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Jüdisches Volksblatt · 1905-10-13 · 41 (13.10.1905) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
41 (13.10.1905)
Date
1905-10-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seile 6 Jüdisches Volksblatt Nr. 41 bimr an wies, dem, Knabenim Ginne des G.-A. 38 : 1868 und des G.-A. 32 : 1894 den Religionsunterricht erteilen zu lassen, um so eher, als im Sinne des Gutachtens der Israelitischen Zandeskanzlei Johann Treditsch — ohne Rücksicht darauf, ob an ihm die Jirkuinzision vollzogen wurde — schon deshalb als zur mosaischen Religion gehö'vend zu betrachten sei, weil er von israelitischen Eltern unb hauptsächlich von einer jüdischen Mutter abstammt. Der Minister gewährte dein Rabbiner behufs Riickäußerung einen Termin bis zum 30. September l. I. .Run ist die Arist abgelaufen; der Rabbiner beharrt indessen auch weiter auf seinem negativen Standpunkte, indem er erkläre, daß er als orthodoxer Rabbiner sich dein Gutachten der Landeskanzlei nicht unterwerfe. Ausschreitungen gegen Juden am Neujahrsfeste. Ein aus New Uork kommendes Telegramm meldet: Anläßlich des jüdischen Neujahrstages haben hier an mehreren Stellen der Stadt, Haupt sächlich a be r im Ostend, da s zumeist von Juden bewohnt ist, verschiedenartige Ausschreitungen gegen Juden stattgesunden. Die Zeitungen beschuldigen die Polizei, sie habe die Vergrößerung der Tumulte dadurch verursacht, daß sie nicht gleich zu Beginn mit unerbittlicher Strenge dazwischentrat. M e hr e r e Juden w u r d e n d u r ch, S t e i nw ü r f e s ch w e r v e r l e tz t. Nähere Angaben über diese traurigen Vorkommnisse im „freien" Amerika sind noch nicht eingetroffen. Zu den Lügen der antisemitischen Presse. Im Monate Juli 0. I. verbreitete die antisemitische Presse Mitteleuropas die .Nachricht, die New Norke'r Polizei, der es aufgefallen war, daß einer Synagoge viele Andersgläubige zuströmten, habe darauf entdeckt, daß in der Andachtsstätte der Rabbi mit der Gemeinde Wetten abzuschließ.n pflegt, worauf alle Beteiligten verhaftet worden seien. Der Zeutralverein der Staatsbürger jüdischen Glaubens hat sich über diese unglaubliche Geschichte mit dem Herausgeber des „Ainerican Hebrcw" ins Einvernehmen gesetzt und darauf nachstehende Auskunft erhalten: Werte Heeren! Wir haben Ihr schreiben vorn 12..Juli erhalten, das eilte Notiz betraf, die Sie in irgend einer Zeitung gesehen haben bezüglich einer als Spielhaus oder Wettraum benützten Synagoge. Das Wahre an der Geschichte ist, daß zum Zwecke des verrichteten Geschäftes und unr die -Polizei zu verhindern, ein Hasardspiel zu ahnen, die Betreffenden ein Schild mit dem Namen einer jüdischen Gemeinde augebracht hatten und einer der Hasardspieler sich als den Rabbiner der Gemeiitde ausgegeben hat. S'-lbstverttändlich gab es in jenem Raume keine jüdische Gemeinde; der angebliche Rabbiner war nur ein genrein er Hasardsvieser. Achtungsvoll der Ihrige „The American Hebrcw". Philipp E h o tv e n, Herausgeber. Budapest. (Todesfall) Am 5. d. M. starb in Budapest der frühere Großhändler David M. A m a r. A m a r war wegen feines biederen Charakters in weiten kommerziellen Kreisen geachtet und war ein angesehenes Mitglied der Budapests spaniolisch israelitischen Gemeinde. Sein Sohn Michael D Amar ist gegenwärtig Präsident der spaniolischiSraelitischen Gemeinde. DaS Leichenbegängnis fand am 6. d. M. unter zahlreicher Beteiligung der türkischen Kolonie und der Handelswelt statt. -i----- Briefkasten. R F., Krakau. Wenden Sie sich an die dortige Advokatenkammer; wenn Sie damit keinen Erfolg haben, schreiben Sie uns. Von hier läßt sich die Angelegenheit schwer betreiben. Das Armutszeugnis müssen Sie unbedingt vorlegen. Schaje Dr. Wir müssen in diesem Falle dar Vorgehen derSanitätskommisston entschiedenst billigen. Es wird daher sowohl in Ihrem eigenen als auch im Jntereffe Ihrer Kunden am besten sein. Sie leisten der Aufforderung Folge, als „Rechtsmittel" zu ergreifen, die Ihnen übrigens nichts nützen würden. Zisnistischer Handlungsgehilfe, z. Zt. NikolSburg. Das hängt von der Vereinbarung ab, welche Sie mit Ihrem Hause getroffen haben. Solange Sie mit Ihrem Chef auf Reisen sind und Sie die Vereinbarung einhalten, muß er Ihnen auch die Retourspesen vergüten. Jedoch hat der Chef das Recht, die Reise unterbrechen zu lassen und Sie zurückzuberufen. Treuer Abonnent. Wir fühlen uns nicht berechtigt, in rituellen Fragen eine Entscheidung abzugeben. Den anderen Teil Ihrer Frage beantworten wir dahin, daß das Selchergeschäft P. am Schottenring tatsächlich Samstag offengehalten wird. Das übrige müssen Sie mit sich selbst und Ihrem Rabbiner ausmachen. Dr. F.,Prag. Sie haben ja recht, wenn Sie schreiben: „Mit einem Male entdeckt Dr. Josef Samuel Bloch die hervorragenden Eigenschaften des nachPrag berufenen gelchrtenNachoder Rabbiners Dr. Brody. Wir erinnern uns noch der Zeit, da Dr. Brody in Wien zur Vrobepredigt war, da wußte Dr. Josef Samuel Bloch nichts von der Gelehrsamkeit des Dr. Brody zu erzählen" usw. Sie haben ja, wie gesagt recht, aber auch wir erinnern uns daran, daß Sie seinerzeit einer derjenigen waren, die damals gegen uns Stellung nahmen, als wir seinerzeit rechtzeitig — die ganze Komödie aufdeckten. Hoffentlich sind Sie jetzt gründlich kuriert. Dieser Beitrag ist für uns nicht verwendbar, weil er nicht mehr aktuell ist. Aktuelle Mitteilungen sind uns stets willkommen. Rebekka. Erft im Jahre 1906. Eine frühere Eheschließung wäre nur dann statthaft, wenn verjünge Mann sich eine behördliche Ehebewilligung erwirkt. Diese dürfte auch mit Rücksicht auf die schwere Krankheit des Vaters leicht zu erreichen sein. Der in Ihrem Schreiben genannte Herrjedoch, der Ihnen das Gesuch machen will, verlangt für diese Arbeit entschieden zu viel. Die Hälfte wäre auch entsprechend, wobei er auch noch die Beschaffung sämtlicher Beilagen auf sich nehmen müßte, um so mehr als Sie und Ihr Bräutigam, wie Sie behaupten, unbemittelt sind und der betreffende Herr auf diese Summen wahrlich nicht angewiesen ist. Sollten Sie weitere Schwierigkeiten haben, sprechen Sie bei uns in den Sprechstunden vor. Eingesendet. Heinrich Neugebauer vormals MolnAr Mr Optiker -WW Wien, I. Schottengasse 8, Eckhaus Schottenrlng. Gegründet 1865. ===—■.-:- Reichhaltiges Lac er in allerbester und bewährtester Qualität von Brillen, Zwickern, Operngläsern, Felds'echern, Fernrohren, Thermometern, Roisszeugen und allen optischen Artikeln. Gustav Kopetzky Herrenschneider WIEN, II., CIRCUSGASSE 20 (neben dem türkischen Tempel) empfiehlt sich den P. T. isr. Glaubensgenossen zur Anfertigung eleganter Herrengurderobe nach Mas*. Provinzaufträge werden bestens effektuiert. Reichhaltige Auswahl von in- und ausländ. Stoffen. 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Da es noch immer viele zionistisch Gesinnte gibt, die ans mannigfachen Gründen bisher davon absahen, sich einen! der bereits bestehenden zionistisch«'!, Vereine anznphliesien, hat daS gefertigte Komitee die Gründung eines allgemein zionistischen Vereines namens ..Jebudah Haleny", der sieh nebst Organisationnichtorganisierter Zi-misten die Errichtung einer Bibliothek und Lesehalle und dis Pflege jüdischer Kultur, Literatur und hebräischer Sprache zur Aufgabe stellt, in Angriff genommen. Die Statuten sind bereits von der Behörde g'- nehmigt worden. Beitrittserklärungen sind zu richten sowie 2tuskünfte erteilen: Chaim Neu mann, XX. Treustrafte 3, Tür '■>. Jsak S. G r o ft, II. Grofte Schiffgasse 10, Tür 12. Das Gründungskomitee. Berlin, Oktober!906. Aufruf! Hierdurch ersuchen wir die österreichischen zionistischen .Stornilitoncn, Die iin Winter "cm einer deutschen Hochschule zu studieren beabsichtigen, um freundliche Angabe ihrer Adressen, damit wir mit ihnen in Jühlung treten können. Mit Zionsgrus; Tie freie Verbindung „Hasmonaea" an der Universität BeAin. I. A. Sind. jur. Kvnrad Kaiser. Berlin N., Vrnnnenstrasje l!)2. Herbst. Zu Ende ist es mit den schönen Tagen, vorbei der Sommer mit seiner Pracht und Herrlichkeit. Die rauhe Jahreszeit beginnt und mit i'hr auch alle die Sorgen, welche Erkältung mit sich bringt. Schnupfen, Katarrh, insbesondere Husten sind es, die uns das Leben so verbittern, und gar erst der bei Kindern so häufig auftretende .Keuchhusten kann sehr lästig werden Darum ist es Pflicht jeder Familie, ein gutes Schutzmittel im $aufe zu haben, um dem Kinde bei Erkrankung rasch Hilfe bringen zu können. Denn nur durch sofortiges Eingreifen kann Erfolg erhofft werden. Natürlich muft das Mittel ein ärztlich approbiertes und altbewährtes sein und muft sicher und rasch wirken. Die Krebs- Apotheke in Wien, t., Hoher Markt ch erzeugt den Kenchhustensaft und bildet dieser nach jeder Richtung hin ein unerreichtes, ivertvottes Präparat. Der Verein siir verct,-fachte Stenographie in Wien eröffnet am 17. d. M. in der Prwat-Volksnnd Bürgerschule V., S ch önbr n n n erstr a ft e ü)lv. w und in der Stadlbahirhofttlicstanration Währingerstrafte unentgeltliche Abendkurse für Anfänger. Anmeldungen werden am ersten Kursabend in den beiden Nnterrichttzlokulen entgegeugenommen. „Juug-Juda". Es ist uns die erste Nummer des sechsten Jahrganges dieser Jugendzeitschrift zugskommen und können wir mit Vergnügen konstatiere», das; sie dem selbstgesteckten Ziels, unserer Jugend eine im jüdischen Geiste gehaltene Zeitschrift in die Hände zu geben, vollkommen entspricht. Dev Inhalt derselben, den wir hier anführen, spricht schon dafür, das; sie allenthalben gelesen und abonniert werden soll, schon deshalb, iveit für unsere noch vernachlässigte Jugend nichts Aehnliches überhaupt besteht; sie ist es vollauf wert, unterstützt und gefördert zu werden. Hier der Inhalt: Zum neuen Jahre. Rösch haschana. — Glück auf, Jang-Juda. -- Der neue Professor. . Neujahrswunsch. Uef^r den Obstgennft und seinen Werl. Wolf Breidenbach. — Im Herbst. Auswandernde rumänische Juden (Illustration). — Aus unserem Leserkreise. — Verschiedenes. - Prvisrät sel. Auflösungen. Hebräische N ebersetz ungsaufgaben. — Bneskasten. Monumenia Judaica. PRIMA PARS: Bibliotheca Targumica. Sämtlichg Targumim zum alten Testamente in erstmaliger deutscher Uebersetzung. SECUNDA PARS: Monumenta Talmudica. Die historischen Stellen und Quellen des Talmud, die zu dem Weltbilde des Altertums sowie zur Geschichte desselben in irgend einer Beziehung stehen, in erstmalig. deutsch. CJebersetzung DsrUrtaterscheinlinlateinisch^ransskription Herausgogoben von : August Wünsche Jörg Lanz-Liebenfels U. AStschiiler. Es erscheinen 4-0 ~ 50 Lieferungen in Zeiträume von 4-5 Jahren. einem Die Lieferung kostet a Mk. 10.- K 12. Die .,MONUMENTA JUDAICA“ werden auf Subskription he--gi-r.teilt; nach Erscheinen das ernten Heftes (ritt eino Erhöhung des Preises ein. Probehefte, Prospekte etc. zu beziehen durch jode Buchhandlung oder direkt vom Akademischen Verlag in Wien, VIII, Laimgrubengasse 17 AKADEMISCHER VERLAG. Alfred Kunsfadt Billigste Bezugsquelle für Gruft« m m m und Grabmonumente von 10 fl. aufwärts Provinzaufträge werden prompt und e*akt eusgeführt h h h » * . . . . Lieferant der. . israelitischen r^ultusgemelnde . MM .... WIEN II. Bez., Notariaterngassse Rr. 27

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