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Jüdische Zeitung · 1909-03-05 · 10 (5.3.1909) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
10 (5.3.1909)
Date
1909-03-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE: ZEITUNG. Seite 7 ,Nr. .10 direkt an die Bank.abgeführt und ist erst von da ab unser Amt als einheitliche Sammelstelle der N. F.- Spenden mit der „Jüdischen Zeitung“ als Ausweisorgan für ganz Oesterreich anerkannt. Daneben laufen noch immer Oelbaumspenden an den gleichgenannten Verein in Berlin, ferner unrechtmäßigerweise N. F.-Spenden an das N. F.-Hauptbureau, die „Welt“ oder die Bank, worüber sich die Daten in der „Welt“ vorfinden. Schließlich verkauft die Bank größere Posten von N. F.-Marken und Telegramm- Blanketten ohne Vermittlung unserer Sammelstelle, und wir selbst haben den Erlös dieser von uns vertriebenen Artikel erst ab Feber 1908 verlautbart. Bei dieser Zersplitterung der Spendenabfuhr und bei den vielen Fehlern, die bisher in den Ausweisen bei Zuteilung der Orte an die einzelnen Distrikte vorkamen, läßt sich für heuer eine auf den Heller genaue Distrikts-Statistik nicht durchführen. Doch werden auch die abgerundeten Ziffern eine genügende Handhabe bieten, die Leistungen der einzelnen Distrikte gegeneinander abzuschätzen. Unter den 3 Gebieten, in welche die zionistische Landesorganisation Oesterreichs seit nunmehr zwei Jahren zerfallen ist, ergibt sich nach ihren absoluten Leistungen folgende Reihenfolge: 1. ) Galizien mit.K 28.900'— 2. ) Westösterreich mit.„ 22.300' — 3. ) Bukowina mit.„ 5.500'— Unter den 8 Distrikten hingegen ergibt sich diese Reihung: 1.) Südgalizien. . . K 11.000-- 2.) Ostgalizien. . . . „ 8.SO0-- 3.) Innerösterreich. . . . „ 7.900'— 4.) Böhmen. . . . „ 7.500'- 5.) Mähren-Schlesien . . . . . . „ 6.900'- 6.) Bukowina. . . . „ 5.500'— 7.) Westgalizien. . . . 5.100'- 8.) Podolien. . . . „ 4.000' — Werden aber die Leistungen der Distrikte in Hinblick relativ d. h. auf die Zahl ihrer jüdischen Einwohnerschaft gewertet, so haben per Kopf und Jahr in Hellern aufgebracht: 1. ) Mähren-Schlesien mit 2. ) Böhmen „ 3. ) Bukowina „ 4. ) Südgalizien „ 5. ) Innerösterreich „ 6. ) Podolien „ 7. ) Ostgalizien „ 8. ) Westgalizien „ 56.243 Juden, 12'3 Heller 92.745 „ 8'1 „ 96.150 „ 5'7 „ 205.000 „ 5'4 „ 168.390 „ 4'7 „ 105.000 „ 3'8 „ 309.000 „ 2-8 „ 192.000 „ 27 „ Soll Lob und Tadel an die Distrikte gerecht verteilt werden, dann muß auch noch die wirtschaftliche Lage und sohin dieZahlkraft ihrer Judenschaften mitberücksichtigt werden. Die “Leistungen in dem armen' Galizien niit seinem charakteristischen Sammelmittel der Büchse, welche die Spenden hellerweise aufnimmt, müssen daher im Vergleich zu dem reichen Westösterreich, zumal Böhmen, das eine besondere Vorliebe für die Oelbaumspenden (Minimum K 7.—) zeigt, mindestens mit dem Doppelten veranschlagt werden. Bei diesem Vergleich gebührt das höchste Lob den Distrikten Mähren-Schlesien und Südgalizien, während die Distrikte Westgalizien, Ostgalizien und vor allem Innerösterreich am schlechtesten wegkommen. Innerösterreich umsomehr, als sich seine Judenschaft seit der Volkszählung vom Jahre 1900, welche dieser statistischen Arbeit zugrunde liegt, durch Zuwanderung aus den Sudeten- und Karpaten- . ländern gewiß um ca. 30.000 vermehrt hat, wodurch natürlich seine relative Leistung noch herabgedrückt erscheint und weil Wien als Ausgangspunkt der zionistischen Bewegung ihr gegenüber doppelte Pflichten hat. Der eine Umstand, daß Bukowina und Südgalizien mit relativen Leistungen vor Innerösterreich rangieren, beweist klar, daß nicht in erster Linie die wirtschaftliche Lage der Judenschaft für die Höhe ihrer nationalen Opfergaben ausschlaggebend ist, sondern die zielbewußte Organisation der Sammeltätigkeit in den einzelnen Distrikten. Aus den für die kommenden Nummern in Aussicht genommenen Tabellen der Spenden nach einzelnen Orten wird sich zeigen, daß oft knapp nebeneinander liegende Judengemeinden in ihren Opfergaben völlig von einander abweichen. Hauptaufgabe der Distriktskommissäre ist es aber gerade, mit zäher Tatkraft auf eine möglichste Gleichmäßigkeit der Leistungen in allen ihnen unterstellten Orten hinzuwirken. Diese schwere, doch wichtige Aufgabe wird bei der außerordentlichen Tüchtigkeit der Distriktskommissäre gewiß gelöst werden und -hiemit wird der weitere Aufstieg Oesterreichs in seiner Jahreshauptsumme und in seinem Ruhm vor den Zionisten der ganzen Welt gesichert sein. Die Oesterr. Sammelstelle des Jüdischen N.-Fs. in Wien. Vereinsu. Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (Zionistischer Zentralverein.) Die Eröffnung des Lesesaales findet Samstag, den 6. März, 6 Uhr abends, statt und sind alle Gesinnungsgenossen zur möglichst starken Frequentierung derselben eingeladen. Lokal: IX., Türkenstraße 9. Lesestunden täglich von 9—12 und von 3—8, Sonntag von 9—12. Lesegebühr für Nichtmitglieder 4 h. Es liegen sämtliche jüdische Zeitungen, sowie auch die Tagesblätter auf. Wien. Zionistischer Zentralv e r e i n.) Dienstag, den 9. März 1909 findet um präzise s Uhr abends im Saale dieses Vereines, IX., Türkenstraße 9, die Diskussion über „Industrialisierung oderiAgrarisierung Palästinas“ statt. Es sind bereits mehrere Redner zum Worte gemeldet (Näheres siehe Versammlungsberichte. Die Debatte wird präzise 7*10 Uhr geschlossen. Gäste, insbesondere Damen, herzlich willkommen. Wien. Die jüdisch-akademische Verbindung „Makkabäa“ veranstaltet am 10. März im Hotel Continental, II., Taborstr. 4, einen Festkommers mit anschließendem Tanzkränzchen. Wien. Die akademische Verbindung „Kadimah“ veranstaltet ebenso wie im vergangenen W. S. auch im laufenden S. S. einen hebräischen Kurs in ihrem Verbindungslokale IX. Porzellangasse 36. Anmeldungen zu demselben finden jeden Dienstag und Freitag abends zwischen 7 und 8 Uhr statt. Wien. (Theologischer Verein.) Samstag den 6. d. M. findet um 9 Uhr vormittags im Lokale der Bibelschule, II., Tempelgasse 3, eine Predigt unseres Vereinsmitgliedes H. Harry Torczyner statt. Gäste herzlich willkommen. Um 8 Uhr abends findet die Fortsetzung der Diskussion über den Vortrag des H. Zifrinowitsch „Vegetarismus, Sozialismus und Judentum“ statt. Ort: Hörsaal II, der isr. theol. Lehranstalt, II., Tempelgnsse 3. Gäste, namentlich Vegetarier, willkommen. Wien. (Verein jüdischer jugendlicher Arbeiter.) Samstag, den 6. d. M. findet im Vereinslokale, II„ Große Pfarrgasse 12, ein Vortrag über „Verbreitung und Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten“. Referent: Herr Dozent Dr. Oppenheim. Beginn präzise 8 Uhr abends. Wien. Der Verein „Jüdische Bühne“ veranstaltet Samstag, den 27. März, 9 Uhr abends in den Festsälen des Hotel Continental (II., Taborstraße) einen historischen' K o s t ii m b a 11 unter der Devise: „Im Reichjudä a.“ Anfragen und Gruppenanmeldungen sind zu richten an Dr. Oskar Rosenfeld, IX., Porzellangasse 38. ‘ Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler.) Samstag, den 6. März d. J., um halb 8 Uhr abends, XXX. Plenarversammlung. Sollte diese nicht beschlußfähig sein, findet um halb 9 Uhr abends eine nächste Plenarversammlung statt, welche ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder beschlußfähig ist. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Neuwahlen. 3. Freie Anträge. Wien. (Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession.) Samstag, den 13. März, 7 Uhr abends, findet im Sitzungssaale der israelitischen Kultusgemeinde, I. , Seitenstettengasse 4, die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht, Kassabericht, Bericht der Revisoren, Referat über die Statistik der uns zugehörigen Schützlinge, Wahlen. Wien. (HebräischerVerein „I vr i a h.“) Samstag den 6. d. M., halb 8 Uhr abends, findet im Lokale der jüd. Rede-Lesehalle, IX., Hörigasse 11, ein Referat des Gesinnungsgenossen J. Tenenbaum über „Quellen der natürlichen Religion“ statt. (Gäste willkommen.) Wien. Der akademische Verein spanischer Juden „Esperanza“ feiert am 6. März I. J. im intimen Kreise sein 25semestriges Jubiläum. Wien. (Jüdische Toynbee-Halle, XX., Othmargasse 46.) Vortragsprogramm für die Zeit vom 6. März bis 12. März 1909. Samstag, den 6.: Orchesterkonzert, veranstaltet von Frau Wodniansky. Sonntag, den 7.: „Der Gottesgedanke in den monotheistischen Religionen“, Oberlehrer Riesenfeld. Montag, den 8.: Das Strafrecht (Zyklus). Gesinnungsgenosse M. R e i ß. Dienstag, den 3.: „Elektrizität als Licht und Kraft“, Ingenieur Löwenbein. Mittwoch, den 10.: Literarischer Abend, Schriftsteller S. V i n e t a. Donnerstag den 11.: „Die sozialwirtschaftlichen Schäden des Alkoholismus“, Herr Schenk. Freitag, den 12.: Bibelvortrag, Religionslehrer Leopold Weiß. Proßnitz. Samstag, den. 13. März veranstaltet der Jüdische Turnverein aus Anlaß des Purimfestes eine blau-weiße Redoute. Kotzman. Der jüdisch-nationale Verein „Dorschej Zion“ veranstaltet am 14. März 1. J. im Rathaubsaale eine Purimfeier mit darauffolgendem Tanzkränzchen. Programm: 1. Begrüßungsansprache. 2. Festrede: Dr. Nathan Birnbaum. 3. Tanzkränzchen. Berichte. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Makkabaea“). Donnerstag den 4. v. M. hielt Herr Dr. Kadisch in Cafe Gartenbau den Eröffnungsvortrag seines Zyklus „Jungjüdische Ziele“. Er gab ein Bild der politischen Lage und kennzeichnete die Steilung der juden innerhalb der kämpfenden Parteien. An den gedankenreichen Vortrag schloß sich eine Diskussion an, an der sich die Herren Langsam, Schellinger und Duschinzky beteiligten. In später Stunde endete der Abend unter lebhaftem Beifall der Versammlung. Wien. (Zionist. Lo sv e rein „Leopolds ta d t-P ra t e rs t ra ß e“). Derselbe hat den Einzahlungstag von dem bisherigen Dienstag auf den ersten Donnerstag verlegt. Vereinslokal: Cafe „Orient“, II., Praterstraße 66. Daselbst findet auch die Versammlung des Einzelvereines„Leopoldstadt-Praterstraße“ an jeden dritten Donnerstag des Monats statt, in welchen aktuelle Themen diskutirt werden. Damen haben Zutritt. Am letzten Vereinsabend ist eine sehr anregende Diskussion über das Thema: „Jüdische Nationalität oder Kosmopolitik“ eingeleitet worden. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Gewitsch, Loew und Albachary. Die Diskussion wird fortgesetzt. Gäste, auch Nichtzionisten, sind herzlichst eingeladen. Wien. Die Chargenwahlen der jüd.-akad. Verbindung „Zephyra“, Wien, im S. S. 1969 haben folgendes Resultat ergeben: M. U. C. Alfred Grünspann X Cand. ing. Ignatz Garfein X .< M. U. C. Josef Böhm X X Wien. (Jüdischer Juristenverein.) Ein von maßgebenden jüdischen Persönlichkeiten schon lang gehegter Wunsch, die Gründung eines jüdischen Juristenvereines, ist nach Wochen lebhafter Agitation und ernster Vorarbeit realisiert worden. Dieser Verein ist mit ganz besonderer Freude zu begrüßen, zumal er die erste jüdisch-akademische Fachvereinigung in Wien ist. Wer Gelegenheit hatte, sich in die überaus scharfsinnige Materie des jüdischen Rechts zu vertiefen, wird es mit besonderer Genugtuung empfinden, daß der Verein auf die Pflege und richtige Interpretierung desselben sein Hauptaugenmerk lenken wird. Es sind Seminare für jüdisches Obligationsrecht und ein staatswissenschaftlicher Kurs in Aussicht genommen. Von der nächsten Woche an findet unter Leitung des Dozenten Dr. Ro s n e r im Anschluß an den bereits bestehenden rechtshistorischen Kurs eine Corpusjuris-Stunde statt. Juridische Lehrbehelfe und eine fachwissenschaftliche Bibliothek stehen den Mitgliedern schon heute zur Verfügung. Am 18. Februar fand in den Räumen der „Lese- und Redehalle“ die konstituierende Generalversammlung des „I.Jüdischen Juristenvereines in Wien“ statt. Nachdem die Versammlung die Herren Dr. Rosner zum Vorsitzenden und jur. Bruno Beral zum Schriftführer gewählt hatte, berichtete Herr J. U. C. Diamant über die Vorarbeiten des Proponentenkomitees. Hierauf gelangten einige Briefe hervorragender jüdischer Rechtsgelehrter zur Verlesung, die die Gründung des Vereines aufs herzlichste begrüßten und sich bereit erklärten, demselben mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Versammlung votierte dem abtretenden Proponentenkomitee einstimmig den Dank und schritt zur Wahl des zehngliedrigen Ausschusses. Gewählt wurden die Herren Diamant, Ehrentheil, Fischl, Gold, Landau, Münz, Pollaczek, Propper, Weiler, Weiner. In das Präsidium die Herren Fischei, Gold und Popper. Nachdem noch das Verhältnis zur „Halle“, die dem Juristenverein einen Saal bereitwilligst eingeräumt, besprochen und einige Anregungen gegeben wurden, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Es ist Ehrensache eines jeden wahrhaft jüdischenjuristen, diesem Vereine als Mitglied beizutreten. — b.— Wien. (Bar-Kochba, VIII., Langeg. 5—7.) Bei der am 20. v. M. stattgefundenen Generalversammlung wurden in den Ausschuß gewählt: Moses Waldmann als Präses; Moses Stöckel als Vizepräses; Viktor Kreisberg und Schulim Hirschhaut als Schriftführer und Saul Wexner als Kassier. Wien. (ZionistischerZentralverein.) Dienstag den 2. März 1909 fand eine Diskussion über das Thema: „Industrialisierung oder Agrarisierung Palästinas“ statt. Das Referat gab zuerst eine Darstellung der von den Herren Aaronsohn und Tritsch anläßlich der Palästinakurse vorgebrachten Berichte über die agrarischen und politischen Verhältnisse in Palästina und in der Türkei und kamen sodann auf die Tritschen Theorien der Industrialisierung zu sprechen. Das Referat kam zu dem Schlüsse, die industrielle Kolonisation der Privatinitiative zu überlassen, doch weite Kreise auf erstere aufmerksam zu machen. Die zur Verfügung stehenden zion. Mittel mögen aber ganz zur agrarischen Kolonisation verwendet werden, für welche billige Möglichkeiten soeben in der Pal. Land Development Co. erprobt werden. — Die Debatte brachte viele neue Gesichtspunkte. Im Sinne der These sprachen unter anderen die Herren Reverend Hechler, Dr. Löwy, S. Strauß und Franzos, Während mehrere Redner die Ansicht vertraten, es sei im Interesse der rascheren Erreichung des Endzieles eine etwaige günstige Kon-

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