Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 1 (3.1.1908)
- Date
- 1908-01-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 Gründungsfeier des in kurzer Zeit zu recht bedeutendem Ansehen emporgestiegenen und die Sympathie der ganzen Stadtbevölkerung besitzenden poale-zionistischen Mädchen* und Frauenvereines statt. Zu dieser Feier haben die Poale Zion Vereine aus Czernowitz und Radautz und die jüdischnational-akademische Verbindung „Zephirah“ Vertreter 'entsendet. — Die Feier nahm einen glänzenden Verlauf. — Nach der Begrüssungsansprache durch die Präsidentin, Fräulein Rosa Stettner ergriff stud. iur. S o k a 1 das Wort zur Festrede. — Redner führt aus, das3 die Frau nur im sozialen Kampfe auf nationalen Boden ihre Rechte erkämpfen können. Der Tendenzredner Herr Jur. Wattenberg erklärte in einer trefflichen Rede, dass nur der Poale Zionismus die Lösung der Judenfrage in allen Teilen sein könne und dass auch die Frau nur im Kampfe für dessen Zielerreichung ihr Ziel erreichen könne. — Daran schlossen sich Gesangsvorträge eines Damen chors und Deklamationen des Gg. Salomon Gewürz. Dann folgte ein Tanzkränzchen. Die Veranstalter können mit dem moralischen und auch mit dem materiellen Erfolge ganz zufrieden sein. — Das Reinerträgnis fliesst dem Arbeiterbildungsfonde zu. Sereth. Am 7. Dezember 1. J. hat der poalezionistische Mädchen- und Frauenverein in Sereth die erste ordentliche Generalversammlung abgehalten. Die Schriftführerin des Vereines Frl. Rebekka Königsberg erstatte den Rechenschaftsbericht und dem Ausschuss wurde der Dank und das Absolutorium erteilt. Es wurden folgende Damen in den Ausschuss gewählt: Frl. Rosa Stettner, Präsidentin, Frl Hilda Strumthal, I. Stellvertreterin, Frl. Clara Blaufeld, II. Stellvertreterin, Frl. Rebekka Königsberg, Schriftführerin, Frl. Hunora Rosenberg, Stellvertreterin, Frl. Malcia Killmann, Kassierin, Frl. Babi Goldschläger, Bibliothekarin, die ■ Damen Frl. Sophi Sommer, Frl. Rachmuth und Frl. Helen Schwarz zu Kassarevisorinnen. Der neugewählte Ausschuss hat seine Tätigkeit in Angriff genommen. Radautz. (Verein „Dorsche Zio n“). In der am 17. v. M. abgehaltenen XXI. Generalversammlung und bei .der hierauf erfolgten Konstituierung wurde Herr Dr. Josef B i e r e r zum Obmann, Dr..Leon. Luttinger zum Obmannstellvertreter, M, Jula zum I. Schriftführer, Josef Gottlieb zum II. Schriftführer, Berl Lehrer zum Kassier, Chaim Schärf zum Bibliothekar, Baruch Friedländer zum Haus¬ und Zeitungverweser; ferner Moses Feintuch, Gerichts-Adjunkt Friedrich R a c h m u t, Moritz Presser, Samuel Harth und Moses Rath gewählt. Gleichzeitig wurden die Herren Dr. Josef. Bi er er, Dr. Alfred Engel, Professor Oskar Lieben und Adj. Friedrich Rachmuth in Anerkennung ihrer grossen Verdienste um die jüdischnationale Bewegung, und speziell um den Verein „Dorsche Zion“ zu Ehrenmitgliedern ernannt Kimpoliing. Bei der am Sonntag, den 17. Nov. stattgefundenen dritten ordentlichen Generalversammlung des seit einem Jahre bestehenden jüdischnationalen Vereines .Theodor Herzl“ wurden in den Ausschuss gewählt die Herren Dr. Moses Niederhoffer, Präsident, stud. jur. Awrum Kl ein, Vizepräsident und Nationalfondskommissär, Hersch Ja wetz, Kassier. Israel Siegel, Schriftführer für die deutsche Sprache, Bibliothekar und Zeitungsverweser, Nathan L u w i s c h, Schriftführer für die hebräische- Sprache, Julius Kreindler, Jakob Kreindler, Aron Gärtner, Berl Siege], Samuel Abraham, Chaim S o b e und Abraham Schieber ohne Funktion. Die Generalversammlung hat ferner beschlossen auf den Namen des Nationalfondskommissärs Herrn Klein in Würdigung seiner erspriesslichen Leistungen und Erfolge als Nationalfondskommissär 5 Oelbäume im Herzlwalde aus Vereinsmitteln pflanzen zu lassen. Graz. Der Verein „Zion“, Graz, veranstaltete Dienstag den 3. v. M. seine diesjährige Makkabäerfeier, welche in allen Teilen recht gelungen verlief. Nach der Begrüssung durch den Obmann des Vereines Herrn Grünner, trug ein aus Hoch- und Mittelschülern zusammengesetzter Chor unter Leitung unseres wackeren Gg. Herrn Oberkantor Paul Horn das Makkabäerlied vor, woran sich die Festrede unseres Obmannstellvertreters Lehrer M a m 1 o k schloss. Herr Mamlok feierte in zündenden Worten das Andenken unserer Nationalhelden und forderte am Ende seiner begeistert aufgenommenen Hede alle Anwesenden auf, sich recht zahlreich unserer ^Bewegung anzuschliessen. Es folgte nun eine Reihe von heiteren und ernsten Vorträgen. Besonderen Beifall erhielt das Lustspiel .Der Flüchtling“ unseres verewigten Führers Dr. Theodor Herzl, welches von den Damen Frl. Miltschi Beer-Neumann und Frieda Schick, sowie den Herren phii. Ernst Spitzer und jur. Willi Recheitzer trefflich dargestellt wurde. Den Schluss des Abends bildete ein Tanzkränzchen. Nicht vergessen dürfen wir noch der freundlichen Mitarbeit des jüd.-akad. Vereines „Charitas“ und.des jüdischen Turnvereines. Ein Teil des Reingewinnes wurde -dem-jüdischen- Nationalfonds überwiesen. Prag. Am 18. Jänner 1908 feiert der Verein jüdischer Hochschüler ,Bar Kochba“ in Prag das Fest seines BOsemestrigen Bestandes. Es ergeht schon heute hiermit an alle zionistischen Organisationen Oesterreichs und an alle jüdischnationalen Studentenkorporationen die Einladung zum Stiftungsfeste dieses Vereines, - des ersten und lange Zeit einzigen zionistischen Vereines Böhmens, der drittältesten zionistischen Studentenkorporation Oesterreichs. Insbesondere erwartet der Verein von allen seinen lieben alten Herren und allen seinen Freunden, dass sie sich vollzählig an diesem Ehrentage in Prag einfinden werden. Der Festausschuss des Vereines jüdischer Hochschüler „Bar Kochba* in Prag, Elisabethstrasse 6. Wien. (Verein „Poale Zion“.) Samstag den 4. Jänner findet im Vereinslokale Cafe Stefanie, II., Stefaniestrasse, eine Versammlung mit der Tagesordnung: Stellungnahme zur nächsten Sitzung des grossen A.-K. statt. In Anbetracht der Wichtigkeit des zu behandelnden Themas . werden die Genossen aufgefordert, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Wien. Der öäterr. Kunstverein hat in seinem Salon, I., Seilerstätte ein Bild „Pogrom in Kiew“ ausgestellt, dessen Besichtigung wir unseren Lesern empfehlen. Wien. (.Esperanza*.) Ausschusswahlen für das Wintersemester: Präsident cand. jur. Jakob K a j o n; Vizepräsident cand. med. Isidor Nachmias; Sekretär und Bibliothekar stud. ing. Leon neonovits; Kassier stud. med. Josef Pin t o. Wien „Der theologische Verein der Hörer an der isr. theol. Lehranstalt in Wien“ veranstaltete am 5. Dezember im grossen Festsaal des Hotel „Bayrischer Hof“ eine solenne Cha- . nukkafeier. Sowohl die Eröffnungsrede des Herrn Präsidenten Dr. K. K u p f e r, als auoh die beiden Festreden, die deutsche des Herrn M. Halberstam und die hebräische des Herrn A. Zifrinowitsch waren von echt nationalem Geiste erfüllt und wirkten begeisternd auf die zahlreich erschienenen Gäste. Die Redner wurden mit stürmischen Beifall belohnt. Mehrere erstklassige Kunstkräfte, die sich in liebenswürdiger Weise dem Vereine zur Verfügung gestellt haben, trugen sehr viel zum Gelingen des schönen Festes bei. Von den erschienenen Ehrengästen seien besonders hervorgehoben: Rektor Dr. A. Schwarz, Hofrat Prof. Dr. D. H. Müller, Prof. Dr. S. Krauss, Lektor Friedmann, die Reichsratsabgeordneten Dr. Straucher, Dr. Mahler und Doktor Gabel, der Obmann des zionistischen Landeskomitees Dr. Isidor Schalit u. v. a. Wien. (Unterstützungsverein für jüdische Hochschüler aus Mähren undSchlesien,IV.,Po rzellangasse92.) Vor einigen Tagen fand im Hotel „Guth“ die konstituierende Versammlung des Vereines statt, die folgendes Wahlresultat ergab : Reichsratsabgeordneter Dozent Dr. Arthur Mahler, Präses; cand. ing. Otto Krasny, Vizepräses; Dr. Ignaz H. Körner, I. Schriftführer; chem. Fritz Braun, II. Schriftführer; jur. Arthur Reik, Kassier; phil. Hugo Stern, Bibliothekar, J. U. D. Hermann Löw, cand. med. Erwin Horner, cand. jur. Karl Sonnenfeld, cand. phil. Isidor Thorsch, cand. jur. Ernst Herlitschka, Beisitzer. Wien. Der Verein zur Unterstützung bedürftiger jüdischer Hochschüler aus Galizien beginnt sich allmählich zu entwickeln und sich die allgemeine Sympathie zu erwerben; auch wird seine Existenzberechtigung durch die immer anwachsende Not unter den galizischen jüdischen Hochschülern leider nur zu schlagend bewiesen. Im verflossenen zweiten Vereinsjahre batte der Verein 153 Mitglieder, 20 Förderer und einen Stifter, den Reichsratsabgeordneten Doktor Kolischer. Es flössen ein: an Mitgliedsbeiträgen K 201-50, an Fördererbeiträgen K 130 An Unterstützungen wurden auf 16 Gesuche K 246 25 verteilt Am Schluss des zweiten Vereinsjahres verfügte der Verein über ein Gesamtvermögen von K 181.51. — Am 25. v. M. fand die dritte ordentliche Plenarversammlung statt. Der Ausschuss für das Jahr 1907/08 konstituierte sich folgendermassen: jur. M. Stöckel, Präsident; med. L. A11 u r e, I. Vizepräsident; med. 5. H o r o w i t z, II. Vizepräsident; phil. N. Schur, I. Schriftführerin; phil. S. G r o nner, II. Schriftführer; med. A. Marel, I. Kassier; techn. A. F e r b e r, 11. Kassier: med. A. Besen, Bibliothekar; phil. J. H. Bernstein, Lektionär. Wir danken unseren Förderern für das dem Vereine zugewendete Interesse und hoffen, dass der Verein auch fernerhin in allen jüdischen Kreisen sich Wohlwollen und Sympathien erwerben wird. Brody. Am 8. v. M. fand im grossen Saale des Musikvereines eine vom Vereine „Tikwath- Zion“ veranstaltete Makkabäerfeier statt, die von allen Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung besucht war. In einer kurzen Ansprache, in der eine Parallele zwischen den Zeiten der Makkabäer und den jetzigen gezogen wurde, begrüsste Herr Dr. Glasberg die Gäste im Namen des Vereines „Tikwath Zion*. Die Festrede hielt Herr Ti eg er aus Lemberg. Der von Herrn Feiwischis dirigierte gemischte Chor unter Klavierbegleitung des Frl. Goldfarb erntete allgemeinen Beifall; desgleichen Herr Schwager mit seiner Vorlesung einer Novelle ®on Schalom Aleichom und Frl. Letzter mit ihrer gut vorgetragenen hebräischen Deklamation von Bialik. Das Trio der Herren König und Weinberger (Violine) und Frl. Goldfarb (Klavier) fiel sehr gut aus. Lebende Bilder aus dem jüdischen Leben schlossen den Makkabäerabend. Zloczöw. Die akademische Verbindung „Bar Kochba“ ernannte Prof. Dr. Mahler für sein mannhaftes Auftreten im Parlamente zum Ehrenmitglied der Verbindung. Lemberg. Für das Wintersemester 1907/08 wurden zu Chargierten gewählt: A. Z. Barch a 8 c h, stud. iur. X< M- W. G r ü s s, stud iur. XX, A. Leon Fall, stud. iur. XXX. Zbaraz, Hier wurde ein zionistischer Verein „Safa ßerura" gegründet, weicher sich die kulturelle Arbeit zur Hauptaufgabe gestellt hat. Samstag, am 7. v. fand eine Generalversammlung statt uni ergab folgendes Resultat: Obmann J. Bieter, Obmannstelivertreter und Sekretär I. Halpem, Kassier M. Kahane. Bibliothekar Jakob Wagreich, Kassarevisoren Ch. Zelaznik und Ch. Schapu, Hausmeister Berl Schapira. Chrzanöw. Der Verein „Bnei-Zion“ veranstaltete Samstag, den 30. v. M. im Hotel Kühnreich eine Chanukkafeier, welche insbesondere von der Jugend stark besucht war. Herr Doktor J. Kreupel eröffaete die Feier mit einer Ansprache, in der auf die Bemühungen des Vereines um die Verbreitung des jüdisch-nationalen Gedankens hinwies. Hierauf hielt Herr Doktor D. B u 1 i w a aus Krakau die Festrede, die stürmischen Beifall auslöste. Daran schlossen sich Deklamationen und Musikvorträge seitens der Gg. H. Kleint Prof. Gross aus Krakau und H. Weintraub. Die Veranstaltung brachte materiellen und moralischen Erfolg. Storozynatz. (Makkabäerfeier.) Samstag, den 7. v. M. fand eine von den Vereinen „Poale-Zion“, Frauen und Mädehenverein „Ruth“ und Verein „Zion“ gemeinsam veranstaltete, zahlreich besuchte „MakVabäerfeier“ statt. Herr Adolf Lippa begrüsste die Erschienenen namens der drei Vereine. Nach dem Anzünden der Chanukkalichter hielten Herr Dr. Engel die Festrede und Herr Dr. Max Diamant (Czernowitz) die Tendenzrede. Beide Reden, sowie die hebräische Rede des Herrn rabb. cand. Silbermann fanden grossen Beifall. Herr Gabor deklamierte Morris Rosenfelds Gedichte. Für den Nationalfond sammelten die Damen: Fräulein Geschwister Vogelfänger, Keller und Tauber. Hierauf folgte ein Tanzkränzchen. Jar-Schoischanem. Mitteilung des Palästinaressorts des E. A. C. Infolge der Beschlüsse des letzten Zionistenkongresses ist die reale Arbeit für und in Palästina kraftvoll in den Vordergrund aller zionistischen Bestrebungen gerückt. Die Gründung eines Palästinaressorts und die Schaffung eines Palästinaamtes sin . die äusseren Wahrzeichen dieser Entwicklung. Jetzt gilt es, die Konsequenzen zu ziehen. Grosse Aufgaben harren der neu eingerichteten Institutionen. Schon wird geplant, durch Gründung einer Palestine-Land-Developement Go. sowie eines Agrarfonds, in Verbindung mit der Anglo-Palestiue Go. die Grundlagen zu schaffen zu einer geregelten Besiedelung des Landes durch einheimische und zugewanderte .Stammesgenossen. Das private Kapital muss hierzu mobilisiert und organisiert werden. Es müssen vorbereitende Forschungsarbeiten stattfinden, es müssen Anskunftsbureaus errichtet und durch von Wanderlehrern abzuhaltende landwirtschaftliche und gewerbliche Kurse die Einwohner Palästinas modernen Wirtschaftsmethoden zugeführt werden. Ausserdem bedarf es auch der Unterstützung der nationalen Institute in Palästina, wie z. Bdes hebräischen Gymnasiums, der Nationalbibliothek, der Kunstgewerbeschule Bezalel, des Museums usw. Folgende Aufstellung zeigt, welche Mittel erforderlich sind, um nur einigermassen die erwähnten Aufgaben in diesem Jahre erfüllen zu können. Es bedarf hierzu mindestens 100.000 Mark, und zwar für 1. Palästinaamt mit Beirat (in Palästina) .mindestens M 20.000 2. Palästinaressort in Berlin (Bureaus, Propaganda, Verbreitung der Palästinakenntnis, Mobilisierung, Organisierung und privater Kapitalien für Palästina) . . . mindestens „ 20.000