Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1905-10-13 · 41 (13.10.1905) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
41 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2432763-2433077-2433118--3214-2437150
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 41 Jüdisches Volksblatt Seite L> teuften Seminaristen und mit öem Nachweise der Dürftigkeit sowie der Heimatsangehörigkeit versehenen Gesuche sind bis 31. Oktober 1905 im Einreichmlgsprotokolle der israelitischen Knltusgemeinde in Wien, 1. Vez., Seitenstettengasse Nr. 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der AmtWunften zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Dr. Kart Bancrsche Widmung für Stipendien. Ans den Erträgnissen pro K 1000.— der von Herrn Moritz Bauer zur Erinnerung an seinen am 9. lluni 1897 verstorbenen Sohn JUDr. .Karl Bauer errichteten Wiftmiung mehrere Stipendien an würdige unterstützungAbeölkrftlge israel. Absolventen der k. k. Wiener juridischen Fakultät zur Verleihung gelangeik werden. Die Beinerber haben ihre Gesuche, welche 1. 'mit dem Geburtsscheine, 2. ftent Zeugnisse über die mit Erfolg abgelegte rechtshistorische Staatsprüfung, 3. dem Armutszeugnisse oder dem Nachweise, daß sie in dem letzten Studieusemester von dem Kollegieugelüe befreit waren, 4. dem Absolutvrium der k. k. Wiener juridischen Fakultät belegt seiri müssen, bis längstens 31. Oktober 1905 im Einreichnngsprotvkolle der israelitischen Kultusgenleinde in Wien, 1. Bez., Seiteustetteugasse Nr. 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette uuentgeltlich behoben werden können, während der AmtsGunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. K v ni p e t e n t e B e rv e r b c r, w elche s i ch in den j u r i st i s ch e n S e m i n a r ü b u n g e n hervorragend betätigt haben, werft c n vorzugstvei s e b e r ü ck s i ch t i g t. Gesuche, welche nicht mit den oben angeführten Dokumenten belegt sind oder nach Ablauf des Konkurstermines überreicht werden, können nicht irr Behandlung gezogen werden. Vermischte Nachrichten. Ncgierungsverbot gegen den Zionismus in Palästina. Eine aufsehenerregende Mitteilung enthält die jüngste Nummer des „Hamizpah". Hiernach heit die türkische Regierung das strenge Verbot Erlassen, in Zeitungen über Zionismus zu schreibe n. Unter anderen jüdischen Zeitungen erhielt auch die in Jerusalem erscheinende hebräische Zeitung „Haschkafah" eine solche Warnung zugestellt. Mehrere Zionisten in Palästina sollen wegen ihrer zionistischen Betätigung mit empfindlichen Strafen bedacht worden sein, trotzdem mehrere von ihnen der territorialistischen Parteirichtung angehörten. Die palästinensischen Tevritorialisten stellen diese scharfen Maßregeln als die Folgen des Verhaltens der Zione-Ziouisten und der Freiburger Resolutionen hin. Derselben Quelle zufolge sollen die Führer von christlichen Wallfahrten nach dem heiligen Lande gegen die dortige jüdische Hausindustrie (Andenken, Nippes usw.) den gehöre zum auserwählten Volke, dem einzigen richtigen Glauben. Und wer seid ihr?" »Ihr habt edel gesprochen — und an mir ist es, ziem zeveiteie Male zu sageir: Verzeiht. Aber ihr dürft neir die Haied reichere, denn auch ich bin ein Großer in meineen Laiede, iit Byzanz. Wer ich bin, das darf ich euch nicht sageee — ein Unglücklicher — ein Verfolgter. Ihr seht ja mit euren eigenen Augen, evie mau mir uachstellt, wie man verseecht hat, neich zu enordeee. Als Kanfleute ftnb sie mir nach geschlichen, verkleidet, rned der da — das war mein bester Freueed. — Reicht mir eure Hand, nehent meinen Dank — braver Kamerad!" „Nein," erwiderte der Ehazarenführer. „Ich kann Euren Dank reicht aeeeeehenen, auch nicht die Hand eirees Fremdlings. Ihr braucht mir nicht zrr sagen, iver ihr seid, aber eure Hand nehme ich daner reicht." „Ihr sollt es später erfahren — auf mein Wort." „Gerrng! — Soldaterr, auf! Helft dem Fremdling auf ein Pferd, doch vorsichtig, daß ihr ihen reicht Schmerzen verrrrsacht. Dock) halt! Nehrrrt ben Toten ihre Kleidung ab und legt sie auf die Pferde. Dann verscharrt die Körpcw und sagt eirr „Schema Israel!" Urrd die Soldaterr taten, rvie ihnen befohlen. (Fortsetzung folgt.) Boykott ausgesprochen haben, dev auch sehr strenge durchgeführt wird. Daß die Juden dadurch großen Schaden erleiden, manche von ihnen an den Bettelstab gebracht werden, ist leider neer allzu wahr. Unsere Juden aber, bemerkt das Blatt sehr richtig, lohnen dieses niederträchtige Vorgehen damit, daß sie für die Sukkothtage die jüdischen Ethroghändler unberücksichtigt lassen und hierbei den judenfeindlichen Griechen das Geld an den Kopf werfen, obgleich sie Heuer die Preise um das Doppelte erhöht haben. Wien. Einzelnerem „Mariahilf-Neubau" des Verbandes „Zion". Mittwoch den 18. Oktober 1905 findet im separierten Saale des Cafö Mariahilf (VI. Mariahilferstraße Nr. 89) eine Bereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Herrn Dr.Leopold Kahn über den VII. Zionistenkongreß. 2. Diskussion. Beginn präzise 8 Uhr. Gäste willkommen. „Poale-Zion^, Wien. Samstag den 14. d. M präzise Uhr abends findet im Versammlungssaale des Kongreßbureaus, IX., Türkenstraße 9, eine Generalversammlung des Vereines „Jüdischer Handelsangestellter" und des „Allgemeinen jüdischen Arbeiter-Vereins" mit folgender Tagesordnung statt: „Umwandlung dieser beiden Vereine in eine gemeinsame Ortsgruppe des„Poale-Zion"-VerbandeS."Die Mitglieder dieser Verein» und alle proletarischen Zionisten werden ersucht, zu dieser Versammlung pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Ausschuß. Militärische Ausschreitungen in Tarnoev. Aus T a r n o w kommt die Meldung von einem Vorfälle, der wieder einmal zeigt, wie unausrottbar der judenfeindliche Geist m unseren Offizierskreisen herrscht. Im dortigen neuen Cafe „Banzai" saß vor einigen Tagen eine Gesellschaft von drei Offizieren. Als sie ziemlich angeheitert das Lokal verließen, stießen sie mit Gewalt einen Sessel um, auf dem ein kleiner Judenknabe saß. Das Kind fiel blutend zu Boden Und schrie. Als nun der Kellner die Offiziere über dieses rohe Benehmen zur Rede stlellte, beschimpften sie diesen mit den unflätigsten Worten. Der Kellner ließ sich dies nicht ohne weiteres gefallen, und als der eine, mit dem Arme herumsuchtelnd, ihm „schmutziger Jude" und ähnliche Liebenswürdigkeiten mehr zurief, versetzte der entrüstete Kellndv Ideen am meisten krakeelenden Herrn Oberleutnant eine schalleeede Ohrfeige. Der Herr Leutnant hat evohl die Ohrfeige wortlos eingesteckt und „den Juden" Rache geschworen, die dann in1 einigen Tagen auch ausgeführt wurde. Wie nämlich das Lemberger „Jüdische Tagblatt", dem wir diese Mitteilung entnehmen, zu berichten weiß, versammelten sich! drei Tage später ungefälir 26 Offiziere in demselben Lokal, wo sie cii ■ wüstes Zechgelage veranstalteten. Hieraus zogen sie mit blanken Säbeln durch die Stadt,!vo sie jeden ihnen begegnenden Juden! unter lautem Geschimps attackierten. Eine ganze Anzahl Juden wurde verletzt, ein alter Jude blieb mit gespaltenem Kopfe tot liegen. Es wurde eine „strenge" Ilutersnchemg, gegen die Offiziere eingeleitet, denen vorläufig der Besuch der Mffeehäuser und Idas Aussehen nach sieben Uhr abends eintersagt wurde. Man ist, trotz aller Erfahrungen, die wir schon in Galizien gemacht haben, vorsucht, zu fragen, ob da nicht ein Irrtum vorliegt eued ob der niederträchtige Vorfall sich wirklich in T a.r - re o w, das ja in Oestee reich liegt, rend nicht etwa in K i s ch e n e w sich zugetvagen hat! Unfall des Rabbiners Dr. Fischer. Der erst kürzlich aus P r a g nach B n d a p e st berufene Rabbiner Dr. Julius Fischer erlitt am ersten NosclpHaschanoh-Tage einen Unfall, der leicht schwere Folgenhätte haben kömreu. Herr Dr. Fischer versah an biefem Tage in Iba* „Rombach-Synagoge" die Funktion. Als er zur Abhaltemg« der Predigt die Kanzel bestieg, stieß er aus Unvorsichtigkeit mit dem Kopf an einen eisernen Vorsprung, der an der Kanzel angebracht ist. Der Sehlag war ein so heftiger, daß Herr Dr. Fescher einige Mineiten lang in Bewußtlosigkeit verfiel. Zeun Glück erholte sich der Herr Rabbiner bald darauf so iveit, um seine Predigt halten zu können. Herrn Dr. Fischer weerden nach dev Predigt, die einen' besonders guten Eindreeck machte, von allen Seiten Kundgebungen des Bedauerns über den erlittenen Unfall mit der Versichereing der Freude darüber dargebraeht, daß der Zwischceefall keine ernstere Folgen hatte. Bethäuser in Budapest. Die Wiener Kultusgeeneinde kann von der Bndapester noch manches lernen. So auch die Art und Weise, wie eine große Gemeinde für die Befriedigung der religiösen Bedürfnisse ihrer Mitglieder — ob sie nun Steuerzahler sind oder nicht — zu sorgen hat. Anläßlich der hohen Feiertage gab es in Budapest nicht weniger als 160 Bethäuser. Für die S t u d e n t c n wurde die große „Jndustriehalle" auf dem Ausstelluugsplatz im Stadtwäldchen zu einem Vethause mit zweitausend Sitzplätzen eingerichtet und ihnen auch Vorbetc'r, Prediger und Chor gratis beigestellt. Israelitischer Mädchen-Freitisch- und Fürsorgcverein in Brünn. Am 27. v. M. fand bei sehr zahlreicher Beteiligung der unterstützenden Mitglieder die vierte Generalversammlung des Israelitischen Mädchen-Freitisch-- und Fürsoegevereines statt. Nebst dem vollzähligen Ausschüsse hatten sich auch der Ehrenpräsident des Vereines Herr Dr. Hieronymus Fialla, Herr Rabbiner Dr. Lewy und mehrere Herren vom Wohltätigkei.tsvereiere „B'nei-Brith" eiugefunden. Die Präsidentin Frau Laura Schulz dankte den Genannten für ihr Erscheinen, beftimmte als Protokollverefikatorinnen die Fraeien Katharina Schreier und Therese Schüller und entwarf dann in kurzen Worten ein Bild der fort schrei ton den Entwicklung, welche der Verein aufzuweiscn hat. Die Schriftführerin Frau Paula Spitz erstattete den ausführlichen Tätigkeitsbericht, welcher sehr beifällig zu'r Kenntnis genommen wurde. Aus demselben ging hervor, daß der Verein ien Jahre 1904—05 900 unterstützende Mitglieder zählte, über Einnahmen von 9432 K. verfügte und 60 Mädchen täglich bespeiste. Die Einnahmen nnd die Zahl der Pfleglinge haben demnach eine erfreuliche Steigerung erfahren. Die Kochschnle hat wieder eine Reihe von Schülerinnen ausgebildet, doch nicht genug, um den vielen Nachfragen nach Köchinnen entsprechen zu können. Der Bericht schloß mit dem Wunsche, es mögen dem Vereine so reichliche Mittel zufließen, daß keine Bittstellerin abgewiesen werden müsse. Herr Dr. Fialla hob in einer formvollendeten Ansprache die Verdienste hervor, welche sich der Verein bisher um die nach selbständigem Berufe strebenden Mädchen erworben hat. Er bezeichnete die Tätigkeit des Vereines -als eine eminent segensreiche, der reichlichsten Unterstützung würdig. Herr Stadtrat Dr. Futh ließ bem unermüdlichen Eifer des Ausschusses, vor allem aber der Präsidentin, Frau Laeira Schulz warme Worte der Anerkennung zuteil werden. Er wünschte dem Vereine weiteres Blühen und Gedeihen unter der vortrefflichen bisherigen Leitung. Fraee Hermine Weiß als Kassieren erstattete den Kassebericht, worauf der Kassierin und der Beichhalterin Frau Lydia Perlhefter das Absoleitorimee erteilt wurde. Frau Laura Schulz gedachte sodann der dein Vereine durch den Tod entrissenen Mitglieder, insbesondere dos Herrn Professors Moritz Brecher, dessen Ableben eine nicht aeeszeefüllende Lücke hinterlassen hat. Bei der sodann erfolgten Wahl weerden statt der zum Bedaeeern des Ausschusses aeis demselben scheidenden Fraeeenl Rosa Pirak emd Johanna Roth Frau, Nelly Patak eued Fraee Leonore Sinaiberger neugewählt; letztere als Revisorin. WiedergewäW wurden die Frauen: Auguste Brecher, Rosa Fischl, Amalie Samek eued Laeera Wellisch. Konflikt zwischen Minister nnd Rabbiner. Man berichtet eias aus Lücse: Der Kesinarkee: Fadrikodirekwr Ferdinand Trebitsch ließ seinerzeit an feinem Sohne Johann die Zirkumzision nicht vollziehen, wünschte aber dessenungeachtet, daß der Knabe im! Geiste der mosaischen Religion erzogen werde. Als neue der Knabe im Vorjahre in Ae Elementarschule ausgenommen wurde, schloß ihn der Religionslehrer auf Weisung des orthodoxen Rabbiners Grünbeerger voie bem Neligioeeseeuterricht aeis. Der Vater führte Beschwerde beten Kultees- und llnterrichtsministe'r, lvorauf dieser den Rabniwyi^AA^-ftyriViQi^iYiViVi* * 4 * * * a-o »»»* Garantiert naturechtcs Sfr. feinstes— BfWflanzenaus frischen^^ Kokosnüssen^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.