Israelitische Rundschau
- Journal
- Israelitische Rundschau
- Volume
- 1902
- Issue
- Heft 32 (8.8.1902)
- Date
- 1902-08-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2437270-2437304-2437337--581-2437742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
AsvaettLische Kundschaft ing. Mathias Wechsler, Vizepräses, caml. ing. A. Rosenfeld. Schriftführer, caml. ing. Moisc Grünberg, Kassierer. eand. tcclm. Alex. Hornstieg. Turnwart. Alls dem Schlußkonvente (11.-Juli) erklärte sich der Verein mit dem Baseler zionistischen Programm einverstanden und beschloß. mit all seiner Kraft an der Ausfühning desselben mitzuarbeiten. Tie Ehargiertenwahl für das Winter-Semester ergab folgendes Resultat: caml. ing. M. Wechsler, Präses, sind, teelm. D. Carniol, Vizepräses, stuck. clmm. E. Gold, Schriftführer, stuck. cbcm. Osias Pollinger, Kassierer, caml. tcclu». A. .Hornstein, Turnwart. Während der iycrieit sind sämtliche _ Zuschriften für den Verein an caml. tcclm. Alex. .Hornstein, Goethestraße 87 Q. I., Eharlottenbnrg. zu adressieren. München. K. AI. In einer trotz der ungünstigen Jahreszeit außerordentlich zahlreich besuchten Versammlung sprach am 20. Juli Frl. Lina T a u b e r - Berlin über: T i e j ü d i s ch e F r a u und der Z i o n i s - nt u s. Tie sympathische stiednerin sprach, ausgehend von der Gründung der jüdisch nationalen Franenvereimgnng in Berlin, über die Stellung der jüdischen Frau im 1110* dernen'Judentmn, ihre Sünden mrd ihre Pflichten, sodann über die Grtutdfragert. die uits moderne Juden bewegen, Assimilation, Nationalismus iinb Zionismus. Ten: sehr beifällig aiifgenoutineneil Vortrag folgte eine anßerordentlich angeregte Tiskusüon. iit deren Verlauf die Tarnen Bertha Majerowitsch und Jenny Tauber-Memel einen warmen Appell an die zahlreich erschienenen jüdischen grauen richteten, der zionistischer! Ortsgruppe beizntreten. Alls dem weiteren Verlauf des Abends seien nur noch die Ausführungen unseres Freundes Tr. Theodor Lesung hervorgehoben. Im Anschlus; an das Referat unserer trefflichen Gesinnungsgenossin Lina Tauber traten 15 Tarnen und 0 Herren der Ortsgruppe bei, die nunmehr ca. 1-10 Mitglieder zahlt. d Budapest. Gegenüber der Behauptung der Ocüerreichischen Wochenschrift, das; der Abgeordnete Tr. Soma Visontai weder die angebotene "Präsidentschaft des Zionistenvereins angenommen, noch überhaupt bei einer Sitzung des Vereins anwesend gewesen sei. stellt die „Ungarische Wochenschrift" fest, das; der Abgeordnete Visontai bisher nicht die Zionisten dementiert habe, und das; die Sache ans Wahrheit beruhe. Uebrigens schreibt der „Egycnlöseg", das perfide Blatt der jüdischen Assimilation .in Ungarn, das; überhaupt keine ungarische zionistische Vereinigung in 'Budapest existiere. Temgegenüber sieht sich die Ungarische Wochenschrift genötigt zu erklären, das; der Verein „Budapest! Ezionnta-Egyesülei" unter. Nummer 13(» (147 vorn hauptstädtischen Magistrat registriert wurde, und zwar am 15. Juli 1002. In Ungarn müssen eben die Zionisten jetzt Aehnliches erleben, tvie cs die Zionisten noch vor 10 Jahren auch in Berlin über üch ergehen lassen muhten. Schadet aber nichts: Ter „Egyenlöseg" wird noch ganz klein werden. — Prag. (Exekutivkomitee d<r zionistischen Vereine.) Bekanntlich besteht in Prag seit längerer Zeit ein solches Komitee. welches aus je 2—3'.Delegierten der Einzelnen Praaer Vereine zusammcrig.'sctzt ist. Obmann des Komitees ist gegenwärtig Gg. Karpelcs. In der letzten Zeit wurde eine Geschäftsordnung beraten, in welcher gesagt ist. daß das Exekutivkomitee die Aufgabe h-t, gemeinsame Veranstaltungen'aller zionistischen Vereine zu leiten und das gute Einvn, nehmen unter denselben zu pflegen, ferner soll dasselbe eine Verbindung zwischen dem DistriktSkomitee und den Vereinen Herstellen. Es soll uns freuen wenn daS Exekutivkomitee in der Lage sein wird, für die zionistische Sache in Prag erfolgreich einzutreten, bk. 8. pelchendLkg' I. 8.' tDie zionistische Idee hat auch bier Eingang gefunden. Propagiert von'eimgcn derzeit hier ankäisigen Zionisten, gewann sie bald an Ausbreitung und cs ist zu hoffen, daß im Laufe der nächsten Monate hier eine zionistische Ortsgruppe entsteht. Von dem Interest-', welches die zionistische Idee hier erregt, gicbt die an unseren Gr. Asststenten Hartmann von seiten der hiesigen sozial« demokratischen Handelsangestetltenorganisation zu einem Referat über „Zionismus und SozialiSnrus" ergangene Einladung. Die dem Vorirage folgende Diskussion brachte die von sozialdemokratischer Seite schon oft geäußerten und widerlegten Einwände. An der Debatte beteiligten sich Redakteur Straßer vom hiesigen sozialdemokratischen „Freigeist" und Redakteur Preißler vom „Rübezahl". Die Herren negierten den Bestand einer jüdischen Rationalität, erwähnten aber, daß man auf sein deutsches oder französisches Volkstum stolz sein und es pflegen könne. In schlagfertiger Weise widerlegte Gg. Harlmann die wirklich naiv.n Ansichten dn jüdischen Genossen und erntete für seine vortrefflichen Ausführungen lebhaften Beifall. Das hiesige sozialdemokratische Organ verschwieg selbstverständlich den Brria.l über die Versammlung, cbwohl oder vielleicht weil sie von der eigenen Organisation veranstaltet wurde. MMchali. Hamburg. Tie jüdische Turnerschaft 3» .Hamburg faßte in einer Sitzung, an der auch der Vorsitzende des Berliner Turnvereins Bar Kochba teilnahin, ben Beschluß, einen Zusammenschluß der jüdischen Turnvereine Deutschlands herbeizuführeu. Turnvereine bestehen bis jetzt — zumeist ans jüdisch-nationaler Bgsis^— in Berlin. Frankfurt a. d. Oder, Frei bürg i. B.» Halberstadt, Hantbnrg. Köln und Mannheim. Außerhalb Tenischlands sind Turnvereine in Bielitz. Bukarest. Konstantinopel. Mälmiich-Ostran, Olmüv. Privoz, Tropparr, tlngarisch . Hradisch und Wien bekannt. Wien, 28. Jnli. Tie Weigerung des Brüsseler .Kongresses Pro Armenia, seine Stnmne auch ZN Gunsten der rumänischen Inden zu erbeben, svird dantit begründet. Vas; dann auch die Behandlung der Finlander durch Ruß land zun! Gegenstand der Besprechung hätte geinacht lverden müssen, was' sich dannn verbot, lveil jene Vorkounnnisse im Ezarenreiche geeignet erscheinen, das Verhallen der Türkei gegen die Arrneltier zu rechtfertigen, ntindestens in mildereut Lichte erscheinen zu lassen. Teshalb lvurde die Losung ansgegeben, sich ans die Angelegenheit der Anncnier z» beschränken. Nun' ist cs zweifellos zutreffend. daß der türkischen Negierung eine Verquickung der armenischen Frage mit der Sache der Finlander nur willkommen sein würde. Schon die bloße Tiskntiemng des Gegenstandes auf einen! internationalen Kongreß müßte Rußland verstimmen und der Pforte einen bequemen Borlvand bieten, das Verlangen nach Reformen in Annenien rundweg abzulehnen. Ganz anders verhält es sich doch aber mit den rumänischen Juden, welche geradeso, lvie die Armenier.in der Türkei, die Ausführung des 'Berliner Vertrages reklantieren. Tie rumänischen Inden wurden schon sehr zufrieden sein, wenn sie von der Regierung ihres Landes so behandelt würden, lvie die Armenier im Türkischen Reiche. — New-Ljork. Bei der Bestattung des aschkenasischen Oberrabbiners .Rabbi. Jakob Joseph kan: es zu bedauerlichen Unruhen. — Nach einer Meldung der „Morning Post" versuchten ungefähr Hunderttausend Juden zu der kleinen Synagoge in Henry Street, in der die Feier flattfanb, Zutritt zll erhalten. Tie Polizei tvar genötigt, einen Angriff zu, machen, um die Straße für den Verkehr offen .zu halten und es gab einen Tumult. Viele Personen wurden von den Knütteln der Polizei verletzt. Ter Sarg konnte kaum durch die Beenge passieren; sie hob ihn doch ans ihre Schultern und nur mit Hilfe der Polizei brachte inan denselben durch. Als er bis vor Hoe's Schnellpressenfabrik in Grandstreet gelangt war. wurde, lvie den» „Erpreß" berichtet wird, von der Fabrik ans Wasser ans die Menge gegossen. Hunderte stürmte»» darauf das Etablissement und verwüsteten das ganze Erdgeschoß. Die Angestellten der Fabrik verteidigten sich, wobei Hunderte Verlevr und. nieder aciborsen lvnrden. Die Polizeireserve mußte eindrinaen und die Ruhe wieder Herstellen. Viele Personen lvnrden in das Hospital geschafft.