Die Ko onie Chedera, die vor der Niederlassung der Juden ein Brutplatz für Wüstenvögel war und die im Jahre 1303 23.000 Piaster an Sieuergeldern einbrachte, . liefert jetzt 110.000 Piaster an Zehnten und 12.000 Piaster an Vergho. Das große Gelände bietet jetzt einen herrlichen Anblick. Die Juden haben dort blühende Gärten, Orangenpflanzungen und Palmenhaine angelegt, außerdem haben sic etw'a eine halbe Million Eukalypten angepflanzt, um di; Sümpfe auszutrocknen Und die Luft von den giftigen Ausdünstungen gu reinigen. Die meisten arabischen Landarbeiter, die früher keinerlei Erwerb fanden, ernähren sich jetzt reichlich durch die jüdischen Ansiedler. Sowohl wir Moslemen als die christlichen Araber ziehen den größten Nutzen aus der Tätigkeit der Juden. Sie sind es, die eine erhebliche Steigerung der Bodenpreise herbeigeführt haben. Während man früher 5 Frs. für den Dunam erhielt, erzielt man jetzt für einen Dunam Boden 60 Frs. und mehr. Die Steuereinnahme aus den drei Kolonien beläuft sich jetzt auf 717.000 Piaster jährlich. Seitdem Spanien die Juden vertrieben hat, sank es kulturell und wirtschaftlich immer tiefer. Der Sultan, der sie gastfreundlich - aufnahm, wußte, daß er an ihnen treue Untertanen gewann. Seither haben sich die Juden als dankbare und anhängliche Bürger des ottomanisenen Reiches bestens bewährt.“ Die Molkerei in Skalat liefert Dessertbutter riDB ^2? "lUO ä K 3-20 das Kilo. Jeder Sendung wird ein „Hechscher“ beigelegt. Bestellungen an: Abraham Vogelbanm, Skaiat, Galizien. ° Einlagen auf BDohel Einlagen auf BDohel An* and Verkauf von Wertpapieren. Börsenordres. Darleben auf Wertpapiere. Wechsel-Eskompte. „O. , Versicherung gegen Kuraverlust Safes der besten Konstruktion. WIENER FILIALE DER Zivnostenska banka PRO CECHY A M0RAVU WIEN, I. Herrengasse Nr. 12» Aktienkapital K 60,000.000. v Reservebh! Slcherstellungsfonds rund K 16,000.000 Zentrale in Prag, gegr. 1868. Filialen: Brünn, Budwefs, Igla«, Krakau, Lemberg, MKhr.-Ostraa, Olmütz, Pardubitz, Pilsen, Profinitz, Tabor u. Triest. Wechselstaben, I., Herreng. 12, II. Praterstr. 42, VII. Ma* riahilfarstr. 84, X. Favoritenstr. 95.