Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2438141-2438327-2438340--2358-2442028- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 13 Aufruf! Der gefertigte Verein wendet sich an die jüdische Oeffentlichkeit mit der Bitte, ihn in seinen eminent humanitären Bestrebungen durch' Beitritt, sowie durch Spenden zu fördern. Die „A chwa h“ erhält bekanntlich eine Volksspeisehalle, ip der um einen äußerst geringen Preis an Minderbemittelte eine kräftige und reichliche, rituelle Mittags- und Abendkost verabreicht wird, ohne daß in den Gästen das entwürdigende Gefühl des Beschenkten hervorgerufen w'ird, das den verschämten Armen hindert, eine Volksküche aufzusuchen. Welch eminentem Bedürfnisse diese, von der „Achwah“ gegründete Institution entspricht, zeigt am deutlichsten der Umstand, daß täglich mittags und abends zirka 600 Portionen verabfolgt werden. Der jüdische Arbeiter und: kleine Angestellte, deren Mittagessen früher aus einem Glas Kaffee und einem Stück Brot bestand, die zahlreichen Armen, die sich hier vorübergehend aufhalten, um in einem der Krankenhäuser Heiljing zu suchen .und die mehr noch als der Gesunde einer kräftigen Kost bedürfen — für diese bedeutet die „Achwah“ einen wahren Segen. Wie sehr sich die Vereinsleitung der „Achwah“ bemüht, Großes zu leisten, konnte man gelegentlich der galizischen Schänkerdeputation sehen, an welchem Tage in ihrer Speisehalle außer ihren Stammgästen 800 Schänker — davon ein großer Teil unentgeltlich — ausgespeist wurden. Besondere Sorgfalt wird den zahlreichen jüdischen Akademikern gewidmet, denen drei besondere Räume reserviert sind, wo sie zu einem weit billigeren Preise als in den judenfeindlichen allgemeinen mer.sa academica eine weit reichlichere und schmackhaftere Kost erhalten, ohne wie dort als Eindringlinge betrachtet zu werden. Die Erhaltung der Speisehalle ist selbstverständlich nur möglich, wenn dem Vereine die tatkräftige Förderung der maßgebenden Kreise in dem Alaße zuteil wird, das er für sein soziales Werk beanspruchen darf. Insbesondere zur Zeit der Osterfeiertage sind die Anforderungen, vor die der Verein gestellt ist, noch weit größer, zumal auch eine größere Anzahl unbemittelter Zugereister vollkommen unentgeltlich ausgespeist wird. So sei die Eingangs gestellte Bitte wiederholt, der Achwah durch zahlreichen Beitritt und Spenden die Erreichung des gesteckten Zieles zu erreichen. ■ Der Mitgliedsbeitrag beträgt mindestens K 4.— jährlich. Spenden nimmt auch die Administration der „Jüdischen Z e i tu n g“ entgegen. Verein .Achwah — Jüdische Brüder“ Rituelle Volksspeisehalle, Wien II., Herminengasse 8. Für die Vereinsleitung: M. Weiner M. Hammer Schriftführer. Obmann. üminsg.üersain m lunasnauhrichten. Voranzeigen. Wien. [Schekel-Versammlung.J Am 6. April 1911, abends 8 Uhr, veranstaltet die Vereinigung „Ness Zionah“ im Cafe Nizza, II., Taborstraße 60, eine öffentliche Agitationsversammlung. Thema: Bedeutung Palästinas für die Juden. Referenten: Herr Adolf Böhm, Präsident des W.-Oe. Zentralkomitees, und Herr David Nebenzahl. Wien. [„Ness-Zionah“.] Dienstag, 4. April, im Vereinslokale, Cafe Mocca, I., Schottenring Nr. 12: Der dritte Vortrag des Herrn Dr. H. Kadisch: „Jüdische Volkspolitik und nationale Autonomie“. Beginn 8 Uhr abends. Gäste willkommen. Wien. [Zionistischer Mädchenverein „Moriah“.) Montag, 3. April, um dreiviertel 8 Uhr abends, im Lokale des „Zionistischen Zentralvereines“, IX., Türkenstraße 9: Vereinsabend. Referat eines Mitgliedes über „Möglichkeiten des Judentums“. — Sonntag, 2. April: Ausflug. Zusammenkunft um 2 Uhr nachmittags bei der Stadtbahnstation Schottenring. Ziel: Hermannskogel. Zu beiden Veranstaltungen sind ' Gäste, Frauen und Mädchen, herzlich willkommen. Wien. (Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband.) Sonntag, 2. April, im „Hotel Post“, L, Fleischmarkt 16, I. Gründungsfest unter Mitwirkung folgender Kunstkräfte: Fräulein Hilda G o 1 d n e r, Mitglied des Klagenfurter Stadttheaters, Fräulein Mimi Marlow, Mitglied des Wiener Bürgertheaters. Fräulein Elise Weintrau b, Mitglied der „Jüdischen Bühne“, Herr Benno Lie, em. Mitglied des Kabaretts , Fledermaus“, - Herr Oberkantor Matyas. Festrede: Reichsratsabgeordneter Prof. Dr/Arthur Mahler. Tanzkränzchen. Tanzarrangement: Jacques Löw. Das Reinerträgnis ist Bildungs- und Unterstützungszwecken gewidmet. Entree im Vorverkauf K 1.50, an der Abendkasse K. 2.—. Beginn präzis halb 8 Uhr abends. Vorverkauf: „Cafe Mocca“, I., Sdiottenring 12, „Cafe zur Börse“, I., Wipplingerstraße 35, Cafe Brammer, IX., Liechtensteinstraße 1, „Cafe Jägerhof“, IX., Porzellangasse 22, sowie [täglich ab 7 Uhr abends] im Verbandsheim, II., Taborstraße 20. Wien. Die jüd. akad. Verbindung „Unitas“ teilt mit, daß die Promotion ihres i. a. B. M. U. C. Max Platschek zum Doktor d. Medizin am Freitag, den 31. 1. M., um 11 Uhr vormittags, im großen Festsaale der K. k. Universität stattfindet. Wien. Der Hum. Unterstützungsverein der Kolomcaer veranstaltet am 2. April im Qafe Promenaden ein Nadtkränzchen, verbunden mit Vorträgen und Preiskegelscheiben. Beginn präzise 6 Uhr abends. Wien. Erster zion. Frauen verein. Vortrag des Herrn Kaplan-Kapiansky über „Die „Die Aufgabe der Poale zion. Organisation“ Dienstag, 4. April, im Damen-Salon des Cafe City, IX., Porzellangasse, präzise halb 5 Uhr nachmittags. Gäste herzlichst eingeladen. * Wien. (Erster Wiener jüdischer Turnverein.) Samstag, den 25. März fand;das Sch a u tu men statt. Es war die stärkst besuchte jüdische Veranstaltung Wiens. Zirka 2500 Besucher fanden sich im Sofiensaale ein. Die turnerischen Darbietungen übertfafen an Schönheit und Exaktheit alles bisher gebotene. Die ausgezeichneten Leistungen wurden von den Besuchern stürmisch bejubelt. Der Erfolg dieser Veranstaltung wirdfür den. Turnverein ein Ansporn sein, weiter auf dem von ihm betretenen Wege fortzuschreiien. Wien. [„Mensa academica Judaica“.] Ausschüßwahlen: Ing. Saul Sokal, Präses; med. M. Keßler, 1. Vizepräses; ing. Wilhelm Felder, 1. Schriftführer; ing. L. Rabin, 2. Vizepräses, ing. Leon. Reich, 2. Schriftführer; phil. M: Bronner, Kassier; phil. H. W. Andermann, phil. Bela * Diamant, jur. F. Frankel, Ausschußbeisitzer; Ing. Groag, Dr. Löw, Dr. Zuckermann, Revisoren. Wien. [„Bar Giora“.] Ausschuß für das Sommersemester 1911 :■ Präsident: cand. med. Natan A. Tajtacak. Vizepräs.: cand. med. Eduard Altmann. I. Schriftführer: cand. cult. ing. Oskar Grof. 11. Schriftführer: stud. med. Adolf Benau. Kassier: cand. med. Ascher Apte. Bibliothekar: stud. ing. Aurel Spiller.. Wien. [Verein jüdischer Hörer der Hochschule für Bodenkultur.] Chargenwahlen: I.Vorsitzender: cand. ing. cult. Abraham Leiner. II. Vorsitzender: cand. ing. cult. Josef Gelbtuch. Schriftführer: Heinrich Weinerth, stud. agr. Kassier : cand. ing. cult. Moses Bernstein. Bibliothekar: cand. ing. cult. Hirsch Gelbtuch. Wien. [Verband der jüdisch-akademischen Fachvereine.] ' Die an den Wiener Hochschulen bestehenden jüd.-akad. Fachvereine beabsichtigen, einen gemeinsamen Verband zu bilden, dessen Zweck vornehmlich die Propaganda für die Idee der fachwissenschaftlichen Organisation an allen Hochschulen Oesterreichs sein wird. Es sind schon in nächster Zeit Gründungen von Fachvereinen in Prag und C z e r n o w i t z zu erwarten. Eventuelle Anfragen sind, an das gemeinsame Komitee der jüd.-akad. Fachvereine, IX., Müllnergasse 35, zu richten. Wien. [Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler.] Ausschußwahlen für das Sommersemester 1911: Präses: cand. phil. Berthoid Hirschl. ' I. Vizepräses: Med. Leon Kolb. II. Vizepräses: Exp. Ernst Rosenberger. I. Schriftführer: phil. Simon Braunstein. II. Schriftführer: jur. Hermann Klopper. I. Kassier: arch. Hans Sobelsohn. II. Kassier: jur. Alfred Antal. Zeitungsverweser: Exp. Georg Roland Frank. Hausverweser: jur. Chaim Willner. Bibliothekar: jur. Heinr. Fleiss. Graz. [„Zion“.] Sonntag, 19. d., veranstaltete der Verein einen Palästina-Abend mit Vorführung der Palästina-Lichtbilder. Ein zahlreiches Publikum zollte den glänzenden Ausführungen unseres verehrten Präsidenten Herrn Adolf Böhm aus Wien lebhaften Beifall. In klaren, zusammenhängenden Ausführungen erzählte Herr Böhm von dem Erfolge der Palästinaarbeit; es ist zu erwarten, daß der Appell des Herrn Böhm um Unterstützung der Palästinaorganisationen recht bald reichliche Früchte tragen wird. Der Aufgabe der Verlesung des zu den Lichtbildern gehörigen Vortrages des Herrn Dr. Friedemann unterzog sich unser lieber Gesinnungsgenosse Herr Regisseur Egon Brecher in der trefflichsten Weise. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen zeigt von dem lebhaft pulsierenden jüdischen Leben in unserer Gemeinde und immer mehr und mehr bricht sich auch bei uns die Erkenntnis Bahn, daß der Zionismus allein die Zukunft des Judentums bedeutet. Oderberg. (Jüdischer Volks verein „Zion“./ Am 12. März 1. J. fand eine blau-weiße Redoute statt. Die überaus schön arrangierten Maskengruppen, sowie deren Einzug waren herrlich anzusehen. Der Saal war bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Die blau-weißen Farben durchwegs vorherrschend. Alle zionistischen Nachbarorganisationen entsandten ihre Vertreter. Bei den Musikklängen wurde bis zum frühen Morgen getanzt. Dieser Abend war ein schöner Erfolg des Zionvereines und seines äußerst rührigen und verdienstvollen Obmannes Josef Zänker und wird allen lange in Erinnerung bleiben. i . ' . Trebitsch. Am Purim veranstaltete der hiesige jüdische Krankenverein eine Feier, die einen sehr animierten Verlauf nahm. Nach der Begrüßung durch den Vereinsobmann, Herrn Lehrer Jak. Koratek, und einem stimmungsvollen Liede durch den neugegründeten jüd. Chorverein t,,Sehir Zion“, hielt Herr Rabb. Dr. J. Stö-ssler eine launige, überaus geistreiche Ansprache über Purim in Leben und Literatur. Aus dem gelungenen Programme sind hervorzuheben: Lieder, vorgetragen ,von Frau Dr. Else Subak und Herrn Oberkantor M. Fuchs. Die Schwestern Stern erfreuten durch Violinvorträge, die Damen FrL H. Wesseljr, C. Weis!, H. Triescher und die Herren Fürst, stud. techn, L. Müller durch humoristische Rezitationen. Ferner wurde auch die Ringszene aus Lessings „Nathan der Weise“ durch Frl. C. Weisl [Sittah], die Herren Weigl [Nathan] und stud. techn. L. Müller [Saladin] in wirksamer Weise aufgeführt. Zum Schlüsse trug noch Herr stud. techn. L. Müller einige Satyren von Beda vor und veranstaltete über Anregung des Ortskommissärs Herrn F. Grünberger mit Frl. Triescher eine Sammlung für den J. N.-F. Der Reinertrag der Veranstaltung fällt teils dem J. N.-F., teils den jüd. Ortsarmen zu. Eger. [„Achawath-Zion“.] Sonntag, 12; d., hielt unser Ausschußmitg'ied Herr Rabbiner Dr. D.. Spitzer-Franzensbad einen öffentlichen Vortrag im Saale des Hotels „Kronprinz Rudolf“, der sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Der Vortragende hatte als Thema: „Religion und Menschentum auf geistigem, staatlichem und sozialem Gebiete“ gewählt. Im Verlaufe des Vortrages besprach er auch das Verhältnis Moses Mendelssohns zu Lessing und zeigte, wie dieses Geisteszwillingspaär den nur scheinbar bestehenden Konflikt zwischen Menschentum und Religion auf diesen drei Gebieten zu lösen versuchte. Mendelssohn in seinen „Morgenstunden“, „Jerusalem“ und „Phädon“, Lessing wiederum in seinem hervorragenden Werke „Nathan der Weise“. Reicher Beifall von Seite des mit ungeminderter reger Aufmerksamkeit zuhörenden Publikums lohnte die trefflichen Ausführungen des Vortragenden. Kotzman. Die hierortige Nationalfondskommission „Erez-Israel“ hielt am 9. März d. J. die 4. Generalversammlung ab. Die Kommission, die erst vor 18 Monaten ins Leben gerufen wurde, entwickelt sich sehr schön. Sie hat ihre Tätigkeit auf den ganzen Bezirk ausgedehnt, wo bereits 152 Büchsen verteilt wurden, wo auch in diesem Sommer neue Büchsenverteilungen beabsichtigt werden. Gewählt wurden: Srul Mehler, Obmann, Nuchim Walter, Obmann-Stellvertreter, Dawid Leidmann, Kassier, Josef Essner, Revisor,. Moses Linker, Schriftführer. Auf Antrag des G. Srul Mehler wurde auch beschlossen, für die Jugend zweimal imi Monate Vorträge (über Zionismus, Nationalfond u. al abzuhalten, ym sie so für den Nationalfond zu interessieren und dadurch neue Arbeitskräfte für denselben zu gewinnen. Hatna. Am 18. d. wurden in der Generalversammlung des jüd.-nat. Vereines „Juda Macc a b“ folgende Herren in den Ausschuß gewählt : lsak Holz, Präsident, Josef N o r a n d, Obmann, Abraham Sperber, 1. Obmann-Stellvertreter, Efroim Grünberg, 2. Obmann-Stellvertreter, _ Sigmund Holz, Schriftführer, Abraham Chaim Gilbert, Kassier, Nathan N o r - mand, Biblothekar, Zeitungsverweser und Nationalfondkommissär, Altl Schaffer, Haus- .verweser, Moritz Schärf, Jakob K a!jn, Elias S a 1 o m o n, Leib Ellenbogen, ohne Funktion die Herren Osias M e i s i 1 i s, Jossel Zworist a n, Burach Alter, Israel Tennenhaus als Ersatzmann. Wien. (Hat'chijah) Ausschußwahlen: jus. Zw! Diesendruck, Nasi, cand. jus. Jakob Locker, Sgan, cand. med. Abraham Chalfan, Maskir. In- Czernowitz, Bu. [Jüd.-nat. akad. Verbindung „Zephirah“.] Chargenwahlen für das XXV1I1. [Sommer-] Semester: cand. phil. Zeinrel Bretschneider, Präses; cand. jur. Heinrich K u d i s c h Vizepräses; cand. jur. Itzig Quecksilber, Schriftführer. . Lemberg. f„Heatid“.] Ausschußwahlen: Simon Graf, Adolf, Schell, Benjamin Mühlbauer. M. Mittenhuber Ausführung von Gas-, Wasser- und sanitären Anjagen. Uebernahme von elektrischen Licht- und Kraft-Anlagen. ~ :—: Billige Preise. :—: Wien IV., Hauptstrasse 67. — Telephon 5328. WEIKEBSDOfiF b. Barten, Braitnerstraße 77. Wilhelm Teltsch ~ Hafnermeister . ~ Öefen- und Sparherd-Niederlage WIEN, II. Czerningasse Nr. 29 Kachelöfen und Sparherde m sowie alle in dieses Fach einschlagenden Arbeiten prompt und billigst /