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Jüdisches Volksblatt · 1904-11-25 · 48 (25.11.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
48 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 48 Wien, Freitag Jüdisches Tolksbiatt. 25. November 1904 SMsS Dieselben freisinnigen, „demokratische" Herren aber, welche für Stadt, Land und Reich das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht fordern, trete in der Israelitischen Kultusgemeinde für das r e a k t i o n ä r st e Wahlsystem ein, sie, die Verbündeten der Sozialdemokraten, repräsem iieren in der Israelitischen Kultusgemeinde ein kapitalistisches, die Massen des jüdischem: V o l k e s ignorierendes Protz e n t u m. Ja, arg, sehr arg ist es bestellt unm die angebliche Vertretung der österreichischen Judenschaft, die überall mmur dem R a s s e n- und ö k o n o m i s ch e n Antisemitismus irm die Hände arbeitet. So hat z. B. die letzte Rede des Abg. P eine r - st o r f e r wieder sehr viel zur B c f e st i g u n g der Position des Dr. Lueger beigetragen und die gesamte Taktik, die die Sozialdemokraten jetzt einschlagen, ist nur Wasser auf die M ü h l c der C h r i st l i ch - sozialen und fördert ihre Wünsche nach Sanktionierung des Schulgesetzes. Wenn die Juden dies nicht begreiftn, dann sind sie politisch unreif und es ist der Beweis erbracht, daß die Voraussetzung einer modernen jüdischen Volkspolitik, die Durchdringung ummscrcs Volkes mit politischer Bi ld u n g ist. Das haben die assimilatorisch-jüdischen Führer unterlassen; sie begreifen nicht einmal, daß weder die Sozialdemokraten noch die Scheinliberalen oder Extremnationalen infolge ihrer verkehrten nationalen und wirtschaftlichen Politik die Ehrmstlichsozialen zu übertvinden imstande ftnb, sondern ihnen immer neue Anhänger zuführen. Die Cyristlichsozialen können nur von einer auf dem festen Fundament der rmationalen Autonomie und einer radikalen Sozialreform basierenden n c u e n P arte i der produzierenden Stände, einer sozialösterreichischen, einer jungösterreichischen Partei, überwunden werden. Das muß mit feurigen Zungen den im Schlepptau der Assimilation und der verschiedenen abgewirtschafteten parlamentarischen Cliquen sich befindenden österreichischen Juden immer von neuem gepredigt werden. Die Juden Oesterreichs — insbesondere aber die Jungjuden — müssen sich endlich ralliieverm, der Zerfahrenheit, der Zerklüftung, der Progranmmlosigkeit muß ein Ende gemacht werden. Sowie bisher kann e s nicht weiter gehen, wenn unser Volk nicht national, sozial mnmd ethisch zugrunde gehen soll. Pflicht aller volkstreuen jüdischen Modernen ist es, sich eng aneinammderzuschlmeßen, die Bildung der jüdischen Massen, ihre politische Erziehung und die Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage energisch in die Hand zu nehmen. Nur auf diese Weift ist in Oesterreich eine wirkliche jüdische Volksorganisation, eine echt jüdische Volkspolitik, die Befestigung der pseudoliberalen Oligarchie im Innern und unserer Feinde nach außen möglich. Zu den Wiener Kicktusivahlen. Wie jedes Mal vor den Kultusmvahlen, berief der Vorstand der Wiener Kultusgemeinde anläßlich der bevorstehenden Ersatzwahlemm eine Wählerversammlummg ein, welche auch am 19. ds. im: großen Saale des Hotel „Post" stattfand. Es fiel allgemein auf, daß außer dem Präsidenten mumd den zur Wiederwahl gelangenden Kultusvorstehermm mmur eine äußerst geringe Anzahl vön Kultusräten erschien. Auch der Bestich dieser Wählerversammlung im allgemeinen war äußerst schwach. Peinlich berührte es auch die Anwesenden, daß der Präsident Dr. Alfred Stammeszeichen. Das macht ihn als Mitglied seines Stammes kenntlich. Das verleiht ihm Schutz, da ja der Feind weiß, mit welchem Stamme er es zu tun hat. Stammeszeichen ist zugleich Zeichen des Stammesgottes. So ist das Zeichen' an der Stirn der Keniter das von ihrem Gotte dem Stammvater selbst ausgeprägte Zeichen, das ihm Schutz verleiht, insofern jeder weiß, daß für den Mord eines mit solchem Zeichen versehenen Mannes siebenfache Rache erfolgen wird. So verschieden in Forum und Herkunft diese Erzählungen waren, eins ist ihnen gemeinsam, sie zeigen alle, wie kraftvoll, wie lebendig in Israel das religiöse Bewußtsein war. Die abgeklärte religiöse Betrachtungsweise, die Beseitigung des geschmacklosen polytheistischen Beiwerks hat die Urgeschichte Israels vor aller antiken Urgeschichte voraus. Und doch — die jüdische Gemeirmde, die sich nach der Heimkehr ans Babel (588) in Judäa bildete, konnte sich in manche Dinge der frühererm Anschauung nicht mehr finden. Aus ihrem Kreise ging eine neue Bearbeitung der Urgeschichten hervor, die man mit dem Rainen des Priesterkodex bezeichnet, weil sie hauptsächlich Gesetze mumd Berordmmmmmmgemm bietet, die sich auf demm PriesterVeruf beziehen- Sie will Nachweisen, wie die kultischen Orömmungemm und Gebote von Gott selbst bei bestimmter Gelegenheit festgesetzt wurden. An der naiven Weise der alttsraelitischen Sagen fand man keinen Gefallen mehr. Vor allem stieß man sich an der zu menschlichen Darstellung des göttlichen Sprechens und Handelns. So beschloß marm, die alten Stücke zu ersetzen. Besonders bekanmmt ist amrs dieser Schrift der Schöpfungsbericht 1. Mos. 1—3, 4. Auch in ihm Handelt es sich um den Nachweis, daß eine im Judentum in hoher Achtung stehende Ordnung von Jahve (fälschlich „Jehova") selbst festgestellt sei, ja daß die Gottheit sich selbst dieser von ihr geschaffenen Ordnungdem Sabbat, unterwarf. Mag derselbe auch herstammen, woher er will, sicher ist, daß er von den Babyloniern in Babel zur Zeit, da das verbarmmmte Israel daselbst weilte (von 686—68), ebensowermig gehalten mvurde wie die Beschnetdung. So wurden denn diese beiden, ursprünglich Israel durchaus nicht allein eigenen Dinge dort in der fremden Umgebung zu Sakramenten des Judentums. Die Frage, wie es zur Ent- Stern feines Amtsvorgängers, des Kultuspräsidenten kais. Rat Heinrich K l i n g e r mit keinem Worte gedachte. Der Verlauf der Versammlung nahm stellenweift einen stürmischen Charakter an, wobei das Präsidium in die unangenehme Situation kam, die Redner unterbrechen und mit ihnen polemisieren zu müssen. Besonders peinlich war die Situation, als die Ingenieure Hirsch und L ö w e tt b e i mm dem Präsidenten Dr. Alfred Stern, der die Redner in ihren oppositionellen. Ausführungen störend unterbrach, unerschrocken und konsequemmt die Behauptung ins Gesicht schleuderten, daß die Ausführungen des Herrn Präsidenten nicht den Tatsachen entsprechen. Die Ruhe wurde erst dann einigermaßen hergestellt, als der Präsident fich dazu bequemte, wohl nicht die interpellierenden Fachleute, sondern den Präsidenten des „Vereins zur Förderung der Gewerbe", Herrn B r o d, einzuladen, in die Akten über diese Angelegenheit Einblick zu nehmen. Die mit schwerer Not herge,stellte Ruhe war jedoch nicht von langer Dauer, denn als Herr Dr, Jakob K o h mm in ruhigem Don eine Angelegenheit zur Sprache brachte, welche gegenwärtig die gesamte Wiener Judenschaft in Erregung hält und in welcher ein wegen seiner pädagogischen Fähigkeiten und seines großen, vielseitigen Wissens bestbekannter Religions- Professor als das Opfer der Herrschsucht eines w e d e r a l s Redner n o ch als P ä d a g o g e sich bewährenden eingewandertemm Gemeinderabbiners erscheint, Mvurde Präsident Dr. Alfred Stern wieder so nervös, daß er zur Verblüffung der Ammwesenden Herrn Dr. K o h n in seiner Rede unterbrach, und nachdem er den Religionsprofessor in verblümten Andeutungen angrmff, die Versammlung, trotzdem mmoch mehrere Redner vorgemerkt waren, schloß. Hierauf entstand im Saal ein unbeschreiblicher Tumult und mnan hörte aus dem Munde von sonst ganz ruhigen und gewiß nicht zur Opposition gehörenden Wählern Entrüstungsrufe wie: „D a s ma ch t ni ch t ei mm m a I Dr. L u e g e r!" und dergleichen mehr. Nur dem Einschreiten einiger ammwesenden oppositionellen Wähler war es zu danken, daß der Unwille der Versammelten nicht in Tätlichkeiten ausartete.' Bevor die Kandidaten das Wort zu ihrer Kandidatenrede ergriffen, verlas Dr. Hermann F i a l l a im Namen des vereinigten Zentralwahlkomitees das Programm, in welchem die Wünsche niedergelegt sind, deren Erfüllung von den neu- und wiederzuwählenden Kultusvorstehern sowie vom gesamten Vorstände gefordert wird. Dieses Ptrogramm hat folgenden Wortlaut: 1. Zur Betreuung und Verwaltung unseres großen jüdischen Gemeinwesens wollen wir nur solche Männer berufen missen, deren Charakter, Glaubenstreue,. Stammesbewußtsetn, Fähigkeiten und PflichteiferwöÜe Bürgschaft dafür bieten, daß sie gewissenhaft beitragen und Mitwirken werden, das Ansehen und die Stellung unserer Gemeinde innerhalb des Judentums stets zu mehren und zu diesem Behufe auch der religiösen und jüdischen Weiterbildung der nachwachsenden Generation ihre nachhaltigste Bemühung zuzuwenden. 2. Wir verlangen und gewärtigen von allen jenen Männern, welche durch das Vertrauen ihrer Brüder als deren Führer und Anwälte an öie; Spitze unserer ehrwürdigen Gemeinde — „der ersten Kultusgemeinde Mitteleuropas" — gestellt sind, daß sie unter ausnahmsloser Wahrung der Würde dieser ihrer Stellung in ihrer Amtswie in ihrer Lebensfnhrnng das allmählich schwindende jüdische Solidaritätsgefühl mit an eiferndem Beispiele wecken und durch Bekennen und Betätigung ihres jüdischen Gemeingefühles die nur allzu dringend erforderliche Widerstandskraft unserer von außen vielfach bedrohten Gemeinschaft stärken und fördern, 8. Ans dem Gebiete der Verwaltung unserer Gemeinde wollen wir die Leistungen für Kultuszwecke und in Wohltätigkeitsangelegenheiten in weise Nebereinstrmmung gebracht sehen mit den ökonomischen Bedingungen, von welchen die dauernde Aufrechthaltung eines geordneten Gemeindehaushalles abhängig erscheint. 4. Insofern jedoch anerkannt werden mutz, daß die an die Gemeinde auf allen Gebieten herantretenöen gerechten Ansprüche in stetiger Zunahme und Steigerung airwachsen, könnte und soll unseres Erachtens für die Befriedigung dieser Mehrbedürfnisse unter anderem auch dadurch vorgesorgt werden, daß die Veranlagung der Kultussteuer, welche derzeit lediglich ans dem diskretionären Gutdünken der Schätzungskommissionen, somit auf schwankender und unzulänglicher Grundlage beruht, auf bestimmte Normen und Prinzipien gestützt werde, durch welche unter wesentlicher Erhöhung ihres Gesamteffektes deren gerechtere Verteilung erzielt werden würde. Hierbei wäre behufs Erweiterung des Wahlrechtes die Festsetzung des obligatorischen Stenerminimums auf zehn Kronen ins Auge zu fassen. 6. Durch eine derartige Besserung des Einnahmenbuögets erschiene zugleich die ernstlichst anzustrebende Möglichkeit nähergerückt, derm in unserer Gemeinde segensreich wirkenden, der privaten und opferwilligen Initiative unserer Glaubensgenossen zu verdankenden Tempelvereinen jene ausgiebigen und nach bestimmten gerechten Normen zu regelnden Subventionen und jene Erweiterungen ihres amtlichen Wirkungskreises zuzuwenden, deren sie behufs sicherer Durchführung ihrer Aufgaben und Zwecke, welche zugleich eine Entlastung der Pflichten und Leistungen der Gemeinde in sich schließen, ebenso würdig als bedürftig sind. 6. Das an sich wertvolle, neu geschaffene Institut der Vezirkskommissionen erscheint uns angesichts seiner Leistungsfähigkeit und allenthalben vorhandenen Leistungswilligkeit für eine erhöhte und vielseitigere Inanspruchnahme, insbesondere im Dienste der Armenpflege und Waisenfürsorge im Sinne einer Zemmtralisierung der Kontrolle und Dezentralisierung der Handbeteilung geeignet und empfehlenswert. 7. Wir verlangen eine jederzeitige fürsorgliche Förderung und Rücksichtnahme auf die durch den feindlichen Boykott und die ihm nachgefblgte Kreditentziehung schwer geschädigten jüdischen Handwerker und Gewerbetreibenden, deren Geschäftsführung und Leistungen im allgemeinen als einwandfrei anerkannt sind — sowie bei Vergebung öffentlicher Arbeiten und Lieferungen der Gemeinde die Ermöglichung eines allgemeimmen Wettbewerbes der jüdischen Interessenten mit Ausschluß jedweder privaten Begünstigung. ' 8. Als selbstverständlich hat zu gelten, daß jedes Mitglied des Vorstandes während der Dauer seiner Funktion von auf Gewinn abzielenden Geschäftsverbindungen mit der Gemeinde ausgeschlossen ist. . : 9. Im Interesse der unmittelbaren Anteilnahme emnes jeden Vorstandsmitgliedes an allen Agenden der Gemeinde, deren großer Teil gemäß der Geschäftsorganisation der Entscheidung des Vertreterkollegiums Vorbehalten ist, erscheint es wünschenswert, daß die Sitzungen dieses Kollegiums den übrigen Vorstandsmitgliedern als Zuhörern zugänglich gemacht werden. 10. Mit Bedauern registrieren wir die Richtigkeit des in dem für die Jahre 1902 und 1003 erstatteten und soeben den Wühlern mitgeteilten Rechenschaftsberichte enthaltenen Zugestänönisses des Vorstandes, daß der derzeitige Religionsunterricht in seinem Erfolge „selbst den berechtigten Anforderungen vieler nicht entspricht". Mit desto größerem Befremden verzeichnen wir dieser Tatsache gegenüber die weitere Mitteilung eben dieses Rechenschaftsberichtes, daß der im Jahre 1900 an der Wiener Israelitisch-theologischen Lehranstalt geschaffene Religionslehrer-Bildungskurs im Jahre 1903 „zu Ende" gegangen ist, ohne daß für einen angemessenen Ersatz Vorsorge getroffen worden wäre. , Indem in Uebereinstimmung hiermit der jüngst ermchienene Jahresbericht des genannten Seminars die weitergehende Eröffnung darbietet, daß die Israelitisch-Theologische Lehranstatt es mit „freudiger Genugtuung" verzeichnet, von dem „mißglückten Versuche" der Angliederung einer PrÜparandie fiir Religionslehrer an ihre nur der Heranbildung „moderner Rabbiüen" dienenden Anstalt befreit zu sein — erklären wir es als eine dringliche und unaufschiebbare, im Interesse unse- { rer nachwach senden Generation tiefbegründete Forderung, daß der Kultüsvorttanö behufs Schaffung und berufsmäßiger Heranbildung der für den Religionsunterricht an unseren Volks- und Bürgerschulen derzeit und in Hinkunft erforderlichem! und den umfassenden Ansprüchen der Eltern und des Lehrplanes vollkommen entsprechenden, fachlich und pädagogisch auf der Höhe der Zeit stehenden Lehrkräfte ohne Verzug stehnng der Welt gekommen, beantwortet der Verfasser auf , Tag regieren und bestimmen soll und doch vorher schon drei | Grund des Wissens, wie es ihm seine Zeit an die Hand gab.■ Tage regieren und bestimmen soll und doch vorher schon drei So redet er von einem unerschaffenen, von Anfang Vorhände-' ist aber ein anderer Widerspruch. Der israelttische Glaube; nen Chaos, das er mit demselben Namen benennt wie die! war allmählich zu der Annahme einer die Welt durch ihr ab- I Babylonier. Die bei den Aegyptern, Phöntkern, Indern vorj solutes Machtwort aus dem Nichts ordnungsvoll hervorrufen- . hanöene Idee des Welteis wird in dem Ausdruck berührt, daß | den Gottheit hindurchgedrungen. Dem widerspricht ja doch der der „göttliche Geist brütend über den chaotischen Gewässern? Begriff des ungeordneten, unerschaffenen Chaos. So finden! schwebte". Auch er weiß von himmlischen Gewässern (ober-! wir hier einen Kompromiß: das Licht, die Lichtkörper gehen halb der Himmelsfeste, die ihm eine wirkliche Feste ist) zu! unmittelbar aus Gottes Hand hervor, die anderen Dinge ent- * reden, wie Aegypter und Babylonier. Ob die Reihenfolge der! stammen stofflich dem Chaos, werden aber durch das göttliche' i Schöpfungsakte anderswoher genommen oder eigenem Nach- \ Wort, den göttlichen Willen gebildet. Wenn also dieser Dua- [ denken entflossen ist, kann zweifelhaft bleiben. Man versteht j lismus Hier noch nicht ganz überwunden ist, so ist doch bedeusie, wenn man sich vergegenwärtigt, daß nach hebräischer Auftungsvoll, daß die Wett hier entgöltet ist, unter Gott steht. > fassung Gott die Welt jeden Morgen neu schafft. Da liegt zu- (Somit ist sie Objekt für den Menschen, der sie sich unterwirft, erst die Erde vor Morgengrauen als ungeordnet chaotische, sie zu durchforschen sucht. 1 Masse da. Nun wird es heller, wenn auch die Sonne noch j Es ist mithin nicht Schuld des Verfassers gewesen, daß bis ' nicht aufstrahlte: es wirb Licht. Das Auge unterscheidet Him- Schöpfungsgeschichte der Forschung in der Folge das größte mnel und Erde, Festland und Wasser, Bäume und Kräuter.! Hindernis geworden ist. Das kam dadurch, daß seine Schrfft Da haben wir die erste Schöpftmngshälfte, die von der Ent-! mit den andern, die sie vergeblich zu verdrängen suchte, zu stehnng der leblosen Dinge Bericht gibt. Die Sonne geht auf, einer Heiligen Schrift zusammengearbeitet wurde und damit da erwacht, was da lebt. Es regt sich im Wasser, in der Luft, die von ihm gebotenen, sei es eigenen, sei es fremden Geöarckeu Zuletzt tritt der Mensch hervor, mit dem zusammen das Hausals auf untrüglicher göttlicher Offenbarung beruhend, als für tier an die Arbeit geht. Da haben wir die Reihenfolge der! alle Zeiten geltend Hingestellt wurden. Macht man sich von zweiten Schöpfungshälfte, die uns die Erschaffung der lebendidieser Anschauung los, so wird man sich immer an der grotzgen Wesen vorftihrt. Mit der Sonne zusammen wird die Ent-! artigen Vorführung des über dem Stoff stehenden Schöpferstehung aller Gestirne, die als lebendig gelten, geboten: mtt|Qotte3 erfreuen, wie ihn kein autzerisraelttisches Stück der anders Haustieren die aller vierfüßigen Tiere überhaupt. j tiken Literatur bietet, und mit dem heidnischen Autor um Nur eines erscheint dabei wunderbar, baß nämlich die t 100 n. Ehr., der eine Schrift über das Erhabene in der Dar- Schöpfung, die dann auch an einem Morgen in schneller Folge' stellurmg verfaßte, bekennen, daß das Wort: „Gott sprach, es von dem Schöpfergvtt bewirkt sein müßte, hier ans den Zeit-. werde Licht, da ward Licht" zu den schönsten Beispielen wnchtiraum einer Woche verteilt erscheint. Das erklärt sich nun so, j gen, kraftvollen Stils gehört, und Hinzuzufligen, daß die Kadatz die Woche später um des Sabbats willen httmeingearbeitet, j pitel Gen. 1—11 in ihrer teils wuchtigen, würdigen, teils jener Stoff in das Fachwerk einer siebentägigen Woche verpackt naiv kindlichen Weise (Gen. 2—3) nicht bloß dem Forscher wurde. Das ist sicher echt jüdische Zutat, wie es auch echt-! klassische Stücke der jüdischen (Gen. 1) und der israelitischen jüdische Anschauung ist, daß die Gestirne zur Regulierung des j Literatur (Gen. 2—3) bieten, sondern auch noch zum Herzen. jüdischen Festkalenders ins Dasein gerufen sein sollen. Auf dessen sprechen, der für alte Ltteratur den Sin mm nicht verloren, diese Weise kommt es denn auch zu dem merkwürdigen Wider-Tür einfache kindlich religiöse Töne das Ohr nicht verschlossen spruch, daß die Sonne erst am vierten Tage entsteht, daß sie denhat. —

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