Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 52 (29.12.1905)
- Date
- 1905-12-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. »! Jüdisches Volksblatt Seite 5 Jack M. 50t u c v iS Kunden, Sekretär im Ehrenamt. Dcm Berichte war eine Liste beige fügt, die Me gesammelten Daten über die von Pogromen heimgesuchten Orüschaften geordnet, gemäß den eingesetzten Zentralkomitees, sowie die assignierten Beträge für die Unterstützungen enthielt. Vermischte Nachrichten. Wien. (Bortrag aus der Geschichte der Inden in Deutschland und Oesterreich.) Donnerstag den 4. Jänner 1906, präzise 728 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvereines, I., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Doktor Di. Grunwald statt. Thema: „Eine jüdische Kaufniannsfamilie aus alter Zeit." Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei. Israelitische Knltusgemein-e Sonntag den 31. Dezember, 10 Uhr vormittags, findet eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, II. Stock, statt. Tagesordnung: Festsetzung der Voranschläge der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Fonds und Anstalten. Wien. Der Lit. Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria" veranstaltet Sainstag den 27. Jänner im Festsaale des Hotel Central eine große Akademie mit anschließenden: Tanzkränzchen zugunsten der russischen Opfer. Ein ungemein reichhaltiges Prograin in mit allerersten Kunstkräften wird vorbereitet. Wien. (Chanuka-Festgottesdieiist.) Der Tempelverein des XIII. Bezirkes der Stadt Wieii veranstaltete am 23. Dezember um 725 Uhr nachmittags einen Festgottesdienst für jung und alt, bei welcher auch Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald erschien. Auch der Obmann der Bezirkskornnnssion für die Bezirke XII—XV, Herr Samuel Mohr, beehrte den jungen Verein mit seiner Gegenwart. Die kantoralen fyunt'tionen versah der Vereinskantor Herr Gotthold Friedländer, unterstützt von einem Männerquartett tu ausgezeichneter Weise. Die Festpredigt hielt Herr Dr. Grunwald. Wien. (Predigt.) Freitag abends bcu 29. Dezember 1905 Predigt im Stadttempel. Wien. (Jüdischer Bildungsverein „Raschi", IX., Glasergasse 24, I. Stock.) Die regelmäßigen Lehrvorträge rmd Kurse dieses Vereines, dessen Aufgabe es ist, das Studium der Bibel, der jüdischen Geschichte und der späteren jüdischen Literatur zu pflegen, beginnen: Dienstag an: 2. Jänner 1906 um 8 Uhr abends, im Vereinslol'ale IX., Glasergasse 24,1. Stock, woselbst auch die bedeutendsten Journale und Zeitschriften aufliegen. Beitrittserklärungen der ordentlichen Mitglieder (Monatsbeitrag 60 Heller) und der Gönner (Jahresbeitrag 10 Kronen) sind an obige Vereinsadresse zu richten. Wien. (Tempelverein des XIII. Bezirkes der Stadt Wien.) Am 10. Jänner 1906, '/29 Uhr abends, findet in: Ottakringer Bräu, XIII/,, Auhofstraße 1, die 3. Gen'eral-Versammlung dieses Vereines statt.Tagesordnung: 1. Rechenschaftsrmd Kassenbericht. 2. Neuwahl von 3 Ausschttßnritgliedern und 3 Ausschuß-Stellvertretern und 1 Revisor für ein Jahr. 3. Eventualia. Wien. (Verein „Jehnda Halevy".) Sonntag den 31. d. M. findet im neuen Lokale des Vereines „Jehudah Halevy", II., Reiubrandtstraße 7 (Parterre), eine „Scholaum Alechem-Vorlesung" von Herrn Josef Grob zugunsten des Dichters Scholaum Alechem statt. Beginn präzise 6 Uhr abends. Gäste herzlichst willkommen. Zborow (Galizien). .Am 17. d. M. veranstaltete unsere Kultusgemeinde eine Trauerandacht für die unglücklichen Opfer der JudenmassakerS in Rußland, an welcher die Teilnahme ungemein groß und das große Bethaus von Teilnehmern dicht gefüllt war. Nach dem Minchagebete bestieg unser Rabbiner Se. Ehrwürden Herr David Kleinhändler die Kanzel und hielt den Märtyrern einen tief ergreifenden Hesped, in welchem er in beredten Worten auf das unsäglich große Unglück, von welchem das Judentum heimgesucht wurde, hinwies. Ter Überalls warme Nachrltf lvirkte zündend und die darauf folgende Sannnlung, die Seine Eyrivürden linier Herr Rabbiner m Gerne;nscyast mit oem Herrn Rabbmals-Assessor Benzion Schiile lind Herrn Riartüa Kay zugunften der Hmterbtievenen nach ben ungtücttichen Glaubensilnd Stammcsgenossen veranstaltete, lvies ein nicht unbedeutendes Ergebnis auf. Wien. (Chanu'kafeier.) Unter zahlreicher Beteiligung! nahm die diesjährige Chanu-kaseier des Theologischen B e r e i n e s am 23. d. M. einen glänzenden' und der Stimmung des Festes entsprechenden weihevollen Verlauf. Auf die herzliche, in stramm nationalem, Sinne gehaltene Begrüßungdurch den Herrn Präsidenten! I. Stößt c t folgte der von Herrn K. K n p s e r verfaßte und von Herrn H. T ot'Cj tj u e r gut vorgetragene, stinnrungsvolle Prolog. Die Chanukalichter zündete der Herr Oberkantor B. Guttmann an, dessen Gesangsvorträge einen Beifallssturm hervorriefen. Die beiden Fcstreden (Herr T-r. I. K u r r e i n deutsch, Herr L. Freund hebräisch) zeichneten sich durch schwungvolle Form! und Gldankenfülle aus. Zur Verschönerung des Abends trugen auch sehr viel bei: die Gesangsvorträge des Konzertsängers Hcrrn L. F i n k e, das meisterhafte Violinsolo des Herrn Konzerimusikers I. Z i m b l e r und die wirkungsvolle Rezitation ans jungjüdischer Dichtung des Herrn Schauspielers Ed. Strauß. Unter den zahlreich erschienenen Gästen bemerkte man: Rektor Dr. A. Schwarz, Lektor M. F rieb m a n n, Tr. L. K a h n, Rabb. Dr. E. D a v i d, Rabb. Dr. K a m i n k a, Prof. Dr. S ch o r r, Vertreter der jüdischen Presse K r a n s z-„Jüdisches Volksblatt", B e r k ö - w i t sch-„Welt"), Vertreter der meisten zionistischen Sludenten'vcreine usw. nsw. Die N.-F.-Sammlung ergab 29 Kronen. Allgem. Oesterr.-isr. Bund. (Trauerknndgebungen für unsere unglücklichen russischen Glaubensgenossen.) Für unsere den in Rußland stattgehabten Greueln , zum Opfer gefallen.!! unglücklichen! Glembe ns genossen , hielt die Wiener Kultusgeineinde in ihren Synagogen erhebende Tranerfeiern ab. Der „A l 1 g e m. O e st e r r.-J s r a e l i t i s ch e B ll n d" in Wien wendete sich hierauf an die israelitischen Kultusgemein-deir unseres Vaterland.s mit der Einladung, am Sonntag den 3. Dezember d. I. gleichfalls Trauergottesdienste abzuhalten und ihm über den Vollzug Mittieilung zu machen. Ans den nun erhaltenen Berichten, deren Einlauf noch bis in die letztverwichenen Tage andauerte, ist ersichtlich, daß die Trauerandachten überaus zahlreich, manche auch von andersgläubigen Mitbürgern besucht waren und einen imposant würdevollen, nachhaltig erhebenden Eindruck zurückließen. Die Berichte in großer Zahl über Entrüstungsproteste in separaten Trauersihnngen der Vorstände, über in schwarz umflorten' Tempeln dich! gedrängte Andächtige ans alt und jling, über Tränen und Schluchzen anolösende Kanz-elreden, über rührende und in.isterhafte kantorale Leistungen, deren manche, mir die Weihe noch zu erhöhen, vor geöffneter Vundeslade rezitiert wurden, über zngunsten der unglücklichen Hinterbliebenen eifrig gesammelte Unterstützungsslumneir nnd über noch andere Formen der Trauerknndgebnng! alle diese Meldungen wären würdig, ausnahmslos w ö r t l i ch veröffentlicht zu werd.n. Allein wir müssen uns dies in Anbetracht dessen, daß diese Tranerknndgebnngen von» nicht weniger als 470 israelitischen Knlinsgemeinden unseres Vaterlandes erfolgten, versagen und uns nur damit begnügen, allen Gemcinden, die Misere Anregungen so würdig zur Ausführung brachten, öffentlich unseren glallbensbrüderlichen Dank zn sagen. Dev „Allgem. Oesterr.-Jsraelitische Bund". Rachod, 24. Dezember. Bei der am 10. d. M. stattgefimdenen Wahl der Funktionäre in den Kultnsvorstand wurden! sämtliche Kandidaten der Opposition gewählt. Vom ersten Wahlkörper wurden die Herren Siegfried Pichl, Hermann Pick, Leopold Stransky, Jonas Lewith und Otto Pick in den Vorstand, Max Pollak und Jakob Munk als Ersatzmänner, Leo Weißenstein, als Revisor, Leopold Hitschmann, Alfred Pick, Simon Holzner, Hronow, Jakob Sommernitz und Adolf Pick als Vertrauensmänner und Josef Kohorn, Braunau, und Jakob Sommern'tz in die Umlagekoimnission gewählt. Der zweite Wahlkörper nxTljUe die Herren Jakob Pick, Moriz Stern, Max Goldschmied, Ludwig Fanta, Mar Pick in den Vorstand, Ernst Lewith, Gustav Pick und Wilhelm! Lederer als Ersatzmänner, Edmund Fischer als Revisor, Josef Lederer, Dr. M. Brandejsky, Ernst Löwenstamm, Hronow, Emcmuel Kohorn, Eipel, Leopold Eisenmann, Kosteletz, als Vertrauensmänner und Julius Löwenbach, Josef Lederer, beide ans Hronow, in die Ilmlagekomnussion. Bei der am 17. d. M. stattgesrnidenen konstituierenden Sitzung des Ausschusses wurde Herr Jakob Pick zunr Vorsteher, Max Goldschmied zum Vorsteher- Stellvertrcter, Hermann Pick zmn Kassier, Siegfried Pichl zmn Rechmmgsführer, Jonas Lewith zuni ersten und Otto Pick zmn zweiten Tempelvorsteher gewählt. Die Herren Leopold Stransky, Max Goldschmied, Ludwig Fanta wurden in das Schulkomitee, Leopold Stransky, Jonas Lewith, Max Pick als Armenräte rmd Hermann Pick, Moriz Stern nnd Siegsried Pichl in. das Baukomitee aewählt. Wolf ben Jehuda. * Indische ToynVeehalle, XX Othmar gasse 4«. W o ch e n p r o g r a m m: Sonntag den 31. Dezember 1905: „lieber Bienenzucht" (Herr Dr. I. Samuel y). Montag den 1. Jänner 1906: „Ueber Wahlsysteme" II, (Herr Dr. I er ns a l e m). Dientag den 2. Jänner 1906: Literarischer Abend. Mittwoch den 3. Jänner 1906: „Die Lehre vom Menschen" III. (Herr Prof. Dr. Josef Pollak). Donnerstag den 4. Jänner: .,Belohnung und Strafe als Erziehungsmittel". (Herr Doktor Isidor Lederer). Freitag den 5. Jänner 1906: Bibelvortrag. Samstag den 6. Jänner 1906 : Konzert. Am Samstag den 23. Dezember d. I. fand in der Tvynbeehalle ein Konzert statt, dessen glänzendes Programm von den Herren M e nd e l e w i t s ch aus Odessa (Klavier), Professor Pollak aus Genf (Biotine), Salo Lemberger (Gesang und Fräulein Ilona Engel (Deklamation) bestritten wurde. Die Vortragenden ernteten für ihre vorzüglichen Darbietungen lebhaften Beifall und jede einzelne Programmnmnmer mußte durch Zugaben bereichert werden. — Sonntag den 24. d. M., nachmittags, fand eine Kinderjause, verbunden mit einer Chanukafeier statt. 250 der ärmsten Kinder wurden festlich bewirtet und jedes einzeln mit Spielwaren beschenkt. Der Vortrag eines Begrüßungsgedichtes, die Absingnng einiger Lieder und die Aufführung eines Theaterstückes durch Kinder erregten Hellen Jubel. Herr Karl E h r e n f e st hielt dann die Channkarede und entzündete die Lichter. Es war ein glücklicher Nachmittag für diese Aermsten, der jedem Kinderfrcilnd einige Genugtuung bereiten mußte. Wien. (F ü n f n n dzwanzigjähriges A m t s j u'b i l ii it m.) Am 6. Jänner 1906 bericht der Oberkantor der türkischen Jsraekitengemeinde i» Wien, Herr Jakvb Bane r, das Jubiläum seiner 25jährigen Amtstätigkeit in dieser Gemeinde, in welche er behufs Reformierung des damaligen Gottesdienstes von Graz ans berufen wurde. Obertantor Bauer, der mit seiner heute noch glanzvollen Tenvrstimrne schon viele Tausende zlt iveihevoller Andacht geführt hat, gilt als einer der hervorragendsten Interpreten bes Synagogengesallges und als Reformator der gottesdiettstlich-gesanglicheu Liturgie, wie sie im Prachtternpek der türkischen Gemeinde in Wien und in anderen modernen sephardischen Gemeinden geübt wird. Auch ans dem Gebiete der kantorale» Organisation hat Oberkantor Bauer Bedeutsames und Gemckuiniltziges geschaffen. Im Jahre 1881 gründete er die „Oest.-ung. Kantoren-Zeitnng" und gab die erste Anregung zur Gründung deS Oest.-nng. Kanivrenvereines, einer zum Wöhle berufsunfühiaer Kollegen soivie der Witwen und Waisen derselben überaus segensreich wirkenden Organ'Üfation, welcher Obertantor Bauer als erster Vizepräsident angehbrt. Auch gründete er aus frteoheii Kokosnüssen? Qarantlermarurechtes fsinstss----- Pflanzen vFerr. „ ^■bbJ ’TTr