Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 5 (1911)
- Issue
- 6 (10.2.1911)
- Date
- 1911-02-10
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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! # Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 6 15p g- %%■ igv I; $r- S?'> *£•* fc;;' -;!fc; $&>* 4%'", $£'. ■ &?/• yjSj£*-;' E SSÄ.- U':. I ■ fc: S?-,. w Auf dem Schiffe wird koschere Kost verabreicht werden. Die Schiffspreise von Triest nach Jaffa und retour mit dem Eildampfer betragen für I. Klasse Fcs. 590.10, II. Kl. Fcs, 401.10, III. Kl. Fcs. 166.—, IV. Kl. Verdeck ohne Verpflegung Fcs. 110.—. Die definitve Reservierung der Schiffsplätze erfolgt erst nach Einsendung eines Fünftels des einfachen Passagepreises. Der letzte Zeitpunkt für die Anmeldung äst der 20. Feber laufenden Jahres. Ausführliche Prospekte versendet das Informationsbureau für Palästina und die Türkei, Wien, IX., Türkenstraße 9. Palästina - Gesellschaftsreisj. Das zionistische Distriktskomitee für Böhmen veranstaltet im Monat August eine für ungefähr vier Wochen berechnete Gesellschaftsreise nach Palästina, welche den weitesten Kreisen zugänglich sein wird. Neben den von Touristen im allgemeinen aufgesuchten Sehenswürdigkeiten bildet den Glanzpunkt der Reise der Besuch der in den letzten Jahren geschaffenen jüdischen Institutionen und die Besichtigung der jüdischen und galiläischen Kolonien. Auf der Rückfahrt ist ein dreitägiger Aufenthalt in Aegypten in Aussicht genommen. Der Teilnahmepreis, in (welchem sämtliche Auslagen -für die Fahrt von Triest bis Triest, Unterkunft, Verpflegung, Wagen, Führung, Entrees etc. eingerechnet sind, wird sich 1. Klasse auf 1300 K, 2. Klasse auf 1000 K und 3. Klasse auf 650 K belaufen. Die administrative Leitung wurde dem Reisebureau der bekannten Weltfirma Schenker & Co. übertragen, deren reiche Erfahrungen und ausgezeichnete Beziehungen eine in jeder Hinsicht tadellose Ausführung der Reise gewährleisten. Ueberdies werden die zionistischen Organisationen in Palästina alles daransetzen, um den Aufenthalt der Gesellschaft im heiligen Lande so angenehm als nur möglich zu gestalten. Und so ist zu hoffen, daß die Reise einen genußreichen Verlauf nehmen und allen Teil- Ausführliche Programme sind durch das Zionistische Distriktskomitee für Böhmen in Prag, nehmern in dauernder Erinnerung bleiben wird. Benediktsgasse 1, kostenfrei erhältlich. * Zwei Vorträge des Dr. Pasmanik. Ueber Einladung des i.-ö. D.-K. sprach Dienstag, den 31. Jänner, unser bekannter Gg. Dozent Dr. Daniel Pasmanik [Genf] über . die Aufgaben des Zionismus. Dieser Vortrag war nur als Einleitung zu dem am 1. Feber vom Verein „Theodor Herzl‘‘ veranstalteten Vortrag über den „Sinn der jüdischen Geschichte“, gedacht und behandelt hauptsächlich die kulturelle Bedeutung unserer Bewegung für die Judenheit. Dr. Pasmanik gab der Ansicht Ausdruck, daß die Zionisten als Anreger kulturell-jüdischer Bestrebungen die Unterstützung aller jüdischen Kreise finden würden. Mittwoch entwickelte Dr. Pasmanik vor einer aus 800 Personen bestehenden Zuhörerschar im Saale XXXIII der juridischen Fakultät seine Ansichten über den 'Sinn der jüdischen Geschichte. Das Rätsel des Bestandes des heimatlosen jüdischen Volkes während des Exiles sei nur in der in Palästina bis zur Vertreibung durch die Römer erworbenen Eigenart izu suchen. Dreierlei sei bei der Präparierung für den langen Golusweg maßgebend gewesen: das Prinzip der [faktisch durch geführten] sozialen Gerechtigkeit, der irdischen Glückseligkeit und der ausgesprochenen Nationalität und Internationalität. Diese Werte haben den Bestand verbürgt. Mit der Vernachlässigung dieses Wesentlichsten der jüdischen Lehre sei Verfall und Einbuße der National w ü r d e verbunden. Erst wenn die Juden — durch Realisierung des Zionismus — ihre Nationalwürde wiedererlangen, werden sie wieder schaffen können. Mit den Worten: „Auf uns Juden ruht das Verhängnis des Schaffens und treibt uns von Schöpfung zu Schöpfung“ schloß Dr. Pasmanik seinen Vortrag, der mit starkem Beifall aufgenommen wurde. * .* Berliner Vereinigung der Zion'.sten aus den Ostländern. ■ Die in Berlin ansässigen Zionisten aus den Ostländern Europas [Rußland, Oesterreich, Rumänien etc.] haben in den letzten Wochen einen zionistischen Verein, „Kadimah“ -Gruppe der B. Z.-V., gegründet, der ein Sammelpunkt aller östlichen Zionisten sein soll. Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, die aus den obengenannten Ländern nach Berlin kommen, oder dort bereits ansässig sind, ihre Adressen an Buchhandlung Gonzer, Berlin, Oranienburgerstraße 26, einzusenden. Ein jiid. nat. Antrag 211m dentsch-tscEecliisclien Ausgleich. Unser Gesinnungsgenosse Luzian Brunner hat durch seinen bekannten Antrag in der Oesterreich-ungarischen Bank, der dahin ging, daß den starken-slavischen Minoritäten im Verwaltungsrat eine Vertretung eingeräumt wird, berechtigtes Aufsehen erregt. Die Proteste der deutschen Blätter spiegeln; vielleicht besser als die Lobeshymnen der tschechischen die politische Erregung wider, die dieser so überaus gerechte Antrag ausgelöst hat. In dreifacher Hinsicht hat sich der Jüdischnatiönale Antragsteller ein Verdienst erworben. In wirtschaftlicher, in politischer und in rein jüdischer Beziehung. Sprechen wir zunächst von der rein wirtschaftlichen Seite. Die Oesterreich-ungariche Bank ist ein „Zentralinstitut“ ersten Ranges. Von diesem Zentralpunkte aus sollen wirtschaftliche Ausstrahlungen und Impulse nach allen möglichen Seiten hin erfolgen. Der ganzen oster-' reichischen Wirtschaft muß hier eine Heimstätte geschaffen werden. Vor dreißig Jahren, ja noch ■vor zwei Jahrzehnten, konnte man den slavischen Einschlag im gesamt-österreichischen Wirtschaftsleben vernachlässigen. Heute ist dasniS^; mehr möglich. Wer kennt nicht den Einfluß^ der slavischen Sparkassen, wer kennt nicht aus': eigener Anschauung die rege Tätigkeit tschechischer Bankinstitute, z. B. der „Zivnostenska“. Darf man sich unter solchen Umständen noch länger der besten Einsicht verschließen, daß ein so starker wirtschaftlicher Volksstamm, wie der tschechische in der Zentralstelle, die doch den gewaltigsten Ausdruck der österreichischen Gesamtwirtschaft bilden soll, auch würdig vertreten sein möge. Ich glaube, sich dieser Einsicht verschließen, heißt wirtschaftliche Vogelstraußpolitik treiben. Noch wichtiger vielleicht ist die politische Seite der Frage. Währt der Zwist zwischen beiden Völkern nicht lange genug? Will man diesen blödsinnigen Hader ins Endlose fortsetzen? Ist es nicht hoch an der Zeit, den nationalen Frieden zwischen beiden Völkern herzustellen, der. im eminentesten Sinne des Wortes zugleich den sozialen Frieden bedeutet? Wenn schon Berufepolitiker, Straßendemagogen, Volksversammlungsmenschen dies um keinen Preis einsehen wollen, so sollten ernste Wirtschaftpolitiker doch diesen vernünftigen Erwägungen zugänglich sein. Eine würdige Vertretung der tschechischen Minorität' in der österreichischen Bank wird auch einen politischen starken Rückschlag hervorrufen. Eine Verminderung der Reibungsflächen würde herbeigeführt, die Tschechen^ würdengegenüber den Chauvinisten im eigenen Lager leichtes Spiel haben, man könnte wenigstens den „nationalen Waffenstillstand'* herbeiführen. Ist das nicht ein Ziel aufs Innigste zu wünschen? Aber auch der .Jude' Brunner hat sich ein Verdienst erworben. Denn einmal muß mit der -Ghetto-Taktik die uns Juden den liberalen Deutschen [die keine Liberalen sind und ihr Deutschtum auch schon zum guten Teile wirtschaftlichen Interessen geopfert haben] um jeden Preis nacchlaufen läßt, gebrochen werden. Den Juden Böhmens hat der Antrag Brunners nur genützt. Die ganze Aktion ist in jeder Beziehung ein. Erfolg ehrlicher, jüdischnationaler Politik. Kundmachung. Die sechsundvierzigste ordentl. GEoerolvErsammlang der k. k. priv. allgemeinen Verkehrsbank findet Samstag, den 4. März 1Q11, nachmittags 4 Uhr, im Saale des Ersten allgemeinen Beamten-Vereinshauses, 1. Bez. Wippüngerstrasse 25, statt. Gegenstände der Verhand 1 ung sind; 1. Vortrag des Rechenschaftsberichtes. 2. Berichterstattung des Revisionsausschusses. 3. Beschlußfassung über die Bilanz pro 1910 sowie über die Verwendung des Reingewinnes. 4. Antrag auf Abänderung' der Statuten [§§ 6, 7 und 8], Kapitalserhöhung. 5. Wahl von Verwaltungsräten. 6. " Wahl des Revisionsausschusses zur Prüfung der Bilanz für das Geschäftsjahr 1911. Jene Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung tei!zunehmen beabsichtigen, werden hiemit eingeladen, ihre Aktien samt Kupons, in Gemäßheit der §§( 45, 46 und 47 der Statuten, bei der Hauptkassa; der Gesellschaft, Wien, ly Wipplingerstraße Nr. 28, spätestens am 18. Februar 1. J., als dem statutenmäßigen Endtermine, zu erlegen. Das Eigentum von je 25 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme. Kein Aktionär, ohne Unterschied, ob im eigenen oder _ Tag vor der GeneralversämmTürig* '<IerÄT)!refeSj^®'S|Hlj| tion vorzulegen. Wien, am 31. Jänner 1911. K. k. priv. allgemeine Verkehrsbank. [Nachdruck wird nicht honoriert.] DE- Fried laanders SCHUH-CREME nnerhannt beste und ausgiebigste, deshalb bevorzugte (Harke, a za haben mSchuh-Leder-DroguenaColonialw.- Geschäften. Richard Rasenfelds Hasctiesalon. Gumpendorferstraße 18. Telephon 7381. 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