Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 13 (27.3.1908)
- Date
- 1908-03-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nt. 13 Leiderfabrikant, EL. Handelskai 300. Emst Fabri, 1891, Wien, ledig, Akademiker, . II., Prater Strasse 11. Gustav Knöpfelmacher, 1874, Wien, ledig, II., Grosse Sperlgasse 12. Moritz Neuer, 1881, Wien, ledig, Ingenieur, II., Darwdngasse 4. Markus Löw, 1844, Landsmann, Priesling. Mähren, verwitwet, Glascirnieistcr, HI., Göschlgaqse 12. Ester WeinfeSd, 1884, Ungrär (Ung.), ledig, Krawattennäherin, XX., Karäjangasse 13. Emil Asclmer, 1884, Wien, ledig, Ingenieur, VII., Breiteigassef 3. Berthold SaphYer, 1881, Wien, ledig, XtV!L, Payeigasse 2. Max Salljmeier, lo84, Wien, lddjig, II., Hemiinengaftse 13. Gieela vejrk. Friesinger Fried'mann, 1877, M ieu, verb., Näberin, XVII., Haslingerstr. 10. Charlotte ELeckmer, 1889, Wien, ledig, Krawattennäherin, VU., Neustiftgasse 53. Sigmund Natban NLkepoly, 1888, Lemberg, ledig, Photograph, IV., Grosse Neugasse S. Dr. Otto Haläsz, 1867, Györ, verb., Arzt, XIX., Döblinger Hauptsürasse 24. Julie geb. Grandi Jaboda, 1861, , Brescia (ItaL), verli., Chemikersgattm, XIX., Grinzingerstrasse 86. Bosa Weiss, 188/, ■* Zuschlag (Steierm.), led., Priv., XVIII., Höfstattgasse 25. Theresia geb. Baumgartner Siebter, 1881. Wien, verb., IV., Wohlleibengasse 5.' Dr. Robert lliehter, 1879, Wien, verb., Privatbeamter,, IV., WoWlebengasse 5. Gertrude Helene Richter, 1904, Wien, IV., Wohllebengasse. 5. Anna geb. Körner Löwj, 1849, Wien, II., Praterstrasse 59. Richard Bernstein, 1882, Wien, Redakteur. Ludwig Deutsch, 1879, Wien, verb., Buchhalter, I., Tuchlauben Nr. 13. Stefanie geb. Fischer Morgenstern, 1874, Wien, geschieden, I-, Elisabetbstrasse 26. HVmil Mddak, 1872, Brünn, verb., Schauspieler, EL, Ybsstrasse 16. Adele Galoti, 1859, Brünn, verb., Privatbeamtensgattin, VI., -Kaunit^asse Nr. 33. Willy Jonas Himzelmann, 1887, Dresden, led., eand. med.,-1., Sebottenring 3. Rudolf Geiringer, 1886, Wien', ledig, Jurist, EIL, Beatrrxgasse 4a. •. Vera - Spbwarz, 1889. Agram, led.; Schülerin, IV.. Margaretenstrasse Njr. ' 10. *®r. 'Seänrldb' -Gä^ 18687 LenSbe^ Arzt, I., Naglergasse 31 Rebekka Goldstern, 1879,, Täcsal (Ung.), led., .Bedienerin, IEL, Erdbeigstrasse 74. Siegmund Adler, 1868, Wien, verb,, Bealitätenbesitzer, VI., Gumpendorferstrasse 18. Leonie Schnabl. 1885, Wien; ledig, Private, IX., Porzellangasse 24. Johann Rohn, 1893, Ulrichskirehen (N.-Oest,), led., Bürgersehüler, IX., Währinger Gürtel 142. Heinrich Haas, 1.877, Wien, ledig. Privatbeamter, XVILL, Semperstrasse S. Margarete geh.' Schatz Schopf, 1882, Wien, verb., XX., Traunfelsgasse 6. .. Siegmund Leopold Grünberger, 1870, Iglau (Mähren), led., Privatbeamter, III., Kegölgasse 3a. Fräulein Dr. Gisela Meitner, 1870, Wien, led., Arzt im k. k. Allg. Krankenhäuse, I., Esslinggasse 15. Korrespondenzen. Zur Aktion Hilsner. Wien. Bekanntlich hat der letzte Distriktstag eine Resolution gegen die Begnadigungsaktion: Hilsner und für die Wiederaufnahme des Prozesses einhellig angenommen und dem neugewäklten D. K. die Ausführung dieses Beschlusses übertragen. Das D. K. hat schin dem Vereine zur Abwehr des Antisemitismus als dem Veranstalter der El'bogen-Versammlung im Sofiensaale die Resolution des .Distriktstages brieflich bekanntgegeben und ersucht festzusteOlen, dass die Begnadigungsaktiom nicht als soldhe des Judentums ausgegeben weidfen dürfe. Zugleich wurde Herr Brichratsahgieotrtlnisiter Dozent—Dr. Mahler designiert, wenn es nach der Situation nötig sein sollte, im Sofiensaale selbst die Resolution mit einer kurzen Begründung vorzutragen. Die Herren Dr. Mahler und Dr. Zweig suchten Herrn Dr. Elbogen am Tage der Versammlung auf und dieser sagte zu, dass er gleich am Anfänge seiner Rede mit allem Nachdruck betonen werde, ausschliesslich | namens Hilsners und seiner Mutter und nicht j namens irgend einer Korporation., am wenigsten t der Judenscbaft, zu sprechen, dass ferner eine Besolution bed-dör Abstimmung nicht vorgelegt weide und dass eine Diskussion mit Zulassung von Rednern aus der Mitte der Versammlung überhaupt nicht beabsichtigtsei. Uebrigens werde er den ltechtsstandpunklt in seiner Bede auf das schärfste betonen, wie er ja überhaupt das Gnadengesuch nur als eine Form betrachte, dem Kaiser auf das Vorliegen eines Justizmordes aufmerksam zu machen. Wenn die Zionisten dennoch das Wort wünschen sollten, müssen sie es am Abend selbst von dem Einbenufer der Versammlung, Herrn. Snperintendam/ten Szebereny, erbitten. Herr Beiehsratsabgeaildineter Dr. Mahler wurde durch ein heftiges Unwohlsein an dem Besuche der Versammlung gehindert-, doch hatte auch Herr Dr. Zweig keinen Anlass, in der Versammlung das Wbrt zu ergreifen, da die seitens des Herrn Dr. Ellbogen gegebenen Zusagen, sowohl in einem Antwortbrief des Vereinte zur Abwehr des Antisemitismus, als auch mündlich von. dessen Vorstandsmitgliedern vor VersammLungsbeginn wiederholt und tatsächlich auch eingehalteil wurden. ' Galizien. Erste jüdische Turnerkonferenz in Galiziern Lemberg. (Orig.-Korr.) Sonntag den 22. d. M. 3 Uhr nachmittags fand im Lokale des galizfsehen G, K. der zionistischen Partei pIua Besprechung der zum Schauturnen nach.Lemberg gekommenen; 'Delegierten aus Tamopol, Krakiau, ■Staniskn.'"und Lemberg statt. Die; Sitzung wurde vom Obmanne de? Ersten jüdischen 'Turnvereines" in Lemberg, Gg. Israel» Zinn, eröffnet. .In seiner Ansprache teilte er mit, dass in Galizien bereits 7 T-um verdine existieren, von deneil sieh leider nur. 4 gut entwickeln. Hierauf ’schi-ldeife er die Lage |les Lemberger1 Vereines.. G<f Dr. Israel Wa l dni-ann, Obmann dös Tarhopolei» jüdischen- Turnvereines, entwarf ein Bildder gedeihlichen' und erfreulichen Entwicklung des Turnvereines in Tarnopol,- der bereits 7 Abteilungen zählt und -in der Lage ist, einen’ bezahlten Lehrer anzustelleu. Dr. Weidmann plädierte rfairmfür den Zusammenschluss aller jüdischen Turnvereine in Galizien zu einem Verband, um eine intensive Propaganda in Galizien entwickeln zu können. Eine der unerlässlichsten Bedingungen zur Hebung der jüdischen Turnvereine sei auch die Heranbildung von geprüften Turnlehrern und die--Einführung von Wanderlehrern. Ferner wünschte er die Einfühlung eines hebräischen Kommandos. An die Aus-' führungen des Redners knüpfte sich eine längere Debatte und1 schliesslich wurde folgender Antrag des Gg. Dr. Waldmann einstimmig angenommen: Der Ausschuss des jüdischen Turnvereines in Lemberg wird beauftragt, in engere Fühlung mit den jüdischen Turnvereinen Galiziens zwecks Gründung eines Verbandes zu treten; Vertrauensmänner in allen grösseren Städten auszufindem: und auf diese Weise die Einbrufung eines Turnertages, verbunden mit einem grossen Schauturnen, vorzübereiten. Am geeignetsten hierfür erscheint ihm die Stadt Tamopol, welche jede Gewähr für das Gelingen eines solchen) Unternehmens leistet. Wahrscheinlich dürfte aueji der Turntug im Monate Juni in Tarnopol stattfinden. A. K. Grosses, jüdisches Schauturnen in Lemberg. ' Lemberg, a. k. (Spezialberidit unseres Korrespoadntein.)' Der jüdische Turnverein, in Lemberg veranstaltete Sonntag den 22. d. das eiste'jüdische Schauturnen in Galizien im grösseren Massstabe. Es nahmen daran ausser ■ den lokalen Kräften uSueh einige Vertreter ans Tamopol und ein Delegierter'aus Wien in der . Person des Hm.Dr.Katz teil. Ausserdem waren noch anwesend Delegierte aus Krakau, Stanialau,. BC|r 1 in und Bielitz-Biala. Begrüssungstelegramme langten ein von den jüdisehen Turnvereinen in Prossnitz, Graz, Berlin (Dr. Zirker) und Bielitz-Biaüa (Djr. Julius Werner). Ein 'sehr vornehmes und überaus zahlreiches Publikum füllte den grossen Saal und’ die Galerie des Vereines „Jad Gliaruzim“ bis auf das letzte Plätzchen.;? Den Abend, eröffnete der Obmann des Vereines Gg. Israel Zinn, dessen aufopferungsvoller und unermüdlicher Tätigkeit der Verein seinen jetzigen Blübestand vorzugsweise verdankt. In einer markigen und kraftvoll gehaltenen Riedle schilderte er die Bedeutung der physischen Körper- Übungen für die Regeneration des jüdischen Volkes. ’ Er richtete an die Anwesenden einen warmen Appell, dieser lebensnobwenldagen Institution des jüdisehen Volkes mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Der Verein hat drei Turnabteilunr gen, d’ne für junge Mädchen, eine für Mittelschüler und. eine für Orthodoxe, Anbeiter und Handellsangestellte. Alle Abteilungen entwickeln sich ausgezeichnet und dass dem so ist, konnte man aus den nachfolgenden Uebungen ersehen. Zum Schlüsse begrüsste der Redner die erschienenen Delegierten, welche aufs herzlichste akküaimiert wurden. Mit Begeisterung wurden daun die Turner vom anwesenden Publikum empfangen, als sde unterden Marsohklängen einer Militärmnsikkapelle auf die Estrade aiufmarsehierten. Zum ersten Male sahman in Lemiberg die jüdische Jugend stramm vor unseren Augen ei nhermarschieren und verschiedene Uebungen auf dein Barren, a.uf dem Pferde und dem Reck exakt aiu'sführen. Auch die Freiübungen der Mädeheniiiege wurden 'beifällig aufgenommen. Dieser Beifall galt in erster Linie der Leiterin dieses Kurses, Frl. Majulik. Und als das Schauturnen zu Ende war, da trat der Inspektor aller polnischen „Sokol^-Vlereinie Vn Galizien und das Mitglied der k. k. Prüfungskommission für Turnlehrer, Herr C e n a r, auf den Obmann de.- Vereines und den Leiter des TurnunteV- ' riohtes, Gg. Zinn, zu und sprach seine vollste Anerkennung, für die- 'gebotenen' Leisinmgeno'ö aus. Gg. Zinn hat das Lob redlich verdient; f denn in erster Linie ist ihm der- Erfolg des ' Abends zu verdanken. Polnische Demokraten und Zionisten. Lemberg. (Orig.-Korr.) Eine der letzten Nummern der in Krakau erscheinenden „Nowa , Eeforma“, weldie bekannlüieh das Organ der : polnisch-demokratischen Union und der sag. Krakauer Demokraten ist, brachte einenArtikel, welcher vom nicht geringer Bedeutung für uns Zionisten ist. Mit Rücksicht auf die anlässlich der galizisehen Landtegswahlem erfolgte Koalition zwischen der konservativen Schlachta und der polnischen Volkspartei, wodurch eine agrar-politische Majorität im galizisehen Landtage geschaffen wurde und die Interessen der' städtischen Bevölkerung als gefährdet erscheinen, fordert düs oben genannte, Blatt zu einer Balliierung aller .demokratischen Parteien in den Städten aiuf. Umd.es geschieht nun zum erstenmal, dass ein polnisches Blatt offen und. unumwunden für eine Vereinigung zwischen den polnischen Demokraten und den Zionisten in den Stedten sieh einsetzt. Der Artikelsehreiber konstatiert nämlich, dass die überwiegende Majorität der Intelligenz, abgesehen von den Volksmassen, unter der zionistischen Fahne marschiere und' .dass ihr Einfluss beim jüdischen Volke unleugbar sei. Die polnische Demokratie müsse das nun einmal einsehen und daraus die Konsequenzen ziehen. Die Wahrheit bricht sich dennoch Bahn! Und die Herren Loewenstein, Fruohtmann et consortes sind doch unvermeidlich die letzten ihres Sklavenge schlechtes. Erste zionistische Voiksbank in Galjzien. Brody. (Orig.-Korr.) Dank der eifrigen Bemühungen unseres wackeren Gesinnungsgenossen Nathan Tartakower/gelang es, die erste zionistische Volksbank Galiziens «in Brody zu grüudei. Dieselbe wird ehestens ihre Tätigkeit beginne*.