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Jüdische Zeitung · 1910-01-21 · 3 (21.1.1910) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
4 (1910)
Issue
3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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N'r.,'3-: JÖDlSGFffi ZErrüNG! Seite T ‘ müssen.Trennung ,dqit Gewalten#.-.flurchb, d»8 ‘-Herrn Wolffsöhn* *e‘in>- IfelSitämfigbs wbelten ■ ■'‘innerhalb seiner Sphäre. nach,.wie,c-vöi;. .gewährleistet..blieb : Uebergabe1 der1'gänke'rf“ Fihanzgebäfirurig -an -ihn, Verpflich'tung^seitehsli'des'iiieuen (Aktfdnsfconritees,l Herrn Wolffsohn den Vorsitz im Aüfsechtstat^äller drgjjBankep-.ZiU,: lassqa;ijjid ihq>t soyreiSflPrun&.'Zgnu fast unbeschränkten Herrn übenjdi.e^fjqdgigep&ten •Hinzuziehung der Russeij,“ v „.. .Was veranlagte Herrn Wolffsohn, seine schädliche Taktik der ersten Tage bis zuletzt fortzusetzen? •Eine ungeschickte, taktlose Kritik ganz unverantwortlicher Redner zum Rechenschaftsbericht des A.-K. gab ihm am zweiten Kongreßtage Gelegenheit, durch eine große, sehr persönliche Rede bei einem Teil der Delegierten eine gefühlsmäßige Parteinahme zu wecken, die einer leidenschaftslosen, streng sachlichen Lösung der vorhandenen Mängel recht störend ■entgegenstehen mußte. Statt aber den blinden Parteieifer eines großen Teiles der Delegierten wieder rechtzeitig zu zügeln, ■ statt den Kongreß die Erkenntnis der Unhaltbarkeit des bestehenden Zustandes zu erleichtern, statt die Sache über seine Person zu stellen, gab sich der Führer des Zionismus nur allzu gerne dem prickeln- •den Gefühl hin, dem Kongreß durch die Macht seimer Persönlichkeit zu beherrschen.“ Julius Simon entwickelt weiterhin, wie am Hamburger [Kongresse diesen berechtigten For- ■derungen eine mißverstandene Loyalität entgegengesetzt wurde, ohne zu bedenken, daß diese Tschlenows und Ussischkins bereits ein Lebensalter für •den Zionismus wirken. Das müsse dazuführen, daß Rußland seine •eigenen Wege gehe. „Was ist denn der Zionismus ohne die russischen Zionisten: ein Traum von gestern.“ Der Artikel schließt mit folgenden Worten: „Schwer wären die von den westeuropäischen ■Zionisten in Deutschland, in England erworbenen Eigenschaften zu entbehren, schwerer die jüdischen ■'Potenzen, die in Rußland wurzeln. — — — Möge darum bis zum zehnten Kongreß die Erkenntnis von der Notwendigkeit gemeinsamer Arbeit von Ost und West für unsere hohen Ziele reifen. Dann werden die Ereignisse des neunten Kongresses bei aller Schwere nur segensvoll sein für unsere Bewegung.“ Rasswjet Nr. 52, 7. Jänner 1910, bespricht die Ergebnisse des IX. Zionistenkongresses und führt aus: Der Kongreß hat seinen vornehmsten Zweck, einer großzügigen Demonstration der zionistischen und jüdisch-nationalen Idee sowohl vor dem gesamten Judentum als auch Europa vollkommen erfüllt. Die Beschickung des Kongresses, wie nicht minder das allgemeine Interesse, denen die Verhandlungen begneten, berechtigen zu dieser Meinung. Die Berichte am-Kongresse vermerken eine •entsdhibdehe AUSbYeitühg der!: Organisati6n;: 'die Prosperität der zionistischen Institutionen und einen nicht zu leugnenden Erfolg unserer Palästinaarbeit. Von den Ergebnissen, die der Kongreß, als solcher gehabt hat, ist in erster Linie die Agrarbank zu erwähnen, die durch die Wahl „eines speziellen .Ausschusses aus dem Bereiche der Theorie in das Gebiet der Realisierung gerückt erscheint“. Ein weiteres Plus ist die Annahme des Oppenheimerschen Planes einer Siedlungsgenossenschaft. Schließlich ist die Syrkinsche Erklärung von dem bevorstehenden Anschlüsse der S. S. von großer Bedeutung. Aber auch in der Frage der Leitung, die unbedingt reorganisiert und in ein Kollegium mit dem Sitze inBerlin umgewandelt werden muß, ist ein Erfolg zu verzeichnen. Die jetzige Leitung hat provisorischen Charakter und auf dem nächsten Kongresse wird die Forderung der russischen und des größten Teiles der österreichischen Zionisten wahrscheinlich mit ^Zustimmung der deutschen Delegierten erfüllt werden. „Jüdische Rundschau:“ An leitender Stelle wird das Referat Martin Bubers auf der Konferenz für hebräische Sprache und Kultur wiedergegeben. Wir zitieren nachstehend die markantesten Stellen: Geben wir uns nicht länger der Illusion hin, ■es könnte eine Erhebung des nationalen Willens, d. h. das was wir „nationale Bewegung“ nennen, den Mangel an nationaler Einheit, den Mangel an ^nationalen Lebens- und Bewußtseinsformen ersetzen. Eine Erhebung des bloßen Willens kann — wie wir am Beispiel aller nationalen Bewegungen erkennen — ein Volk nur für den Kampf einen und vereinigen für einen Kampf um die nationale Freiheit und Selbständigkeit. Dies hat seine Ursache darin, daß der Wille nur in seiner höchsten, gestei- .gertsten Intensität die Fähigkeit hat, die Menschen zu einer einheitlich handelnden Gruppe zu verschmelzen, und daß er diese höchste Intensität naturgemäß nur durch jene Erregung erlangen kann, die den Momenten des Kampfes eigentümlich ist. Dazu kommt noch, daß der eigentliche große Kampf, der Kampf der höchsten Erregung des Willens, der Kampf gegen den äußeren Feind von vorneherein nicht Inhalt und Aufgabe der jüdischen Bewegung ist. Aus dieser Erkenntnis der Eigenart nationaler Bewegungen überhaupt und der jüdischen Bewegung insbesondere erklärt sich die Wandlung, die sich in der letzten Zeit in dieser Bewegung vollzieht: die Wendung auf das Positive hin, das Streben, an die natürlichen Funktionen des Volkslebens selbst anzuknüpfen, von den wechselnden Inhalten auf die ■ewigen Formen zurückzugreifen, die eben diese . Funktionell' ‘hepräsentieren, ■ und-Zwar dies in der. Weisezu'tuh^daß iidas' persörth’clte . Lebert Jede»'; : Einzelnenwondlesen- Formen-uhet Funktionen’durch11 * : drurigeni und dareh sibj furch tbaV ^emiaehf werde." 1 '•li.iWetin •w»?;inach' dein;;'tieFsteh,i:S&ins:Öfeiii jEpöche derjjüdischeni’Göschiicütd feageW, irnder Wh*-' ilebeh»j?wenff:wir naclii-denr tiefsten' Srha Ser JUdT-1 schert’Bewegung trägen, diV äüäjdieseFEpödfie hördivörgegangeuv fstp .wanhKswir fragen!,'Il-Wässflhs“idiiw | Berechtigung!: gab/^das-i Wösötv’dies^ BeWö&tfrig^ lals -„Renaissance^1 zu' Ibezeichherip to' ist-eis* tiffes/* daß wir an unsere Antike, an,die große klassische Zeit unserer Rasse anknüpfteri, wie die Italiener des Trecento an die klassisch^ Zeit ihrer Rasse anknüpften, und daß wir dies nicht bloß wie sie auf dem Gebiete der Kultur tun, sondern auf dem Gebiete des gesamten Volkslebens. Wir wollen das Judentum retten vor dem Verfall und wir sehen nur einen Weg, wir haben nur einen großen Helfer auf Erden, den wir anrufen können: das ist die Urzeit unseres Volkes. An diese Urzeit knüpfen wir an. Dies und nichts Anderes bedeutet die Wiedererweckung Palästinas, des Landes der Urzeit, dies und nichts Anderes bedeutet1 die Wiederbelebung der hebräischen Sprache, der1 Sprache der Urzeit. Es ist nicht dies allein, daß in dieser Sprache die großen Schöpfungen der Urzeit geschrieben sind, sondern diese Sprache ist selbst der allergrößten Schöpfungen eine: aus ihren Worten, aus ihren Formen und Fügungen redet der Geist jener gewaltigen Zeit zu uns; aus ihr erfahren wir im Innersten, was Judentum ist; vqn ihr empfangen wir die Offenbarung unseres reinen eigenen Urwesens. Wer die hebräische Sprache wahrhaft in sein Leben aufnimmt, der nimmt die bewegende Kraft des Judentums in sein Leben auf: - der weiß fortan, wie er dem Genius unserer. Art zu, dienen hat... Neues Handbuch über Palästina. Völlig neu bearbeitet und in mehr als dem. doppelten Umfang der früheren Ausgabe ist1 soeben Trietschs Palästina-Handbuch erschienen. Es umfaßt außer den allgemeinen Landesverhältnissen speziell die jüdischen Interessen in ihrem weitesten Sinne, und zwar sowohl die gegenwärtigen Zustände, wie auch die Möglichkeiten der nächsten Zukunft. Das informative und anregend geschriebene Buch ist vorzüglich ausgestattet und mit einem guten Kartenanhang versehen. Der Preis vqn M 3.— ist bei der Fülle des Gebotenen außerordentlich niedrig zu nennen. Bestellungen sind an das zionistische Zentralbureau, Charlottenburg;' Bleibtreustraße 49, zu richten. Zur Vermeidung der Nachnahmespesen ist Voreinsendung des Betrage^, erbeten, bei Einzelbestellungen sind 20 Pf. für Porto beizufügen. Sport.! Sportklub jjHakoäh“; Wien. Immer weitere Kreise zieht das Interesse an dem raschen Wachstum des jungjüdischen Sportklubs und „Hakoah“ ist ein geflügeltes Wort geworden. Warm strömt es jedem Freunde unserer Bewegung zu Herzen, wenn eg sieht, mit welcher Lust und froher Begeisterung "hier gearbeitet wird. Hier findet aber auch der auf ein schönes Ziel gerichtetejWille und das treue Festhalten an der übernommenen Aufgabe ein fruchtbares und dankbares Feld. Die Pflege des Sports im Dienste nationaler und überhaupt kultureller Tätigkeit trifft bei der Leitung des Klubs wahres und volles Verständnis und streng werden jene Grenzen eingehalten, welche die Reinheit der Sportsidee durch chauvinistische Betätigung tangieren könnten. Mehr von selbst entwickeln sich die da und dort ausgestreuten Keime zu dem starken Gefühl, das gemeinsame und zukunftsvolle Arbeit gewährt. Die Kraft wird beseelt durch den Hauch des Geistes und aus den jungen Herzen leuchtet die Sonne der Hoffnung. 'Wltrieirsp&pfc ■■■■■■•> ’v'-- '^c';Sonbffei’<!eh..,j^r'd."M;i’‘Uelmiigstqur,au£ das; Höcheck."‘Äiüsiiieg|>?'y9pr.^einhaü% „Nur <•. ^.ei r gijteo :Schuee»erfiätöii3Stoi;i;iitns8 (.-ci isb.«»fw . iNähere v i iKätse'rhof.-'' Fi'ei tag’dbends iiwCafi?: oiii- «uv ylrvi;.v.r.«ibäi;3.‘: f:ioi!i!i'i--filiv; y.jsii j iwri.iaibü! nejnrmä-jd vjü .nsiV/! 'i„-Zt»:Sektipngibitetol,fünltBßbaU ^und diei-zuiiürF1 öffnende Leichtathletiksektiön’ wurden die Herren Dr. Emil Reich und Ingenieur Artur Flach ernannt. In den Beirat erscheinen gewählt die Herren: Rudolf Löhner, Eugen Eisler, Robert Glasel, Ernst Sträußler, Siegfried Glück. Sonntag, den 23. d. M., vormittags 9 Uhr, findet auf unserem Sportplatz das erste offizielle Training statt. Mit der Einreihung in. die Mannschaften wird sofort begonnen und haben deshalb alle Spieler pünktlich zu erscheinen. Eben erhalten wir die Mitteilung, daß der Sportklub „Hakoah“ in den Oesterreichischen Fußball-Verband aufgenommen wird. Fechten. Zahlreiche Neuanmeldungen lassen uns an die Gründung einer zweiten Fechtsektion schreiten, die an zwei Abenden der Woche, 'fc8 bis 9 Uhr abgehalten wird. Eröffnung 1. Februar. Beitrittserklärungen sind an unseren Sekretär S. Weinberger, Beamter, JL, Rembrandtstraße 19, Tür 9 zu richten. Volkstümlich-literarische Vorstellungen im „Jüdischen Theater“ (II., Taborstraße 13, Hotel Stefanie). Der akademische Verein „Jüdische Kultur“ hat das Arrangement einer Reihe von volkstümlichliterarischen Vorstellungen im „Jüd. Theater“ übernommen. Der Zweck dieser Vorstellungen ist dem jüdisch verstehenden Publikum künstlerisch-abgerundete Vorstellungen bei ermäßigten Preisen zu bieten. Die erste Vorstellung findet Sonntag, den 30. Jänner 1910 um 3‘/i Uhr nachmittags statt. Zur Aufführung gelangt „S a p p’.h o“, Drama in vier Akten von Jakob G o r di n. Es ist zu erwarten, daß diese Vorstellungen einen zahlreichen Besuch aufweisen werden, um auf diese Weise es zu ermöglichen, daß ein auf künstlerischen Grundsätzen basierendes. Jüdisches Theater in Wien seinen Eingang findet. Die Vorstellungen beginnen mit einem Zyklus aus'den Werken Jakob Gordins. Vereinsu .Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Sonntag, den 23. Jänner findet der bereits angekündigte jüdisch-literarische Abend des Vereines „Theodor Herzl“ um 8 Uhr abends im Kursalon (Stadtpark) statt. Im Programme sind beteiligt: Martin Buber (Berlin). Einleitender Vortrag: „Der Jude und sein Werk.“ Jakob Wassermann, Vorlesung eigener Dichtungen. K. k. Hofschauspieler Konrad-Loewe. Rezitation ostjüdischer Dichter. Wegen der großen Nachfrage bitten wir rechtzeitig sich mit Karten zu versehen. Karten ä K10.—, 6.—, 4.—, 3.—, 2.50, 2.— und Studentenstehplätze zu K 1.— sind, sofern der Vorrat reicht, in Guttmanns Musikalienhandlung, täglich abends von 7—9 Uhr im Vereinslokale, VUL, Alserstraße 7, III. Stiege, Parterre und an der Abendkassa. Schwimmen. Das prächtige Gedeihen unserer Schwimmsektion veranlaßt uns zur Eröffnung einer Jugendriege und einer Damensektion; über welche wir in einer der nächsten Nummern der „Jüdischen Zeitung“ ausführliche Mitteilungen veröffentlichen. Heute schon machen wir darauf aufmerksam, daß mit Monat Februar ein neues Abonnement für die Montagabende beginnt und sind daher Neuanmeldungen ehestens an unseren Sekretär zu richten. Beim letzten Klubschwimmen ragten unter den Schwimmern Herr Dr. Bondi und Herr Rudolf Löhner hervor; viele andere zeigten hübsche Leistungen. Zum Leiter der Schwimmsektion wurde einstimmig Herr Walter Werner gewählt, der sich schon bisher um den Klub sehr verdient gemacht hatte. * * * Wien, (jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Eintritt frei für jeden Erwachsenen. Vortragsprogramm für die Zeit vom 22. Jänner bis 28. Jänner 1910: Samstag 22. Jänner: Konzert. Arrangement: Prof. Stock. Sonntag 23. Jänner: Thema Vorbehalten, Waisenhausdirektor Alexander Hecht. Montag 24. Jänner: Die indirekten Steuern in ihren Beziehungen auf das Volkswohl, Dr. Alois Schwarz. Dienstag 25. Jänner: Die Juden in der mittelenglischen Literatur, cand. phil. J. Krug. Mittwoch 26. Jänner: Die wirtschaftlichen Folgen des Antisemitismus, Dr. J. Spitz. Donnerstag 27. Jänner: Reiseeindrücke aus Amerika. (Mit Lichtbildern.) Dr. Alois Klemperer. Freitag 28. Jänner: Bibelvortrag. Wien. (N e ß Z i o n a h). Dienstag, den 25. Jänner a. c., 8 Uhr abends, findet im Klublokale Cafe Mocca, I., Schottenring 12, der Vortragsabend des Schriftstellers Friedrich Porges statt. Neben eigenen Arbeiten wird Porges Dichtungen von Rotblum, Scherlag, Grete Wolf, Zlocisti, Rosenfeld und Pinski lesen. Die Gg. werden ersucht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste herzlich willkommen!

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