Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 13 (31.3.1911)
- Date
- 1911-03-31
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 5 Wohnhaus für die Arbeiter, doch wird dieses neue Heim kaum für die Hälfte der Arbeiterschaft ausreichen. Eine neue' hebräische Jugendzeitschrift in Palästina. Aus Jaffa wird geschrieben: Vom Nissan d. J. ab wird in Jaffa unter dem Namen -„Moledeth“ eine neue illustrierte hebräische Monatsschrift für die reifere Jugend unter der Redaktion von Sch. Ben-Zion [Guttmann] erscheinen. Die neue Monatsschrift wird von dem Verband hebräischer Lehrer in Palästina mit Unterstützung des Jugendschriftenverlags „Koheleth“ herausgegeben. Der Abonnementspreis der Monatsschrift „Moledeth“ wird für Palästina 10 Frcs., fürs Ausland 13 Frcs. jährlich und dementsprechend halbjährlich betragen. Dem Verwaltungsrat gehören, die Herren A. Berlin, S. D. Levontin, Direktor der Anglo- Palestine Company, Mordechai ben Hillel Ha- ’kohen, B. Joffe, M. Scheinkin, M. Disengoff und P. Auerbach an. Adresse: „Moledeth“, Jaffa, Pösterreichische Post. Ein jüdischer Turnverein in Aleppo. Aus Aleppo berichtet man: Hier ist dieser Tage ein jüdisch-nationaler Turnverein „Makkabi“ nach dem . Muster des gleichnamigen Konstantinopeler Vereins gegründet worden. Der neue Verein £ählt bereits 30 Mitglieder. Die erste Anregung zur Begründung des Turnvereins ist von Herrn L. Arditti, Beamten der hiesigen Filiale der Banque Ottomane, ausgegangen. (Mitteilung des Deutschen Bureaus der Alliance Israelite Universelle). Ueber Unruhen, -die am 22. Januar in Debdu (Marokko) statt- gefunden haben, berichtet die israelitische Gemeinde von Udsclia an das Zentral-Komitee der Alliance Israelite Universelle das Folgende: Seit langer Zeit befindet sich die Gegend von Debdu im Zustand vollkommener Anarchie. Unsere Glaubensgenossen haben unter den Nachwirkungen der zwischen den benachbarten Stämmen stattfindenden Kämpfe zu leiden. Vor einiger "Zeit wurde ein Europäer auf dem Wege nach Debdu, wo er einen Israeliten besuchen wollte, von einem der benachbarten Stämme ermordet. Der arabische Häuptling, der ihn begleitete, wurde, gleichfalls getötet. Der Tod des eingeborenen, sehr einflussreichen Häuptlings bedeutete die Einleitung von Feindseligkeiten gegen die Israeliten. Die Anhänger des Häuptlings eröffneten in Debdu selbst den Kampf. Vier Israeliten, •darunter zwei Frauen, wurden in dem Gewühl getötet, zwanzig Häuser ansgeraubt und einge- äschert. Das Israelitische Viertel blieb acht Tage lang geschlossen. Bei dem eingetretenen Wasserangel stillten die Bewohner ihren Durst mit ■frischgefallenem Schnee. Dass Frauen und Kinder Belästigungen seitens der Mnselmanen zu erdulden hatten, ist selbstverständlich. Das Zentral-Komitee hat sich telegraphisch an die französische Gesandschaft in Marokko gewendet mit der Bitte, sich für den Schutz unserer Glanbensgenossen zn verwenden. Ferner nahm das Zentral-Komitee Anlass, mit dem seinerzeit in Paris weilenden marokkanischen Minister •des Aussern El Mokri von der Lage der Israeliten in Marokko, und namentlich von den Zwischenfällen in Debdu, zu sprechen. Der Minister gab ■die Zusicherung, dass er die Aufmerksamkeit der marokkanischen Regierung auf diese bedauerlichen Vorfälle lenken und das Mögliche aufbieten würde, dass den Juden in Debdu Gerechtigkeit widerfahre. Parteinachrichten. Mitteilungen des i. ö. D.-K. Schekelagitation 5671. Der in der; letzten Nummer des .Parteiorgans veröffentlichte Schekelaufruf des i.-ö. D. - K. liegt im Büro IX., Türkenstraße 9. als Flugblatt .auf, und kann von den Schekel-Kommissären und Vertrauensmännern täglich zwischen. 5—7. Uhr nachm.'-behoben werden. Die Schekelkommissäre I erhalten gleichzeitig die Schekellisten für ihren Rayon. Diejenigen Vereine, welche die Abhaltung von Schekelversammlungen beabsichtigen, mögen sich behufs Beistellung von Referenten mündlich oder schriftlich an den Distriktskommissär für die diesjährige Schekelagitation, H. Ing. G r o a g, IX., Türkenstraße 9, wenden. Schekel-Wöchenausweis. Grazer Korporationen (Sch.-Komm. Karl Schwarz) K 120.—; ,,Kadimah“ (Sch-K Buchbinder) (-j-K 16.80) K 36.—; „Theodor Herzl“ (Sch.-K. Rosenbaum) (+K 13.20) K 32.40; „Zephira“ (Sch.-K. Grünbaum) (+ K 17.20) K 4.80; Dr. Zweig (Block Nr. 95095, 59137) (-{- K 20.40) K 4.80; Dr. Scherlag (Block Nr. 58997) K 11.—; Teitelbaum (Block Nr. 59173, 59187) (-f K 82.60) K 8.60. Summe: K 217.60; bereits ausgewiesen: K 746.60; zusammen: K 954.20 Kongreßwahlen. Laut Beschluß des E. A. C. müssen die gesammelten Schekelbeträge bis längstens 30. Juni d. J. an die Kölner Zentralleitung abgeführt werden. Die Wahlen zum X. Kongreß sollen in der ersten Juliwoche stattfinden. Das i.-ö. D.-K. sieht sich bei Einhaltung dieses Beschlusses und unter Rücksichtnahme auf lokale Verhältnisse gezwungen, die Schekelsammlung spätestens Ende Mai abzuschließen und die Kongreßwahlen Mitte Juni durchzuführen. Das D.-K. hat Bestimmt, die Anmeldung der Kanditaten für die Kongreßmandate des i.-ö. Distriktes bis 15. April entgegenzunehmen. Die Vorstellung der Kandidaten, sowie die Erstattung der Referate über die „Stellungnahme zum X. Kongreß“ werden im Mai und Juni in von D.-K. einberufenen Wählerversammlungen erfolgen. Gesellschaftsreise nach Basel Die vom i.-ö. D.-K. arrangierte Gesellschaftsreise wird Montag, den 7. August, 8 Uhr abends, von Wien (Westbahnhof) angetreten. Die ermäßigten Schnellzugskarten (III. Kl.) gelten nur für die Hin- und Rückfahrt Wien—BaseL Das D.-K. steht in Unterhandlungen, um eine ermäßigte und gute Unterbringung der Reiseteilnehmer in Basel zu ermöglichen. Es ist unbedingt notwendig, daß die Interessenten dieser Reise sich beim Sekretariat des i.-ö. D.-K., IX., Türkenstraße 9 (Tel. 14199), bis längstens 15. April anmelden. Insbesonders mögen sich die österreichischen Kongreßdelegierten zur Teilnahme an der Reise melden. Ein ausführliches Reiseprogramm mit genauem Kostenplan wird anfangs n. M. als Zirkular an die Zentral- und Distriktskomitees, sowie an die zionistischen Korporationen und die bereits angemeldeten Gesinnungsgenossen hinausgehen und auch in der „Jüd.-Zeitung“ abgedruckt werden. Maskenredoute der „Moria!»“ Das geschäftsführende Komitee dieser so erfolgreichen Veranstaltung hat den Rechnungsabschluß durchgeführt und einen namhaften Betrag dem Baufond des Jüdischen Studentenheims durch den Obmann des Vereines „Jüdisches Studentenheim“, Gg. Herrn Lucian Brunner, zukommen lassen. Die Unterzeichnete spricht nunmehr im Namen des zion. Mädchenvereines „Moriah“ den Herren Ingenieur Julius G r o a g, Mitglied des i.-ö. D.-K. und Herrn J. U. C. M. Waldmann für ihre werktätige Hilfe an den Vorbereitungen und dem Arrangement der Veranstaltung wärmsten Dank aus. Gisela Kohn Präsidentin der „Moriah“ Mähr.-schles. Studenten. Mittwoch, den 23. referierten Dr. Hermann Löw (Hessiana) und Ing. Julius Groag (Massaida) in einer vom Arbeitsausschuß der mähr.-schles. Ferialverbindungen einberufenen Versammlung über den letzten Distriktstag in M. Ostrau. Sie besprachen in ausführlicher Weise den Verlauf der Tagung und zollten dem D.-K. ihre Anerkennung im Hinblick auf dessen organisatorische und Sammelarbeit. Sie bekämpften die Resolution des D.-K., welche die Trennung der zion. Organisation und der politischen Partei fordert und wiesen auf Grund früherer Parteitagsbeschlüsse nach, daß sich die Mähr.-schles. Gg. mit Unrecht auf den Krakauer Parteitag berufen. Zum Schluß forderten die Referenten die Studentenschaft zu einer intensiveren Arbeit auf und verlangten, daß ein besonderes Interesse der national-politischen Betätigung zugewendet werde. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: 1) Die heutige Vollversammlung der mähr.- schles. Studentenschaft spricht den Herren Dr. H. Löw und Ing. J. Groag für die Vertretung am D.-T. in M.-Ostrau für ihre Haltung daselbst und die Berichterstattung Vertrauen und Dank aus. (Großlicht-Achwah, Mandel-Massada). 2) Die heutige Vollversammlung der mähr.- schles. Studenschaft begrüßt die Resulution Dr. W i n t e r s t e i n’s auf das freudigste und erwartet vom mähr.-schles. D.-K., daß es die nationaK-politische Betätigung gemäß . der beschlossenen Resolution unverzüglich aufnehme. (Großlkht-Achwah.) 3) Die heutige Vollversammlung fordert den Jüd. National-Verein auf, überall in Mähren Versammlungen abzuhalten und stellt sich ihm diesbezüglich zur Verfügung (Reik-Hasmonäa). 4) Die heutige Vollversammlung wünscht die Fusionierung der zionistischen Organisation ■und der m der Reichseexkutive verkörperten jüd.-nat. Korporationen und behufs dessen die baldige Einberufung eines Parteitages (Spitzer- Massada). An der lebhaften Debatte beteiligten sich Dr. A b e 1 e s in Vertretung des Z.-K-, Dr. K a - disch, Mandel, Spitzer, Altar, Dr. Horner, Reik, Großlicht. Bibelabend. Sonntag, den 26. März, fand unter Mitwirkung Dr. Franz Oppenheimers, Hermann B a h r s, des Hofbnrgschaaspielers Heine nnd des Mitgliedes des Deutschen Volkstheaters Frau Ullerich ein vom Vereine „Cheirnth“ veranstalteter Bibelabend statt. Dr. Franz Oppenheimer leitete den Abend dnrch einen Vortrag über die Agrarreform in der mosaischen Gesetzgebung ein. Die Staaten des Altertums, führte der Redner ans, gingen infolge der Latifondienwirtschaft zugrunde. Die Gesetzgeber Athens, Spartas nnd Roms versuchten dnrch Agrargesetze der Landflucht und Entvölkerung zu steuern, doch traf keiner von ihnen Massnahmen, den Bauernstand für immer an die Scholle zu fesseln; ihr Bestreben richtete sich darauf, neue Banern zn schaffen. Nur die mosaische Agrarreform erkannte das richtige Prinzip: sie vernichtete das Grundeigentnm, ohne jedoch den Privatb e s i t z (in Form der Erbschaft) unmöglich zn machen Auf demselben Prinzipe basiert die Siedlungsgenossenschaft, die in diesen Tagen in dem uralten Erez Israel die Grundsteine zn ihren Wirt3chaftgebänden legt. Hoffentlich wird der Versuch gelingen nnd dieses moderne nnd doch so uralte Wirtschaftsprinzip wird gleich dem Monotheismus vor 3000 Jahr°n den Weg durch die Welt antreten. Palästina aber wird wieder die Geburtsstätte menschlichen Feiles werden. Dr. Oppenheimers Ausführungen wurden von stürmischen Beifallskundgebungen unterbrochen nnd am Schlüsse bereitete die Versammlung dem Vortragenden rauschende Ovationen. Aehnliche Begeisterung löste die nachfolgende unter dem Eindrücke von Oppenheimers Vortrage improvisierte Ansprache Hermann B a h r s aus, welcher als hervorragendste Eigenschaft des jüdischen Volkes die beispiellos dastehende Vitalität bezeiclmete. Hierauf las er einige Abschnitte ans dem Bnche „Koheleth“. Den ausschliesslich rezitativen Teil des Abends besorgten Herr Heine und Frau Ulleric’u, welche mit Verständnis einige Kapitel aus den Richtern, das Lied der Lieder und Ruth lasen. Ihre Darbietungen fanden freundliche Aufnahme. Hotel de Russxe Wien, II. Grosse Sperlgasse 7 - TELEPHON 13347 Zimmer von K 2.— aufwärts J. Tolczyner, Hotelier. ,4 . t ,• 4ä Aj *’ ■ l- •fr; I. t .i: :jS ertrielo ,,2}v£o23_o;polt'* Wien y, Lanrenzgasse Nr. 11 offeriert Sortiment von Tisch- und Taschenfeuerzeugen von I K aufwärts. 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