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Jüdisches Volksblatt · 1905-01-20 · 3 (20.1.1905) · page 10

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
7 (1905)
Issue
3 (20.1.1905)
Date
1905-01-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Jüdisehei Volksblatt Nr. 3 nicht präsentiert, hat derselbe dem Uebernehmer ein Pönale von einem Prozent des Wertes auf BafiS des Liquidationskurses zu bezahlen. Der Lieferer kann die Ware auch in mehreren Räumlichkeiten, zum Beispiel in mehreren Kammern eines Schiffes, Vorzügen. ist jedoch gehalten, im voraus anzugeben, welches Quantum von jeder einzelnen Lokalität zur Lieferung gelangt. Die Uebernahme beginnt am Stichtage um 8 Uhr morgens und unterbrechen nur Sonn- und Feiertage, ferner Elementarereignisse sowie Regentage die lieber« nahmsarbeite«. Als Regentag wird jener Tag betrachtet, an welchem es bis 10 Uhr morgens wie lange immer oder von 10 bis 2 Uhr zumindest eine Stunde hindurch regnet. Wichtig ist die Verfügung, daß vom schlußbriefmäßigen Quantum pro 1000 Meterzentner an einem Tage nur 500 Meterzentner zu übernehmen sind. Selbst wenn der Stichtag auf den Letzten des Monats, beispielsweise auf den 31. Oktober fällt, soll dem Käufer die Uebernahme der zweiten 500 Meterzentner am darauffolgenden Tage, d. i. in diesem Falle am 2. November (am 1. ist Feiertag) gestattet werden. Die Uebergabsspesen belasten zu zwei Dritteln den Käufer, zu einem Drittel den Verkäufer. Wenn infolge von Regentagen Lagerzins entsteht, ist derselbe durch beide Parteien gleichmäßig zu tragen. In bezug auf die Pflastermaut wurde ausgesprochen, daß diese Gebühr der Lieferant zu bestreiten har. respektive in jenen Füllen, in welchen die Maut nicht eingehoben wird, hat der Verkäufer den entfallenden Betrag dem Käufer bar zu bezahlen. Die Reexpsditionsbegünstigung fällt unter allen Umständen zugunsten des Käufers. Das Recht zum Zurücktreten vom Vertrage wurde eliminiert. Es haben sich nämlich Fälle ereignet, in welchen diese bisher bestandene Option der Vertragstreuen Partei — im Falle eines Verzuges — zu Mißbräuchen Anlaß bot. Beispielsweise, wenn A. an B. Oktober-Weizen zum Preise von 9 Kr. verkauft und am 27. Oktober diese Sicht zum Kurse von 10 Kr. liquidiert wurde. Am 31, Oktober notierte eventuell der Weizen 9 Kr. 50 H., worauf B. — falls A. nicht lieferte — einfach zurücktrat, die Differenz pro 1 Krone behielt, trotzdem ihm eigentlich nur V2 Krone gebührte. Dagegen kann die Vertragstreue Partei im Verzugsfalle die Erfüllung des Vertrages und den Ersatz des Schadens fordern oder auch exekutiv vorgehen. Bei diesem Punkte wurde eine wichtige Aenderung getroffen, nämlich: während bisher die Differenzen auf Grund der Originalvertragspreises und des höheren Deckungs-, respektive niedrigen Verkaufskurses berechnet wurden, bildet von nun ab der letzte Liquidationspreis die Basis. Diese Verfügung mußte hauptsächlich aus dem Grunde getroffen werden, weil im Giro nie die ursprünglichen Kontrahenten sich als Lieferer und Uebernehmer gegenüberstehen. Außerdem wurde bestimmt, daß, falls infolge der Exekution zugunsten der saumseligen Partei eine Preisdifferenzresultieren sollte, diese zur Gänze der letzteren gutkommt. Dies wären die hauptsächlichen Aende« rungen, welche infolge der neuen Usancen zur Geltung kommen. Die Geschäftslage im Orient. Türkei. Das abgelaufene Jahr kann im cillgemeimm als günstig iKTlnufeii bezeichnet werden. Ter Handel entwickelte sich besonders in den Monaten September bis November recht lebhaft, da sehr viele Provinzkunden nach den Hanptpläyen kamen tmd würben besonders starke Einkäufe in Tuch, Baumwolle, Tertilartikeln und Bonneterien gemacht. Tie Ernte war gtit, bat viU Geld ins Land gebracht und das hat wohl auch zur Folge gehabt, das; verhältnismäßig nur tvenige Zahlungseinstellungen vorqekonnnen sind. Das DetailgesckM hat darunter gelitten, daß die Beamten nvch immer mit Gehaltsnickständen zu kämpfen haben lind hat sich diese Geldknappheit bei biefeit Käufern besonders beim tückischen Ramazanscste benterkbar geinacht. Die Detailgeschäfte in Xaniennvtifdii und Konfektionswaren sollen sehr gut gegangen sein und wird auch bemerkt, daß Jtalieit, welches in den letzten Jahren in Tertilartikeln in der Türkei eine führende Rolle gespielt hat, zctzt wieder langsam von Oesterreich, Deutschland tind zun: Teil and) von Belgien, welche Länder sehr große Anstrengungen inachen, sich das Geschäft nicht ans der Hand nehmen zu lassen, energisch und mit Erfolg bekäinpft wird. Was die Eisenbranche betrifft, so ist man in Konstantinopel der Ansicht, daß durch die bnrchgesnbrte Syndizierung der belgischen Werke, welche bis jetzt in diesen! Artikel dort tonangebend waren, für die anderen Länder vielleicht auch ein günstiges Ergebnis zu erwarten fein diirfte. Ter Export hat sich in letzter Zeit recht lebhaft gestaltet, namentlich in Opium und ganz besonders in Mohair. Dieser Artikel hat seit einer Reihe von Jahren nur niedrige Preise erzielt, stieg aber in diesem Jahre infolge der lebhaften Nachfrage seitens Englands bedeutend in: Preise und wird gut bezahlt. Die allgemeine wirtschaftliche Lage kamt als keilte schlechte bezeichnet werden, so daß wohl damit gerechnet werben kann, daß ein großer Jntport zti erzielen sein dürste. Jedoch wird ausdrücklich darauf hiugcwiesen, daß cs absolut notwenbig ist. sowohl itt der Wahl der Ktnnbschaft wie auch ganz besonders in der Wahl der Vertreter vorsichtig zti sein, um sich vor unliebsamen lleberraschmigen zu schützen. Kleiuasicn. Tie Geschäftslage im allgemeinen war für den Import ans Europa ziemlich guft die Einfuhr nimmt imnicr zu, was besonders auf den Ausbau der Eisenbahnen nach dem Innern zurnckznsnhrcn ist. Zahlungen werden noch nnmcr verschleppt und infolge des Preissturzes der Baumwolle lvird bei einschlägigen Artikeln sehr viel schikaniert und werden oft Abzüge gemacht. .Nennenswerte Zahlnngseim'tellnngcn sind nicht vorgekommen, unb wenn die Seiben- -crn-te atich quantitativ etwas geringer war wie int vorhergegangenen Jahre, so ist das fehlende Quantum durch die erzielteil höheren Preise ausgeglichen worden. In Zerealien ist die Ernte in Syrien schlecht und die Ausfuhr nur gering, dagegen ist hie Ernte in Palästina besser. Die Rosinenernte ist auch ungünstig und der Export fast null. Tie Wolleritte war auch guantitativ geringer wie die vorhergehende, die Preise sind aber von Anfang an hoch gewesen und das ganze Erträgnis findet m Nordamerika, Frankreich und England zti Hoheit Preisen flute Abnehmer. Im allgemeinen sind die Aussichten für die koinmeitde Zeit iticht nngültstig und wird auch weiterhin rin steigender Import erwartet. Finanzielles. Ein Erlaß über die Effekten«mfatzstener für das Kommissionsgeschäft. Ein der Wiener Börfekammer zugekommener Erlab des Finanzministeriums rekapituliert die Bestimmnngen des Effektenumsatzsteuer-Gesetzes, wonach von allen außerhalb der Börse geschlossenen Kostgrschästen der in den Paragraphen I mu- 3 dieses Gesetzes bezeichneten Art die Effektiennmsatzsteuer entweder vom Schuldner iKvstgeberj durch Nerwendlitig der erforderlichen Stempelzeichen ans der 'Rechnung oder, ivv die Ausstellung einer solchen Rechnung unterbleibt, vom Gläubiger lKostnehmerl durch Verwendung der erforderlichen Stempelzeichen ans dem den Erlag der Effekte» bestätigenden Schriftstücke «Erlagschein, Pfandschein, Depotschein) zu entrichten ist. Er weist darauf hin, das; es keinen Unterschied mache, ob die Effekten znin Tageskurse oder unter demselben in st oft übernommen werden, und fährt dann fort: „Insbesondere ist zu beachten, daß die' vorstehenden Bestimmungen auch für diejenigen Fälle mastgebend sind, in welchen ein Effektenhändler für einen stvnnnittenten Effekten autanst, demselben den Kaufpreis kreditiert und zur Deckung dieser Forderung die angetansten Effekten in stvst nimmt, wobei der stvnunittent im Kvntvkvrrentwege mit der kreditierten'Snnnne belastet wird." Außerdem erklärt der Erlab, das;, wenn in derartigen Fällen der Effektenhändler es unterläßt, seinem stvnnnittenten ein gehörig gestempeltes Schriftstück der obigen Art abzuverlangen oder ansznfvlgen, dies eine Steuerhinterziehung begründet, welche durch die Einhedung des löOfachen Betrages der verkürzten Steuer zu bestrafen ist. Der Wortlaut der höchst unklar a>bgesaßten wichtigsten Stelle des Erlasses ist geeignet, in den finanziellen streifen Beunruhigung hervvrznrnsen. Er legt die Vermutung nahe, daß der Effektenhändler, welcher für einen Kommlttenten Effekten kauft, nicht nur dieses zwischen ihn; und feinem stunden abgeschlossene Geschäft zu versteuern hat, rvas im Wege des Steuerregisters geschieht, svntdern das; er, in; Falle der staufpreis in Form einer Belastung im Kontokorrent verrechnet und ans diesem nicht durch Bollzahlnug beglichen wird, dem Kommittenten überdies eine stvstnote Wergeben soll, welche neuerdings nach den Bestimmungen über das stostgeschäft außerhalb der Börse zu versteuern wäre. Gegenüber dieser Auffassung wird uns jedoch mitgeteilt, daß das Finanzministerium Wer eine auf Veranlassung der Börsetammer ciugehvltc Anfrage erklärte, daß keine Aenderung der bisher geltenden Normen, welche in der Instruktion zur Anwendung des Gesetzes öder die Effektenumsatzsteuer nicdcrge'legt sind, beabsichtigt sei. Der Erlaß ziele bloß ans jene außerhalb der Börse a!bgeschlvssenen Kvstgeschäfte, welche, auch wenn sie nicht als stvstgeschäftc, sondern in der Fvrui einer Belastung im Kontokorrent gegen Effektennnterlagc dnrchgefnhrt werden, doch nach dem Geseke der Versteuerung unterzogen werden müssen. Die Bvrsekanuner beabsichtigt, damit keine irrtümliche Auffassung dieses Erlasses hervortreten könne, im Anschlüsse an die Publikation die erwähnte authentische Interpretation beiz» fügen, daß keine Aeil.derilng der bestehenden Normen geplant sei, sondern daß dieier Erlaß nur die lffvMrlgen Bestimmnngen reproduziere. Neue türkische Anleihe. Wie der „Frankfurter Zeitung" aus Konstantinopel telegraphiert wird, erteilte der Sultan den; Großvezier den Befehl, den Vertrag über du: neue türkische Anleihe von 100 Millionen Francs mit den; französischen Syndikat zu unterzeichnen. Bisher hatte der Großvezier die Unterzeichnung abgelchiff. Jetzt muß er natürlich der Order des Sultans Nachkommen. Die Meldung, daß an der Anleihe auch ein deutsches und ein englisches Syndikat teilnehmen, bestätigt sich nicht. Russische Anleihe. Das Resultat der Subskription ans die neue russische Anleihe Unrö ziffcrinäßig nicht bekannt gemacht. Als Grund hieftür rvird angegeben, die Zeichnungen seien ihrer Onalität nach so verschiedenartig, daß auch die einzelnen Quoten sehr verschiedenartig auSfallen würden. In erster Linie solle.!, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt, solche Zeichnungen berücksichtigt wirden, die gesperrt, beziehungsweise zur dauernden- Anlage lcstimmt sind. Aber auch bei diesen wird infolge der großen Anzahl und der Höhe der vorliegenden Anmeldungen eine sehr starke Reduktion ciutreten müssen.' Spekulative Zeichner werden, im allgemeinen nur ganz kleine Zuteilungen- bis zu Prozent herab erhalten. Tie Verteilnngsbriese sind größtenteNs am Dienstag "Abend zur Post gegeben worden. Die Emissionshänser teilen weiter mit, daß auch in Rußland größere Posten der Anleihe gezeichnet worden seien, so daß ein Teilbetrag in Rußland verbleiben werde. Hotel-Restaurant Guth, Wien, 2. Bezirk, Stephaniestr. 14. Dieses durch Zu bau vergrößerte und vollständig renovierte Etablissement verfügt gegemvärtig über 50 elegant und komfortabel eingerichtete Zimmer. Küche nnd Keller genießen seit jeher gutes Renommee. Die in dein vornehmsten Viertel der Stadt Wien bestbekannte Pension Lehner, Wien, 4. Lnisengasse 3, übersiedelt ab 1. Februar d. I. Wien, 4. Bez., Weyringergasse 27. 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