Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 43 (27.10.1905)
- Date
- 1905-10-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite H Jüdische« Yolkiblatt Nr. 43 schöne Ansprache, worauf der Tempelchor und die Schuljugend den „Hymnus" sangen. Das geräumige Gebäude, welches nach den Plänen des Budapester Architekten! Leopold Bciumhorn von der Firma dtiarl Grün u. Sohn in Zsolua erbaut wurde, findet allgemeinen Beifall. Auch der dev Pollendung nahende Tempel — gleichfalls nach den Plänen Baumhorns erbaut — verspracht ein Monumentalbau ZU werden. Mädchen- und Frauenvereii^ „Krankenbesuch" (Bikur Chaulim) Wien. Sonntag den 29. Oktober 1905 lim 4 Uhr nachmittags findet im Sitzungssaale der Israel.tischen Kulmsgemeinde (1. Bez., Seitenstettengasje Nr. 4) die ordentliche Genemlverfannnlung dieses Vereines statt. Tagesordnung: 1. Ansprach: des Herrn Rabbiner Dr. Feuchtwang', 2. Gestattung des Jahres- und Kassebcrichtes; 3. Vorschlag zur Gründung eines Asyls; 4. Wahl des Vorstandes und der Kassenrevisoren; 5. Eventuelles. Anträge sind laut Paragraph 32 der Statuten fünf Tage vor der Geneullrersammlung schriftl.ch freut Vorstand anzuzeigen. Warnung vor einem Schwindler! Wie erhalten folgende Zuschrift: Königsberg i. Pr., 20. Oktober 1905. Verehrliche Redaktion! Gin gewisser Tr. R a b i n o w i tz, angeblich Rabbiner und Sohn des Schriftstellers S ch e f e r, brandschatzt seit einiger Zeit die jüdischen Wohltätigkettsanstalten, namentlich im Osieu. Rab.nowitz ist ein raffinierter Schwindler. Briefe, die er vorzeigt, z. B. von S o k o l o w- Wcrrschau, sind gefälscht. Rabinowitz ist mittelgroß, hat ein breites Gesicht, große Nase, kleinen schwarzen Schnurbarl und ist im übrigen glatt rasieitt, hat schwarzes Haar, trägt ein goldenes P.ncenez und zwei glänzende Ringe. Alter zirka 25 Jahre. Im Knopfloche trägt er häufig Herzls Bild. Er gibt an, wegen politischer Verbrechen aus Rußland geflohen zu ßin. Alle seine Angaben beruhen! auf Unwahrheit. Mit vorzüglicher Hochachtung Schutzkomitee für durchre.sende russische Juden in Königsberg i. Pr. Haut die Inden! Sehr treffend charakterisiert der berühmte jüdische Poet Ungarns, Josef K i ß, in der jüngsten Nummer der von ihm redigierten Wochenschrift „A Het" (Die Woche) die gegenwärtige Situation Der Juden Ungarns. „Bekanntlich hat das ungarische Magilalenhaus", heißt es da, „durch seinen jüngsten Beschluß gegen die Koalition Stellung genommen. Am Tage, als der Beschluß gefaßt wurde, fuhr ein bekannter Publizist auf der Elektrischen. Ein Politiker, den er im Wagen antrifft, macht ihm die vertrauliche Mttteilung: „Schlecht ftehts! Du wirst sehen, die Sache wird kein gutes Ende nehmen. Die Juden verderben alles! Da hast du's heut' wieder! Franz C h o r i n und Alexander D e u t s ch d e H a t v a n haben im Sinne der Koal tion gestimmt; dadurch haben sie das Judentrnn iir eine peinliche Situation hineingetrieben. Nun wird jeder Jude, der nicht zur Koalition gehört, als Vaterlandsverräter verschrieen werden. Und zum Schlüsse wird es heißen: „Haut die Juden!" . . . Der bekannte Publizist fährt weiter. In der Nähe der Leopoldstadt steigt ein anderer Beamter ein, „Die Juden müssen immer alles verderben!" beginnt dieser nach einer kurzen Begrüßung. Betrachte einmal die Abstimmung im Magnatenhause, der L a n c z y hat auf den Regierungs- Vorschlag gestimmt. Wozu tätigt das? Nun wird jeder sagen, die Juden haben die ganze Krise angezettelt. Du wirst sehen, das Ende wird sein: „Haut die Juden!" . . . Der Bekannte steigt aus, der Publizist'fahrt weiter. Beim Korso komint wieder ein so guter Bekannter, her ihnr wieder folgendes ins Ohr raunt: „Die Juden wendeten, wie immer, die ganze Situation. Und der Schluß wird dann sein: „Haut die Juden!" Es ist aber auch wahr. In einer Krise, wie es die jetzige ist, gibt es nur zwei mögliche Standpunkte: Entweder ich gehöre der Koalition an oder ich bin Auliker. Ein Drittes gibt's einfach nicht. Was tat aber Direktor 5k o r n f e l d? Ist! einfach vor der Abstimmung durchgegangen. Dtr wirst sehen, der Schluß wird sein: „Haut Juden! . . . ." Das merkwürdigste an der Sache — schließt! „A Het" die Erzählung —• ist, daß alle drei recht haben. . . Prag. Die ordentliche Generalversammlung des jüdischen Volksvereins „Zion" in Prag findet am I. November um y,3 Uhr nachmittags in derToynbeehalle im jüdischen Vereinsheim statt. Programm: l. Genehmigung des Protokolls der vorjährigen Generalversammlung 2. Rechenschaftsbericht. A Kassabericht. 4 Festsetzung des Jahresberichtes. 5, Wahlen. 6. Freie Anträge. Prag (VereinjüdischerHochschüler „Bar Kochba".) Die in der Generalversammlung am 21. d. M. vorgenommenen Ausschußwahlen hatten folgende- Ergebnis: Obmann pnil. Freud Obmann- Stellvertreter: jur. Herrnheiser. Schriftführer tecstv. Popper Kassier: tocbn. Oplatka, Bibliothekar phii. Amschelberg. Zeitungsverweser: Herrmann. Ziorii Es ist tatsächlich eine Ironie deS Schicksals, daß die ,.Neu« Freie Presse" nir dann dem Worte „Zionismus" oder „zionistisch" ihre Spalten öffnet, wenn irgend eine leitende Persönlichkeit der zionistischen Bewegung stirbt und der „9! Fr. Pr." für die Todesanzeige — bezahlt wird. Sie haben auch darin recht, daß die Einschaltung der Todesanzeige in dem genannten Blatte seitens des zionistischen A.-C. nicht mehr Ironie des Schicksals, sondern Ironie des — Selbstbewußtseins ist. Hierüber noch einen Artikel zu veröffentlichen, wäre unnütze Zeit- und Platzvorgeudung. Erbitterter Vater 2. 1. Zunächst betreten Sie den Beschwerdeweg bei der Vorgesetzten Behörde. 2. An den Vorstand der isr. Kultusgemeinde Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4. Sollte dort die Untersuchung verweigert werden, dann erst wären energischere Schritte am Platze. „Amerikanisches Zeitungswesen." 1. „Dhe American Zsraelite" in Cincinnati ist das führende Organ der amerikanischen Neformkuden. Das Blatt ist sehr inhaltsreich, seine Tendenz ist a n t i z i o n i st i s ch. Armer Sohn, Prag. Kinder sind ihren Eltern gegenüber gesetzlich nur in dem Matze unterhaltspflichtig, als sie bei Berücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen durch die Unterhaltsgewährung ihren eigenen und ihrer Familie Unterhalt nicht gefährden. Aber seit wann fragt ein jüdisches K i n'd nach dem bürgerlichen Gesetze, wenn sein Vater in Not ist?! Allerlei Empfehlenswertes. (Gesichtspflege.) Diese bildet einen derwichtigsten Teile der Hygiene des Menschen und wird tcotzdem sehr vernachlässigt. Die meisten begnügen sich damit, einmal täglich ihr Gesicht zu waschen — ohne Rücksicht auf den Kälte- und Härtegrad des Wassers, setzen ihr Gesicht allen Wikterungseinflüssen ohne jeden Schutz aus und wundern sich dann, einen unreinen Teint zu haben. Insbesondere Damen, deren Haut besonders empfindlich ist, büßen das Nachteilige einer solchen Mißhandlung des Antlitzes sehr. Zugegeben, daß eigentlich nur der Reiche seiner Toilette gebührende Zeit zuzuwenden in der Lage ist — wie er auch nicht gezwungen ist, sein Gesicht der Unbill jedes Wetters preiszugeben, so ist doch jeder leicht in der Lage, mit geringem Aufwand an Zeit und Geld — durch Anwendung eines guten Kosmetikunis — etwas für die Gesichtspflege zu tun. Hierbei ist jedoch daraus zu achten, daß man ein wirklich gutes und nicht etwa gar ein schadenbringendes Präparat erhält. Ein Spezifikum zur erfolgreichen Pflege der Haut bilden die von der Kreps-Apotheke in Wien erzeugte Gesichtspomade sowie die Christallseife. welche beide — altbewährt — in den besten Kreisen eingesührt sind. Leiston-Vruchtee. In überraschend kurzer Zeit haben sich der Ceylon-Tee und der Brnchtee die Gunst dec- Publikums in hohem Maße zu erwerben gewußt. Vor allem waren es die diesen Teesorton eigenen, als Anregungs- und Genußmittel überaus wirksamen Bestandteile, die deren Ruf begründet haben. 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