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Jüdische Zeitung · 1908-05-15 · 20 (15.5.1908) · p. Seite 6

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
2 (1908)
Issue
20 (15.5.1908)
Date
1908-05-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 20 i kommen. So toben die „Jüdische Zeitung“ und die Sairandstelie des Nationalfonds in Wien sich infolge ihrer wackeren Arbeit als beste Bindemittel zwischen Ost und West bewährt. Redner appelliert an. alle Anwesenden, alle kleinen Differenzen beiseite zu lassen und eine starke westösterreichische Organisation zu schaffen. Dir. K u h sagt, dass das Z.-K. schon deshalb eine höhere 'Behörde sein wird, weil Mitglieder ans allen Distrikten, welche Üebenblick über die speziellen Verhältnisse haben, darin zusammen wirken werden. Er beantragt, eine Kommission einzusetzen, welche die Kompetenz von Z.-K. und Z.-B. abzugrenzen hätte. Dir. Isidor Margulies; Es muss ein Komitee gewählt werden, welches die unaufschiebbaren gemeinsamen Angelegenheiten besorgt und den westösterreichischen Parteitag einzuberufen hat Das Z.-K. darf nicht zu einem Ausschuss der D.-K.’s degradiert, sondern muss vom ganzen Parteitag gewählt weiden. Die heutige Konferenz wählt einen Ausschuss, welcher bis zur Einberufung des westösterreichischen Parteitages provisorisch die den westösterreichiscben Distrikten gemeinsamen Angelegenheiten zu leiten, einen westösterreichischen Parteitag einzuberufen und demselben Vorschläge für die organisatorische Zusammenfassung der drei westösterreichischen Distrikte zu unterbreiten hat. Nach kurzer Debatte wird dieser Antrag einstimmig angenommen. In den Ausschuss wanden gewählt: für Intierösterreich: A. Bö hm, Dr. E. Zweig; für Böhmen: Julius Löwy, Dr. Emil Margulies; für Mähren-Schlesien: Gustav Finzi, Emil Stein. (Alles einstimmig.) ■Firnzi wünscht, dass vor dem Parteitag eine Vorkonferenz stattimde. Dir. Isidor Margulies stellt folgende Anträge: Die Einberufung des westösterreichischen Parteitages findet nach denselben Grundsätzen statt, wie die eines allgemeinen. Der Parteitag soll am 28. und 29. Juni in Brünn stattfinden. (Wind einstimmig angenommen.) Dem provisorischen Ausschuss soll folgende Weisung für die Organisation gegeben werden: „Die Zusammenfassung der Distrikte soll erfolgen durch Schaffung eines westösterreichischen Parteitages als ständige Institution, durch Schaffung eines Zentralkomitees der westösterreichischen Distrikte, welches vom Parteitag unter gleichmässiger Berücksichtigung der einzelnen Distrikte zu wählen ist. Dieses Z.-K. hat seinen Sitz in Wien und hat für die administrativen Agenden ein Zentralbureau zu errichten. Dem Z.-K. soll zustehen: die Vertretung der drei Distrikte nach aussen, die Ueberwachung der zionistischen Presse in den betreffenden Distrikten, die Leitung und Zentralisierung der Sammlungen für zionistische Zwecke, die Leitung und Ueberwachung der Tätigkeit der D.-K. und die Festsetzung eines Budgets. Die Tätigkeit des Zentralkomitees soll sich auf rein zionistische Angelegenheiten beschränken.“ (Einstimmig angenommen.) Moritz Löwy ist der Ansicht, dass jeder .Distrikt 10 Prozent der im vorhergegangenen Jahre eingenommenen: Parteisteuer zum Budget des Z.-Kbeitragen soll. Julius Löwy wünscht, dass die noch im Amte befindlichen Mitglieder' der D.-K. möglichst bald einen Gesamtparteitag einberufen. Fritz Löw beantragt zu diesem Zwecke: Die Mitglieder der L.-K- Fritz Löw, Dr. E. Margulies, Abg. Dr. Mahler und Dr. Reach seien von der Konferenz aulzufordern, bei ihren galizischen Kollegen auf die sofortige Einberufung eines Gesamtparteitages zu dringen. (Einstimmig angenommen.) Dr. Emil Margulies: Auf der Tagesord-/ nung des westösterreichischen Parteitages soll als 1. Punkt Organisation, als 2. Wahlen stehen. (Einstimmig angenommen.) Dr. Zweig und Dr. Isidor Margu 1 i e s beantragen folgende Resolution: Unbeschadet der engeren Zusammenfassung der westlichen Distrikte einerseits, der östlichen anderseits, welche sich aus praktischen Gründen als zweckdienlich herausgestellt hat, muss die Einheit der gesamtösterreichischen Landesorganisation, welche schon durch Zusammenarbeit, die gegenseitige Beeinflussung von Ost- und Westjuden für die Stärkung des jüdischen Volksbewusstseins und Solidaritätsgefühles von unschätzbarer Wichtigkeit ist, unter allen Umständen aufrecht gehalten werden. Die Konferenz erklärt es daher für unerlässlich, dass baldigst ein gesamtösterreichischer Parteitag Zusammentritt, welcher die schwebenden Fragen der Ländesorganisation zu regeln haben wird. (Wird einstimmig angenommen.) Unten allgemeinen Dankesworten schliesst die Konferenz. Dar „Veritas“ werden 2 Oelbäume gestiftet * ' * . * Sitzung des Ausschusses. . Nach Schluss der Konferenz trat der neugewählte Ausschuss zusammen. Gg. Adoi'.f Böhm wurde zum Präsidenten, Gg. Emil S t e i n zum Schriftführer gewählt. Die Ausarbeitung des Orgänisatkmsentwu ries wurde Gg. G. Finzi (Tinoppau) übertragen und ihm eine Frist von 14 Tagen hierzu gestellt; Gemäss den Direktiven der Konferenz wunde' beschlossen, die Einberufung des w es|t ö s t e r r ei c hils chem Parteitages für den 28. und 29. Juni in Brünn in Aussicht zu nehmen und Sorge zu tragen, dass die Distrikte vorher rechtzeitig den Organisationsentwürf erhallten, damit sie diesen ihren Distriktstagen: vorlegen und diese die für die Wahl ins künftige Zentralkomitee zu präsentierenden Personen wählen können. Ais Tagesordnung des Parteitages wurde festgesetzt: 1. Organisation (Referent' in Aussicht genommen: Dr. Emil Margulies). 2. Wahl des Zentralkomitees. 3. Nationalfonds (Referent in Aussicht genommen: Emffl Stein). 4- Palästina (Referent in Aussicht genommen: Adolf B ö h m). 5. Wirtschaftliche -Gegenwartsarbeit (Referent in Aussicht genommen: Abg. Dr. Mahle r). * * * Sonntag vormittags fand eine Sitzung des grossen mähr.-schles. Distriktskomitees statt. Anwesend waren: vom e. D.-K. Gg. Gustav Finzi, Heinrich Siatner, ferner die Mitgliedeir des g. D.-K., die Kreisbbmänner: Gg. Dr. Arnold Weiner (Brünn), Gg. Richard Weissenstein (Iglau), Gg. Friedrich Lönv (Prossnitz), Gg. Dr. Julius R eac li (Ung.-Hradisch), Gg. Erwin Gallus (Troppau), Gg. Adolf Huppert (Bielitz). — Den Tätigkeitsbericht des e. D.-K. erstattete in Vertretung des Obmannes Gg. Dr. R. L1 c h t w i t z, Gg. Finzi. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit — das D.-K. ist vier Monate Im Amte — hat es schon ganz bedeutendes geleistet. Dem Berichte ist za entnehmen, dass das e. ,D.-K. in erster Linie die Wahl von Kreisobmännern veranlasste. Den' Kreisobmännern wurde vom e. D.-K. die Weisung gegeben, in allen Orten Vertrauensmänner zu nominieren, durch dieselben die Schekel- und Parteisteiuereinsammlnng vornehmen zu lassen, für den Parteifonds und für die Zeichnung von Aktien für die P.-L.-D.-C. zu agitieren. An' Vereinsgründungen in den letzten vier Monaten sind Frauen- und Mädchen-Verein „Ruth“ und Verein „Poatei-Zion“ in Teschen zu verzeichnen. In Mäbr.-Ostrau sind die Arbeiten zur Gründung eines Bürger-Vereines in vollem Gange. Das e. D.-K. hat eine Flugschrift redigiert, welche an alle Stammesgenossen im Distrikte gratis verabfolgt werden soll. Nach dem Berichte des Gg. Finzi erstatteten die Kreisobmänner die Berichte über ihre Tätigkeit. Im Allgemeinen ist hervorzuheben, dass die Äcquisition von Vertrauensmännern ziemlich fertig ist, wenngleich diese Arbeit mitunter auf grosse Schwierigkeiten stiess. Den Vertrauensmännern wurden die Schekelblocks übergeben, sowie auch Aufrufe für den Parteifonds und die P.-L.,D.-C. . H. Gg. Gallus empfiehlt den Kreisobmännern den persönlichen Kontakt mit den Vertrauensmännern m den einzelnen Orten. Gg. Finzi konstatiert, dass die Sammlung für den Parteifonds hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und wünscht, dass die Kreisobmänner sich für eine grosszügig angelegte Parteifonds- Agitaton einsetzen. Die Zeichnung von Aktien für die P.-L.-D.-C. werde die günstigsten Resultate . aufweisen, wenn die mähr.-schles. Gesinnungsgenossen die Agitation von Mann zu Mann betreiben würden. Das e. D.-Kwünscht, dass alte Zuschriften mit Nationalionsmarken versehen seien und stellt den Kreisobmännern Broschüren und Agitationsschriften sowie N.-F.-Sammelbehelte jederzeit zur Verfügung. Im Interesse einer genauen Uebersicht über alle Vorfälle im Distrikt wünscht das e. D.-Kstets von allen zionistischen Veranstaltungen vorher verständigt zu werden. Di© Vertrauensmänner wurden aufgefordert, sämtliche Standorte der N.-F.-Büchsen festzustellen und dem D.-K. ehestens bekanntzugeben. Gg. Finzi berichtet sodann, in welcher Weise das e. D.-Kzu den Organisationsfragen in der Konferenz der westösterr. D.-K- Stellung zu nehmen gedenkt. Die VI. Landeskonferenz der ungarischen Zionisten findet am 7. und 8. Juni in Budapest mit folgendem Programm statt: 7. Juni, Vormittagssitzung: 1. Konstituierung den Konferenz. 2. Verif zierung der Delegiertenmandate. 3. Kormriissiansberatungen. Nachmittagssitzung (Meeting). 1. Eröffnungsrede: Dr. Bel«\Oester.reicher. 2. Zionismus in-Ungarn: Ingenieur Armin Beregi. 3. Innenpolitische Lage'der ungarischen Juden: Samuel Bettelheim, Mitglied des A.-C. 4- Organisation: Dr. Ludwig Dömeny. 5. Die jüdisohe Presse: Dr. Siegmund Alt. 8. Juni, Vormittagssitzung: 1. Tätigkeitsbericht der Landeskanzlei: Siegmund Deutsch. 2. Kassen- und Shareklub-Bericht: David Kdhn. 3. Nationalfondsbericht: Dr. Dömeny. 4. Bericht der Revisoren., 5. Bericht der Distriktskomitees. 6. Debatte. Nachmittagssitzung: Fortsetzung der Debitte. . Anträge. Wahlen. An der Konferenz nehmen mit Stimmrecht die Delegierten' der Vereine und der Schekelgruppen teil. 25—50 Schekelzahler wählen einen, 51—100 wählen zwei, 101—150 Sohekelzahler drei Delegierte, usw. Gruppen mit weniger als 25 Schekelzahlem wählen mit anderen Gruppen zusammen ihren Delegierten. Das Wahlrecht für die Konferenz besitzen nur diejenigen, die für das Jahr 1908 den Schekel bezahlt haben. Die Wahlen müssen spätestens am 24. Mai stattiindem, das WahLresultat muss bis zum 27. Mai der Landeskanzlei gemeldet weiden. Diejenigen Delegierten, die Gratislogis bei Gesinnungsgenossen wünschen, werden ersucht, dies spätestens bis zum 26- Mali der 'Landeszentrale mitzuteilen. Die Landeszentrale wird ebenso für diejenigen, die sich rechtzeitig melden, Hotelzimmer zu ermässigten Preisen sichern. Gesinnungsgenossen, die eventuell Mandate übernehmen wollen, werden ersucht, dies sofort der Landeszentrale zu melden. Alle Anfragen und Mitteilungen bezüglich der Landeskonferenz sind zu richten am „Magyarorszägi Cionista Szervezet, Budapest, IV., Hajo utcza 10“. Palästina. Reform des türkischen Gesetzbuches. In der Türkei wird es jetzt mit allen Reformen ernst. Wie im Schulwesen, so sollen nun auch ftn der Gesetzgebung und inder Rechtspflege wesentliche Reformen vorgenömmen werden, vor allem auf idem Gebiete des Handelsrechtes, aber auch die Boüenrechtsgesetze sollen bald einer gründlichen Prüfung unterzogen werden. Dem zwei neuen Rechtsfakultäten in .'Saloniki und Konia wird sich alsbald eine dritte anscbliessem, an der nach Beschluss der Regierung besonders das gesamte Zivilrecht gründlich gelehrt werden soll.

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