Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 7 (1905)
- Issue
- 19 (12.5.1905)
- Date
- 1905-05-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2432763-2433077-2433096--2976-2436890- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. i9 Jüdisches Volksblatt gasse 2. Norbert Pollitzer, Nikolsburg, ledig, Kaufmann, Ob. Augartenstr. 02. Emil Stein, Horepnik, ledig, Bademeister, 17. Bez., Martinsstr. 89. Sara Böhm, Wien, ledig, Private, Elisabethstr. 4. Helene Eger, Wien, verw.. Private, Anastasius Grüng. 42. Viktor Eisler, Wien, ledig, Privatier, 5. Bez., Schönbrunnerstraße 32. Leopoldine Spitzer, Tracht, ledig, Verschleißerin, 10. Bez., Margarethenpl. 2. Otto Krön, Wien, ledig, Student, 1. Bez., Singerstr. 8. Robert Bloch, Wien, ledig, Kellner, 18. Bez., Theresieng. 13. Paul Jaray, Wien, ledig, Realschüler, 13. Bez., Hadikg. 116. Karoline Rabinowicz, Tarnow, ledig, Private, Hilfsarbeitern:. Klotilde Rosenthal, Wien, ledig, 2. Bez., Nordbahnstr. 20. Vronislava Goldberger, Krakau, ledig, Unt. Augartenstraße 42. Josef Hudecek, Obrowitz, verh., Ingenieur, 10. Bez., Keplerg. 9. 'Richard Löw, Wien, ledig, Blumenauerg. 2. Olga Brandt, Wien, ledig, 9. Bez., Fuchsthallerg. 13. Dr. Siinon Krüger, Wien, verh., 9. Bez., Brünnlbadg. 12 und Frau Friedrike geb. Bornett, Wien. Johanna Gattlieb Eibenschütz, ledig, Private, 6. Bez., Kohlg. 38. Oskar Steinhaus, Czernowitz, ledig, Engerthstr. 200. Aurelie Fuchs, Wien, ledig, Manipulantin der Staatsbahn, 14. Bez., Reichsapselg. 8. Berthold, Alt, Eibenschitz, ledig, Privatbeamter, 40. Bez., Laxemburgerstr. 37. Paula K'ästenbarnn, Bukovar, ledig, Private, 3. Bez., Mathäusgasse 14. Eleonora Werner, Wien, ledig, Kontoristin, 0. Bez., Morizg. 6. Klara Reich, Felsö Rerseny, ledig, Wäscherin, Lessingg. 9. Friedrich Löw, Wien, ledig, Blumenauerg. 2. Michael Bernstein, Lemberg, verh., Beamter, 3. Bez., Hießg. 9. Karoline Egert geb. Knsmitsch, Mähr.-Kroinau, verh., Praterstr. 72. Bertha Spielmann geb. Dannhäuser, Wien. Dr. Albert Obersohn, Esseg, ledig, Privatier, Fichtegasse 11. Rudolf Löwit, ledig, Wien, Gyinn., 14. Bez., Dadlerg. 22. Mathilde Salzer, Wien, Private. Julius Bennesch, Wien, ledig, Kellner, 16. Bez., Zippeng. 1. Karoline Pollatschek, Wien. Margarete Pollatschek, Wien. Julie Goldfinger, Jaksie, ledig, Hernalsergürtel 12. Ludwig Reiner, Dorozslo, ledig, Schauspieler, 4. Bez., Waagg. 1. Leopold Schneider, Wien, ledig, Schreyg. 20. Walter Bruck, Wien, ledig, Techn., Piaristengasse 38. Charlotte Halm, Enzersdorf, ledig, Verkäuferin. Lothar Snlzer, Wien. Gisela Teleky geb. Hoffmann, Kruschitz, verh., Türkenstraße 23. Meinard Kauitz, Wien, ledig, Sobieskyg. 14. Etelka v. Fischer, Pana, ledig, Private, 6. Bez., Margaretenhof. Maxim. Pollak, Nen-Reichenan, ledig, Taborstr. 61. Adele Baumann geb. Winternitz, Braunau, verh., 13. Bez., Auhofstr. 142 a. Dr. Berthold Kreißl, Wien, ledig, Assistent, 3. Bez., Rudolfgasse 25. Helene Weiß, Wielhie Oczy, ledig, Private, Matzleinsdorferstr. 37. Alice Fuchs, Wien, Private. Hersch Neumann, Knhinne (Gal.), ledig, Drechsler, 6. Bez., Bürgerspitalgasse 3. Anna Kassowittz, Wien, ledig, Private, 1. Bez., Steindlg. 2. Paul Blum, Wien, ledig, Beamter, 2. Bez., Rote Sterng. 14. Alfred Auer, Wien, ledig, 4. Bez., Hauptstr. 17. Alice Bab geb. Lagowitz, Shaska (Sachsen), Verb., Universitätsstr. 20. Sigm. Bab, Wien, verh., Universitätsstr. 2. Albine Fischer, Laun, ledig, Privatlehrerin, Gentzg. 16. Alfred Ungar, Wien, ledig, Verkäufer, 3. Bez., Hohlweggasse 16. Johanna Friedjung geb. Nenmann, Wien, verh., Private, Ebendorferstr. 6. Emma Wagner, Wien, 16. Bez., Degeng. 46. Albert Lasezak, Brünn, verw., Tapezierer, 14. Bez., Dreihausg. 29. Selma Weinwurm, Bur St. Georgen, ledig, Blulnenmacherin, Linzerstr. 86. Rudolf Weiß, Wien, ledig, Spengler, 2. Bez., Stuwerstr. 33. Otto Jerusalem, Nimburg, ledig, 2. Bez., Pazmaniteugasse 2. Abrah. Berger, Bur St. Georgen, verh., Tapezierer, 16. Bez., Henrietteng. 8. Gustav Sllbak, Währing, ledig, Beamter, 3. Bez., Baumgartenstr. 60. Anna Goldzieher geb. Fuchs, Posen, verh. Rieh. Pollitzer, Wien, ledig, ined., Annastasius Grüng. 42. Max Lederer, Pilsen, ledig, Phil., 8. Bez., Wickenburggasse 22. Camilla Benedikt, Eger, ledig, 9. Bez., Frankg. 1. Josefa Zachel Brüll geb. Wieser, verw., Porzellang. 22. Anna Steingraber geb. Steinschneider, Ollnütz, verh., 12. Bez., Nuckerg. 12 und Sohn Maximilian und Mann Moritz, St. Petersburg, Beamter. Karoline Löwy, Wien, ledig, Private, Schottcnring 19. Emil Sonnenschein, Eisgrub, Zuckerbäcker. Ans dem isr. Taub stummen in stitut in Budapest ciljaUcu nur die folgende Mitteilung: Israelitische Eltern taubstummer minder im Alter zwischen 7 und 10 Jahren machen wir darauf ausmert'saln, daß tut unserer Anstalt mit Abscylujz des laufenden Schuljahres die Franz Josef- und Elisabeth-Stiftungsstetten frei werden und für das nächste Schuljahr wieder zn besetzen sind. Diese zwei Freistellen wurden von der hiesigen, isr. Neligionsgemeinde gelegentlich der silbernen Hochzeit des allerhöchsten Herrscherpaares ans die Namen Ihrer Majestäten des Königs -nnd der Königin gestiftet. Die Stellen werden an männliche oder weibliche bildungsfähige Taüdstunrme im obgenannten Alter erteilt. Die Gesuche müssen im Laufe des Monats Mat bei der Direktion der Anstalt eingebracht werden und mit beigeschlossenem Geburtsschein, Armutszeugnis, ärztlichem Gesundheitszeugnis und Impfschein versehen werden. In Neu Gesuchen ist anzngeben, auf welche Stelle (Franz Josef- oder Elisabeth-Stelle) der Bittsteller reflektiert. Ansmanderer-Kontrollstationen in Ungarn. Der Minister des Innern Hat an den Landesgrenzen, zunächst in den Eisenbahnstationen Esacza, Kiralyhaza, Nagymarton und Lajta-Ujfaln Kontrollstationen errichtet zu dein Zwecke, um die Dokumente der Auswanderer nach der Richtung zn kontrollieren, ob etwa gesetzliche Hindernisse gegen die Auswanderung vorliegcn und ob die Emigranten in der Lage sind, den Kantelen der amerikanischen EiniwanderungSgesetze zu entsprechen. Die betresseudeu behördlichen Organe wurden angerviesen, die stkeuision rasch zu erledrflcu, damit der Emigrant noch mit dein nächsten Zuge Weiterreisen könne. Auch sind die Auswanderer hmnan zu behandeln und sind ihnen alle erforderlichen Ausklttrungsn zu erteilen. Die Jude» in Görlitz. Herrn Raphael Basch, welcher vor einigen Tagen in deur ehrwürdigen Alter von über 00 Jahren gestorben ist, widmete der Vorstand nnd die Neprüsentanten-Versammlung der hiesigen Synagogengemeinde einen ehrenden Nachruf, welcher dem Verewigten nachrühmte, daß' er seil einem halben Jahrhundert als Vertreter der genannten Gemeinde ihrem Wohle mit vollster Hingebung seine Kräfte gewidmet habe. Demnach muß Herr Basch zu denjenigen jüdischen Mitbürgern gezahlt haben, ivelche - - nach einer Pause von nahezu 500 Jahren — zuerst wieder in Görlitz ihren Wohnsitz aufgeschlagen harten. Denn letzteres ist erst wenig mehr als ein halbes Jahrhundert der Fall. Im Jahre 1847 nämlich ivar es, als durch das Gesetz über die bürgerlichen Verhältnisse der Jrrden das alte Provinzialgesetz der Oberlausitz, wonach kein Jude in der Provinz wohnen oder Gewerbe treiben durfte, aufgehoben wurde. Der „Görlitzer Anzeiger" fügte seinerzeit vorstehender Mitteilung die Worte hinzu: „Seit beinahe 500 Jahren sieht die Stadt wieder jüdische Mitbürger in ihrer Mitte." Ebenso brachte das genannte Blatt in seiner Nummer vom 17. Februar 1848 folgende Notiz: „In der Magistrats sitznng vom 8. Februar erfolgte zum ersten Male die Vereidigung eines jüdischen Bürgers, des Restaurateurs F eil ch en fe l d, im Beisein eines Rabbiners und zweier Zeugen." (Damals wurde jeder Einwohner, welcher das Bürgerrecht in Görlitz erwerben wollte, vereidigt) In jener finsteren Zeit vor 5-000 Jahren hätte eigentlich der jetzt das irdische Dasein „zierende" Dreschgraf P ü ckl e r leben müssen; ihm würde das alte Oberlansitzer Provmzialgesetz ein Gaudium gewesen sein. Eine prähistorische Ausstellung in Algerien. Eine Ansstellnng von prähistorischen' Steininschriften der Sahara ist am 20. April in Mustapha in Algerien eröffnet worben, bei Gelegenheit des Kongresses der gelehrten Gesellschaften, ber Mitte April in Algier eröffnet wnrbe. Unter anderem wird die Ansstellnng eilte prächtige Saniin'tnnü voll Geräten nnd Instrumenten answeisen, die im Lause der letzten Ausgrabungell gesunden worden. Anwachsen der Einwanderung in Amerika. Die Ei»Ivalidernngsstaiistii für den Monat Februar zeigt, wie dem „Standard" aus New Port berichtet rvird, gegert bas Vorjahr eine Zunahme voll 42 Prozent. Im Februar dieses Jahres belief sich die Zahl der Einwanderer ans 67117. Die Zahl der russischen Einwanderer rvnchs gegen derl Februar des Jahres 1004 um achtzig Prozent ans 11 008 Köpfe. Während der sechs Monate, die mit Ende Februar abschlossen, wanderten 405 669 Leute in Amerika ein, d. h. 32 Prozent mehr als in den: vorhergehenden Jahre. Unter den Einwallderern -befanden sich 81760 Russen, d. h. 72 Prozent lllehr als in dein vorhergehenden halben Jahre. Auch die Zahl der Oesterreicher stieg, lmd zwar noch mehr als die der Russen. Währelld ill denl Halbjahre 1004 6643 Oesterreicher in die Bereinigten Staatell cinuuan&ertcu, betrug die Zahl der österreichischen Eimvanderer in delp letzten Halbjahre 23 553. Die Einwanderung voll Deutschland hat dagegell itm 137 Köpfe abgenominen. Die Erhaltnust einer alten Synagoge. Aus Frankfurt a. O. wird berichtet: Der in Aussicht genommene Abbruch des alten Tempelgebäudes in F r i e d l a n d wird sich verzögern, da die königliche Regierung feststellen laßt, ob das Innere des Tempels nicht einen besonderen historischer: oder Kunstwert besitzt. Der Bau weist nun zlvar weder im Innern noch im Aeußern Kinistwerke auf, doch zeigt sich im Innern eine eigentümliche Bauart, wie sie heute nicht mehr vorkommt, indem der Raum für die männlichen Gemeindemitglieder ' ungefähr zwei Meter tief i m E r dge - schoß liegt, während der für die Frauen be- ' stimmte Raum zu gleicher Erde gebaut ist. Diese Bauart besiuder sich noch bei verschiedenen alten Tempeln, lvodurch der Ausspruch"' des Psalmisten: „Aus der Tiefe rufe ich zu dir" Ausdruck finden sollte. Jüdische Arbciterkolonien. Dem soeben, erschienenen Berichte des „Vereines jüdische Arbeiterkolonie und Asyl" ist zu entnehmen, daß seit Eröffnung der Anstalt bis zum Erscheinen des Berichtes mehr als 1000 Personen Aufnahme gefunden haben. Aus dem Arbeitserlös der Kolonisten hat die Anstalt im letzten Jahre 11 273,16 Mark vereinnahmt, während lveitere 7846,04 Mark den Kolonisten selbst als Ueberschuß gutgeschrieben werden konnten. Die Unterbringung der . entladenen Kolonisten macht lveniger Schwierigkeiten, als anfangs befürchtet lvurde; manche haben sogar recht gut bezahlte Stellungen erlangt. lieber die gute körperliche Verpflegung, die den Kolonisten zuteil wird, wie auch über den günstigen Gesundheitszustand gibt der Bericht des Anstaltsarztes Aufschluß. Auch die Turnübungen, über welche ein besonderer Bericht vorlieg't, üben einen günstigen Einfluß. Vor allem aber wirkt der Geist der Ordnung und Sauberkeit, wie auch der des harmlosen Frohsinns, mit dem viele Kolonisten zum ersten Mate Bekanntschaft machen, veredelnd. Es herrscht eine kameradschaftliche Gesinnung, die zu den schönen Taten der Nächstenliebe führt: So wurde ein Kamerad, der wegen einer Ordnungsstrafe van 30 Mark, die er nicht bezahlen konnte, in Haft genommen war, von den Arbeitsersparnissen seiner Brüder losgekauft und als er das Geld nach seiner Entlassung ans der Kolonie zurückschickte, verzichteten die Spender auf den ihnen gebührenden Anteil zugunsten der hartbedrängten Familie eines neu ausgenommenen Russen. Die Leitung des Institutes ist in die Hände des bisherigen Stellvertreters Herrn Fabriksbesitzer Rosenow übergegangen. Der zur Unterstützung des Vorstandes bestimmte, unter dem Vorsitze des Herrn Oskar Tietz, Chefs der bekannten Firma Hermann Tietz, arbeitende Wohlfahrtsausschuß ist durch die Herren Ingenieur Ludwig Adler, Rentier M. Beer und Fabriksbesitzer Gustav Michalski ergänzt ivorden. Auch hotte sich ein Komitee von Ehrendamen unter dem Vorsitze der Frau Mauremeister Adler gebildet, die besonders auf dem Gebiete der Hauswirtschaft dem Unternehmen ihre Mitarbeit widmen wollen. Aus dem Feldzuge vou 1815. Im Jahre 1896 starb in Königsberg der Mathematiker Franz Nenmann, bekannt als Gelehrter und echter Patriot. Seine Tochter hat vor kurzem einen stattlichen Bond mit Erinnerungen, Briefen und Togebnchblättern veröffentlicht. Ein Blatt aus dem prächtigen Buche wäre wohl lvürdig gelvesen, in der jüngsten Antisemitendebotte des R'eichstoges erwähnt zu werden. Sv möge es denn jetzt geschehen, da es am richtigsten Platze nicht geschah. Neumann machte als Freüvilliger den Feldzug von 13*5 mit und war mit dem Kolberger Regiment in Belgien. Er erzählte: „Zwei Juden Ware:: unter den Jägern der Kompanie. Der 4ne van ihnen, Lö'wenthol, wurde auch viel geneckt, vielleicht nur darum, weil er die Neckereien schwer ertrug. Sie reizten ihn stets zur Grobheit, nnd eine Forderung ivar dann die Folge. Die Forderungen mehrten sich, er lvies sie aber alle bestimmt zurück mit bett Worten: „Dazu bin ich nicht in den Krieg gegangen." Seitdem wurde er fast täglich gefordert, und das ging halb im Scherz, halb im Ernst, bis wir die Nähe des Feindes erreicht hatten. Als später in äilßerst exponierter Stellung auf uns herabgeschossen wurde, und es hieß: „jetzt rorwärts!" rief Löwenthol: „Alle, die mich gefordert haben, können mir nun folgen, jetzt fordere ich und gehe voran!" Es dauerte nur wenige Minuten, da lag er, von mehreren feindlichen Kugeln getroffen, auf offener Straße. Später habe ich ihn in Berlin wiedergesehen, an zlvei Kmcken gehend. Der and ne Jude war von einnehmendem Aeilßern. Er