Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 48 (1.12.1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Jüdisches Yolksblatt Nr. 48 die Wiedereinsetzung esnes Distriktskomitees vornehmlich zu dem Zwecke beschlossen hat, um die Basis der zionistischen Organisation des Bezirkes zu verbreiten und so eine intensivere Propaganda der zionistischen Idee zu ermöglichen. Wir hoffen, daß Euer Wohlgeboren unseren Arbeiten vorkonunenden Falles Ihre werte Unterstützung nicht versagen werden und zeichnen mit dem Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung für das mähr.-schles. Distriktskomitee: Salomon Steckler. Friedrich Löw." Wien. (Predigt.) Freitag abends am l. Dezember 1905 Predigt im Stadttcmpel. Wien. (Trauung.) Sonntag den 3. Dezember 1 Uhr nachmittags findet im Stadttempel, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, die Trauung des Herrn Siegmund Groß, Sekretariatsdiener der Kultusgemeinde, mit Fräulein Theresia S t ö s statt. Einzelverein „Fünfhaus" des Verbandes „Zion". Genannten! Verein gelang es, den Redakteur der „Zeit" Herrn Baron Ungern- Sternberg für einen Vortrag zu gewinnen. Der Referent, ein geborener Russe und Kenner der russischen Verhältnisse, sprach Dienstag den 21. November im Saale des Hotel Fuchs vor einer reich besuchten Versammlung über „Die Juden in Rußland". Nicht das russische Volk zeugte die jüngsten Ereignisse, sondern Pobjedonoszew, Plehwe und Katkow haben das Volk planvoll und systematisch zu den entsetzlichen Greueltaten erzogen. Den Ausführungen des Barons, der doch als Christ über die Vorkommnisse in höchst objektiver Weise urteilen konnte, folgte ein lebhafter Beifall. Das Wort ergriff Herr Vizepräses Mohr. In ergreifender Weise gedachte er der unglücklichen Juden Rußlands. Weinend und schluchzend erhob sich die Versammlung von den Plätzen, als er eine Resolution zur Abstimmung brachte, die alle Juden zum Anschluß an die Organisation __ aufforderte. Hierauf ergriff Herr Sekretär Fleischer das Wort. In schwungvollen Worten legte er sein nunmehriges, auf die letzten russischen Ereignisse gestütztes Bekenntnis ab. Er ist Nationaljude. Er wünscht den Zionisten aus vollstem Herzen, ihr erhabenes und heiliges Ziel zu erreichen, ist aber gegenwärtig als zu großer Praktiker noch nicht auf unserem radikalen Standpunkte, weil ihm die Weltgeschichte ein so schwieriges Problem, wie es die Lösung der Judenfrage ist, noch nicht gezeigt hat. Herr Dr. Kahn erwiderte Herrn Sekretär Fleischer in bekannter kraftvoller Weise, und sprach den Wunsch aus, daß jeder Jude so offen und ehrlich sein Bekenntnis oblegen möge wie Herr Fleischer. Es sprachen noch Herr Dr. Rothblum und Herr Dr. Kadisch. Am Schlüsse der Versammlung wurde eine Sammlung für die russischen Juden eingelcitet. Der Abend ist als ein gelungener zu bezeichnen Wien. (Jüdischer Volksbildungsverein „Raschi".) Angesichts der vorherrschenden Gleichgültigkeit gegen alles Jüdische und der um sich greifenden Unkenntnis der hebräischen Sprache und ihres Schrifttums dürfen es alle Juden Wiens mit Freuden begrüßen, daß sich hier ein Verein bildet, der den Zweck hat, diesem Uebel zu steuern. Der Verein wird den Namen führen: Jüdischer Volksb i l d u n g s v e r e i n „Raschi" und stellt sich die Aufgabe, Lehrvorträge und Unterrichtskurse in Bibel, hebräischer Sprache und Literatur sowie jüdischer Geschichte abzuhalten, ferner solche Veranstaltungen zu treffen, die geeignet sind, jüdisches Bewußtsein und jüdische Solidarität zu stärken. Die konstituierende Versammlung findet Dienstag den 5. Dezember 1906, 8 Uhr abends, im Zerenioniensaale, 9. Bez., Müllnergasse 21, statt, zu der hiermit alle Interessenten höflichst eingeladen werden. Beitrittserklärungen sind zu richten an Alfred Meißner, 9. Bez., Porzettangasse 24 a. „Poale Zion", Wien. Sainstag den 2. Dezember 1906 um halb 8 Uhr abends findet im Cafe Stefanie, 2. Bez., Stefaniestraße, eine wichtige Vereinsbesprechung statt und werden alle Gesinnungsgenossen ersucht, bestimmt zu erscheinen. Vortragszyklus aus jüdischer Geschichte. Donnerstag den 7. Dezember, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Festsaale des Ingenieur- und Architektenvercincs, 1. Bez., Eschenbachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Ein jüdischer Ministerresident der Königin Christine von Schweden". (Nach neuen archivalischcn Materialien.) Mit Vorführung von Lichtbildern. Agram. (Trauergottesdienst für die russischen Opfer.) Am 24. November fand hier der Trauergottesdienst für die russischen Juden statt. Oberrabbiner Dr. I a c o b i hielt eine herrliche und ergreifende Predigt, und indem er die Anwesenden ermahnte, es könnte einmal auch zur Revanche kommen, forderte er sie auf, ihr Herz und ihre Hand für ihre Brüder zu öffnen. Volkswirtschaftliches. Kapitalserhöhung der Depositenbank. Dein Beispiele der meisten anderen Wiener Bankinstitute folgt nuninehr auch die Depositenbank mit einer Erhöhung ihres Aktienkapitales. Der Verwaltungsrat hat nämlich mit Rücksicht auf die erweiterte Geschäftstätigkeit der Bank beschlossen, von dein ihm nach dem Statute zustehenden Rechte zur Ausgabe von noch 10 000 Aktien zu 400 Kronen Nominale Gebrauch zu machen, und demnach das gegenwärtige Aktienkapital von 16 Millionen Kronen auf 20 Millionen Kronen zu erhöhen. Die Begebung der Aktien, welche vor genaumer Zeit nicht auf den Markt gebracht werden dürfen, ist zum Kurse von 440 K. und Stückzinsen an private Kapitalisten erfolgt. An dem Erträgnis des heurigen Jahres nehmen die neuen Aktien gleich den alten teil. Der erzielte Agiogewinn wird in den Reservefonds hinterlegt. Eingesendet. Enthält beste Alpenmilch. p^genthältbesteAlpenmilch.altbewahrr * M stets zuverlässig für Säuglinge*Magenkranke Jährliche Production 39 Millionen Büchsen. Tüehtiger empfiehlt; eich bestens. 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