Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 31 (4.8.1905)
- Date
- 1905-08-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 31 Jüdisches Volksblatt Seite b Gefahr verbunden. Diese beiden' Aktionen, non deneneine sicher im Kaufe der allernächsten. Zeit durchgeführt wird, während die Durchsotzunz der anderen iim Bereiche der Möglichkeit liegt, seien hier erwähnt, weil beide in der BerufSgliederring der indischen Intelligenzler ein. schneidende Aeirdernirgen nach sich ziehen und speziell die jüdischen Juristen nnd Techniker nenerdingo empfindlich treffen müssen. Enrbarras en richesse! Die Ueberzahl an inittleren Intelligenzen, deren (Großteil in Oesterreichs ('lehret in absehbarer Zeit befriedigendec' Ein keim neu und sichere Gristenz nicht finden, sfr für den altererbten jüdischen Lildnitgveifer - Bildnngsheißhrmger nennt ilnr Nnrdari — sehr ehrend, aber sie briitgt die öster-- reichischen Inden als Gesamtheit ivirtschafllich herunter, deklassiert sie sozial. Wir tvollen in einem Schlnßartikel untersuchen, iinvietveit anch der bei den Inden in Erscheinung kielende Zng nach den l^rosisladt Notstand in denfreien Bernsen, verschuldet, ob die österreichischen Juden den durch die polyglotten Verhältnisse dieses Staates gegebenen Iordernngen betreffs Sprnchkeimt nisse gerecht iverden unb ob sie überhaupt mit dein bisherigen traditionellen Bildnltgsn'ivean und Studiengang für Lebensberufe inr Anslande gerüstet nnd fähig sind. In der Emjnii.zipqtion von.- der Schollen.knechtschaft liegt für unser Intelligenzproletariat - znmindest für seine überschüssigen. .Kräfte ----- ein Answeg atis der österreichischen Misere. Rectns. (Schluß folgt.) Vakante Stiftungen. Theobald Uffeuheimcrsche Gerverbeftiftung. dkm 28. November 1905 ne langen aus dieser Stiftung für verarmte oder arbeitsunfähige wohlverhaltene GewerbMitte zwei Stiftplätze für Gewerbslente israelitischer ftvllsessiou mit dein Bezüge von je K 200 zur Verleihung. Bei der Berleihnng dieser Stiftplätze genießen ein Vorrecht: 1. Verwandte des Stifters, 2. nach Wien zuftändia'.' „iw >„ hnr Be?.irfeu Leopoldstadt oder Brigittenau in Wien oder in Wien überhaupt geborene Bewerber. Die diesfälligen Gesuche sind längstens bis 28. September 1905 im Einreichuiigsprototolle der Akagistratsabteilung 18 oder bei den Bezirtsvorstehern des 2. und 20. Wiener Genreindebezirtes, beziv. bei der V o r st e h n ri g der j s r a e l i t i s ch e n .ft n l t ii s g e m e i n d e W i e n zu überreichen und denseibeii die Geburtsscheine, der Ausweis über die Zuständigkeit, ein dlrmuts- oder Mittellosigkeitszeilgnis, ferner der Ausweis über die NtitgNedschast einer Genossenschaft, eventnell die Bestätigung der Genossenschaft, daß Bewerber sein Gewerbe wegen Arbeitsunfähigkeit znrücklegen mußte, sowie Ausweise über die Veriwandtschaft mit dem Stifter beiznlegen. Auf nicht gehörig belegte oder verspätet einlangende Gesuche kann keine Rücksicht genommen werden. Nur die mit eitlem legalen Armutszeugnisse versehenen Gesuche sind stempelfrei. * Adam Herzfeld-Ariostattttttgsstistttng. Der Vorstand der israelitischen ftultnsgemeinde Wien bringt hiermit zur ftenutnis, daß die Sinsen der von dem Herrn Adolf Herzfeld begründeten Ansstattnngsstiftnng im Betrage von K 100 ait .etu mit dem Stifter verwandtes, armes, sittsames Mädchen israelitischer ftoufessivn zu verleihen sind. Die Bewerberinnen haben ihre, mit dem Gebnrts-, Arnmtslind Sittellzellgnisse sowie dem anlheiitischen Aachiveise ihrer Verwandtschaft mit dem Stifter und dem Brautstaiidszeiigiiisse versehenen Gesuche bis 8t. A ii g li tt 1905 im Einreichiliigsprotvtotle der israelitischen ftnltrisgemeinde, Wie», 1. Bez., Seiten steilengasse 4, 1. Stock, zu überreichen, woselbst Gefttchsblauketke ivährend der Amtsstnnden von 9—12 Uhr vormittags unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge anö den Gebnrts-, Trauungs- und Sierbematriken der israelitischen ftnlkiisgemeinde Wien, sind als Gesliichsbetege nicht eriorderlich nnd genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird lei ne Rücksicht genommen. * Josef und Eäcilie Adler-Stiftung. Am 26. Oktober 1905 gelangen bei der israelitischen ftuttnSgemeinde Wien die halbjährigen Zinsen der obigen Stiftung pr. X 280,— in Zktviwn von 40—00 K an arme Personen israel. Religion behufs Bezahlung der Wvhnnngsiniete zur Berteitniig. Die Bewerber haben die mit dem Nachweise ihrer Armut versehenen <0esuche bis 81. A ll g tt ft 1005 im EinreichilngSprotokotte der israelitischen ft>nltusgemeinde, Wien, t. Bez., Seitenstettciigassc 4, 1. Stock, woselbst GesuctMlaiitetre nneutgeltlich zu beheben sind, zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Arme Verwandte der Stifter in Frau Eäe'ckie Adler, sodann Witwe» mit unversorgten Kindern, ältere, hilflose Kranen „der 2.8äscheu, die sich durch Handarbeit ernähren, endlich dein Lebrsachc angebörige Personen irerden in erster Linie berücksichtigt. Ans später einlaiigende <0esnche wird leine Rücksicht genommen. Heinrich Sttrusche Heiratsartsstat^ungs-Stiftttug. Ans den Erträgnissen der von dem am 14. Lechem der ,887 in Wien verstorbenen Herrn Heinrich Stern errichteten Heiratsensstattnngs- St'iit.iiiig gelangt ein Platz im Betrage von K 200 an ein armes, braves jüdisches Mädchen — vvr- ,7.rgsau-weise an ein solches, welches mit dem Stistcr verwandt ist — zur Verleihung. Die wit dem Gebnrts-, Arnuttsnnd Littenzengnisse sowie mit der Bestätigung über die eriotgle Verlobung, eventneU dein 'Nachweise über die Verwandtschaft mit dem Stifter belegten Gesuche sind bis 81. A u g II st 1905 sin Einreichnngsprotvkolle der israelitischen wnltiksgemeiiide, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, 1. ^tock, zu überreichen unb iverden dortselbst Gesiichsblanteile in?entgc!tlrch verabso!gt. Auszüge ans den Gebnrts-, Trainings- und Sierbematriken der israelitischen ftultnsgemeinde Wien sind als Gesuchsbeiege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue Angabe der becressenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht entsprechend belegte Gesuche iverden nicht berücksichtigt. Heinrich S. Reitlingersche Wohltätigkeits-Stiftung. Mm 26. Tischri 125. Oktober 1905b als am -terbetage des seligen Herrn Heinrich T. Reitinger gelangen die Zinsen aus obiaer Stiftung. m Betrage tum K 200,— an eine „verarmte, würige israelitische Familie, die in Wien wohnhaft st nnd in deren Rtitte Sinn'für die Religion errscht", zirr Verleihung. Bewerber um diese ttistiing haben ihre mit einem Armutszeugniste eleglen Gesuche bis 81. Anguß 1905 n Einreichnngsprotolott-e der israelitischen ftullsgemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, ormittags unentgeltlich zu beheben sind. Auszüge ans den Gebnrts-, Trannnas- und rterbcmatriken^ der israelitischen ftultnsgeineinde Aien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich nd genügt die g e n a n e dl n g a b e der betrefniden Daten. Ans verspätet überreichte oder nicht gehörig elegte Gesuche wird keine Rücksicht geirommcn. ara ftrasn Gebetnnd Wohltätigkeitstiftnng. Am 28. Tischri 12t Oktober 1905) als dem terbetage der Iran ft tarn ftrasnvpotsti getani die halbjährigen Zinsen obengenaimrer Stifig iin Betrage von K 100,-- unter mehrere nie israelitischer Religion zur Berleihnng. Die Bewerber haben die mit dem 'Nachioeise 'er Armut versehenen t^esnche bis 8I. A n g ii st 1905 Ginreichnngsprototolle der israelitischen ftnti'gemeinde, Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 4, Stock, woselbst ivährend der Amtsstttildeir von tts 12 Uhr vormittags Gesiichsblanteite niienttlich oerabsvlgt iverden, zu überreichen. Arme Berirandte der Stifterin Iran ftlara asnopolStr werden in erster Linie berücksichtigt. Aiiszüge ans den Gebnrts-, Trannngs- und erbematrikender israelitischen ftultnsgemeinde ieir sind als 'Gesuchsbeiege nicht erforderlich, idern genügt die genane Angabe der betrefiden Daten. Verspätet überreichte oder ni*'! t.. KWitrfvo fnrhiMi f i' i n e Berücksichtianna. Vorlesungen über Patästinakunde. Mit Uliterstützillig der zivittstischen Palästinakvmllttssiou in Berlin ist es gelungen, hierzu die Mltwirtnng hervorragender Gelehrter nnd Iachlente zu gewinnen. In besonders dankenswerter Weise hat das kliektvrat der Universität Basel für die Borleiilttgen die Räume der Universität zur Bersiigiiilg gestellt. Es iverden tefen iAenbernngen Vorbehalten): Prof. Dr. B e r t h v l c t iBasell: „Die Siedlnngsverhättiiisse Palästinas in atttestamentlicher Zeit". Prof. Dr. Inr rer tZürichi: „Geographie Palästinas mit besonderer Berücksichtigung der ftnttnrverhältnisse". Dr. Joffe lIafsa): „Palästina in sanitär-hygienischer Hinsicht". Tr. Leopold ft ahn lWien): „Türlische Bvdenrechtsverhältnisse". Prof. Dr. Marti tBrenj: „Ausgrabungen nnd Iniide in Palästina" (mit Projektionen). Dr. N o s s i g iBerlin): „Die moderne Agrarfrage und die mosaischen Agrargesetze". Dr. Sandler lBrestan): „Die hi;gieuischen Berhäktnisse Palästinas". Prof. W a r b n r g lBerlin): „Palästina und Nachbarländer ais ftolonisativiisgebiet". Zn den Bvrlesnngeii hat jedermann Zutritt. Zur Deckung der Unkosten wird für sämtliche Vorlesungen eine Gebühr von Ir. 10 erhoben. Teilnehmerkarten sowie Stundenplan sind beim ftomitee iftongreßgebäude, Zimmer 8j erhältlich. Wir hoffen, daß alle Gesinnnugsgenossen, die dazu in der Lage sind, die t^elegeuheit, sich über das Land, dem ihre Liebe nnd ihre Arbeit gilt, gründliche Belehrung und neue Anregung zu verschaffen, mit Irenden benützen werden. Komitee für Palästinalurse. Vermischte Nachrichten. ftohn — Krüger. Das Auttsblatt meldet: „Dem Herrn kais. Rat Dr. S. ftohn in Wien wurde von der k. t. niederösterreichischen Statthalterei die Aenderniig seines Stamens in ft rüge r bewilligt." Ter Herr kais. Rat, der — wenn?vir nicht irren, so gerne in jüdischer dlrmenpflege macht — scheint den gittjüdischen dtamen nunmehr, da er taiserlicher Rat ist, nicht mehr ertragen zu können, obgleich er atS ft v h n kaiserlicher Rat wurde. Komotan. Am 20. Juli 1905 veranstaltete der jüdische Boltsverein „Theodor Herzt" in ftomvtan einen zahlreich besuchten Tranergvttesdienn für Theodor Herzt. Die rituelle Jeier'leitete tzee^^xkaytor^erGzenreinde.Herr^S. Rv.fen? D r. ft arl T hieb e r g e r. O. K. Prag. Den vorletzten RUttivoch,' als der ersten Wiederkehr bes Sterbetages des verewigten Dr. Theodor Herzt, fand hier unter zahlreicher Veteilignng seiner Anhänger in der Zigennersynagoge eine erhebende Iabrzeit statt. Dr. Al. D e n t s ch würdigte in tiefgefühlten Worten die Verdienste des Entschlafenen und rezitierte anch feierlich den ftadisch. Tagsdaraus veranstalteten die zionistischen Organisationen.im Vereinsheim eine solenne Trauerfeier. Das Andenken des Verstorbeneu wurde vom Vorsitzenden in böhmischer Sprache gefeiert, woraus in dsntscher Sprache Herr Sind. I r e n d in einer längeren Rede seiner großen Taten gedachte. Beide Veranstaltungen trugen daS Gepräge der großen Liebe nnd Verehrnng, die seine Anliänger für ihn fühlten und ihm entgegenbrachten. Die offizielle Indenschaft Prags glanzte durch ihre Abivesenheit. Prera«. Am 15. Juli fand an der jüdischen Volksschule die Prüfung ans dem hebräische?! Unterrichte statt, d.ach dem Minchagebete, an dem sich alte Schüler nnd Schülerinnen beteiligten, nahm der Oberkantor nnd hebräische Lehrer Herr Fuchs in Anivesenheit des OrtSschnlrates, der Vertreter der ftultnsgemeinde nnd politischen Gemeinde sowie vieler anderer Gäste die Prüfung vor. Es war ein Vergnügen, zu sehen, ivie es die kleinen AVE-Hetdeu bis zu einer Geläufigkeit im Beten nnd einer ftenittnis der Segenssprüche brachten. Die Schüler der höheren ftlassen übersetzen sehr flott ans dem ttft'betbuche und der Bibel. Die Schüler der sünften ftlasse zeigten eine nuisassende fteinttnis der hebräischen Graminatit und Sprache. De» Abschluß bot eine feierliche Ansprache des Herrn Oberkantors und hebräischen Lehrers, worans ihm der Vorstand des Ortsschittrates Herr Dr. Seidl seinen Dank und vollste Anertenmuig für den großen Erfolg in diesem Schutjahre aussprach. dluläßUch des 7. Zionistettkongresses nnd im Anschluß daran wird " in der Zeit vom 8.—>0. Angnst 1905 ein Zyklus von Vorlesungen über Palästina abgehalten iverden. Insbesondere iverdeu die geographischen, ivirtschaftlichen, hygienischen und staatsrechttichen Verhältnisse den Gegenstand akademischer Vorträge bilden. Das Bedürfnis nach einer wissenschaftlichen Vehandtnng der palästinensischen Fragen und einer möglichst iveitreichenden Verbreitung von fteniltiiisseii über die besonderen Verhältnisse des Landes ivird mit dem Wachstum '»nd der Vertiefung der zionistischen Beweginig immer mehr gesteigert. Do ist denn die Anregung der zionistischen Studentenschaft, im dlnscl?luft an die politische die lvissenschaftliche Behandlung der palttstiileusischzivuistischen Fragen zu ermöglichen, auf fruchtbaren Boden gefallen. Prerarr. Ein erfreulicher Fortschritt ist an der hiesigen jüdischen Leihbibliothek ivahrziiuehlnen. Die Zahl der Bücher wächst wesentlich. Eine irillerttche Stärkniig erfährt sie dadurch, daß sich die Mitglieder iSchüler des hiesigen Obergyiniiasinws) durch Vorträge aus der jüdischen Geschichte nnd Literatur soivie durch Diskussivil gegenseitig belehren. f ür f Iebö bn^e nH© isP o t|er N ährmi trel wqrk e", CER ES' Aussig*