Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 36 (8.9.1905)
- Date
- 1905-09-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Jüdisches Yolksblatt Vermischte Nachrichten. (Fortsetzung aus bcni Hauptblatte.) David Ney gestorberr. Zn Budapest starb am tt. Angnst der berühmte jüdische Opernsänger David N e y an Herzlähmnng. David Ney mnrde am 16. Atttrz 1813 in Varpalota IKvmitat Beszprem) als Lohn armer Eltern geboren. Im Jahre 1866, als Ney 13 Jahre alt ivar, wurde er zn einem Beszpremer Schneidermeister in die Lehre gegeben. Nachdem seine Lehrzeit mn war, blieb er eine Beitlang als Schneidergeselle in der Stadt. Während der Arbeit pflegte er oft ein Liedchen zn singen nnd seine schöne Stimme erregte schon damals die Anfmerksainkeit des Beszpremer israelitischen Kantors Ranschbnrg, der ihn sann im Jahre 1861 im Tempelchore anstellte. Hier blieb aber Ney nur zwei Jahre, da er 1803 zum Militär eingereiht wurde. Er diente bei der.Kavallerie und nahm auch an dem Feldzüge vom Jahre 1866 teil. Während seiner ganzen Dienstzeit war er der Liebling des Offizierkvrps, bei dessen Zusammenkünften er oft Lieder singen mußte, wofür ihm dann auch — wo es nur möglich war — der Dienst erleichtert wurde. Mit seinem Regimentc ivar er einmal auch nach Italien gekommen, wo ihm anSnahmsweise die Begünstigung eingeränlnt wurde, Opernvvrstellnngen besuchen zn dürfen. Dies gereichte Ney zn großem Vorteil, er -erlernte mehrere Opcrnmelvdien und trirg diese dann mit seiner mächtigen Stimme dem Offizierskorps vor. Auch bildete er ans den mit besseren Stimmen begabten Mitgliedern der Mannschaft einen vierstimmigen Männerchor, welchem er seine Lieder beibrachte. Dieser Gesangschor hatte sich denn auch bald einen großen Ruf erworben, so daß er ans dem Heimmarsche ans Italien in Krain, Kärnten nnd Steiermark überall mit großem Erfolge Konzerte gab. Später gelangte Ney nach Wien, wo er, als seine Dienstzeit beim Militär abgelanfen ivar, auch blieb. Ans Betreiben mehrerer Freunde meldete er sich bei dem Carltheater, wo damals der berühmte Tenorist Sontheim, die Primadonna Stella nnd mehrere andere Künstler einen Opernzykluö gaben. Er sang probeweise vor dem damaligen Kapellmeister des Earltheaters Suppe, der ihn sofort in den Chor aufnahm und ihn sogar zum Singen kleinerer Rollen verwendete. Dies geschah im Jahre 1872. Hier beginnt dann Neys theatralische Karriere. Am Carltheater benützte er seine freie Zeit, um zu studieren, und hatte hierbei Suppe und den zweiten Kapellmeister des Theaters, Brandt, zn Lehrern, Nachdem der Opernzyklus beendet war, blieb Ney noch einige Zeit im Verbände des Theaters, da er aber keine Lust hatte, in Operetten und Gesangspossen anfzntreten, verließ er Wien und übersiedelte zn seinen Verwandten nach Györ. Hier weilte damals der ungarische Theatevdirektor V'otody, welcher ans die schöne Stinune Neys aufmerksam gemacht wurde nnd ihn auch engagieren wollte. Da aber 'Ney Györ nicht verlassen tonnte, wollte er den Vertrag mit Bokody nicht unterschreiben, doch trat er während des Aufenthaltes der Schauspielgesellschaft in Györ öfter in Volksstückeu ans. Später kam Ney in die nngarische Hauptstadt. Hier erregte seine Stimme die Aufmerksamkeit Richters, der 'Ney im Jahre 1874 für den Gesangschor des Natioualtheaters engagierte. Vom ersten Augenblicke an verfolgte Richter die Leistungen Neys mit der größten Aufmerksamkeit und er vertraute ihm öfter auch kleinere Rollen an. Die erste Rolle, iit welcher er ein Solo zu singen hatte, ivar die Nolle Mareverts in den „Hngenotten". Seine schöne Stimme erregte sowohl im Publikum als unter seinen Kollegen Aufsehen. Als einmal eine Anfführung „Don Jüans" vorbereitet wurde und sich für die Rolle des Gouverneurs kein geeigneter Darsteller fand, lenkte Frau Bilma Balazs-Bognar die Aufmerksamkeit des Regisseurs auf Ney, den sie auch für die ertvähnte Rolle anfs wärmste empfahl. Die Rolle wurde ihnr auch tatsächlich zngeteilt, nnd Ney sang sie auch — um das Jahr 1876 — mit großem Erfolge. Seither hat diese Rolle bei uns kein anderer gegeben. Nach diesem Erfolge lvnrde er ans öem Chor genommen nnd bald war er der erste Bassist der Oper. Am 18. Februar 1877 sang er den Sarastro in der „Zanberflöte" und in dieser Rotte erzielte er einen so großen Erfolg, daß man sofort einen neuen Vertrag mit ihm ab schloß, welcher ihm eine mit seinen Fähigkeiten mehr im Verhältnis stehende Gage sicherte. Von diesem Tage angefangen wurde er der Stolz des Nationaltheaters und später des Opernhauses. Während seiner Tätigkeit in Budapest wurde er oft zu Gastrollen berufen. Er sang in Leipzig, Berlin, Wien nsn». Man überhäufte ihn mit Engageinentsanträgen, er lehnte aber alle ab und blieb in der Hauptstadt. Auch konzertierte er in mehreren ungarischen nnd ausländischen Städten nnd lieferte einen Beweis dafür, daß er auch auf dein Konzertpodinm seinen Platz behauptete. Sein Repertoire war ungemein reich. David dl e y nahm auch am jüdischen öffentlichen ßeOcit regen Anteil und sang an Feiertagen auch in der Synagoge in der Tabakgasse. Das Leichenbegängnis, des allseits geliebten Künstlers fand Sonntag den 3. ds. vom Vestibüle der königlichen Oper in Budapest ans unter ungemein großer Beteiligung statt. Jüdisches Preßbnrea«. In New Aork ist vorige Woche unter dein Naineri „Indisches Preßburean" eine Jnstltiitivn ins Lebert gerufen worden, deren Mangel bis jetzt schwer empfunden wurde. Das „Jüdische Preßbnrean" verfolgt znrlachst den Ziveck, die nichtjüdische englische Presse "Ut wahrheiisgetrenen Informationen über jndi- >che Fragen zrk versehen. Das „jüdische Pretzbttrean" wird außerdem spezielle Verbindungen mit den russisch-jüdischen Kreisen- sowie den betrefsendclt anderen Ländern unterhalten, in denen Inden in größerer Zahl leben. Ein ferner Zweck des „Jüdischen Pretzbureans" ist ferner die Vertretung der Interessen aufstrebender jüdischer Schriftsteller. Die Leitung des „Indischen Preßbureans", welches sich in 'New Avrk 166 East Broadway befindet, liegt in den bewährten Händen der Jonrtkalistett Bernard G. Richards ttttd Lollis LipSky. Zurttckgekehrt. Charles (nunmehr Abraham) R o s e n z w e i g ist der Sohlt eines getauften ungarischen Inden. Vor vierundzwanzig Jahren verließ der alte Jsak (Johann) Rosenzweig seinen väterlichen Glauben, mit eine Rumänin heiraten zu können. Ter Ehe entstammte ein Sohn, der den Namen Karl erhielt. Jsak Johann Rosenzlveig enrpfand schlvere Gewissensbisse ivegen seines Fehltrittes und litt schwer unter dem Beivnßtsein, daß sein Sohn kein — Jude ist. Als Karl heranwnchs, bat ihn sein Vater, das Land zu verlasserl und im freien Amerika den allgeskammteir Glaubeil seiner Vorväter anzniiehmen. Nun hat der jnlige Rvsenziveig den Wunsch seines Vaters erfüllt, indem er vorige Woche irr Philadelphia nach vorherigem Unterrichte bei einem hervorragenden Rabbiner in den Vilnd Abrahams ausgenommen lvnrde nnd nach altem Ritus den Namen Abraham annahm. Der Zeremonie wohnten mehrere hundert Personen, zumeist Landsleute des Neophiten, an. Rosenzweig erklärte in seinem Gelübde, daß er vom Tage, da sein Vater ihn über seine Abkunft ausklärte, nicht Ruhe und Rast fand, bis er den Wunsch seines VaterS und seinen eigenen Herzenswunsch in Erfüllung brachte, indem er zn dem Volke, dem er entstammt — znrückkehrte. Die Auswanderung über Bremen. Die Auswanderung über Bremen vom 1. Jänner bis Ende Juli betrug 131 246 Personen (gegen 73 211 in derselben Zeit des Vorjahres), ist also gegen das Vorjahr um 93 Prozent gestiegen. Die Gestinunnngsl^nder waren: Großbritannien (4703), Bereinigte Staten von Nordamerika (122 136), Südamerika (3896), Afrika (72), andere Länder (426). Die Hanptsteigernng weist die Auswanderung nach den Vereinigten Staaten ans, welche ilk derselben Zeit des Vorjahres nur 67 244 Personen betrug, während die Auswanderung nach Afrika zurückgegangen ist, indem sie im Vorjahre in derselben Zeit 117 Personen betrug. Nach den Herkunftsländern stellt sich die Answandernng wie folgt: Deutsches Reich 8659 (gegen 8630 im Vorjahr), Oesterreich 36 671 (gegen 17 066), Ungarn 67 430 (gegen 20 024), Rußland 26 406 lgeg'en 26 4661, übrige Länder 2021 (gegen 1046). Die Juden in der Neichsduma. In der Reichsdnma werden die Inden trotz der ihnen eingerän inten Wahlrechte nur spärlich vertreten sein. Ein jüdischer Kandidat wird bestimmt nur in Wilna gewählt werden. Die Inden hoffen, daß Warschau, das drei Delegierte entsendet, einen Juden wählen »vird. Die jüdischen Kreise hegen auch die Hoffnung, daß die liberale Partei in Petersburg die Kandidatur eines Juden anfstellen wird. Wahrscheinlich wird einer der berühmten Advokaten in Betracht kommen. Im ganzen hätten somit die Inden höchstens drei Vertreter in der Reichsdnma. In Wilna verfugen die Juden über ein absolutes ttebergewicht bei den Wahlen, denn ans die gesamte Zähl von 2017 Stimmberechtigten entfallen 1068 Juden. Die Kandidatur eines Inden ans Wilna wird überdies auch von seiten der polnischen Wähler eine Unterstützung erfahren. Dafür bleiben den Polen die jüdischen Stimmen bei den Wahlen in den Landgemeinden aller Gouvernements von Litauen gesichert. In Wilna werden die Inden die Kandidatur des Chirurgen Dr. Nvmm anfstellen. Ein Uebertritt zum Judentum hat sich in Budapest vorigen Montag unter ganz besonderen Umständen vollzogen. Der heute 46 Jahre alte Tischler Josef Schuber (Jstvan-nt 39) schloß vor Jahren als Katholik eine Zivilehe mit dem jüdischen Mädchen Netti Steinitz ans Bagnihely. Dieser Ehe entstammen 4 Kinder: 3 Mädchen und 1 Knabe. An letzterem, der nunmehr 0 Jahre alt ist, lvnrde — obgleich er laut Staatsgesetz dem Glauben seines Vaters, also dem Katholizismus, augehvri — ans Wunsch seiner Mutter und mit Zustimmung deS VaterS 8 Tage nach seiner Geburt die Zirkumzisivn vollzogen. Als nun vor wenigen Tagen Josef Schuber davon sprach, daß nunmehr sein Söhnchen in die Schule eingeschrieben werden solle, äußerte seine Gemahlin den Wunsch, daS Kind möge in der Schule jüdischen Religionsunterricht genießen. Ihr Mann sondierte diesbezüglich das Terrain und erfuhr, daß diesem Wunsche nicht entsprochen werden würde, da der Knabe alS Sohn eines Katholiken der katholischen Kirche angehöre, ilm dem innigen Wunsche seiner Gemahlin zn entsprechen, entschloß sich Josef Schuber, selbst zum Judentum überzutreten. Sv wurde er am 28. August vom rühmlich bekannten Mvhel Jakob Weinberger unter ärzklicher Assistenz des Herrn Dr. Herbst inden Bund Abrahams ausgenommen. Beim Vollzug des religiösen Aktes war Herr David dien wirk alS Vertreter der Pester isr. Religivnsgemeinde anwesend. Der Mvhel, Herr Weiuberger, wendete sich an den als Wohltäter geltenden Herrn Dr. Map Grauer mit einer Bittschrift des Konvertiten, worin dieser ersuchte, ihn bis zu seiner Rekonvaleszenz mit 2 Kronen täglich unterstützen zn wollen. Herr Dr. Grauer antwortete, daß er sich mit Philanthropie nicht mehr befasse, im übrigen aber wünsche er dem Konvertiten Glück zn seinem Unternehmen. Dagegen ging jedoch ein anderer Glaubensgenosse, der einen weniger jüdisch klingenden Namen besitzt, mit echt jüdischer Barmherzigkeit seinem neuen Glaubensgenossen gegenüber vor. Herr Direktor Nvnai vom „Függetlcn Magyarorszag" machte sich nämlich, als er von dem Falle hörte, sofort erbötig, alle Bedürfnisse der Familie Schuber bis zur Wicdergenesnng des Familienoberhauptes reichlich zu decken. Die Juden der Provinz Sachsen. Daß die Provinz Sachsen einen der an jüdischen Einwohnern ärmsten Bezirke des ganzen preußischen Staates enthält, ist wohl nur wenig bekannt. Deshalb dürften folgende Mitteilungen nicht ohne Interesse sein: Unter der Bevölkerung des preußischen Gesamtstaates befanden sich bei der letzten Feststellung 392 322 oder 1.14 Prozent Juden. Die Zunahme dieser Zahl hat mit derjenigen der übrigen Bevölkerung schon seit Jahren immer weniger Schritt gehalten: 1886 hatte der preußische Staat noch 1.33 Prozent, 1890 nur 1.24 Prozent und 1900 gar nur noch 1.14 Prozent Juden. Der Hauptsitz der jüdischen Bevölkerung ist der Stadtkreis Berlin, wo bei der letzten Aufnahme 92 206 Juden oder 4.88 Prozent gezählt wurden. Dann kommen prozentualiter die Regiernngsbezirke Wiesbaden mit 3.04 und Kassel mit 1.06 Prozent. Die Anzahl der Juden in der Provinz Sachsen wurde zum letztenmal wie folgt sestgestettt: Regierungsbezirk Magdeburg 6909 oder 3.34 Prozent, Neglernngsbezirk Merseburg 2070 oder 0.17 Prozent, Regierungsbezirk Erfurt 1978 oder 0.42 Prozent. Unter den 36 preußischen Reglernngsbezirken stehen mit ihrer Prozentnalzahl an jüdischer Bevölkerung die Regiernngsbezirke Erfurt an 28., Merseburg an 30., also an vorletzter Stelle. Weniger Inden innerhalb seiner Einwohnerschaft hat nur der Regierungsbezirk Stralsund aufznwciftn, nämlich 0.16 Prozent. Von den im preußischen Staate vorhandenen Juden hatten: deutsche Muttersprache 381054, deutsche und eine andere Ninttersprache 3208 (worunter 2065 Polnisch), nichtdentsche Muttersprache 8060, nämlich 2630 Polnisch, 1739 Russisch, 929 Ungarisch, 857 Holländisch und 637 Englisch. Ein guter Witz von Prof. Heinrich Grüufeld, dem berühmten Cellisten, wird in einem Dresdener Matt erzählt: Es war vor einigen Jahren in einer Gesellschaft im Hause Professor Paul Meyerheims. Der musikbegeisterte Maler hatte zu Ehren des Komponisten Bruch eine OKsellschaft veranstaltet. Auch Heinrich Grnnfeld befand sich unter den Gästen. Nach dem Singen wurde Musik gemacht, und Grünfeld spielte, um dem Komponisten eine Artigkeit zu erweisen, das Kol nidrei in einem Arrangement von Bruch. Ällles applaudierte begeistert. Herr Bruch aber sagte mit sauer-süßer Miene: „Es war sehr schön im Ton, aber zu langsam im Tempo, Herr Grünfeld!" Da antwortete ihm Grünfeld ruhig: „Werter Herr, das Lied habe ich schon gespielt, lange bevor Sie's komponiert haben!" Ein jüdischer Forschungsreifender aus dem 16. Jahrhundert. Im Aufträge der Haklnyt-Gesellschaft ist soeben in London ein interessantes Werk heransgekvnimcn,- es ist dies eine mit einer sorgfältigen Biographie versehene Ausgabe der Schriften Pedro Texciras. Man hat vou ihm bisher wenig mehr gewußt, als was er selbst von sich erzählt. Kayserling nimmt an, daß er aus einer jener portugiesischen Jndenfamilien. stammt, die es nicht wagen durften, ihre Religion öffentlich zn bekennen oder ihre Kinder im ererbten Glauben zn erziehen. Auch Pedro Texeira wurde von seinen Eltern, die wahrscheinlich in Lissabon lebten, als Christ erzogen. Aus seinem eigenen Berichte können wir schließen, daß er während eines großen Teiles seines Lebens — während der ganzen Zeit seiner Reisen — als Christ, ja sogar als frommer Katholik lebte. Das früheste von ihm in Verbindung mit seinen Reisen erwähnte Datum ist 1687. Er ist demgemäß ivahrscheinlich ans einem Schiffe der 1586 entsendeten Flotte nach Indien gekommen. Nach einem auf abenteuerlichen Neiien verbrachten Leben kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Antwerpen nieder, wo er sein Werk über den Ursprung und die Reihenfolge der Könige von Persien und Hormnz nnd seine Beschreibung einer Reise von Indien nach Italien schrieb und gegen das Ende des 17. Jahrhunderts als Jude starb. Auf seinen Reisen schenkte er der Lage der Inden in den von ihm besuchten Gegenden viel Ausmerksamkeit. In allen Provinzen Persiens fand er acht- bis zehntausend Inden. In Bassora lernte er einen zum Islam übergetretenen jüdischen Kaufmann namens Mnstapha kennen, dem die portugiesischen und venetianischen Handelslente viel Vertrauen entgegenbrachten. Eine glänzende Beschreibung gibt Texeira von Aleppo, dessen althebräischen Namen Aram Svban er erwähnt. Die Juden von Aleppo fand er in einem eigenen Bezirke, der etwa tausend schöne Häuser zählte, nwhnen. Sie hatten eine große Synagoge, die nach ihrer Tradition 1506 Jahre alt war. In Bagdad traf Texeira zwei- bis dreihundert Jttdenfainilien, von denen zehn ins zwölf ihre Ansiedlung ans die erste babylonische Gefangenschaft zurückführten. In Hvrnmz gab es nach Texeiras Angabe 160 Jndenfamilien. Texeiras Reisewerk wurde 1699 in Antwerpen zum erstenmal gedruckt nnd herausgegeben. Was in Nnblaud nicht zu findeir ist. Die Züricher „Freitagszeitung" bringt folgende treffliche Korrespondenz: Es interessiert Sie vielleicht, zn vernehmen, was man sich in Rußland über die Friedeusverhandlnttgen erzählt: Die Japaner sollen erklärt haben, sie werden zum Friedensschluß bereit sein, sobald die Russen ihnen einen Beamten, der noch nie unterschlagen hat, einen Popen, der noch nie betrunken mar, und einen