Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 3 (21.1.1910)
- Date
- 1910-01-21
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite: .6 .amismE.iZEMvm. und fordert Etter Recht. Nicht blos ein verachtetes,Stimmvieh für SpijäidejnriqJkj^je abzugehen, söhdfjripjpküfihäfi tü'fe'wCBte zu wahren, das ist Eure Aufgabe und Eure Pjflichf*.wenn ihr. .noeh ..etwas.^Alaqnesmut besitzet.;;iDejr.. iHiaijdeisangfi5te9fe,i:äofl iein Stahd^'derJnteHigenz'seih-und'ilhr-^iener iü^iScfie'^'Händelsan^teliltel^’h^Br^s'-fetet zu "bewhiseti,' ■ oh ‘Ihr diese Eigenschaft besitzet Im Kurzem wird ein Verein jüdischer Handelsangestellter-gegründet werden, nicht um Politik zu machen, sondern die Interessen seiner Mitglieder zu wahren, im echt demokratischem Sinne für die soziale Gleichberechtigung der jüdischen Handels- Angestellten zu wirken. Wir hoffen, daß dieser Appell an die jüdischen Handelsangestellten von denselben verstanden und richtig gewürdigt werde, und daß sie sich recht zahlreich dem neu zu gründenden Vereine anschließen werden. Ben Mordechai. Itmerösterreichischer Distriktstag. In Anwesenheit von 26 Delegierten, darunter 2 aus der Provinz (Graz und Stockerau), wurde am 15, d. M., um 8 Uhr abends der diesjährige ordentliche Distriktstag eröffnet. Namens des abtretenden D.-K. erstattete dessen Obmann Gg. Dr. Karl Pollak den Rechenschaftsbericht über die abgelaufene Tätigkeitsperiode. Das D.-K. hatte gleich zu Beginn seiner Tätigkeit mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, da alle D.-K.-Mitglieder bis auf 2, privater Verhältnisse wegen, aus demselben ausschieden. Kooptiert wurde Gg. Herr Weiner der das Schriftführeramt bekleidete, sein Vorgänger während der Sommermonate war Gg. Otto Krasny. Trotz der geringen Zahl arbeitsfähiger Kräfte hat das D.-K. ganz Stattliches geleistet Die administrative Arbeit, die Gg. Dr. L. Meisel leitete, wurde mit peinlichster Sorgfalt durchgeführt In Wien wurde der zionistische Zentralverein reaktiviert und wie sich alles Gute lohnt, hat, dafür der Zentralverein die Schekelagitation für Wien in ,die Hand genommen. Die Schekelagitation in der Provinz besorgte das D.-K. selbst Es gelang mit vielen ehemaligen Vertrauensmännern der Provinz neue Beziehungen anzuknüpfen. In Stockerau wurde ein zionistischer Verein gegründet, der zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Leider konnte das D.-K. infolge Mangels an Agitationsmitteln nicht allen Wünschen nach Veranstaltungen von Versammlungen in der Provinz entsprechen. Die Zahl der gesammelten Schekel beträgt mehr als 1400. Die Durchführung der Kongreßwahlen wurde von' einigen Seiten bemängelt Das D.-K. trifft keine Schuld, da sehr viele Schekolim erst im letzten Augenblick gezahlt wurden und die Wahlen mit der Vorbereitung der Makkabäerfeier zusammenfielen, die alle Kräfte in Anspruch nahm. Die Makkabäerfeier, die das Repräsentationsfest der Wiener Zionisten darstellt, brachte nicht nur einen bedeutenden moralischen Erfolg, sondern — das erstemal — auch einen materiellen Gewinn, der dem jüdischen Studentenheim und demN.-F. zufiel. Dr.LeopoldMeisel erstattete den Kassabericht: Die ordentlichen Einnahmen betrugen K 2616-16, die ordentlichen Ausgaben K 2598'47, Saldo K 18‘35. Die Zahl der Schekoliim hat sich mehr als verdoppelt, es gingen K 1684 ein, , an Parteisteuer K 451"90. Dem D. K. fällt auch der anläßlich der Makkabäerfeier zustande gebrachte Garantiefond von K 785 zu. Für den N. F. und die Oelbaumspenden gingen aus Innerösterreich ein: K 14-366'83, für Palästinazwecke K 1817-96. Redner präliminiert hierauf das Budget des Jahres 1910 und kommt zum Schlüsse, es sei die Erschließung neuer Finanzquellen nötig, wenn das D. K. gedeihlich arbeiten soll. In der folgenden Debatte, an der sich eine große Zahl von Delegierten beteiligte, würde von allen Rednern dem D. K. der besondere Dank für seine mustergiltige Tätigkeit ausgesprochen. Vielfach wird die ungenaue Durchführung der Kongreßwahlen bemängelt Von verschiedenen Delegierten werden Anregungen gegeben, wie das D. K. sich neue finanzielle Quellen schaffen könne. , V:i.^ß;-Ar.iDr4j;-:0abel; 'Schneidet;Hdie>iFrage.!.der. , HaU»ngfi4ei;:WiBBgrrr0elegiectennARf:^Öenij^eH!iten; i Kongress? ßn*! J^.-:-ßiÄtspjpntr.sich,dÜeiiPeb.akte, nfifci; diese Efiseft.Aufc^Bm.Bistrikf : QiesriW'rdbhejaht;::upd,;^ie:T)ishqgsj<?n hierüber «tjf» I einen ctegfifefeSt«« T^dfPJWWhpbefcb i rtsufiifei -feödar. -t gjudifeShjnSRriflMt. .sfcfcos&I | QbmffflftOdeßs^nistisgbeo^ ■ Wjestöster-reich -besondere 1:@p^kennend,.;tjäber., die, Tätigkeit des D. K. aus. Um in Zukunft die Kongreßwahlen klaglos durchführen zu können, empfiehlt er die Anlegung von Schekellisten, die auch für die Agitation wertvoll sind. Er wünscht, daß in der Leitung des D. K. eine Kontinuität aufrecht erhalten bleibe, da sonst eine planmäßige Arbeit sehr schwer ist. Um dem D. Kl Mittel für seine Arbeit zu sichern, stellt er den Antrag, eine einmalige Distriktssteuer einzufüfiren. Jeder innerösterreichische Zionist soll verpflichtet werden, für einen zu schaffenden Distriktsfond mindestens K 5 zu leisten. Ferner beantragt er, ziem D. K. das Absolutorium zu erteilen und ihm den Dank für seine Tätigkeit auszusprechen. j' Es sprachen noch die Gesinnungsgenossen M. Waldmann, J. Schwarz (Graz), Dr. Meisel, Sitzmann, Leschner, Böhrfi, Dr. Beer, Stein, Dr. Sofer (Stockerau) und Dr.1,Pollak, worauf die Anträge Dr. Margulies einstimmig angenommen wurden. Ueber Antrag Waldmann wurde einstimmig folgende Resolution beschlossen: „Der am 16. d. versammelte Distriktstag, bestehend aus Vertretern aller innerösterreichischen zionistischen Organisationen, erklärt das in der Wiener israelitischen; Kultusgemeinde noch immer geltende Wahlrecht als den altjüdischen wie auch den modernen Anschauungen strikte zuwiderlaufend und fordert die Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde auf, dieses reaktionärste aller Wahlsysteme raschestens fcu beseitigen.“ Eine Deputation,bestehend aus den Gesinnungsgenossen Dr. Margulies. Dr. Pollak, Dr. Meisel und Ing. Löwenstein, wird' beauftragt, diese Resolution gelegentlich der morgigen Plenarsitzung des Vorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde zu überreichen. Dr. Meisel legt ein neues Organisationsstatut vor. Dasselbe wird nach kurzer Debatte angenommen und eine* Kommission, bestehend aus * aus den Herreppr.-JJ^r-ng^irt j 1S und Sitzma'nn, damit betraut, im Einvernehmen mit dem Distriktskomitee jlje einzelnen Punkte zu redigieren. ■ Hierauf sollte die.Neuwahl des Distriktskomitees stattfinden. Da der Distriktstag die Wiederwahl der gegenwärtigen Mitglieder .des Distriktskomitees wünscht, diese jedoch aus privaten Gründen eine Wiederwahl ablehnen, wird der Distriktstag um halb 1 Uhr nachts auf; den nächsten Tag, Sonntag 3 Uhr nachmittags, vertagt. Die Sonntagssitzijihg begann mit der Wahl des neuen Distriktskomitees. Dr. Pollak erstattete folgende Wahlvorschläge: Dr. Leopold Meisel, Obmann; Dr. Rober Beer, Emil Kugel, Dr. Hugo(Löwy, Dr. Karl Pollak, Ernst Skutetzky, Dr. Leo Sofer, Samuel Strauß, Dr. Hugo Zuckermann, Mitglieder. Diese Wahlen werden per akklamationem vorgenommen. Unter lebhaftem Beifalle der Versammlung übernimmt der neugewählte Distriktsobmann den Vorsitz. Er dankt für die Wahl und erklärt als sein Programm: zionistische Arbeit nach jeder Richtung. Das Vertrauen, das ihfti der Distriktstag durch unbeirrbares Festhalten an seiner Person ausgedrückt hat, habe ihn veranlaßt, die Wahl anzunehmen, und gebe ihm die Hoffnung auf erfolgreiche Zusammenarbeit. ii Hierauf gelange:} nach längerer anregender Debatte folgende Beschlüsse zur einstimmigen Annahme: ■ i: 1. Der Distriktstag beschließt im Prinzip die Schaffung eines besoldeten Parteisekretariats für den innerösterreichischen Distrikt. Der Distriktstag! beauftragt das Distriktskomitee die hiezu geeigneten Schritte zu unternehmen. Der Distriktstag beschließt, daß der Distriktsfonds hauptsächlich für Zwecke des Sekretariats zu verwenden ist. 2. Außer der ordentlichen Parteisteuer, die für Studenten und Arbeiter 60 h, für Bürger K1.— be- . trägt/ AßbqnfJiB3St»dejvtenKereiDes-jH)fifiÄiidiflfÄürT-. \ gWtöfßin«?. ®,V0 jdep vm'a ihren ^Mitgliedern; gf>_. {zshUen,iPariei^teuernian ■j!da«jfietrilqtskonrite,eii-.1zn. | enjrjctjtejH . ß^reiti.yws'di^er^e.UMaPjndj'Vereme,-: l die noch nicht zwei Jahre existieren. .nsnntW nirfiö: | V KorporationeP)idesiiipner- | ^rr^i^e9,;i,J3i§tnlkt3vhal)J!ani VPni'iihr?n nVBF*-; j sWnJpgeft,nupdvV?fapgalt|rngeg;.ne(j)g,; dag.-jDistrjHtshpmitee;.zH-.,enfriqhte«J. nsrloi.Uin-ioalhiaf.j: Dieselbe beträgt 10% der Saalmiete bei Sälen bis zu 100 K; von dem 100 K übersteigenden Betrag an Saalmiete noch 5%. (Antrag Dr. Pollak.) 4. Der Innerösterreichische Distriktstag erachtet als unbedingt notwendig, daß ein Forum für eine fortlaufende, sachliche Diskussion der grundlegenden Prinzipien, Theorien und Methoden. des Zionismus geschaffen wird, um die Meinungen zu klären und das geistige Leben in der Partei wach zu erhalten. Es beauftragt das.Distriktskomitee im Verein mit anderen Parteifaktoren ein „Freies zionistisches S e m i n ar“ in Wien ins Leben zu rufen. (Antrag Böhm.) 5. Resolution: Der Distriktstag erklärt es als Pflicht jedes Mitgliedes, nach Ziilaß der Kräfte, die ihm die Erfüllung seiner zionistischen Aufgaben übriglassen, in nichtzionistischen jüdischen Vereinen die intensivste Tätigkeit — auch in allgemein jüdischen Dingen — zu entfalten, um hiedurch den persönlichen und sachlichen Anschluß für die zionistischen Bestrebungen zu finden. (Antrag Dr. Jakob Kohn.) 6. Jeder Verein ist verpflichtet, dem D.-K alljährlich einen schriftlichen Tätigkeitsbericht vorzulegen. (Antrag Leschner). Nachdem noch Dr. Pollak über den Empfang der gestern gewählten Deputation beim Präsidenten der Kultusgemeinde berichtet hatte, schließt der Vorsitzende Dr. Meisel mit den Worten: „Jeder von uns wird dieses Distriktstags mit Freuden gedenken, Herzlichkeit, Arbeitseifer, gegenseitiges Vertrauen und Einmütigkeit sind die Signa dieser Tagung gewesen. Sie werden hoffentlich auch die unserer Amtsperiode sein“ die. Sitzung. , Die auf dem Distriktstag eingeleitete Sammlung für den Distriktsfonds hat einen Betrag von 166 Kronen ergeben. Ueberdies zeichnete die Verbindung „Kadimah“ den Betrag von 100 Kronen.. Der .Bericht über;den außerordentlichen ’ Di&trikstäg/.'raufhtoelchfem die: Hältu’ng -defc Wieder Delegierten auf dem Kongreß besprochen wurde und der ein Vertrauensvotum für dieselben beschloß, folgt in der nächsten Nummer. Zeitschriften und Bücherschau. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Julius Simon bespricht an leitender Stelle den IX. Zionistenkongreß. Der verfügbare Raum gestattet uns leider nicht, diese Ausführungen, die sich mit unseren Ansichten vollständig decken, in extenso wiederzugeben. Der Autor schildert zunächst, wie schon am Haager Kongreß eine kleine Gruppe reichsdeutscher Zionisten David Wolffsohn vor der systematischen Konzentrierung der Zentralgewalt nach Westeuropa mit Ausschaltung des ostjüdischen Elementes von der Leitung gewarnt hätte. „Noch einmal will ich versuchen, meine deutschen Freunde im Zionismus der Erkenntnis näher zu bringen, in welch sinnloser Selbstverblendung sie auch diesmal wieder ihre Aufgabe auf dem Kongreß mißverstanden haben. Noch ein Mal. Ich verzweifelte schon und unterließe diesen Versuch, wenn ich nicht bei einigen Deutschen in der bangen Morgenstunde, die dem Schluß des Kongresses vorausging, etwas gespürt hätte wie das Dämmern einer neuen Erkenntnis.“ Diesmal seien die Russen mit dem festen Plan gekommen, dem Zustande ein Ende zu machen, der den Zionismus zu einer leeren Verwaltungsmaschine herabwürdige, keine Impulse mehr hervorbringe, das jüdische Leben in den ostjüdischen Zentren unbefruchtet lasse und der ostjüdischen Jugend nichts mehr zu geben wisse. Wolffsohns Leistungsmöglichkeiten: das verwaltungstechnische und finanziell-kaufmännische Gebiet seien gerne anerkannt worden. So ergab sich folgende Formel: „Schaffung einer Zentralgewalt, in der neben Wolffsohn energischere Förderer der Palästinaarbeit, insbesondere aber die führenden Persönlichkeiten der russischen Zionisten, die in stetem Zusammenhang mit dem jüdischen. Leben Rußlands waren, zur Geltung kamen.“ ... . . . „So hätte die Lösung, die der Permanenzausschuß mit Herrn Wolffsohn vereinbarte, gerade seinen unbedingten Anhängern willkommen sein