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Jüdische Zeitung · 1909-03-05 · 10 (5.3.1909) · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
3 (1909)
Issue
10 (5.3.1909)
Date
1909-03-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 JÜDISCHE ZEITUNG. Nr. 10 s f I I £ * * I % $ % junktur für Industrialisierung auszunützen, ohne die Landnahme außer Acht zu lassen. Diesen Standpunkt vertraten insbesondere die Herren W altuch, Löwenbein, Wexner, Dr. J. Kohn und Dr. Zweig. Wegen der vorgerückten Stunde wurde die Debatte abgebrochen und wird Dienstag den 9. März präzise 8 Uhr fortgesetzt werden, wozu mehrere Redner bereits vorgemerkt sind. Brüx. Sonntag, den 31. Jänner 1909 fand die 3. Generalversammlung des jüdischen Volksvereines „Z i o n“ statt. Nach Erstattung der Tätigkeits- Kassa-, Revisions- und Bibliotheksberichte, die befriedigend zur Kenntnis genommen wurden, fanden die Neuwahlen statt, die folgendes Ergebnis hatten: Obmann Heinrich B e r m a n n, Obmannstellvertreter Dr. Leopold Kolm, Kassier Artur Kohn, Kassier- Stellvertreter und Nationalfondskommissär Jakob Heller, Schriftführer Karl Kohn, Schriftführerstellvertreter Otto Kohn, Bibliothekar Alexander Fischer, Bibliothekar-Stellvertreter Alfred M u kd e n; Vorstandsmitglieder: Heinrich H e 11 e r, Salomon L e c k n e r, Ignaz T a u s s i g, Ing. Rosen, b e r g e r. Revisoren: Ed. K o h n e r, Adolf Stadler- Ehrenräte: Abraham Weil, Dr. Hugo Da sch (Seestadtl), Stationsvorstand, Gustav Koserak (Oberleutensdorf). Beiräte: Moriz Hlawatsch, (Oberleutensdoif), Sig. Ritter, Moriz cllmann. Schiedsgericht: Leopold Kohn (Seestadtl), Simon N e u m a n n, Emst Heller, Ad. Engländer, Aduard Kohner. Delegierte zum Distriktstag: Heinrich B e r nt a n n, Dr. Leopold Kohn, Karl Kohn. Ersatzdelegierte: lg. Taussig, Moriz Hlawatsch (Oberleutensdorf), Otto Kohn. Veranstaltungsausschuß: Ing. Rosenberger (Obmann), Arthur Kohn, Rud. Basch, Adolf S t a d- 1 e r, Emst Pick, Otto K o h n, J. U. C. Ig. J o c h ow i t z, Karl B e r m a n n, Rob. Heller. Im Anschlüsse an die Generalversammlung erstattete J. U. Dr. Emst Gütig aus Prag ein Referat: „Ein jüdisches Kulturproblem“. Seine von tiefer Kenntnis zeugenden Ausführungen fanden reichen Beifall und führten zu einer lebhaften Debatte, resp. Fragestellung. Abends fanden sich die Teilnehmer derselben zu einer gemütlichen Zusammenkunft im Vereinslokale ein. Ueber Beschluß des Vorstandes des genannten Vereines finden regelmäßig Mittwoch abends zwanglose gesellige Zusammenkünfte der Mitglieder statt, was hoffentlich auch zur Stärkung der hiesigen Organisation beitragen wird. Prag. Am 18. Februar fand das Repräsentationskränzchen der jüdischen Studentenschaft Prags statt, das einen überaus glänzenden Verlanf nahm. Prag. Am 14. Februar hielt der Verein jüdischer Hochschüler „Bar-Kochba“ seine 33. Generalversammlung ab. Dem Berichte des abtretenden Ausschusses ist zu entnehmen, daß die Arbeit des Vereins in diesem Semester eine außerordentlich rege war. Nach innen arbeitete derVeiein durch Seminare zur Pflege der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte, durch Diskussionen über zionistische und allgemein jüdische Fragen, endlich durch Vereinsabende, die auch Bürgern zugänglich waren, an der Vertiefung der zionistischen Idee in seinen Mitgliedern. Die äußere Arbeit wurde durch eine imposante, von etwa 1500 Personen besuchte Versammlung eingeleitet, in der u. a. A. H. Dr. Margulies und Abg. Doz. Dr. Mahler unser Programm entwickelten. Einengroßen moralischen und materiellen Erfolg brachte der Salten-Buber-Abend, der wohl eine neue Aera in Prager Zionismus unter Bürgern und Studenten in hervorragender Weite tätig und nahm an den meisten zionistischen und jüdischen Veranstaltungen in diesem Lande teil. Für unsere nationalen Institutionen werden in diesem Semester wiederum bedeutende Beträge gesammelt. Teplitz-Schönau. (Maskenkränzchen des Teplitzer Volksvereines.) Den gelungenen zionistischen Veranstaltungen des jüdischen Volksvereines „Zion“ in Teplitz, der.Makkabäerfeier mit der zündenden Festrede Bedas, dem Saltenabend, folgte am Samstag, den 20. Februar eine gesellige Veranstaltung, ein Maskenkränzchen, dessen glänzender Erfolg die Hoffnungen der Veranstalter weit übertraf. Ein überfüllter Saal war die Antwort auf die lebhafte Agitation der Gegner, die durch die „begeisternden Weisheiten“ Ofners zu neuer Tätigkeit angefeuert worden waren. Die Teplitzer Gesellschaft, die — um mit unserem Gegner zu sprechen — schon bedauerlich stark von der Seuche des Zionismus infiziert ist, hatte sich eingefunden und stolz konnten die Teplitzer Zionisten die schon längst bekannte Tatsache bestätigt finden, daß die jüdische Jugend in ihrem Lager zu finden sei. Die übermütige Stimmung war deutlich auf den Gesichtern der unmaskierten Herren und in den Augen der Masken zu lesen, ln der Mitternachtspause verkauften die Vorstandsdamen und die Damen: Frl. Adie Bauch, Frl.Alice Hahn, Frl.Anna Hahn, Frl. Treulich, Frl. Weigner, Zigarren, Zigaretten, Ansichtskarten zugunsten des Nationalfonds und des Vereines und ihrer regen Tätigkeit und Opferwilligkeit ist es zu danken, daß die namhafte Summe von 130 K diesem Zweck zugeführt wurde. In angeregtester Unterhaltung tanzte man noch bis in die Morgenstunden. Der gesamte Reinertrag betrug 200 K. Czernowitz. (A k a d. V-e rbindung „Hasmonae a“.) Das Ergebnis der Chargenwahlen für das laufende Sommer-Semester lautet: cand.iur.JaquesSchnee *, cand. iur.Moritz Einhorn xx, cand. ehern. "Simon R i eb er xxx (Schriftführer). Zloczow. Der hiesige Verein „Zion“ hat im vorigen Sommer bei der zuständigen Behörde um die Bewilligung zur Gründung eines Vereines „Toynbeehalle“ angesucht; wurde aber abschlägig beschieden. Er führte daher unter eigenen Namen einen Zyklus von Sonntagsvorträgen ein. Es sprachen bis jetzt: Dr. Ringel: Geschichte der jüdischen Organisationen im 19. Jahrhundert“; Dr. Glasberg: „Monarchie und Republik im Judentum“ und Dr. Löwenherz: „Die Juden in Galizien“. Nächstens spricht Dr. Ithamar Eidelberg über den jüdischen Kalender; unser Herr Rabbiner Rohatyn und Herr Dr. Heßl haben sich die Themen Vorbehalten. Außerdem hat der Verein in diesem Winter einen Makkabäerabend und eine Chamischa-usor-Feier veranstaltet, ebenso eine Volksversammlung betreffend die Kuitusgemeinden-Organisation und bereitet für die nächste Zeit einen groß angelegten Palästinaabend vor, an dem die Herren Dr. Tartakower und Radler teilnehmen sollen, welche das Land unserer Zukunft aus eigener Anschauung kennen. Erwähnt werden mögen noch die allwöchentlichen Samstagabend-Vorträge des Mädchenvereines „Ohel Lea“. Dagegen ist es sehr bedauerlich, daß der Verein zionistischer Hochschüler „Bar-Kochba“ nichts von sich hören läßt. Er hätte hier jetzt ein Feld für eine ausgedehnte und vielseitige Tätigkeit; es ergreift aber leider niemand die Initiative. Buczacz. Am 14. d. M. wurde über Aufforderung des Lemberger L K. vom hiesigen Vereine Zion eine Volksversammlung einberufen. Die Tagesordnung lautete: „Der jüdische GemeindebundunddasLembergerKonventikel.“ Die Nachricht, daß der geschätzte Mitarbeiter der „Jüdischen Zeitung“ Herr Dr. K a d i s c h aus Wien sprechen werde, versammelte eine große Zahl von Bürgern. Herr Dr. Kadisch hat in einer begeisterten Rede die Notwendigkeit einer jüdischen Organisation dargelegt. Er wies auf die gewaltigen Organisationen aller anderen Nationen Oesterreichs hin. „Und wo seid ihr Juden, das Volk Moses’ des größten Sozialreformators!“ Der Redner besprach hierauf die Geschichte der Politik unserer assimilatorischen Verführer. Seine Auseinandersetzungen entfesselten begeisterten Beifall. Es wurde eine Resolution eingebracht, in der sich alle Versammlungsteilnehmer für den jüdischen Gemeindebund und gegen das Lemberger Konventikel erklärlen. Herr Dr. Kadisch hat die Buczaczer Juden aus ihrem Winterschlafe erweckt. Sie sind ihm den größten Dank schuldig. Czernowitz. Dienstag den 23. Februar sprach Herr Dr. Kadisch im Festsaale des jüd. Hauses über Einladung der „Zephirah“ über „Jungjüdische und jungösterreichische Politik“. Der Vortrag, der sich auch mit der aktuellen Balkanfrage befaßte, gestaltete sich überaus interessant und fand von Seiten des zahlreichen Publikums ungeteilten Beifall. — Donnerstag den 25. Februar sprach Dr. Kadisch auf der Zephirabude über „Marx u. Oppenheimer“. An den Vortrag, der auch von den Poale-Zionisten sehr stark besucht war, schloß sich eine lebhafte Diskussion an. — Am Samstag den 27. und Sonntag 28. Februar sprach Dr. Kadisch in Suczawa und Storozynetz über „Die orientalische Frage und die nächsten Aufgaben des Zionismus“. Czernowitz. Die Chargenwahlen für das XXIV.(Sommer)-Semesterergaben folgendes Resultat: Cand. jur. Markus Krämer, Präses Stud. jur. Jakob Jekeles, Vize-Präses Stud. jur. Nachman Morgenstern, Schriftführer xxx Brod a. S. (Slavonien). Das hiesige zionistische Vorbereitungskomitee (Rab. Saul Stern, H. Schulmann, Isidor Steiner, Dr. S. Baum und Max Zederer) veranstaltet am 14. März d. J. eine große zionistische Versammlung, bei welcher die HH. Dr. H. Urbach, Rabb. aus Doljna Puzla (Bosnien), Dr. Hugo Spitzer (Mitglied des A. C.) und J. N. Schulhof aus Esseg zionistische Vorträge halten werden. Der Zweck ist die Gründung eines zionistischen Vereins. Monasterzyska. Am 10. Jänner d. J. hielt der Zionsverein „Hatikwah“ seine Generalversammlung ab. In den Ausschuß wurden folgende Mitglieder gewählt: Herr Jakob Asckenasy, Präsident; Berl König und Simche Gelb, Vizepräsidenten; Moses K r u k, deutscher Schriftführer; Ch. P r o m b a u m, hebräischer Schriftführer; Mendel Duhl, Kassier; Nathan Bauer, Bibliothekar und Verwalter; J. B a n d I e r, S. F i n k und E. D. Bauer, Nationalfondskommissäre; Meilech, Freibig, Isr. Geller, Beiräte. Der neue Ausschuß hat bereits einen hebräischen Konversationsklub „Iwria“ gegründet und auch Diskussionsabende eingeführt. Horodenka. (Tätigkeitsbericht der N. - F. - K o m m i s s i o n.) Die Sammeltätigkeit der im Jänner 1908 gegründeten Kommission brachte im abgelaufenen Jahre befriedigende Erträgnisse. Es wurden aufgebracht: 343 K für Nationalfonds, 72 K für Oelbäume, 100 K Parteifonds und Schekel. Verkauft wurden für 92 K Telegrammblankelte und N.-F.-Marken. Ueber 100 Büchsen wurden verteilt, Roschhaschanahpost bewährte sich vortrefflich. Die schönen Resultate sind vor allem der unermüdlichen Arbeit des bisherigen des N.-F.- Kommissärs Gg. Benzion Eismann zu verdanken, der trotz der Schwierigkeiten, dank der tatkräftigen Unterstützung seitens des Gg. Hersch P r e m l n g e f, deii!N:-F: inHarodenkö elhbürgerii konnte. Sucher, jun. Suczawa. (Generalversammlung des jüdischnationalen Vereines „Theodor Herzl“.) Bei der am 13. Februar I. J. abgehaitenen VI. ordentlichen Generalversammlung wurden folgende Funktionäre gewählt: Herr med. Dr. B. S a 1 a in o w i c z, Obmann; Abraham Körner, 1. Obmann-Stellvertreter und Oekonom; Adv.-Kand. Dr. Osias Haß, II. Obmann-Stellvertreter; Wolf R u d n e ß, Buchhalter; B. F r ä n k e I, Kassier; Abr. H o pm e i e r, I. Schriftführer; M. J. Brücker, 11. Schriftführer; Cand. jur. S. M e n k e s, Bibliothekar und Zeitungsverweser; Markus Rosenthal, Nationalfondskommissär, Mendel S m otriez, ohne Funktion; J. Schläfer Oekonom- Stellvertreter, stud. jur. J. K ö r n e r, Bibliothekar- Stellvertreter. Liste der Ueberläufer. (Vom 24. Februar bis 3. März 1909.) Eduard Arie, 1872, Bukarest, nach türkischem Ritus verh., Kaufmann, VIII., Alserstraße 57. Erwin Fried, 1882, Wien, ledig, absolvierter Jurist, VI., Gumpendorferstraße 12. Wilhelm Hans Deutsch, 1893, Wien, ledig, Student,. XVIII., Karl Ludwigstraße 52. Wilhelmine, geb. Flach, Valenta, 1884, Konskau (Schlesien), verh., XX., Dresdenerstraße 53. Hermann Rappaport, 1882, Wien, ledig, Einspännerkutscher, IX., Nußdorferstraße 74. Josef Haudek, 1874, Wien, ledig, Beamter, XIX., Heiligenstädterstraße 12. Pepi Wollner, 1880, Nagy-Jöka (Ungarn), ledig, Köchin, IX., Garnisongasse 24. Hugo Singer, 1885, Mistelbach, ledig, Jurist, IX., Schubertgasse 26. Aufruf an allezionistischen Organisationen, N.F.- Kommissäre und Vertrauensmänner! Die Nationalfondkonimission für Oesterreich richtet an alle Gg. die dringende Bitte, anläßlich der bevorsteheneen Purimsammlungeil alle ihre bewährten Kräfte anzuspannen, um das Ergebnis für den N. F. so günstig als möglich zu gestalten. Diese wenigen Purimtage mit ihrer Festesstimmung sollen ganz und intensiv für den N. F. ausgenülzt werden, damit das Sammelergebnis des Vorjahres bedeutend überholt werde. Da diesmal Purim auf einen Sonntag fällt, wird die Vornahme der Sammlungen und Ralliierung aller Sammler ermöglicht. Mit der Hoffnung auf schöne Erfolge dieser Aktion begrüßt Alle mit herzlichen Zionsgruß Die Nationalfondkommission für Oesterreich. Im Erscheinen begriffen: A. BÖHM „Zionistische Palästinaarbeit“. Herausgegeben vom zionistischen Zentralbureau Wien, mit folgendem Inhalt: Einleitung. — Das zionistische Programm. — Die Voraussetzungen des Zionismus. — Die Methode des Zionismus. — Die Beschaffenheit des Landes. — Die Entwicklung des Landes. — Die jüdische Siedlung in Palästina. — Die Entwickelung der jüdischen Siedlung in Palästina. — Zionistische Palästinaarbeit: A) Gemeinnützige Institutionen, B) Geschäftliche Unternehmungen. — Die planmäßige Weiterführung der jüdischen Kolonisation Palästmäs. — Die Organisation der zionistischen Arbeit. — Schlußwort. Abbildungen und 2 Karten im Text- Preis 30 Heller. Diese Broschüre dient nicht nur als Informations- und Agitationsmittel, sondern auch als Anleitung zu Palästinavorträgen. Vorausbesteliungen sind zu richten an: die Administration der Jüdischen Zeitung, Wien IX., Liechtensteinstraße 11.

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