Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1904-11-18 · 47 (18.11.1904) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
47 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2432763-2433023-2433070--2657-2436547
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Wien, Freitag Jüdische» Vdlkiblfttt. 18. November 1904 Nr. 47 die italienische und die jüngste, die r u t h e n i s ch e. Diese Organisationen haben jede einen nationalen E r e k u t i v a u s s ch u tz, der autonom in allen nationalen Angelegenheiten entscheidet. Und die Erfahrung bat gezeigt, daß der gesamten Arbeiterbewegung durch oie Brunner Resolution nur gedient wurde und daß die Schlagfertigkeit der Partei nur erhöht wurde. Nur ein Volk ging bei der Teilung leer aus^ selbstverständkich das Volk, dessen verlorene Söhne bet diesem und bei jedem sozialdemokratischen Kongresse das große Wort führen, das jüdische, das Aschenbrödel unter den Völkern. Immer wieder werden die Versuche, das jüdische Proletariat in Galicien und der Bukowina, die in dieser Frage in erster Lime in Betracht kommen, selbständig ru organisieren, vereitelt. Wir genießen das beschämenoe Schauspiel, daß die jüdische Organisation, die nicht nur in vorgeschrittenen Ländern, wie Amerika und - England, sondern auch in einem politisch und sozial so rückständigen Lande wie Rußland, sich durchgesetzt hat, in Oesterreich durch allerlei Ränke auf arischer Seite und Rückenmarklosigkeit auf jüdischer Seite nicht verwirklicht werden kann. Zuletzt haben wir diese traurige Komödie am Krakauer Parteitag erlebt, an demselben Parteitag, auf welchem der allpolnische Chauvinismus seine Orgien feierte. Und ebenderselbe Herr von Daszynski, der alles Polnischnationale lebhaft fördert, verhindert jede Regung desjüdischen Selbstbewußtseins, noch dazu in seiner bekannt ironisch, überlegenen Weise. Welch ein ausgemachter Jesuit der Herr von Daszynski ist, ersieht man, wenn man einige Stellen aus seiner Rede am Brünner Parteitag vergleicht, mit seiner Rede am Krakauer Parteitag. In Brünn sagte er: „Es wurde hier gesagt, es gebe keine nationale Frage ohne wirtschaftliche Unterlage. Wenn dem so wäre, so hätten wir den größten .Fehler begangen, indem wir uns national organisierten. Wir haben das aber keineswegs empfunden — im Gegenteil... Und mit dieser nationalen Eigenart müssen wir rechnen und dadurch sind wir kräftig geworden, weil wir mit ihr gerechnet haben... und üoerall sinden sie die Tendenz, daß sich die Völker von dem Drucke fremder Nationalitäten befreien wollen." So der Brünner Daszynski. Der Krakauer Daszynski hat aber nur Hohn und Spott für das Streben jüdischer Arbeiter nach Selbständigkeit. Ganz analog wie die Szlachta nach außen, gegen Oesterreich, förderativ, im Innern, in Galizien, aber zentralistisch gesinnt ist, so hat Daszynski so lange gegen eine einheitliche sozialdemokratische Partei gesprochen, bis er eine selbständige polnische Organisation hatte, in der er nun - die allpolnische Idee kultiviert, die jüdische aber im Keime erstickt. Noch auf einen Einwurf, der am Krakauer Parteitage gegen die jüdischen Bestrebungen gemacht wurde, wollen wir reflektieren. Delegierter Hecker meinte, das eigentliche Merkmal einer Nationalität sei die Sprache. Nun besitzen erstens die jüdischen Arbeiter Galiziens ergab, lobte Lermontowu. s. f. Der junge Student ließ die ganze russische Literatur Revue passieren, warf hie und da ei« Scherzwort ein, kritisierte scharf einzelne der älteren Schriftsteller und bekundete ein überaus feines Verständnis. Schließlich zog er eine Nummer des deutschen „Bukarester Jagblatt" hervor und bemerkte lächelnd: „Sie sehen, ich lese auch deutsche Zeitungen." Tartarowski zeigte mir hierauf eine Stelle im Feuilleton diese- Blattes.. Es war darin ein Besuch bei russischen Kriegsgefangenen geschildert, der irgendwo einem anderen Blatte entnommen worden war. Polnische Deserteure hatten einen Kosakenposten verraten und sangen im japanischen Tempel, wo sie «ntergebracht waren: „Jeszsze Polska niezginela* (»Roch ist Polen nicht verloren"). Diese Stelle im Feuilleton gefiel Tartarowski außerordentlich. „Die Pole» haben recht," sprach er erregt. „Wenn es hier (er weist hierbei auf das genannte Blatt) hckßt, daß Rußlands Eroberungen, so der Kaukasus und Turkestan, mit pol- »ischem Blute gemacht worden sind, ohne daß die Lage der Polen in Rußland irgendwie nachher sich gebessert hätte, ist fl nicht begreiflich, wenn polnische Soldaten nicht Kanonenfutter sein wollen? Auch wir Inden sind in ähnlicher Situation. Gstehen jetzt an 40.000 Juden in Ostasien. Glauben Eie. daß Rußland nach Beendigung des Krieges Einsehen haben wird?" Mit einer verneinenden Kopfbewegung schloß er da» Gespräch. Ich hatte ziemlich lange Zeit mit dem Studenten geplaudert. Ich wandte mich jetzt einem andere» Emigranten zu. Er war kein Deserteur, sondern bloß mit seinem Bruder mitgeflüchtet. „Wie heißen Sie? Erzählen Sie etwas über Ihr Schicksal." „Wolf Jampolowski heiße ich und war Lederhändler. Mein Bruder, dessen Frau bei den Kischenewer Massakers »«gekommen ist, wollte nicht ins Ausland flüchte». Ich redete meine« Bruder zu, nicht auf den Kriegsschauplatz zu gehen, da er ursprünglich die Absicht hatte, so seinem Leben ein Ende z» machen. Seit dem Morde seiner Frau war ihm nichtmehr teuer, nicht einmal das Leben. Er wollte sterben und die Einberufung kam ihm willkommen. ES kostete mich Mühe, ihn von seinem Entschlüsse abzubringen. Ich verschaffte auf Umwegen (lies: Rubel) zwei GouvernementSpäfle und wir flüchteten über die Grenze." eine eigene Sprache: den Jargon. Und zweitens leugnen wir direkt die Richtigkeit einer solchen Behauptung, auf die wir reflektieren, weil man sie öfters hört. Pernerstorfer sagte ausdrücklich am Brünner Parteitag: „Die Frage, um die es sich hier handelt, ist aber nrcht die Sprachenfrage, sondern die nationale Fraae, und wenn es Parteitaasmitglieder gibt, die in der Aufrollung der nationalen Frage eine „Verfälschung des proletarischen Gedankens" erblicken, so möchte ich darauf Hinweisen, daß wir eine sozialdemokratische Partei heißen und daß wir das Wort „demokratisch" aus unserem Programm streichen müßten, wenn wir nicht jene Forderung der Demokratie ebenfalls vertreten wollten, die das Recht eines jeden Volkes auf nationale Existenz verlangen." Wir sehen also in der T h e o r ie waren alle Herren sozialdemokratische Parteigrößen in Brünn einig, daß jedem Volke, also auch den Juden, die nationale Existenz verbürgt werden solle. In der Praxis allerdings heißt es: Ia, Jude, das ist was anderes. Das wir mit dieser Kritik nicht allein dastehen, beweisen folgende Auslassungen der „Freie Worte" in Falkenau, dem Organe der freiheitlichen S o z i a l i st e n. Die „Freien Worte" sagen: Und vollständig gleichwertig dem polnischen und ruthenrschen Bourgeoisgetriebe (einzelne ehrenwerte Personen und eme kleine ruthenische Gruppe ausgenommen) ist die Politik der polnischen Sozialdemokratie, welche in attpolnischem-Chaupinismus mit allen übrigen Parteien konkurriert. Auf ihrem letzten P a r t e i t a g i n K r a k a u hat sie dies besonders deutlich an den Tag gelegt, indem sie ein Bündnis mit der „sozialistischen Partei Russisch-Polens" einging, die die politische Unabhängigkeit Polens (auf Kosten der Ruthenen und Juden!!) proklamierte. Und der entsprechende Kommentar dazu ist die Annahme des Antrages der Parteivorstandes, der sich gegen die B e st r e b u n g der Gründung einer jüdisch-sozralistischen Partei richtet, welche nicht etwa nur von einem großen Teile des jüdischen, sondern auch des ruthenischen Proletariats gefordert wird. So beweist demnach dieser marxistische Parteitag in Krakau, daß die Sozialdemokratie nicht um: kein Verständnis für einen den galizischen Verhältnissen angepaßten modernen Sozialismus besitzt, sondern auch zu einer richtigen Nationalitäten- und Judenpolitik unfähig ist. Im Gegensätze zu all den früher geschilderten Richtungen müßte hierzulande eine freisozialistische Organisation ins Leben gerufen werden imit getrennten polnischen, ruthenischen und jüdischen Sektionen), welche sich zur Aufgabe macht, oie Aufklärung der galizischen Bevölkerung im Sinne des genossenschaftlichen Sozialismus und der Bodenreform und die für die wirtschaftliche Organisation der Massen auf Grundlage der Autonomie der Nationen eintritt. Für uns Juden ergibt sich aber nur jene Lehre: Die Sozialdemokratie .ködert uns ebenso und nach eben demselben Rezepte wie früher die liberalen Parteien mit großen und gleißenden Versprechungen. Sie ist aber, ev ensorv en ig„,wie die Liberalen gewillt, diese Versprechungen zu halten. Ziehen wir also die Konsequenzen: Konzentrieren wir uns und o r g a n i s i e r e n rv i r u n s. Das sind die Zauberworte, die auch die Fesseln des jüdischen Volkes sprengen können. 8. Er erzählte das mit tränenden Augen. Ich fragte nicht weiter, als er zu Ende war. Die kleine Familientragödie hatte mich tief ergriffen. Ich wandte mich einem anderen Emigranten zu. Er hieß Mendel Schürband und war aus Odessa. Ei» lustiger Vogel schien das junge Bürschchen zu sein. Er gab den Spaßmacher im Quartier ab und nahm alle» von der scherzhaften Seite. Als ich ihn um seinen Beruf befragte, antwortete er: „Tanzmeister", was ein großes Gelächter bei den Nebenstehenden hervorrief. Mendel Schürband war nämlich ei» Hausierer und es bereitete ihm. ungeheure Freude, die Neugierigen, die das Quartier besuchten, auf diese Weise zn necken. Der nächste Emigrant, den ich ansprach, war ein Photograph. Er habe bereits Beschäftigung in Czernowitz gesunde« und werde schon morge« daS Quartier verlassen, erzählte er mir. tzr hatte für die „Hasmonäa", welche Studentenverbindung die Arbeiten des Hilfskomitees leitete, nur Worte des Dankes. Er fastete die Hände und sprach: „Gott wird diesen jüdischen Studeüten beistehen, denn sie haben Hunderten von un» geholfen!" Während ich mit dem Photographen sprach, hörte ich, wie man zum Tee rief. Alle Emigranten setzten sich an die Tische, eine Reihe, die keinen Platz fand, kauerte sich am Boden hin, pnd einsi: von ihnen, der zu Hause Kinderlehrer war, im Quartier aber der Koch abgab, verabreichte Tee. Der Kinderlehrer wap stolz auf sein Amt und mit einer gewissen Herablassung behandelte er seine Genossen. Eben hatte ein hungriger Emigrant nochmals nach einem Glas Tee verlangt, da gab ihm der Kißderlehrer einen Verweis. Es sei unanständig, meinte er, zweimal etwas zu verlangen, insolange andere noch nicht einmal getrunken hätten. Der Verweis war in russischjüdisch-deutschem Jargon gesprochen und es nahm sich possierlich aus, wie der Sprecher möglichst deutsche Worte in seine Rede hereinzubringen suchte. In einem Nebenraume des Quartier-, das ein Stadtbaumrister, welcher düs Hilfswerk qm meisten förderte, unentgeltlich für die Unterbringung der Emigranten überlassen hatte, erblickte ich eine Wäscherin. Ein russischer Emigrant, der zu Hause eine Putzerei besaß, versah hier für seine SchicksaelSgnoffen gegen geringes Entgelt den Dienst. Ein russischer Raseur produzierte sich j» seinem Fache, indem er an diesem Tage dem 37. Emigranten, wie er bervorhob, gerade daS Kopfhaar zu Ende geschnitten hatte. Ein Schneite» und Schuhmacher wäre« ebenfalls im Quartier beschäftigt. Die armen Teufel setzten auch in der Fremde ihr Gewerbe fort, um sich hierdurch nützlich zu machen und ein Paar Geld* Brief aus Lemberg. (Ein moskowitischeS LehrbefähigungSzeugniS. — Jüdische LehramtSkalamitäten. — Schullehrer als Religionslehrer. — Antrag auf Ernennung einejüdischen Landesschulrate-. — Mtckiewiez-Denknialfeier unter jüdischem Vorspann. — Lemberger Hilfskomitee. — Ein Verbot der Gründung des „Toachei Jehudei Russia" in Husialyn. — Unterstützung von Erpressern durch die Behörde.) Der reißende Strom der Flüchtigen audem moderneu Pharaonenlande führt, wie bereitangegeben, eine Menge wertvoller Arbeitskräfte mit sich, so daß man auSrufen muß: „Wehe einem Staate, welcher derlei nützliche Bürgerelemente verliert, wehe einem Staate, welcher in Bigotterie verharrt und die besten Kräfte der Gesellschaft vertreibt!" Mit einer Bärentatze greift die orthodoxe Unfehlbarkeit in die russische Gesellschaft und strebt, mit dem chemischen AgeüS des Weihwassers und Weihwedels alle» z« trennen, was sonst ganz gut nebeneinander bestehen und zum Ruhm» und zur Größe de- Staatebettragen könnte. An diese Stelle möchte ich als Document russe da» Amt-zengnis einesolchen orthodoxen prawo slavvny OberschulinspektorS setzen, welcher die Lehrbefähigung eine» Kandidaten zu bezeugen hat. Dieselautet in möglichst wortgetreuer Uebersetzung: Zeugnis. Gegeben dem Städter L. I., geboren in N., hebräische» Glaubensbekenntnisse-. Erziehung und Bildung genoß er als Provertist. Gegenwärtig, nachdem derselbe sei» Gesuch eingereicht hat, Hauslehrer (Privatlehrer) sein zu dürfen, »nd nach Durchsicht seiner uns vorgelegten Dokumente, welche äußerst zufriedenstellend waren,*) gestatte ich dem Prüfungskomitee, ih» zur Ablegung der Prüfung zuzulaffen. Nach überstandener Prüfung, bei welcher derselbe ei« sehr gutes Wissen in der Mathematik an den Tag legt«, hat derselbe in Gegenwart der Examinatoren über ein ihm vorgelegtes Thema einen Probevortrag gehalten, dann ist ihm die Befugnis eines Privatlehrers erteilt wsrde« (jetzt kommt der Pferdefuß) mit de» Rechte des Unterrichterteilens in der Mathematik, ab er nur an seinen eigene» Glaubensgenossen. Diese »Zeugnis aber gibt ihm nichtjene Rechte, welche christlichen Kandidaten von gleichem Berufe erteilt werden. Der Kurator des Odessaer Unterrichtswesens und Geheimrat vieler Orden SalSti. Kanzleidirektor L. S. Dobrycki.. Der betreffende Kandidat, welcher durch jene» obzitierte« russische» Waschlappen alle seine Hoffnungen verlor, ließ sich die Mühe nicht verdrießen, die oberlangte Karriere als caput mortuum zu begraben, und ergriff ein neues Studium — das zahnärztliche Fach. Ob in diesem neuen Zeugnisse, respektive Diplom jene Pobedonoszewklausel mit hineingeprügt würde, habe ich nicht erfahren. *) Betreffender hat sich das Wissen eines Gymnasialabsolventen angeeignet. stücke zu verdienen. Während ich dies allebesichtigte, hatte ein kleiner Knabe weinend nach dem inspizierenden Ha-monäer, welcher au» de« Hilfskomitee an diese« Tage den Dienst versah, gerufen. Sein Vater sei krank, jammerte er, n«d leide fürchterliche Schmerzen. Um den armev Mann am Strohlager hatte sich «nterdeffen eine Schar von Emigranten gesammelt, die ihm tröstend zusprachen. Der Mann wurde in» jüdische Krankenhaus transportiert, wo er, wie ich erfuhr, bald fich erholte. Mendel Schürband, der unverbesserliche Spottvogel, ließ nicht einmal diesen ernsten Augenblick vorbei, ohne zr scherzen. Er rief dem Komiteemitgliede zu, er sei auch krank und möchte in- Krankenhaus, um für den Winter mit guter Kost und nettem Quartier versorgt zu sein. „Ich werde den Kranken da- Tanzen lehren," scherzte er, worauf er einen Verweis erhielt. Bor dem Emigrantenqnartier waren unterdessen lange Leiterwagen vorgefahren. Da- Hilfskomitee hatte für eine Anzahl Emigranten Stellungen at- Feldarbeiter bei jüdischeil Gutsbesitzern erwirkt und an der Hand einer Berufstabelle, die angelegt worden war, wurden nun die Namen der Abreisenden verlesen. Eine Anzahl von Handwerkern, die bei Meistern ihre- Berufekeine Beschäftigung gefunden hatte, meldete sich freiwillig zur Feldarbeit. Nachher auch ehemals bessersituierte Kaufleute, die vor der schweren Händearbeit nicht zurückscheuten, weil sie so ihren Reisepfennig ergänzen wollten, um jenseits de- Ozeanin einem freien Lande eine reie Heimat finden zu können. Cs war ein ergreifender Anilick, diese Schar kräftiger und nur durch Not und Entbehrungen der letzten Tage der Flucht über die Grenze etwajerabgekommener Leute die Wagen besetzen zu sehen. Das Judenelend bedurfte keiner besseren Schilderung! So mancher dieser nunmehr zum gewöhnlichen Feldarbeiter Herabgekommenen lebte ehemals in Wohlstand, batte Haus und Hof, birussische Willkür und schließlich der Krieg ihn in die Fremde hinausrieb. seine Familie dem Bettelstäbe preisgab. Ein Emigrant bat um Information, ob er auf Grund einer Vollmacht von einem österreichischen Notar von hier aueinen Verkauf in Rußland durchführen lassen könne; seine Frau, seine fünf Binder, die dort zurückgeblieben waren» sollten für kurze Zeit au» dem Erlös sich ernähren. Ein anderer bat um einen Zettel für den unentgeltlich behandelnden Zahnarzt, ein dritter wünschte seine alte Mutter, seine einzige Verwandte, die er auf der Welt noch hatte und die ihm, als er» desertierte, über M Grenze mitzufolgen sich nicht scheute, zur Feldarbeit mit-.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.