Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 46 (11.11.1904)
- Date
- 1904-11-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr* 46 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 11. November 1904 Seite 7 ) c wir bitten unsere Leser, ihcen-Se-arf bei unseren Inserenten zu decken und sich dabei auf unser vlatt zu beziehen. B er ehrliche Redaktion! Es wird Sie sicherlich freuen, wenn Sie folgende Zeilen lesen: In der Montagsnummer des „N. W. T." steht in dem Berichte Wer die Kundgebung an der Wiener Universität, daß Kroaten und Serben während des Absingens der „Wacht am Rhein ihr Haupt trotz vielfacher Aufforderung nicht entblößten unb.es vorzogen, die Aula zu verlassen. Dies ist nun unrichtig. Die Aufforderung richtete man an jüdische Studenten, die zufällig sich auch in der Aula befanden und dem Größenwahne der Deutschen keine Reverenz machen wollten und deshalb mit dem Hute auf dem Kopfe die Aula verließen. Trotzdem genug Berichterstatter mit nichts weniger als .arischem Typus anwesend waren, denen es selbstverständlich aus begreiflichen Gründen unangenehm war, zu berichten, daß Juden die Nackensteife besessen haben, während der „feierlichen Klänge' der alldeutschen Hymne den Hut aufzubehalten. Achtungsvoll jur. Julius Kohn. Mitteilungen uns dem UrMtlruirr. JPVW? Konversations-Lexikon. Ein Nachschagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbettete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen. Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und ZOO selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. (Verlag des Viblwgraphischen Instituts in Leipzig und Wien.) Als ein stattliches Werk ist der siebente Band von Meyers Großem Konversations-Lexikon der Oeffentlichkeit überwiesen worden. Textlich ein wahrer Wissensschatz und mit 10 Farbentafeln, Karten und Plänen, 38 schwarzen Tafeln und Hunderten von Textholzschnitten prachtvoll ausgestattet, reiht er sich würdig an seine Vorgänger an. Allen Gebieten des allgemeinen Wissens trägt das Werk gleichmäßig Rechnung und ist tatsächlich ein unentbehrlicher Berater in jeder Lebenslage. Mögen wir uns orientieren über die aktuell sozialen Fragen des „Genossenschaftswesens", die „Gesellen- und Gewerkvereine", der erst vor kurzem durch den Berliner Kongreß hervorgetretenen „Frauenfrage", über die „gewerbliche Statistik", über die Bedeutung der „Getreidezölle" einerseits und des „Freihandels" andrerseits, überall wird uns gleich ausführlich in mustergültigen Spezialartiteln Belehrung zuteil. In die Finanzwirtschaft unserer Gemeinwesen führt der Artikel „Gemeindehaushalt" ein, wir sehen, in welch fürsorglicher Weise auch im „Gefängniswesen" humane Bestrebungen durch die technisch-hygienischen Anlagen zum Ausdruck kommen und welche Praxis das „Gerichtswesen" mtt seinen Ncbenartikeln uns für die richtige Erledigung unserer Streitsachen vorschreibt. Bon großem Interesse ist in Rücksicht auf den russisch-japanischen Krieg der Artikel „Genfer Konvention", deren Wirksamkett gerade so oft genannt wird, wie der wiederholte Appell an die „Friedenskonferenz" im Haag, der gleichfalls ein längerer Artikel gewidmet ist. Auch die Artikel „Geschütze", „Geschoß" und „Geschoßwirkung" dürften in unserer kriegerischen Zeit von erhöhtem Interesse sein. Einen breiten Raum nehmen, wie dies die alphabetische Anordnung ergibt, die landwirtschaftlichen Artikel ein. Es seien nur folgende genannt, die allein schon ein landwirtschaftliches Handbuch füllen würden: „Fruchtfolge", „Futter", „Futterbereitung", „Gänsezucht", „Gartenbau", „Gartengeräte", „Gartenpflanzen", „Geflügelzucht", „Gemüse", „Gerste", „Gestüte", „Getreidebau", „Getreiöehanöel" u. a. Auch die Medizin ist stark vertreten, zunächst durch die physiologischen Artikel „Furcht", „Gefühl", „Gehör", „Gesicht", „Geruch", „Geschmack". Auch „Geburt" und „Geburtshilfe" findet eingehende Behandlung, ebenso die Darlegung verschiedener Hauptkrankheiten des „Gehirns", der Gelenke", des „Gesichts", sowie der „Gicht". Interessant sind außerdem die Artikel über „Gerichtliche Medizin", „Gesundheitspflege", „Geheimmittel", „Gewerbekrankheiten", „Gift" und „Giftpflanzen". Unter den naturwissenschaftlichen Artikeln stehen diesmal die geologischen Themata obenan. Namentlich die Aufsätze über „Gang", „Gebirge", „Geologische Formationen" nsw., „Geiser", „Gesteine" verdienen schon wegen der hervorragenden Illustrierung hervorgehoben zu werden. Sehr eingehende Behandlung ist auch technischen Zweigen gewidmet. Die Artikel „Fräse", „Galvanische Elemente", „Gase", „Gebirgseisenbahnen", „Gesteins- Vohrer", „Gewebe", „Gießerei" und „Glas" stellen durchweg reich illustrierte Sammelaufsätze dar, die über alle diese Materien berührenden Fragen ausgiebig Bescheid geben. Mustergültig ist der dlrtikel ..Französische Literatur", dem sich auch eine Abhandlung über „Französische Sprache" anschließt, wie auch unter anderem den „Germanischen Sprachen" ein größerer Raum geweiht ist. Die Artikel „Germanen" und „Gallier" stehen unter den geschichtlichen Aufsätzen obenan: von geographtsch-ethnographischen Darstellungen sind die der „Französischen Kolonien", „Gibraltars", der Städte „Genf", „Gent", „Genua", „Glasgow" und der Völkerschaften der „Fttlbe" und „Galla" zu erwähnen, denen sich der ethnographisch hochinteressante Artikel der „Geräte der Naturvölker" anreiht. — Es ließe sich noch viel des Interessanten über das hervorragende Werk sagen, doch werden die angezvgenen Beispiele genügen, j um auf die Reichhaltigkeit des Textes hinzuweisen und zur Lektüre anzuregen. Die prachtvollen Tafeln, von denen nur die sehr klare Darstellung der geologischen Formationen^ die vorzüglichen Holzschnitte der Fräse- und Gaskraftmaschtuen, die instruktive Veranschaulichung der Gewitter und die Porträte der wichtigsten deutschen Geschichtsschreiber erwähnt seien, sind das beste Mittel, das Werk in seinem Bestreben, eine gründliche Bildung in das deutsche Volk zu tragen, zu unterstützen. Restaurationseröffnung. Den Angestellten der innere n Stadt diene zur Nachricht, daß Herr Moritz Hahn in der Liltenbr nungasse 0, Ecke Hammer-Pnrgstallstratze, ein Restaurant eröffnet hat. Herr Hahn, der durch lange Jahre im Restart rarkt Balacz als .Kellner in Stellung war, wird seine Erfahrungen in seinem nun eigenen Geschäft verwerten. Herr Hahu hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Wiener Publikum zu zeigen, daß man f ü r w e n i g Geld aut speisen und sich satt es-sen kann. Vereinen und Klubs stehen Extrazimmer zur Berfügurtg. DaS Neftanrant vom Hotel du Nord Wien, 2. Bez., Kaiser Josefstraße, ist von Herrn Kirschenbaum übernommen worden. Die langjährige Tätigkeit des Restaurateurs als Oberkellner der vornehmsten Restaurants Wiens bürgt dafür, daß obiges Restaurant in puncto Küche und Keller mit den besten Restaurants Schritt halten wird. Nichtsdestoweniger wird Herr Kirschenbaum die nur denkbar niedrigsten Preise für Speisen und Getränke ansetzen, um dem Publikum Gelegen- - heit zu bieten, ein gutes und dabei doch sehr billiges Restaurant aufzusnchen. au/ £ose und Wertpapiere gebe ich zu jedem Betrage zu billigsten Bedingungen. Rückzahlung auf einmal oder geg. monatliche Teilzahlungen. ■■ Kauf von Losen mmm und deren sofortiger Rückverkauf gegen monatliche Teilzahlungen. Lose, die bei mir verkauft werden, können sofort gegen kleine monatliche Teilzahlungen rückerworben werden. Es steht dem Inhaber auf diese Weise der ganze Kurswert abzüglich einer Rate zur Verfügung und derselbe behält das Gewinnrecht auf seine Lose und ist in der Lage, dieselben leicht zurückzuerwerben. Vorschläge erstatte ich gerne kostenlos. Verkauf von Losen gegen monatliche Teilzahlungen. Alle Lose werden einzeln od. in beliebig zusammengestellten Gruppen billigst gegen monatl. Teilzahlungen abgegeben. Eduard Urban, Bankhaus, Brünn, GrosserPlatz 23-25 (im eigenen Hanse). Solide, stabile Vertreter werden überall angestellt. Billige Preise, gute Provision. Auf Allefhächaten Befehl Seiner U k.Anostollschen MajartOt. XXXVI. k. k. StaatsCotterie für Zivil-Wohltätigkeitszweckejfer diesseitigen Reichshälfte. Diese Geldlotterie, die einzige in Oesterreich gesetzlich gestattete, enthält 18.435 Gewinste ln barem Gelde im Gesamtbeträge von BI2.&80 Kronen. Der Haupttreffer beträgt: 200.000 Kronen bar. Oie Ziehung erfolgt unwiderruflich am 15. Dezember 1904 Ein Los kostet 4 Kronen. Lose sind bei der Abteilung für Staats^Lotterien in Wien, III., Vordere Zollamtsstrasse 7, in Lottokollekturen, Tabaktrafiken, bei Steuer-, Post-, Telegraphen- und Eisenbahnämtern, in Wechselstuben etc. zu bekommen; Spielpläne für Loskäufer gratis. Die Lose werden portofrei zugesendet. Von der k. k. Lotto-Gefälls-Direktion. Abteilung der Staats-Lotterien. Telephon 13-560. Elektr. Ventilation. Caro . WIEN, IX., Liechtensteinstrasse 4 (nächst d. Schottenring) Grosses, geräumiges, rauchfreies Lokal. — Elektrisch ventiliert. — Anfliegen der gelesensten Journale, Revuen u. Parteiblätter. — Spezialität: Amerikanische Seifert - Präzisions - Billards neuester Konstruktion. — Anerkannt vorzügliche Getränke bei aufmerksamster Bedienung. — Rendezvous der besten Gesellschaft. — Altes Renommee. Arnia Ruthmayr, Cafetiere. 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