Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 38 (22.9.1905)
- Date
- 1905-09-22
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdisches Volksblatt Nr. 38 schüre von ims abzunehmen, was er seinerzeit zugesagt hat. — Auch wir müssen dieselbe propagieren. t 6. Eine Deputation, bestehend ans dem Obmann und dem Rechnungsführer, gratulierte Herrn Jakob Brandeis zum 70. Geburtsfeste. _ 7. Für die Witwe Saar-Lobosih sind 225 X an Pflichtstnlden cingeaangen, rvelche ,bereits an dieselbe abgeliefert wurden,' für die Witwe Schüller-Stvetla sind 213 X eingegangen, wovon bereits 200 X an sie übersendet wurden. Für die Hinterbliebenen nach Ignaz Pick-Horepnik sind bis allher 154 X eingelanfett. 3. Der Rechenschaftsbericht für die Generalversammlung wird vom Schriftführer verlesen. 4. Herr Kassier Löwy erstattet den Kassaberirfjt. _ Beide Berichte wurden vom Vorstande genehmigt. 8. Zwei Darlehen im Betrage von 300 X wurden bewilligt. 6. Die Herren Dr. Leopold Hirsch, Rabbiner in Krumman, Moritz Mandl, Rabbiner in Ledeö, und Samuel Schwarzberg, Rabbiner in Kunden, wurden als Mitglieder des israelitischen Landes- Lehrervereines ab 1. Juli 1905 ausgenommen. Erledigte Stiftungen bei der Wiener Kultusgemeinde. Samuel Süßermannsche Stiftung für die Befrderung des Studiums der Bibel und des Talmud. E i n S t i f t u n g s p l a tz der obengenannten Stiftung im Betrage von Kronen 200.— ist an nnen Schüler einer hiesigen Mittelschule, „welcher sich beim Unterrichte in der Bibel und im Talmud durch Fleiß und besondere Erfolge hervortut", aus die Dauer der Mittelschulstudien zu verleihen. Unter den Bewerbern um dieses Stipendium hat jener Mittelschulbesucher, welcher aus der Talmud Thora-Bereinsschule in die Mittelschule übergetreten ist, bei übrigens gleichen Umständen den Vorzug. In dem Gesuche ist anzugeben, ob der Bewerber in dem Genüße eines Stipendiums steht, eventuell wie hoch sich der Betrag dieses Bezuges b »läuft. Die diesfälligen Gesuche, mit den nötigen Zeugnissen versehen, sind im Einreichungsprotokolls der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4-, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankelte unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags bis längstens 15. Oktober 1905 zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich; es genügt vielmehr dre g e n a « e Angabe der betreffenden Daten. Verspätet jüberreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. * Dr. Adolf Jelinek-Widmung fürBibel- und Talmudschüler. Aus den Zinsen der obigen, von Herrn David Ritter von Guttmann am 8. Juli 1891 zu Ehren des seither verstorbenen Oberrabbiners der israelitischen Kultusgemeinde in Wien Herrn Doktor Adolf Jelinek begründeten Widmung gelangten zwei Stipendien per je Kronen lOO.— an Bibel- und Talmudschüler des Wiener BethHamidrasch zur Verleihung. D»e mit dem Geburtsscheine, dem Armutszeugnisse sowie mit den Studienzeugnissen und dem Nachweise des erfolgreichen Besuches der oben bezeichneten Bibel- und Talmudschule versehenen Gesuche sind bis 15. Oktober 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, es genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. * Dr. Adolf Schmiedel-Widmung. Aus den Erträgnissen dieser aus Anlaß der am 26. Jänner 1901 stattgehabten Feier des achtzigjährigen Geburtstages Sr. Ehrwurden des Herrn Rabbiner Dr. Adolf Schmiedel von dem Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien begründeten Widmung gelangen zwei Stipendien a Kronen 100.— (EtnhundertKronen) an Gymnasialschüler, welche Talmudstudium betreiben, zur Verleihung. Die wit dem GeburtS-, ArmutS- und den Studienzeugniffen sowie mit dem Nachweise über das schulgemäße Studium deS Talmud versehenen Gesuche sind biS längstens 15. Oktober 1905 im EinreichungSprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich verabfolgt werden, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge auS den Matriken der israelitischen Kultusgemeind» Wien find als Gesuchsbelege nicht erforderlich; »s genügt vielmehr di» genau» Angabe der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder verspätet überreichte Gesuch» werden nicht berücksichtigt. Gemeinden. NemnsnchrWkn. Israelitische Kultnsaemeinde Wien. Beginn des Jugendgottesdienstes (Schuljahr 1905/0): a) Vvlks- und Bürgerschulen: 1. Bez., Stadttempel, für Knaben und Mädchen, am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min.; 2. Bez., Teinpelgasse 5, für Knaben, am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min., für Mädchen am 28. Oktober 11 Uhr 20 Min.; 2. Bez., Malzgasse 10, für Knaben, am 7 Oktober 2 Uhr nachm., für Mädchen am 28. Oktober 2 Uhr nachm.; 3. Bezirk, Unt. Biadnktgasse 18, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min.; 5. Bez., Margaretlienstraße 73, fiir Knaben und Mädchen am 7. Oktober 2 Uhr 30 Min. nachm.; 0. Bez., Schmalzhofgasse 3, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 11 Uhr 30 Min.; 8. Bez., Nendeggergasse 12, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min.; 9. Bez., Müllnergasse 21, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min.; 10. Bez., Humboldtgasse 29, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 2 Uhr nachm.; 11. Bezirk, Brannhubergasse, für Knaben und Mädchen am 27. Oktober, Freitag abends; 15. Bez., Tnrncrgasse 22, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 3 Uhr nachm.; 10. Bez., Hubergassc 8, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 3 Uhr 15 ,Min. nachm.; 18. Bez., Schopenhanerraste 39, für Knaben und Mädchen am 7. Oktober 3 Uhr 30 Min. nachm.; 20. Bez., Klnckgasse 9, für Knaben am 7. Oktober 11 Uhr 20 Min., für Mädchen am 28. Oktober 11 Uhr 20 Min. b) Mittelschulen: 1. Bez., Stadttempel, am 28. Oktober 3 Uhr nachmittags; 2. Bez., Teinpelgasse 5, am 28. Oktober 3 Uhr nachm.; 9. Bez., Müllnergasse 21, am 28. Oktober 3 Uhr nachm.; 15. Bez., Tnrnergassc 22, am 28. Oktober 3 Uhr nachm.; 10. Bez., Hubergasse 8, am 28. Oktober 3 Uhr 15 Min. nachm.: 18. Bez., Schopenhauerstrastc 39, am 28. Oktober 2 Uhr 30 Min .nachm. Die Schuljugend erscheint im Festgewande. Nach dem Gebete für den Landesvater wird von den Schülern bei offener Bundcslaöe die 1. und 2. Strophe der Bokksbymne gesungen. Wien, im September 1905. Der Vorstand. Wien. (Oeffsntliche Plenarsitzung des Kultusvorstandes.) Sonntag den 24. September 1905, 10 Uhr vormittags, findet im Sitzungssaale der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, 2. Stock, eine öffentliche Plenarsitzung des Kultusvorstandes statt. Tagesordnung: 1. Einlauf. 2. Präsidialbericht. 3. Berichte des Vertreterkollegiums: a) Beschlußfassung über die Ersatzwahl für die verstorbenen Vorstandsmitglieder Salomon Rosner und Dr. Isidor Schnabl, b) Schächtangelegenheiten, c) Supplenturen für den Religionsunterricht an Mittelschulen, d) Ansuchen um Bewilligung eines Bethauses im VIII. Bezirk, e) Berufung des Bethausvorstandes Ottakring. Wien. (Zionistischer D i st r i kt st a g.) Das innerösterreichische Distriktskomitee beruft für Mittwoch den 11. Oktober, 7 Uhr abends, ins Kongretzburcau den ordentlichen Distriktstag ein. Tagesordnung: Rechenschaftsbericht. Kassabericht. Neuwahl. Eventualitäten. Die Zahl der Delegierten beträgt bis 25 Mitglieder einen Delegierten, von 25—60 zwei Delegierte, 60—100 drei Delegierte und über 100 vier Delegierte. Die Vereine haben nach vollzogener Wahl die Delegierten dem Distriktskvmitee schriftlich namhaft zu machen. Anträge seitens der Delegierten sind s p ä t >e st e n s acht Tage vor b e m Distr ittstage a n z uzei g c n. „Poale Zion", Wien. Sa ins tag am 23. d. M. findet im Lokale der Restauration Breier, 2. Bez., Herminengasse 8 eine Vereinsversammlung mit der Tagesordnung: „D i e E r g e b nisse des 7. K o n g r eff e s" mit Diskussion statt. Das Referat in jüdischer Sprache erstattet Gg. Kaplansky-Kaplan. Gäste fini) Herzlichst willkommen. Versammlung jüdischer Vertrauensmänner in Czernowitz. Der „Buk. Post" wird berichtet: Sonntag den 17. d. M. 6 Uhr abends fand in der israel.-deutschen Volksschule eine ad hoc einberufene Versammlung jüdischer Wähler statt, die von mehr als 300 jüdischen Wählern aus allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung besucht war. Den Vorsitz führte Landtagsabgeordneter und Handelskammer-Vizepräsident Wilh. Tittinger, Gegenstand der Besprechung war die gegenwärtige politische Situation und die Stellung der Juden. Nach einem eingehenden Referate der beiden Abgeordneten Dr. St rauch er und Wilhelm Tittinger, in welchem die politische Lage und die Stellung der Juden als selbständige Partei zu den einzelnen Parteien des Landeeingehend beleuchtet worden war, gelangte auch der Abfall Dr. Mayer Ebners zur Sprache. Die Versammlung sprach einmütig die schärfste Verurteilung des unjüdischen Vorganges Dr. M. Ebners aus. Besonders wirkungsvoll sprach Redakteur St ekel, besten Ausführungen allgemein bejubelt wurden, wie auch Kaufmann Isidor Nestel und Handelskammerrat I. Leon Kr a lter. Die Versammlung sprach ihre Entrüstung und Empörung über diebodenlosen Gemeinheiten, welche in den affiliierten Blättern: „Buk. Nachrichten" und „Buk. Rundschau" gegen das Judentum und dessen berufenen Führer Dr. St rau eher verbreitet werden, über alle jene, welche in dieser schweren Zeit die Hand dazu bieten, offen oder versteckt, direkt oder indirekt, die Versuche zur Sprengung der geschlossenen Reihen der Judenschaft zn unternehmen oder zu fördern, ihr entschiedenstes Verdikt aus. Von allen Seiten wurde die Notwendigkeit der Einigkeit und des geschloffenen Zusammengehens unter Führung Doktor- Strauch er s nachdrücklichst gefordert. Die Versammlung war in höchster Erregung über einr gewisse Schandpreffe und die offenen oder versteckten Feinde des Judentums. Zum Schluffe wurden Resolutionen angenommen, dahingehend, daß der bewährten Führung des Abgeordneten Dr. Strauche» und seiner aufopfernden und aufreibenden Tätigkeit unbeschränktes Vertrauen und wärmster' Dank gezollt werden, — und weiters, daß dem Doktor Mayer Ebner das schärfste Mißtrauen ausgesprochen und er aufgefordert wurde, seine Mandate als Obmann-Stellvertreter des „Jüdischen Volksoereines" und als Kultusrat niederzulegen. Unter großem Beifalle wurde die Dr. Strauche» betreffende Resolution gleich wie die andere einstimmig angenommen und noch auf der Straße setzten sich die Hochrufe auf Dr. S t r a u ch e r fort. Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien. Das Damenturnen hat am 20. September dieses Jahres begonnen und zwar wieder in denselben Zeiten wie im Vorjahre. Das Herrenturnen findet Montag und Donnerstag abends statt. DaS Kinderturnen beginnt am 1. Oktober. Auskünfte werden an den Turnabenden im Vereinslokale, Wien, I., Mölkerbastei 5 bereitwillig erteilt. Wien. (T r a u u n g.) Sonntag den 24. ds.^ nachmittags 4 Uhr, findet im Gemeindetempel 18. Bez., Schvpenhauerstratze 39, die Trauung des Fräulein Elisabeth Peterselka, Tochter des ersten Kantors Max Peterselka, mit Herrn Simon W e i s z statt. Wien. Der bestbokannte Oberkantor Herr 1. O e st e r r e i ch e r wird anläßlich der hohen Feiertage in den N estroy-Sttle n, Wien, 2. Bezirk, Praterstraße 34, mit Chorbegleitung fungieren und wird es daher in Anbetracht der allgemeinen Beliebtheit, der sich Herr Oberkantor Oesterreicher in Wien erfreut, gut sein, sich rechtzeitig mit Gethauskarten zu versehen. Wir verweisen gleichzeitig ans die heutige diesbezügliche Bethausanzeige. Die religiösen Parteizwistigkeiten unter den Juden Ungarns sind sicherlich sehr traurige Erscheinungen, die auch eine erfolgreiche politische Betätigung der Juden als Organisation unmöglich machen. Noch trauriger ist es, daß die einzelnen Parteien einander so feindselig gegenüberstehen, daß sie einander auch national zu schädigen suchen. Besonders zeigt sich dies bei Erlangung von Staatssubventionen oder städtischen Unterstützungen in Fällen, wo in einer Stadt zwei jüdische Schulen verschiedener Parteirichtung bestehen. Merkwürdigerweise sind es fast immer orthodoxe Schulen, die den kürzeren ziehen, was um so bedauernswerter ist, als die Orthodoxen Ungarns das erhaltende Element in der" Judenheit bilden und in dieser schweren Zeit den in Chauvinismus und Nachäffung christlicher Einrichtungen ausgehenden Vorlagen gegenüber einen wichtigen Schutzwall bedeuten. Von diesem Gesichtspunkt ist auch der Fall zu beurteilen, der jetzt aus Budapest gemeldet wird. Die Stadt Debreczin hat die Subvention, welche der Judenschaft der Stadt im Verhältnisse ihrer Seelenzahl gebührt, ausschließlich der dortigen Ltatus quo-Gemeinde gegeben, während die orthodoxe Gemeinde, welche auf einen namhaften Teil dieser gegenwärtig 7000 Kronen jährlich betragenden Subvention berechtigten Anspruch hat, gar nichts erhält. Die orthodoxe Gemeinde wendete sich daher mit einer Beschwerde an den Verwaltungsausschuß, dann an den Verwaltungsgerichtshof, jedoch vergebens, da beide Instanzen die Beschwerde zurückwiesen. Eine neuerliche Beschwerde der orthodoxen Gemeinde beim Minister für Kultus und Unterricht hatte endlich den gewünschten Erfolg, indem der Minister die Stadt Debreczin anwies, der orthodoxen Gemeinde die auf st-