Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 48 (25.11.1904)
- Date
- 1904-11-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite S Wien, Freitag Jüdiedu» VoUablatt -5. November 1904 Nr. 4S wehte Rede auf Bi-marck den Recken hielt. Niedlich, nicht wahr? So hat sich den« die Mär herausgebildet, man dürfe den Juden in Oesterreich schlechthin alles antun. Da hat neulich ein Alkoholiker im niederösterreichischen Landtag ein neues Mittel der Judentaufe empfohlen, nämlich die mit Schwefelsäure. Man sollte doch meinen, daß sich irgend jemand findet, der gegen diese etwas neue Art des Proselytenmachens Verwahrung einlegt. Der am ehesten dazu berufen war, Prälat Schmolk, der diesem Landtage vorsitzt, schwieg. Da wird in Prag klipp und klar, in rührender Einfachheit der Verbindung „Barissiadas Recht des Couleurtragens auf akademischem Boden verboten. Ich bin nicht Student und habe für die Schön, heit farbiger Mützen und Bänder nicht sonders viel Empfindung. Aber daß ein Recht, das tausend anderen eo ipso zusteht, gerade den Söhnen jüdischer Staatsbürger ve«. weigert wird, daß man jungen Burschen, die das Wort Rabls „Farbe tragen heißt Farbe bekennenin die Tat ««setzen wollen und sich zu ihrem Volke bekennen, dieses Recht, das Abzeichen des Hörereiner deutschen Hoch, schule verweigert mit einer Begründung, die eigentlich in die „Fliegenden Blättergehört, das ist denn doch, sagen wir, eigentümlich und entspricht ganz de« berühmten Hausherrenrecht. Dem Verein jüdischer Hochschüler „Bar Kochba" in Prag wird untersagt, feine Mitteilungen, die er in einem Raum der Universität ruhig affichieren darf, im Klementinum anzuschlagen. Man versteht die Weisheit dieser Verfügung nicht so ganz. Da hat jetzt der obzitierte Landtag de- Herzogtums unter der Euns ein Schächtverbot angenommen. Man mag sich zu dieser Frage stellen wie man will. Aber sicher ist, daß darüber nur ein jüdisches, kein christliches Forum zu entscheiden hat. Daß der Beschluß des Landtages einen flagranten Bruch der Religionsfreiheit tausender von Staatsbürgern bedeutet und durch nichts, auch nicht durch noch so viele gefälschte Zitate begründet werden kann, kommt niemandem in Sinn. Und daß seit Jahr und Tag in deutschen wie in tschechischen Gegenden ProskriptionSlisten zirkulieren, die jeden dort ansässigen Juden allen Staatsgrundgesetzen zum Trotz dem Boykott und Ruin preisgeben, das stört keinen aus seiner Ruhe. Auch uns Juden nicht. Wirschließen die Augen und träumen. Wir mucken nicht, wenn Stipendien, die doch aus den allgemeinen Mitteln gedeckt werden müssen, nur an arische Hörer der Exportakademie, zu deren Unterhaltung auch Juden Steuern zahlen müssen, verliehen werden. Wir lassen uns alles bieten, frechen Hohn, Persekution, Gewissenszwang. Wie weit soll denn das noch führen? Es gibt einen Weg, der da hinausführt und der heißt: nationale Organisation. Der Zionismus, zu dem auch ich mich bekenne, hat neben anderen eine( kolossale Tat vollbracht: Er hat in soundsovielen! unserer Brüder das nationale Bewußtsein geweckt, auch, in vielleicht hunderttausenden Juden, die sich nicht zum Zionismus bekennen, die aber andrerseits heute nach so: vielen demütigenden Zurechtweisungen von einer Assimilation i nichts wissen wollen. Wir können uns zusammenschließen.! Wir Zionisten brauchten dabei unser Endziel auch nicht \ eine Sekunde lang zurückzustellen oder aus den Augen zu verlieren. Wir können die Unserigen überall in nationalen! Verbänden zusammenfafsen, Seite an Seite und Schulter! Das zeigt sich besonders deutlich in der Geschichte vom Paradies und Sünöenfall. Daß auch diese eine Reihe nichtisraelitischer Züge enthält, ist wohl sicher. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß sie der Hauptsache nach babylonisch ist. Es findet sich bisher in der ausgedehnten babylonisch-assyrischen Literatur nichts, was man mit Recht als Grundlage der biblischen Erzählung bezeichnen könnte. Andererseits weist der „Gottesgarten", ein solcher war nämlich ursprünglich das Paradies, mit seinen für die Götter bestimmten Früchten der Erkenntnis und des Lebens und die Redewendung: „Der Mensch ist geworden wie unser einer" durchaus auf eine heidnische, polytheistische Grundlage hin. Darauf führt auch, daß nach altisraelitischer Anschauung Jahve, der Gott- Israels, seinen Sitz ursprünglich oben auf dem Berge Sinai, nicht aber in einem oasenähnlichen Garten habe. Auch daß der erste Mensch als Ackerbauer geschildert, sein Name Adam als des Ackerbauers von der „Adama", dem Acker, hergeleitet wird, erscheint befremdlich, da in Altisrael das Nomadentum als die ältere Lebensform angenommen und geschätzt wird. Es liegt nahe, anzunehmen, daß der Gegensatz zwischen dem zum Teil magern Ackerboden Kanaans und dem Gottesgarten der Oase von Damaskus für die Erzählung bedeutsam wurde, daß also der kanaanätsche Landmann sein Leben als ein Leben des Fluchs empfand gegenüber dem sorglosen Dasein, wie es einst von der Gottheit verliehen ward. Die heidnische Grundlage schimmert auch bet der Schlange deutlich durch, die, eigentlich ein unerschasfener Dämon, hier zwar zum Geschöpf Jahves wird, von ihrer dämonischen Herkunft aber noch allerlei Merkmale an sich trägt. Aber das Ganze ist doch so stark israelitisiert, so stark vor: dem in Israel herrschenden religiösen Geist verarbeitet, daß die Geschichte auch heute noch zu dem Herzen jedes unverdorbenen Menschenkindes redet.! ^Es. ist das bekannte Thema von dem Glück der unschuldi- ' gen und unmündigen Kindheit, das hier zum erstenmal muster-' gültig abgehandelt wird. Nicht zwar in dem Sinne, daß das Erwachen der Selbständigkeit oder das Entstehen der Sünde, eines jeden Menschen Hier geschildert werden soll, so haß Adam. eben einfach der Mensch überhaupt ist, vielmehr Adam und Eva find die Stammeltern, auf die alle Menschen zurttckgehen, wiej Freilich — ist dieser Verband, wie gesagtni* Mittel zum Zweck. Wenn er seine Aufgabe erfüllt uüd bei seinen Konnationalen ausgiebige Mitarbeit findet, kann er noch etwas anderes vorbereiten: die Jnaugurierung einer jüdischen Politik, einer faktischen GegenwartSarbeE die sehr verschieden wäre von der Brosamen- und Bettelpolitik, die wir bisher betreiben. Ich wende mich zur Diskussion meiner Vorschläge an die jüdischen Oeffentlichkeit. Prag. Julius Lö wy. Extra et intra muros. Die allgemeine Verwirrung im Mgeordnetenhause, die Zerklüftung in allen Parteien sowie die Opposition gegen das Ministerium Koerder hat „rechts" und „links" den Höhepunkt erreicht. Wenn dies das Streben des Herrn v. Koerber war, dann kann er mit feinen „Erfolgen" zufrieden sein. Noch ist die jungtschechische Obstruktion nicht gebannt — die tschechisch-radikale Baxapartei fordert direkt die Fortsetzung der schärfsten Obstruktion — und schon wird von deutschnationaler, all- und ostdeutscher Seite, von . den Christlichsozialen, Sozialdemokraten, den italienischen, südslawischen und ruthenischen' Abgeordneten in der schärfsten Tonart das Ministerium angegriffen. Ein Ministerium ohne Majorität, eine in sich ( zerfahrene Opposition, unfähig, eine Majorität zu bilden oder ein anderes Ministerium zu stützen, charakterisieren deutlich die sich stets gleich bleibende politische Lage in Oesterreich. Die Regierung galvanisiert durch Unterlassung einer radikalen Verfassungs- und Wahlrcform die bankrotten, vom nackten Volksbetrug, der Nationalitäten-, Rassen-, Konfcssions- und Klassenhetze existierenden Parteien, und werden, wenn sie Rückgrat genug haben, sich nicht zur \ diese beweisen alle zusammen, daß sie nichts anderes wollen, Taufe zwingen zu lassen. Es ist ja leider unmöglich, alle als Ministerportefeuilles ergattern und ihre Diäten als die Fälle aufzuzählen, in denen dieser Verband zu inter- Abgeordnete einstreichen. venieren hätte. Die erste Maßregel dieses Verbandes I - Viel Geschrei und wenig Wolle ist, trivial ausgedrückt, müßte folgende sein: Alle seme Mitglieder Haben sich! das Resultat der „Tätigkeit" der angeblichen „Volksverehrenwörtlich zu verpflichten, jedwede Unterstützung aller, treter". Die einzige vernünftige Rede, die während dieser öffentlichen und privaten Wohltätigkeitsinstitute durch Geld! Session gehalten wurde, war die des Obmannes des Ruan Schulter vorwärtsgehcn und ringen, bis wir eines schönen Tages allen, die Ohren haben, laut nnd deutlich sagen können: Bis hierher und nicht weiter! Ich bin überzeugt, daß auch die Regierung diesen jüdischnationalen Bestrebungen sympathisch gegenüberstehen würde. Würde sie doch in uns allen, die wir immer staatstreu und staatserhaltend waren, das Gefühl der Sicherheit, das Rechtsgefühl und das Vertrauen festigen. Um so mehr wenn die Million Juden, die in Oesterreich leben, auS der Position der Fliehenden in die Position der sich Verteidigenden übergehen. „Bereit sein ist alles!" Diese nationale Organisation ist freilich eine sehr schwierige Sache. ES müssen statistische Erhebungen durchgeführt werden. Es muß die Beteiligung der Juden an der Erwerbsteuer, Grundsteuer und an der Personal- Einkommensteuer berechnet werden. Es muß feftgestellt werden, wie groß die Anzahl der jüdischen Reichrats- und Landtagswähler in Oesterreich ist, wieviel die Juden zu den Landessteuern, Gemeindeumlagen u. s. w. beitragen, wie sehr sie an der Industrie, am Export beteiligt sind. DaS sind mühevolle Arbeiten, die Jahre angestrengtester Tätigkeit zur Vollendung brauchen und deren Resultat für die von mir oorgeschlagene Organisation Vorbedingung ist. Es muß also ein Mittel gefunden werden, die Persekution der jüdischen Einwohner in Oesterreich wenigstens vorläufig zu hemmen, wenn nicht ganz zu verhindern. Ich schlage vor, daß sich ein Verband der jüdischen Staatsbürger zur Wahrung der Staatsgrundgesetze bildet. Dieser Verband müßte sich über ganz Oesterreich verbreiten und einen sehr niedrigen Mitgliedsbeitrag festsetzen, um möglichst breite Kreise unseres Volkes heranzuziehen. Es wäre selbstverständlich ein Defensivverband, der überall dort mitzusprechen hätte, wo man zum Beispiel bei der Besetzung öffentlicher Aemter den Taufschein verlangt. wo jüdische Beamte im Avancement übergangen so lange einzustellen, bis die Juden die Bürgerrechte faktisch ' erlangt und die Gleichberechtigung, die ja bisher nur auf dem Papier existiert, in die Wirklichkeit umgesetzt ist. Die dadurch freigewordenen Summen würden entwederfürjüdische Zwecke oder zur finanziellen Stärkung des Verbandes zu verwenden sein- Dadurchwird/zweierlei erreicht: Es wird niemand pekuniär mehr belastet, als er es bisher war und der Staatsbürgerverband müßte ein Faktor werden, mit dem zu rechnen wäre. Es würden ja viele Unschuldige leiden, aber schließlich — und das ist ja das Um und Auf moderner Politik — ist uns das Hemd näher als der Rock. An einem solchen Verband hätten erstens alle zurückgestoßenen Juristen, Mediziner, Philosophen, alle jüdischen Beamten und Lehrer und nicht in letzter Linie thenenklubs Romanczuk, der allerdings vor_ einem leeren Hanse für eine nationalautonomistische Revision der Reichsverfassung auf Basis des allgemeinen gleichem und direkten Wahlrechtes plädierte und in einer sehr objektiven Weise alle die aufgebauschten nationalen Streitfragen der Gegenwart erwähnte. "" ' . ,.' Die Aufnahme, welche diese Rede von Seite der Regierung, dem Mgeordnetenhause und der Presse fand, beweist deutlich, daß man weiter denn je entfernt ist, in Oqsterretch die Bahnen der Vernunft, der Verständigung und Ehrlichkeit zu betreten. In dieser Zeit, der Aera der allgemeinen Korruption, Verlotterung und Zersetzung, haben wir, . die jüdischen Modern e n, die Vertreter einer jungjüdischen und jungalle jüdischen Eltern einen kräftigen Verteidiger. Nur österreichischen Realpolitik, Umschau zu halten, wie es um müßten fie ihn unterstützen. Dafür scheint mir der oorge-j bfe Vertretung unseres so hart nationalsozial bedrängten schlagene Modus der beste. Oder anderes mehr. Das wäre jüdischen Volkes im österreichischen Parlamente bestellt ist. der einzig richtige Weg, um mit der heute herrschendeu Die Antwort lautet: Die Juden haben überhaupt Ansicht zu brechen, daß die antisemitischen Bestrebungen, keine entsprechende Vertretung im Mgeordnetenhause. vor denen ja auch die Regierung zittert, nicht allmächtig ebensowenig als in den Landtagen und im Wiener Gestnd. Wir würden einfach die verwundbarste Sette be-! Einderate, ja, das jüdische Volk ist n i ch t einmal vertreten rühren, nämlich die Geldseue. -! in der Israelitischen Kultusgemeinde. das ganze Schlangengeschlecht ans diese erste Schlange zurückgeführt wird. Ihre Nachkommen erben den Fluch ihrer Tat, sündigen aber nicht alle in gleicher Art. Die Gottheit meint es gut mit dem Menschen, sie hat für alles gesorgt, dafür soll er nun aber auch sein Glück in ewigem Fürsichsorgenlassen, tn ewiger Unselbständigkeit finden. Die Vernunft, die, einmal erwacht, keine Schranke mehr kennt, soll ihm vorenthalten werden. Sie soll Alleinbesitz der Gottheit bleiben. Der prometheische Drang des Menschen ist ihm kein Glück. Er treibt ihn aus dem Paradies, lädt ihm nun selbst die Sorge um das Dasein, den Kampf um das Leben auf. Not und Tod beginnen, um nicht wieder auszuhören. Es sst übrigens damit nicht gesagt, daß die Auffassung in diesem biblischen Bericht in Altisrael die allein geltende gewesen sei. Dte Propheten haben auf Gen. 2 bis 9 wie überhaupt auf die ganze Urgeschichte mit keinem Worte hingewiesen. Wenn die heidnischen Stoffe in Gen. 1 bis 11 religiös so geläutert erscheinen, so ist das dem in Israel durch die Propheten geweckten und geförderten religiösen Bewußtsein zu danken, nicht aber ist umgekehrt die israelitische Religion auf den Stoffen der Urgeschichte gegründet zu denken. Die vorgenannten Erzählungen, ebenso die von den Ehen der Götter mit den Töchtern der Menschen (1. Mose 61—4s und die rein israelttischen Noahsprüche (1. Mose 020 ff.) rechnen alle nicht mit der Flut. Die Flutsage ist aus Babylonien nach Israel gekommen, und zwar in verhältnismäßig später Zeit. Die Entlehnung ist durch die Aufdeckung der babylonischen Fluterzählung in den Kettschriften für alle Zeiten unwiderleglich dargetan, wenn auch anzunehmen ist, daß sie nicht direkt erfolgt ist. Vielmehr wanberte dte Erzählung von Mund zu Mund, von Volk zu Volk, und sie hat dabei mancherlei Abänderung erfahren. Die Flut galt dem Israeliten als Menschheitsslut. So mußte die Figur der altisraelitischen Sage, die zum Helden der Flut wurde, zum Ausgangspunkte der netten Menschheit werden. Cs kam nur Noah in Betracht, der für die Hörer und Leser der alten Sagen in Israel als Vater der syrischen Bevölkvrungsgruppen galt. Dte alten Sagen kannten ihn nicht ohne drei Kühne, dte, noch unverheiratet, bet ihm im Zelte wetlen. In der Flutsage werden sie zu; Stammvätern der neuen Bölkergvuppetr. So bedürfen sie natürltch der Frauen, darum gelten sie in der Fluterzählung , als verheiratet und selbständig. Die Einführung der Flutgeschichte machte noch ein anderes nötig. Die Sintflut war dem Hebräer auch Sündflut. Die ganze Menschheit wurde vernichtet außer der Familie des Noah. Also mutz die ganze Menschheit auch hoffnungslos verderbt gewesen sein, j Man schtlf sich nun nach babylonischem Vorbild eine Geschlechtsreihe von zehn Gliedern, an deren Spitze Adam, an , deren Schluß Noah stand, welche die Reihe der Guten und ' Frommen darstellen mußte, während eilte zweite — im Grunde! aber dieselbe — als Verzeichnis der Bösen anfgefatzt wurde. An der Spitze dieser Reihe stand Kain, der Vater der nomadischen Menschheit, der nun zum Vater der Verworfenen und Verkommenen wurde. Das geschah durch Einführung der Kain- und Abel-Erzählung, die ursprünglich gar nicht in den j Kreis der Urgeschichte gehört, wie schon daraus erhellt, daß in I ihr die ganze Erde bewohnt erscheint, so daß Kain überall - den Tod des Btutrüchers fürchten mutz. Kain ist der Vertreter , des Nvmäbenstammes der Kentter, der dem israelitischen Batrer — so wenig verstand man jetzt die eigene Nomaden»? Vergangenheit — wegen seittes Umherschweifetts als ein von j schwerer Angst um das Leben umhergetriebener Stamm erschien. Warum siedelte er nicht auch im Lande Kanaan wie! Israel? Hatte Israel doch wohl gar von diesem Stamme die | Verehrung Jahves übernommen! Und nun hat er keinen Sitz in dem Lande Jahves, darf den Schutz, dett Jahves Altar auch dem Mörder gewährt, nicht in Anspruch nehmen! Woher das alles? Im Süden Kanaans kam es häufig genug zum Zusammenstoß zwtschett getreidehuttgrigen Nomaden und ge» treidebanenden Bauern. So mag auch eine Sippe Abel tn diesen Kämpfen umgekommen sein. Das Nomadisieren deS Stammes Kain wird damit in Verbindung gebracht. So erscheittt Kain — die Personifikation des Stammes — als Mörder der in Abel persönlich gehaßten gens Abel, dte als Kains Bruder erscheint. Dte alte Sitte, daß für einen erschlagenen Kentter von dem Stamm Kain sieben Glieder deschuldiaen Stammes zur Blutrache verlangt werden, wird hie« auf die Gottheit selbst zurttckgeftthrt. Jeder Stamm hat sein