Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 43 (27.10.1905)
- Date
- 1905-10-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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dr. 43 Jüdisches Volksblatt Seite b Es sprachen dann noch am offenem Grab im Namen der deutschen zionistischen Organisation Ingen. Kremenezky und im "Aufträge der englischen Federation Architekt Marmorek und schließlich namens der Berufskollegen und Landsleute der ebenfalls aus Brody stammende Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Halber st amm Worte der Trauer. Die kantorale Funktion versah der erste Kantor Don Fuchs, dessen meisterhafter, zu Herzen gehender Vortrag der Trauerfeier besondere Weihe verlieh. Grledlgte Stiftungen bti der Wiener Kultusgernrindr. Dr. Max Friedländersche Heiratsausstattungsstiftnng für ein armes Waisenmädchen. Aus den Zinsen der genannten Stiftung sind zwei Stiftplätze von je X 120.— an arme verwaiste Mädchen jüdischer Konfession als Vrautaiusstatt-uttgsbeitraa zu verleihen. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts- und Armutszeugnisse, einem Sittenzeugnisse, ferner dein Nachweise, daß sie verwaist sind und sich im Brautstände befinden, versehenen Gesuche bis 81. Oktober 1006 im 'Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1. Vez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gosuchs'blankelte unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstnnden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den M'atriken der israelitischen Kultnsgemeinde W i c n sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die gen ave Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden n i ch t berücksichtigt. Stiftung zur Unterstützung israelitischer Stnbierender, gewidmet von Dr. Sem Plohn zum Andenken an seinen Vater Jakob Plohn. Das Zinsenerträgnis der obengenannten Stiftung per X 700.— zusammen, gelangt für das Schuljahr 1905/06 1. in Beträgen von je X 200.— an israelitische hilfsbedürftige und unterstlitzungswürdige eheliche Nachkommen der Geschwister des Herrn Jakob Plohn, als Vater des Stifters, welche eine öffentliche Mittel- oder Hochschule in Oesterreich besuchen; 2. der nach Beteiligung der sub 1 bezeichneten Kompetenten etwa verbleibende Zinfenrest an israelitische hilsbedürftige und unterstützlingswiiröige G e w e r b e s ch ü l e r i n W i e n in Beträgen von je X 100.— zur Verleihung. Die mit den; Geburts-, Aruiuts- und den betressenden Stüdienzengnissen und bezüglich der sub. 1. bezeichn etert Bewerber mit dem legalen Nachiveise der Verwandtschaft mit dem Stifter versehenen Gesuche find bis 31. Oktober 1005 int Etnreichmrgsprvtvtvlle der israelitischen Kultusgemeiude Wien, >. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, ivvselbst auch GesuchAblaulette unetttgeltlich behoben rverden können, ivähreud der Arntsst'iinder, zwischen 0 rnld 12 Uhr vormittags zu . überreichen. Auszüge aus den Mitrikeu der israelitischen KultnSgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betresseuden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche io erden n i ch t berücksichtigt. Rosalia Mintzsche Witwenstiftnng. Aus den Erträgnissen obiger Stiftung sind vier israelitische Witwen mit dem Betrage von X 180.— für das Jahr 1005 zu nuterstützen. Die Bewerberinnen haben ihre diesfälligen mit dem Nachiveise ihrer Armut and des Witwenftarides versehenen Gesuche bis 31. Oktober 1005 im Ein re ich n ngsprotiKvlle der israelitischen Knltnsgemeinde Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, ivo sei bst auch Gesuchsblaukette nnentgeltlich behoben rverden können, während der Amtsstttudeu zwischen 0 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Mitriken der israelitischen Kultnsgemeinde Wien sind als Gesnchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaine Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden n i ch t berücksichtigt. Widmung der aufgelösten Abeudbörse für Lehramtskandidaten. Die Zinsen der obgenannten Widmung im Betrage von X 100.— gelangen an einen israelitischen Lehramtskandidaten zur Verleihung. Die mit einem Geburts-, Armuts- und Moralitätszengnisse sowie mit den Stttdienzeugnissen belegten Gesuche, iu welchen auch ein eventueller Stipendienbezua anzusühren ist, sind bis 81. Oktober 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1. Vez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch GesuchSblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Anrtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den MMrtktzn der israelitischen Kultusgemeiuöe W i e u sind als Wsuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Charlotte Kuffnersche Familienstiftung. Am 23. Tcbeth d. I. (20. Jänner 1906) gelangen bei der israelitischen Kultnsgemeinde Wien die Erträgnisse der obgenannten Stiftung pro X 670.— an a r m e Verwandte der am 28. Dezember 1896 in Wien verstorbenen Frau Charlotte KUffner zur Verleihung, wobei insbesondere mit der genannten Stifterin verwandte arme Witwen zu berücksichtigen sind. Die mit dem legalen Nachweise dieser Verwandtschaft und der Armut belegten Gesuche sind bis 31. Oktober 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen KUltusgemcinüe Wien, 1. Bez., Seitenstettengaffe 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge ans den Mjatriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; cs genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Ignaz und Nosalie Wolf Kranken-Unterstützungsstiftung. Am 11. Tebeth d. I., das ist am 8. Jänner 1906, gelangen die halbjährigen Interessen der obigen Stiftung, zusammen X 200.—, an arme hilfsbedürftige Kranke der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde zur Verteilung. Die Bewerber haben ihre mit dem Armsits- und Kranlheitszengnisse belegten Gesuche bis längstens 31. Oktober 1906 im Einreichungsprotokolle der israelitischen KUltnsgemeinde Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch G esu chsblan kette unentgeltlich behoben rverden können, während der Amtsstlmden zwischen 9 rrnd 12 Uhr vormittags zu überreichen. Gesuchstellcr, welche ihre Verwandtschaft mit den Stiftern nachzuwei'sen in der Lage sind, genießen unter gleicherr Verhältnissen vor anderen Bewerbern den Vorzug. Auszüge aus den Metriken der israelitischen Kultnsgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr die g e n a u e Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Fan ui Jeitclessche Stiftung für Nechtshörer. Aus deu Zinsen der Fanni Je iteles schert Stiftung für Hörer der jitridisih-pvlitischen Wissenschasteu gelangen für das Schuljahr 1905/06 vier S t i pe n dien v v n je X 188.— an israelitische Hörer der juridischeu Fakultät zur Verleihung. Bewerber haben ihre Gesuche, belegt mit Studien-, Geburts-, Moralitäts- und Mittellosigkeitszeug Nissen bis 15. St o v e m b e r 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, während der Amtsstnnden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Später eiulangeude Gesuche werden uicht berücksichtigt. Vermischte Nachrichten. Cinzelverein Mariahilf-Nenbau. MitÜvoch deii 18. ds. fctnb im separierten Saale des Cafe „Mariahilf" eine Voreinsversammlung statt, in ivclcher dov KongreßdelegiMte dcs Bezirkes, Herr Dr. Leopold 5k a h n , einen Bericht über den siebenten Klon,groß erstattete. Der Redner schilderte zunächst in höchst anschaulicher Weise die Strömungen, welche sich seit dem sechsten Kongreß in der zionistischen Bewegung entwickelt hatten, setzte die Probleme auseinander, mit ivelchen sich der siebente Kongreß zu beschäftigen hatte, entwarf dann ein lebendiges Bild der Meinnngskämpfe, welche auf diesem Kongreß ausgesuchten wurden, und erörterte in genauer und objektiver Weise die Bedeutlmg der -einzelnen Kongreßbeschlüsse. Besondere Aufmerksamkeit widmete Herr Dr. Kahn dev Kulturfrage und wies nach, daß, obwohl diese auf dem letzten Kongresse gar nicht offiziell auf der Tagesordnung gestanden habe, gerade auf dem Gebiete der Kultur in letzter Zeit viel positive Arbeit verrichtet worden ist. Die zahlreiche Versammlung folgte mit großer Aufmerksamkeit den fast zweistündigen Ausführung,cn, deren Wirkung sich nicht mt in lebhaftem Beifall, sondern auch darin äußerte, daß der Schlußappell des Vortragenden, der für die Zukunft des jüdischen Volkes so wich? tigen Institution des Nationalfonds stets zu gedenken, einer nach Schluß der Rede emgeleiteten .Nationalfondssammlung sichtbarlich zustatten kam. Wie«. Der Vorstand des Brigittenauer Tempelvereines veranstaltete zu Ehren seines Mitgliedes Herrn Adolf Schreiber, der am Simchath-Thora das Fest des 70. Geburtstages in geistiger und körperlicher Frische beging, eine solenne Feier. Im Tempel war sein Sitz mit schönen Girlanden dekoriert und war der Gesamtvorstand anwesend. Als Chathan Bereschith zur Thora gerufen, widmete Oberkantor Baffer und Kantor Roman dem Jubilar einen zu diesem Zwecke verfaßten Ml Scheberach, ebenso hielt Professor Dr. H. Pollak eine höchst erhebende Ansprache, in der er das Leben d«S Gefeierten mit dem des Patriarchen Abraham verglich, da auch dieses reich war an Leistungen für den Glauben und Werken der Wohltätigkeit Nach dem Gottesdienste vereinigte etwa hundert Festgäste das Bankett im Restaurant Schwarz, wobei viele geistvolle Toaste das herrliche Mat,l würzten. Besonders hervorgehoben seien die Rede» des Herrn Ferd. Kohn, der in humoristischer Form den Lebenslauf des Jubilars schilderte, ferner des Herrn Kultusrat Ellbogen für den Vorstand, Prof. Pollak, Dr. Heinrich Schreiber, Herrn Kaiser, Herrn Back und andere mehr. — Zuletzt dankte der Jubilar mit tiefer Rührung für die vielen Beweise von Sympathie und Oberkantor Baffer bot sein Bestes durch Bortrag hebräischer Gesänge und deutscher Lieder. Das erhebende, gemütvolle Fest dürfte allen Teilnehmern lange in freundlicher Erinnerung bleiben. Thoraweihe. Im Vereinsbethause 3. Vez., Erdbergstraße 15, fand Sonntag den 22. Oktober (Simchas Thora) die feierliche Einweihung einer von, Herrn Hugo Kohn, Sohn des Juwelioi'A Herrn Michael Kohn, anläßlich seiner Vermählung dem Bethaufe gespendeten „Sefer Thom" nebst reicht.ch goldgesticktem Thoramantel und vollständigem Thoraschmuck in Gegenwart eines zahlreichen distinguierten Publikums statt, bei welcher der Vereinsrabbiner .Herr Dr. Beruh. Templer eine geistreiche Festrede hielt. Als Gäste waren erschienen: Vom Bethausverein „Beth Hakncseth", 3. Bez., Uni. Viaduktgasse, die Vorstände Herr Dr. Josef Auerbach und Herr Adler, vom Vereine „Thoras Emeß" Herr Dr. Straffer und viele andere Honorationen. Wien. (V a r M izwah.) Samstag den 28. d. M. um 10 Uhr vormittags findet in der Synagoge, 2. Bez., Leopoldsgaffe 29, die Bar-MiZwah-Fcier des Eugen Scharr statt. Die Familienfeier findet am selben Tage nachmittags 4 Uhr im, Elternhause 2. Bez., Obere Donaustmße 47, statt. Unsere herzlichste Gratulation! Gegen den Befähigungsnachweis im Handclsgcwerbe fand am letzten Dienstag im „Hotel Post" ans Einladung der „Oestevreichisch-Jsraelitischen Union" eine Protestversanunlung statt. Das Referat erstattete Dr. Frtcdrich H e r tz. An den überaus lehrreichen Vortrag des Referenten schloß sich eine lange Debatte, an ivelcher u. a. teilnahmen die Herren Ch. N. R e i ch e n b c r g, dev die Ansicht aussprach, daß der Befähigungsnachweis für die galizischen Juden von großem Vorteile wäre, Dr. Karl L i f c z i s, der in dem Gewerbegesetz ein echtes Judengesetz eiblickt und den Antrag stellt, der Vorstand der „Union" möge durch eine Petition an das Abgeordnetenhaus gegen diese Gesetzesvorlage Stellung nehmen, ferner die Herren Reichsratsabgeordneter Dr. O f ne r, Dr. Leopold 5k a h n, Dr. Joses Samuel B l o ch und Redaktenr K r a u s z. Der Antrag Dr. L i f e z i s' wurde einstimmig angenommen. Lipto-Szent Miklos. (Eröffnung einer Schule.) Am 23. d. M. wurde hier die aus den Zinsen der Philipp Herzschen Verlasseuschaft erbaute israelitische Volksschule ihrer Bestinmumg übergeben. Die feierliche Einweihung wird erst tut nächsten Sommer stattfinden, umwelche Zeit auch der tieue 5kultustempel fertig sein wird. Bevor der Unterricht begann, versammelten sich die Kinder in dem Beratungssaale der Schule, welcher jetzt auch als Betlokal dient; hier wurde im Beisein des Vorstehers der Gemeinde, der Chewra Kadisch-a und der Schulkommission ein Gottesdienst gehalten. Nach dem Gottesdienste, richtete Schuldirektor Leopold Fischer an die Kinder eine Garantiert nal-urechtes feinstes Pflanzen Fett aus frischen Kokosnüssen!