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Jüdische Zeitung · 1907-11-22 · 19 (22.11.1907) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
1 (1907)
Issue
19 (22.11.1907)
Date
1907-11-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 JÜDISCHE ZEITUNG Seite » Palästina. Der Status der Kolonien im Jahre I907.1) L Kolonien in Judäa II. Kolonien in Samaria UI. Kolonien in Galiläa IV. Trans-Jordanien Name Gründnnjisjahr Areal in ha Seelenzit Artuf 1896 450 60 Ekron 1884 830 300 Kastinieh 1888 460 100 Katra 1882 450 140 Mikweh-Israel2) 1870 225 150 Mozah 1890 59 28 Petach-Tikwah iS78 2300 1500 Rechoboth 1890 1300 550 Risclion-le-Zion 1882 920 818 Wad-El-Chanin 1882 285 146 Ausserdem Landstücke — 1000 — Atlit 1897 500 30 Chedera 1891 2900 164 El-Dschemal 1889 3) 40 Kafr-Saba 1904 675 30 Schweja 1S91 3) 40 Sichron Jaakob 1882 1750 700 Tantura — 40 16 Ain Seitun 1891 509 51 Jamma und Betdschen 1902 03 3000 260 Machanajim 4) 1899 773 — Mescha 1902 1000 145 Metulah 1896 1300 311 Miihamie 1902 1000 120 Mischmar Hajarden 1890 220 90 Rosch-Pinah 1882 3800 796 Sedschera 1899 1800 200 Y essod-Hama’alah 1883 1000 246 Ausserdem Landstücke — 540 _ B’ne Jehuda 1888 315 83 Ausserdem Landstücke — 7500 in Palästina beträgt also jetzt ca. 38.000 Hektar. — KARTEN-SKIZZE DER JÜDISCHEN COLO NI EN PALAESTINA » s io rs 20 ii 30 3S +s so */n Erläuterungen: Eisenbahnen. AJüdische Colonien A Jüdische Besitzungen rcssuo HA AIN SEJTUNa j. MEROMA _ ROSCH-PINAH © Safedy Akha Haifa, SEOSCttCRA AeljE JEHUOA MESCriA^ jmzareth miuumje AEM-ei-TUT J^AEL*QSCHEMAt SICHRON-JAACOB Bevscub CHEOEAaH kafr-sasa A Q Nablus I SICHEM) eetach-tikwah ▲ JE3.-Sa.lt 0 JEHUDJEH A MIKW •LE-^ZIO EL-CMAMIN BETH-ARlf A RtHlATM-SErC» W\ vada, Bamleh, X RECMQBCnA EKRON KATRJ^ Jencho i mqzah ^•„Jerusalem. ') Diese Tabelle ebenso wie die Kartenskizze ist einer vom Berliner Verein ,Esra* herausgegebenen Propagandaschrift (Fortschritte der Landwirtschaftlichen Kolonisation in Palästina von Davis Trietscb, Jaffa) entnommen, nach den von Dr. Buppin im September 1907 in Palästina gesammelten Daten berichtigt .*) Eigentlich nicht Kolonie, sondern landwirtschaftliche Schule. *) Tochter Kolonien von Sichron Jaakob. — Die Ziffern sind in letzterer enthalten. *) Der Boden gehört zurzeit den Kolonisten von Rosch-Pinah. Nachrichten aus Palästina. Infolge der starken jüdischen Einwanderung sind bekanntlich in Jaffa die Preise für Wohnungen ausserordentlich gestiegen. Es herrscht ein grosser Woluuingsuiangel. so dass viele Neuankömmlinge gezwungen sind, in Hotels zu wohnen, weil sie keine Wohnung finden können. Viele In-zahlen die Wohnungsmiete auf ein oder gar zwei Jahre im voraus, um ja der Gefahr einer Kündigung zu entgehen. Mit diesen Geldern hauen jetzt die Araber nette Hauser, die sie dann später wieder für teures Geld an die Juden vermieten werden. Selbst das jüdische Gymnasium konnte eine Zeitlang kaum eine entsprechende Wohnung finden, so dass es tatsächlich in Gefahr war. geschlossen werden zu miiss.ai. Die Häuscrhaugesellsclüuft Aehuzath Baith hat daher ein reiches Feld der Tätigkeit vor sieh. Vor kurzem weilte bekanntlich l)r. Chaim Weitzmann. Mitglied des A.-G.. in Palästina. Er studierte im Aufträge einer europäischen Gesellschaft die Frage der Gewinnung gewisser Blumenessenzen. Wie nun verlautet, haben seine Untersuchungen ein gutes Resultat gehabt. Zunächst soll die Gründung zweier Fabriken zu diesem Zweck geplant .rein. Die Gesellschaft ...V t h i d" beabsichtigt. Ln Lydda “ine zweite .Seifenfabrik zu gründen. Der 11 and w e r k e r v e r e i n „Jehia Kapajim“ in Jerusalem hat den Ankauf weiterer Bauplätze beschlossen, um darauf neue Häuser für die Mitglieder der Gesellschaft zu batten. Den Bodenpreis müssen die Reflektanten sofort dem Vereine ztirüekbezahlen. während ihnen die zum Bau der Häuser erforderliche Summe auf längere Zeit geliehen wird und. in Raten abgezahlt werden kann. Der Verband hat während seiner siebeujährigt-ii Existenz eine sehr rege Tätigkeit entfaltet. Unter anderm hat der Verband eine Darlehenskasse gegründet und in jeder IIinsieht die materielle Lage der Handwerker in Jerusalem gefördert. Ln Hebron, wo bekanntlich die Anglo Palestiue Company neuerdings eine Filiale eingerichtet hat. wurde ein Verein ..Ksehkol" g<> gründet, der bezweckt, die jüdische Jugend dem Handel ziizuführeii. Bisher ernährte sieh diese lediglich aus der Chaluka. Die Gesellschaft wird sieh hauptsächlich mit dem Getreide- und Weinhandel belassen und wird von der Filiale der Anglo Palestine Company unterstützt. ln Iva i rii soii demnächst eine grosse hell r ä i s e h e Z e i t u n g erscheinen. Als ihr Herausgeber wird ein Herr Alm-.-lich fungieren, der früher Lehrer an einer palästinensischen Alliance-Schule war. Rundschau. Ein jüdisches Studentenheim. Es ist die alte Erfahrung: mit jüdischen Geldern aufgepäppelte Institute geraten in antisemitische Hände und die jüdischen Petenten miK-eii Zusehen, wie mit dem Gehle jüdischer Spender praktischer Antisemitismus getrieben wird. Erst jüngst war ein Klageruf der jüdischen Lesehalle über Zurücksetzungen jüdischer Hörer beim philosophischen Lnterstützungsverein in den jüdischen Blättern zu lesen und wieder hören wir. dass sieh die Gründling eines jüdischen .Studentenheims als notwendig erwies, weil das bestehende Wiener Studentenheim Juden wenig Freiplätze bewilligt. Die forcierte und oft widerwärtig affektierte Vorurteilslosigkeit jüdischer Spender wird mit offener Feindseligkeit und einseitiger Verwendung der Unterstützungsgelder gelohnt. So war es in Brünn, wo eine antisemitische Majorität den Technikerunterstützungsverein nach antisemitischen Parteigrundsätzen leitete, so ist es in Wien, wo alle unter antisemitischer Leitung stellenden Studentenvereine gehässige Rassenpolitik treiben und auf den Willen der jüdischen Geldgeber pfeifen. Sie nehmen das jüdische Geld und überlassen die jüdischen Studenten ihrem Schicksal. Die zynische Parteipolitik dieser Unterstützungsvereine hat zur Gündung selbständiger jüdischer Unterstützungsvereine

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