Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 48 (26.11.1909)
- Date
- 1909-11-26
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. .48 gans 'ihn, sowie den an* Bahnhof arbeitenden jüdischen Tischler .Roshikow, in bestialischer Weise . und raubten' beiden alles' Geld, das sie bei sfch hatteni Die Ausschreitungen setzten sich dann auf: der Straße fort, wobei noch' mehrere Juden schWer verwundet wurden. Das Grab der. Thorarollen. Aus Jekaterinos- •Iaw,;wird gemeldet:. Vor einiger Zeit wurde auf dem hiesigen jüdischen Friedhof in Gegenwart eines tausendköpfigen Pu- . -blikums an dem Grabe der Thorarollen, die ruchlose Hooligans in den blutigen Pogromtagen des Oktobers 1905 verunreinigt j und zerissen hatten, ein Denkmal errichtet. Es hat die Form eines Zeltes, in dessen innerem das „ewige Licht“ brennt. Auf drei Seiten des Monuments ist mit großen hebräischen Buchstaben in Gold alles verewigt, was sich in jenen traurigen Tagen1 zugetragen hat. Auf dem Dache des Zeltes befindet sich ein großes „Magen ■ David.“ Das Grab der Thorarollen ist in unmittelbarer Nähe des „Brudergrabes“, in dem die Opfer jener blutigen Tage bestattet sind. Bei der Aufstellung des Grabmals wurden mehrere ergreifende Reden gehalten, die von den Anwesenden in tiefer Trauer angehört wurden. Zeitschriften und Bücherschau. M. Ben Benjamin: The Jewish Question. Der Verfasser der kleinen Flugschrift behauptet, ein Land zu kennen, daß für eine jüdische Siedlung geeignet wäre. Er bittet, ihm Gelegenheit zu geben, seinen Plan vor einem geeigneten Forum zu entwickeln. Wir verstehen nicht, warum sich Mr. Benjamin nicht mit dem Landsucher Zangwill in Verbindung setzt. Otto Hauser. Das Buch Hiob. Uebertragung (Julius Bard, Berlin.) In der vornehmen Liebhabersammlung von erlesenen Werken der Weltliteratur Hortus deliciarum erschien soeben die Nachdichtung des Buches Hiob von dem bekannten Dichter und; Uebersetzer Otto Hauser. Er wählte dazu das Versmaß der Dreiheber in Distichen, die sich je zwei zu einer Strophe Zusammenschlüßen. So liest sich' das ganze wie eine eigenartige gewaltige Original-' dichtung. Daß aber Hauser sich nicht bloß mit dem Uel?,ersetzen begnügte,. sondern, auch. als Sprachforscher sich die Mühe nahm, fruchtbare Textkritik! zu üben, ist ein Zeugnis mehr für seinen redlichen Fleiß und seine verläßliche Sachkenntnis. Von besonderem Interesse sind auch seine Anmerkungen über die hervorragende Stellung des „Hiob“ in der Weltliteratur. Obwohl er den Nachweis führt; daß derartige philosophische Dichtungen ■ im alten Orient ziemlich häufig waren, betont er, ■daß „Hiob“ durchaus hebräisches Eigengut sei, und begründet es damit, daß das Gottesproblem hier; hochgeistig frei gefaßt ist. Daß Hiobs Klagen und! Fragen, wie heftig auch geäußert, von Gott nicht! geahndet wurden, ist seines Erachtens bezeichnend für den hohen und reinen Gottesbegriff des Judentums. Dr. M. Scherlag. Hickl’s jüdischer Volkskalender. (VIII. Jahrgang.) Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn. Der heurige Jahrgang dieses Kalenders ist wieder recht reichhaltig, anregend und belehrend. Wir erwähnen insbesondere die Beiträge von Tekla Blech-Merwin („Etwas über den jüdischen Familiensinn“), Moses Weidmann (eine sehr lesenswerte, eigenartige Studie über Adolf Sonnenthal), Dr. M. Berkowicz („Palästina in der jüdischen Volkskunde“) und Dr. Max Grünfeld („Mortara“ eine interessante, geschichtliche Reminiszenz). Dem Kalender ist weiteste Verbreitung zu wünschen. Der hebräische Lehrerverband. Die pädagogische Abteilung des hebräischen Lehrerverbandes in Oesterreich, beehrt sich an sämtliche Lehrer der hebräischen Sprache in Oesterreich das ergebene Ansuchen zu stellen, über folgende Fragen antworten zu wollen: 1. Wieviel Ihrer Obhut anvertraute Schüler sind imstande leichte hebräische Jugendschriften (mit Punktation) zu lesen. 2. Wieviel derselben sind imstande Schriften für •die reifere Jugend (ohne Punktation) zu lesen. Da von der Feststellung dieser statistischen Daten die Schaffung eines für die geistige Entwicklung der jüdischen Jugend wichtigen Organes abhängt, , so ersuchen wir alle Lehrer, denen die Erziehung der Jugend Sowie die Verbreitung der hebräischen Sprache warm am Herzen liegt, uns genau und ehetunlichst antworten zu wollen. Adresse: Zwi. Scharf stein, Tarnow (Galizien) Neuegasse 12. JÜDISCHE ZEITUNG. Vorschläge der russischen A. C. Mit- : glieder betreffend die Zentralleitung der zionistischen Partei. In der . Sitzung der Aktipnskomiteemitglieder aus Rußland, die am 1. und 2.; November stattfand, wurden folgende Vorschläge, bezüglich der auf dem IX. Kongreß zu wählenden f Zentralleitung angenommen: 1) Der wünschenswerte Sitz des „Engeren Aktionskomitees“ ist Paris, wenn ins E. A. C. fol- , gende Gg. gewählt werden: V/arburg (Berlin); Wolffsohn (Köln); A. Marmorek (Paris); M. Nordau (Paris); N. Sokolow (Köln); M. Ussischkin (Odessa);. E. Tschlenow (Moskau) und A. Stand (Wien). 2) Sollte dieser Vorschlag nicht entsprechend sein, so wäre folgende Zusammenstellung des E. A. C. zu empfehlen: War bürg (Berlin); Wolffsohn (Köln); Handke (Berlin); Marmo rek (Paris); Sokolo w (Köln); Us sisckin (Odessa); Tschlenow (Moskau) und A. Stand (Wien). Sitz der Zentralleitung wäre alsdann Berlin. Die „Jüdische Zeitung“ kostet: vierteljährlich . .:! . K 3.— halbjährlich .... „ 5.— für 1 Jahr . , . . : . „ 10.— Es ist Pflicht eines jeden Gesinnungsgenossen die „Jüdische Zeitung“ zu abonnieren und für ihre Verbreitung unablässig tätig zu sein. Adressen von Personen, an die mit Aussicht auf Erfolg Probenummern gesendet werden können, sind stets, erwünscht. An unsere Abonnenten! Wir ersuchen unsere Abonnenten, deren Abonnement abgelaufen ist, um Ueberweisung der rückständigen Beträge, da sonst eine Unterbrechung in der Zusendung der „Jüdischen Zeitung“ eintreten müßte. Die Verwaltung der ,.Jüdischen Zeitung“, Gesellsch. m. b. H. Liste der Ueberläufer. (Vom 17. bis 24. November 1909.) Valentin Weiß, 1886, Wien, ledig, III. Salesianergasse 8. ' Jacques Reti, 1887, Wien, ledig, Privatbeamter, V. Margarethenstr. 129. Margarethe Harfner, 1882, Wien, ledig, Private, V. Margarethenstr. 86. Bertha Hemfeld, 1883, Wien, ledig, Privatbeamtin, IX. Porzeilang. 50. Katharina Habermann, 1864, Ternitz (Mähren), XVI. Haberlg. 22.; Leopold Majer, 1885, Wien, ledig, Chemiker, IX. Pramerg. 6. ' Manuela Silbiger, 1882, Döbling, ledig, Erzieherin, XVIII. Sternwartestr. 46. Willi Schwarz, 1879, Bozen (Tirol), ledig, Bankbeamter, IX. Währingergürtel 156. Margarethe Ehrenzweig, 1880; Wien, verwitwet, Private, IX. Türkenstr. 15. , Elise Antonie Wahle, 1889, Wien, ledig, Private, IX. Türkenstr. 23. ' Bili Rosenfeld, 1872, Ung.-Bröd, ledig, Köchin, II. Vorgartenstraße 132. •' Emil Bauer, 1874, Wien, ledig, Musikdirektor, IX. Eiseng. 23. Josef Weinfeld, 1881, Glodurile (Rumänien), ledig, Student, IX. Wagnerg. 10. Anna Rosenberg, 1876, Lemberg, ledig, Private, XVIII. Dempscherg. 16. Max Schloß, 1877, Wien, verhl, Ingenieur, IX. Alserstr. 20. Seite 7 Melanie Sträußler, geb. Morawitz, 1880, Wien, verh., Redakteursgattin, IX. Serviteng. 5. Richard Goldreich, 1866, Lundenburg, verh., V. Stromg. 22. Aufruf! Die GemeindeMonasterzyska wurde von furchtbaren Brandkatastrophen heimgesucht, bei welcher sämtliche jüdische Häuser, darunter auch alle Bethäuser, sowie die über 600 Jahre alte berühmte Synagoge in Asche verwandelt wurden. Nun geht die verunglückte über 3000 Seelen zählende jüdische Gemeinde daran, ihren Tempel, die Stätte zur Verrichtung ihrer gemeinsamen Gebete, wieder zu erbauen. Zu diesem Zwecke ensendete sie mit Bewilligung des Ministeriums für Kultus und Unterricht im Einvernehmen mit dem Minister des Innern eine Deputation, welche jetzt in Wien weilt, zur Veranstaltung einer öffentlichen Sammlung. Gönner und edelgesinnte Glaubensgenossen werden um freiwillige Spenden für die notleidende Gemeinde und deren Vorhaben ergebenst gebeten. Spenden nimmt die Administration der „Jüdischen Zeitung“, IX., Liechtensteinstraße 11, entgegen. Vereinsu. Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. Der Arbeitsausschuß dermähr.-schlesisch. Ferialverbindungen hat sich wie folgt konstituiert: Heinrich Mandl (Massada), Hugo Klein (Achivah). Oskar Kfi väcek (Hermonia), Ludwig Reiß (Gamala), Gustav K o h n (Hessiana). — Samstag den 27. Nov. hält Herr Gustav K o h n um 8 Uhr ahends im Cafe „Jägerhof“, IX., Porzellangasse einen Vortrag über „Heinrich von Treitschke und Paul de Lagardes Stellung zur Judenfrage.“ Wien. (Bnei Zion, Humanitärer Geselligkeitsverein.) Die konstituierende Generalversammlung findet Sonntag den 28. d. um 4 Uhr im Cafe Folly, I., Werderthorgasse, statt. Wien. (Erster zion. Frauenverein.) Montag d. 29. d., präzise 5 Uhr abends, findet im Damensalon Cafe C i t y, IX., Porzei langasse 1, die G e n e r a 1versammlung und anschließend ein Vortrag des Herrn Adolf Böhm über „Unsere Fortschritte in Palästina“ statt. Wien. Verein zion. Hochschüler „Theodor Herzl“. Im Laufe der nächsten Woche finden folgende Vorträge statt: Samstag den 27. November Herr Abraham Sonne: „Das geistige Schaffen im Volke. — Dienstag den 30. November: Kulturgeschichtliches Seminar. — Donnerstag 2. Dezember Sternberg: Besprechung und Vorlesung von Schneirs Werken. — Freitag 3. Dezember Goldhammer: Zionistisches Seminar (Leo Pinzker) — Samstag 4. Dezember Herr A. Loubetzky: Hebräische Erzählungen von Schalom Asch. Wien. Das Lokal der „Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler“ befindet sich ab 12. Nov. Wien, IX., Hahng. 15, 1. Stock, Tür 19. Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein.) Das Vergnügungskomitee unseres Vereines veranstaltete Sonntag den 21. d. M-. einen Tanzunterricht für Anfänger und Vorgeschrittene. Die Kurse werden von nun an jeden Sonntag nachmittag von halb 5 Uhr an im S o u t er r a i ns a a 1 des Cafe D o h a n, II., Untere Augartenstr. 26, abgehalten. Nach Schluß des Unterrichts ernste undheitere Vorträge und Tanz. Regiebeitrag 40 Heller. Gäste stets willkommen. Wien. (Hebräischer Konversationsklub „Iwriah“.) Samstag den 27. d. 7 Uhr abends findet im Cafe „Stephanie“ ein Vortrag des Herrn Rosenstein über „Das gesellschaftliche Leben in Palästina“ (Fortsetzung) statt. Diskussion. Gäste willkommen. Wien. Die „jüd.-akad. Ferialverbindung Gamala“ in Göding bringt hiemit zur Kenntnis, daß sie am 30. November im CafeGröppl (Hietzing) einen Vortragsabend veranstaltet Referent: Dr. H. Kadisch. Gäste herzlich willkommen.