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Jüdisches Volksblatt · 1904-11-11 · 46 (11.11.1904) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
46 (11.11.1904)
Date
1904-11-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 11. November 1904 Nr. 46 “ leiten, die sich demselben im vergangenen Jahre entgegengestellt haben, und berichten von dem großen Erfolg anläßlich der ebenen Liedertafel und der Mitwirkung bei der großen Wiener Maktabäerfeier. Bei der hierauf vorgenommenen Neuwahl konstituierte sich der Ausschuß wie folgt: Vorstand Herr Dr. Poborski, Borstandstellvertreter Herr Sitzmann, Schriftführer Herren David und Dr. Wassermann, Kassiere Herren Löwy und Dr. Schalit, Sangesrat Herren Ing. Fried und Dr. Liewer, Archivare Herren Dr. Jmmerglück und Löhner. Die Uebungen, die auch heuer jeden Mittwoch punkt 8 Uhr abends im Vereinslokale IX., Türkenftraße 9, abgehalten werden, haben bereits begonnen. Neuanmeldungen werden jedesmal vor Beginn der Proben entgegengenommen. FÜ-.-nat. akademische Verbindung „Zephirah", Czernomitz. In der stattgefunöenen Chargenwahl der „jüö.-nat. akademischen Verbindung „Zephirah" wurden für das 15. Semester gewählt: Präses: cand. jur. Jsak Chaskalowtcz, Btzepräses: cand. phll. Salomon Hornstein, Schriftführer: cand. jur. Samuel Katz. Jüd.-akad. Leseverein „Emnnah" in Czernomitz. Die Chargenwahl des obengenannten Vereines ergab nachstehendes Resultat: cand. phil. B. Eiöinger, Präses, stuö. jur. D, Taubes, Präsesstellvertreter, cand. jur. S. Scharitz, Schriftführer. Ei» jüdischer Generalstabsarzt. In der langen Liste derjenigen Offiziere, die am 1. November in unserer Monarchie avanciert find, finden wir, wie an anderer Stelle auSgewiesen, mehrere Juden, die zum Rang von Oberstabsärzten erster und zweiter Klaffe befördert wurden. Den höchste« Rang im militärärztlichen Offizierskorps aber erhielt der bisherige jüdische Oberstabsarzt erster Klaffe Dr. Julius K e p e S. Er ist der einzige, der anläßlich der heurigen -November-Avancements überhaupt Generalstabsarzt geworden ist. Zur Rzeszower Rabbinerwahl erhalten wir von einem unserer dortigen Abonnenten folgende Zuschrift: Sie brachte» die Mitteilung, daß der Rzeszower Rabbinerposten durch die Wahl des Rabbiners Nathan Lewin nunmehr als besetzt .erscheint, daß somit der leidige Rabbinerstreit, welcher vbie Gemeinde seit geraumer Zeit nicht zur gewünschte« Ruhe kommen läßt, als friedlich beigelegt zu betrachten sei. Dieser Bericht entspricht nur in der Tatsache der Wahrheit, daß Herr Nathan Lew in zum Rabbiner gewählt wurde. Was aber die daran geknüpfte Bemerkung Ihres Berichterstatters betrifft, so dürfte hier der Wunsch der Vater deS Gedankens gewesen sein. Der Friede ist leider noch immer nicht hergestellt, denn es fanden sich wieder einige Gemeindemitglieoer, welche gegen diese Wahl bei der zuständigen Behörde Protest erhöbe«, und so kann denn das unschöne Schauspiel eines erbitterten Kampfes unter den Juden zum Gaudinm unserer nichtjüdischen Mitbürger von vorne beginnen. Wahrhaftig, uns Rzeszower Juden geht es bei weitem nicht so gut, daß wir uns den Lsxus eines nutzlosen Unfriedens mit Recht erlauben dürften. S ch a l o m. Schriftsteller S. Kohn gestorben. Aus Prag wird uns berichtet: Am.,6. öß. ist hier der bekannte Romanschriftsteller Salomon Kohn im achtzigsten Lebensjahre gestorben. Mit ihm ist eine der markantesten Erscheinungen Alt-Prags öahingeschwunden, ein reicher, fruchtbarer Geist, ein untadelig lauterer Charakter und eine Persönlichkeit von seltener Seelenstärke. Neben einem unerschütterlichen Gottvertrauen drückte die hingebungsvolle Liebe zu seinen Glaubensgenossen und feiner Heimat dem Wesen und der Kunst S. Kohns den Stempel auf. Dem Zusammenwirken all dieser Faktoren verdankte her Roman „Gabriel" neben der warmen, fesselnden Schreibweise des Autors seinen Ruhm. Er erschien im Jahre 1875 in Jena und wurde in sämtliche Kultursprachen übersetzt. Es folgten dann: „Ein Spiegel der Gegenwart" (1875), „Die Starken" (1879), „Die silberne Hochzeit" (1881), „Prager Ghettobilder", „Des Stadtschreibers Gast", „Gerettete Ehre" (1886), „Ein deutscher Minister" (1887), „Der alte Grenadier", „Die fröelen Alten" (1893), „Der Lebensretter Md andere Erzählungen" (1893), „Fürstengunst" ,(1894), „Ein deutscher Handelsherr" (1896), „Alte und neue Erzählungen aus dem böhmischen Ghetto" (1896), „David Speier" (1896) und „Judith Löhrach" (1897). S. Kohn wurde am 8. März 1825 in Prag geboren, studierte an der hiesiaen Universität von 1844 bis 1846 Mathematik und trat später in das Geschäft seines Vaters ein. Seit 1874 befaßte er sich ausschließlich mit der Schriftstellerei. Sein ganzes Leben lang war er ein Strebender, der der jüdischen Wissenschaft mit jugendlicher Begeisterung anhing. Und noch in den letzten Tagen konnte man ihn unter den Hörern der Vorlesungen über jüdische Neligionsphilosophie sehen. Mit unermüdlichem Eifer widmete er sich auch den Aufgaben der Gemeindeverwaltung: er war das älteste Mitglied der isr. Kultusgemeinde-Repräsentanz, der er seit dem Jahre 1869 angehörte. Auch als Vorstandsmitglied der Vab. von Lämel'schen Versorgungsanstalt, als Revisor des Nächstenliebevereines und anderer Wohltätigkeitsinstitute erwarb er sich in jahrezehntelangem Wirken große Verdienste. Alle diese Ehrenstellen bekleidete er mit mustergültigem Pflichteifer. Auch als Privatmann betätigte S. Kohn seinen eminenten Wohltätig teils sinn jederzeit in einer Weise, die ihm das dankbare Andenken vieler sichert. Bis in die allerjüngste Zeit war der Verblichene von seltener Geistessrische. Und seine körperliche Rüstigkeit ging mit der geistigen Frische Hand in Hand. Freitag zog sich S. Kohn durch einen unglücklichen Sturz einen Nippenbruch zu, dessen Folgen seinen Tod herbeiführten. Das Leichenbegängnis fand Dienstag den 8. ds., um 3 Uhr nachmittags, vom israel. Badhofe aus statt. Am offenen Grabe hielt der Präses der isr. Kultusgemeinde Dr. Rosenbacher dem Verblichenen, mit dem ihn eine langjährige, treue Freundschaft verbunden, einen innigen Nachruf, der allen Verdiensten des Heimgegangenen vollauf gerecht wurde und die Anwesenden tief ergriff. Auch ein Mitglied des Studentenvereines „Bar Kochba" widmete dem entschlafenen Ehrenmitgliede warme Worte des Abschieds. Außerdem wird Sonntag den 13. d. um 11 Uhr vormittags in der Klaussynagoge eine Gedächtnisfeier abgehalten. Die Beerdigung wurde auf Kosten der Prager Kultusgemeinde veranstaltet. Anstand. Willy Bambus gestorben. Wir erhalten die traurige Nachricht von dem Tode eines der eifrigsten und aufrichtigsten Kämpfer und Arbeiter für die Kolonisation Palästinas. Willy Bambus ist am 4. ds. in Berlin gestorben. Der Verstorbene hatte nur ein Lebensideal und das war das Studium des heiligen Landes und die Bemühung, daselbst auf rationeller, fruchtbringender Basis jüdische Kolonien zu gründen nnd zu erhalten. Dieser seiner Lebensaufgabe widmete er sich mtt ganzer Hingebung schon zu einer Zeit, als der offizielle Zionismus noch nicht auf der Tagesordnung stand. Schon damals unternahm er Reisen nach Paris, London und anderen grvtzen Städten, um die reichen Bolksgenoffen für die Unterstützung seiner Idee zu gewinnen. Er war die Seele des Chowewe- Zton. Bambus war nicht der Mann der Worte, welche die Menge fanattsieren, sondern ein Mann der positiven Arbeit, deren Erfolge ihm eine große Schar von Anhängern zuführten. Innerhalb des Zionismus trat er zuerest am 2. Kongreß im Jahre 1898 mtt seiner Idee auf und war damals Führer der Opposition, doch blieb er mtt allen seinen Anträgen in der Minorität urtö wurde später von den politischen Zionisten sehr oft und sehr heftig angegriffen. Von Bambus stammt die Devise, daß man zunächst kolonisieren müsse, die Staatenfrage werde sich dann von selbst lösen. In den letzteren Jahren wurde Bambus als Leiter der großen Hamburger Weinnieöerlage der von der „Jca" erhaltenen palästinensischen Kolonien bestellt. Trotzdem hörte er nicht auf, wie Eingeweihte wissen, gegen das Jrrationelle der Kolontsattonsbestrebungen dieser Gesellschaft anzukämpfen. Besonders trat dies hervor, als die Rothschilökolonien in Palästina in die Verwaltung der Palästinakonrmissivn der „Jca" übergingen. Bambus, der im besten Mannesalter seiner für das jüdische Volk segensreichen Arbeit entrissen wurde, war in letzter Zeit auch Generalsekretär des Hilfsuereines der deutschen Juden und hat der Verstorbene einen großen Anteil an dem Zustandekommen der Auswanöerungsorganisation dieses Vereines. Der Verein hat eine besondere Parte ausgegeben. So lange die Kolonisation Palästinas noch Anhänger unter den Inden finden wird, wird das Wirken Willy Bambus' unvergeßlich bleiben. Sein Andenken ist gesegnet. Hilfsverei» der devtfchen Juden. Bekanntlich hat der Hilfsverein der deutschen Juden mit der Durchführung der von ihm vorgeschlagenen Organisation der jüdischen Auswanderung aus Ostpreußen auf deutschem Gebiete bereits begonnen. Zu den in Ostpreußen bestehenden Schutzkomitees des Hilfsvereines für durchreisende russische Juden, welche eine überaus rege und segensvolle Tätigkeit entfalten, sind in den letzten Tagen neue Komitees dieser Art hinzsgekommeu. Um die gegenwärtige Lage auch an der Grenze in den Provinzen Westpreußen und Posen kennen zu lernen, sandte der Hilfsverein der deutschen Juden den Sekretär Herrn A. Meyerowitz dorthin und es wurden in vergangener Woche auch in den Städten Thorn, Gollub und Jnowrazlaw Schutzkomitees für durchreisende russische Juden gebildet. Diese Schutzkomitees, welche gleichzeitig als Lokalkomitees für den Hilfsvereiu der deutschen Juden zu Propagandazwecken sich konstituierten, sind seit einigen Tagen bereits in Aktion getreten. Eine große Anzahl von auswanbernden Glaubensgenoffen ist durch diese Komitees befördert worden. Die Vorsitzenden dieser Schutzkomitees sind: In Thorn Herr D. Wolfs, in Gollub Herr Apotheker A. Rieselfeld, in Jnowrazlaw Herr Leo D a v i d s o h n. In letztgenannter Gemeinde fand auch eine öffentliche Propagandaversammlung für den Hilfsverein unter dem Vorsitze des Herrn Stadtrates Salomonsohn statt. Nach einem Referate des Herrn M e y e r o w i tz über Ziele und Bestrebungen des Hilfsvereines wurde die Begründung eines Lokalkomitees für denselben einstimmig beschlossen. Es traten auch eine große Anzahl von Herren dem Hilfsverein als Mitglieder sofort bei. Auch in anderen Gemeinden Westpreußens und Posens ist das Interesse für den Hilfsverein ein sehr reges. So finden unter anderem am 30. November in Brom b erg, am 1. Dezember in Posen öffentliche Prvpagandaversammlungeu für den Hilfsverein statt. In diesen Versammlungen werden voraussichtlich die beiden ersten Präsidenten des Hrlfsvereines der deutschen Juden, die Herren James Simon und Dr. Paul 3t a t h a n, als Redner fungieren. Das fünfzigjährige Jnbilänm des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau. Die erhebende Feier, die gewiß kein Teilnehmer vergessen wird, begann am Samstag den 29. Oktober mit einem feierlichen Gottesdienste in der Seminarsynagoge. Herr Seminarprofessor Dr. Horowitz hielt eine ergreifende Gedenkrede, in der er die Tendenzen der Seminargründung und die Verdienste der Männer schilderte, die diese; Aufgabe mtt so großem .Geschicke bisher lösten. Besonders > tiefen Eindruck machte das Seelengedächtnisgebet, tu welchem sämtliche verstorbenen Kuratoren, Direttoren und Lehrer, die 1 an der Anstalt gewirkt haben, so die bereits verstorbenen j Schüler des Seminars mit Namen genannt und mit wenigen,! trefflich gewählten Worten charakterisiert wurden. Am Abende i fand in dem herrlichen Saale der Lessingloge ein von dem Kuratorium gewidmeter „Bierabend" statt, dem mehr als hundert Festgäste anwohnten und der der brüderlichen Wiederannäherung gewidmet war. Der eigentliche Festakt fand am Sonntag in dem herrlichen Festsaale der Lessingloge statt. Geladen waren zu der als Familienfeier gedachten Festlichkett nur die gewesenen Hörer und ihre Damen und die mit der Anstalt im errgsten Zusammenhänge stehenden Persönlichkeiten. Trotzdem hatten der Oberbürgermeister und der Magistrat der Stadt Breslau sich die Erlaubnis erbeten, an dem Feste teilzu- I nehmen, die natürlich gern erteilt wurde. Präzise 11 Uhr erössnete der Kurator Dr. Milch die Reihe der Redner mit einer! gedrängten Darstellung der Geschichte der Gründung der Fränj kelschen Stiftungen und insbesorrdere des Seminars. Neu war 1 die Mitteilung des Redners, Sohnes des ersten Kurators Milch, daß bei den voraussichtlichen Schwierigkeiten, die sich der Ansfithrung der Pläne von Seltener Seitenverwandten und Behörden entgegenstellert würden, der Gründer (Kommerzienrat Jonas Fränkel) durchaus darauf bestand, er wolle die drei Freunde, die später als Kuratoren nominiert wurden, als Universalerben einsetzen,. die dann nach eigenem Dafürhalten die Stiftungen fundieren könnten. Diese jedoch weigerten sich dessen ulld widmeten den Seitenverwandten später mehr als 1 Million Mark, während das Hauptvermögen (über 4 500 000 ' Mark) im Sinne des Erblassers verwendet wurde. Nach dem! Dr. Milch sprach der Oberbürgermeister, der mit dem Magistrat! in Amtstracht mtt beit goldenen Ketten erschienen war, über j dort Nutzen, den eilt großes Gemeinwesen ans den geleh.rM llnd gemeinnützigen Stiftungen ziehe und welche Pflichten ihr! daraus erwachsen. Brausender Beifall folgte dieser Ansprache, ' der erst verstummte, als Kurator Milch dein Stadtoberhanpte, das sich seihst in so freundlicher Weise zum Feste geladen hatte, - den Dank anssprach. — Nun hielt der Seminarrabbiner Levy (nach Z. Frankel wurde kein Direktor mehr ernannt) einen mehr als einstündigen, von profunder Gelehrsamkett zeugenden Vortrag „über die Entwicklung des höheren Unterrichtes bei den.Juden", der viel Neues brachte. Nach ihm begann die lange Reihe der Begrüßungsreden von Deputationen und delegierten Persönlichkeiten. Durch weises Maßhalten der Redner war es möglich, ohne Ermüdung achtzehn Ansprachen anzuhören. — Nachmtttags war das Festbankett, bet dem natürlich Trtnksprttche nicht fehlten, aber auch hier war keine Ueberbttrdung merkbar. Es sei mir gestattet, den Trinkspruch (den dritten der Reihe nach), den ich im Aufträge des Kuratoriums auf das Seminar auszuvringen die Ehre hatte, kurz mttzuteilen, weil er sich auf Prag bezog. Ich sagte: „Mir ist der ehrenvolle Auftrag geworden, Ihnen die Glück- und Heilwiinsche der Meiselsynagogengemeinde in Prag zu bringen. Das Wirken Mardochai Metsels, dessen sagenumwobene Gestalt Ihnen allen nicht fremd ist, war vorbildlich für das Wirken Jonas Fränkels. Wie Sie hier ein Fränkelsches Hospital haben, ist das Prager jüdische Hospttal eine Stiftung Metsels, wie hier das Waisenhaus Fränkel zum Begründer hat, ist unser Knabenwaisenhaus von Meisel begründet, zwei Synagogen Prags sind Stiftungen Metsels, ein Lehrhaus, ein Badehaus, Brautausstattungen und andere edle Ltebeswerke hat er aus seinem Vermögen erhalten, wie Fränkel bei Ihnen. Diese überraschende Vorbildlichkett der Stiftungen Metsels für die Fränkelschen ist weder zufällig noch den Kuratoren bewußt gewesen, sondern sie sind eine nattirliche Folge der Allsettigkeit der jüdischen Wohltätigkeit aller Zeiten und Länder. Seit dem Tode Metsels sind mehr als 300 Jahre verflössen und seine Werke leben jugendfrisch und sich kräftig fortentwickelnd in unserer Gemeinde. Das ist das Zeitmaß, wonach die Werke jüdischen Geistes und jüdischen Herzens gemessen werden. Und nach diesem Maße gemessen wünsche ich den Fränkelschen Stiftungen, insbesondere aber dem Seminar, ein hohes Alter, menschlich gesprochen, ein ewiges Gedeihen, eine nie alternde Frische!" Kisch. Eingesendet. Israelitische Kultusgemeinde Wie«. ack Z. 12279 ex 1904. Kundmachung betreffend die Wahlen in den Kultusvorst and und der Vertrauensmänner. Die statutengemäß vorgeschriebene Neuwahl von acht Vorstandsmitgliedern für dis Dauer von 6 Jahren* *) und dis erforderliche Ersatzwahl von zwei Vorstandsmitgliedern für die Dauer von 4 beziehungsweise 2 Jahren**) sowie die Neuwahl der Vertrauensmänner (§ 30 des Statuts und §§ 2 und 3 des Kultussteuerregulativs) für die Dauer von 2 Jahren finden Sonntag den 27. November 1904 statt und werden die eventuellen engeren Wahlen Sonntag den 4. Dezember 1904 vorgenommen. Die Herren Wähler werden eingeladen, sich an dem oben bezeichneten Tage mtt ihrer Legitimationsurkunde an dem auf derselben angegebenen Wahlorie***) persönlich einzufinden. Die Abgabe der Stimmzettel beginnt an jedem Wahltage um 9 Uhr morgens * und wird um 2 Uhr nachmittags beendet. Die näheren Bestimmungen enthalten die §§ 5, 6, 7 nnd 30 des Statuts, sowie die §§ 3, 4, 5, 9, 10, 15 und 17 der Wahlordnung und der §§ 2 und 3 des Kultussteuerregulativs. Wien, im November 1904. Der Präsident: Dr. Theodor Lieben, Sekretär. Dr. Alfred Stern. *) Neuwahlen für die Mandatsdauer von 6 Jahren sind vorzunehmen: a) für nachbenannts Vorstandsmitglieder, welche mtt Ende Dezember d. I. infolge Mandatsablaufes aus dem Vorstande scheiden, jedoch wieder wählbar sind, die Herren : Theodor Ritter v. G old schm idt, Moriz Hirsch, Emil Horner, Sigmund Kanders, Dr. Markus Spitzer, Wilhelm S t i a ß n y; h) für Herrn Isidor G e w i t s ch, welcher vor Ablauf seines Mandates aus dem Kultusvorstande ausgeschieden ist, und für den verstorbenen Herrn Arthur Edlen v. M i s e s. **) Ersatzwahlen sind vorzunehmen: für den verstorbenen Herrn Heinrich T e l t s ch e r mit vierjähriger Mandatsdauer und für den vor Ablauf des Mandates aus dem Vorstande ausgeschiedenen Herrn Heinrich Kling er mtt zweijähriger Mandatsdauer. ***) Die Wahlen werden an nachstehenden Orten vorgenommen : Für die Wähler der Bezirke: Innere Stadt: Sektion A—K, L-Z, I., Seitenstettengasse 4. Leopold st adt und Brigittenau: Sektion A bis H, J—O, II., Tempelgasse 3; Sektion R—Z, II., Leopoldsgasse 29. Landstraße und Simmering: Hl., Untere Biaduktgasse 13. Wieden, Margarethen und Favoriten: V., Margarethenplatz 7. Mariahilf und Neubau: VI., Schmalzhofgaffe 3. Josef st adt und Alsergrund: Sektion A-K, IX., Müllnergasse 21; Sektian L-Z, IX., Seegaffe 9. Meidling, Hietzing, Rudolfsheim u n d F ü n f h a u s: X V., Turnergasse 22. O t t a k r i n g u n b Hernals: XVI., Hubergasse 8. Währing und Döbling: XVIII, Schopenhauerstraße 39. Israelitische Kultusgemelude Wien. uä Z. 12.279 ex 1904. Kundmachung betreffend die von den höherbesteuerten Mitgliedernder Kultusgemeinde vorzunehmenden Wahlen in den Kultusvorstand undder Vertrau ensmänner. Die statutengemäß vorgeschriebene, von den höherbesteuerten Mitgliedern vorzunehmende Neuwahl von vier VorstaNpsniiG gliedern für die Dauer von sechs Fahrest sowi^ .die "Neuwahl von 36 Bertraueirsmännorn (§ 30 des Statutes und 88 2 und 3 des Kultussteuerregulativs) für dje Dauey vvn^zwei Jahren findet Freitag d e-w 9. D ez e mb er 1904 statt und werden die evtntudüen engeren Wahlen M osi ta ^'d en 12. Dezember 1904 vorgeiwslimen., . ... D,ie Herren Wähler werden eingeladen, sich an dem oben hözeichyeten Hage im Wahllokale I., Seitenstettengasse Nr. 4, II, MoA mit ihrer Legitimationsurkunde persönlich etnzuftnden. -$>ie näheren Bestimmungen enthalten die 88 5, 6,7 und 30 des Statutes, sowie die 88 3, 4-, 5, 9, 10, 15 und 17 der Wahlordnung und die 88 2 und 3 des Kultussteuerregulativs. Wien, im November 1904. Dr. Alfred Stern, Präsident. Dr. Theodor Lieben, Sekretär.

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