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Jüdisches Volksblatt · 1904-11-04 · 45 (4.11.1904) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
45 (4.11.1904)
Date
1904-11-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag SftfflMfe« YoUriMI. 4. November 1904 Nr. 45 find, verlangte von diesem Vereine noch mehr jüdische Arbeiter, da diese sich als sehr fähig «nd ausdauernd zeigen. Interessant find die Daten, welche da- Buch über die Beteiligung der Juden in Rußland an der Textil- und Zuckerindustrie sowie an diversen Fabrikationen, die wir im nachstehenden verzeichnen werden, enthält. Die jüdischen Textil- «nd verwandten Industrien blühen fast zur Gänze in Russisch-Polen. (Das mögen sich die galizischen Juden gut einschärfen.) Es bestehen 1416 jüdische Fabriken. Im Gouvernement Piotrkow 287, Warschau 194, «alisch 179, Lublin 179, Radomsk 136, Plotzk 121, Suwalsk 109, Kiele 78, Siedler 61. In allen diesen Fabriken arbeiten 43.011 Arbeiter, darunter 12.163 Juden. 386 dieser Fabriken arbeiten schon mit Motor- Betrieb, welcher auch in andere jüdische Etablissements langsam eindriugt. Diese Fabriken erzeugen Tuch- und Schafwollwaren- Baumwoll- und Leiuenwaren, Galanterie- und Bijouteriewaren, Kinderspielzeuge rc. Auch die jüdische Uhreafabrikation nimmt in Russisch-Pole» an Ausdehnung zu. In der Uhrenfabrik des L. Chmielewski in Lodz, welche jährlich 70.000 verschiedene Uhren erzeugt, fiud unter 200 Arbeitern 165 Juden beschäftigt. Die Kinderspielwarenerzeuguug wird hauptsächlich in der Stadt Czenstochau betrieben. Daselbst bestehen 15 solcher Fabriken, die 80% Juden und 20% Christen als Arbeiter beschäftigen. Ueber den Umfang der jüdischen Textilware»fabrikation in Lodz wäre überflüssig zu schreiben, da dieser jedem Zeitungsleser halbwegs bekannt sein muß. Schließlich muß hier hervorgehoben werden, daß alle jüdischen Arbeiter in Rußland de» Sabbat strikte eiuhalten, und in diesem religiösen Gehaben fiud sie von den Arbeitgebern auf das wohlwollendste beschützt und unterstützt. Schreiber dieser Artikel bezweckte nicht bloß, mit der Bearbeitung des Materials des Buches der „Jca" die große Beteiligung der russische« Juden an der produktiven Arbeit zu veröffentlichen, dieser will zugleich mit dieser Arbeit seinen galizischen Glaubensgenossen ein Beispiel vor Augen halten, dem sie doch folgen, und auch so zahlreich wie ihre russischen Glaubensgenossen zur produktiven Arbeit, zum Ackerbau und zur Industrie greifen möchten. Chronik. . Inland. Zu den bevorstehenden Kultnswahlen. In einer sehr zaWrelch besuchten Versammlung der Gewerbetreibenden, zu welcher sich auch viele Gäste einfanden, entwickelte der Präsident Herr S. V r o d ein ausführliches- Programm über die Stellung der Gewerbetreibenden zur Kultuswahl. Der glänzende Vortrag fand wiederholt allgemeinen Beifall. Vorerst lenkte der Vortragende die Zuhörerschaft auf die Vorgänge rm Landtage in der Schulfrage und erklärte, mit allem denkbaren Nachdrucke gegen jede Abänderung des Schulgesetzes auf rückgängiger Basis und zumNachteile der gewerblichen Jugend geeigneten Ortes Vorstellung zu erheben. Nachdem erf^ulrcherweise in der ganz letzten Zeft sich in gewissen jüdischen offentlrchen Kreisen ein Interesse für die gewerblichen Verhältnrsse kundgegeben, so erachte ich es für meine Pflicht, vor dem Erntritte in die Tagesordnung folgende Frage in Beantwortung zu ziehen: „Was haben die israelitischen Gewerbetreibenden in der Zeft des erbitterten wirtschaftlichen Kampfes, der in unserer Stadt gegen sie geführt wird, zu ihrer Erhali tung und zu ihrem ferneren Bestände unternommen und ausgerichtet?" — In Hochinteressanter und ausführlicher Weise schritt der Vortragende an die Lösung dieser Frage,- er erzähft, wie die Gewerbetreibenden sich unter der Fahne „Selbsthilfe"! geeinigt, wie sie sich geistig und materiell unterstützt, Ausstellungenmszeniert, an allen wirtschaftlichen Fragen, die Stadt, und den Staat betreffend, sachlichen Anteil genommen, wie ihre fachlichen Vorträge von allen Kreisen der Residenz besucht und wie sie es endlich durch ihre ausgeführten Meisterwerke bewiesen haben, daß sie an Tüchtigkeit, Leistungsfähigkeit, Geschmacksrichtung und Kunstsinn den andersgläubigen Berufsgenossen durchaus nicht nachstehen. Die Gewerbetreibenden Halten sich berechtigt, anläßlich der K u l t u s w a h l zu vertan- \ gen: 1. Daß die Vorstandsmitglieder des Kultusvorstandes! ihre Pflichten bei Vergebung öffentlicher Arbeiten unter den! heutigen traurigen Verhältnissen erfüllen. 2. Daß das bis heute gezwungene schroffe Verhältnis zwischen der Gemeinde und dem Gewerbestande einem leutseligen Platz wache. 3. Daß Offertverhandlungen bei Arbeftsverj gebungen nur auf einheitlicher Basis vorgenommen! werden und nach Einlangung der Offerte Unterhandlungen nicht Raum gegeben werden dürfe, und endlich 4., daß, so wie heute in jedem Verwaltungskörper auch Männeröer Ar - beit vertreten sind, auch im Kultusvorstande vom Vertrauen der Gewerbetreibenden beseelte ein bis zwei Männer Platz finden mögen. — Nachdem nun die Herren Bau- und Gemeinderat Wilhelm Stiaßny, Bezirksschulrat Dr. Markus Spitzer und Siegm. K a u ü e r s ihre Kandidaturen behufs Wiederwahl unter allgemeiner Zustimmung angemeldet hatten, sprachen in fesselnder Weise die Herren Architekt M a r m o r e k, Dr. Lif czis, Banmstr. Schwadron, Baum, Dr. W eise n g r ü n, M o r g e n st e r n, Krausz, P l a s ch k e s und andere mehr. Vorstandsmitglied N e u b r u n n brachte gemeinsam mit dem Stadtbaumeister Schwadron einige sachliche Beschwerden gegen den gegenwärtigen Modus der Arbeitsvergebung im Kultusvorstande vor und schlug ersterer namens des Vereinsverbandes und gewiß aller Wähler die Kandidatur des Präsidenten S. V r o d für den Kultusvorstand vor. lAnhaltenöer Beifall.) Da sich derselbe jedoch in ausführlicher Weise gegen die Annahme einer solchen Kandidatur aussprach, empfahlen der Präsident und Herr Neubauer die Kandidatur des Vorstandsmitgliedes S. Steiner, Tonwarenfabrikant, 1. Bez., Bellariastr. 0, der jedoch nur dann sich bereit erklärte, wenn die offizielle Liste ihn ebenfalls aüfstelle. Um 11 Uhr schloß die ganz besonders animierte Versammlung. Hermann Heschelessche Ausstattnngsstsstnng. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt zur Kenntnis, daß die von dem Stiftungskapital per 46 000 X sich ergebenden zweijährigen Zinsen an eine mit dem Stifter Herrn Hermann Hescheles oder dessen Gatttn verwandte Bewerberin, beziehungsweise die einjährigen Interessen des genannten Stiftungskapitals an eine nicht mft dem Stifter oder mtt dessen Gattin verwandte Bewerberin zur Verleihung gelangen. Gesuche sind vis so. ds. im Einretchungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde (1. Bezirk, Settenstetteugassc Nr. 4) zu überreichen. Der Vorstarrd der israelttischen Kultusgemeinde Wien. Verordnung der Ministerien des Handels und des Innern vom 7. Oktober 1904, betreffend die Regelung des Ha nd e l s mit g e b r a n n t e n g e i st i g e n Getränken in verschlossenen Gefäßen, gültig für den Bereich des Königreiches Galizien und Lodomerien samt den: Großycrzogtume Krakau und für jenen des Herzogtumes Bukowina.*) 8 1. Der Handel mit gebrannten geistigen Flüssigkeiten, welche sich mit oder ohne Zusatz zu Getränken eignen (Spiritus, Branntwein, Rvsoglio, Rum, Liköre, alkoholhältige Essenzen und dergleichen), in verschlossenen Gefäßen in Mengen von weniger als fünf Litern lDetailhandel urit gebrannten geistigen Getränken), wird auf Grund des 8 24, Absatz 1, der Geiverbeordnuug (Gesetz vom 16. März 1888, RGBl. 89) für den Bereich des Königreiches Galizien und Lodomerien samt dem Grvßherzogtume Krakau und für jenen des Herzogtumes Bukowina an eine Konzession gebunden. 8 2. Diese Konzession berechtigt lediglich zum Handel mit gebrannten geistigen Flüssigkeiten der im 8 1 der Verordnung bezcichneten Art in hartdelsüblich verschlossenen Gebinden und handelsüblich versiegelten Flaschen. Die Vorschriften f\<\* as,. rir.i.. :_ Was geht das überhaupt die edlen Polen an? Mit welchem Rechte urteilen sie über eine spezifisch jüdische Frage? Wie lange werden unsere Stammesgenossen dulden, daß sie ebenso von sogenannten Proletariern wie von dee Schlachzizen um ihre Rechte betrogen werden? Quousqun tandem, Gatilina .. .? Tcmpelvan. Aus Mttrowttza (Kroatien) wirb uns unterm 26. v. M. gemeldet: Die feierlicheGrundsteinlegnng znm neuen Tempel beging heute irm 11 Uhr vormittags die Mttrowitzaer israelitische Gemeinde. Zur Feier sind erschienen: die Spitzen sämtlicher Behörden, Magistrat, Gerichtshof, Bezirksgericht, Post- und Telegrapherlamt usrv. Den feierlichen Akt vollzog der Vinkovcer Rabbiner Salomon Neumann, der an die Versammlung eine gehaltvolle Rede in kroatischer Sprache richtete, Nach der Rede unterschrieben sämtliche Anwesenden die Denkschrift. Den ersten .Hammerschlag führte der Präses der Knltnsgemeinde Joseph Fleischmann, durch dessen Rührigkeit cs znm Bau des Tempels kommen konnte. An Unterstützungen sind folgende Beträge eingelaufen: Von der kön. Landesregierung 3000 K, vom Stadtmagistrat 300 K, vom kroatischen Minister Erwin Cseh 100 K nsw. Nitualmord-Anschnldigttng. Dem in Krakau erscheinenden bezüglich öcS Ausschankes und Kleinverscbleikes dermutifat-l .,»iin«irmi,rv-n,i,kynlorgniig. ^em in nrarau er cyemenoen ten Getränke werdest durchsdiele V^ Wochenblatte „Hamizpe" wurde vorige Woche aus H 4m UZmurn S C ucr e rtS *cn 201,1,0,0 folgendes berichtet: In dem nahen Orte Tuchuw (?) ^vnzcsßvn weroen nevit den schwebten dieser Tage die Juden in Lebensgefahr. Vorigen allgemeinen Bedilkgungen zum selbständigen Gewerbebetriebe Verläßlichkeit und Unbescholtenheit des Bewerbers gefordert. Die Konzession ist jedenfalls zu verweigern, wenn gegen den Bewerber Tatsachen vorliegcn, die zu der Annahme berechtigen, daß er das Gewerbe zur Förderung der Trunksucht mißbrauchen werde. Bei der Verleihung der Konzession ist auf die Lokalverhültuisse und auf die Tunlichkeit der polizeilichen Ueberwachnng Rücksicht zu nehmen Freitag hatte dort nämlich ein Bauer Streit mft seiner Schwester gehabt. Infolgedessen ging nun letzterer auf öen Boden des dortigen Schächters mit der Absicht, Selbstmord zu begehen und brachte sich mit einem scharfen Messer eine tiefe Schnittwunde am Halse bei. Als bald darauf der Schächter von einem Wege nach Hause zurückkchrte, wurde er mit nicht geringem Schrecken gewahr, daß Blut von: Boden herabsickere. Er eilte sofort hinauf und fand dort eine Bäuerin in 8 4. 35« SDdttUOflit&cf mit geSnmntett geistigen Getriin- Ä UngcJSimit WnU! «CinanS auf ötc feit darf mit der Erzeugung derselben nicht tn den gleichen! d'älihlte das Vvrgefaltene. Sailern und Lokalitäten ausgcübt werden u J ßiptftTfrfie — ftre mt tenem Dacie infnfrti» Slimiefeti fielt des 8 5. Den Dctailhättölern mit gebrannten geistigen Getränken ist es nicht gestattet, in ihren Verkaufslokalitäten in der Zeft, in welcher dieselben den Kunden zugänglich sind, gebrannte geistige Getränke in unverschlossenen Gefäßen zu haften. Geistliche — die an jenem Tage infolge Anwesenheit des Bischofs am genannten Orte dahin kamen — begaben sich nun zu der noch lebenden Selbstmörderin, die jedoch aufrichtig genug war, einzugestehen, daß sie selbst Hand an sich gelegt habe. Ungeachtet dessen verbreitete sich blitzschnell im Orte die Mär, der jüdische Schächter Habe ein christliches Bauernweib zu 8 6. Die bestehenden Prvpinationsvorfthriften erfahren rituellen Zwecken geschlachtet, was jedoch glücklicherweise von durch diese Verordnung leine Aendernug öen vielen christlichen Angen- und Ohrenzengetl bald grnuö- ~ - ' - ‘ ‘' lief; widerlegt wurde. Dux. Die hiesige israel. Kultusgemeinde wird am Teich- Übergang neben der Billa des Herrn Baumeisters Traxler eine Synagoge erbauen, für welche ein Betrag von 30 000 K ausgeworfcn wurde. Das Gebäude, das eine neue Zierde unserer Stadt bilden soll, wird mft Gartenanlagen umgeben werden. Med. Dr. Robert Lichtrvitz in Troppan beehrt sich, feitte Troppan, s i. Uebertretungen der Vorschriften dieser Verordnung sind nach den Strafbestimmungen der Gewerbeordnung zu ahnden. 8 8. Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Kundmachung in Wirksamkeit. K o e r b e r m. p. C a l l m. p. Wien. Der Ausschuß des Verbaüöes der israel. Religionslehrer an öen.österreichischen Mittelschulen hielt am 23. Oktober ö. I. mrter dem Vorsitze des Obmannes Herrn - bevorstehende Vermählung geziemend anzuzeigen Rabb. Dr. F e u ch t w a n g seine erste Sitzung im neuen! im Oktober 1904. Schuljahr ab. dieser wurde die Frage der F e st st e l l n n g Ein hundertjähriges Ehepaar. In der Gemeinde Szent E lft62rtlrchen Lehrplanes beraten »nd der, (Kom. Kisküküllö) lebt in einem bescheidenen Häuschen ^odus vereinbart, wie diese Frage emer glücklichen Lösung jüdisches Ehepaar, der Mann Aron Rosenfeld wirb in tr^p Cs ^'ählosien, daß außer den don nächsten Tagen feinen hundertsten Geburtstag feiern, ttßIstc^T hervorragender Fachmänner während seine Gatttn Sarah zur selben Zeit neunundrrfr* un.%öu^ Provinz sowie Vertreter der ausehn- ^bunzig Jahre alt wird. Das Ehepaar lebt seft achtlnhsten Gemeinden zur Mitwirkung emgeladen werden sollen. „ ndsie H z i g Jahren in ungetrübter, glücklicher Ehe. Dre vorgeschlagenen Fachmänner. werden zunächst um ihre Beide Eheleute sind noch verhältnismäßig rüstig. Der alte!31pTpmmIi?rtfP!+. ner Knniniiisintt fierririneien. fiekr^itt tittn fiflMtt J .... . . _*10 seinen . _ cht er eine ~ m .. f- ... rri . . ' kleine Pause, um seine Gedanken in die Vergangenheit zuvon Pros. Dr.Werßau^gearbeftete Entwurf emer Peiftion Mttschweifen zu lassen. Wenn er an das Jahr 1848 zurückan die Ilnterrichtsbehörde betreftv der Rechtsstellung da wird er plötzlich ernst. Er erinnert sich-an die Epid e r r s r a e l. R e l r g i o n s l eh rer befindet stch bereits in ^e, wie er das Leben seines damaligen Gutsherrn, des Grafe» Zirlulatlon veröden Ausschubmttglleöern. Die nächste Aus-'^^g Bett;len, der damals in der ungarischen Nationalschutzsttzung ist für den November d. ^y. festgesetzt. | focOt und „von achtzehn Wunden blutend" in die Hände Wien. Der Mädchen- und Frauenverein „B i k u r der Wallachen gefallen war, rettete. Die gräfliche Familie er- Cha u lim" (Krankenbesuch) gibt bekannt, daß Somttag den' wies sich auch dankbar dem Aron gegenüber. Solange dieser 0. November, halb 4 Uhr nachmittags, ein Vortrag des Herrn ‘ arbeitsfähig war, erhielt er die gräflichen Regalien hors con- Dr. Heinrich Grün über „Berufskrankheiten" im Sitzungscours in Pacht. Als die Regalien vom Aerar eingelöst wursaale der israelitischen Kultusgemeinde, 1. Bez., Seftenstetterlden, zog sich Aron Rosenfelö vom Geschäftsleben zuruck gasse, stattfindet. Gäste herzlich willkommen Wien. (Jüdischer M ä n n e r g e s a n g v e r e i n „Schir Zion".) Die statutenmäßige ordentliche Generalversammlung des Jüdischen Mannergesangvereines „Schir und widmete sich ausschließlich dem Fmnftienleben und dem Studium der Thora. Jubiläum eines Rabbiners. Aus Tata-Tovaros wird gemeldet: Montag feierte der Oberrabbiner der hiesigen Zion" findet Montag öen 7. ds., 8 Uhr abends, im Uebungs-! israelttischen Kultusgemeinde, Dr. Markus Händler, die vierfnfftft* Q 0. mit iiurTvitefienfier f1ofil’p8tI)ettöe seines Wirkens als Seelsorger. DtL KNllokale 9. Bez., Türkenstratze 9, mit nachstehender Tagesordnung statt: 1. Bericht des äbtretenden Ausschusses. 2. Neuwahlen. 3. Eventualia. Vom 10. ds. an allwöchentlich Mittwoch 8 Uhr abends: Uebuugsabend. Jedesmal eine halbe Stunde vor Beginn der Proben Aufnahme neu eintretender Sänger! Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien. Das Ergebnis der Ilusschntzwahl, welche in der 21. ordentlichen Plenarsitzung der Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler stattfand, war: Präses: med. Schlesinger Hermann, 1. Vtzeprttses: jur. Ziffer Leo, 2. Bizepräses: jnr. Teitelbaum Karl, 1. Schriftführer: phil. Gansel Bernhard, 2. Schriftführer: phil. Kleinmann Emil, 1. Kassier: med. Gvldertthal Karl, 2. Kassier: jur. Salzberg Max, Zeitungsverweser: phil. Wechsberg Erwin, Bibliothekar: techn. Lampel Alfred, Hausverweser: jur. StMer Friedrich. Retinierte Auswanderer. In jüngster Zeit rvuröe folgenden jüdischen Auswanderern aus O e st c r r e i ch - Ungarn die Landung in New Bork (Ellis Island) verweigert: Freude CHitler aus Sambor (Galizien), Chaim Drucker, 42 Jahre alt, ans Tarnopol (Galizien); Moritz Kraßwtrt, 16 Jahre alt, aus Miskolez (Ungarn), Miksa Kugel samt Frau und einem kleinen Kinde ans Budapest. Tempelweihe. Ans Oöerfurt, 31. Oktober, wird geschrieben: Gestern fand hier in Anwesenheit der Vertreter sämtlicher politischen und kommunalen Behörden und eines zahlreichen Publikums die Einweihung der neuerbauten Synagoge statt. Gleichzeitig fand auch die Enthttllmlg einer vom Frauenveretne der Kaiserin Elisabeth gewidmeten Gedenktafel statt. Zum Krakauer Parteitag der Sozialdemokraten. Ueber diesen Tag leuchtete der echte Geist DaszynskiS, nämlich alles für das Allpolentum und für die Wiederherstellung des glorreichen Königreichs Polen und nichts für die Juden; die Juden sollen eben nach wie vor die Heloten der edlen Polen fein. Deshalb sprach der Parteitag sein allerhöchstes Verdammungsurteil über etwaige Versuche aus, eine eigene jüdisch-sozialistische Gruppe zu bilden. Wir fragen aber: *) Mit Bezug auf unsere letzte Mitteilung sind wir tn der Lage, den authentischen Text mitzuteilen. zigste Jahreswende seines Wirkens als Seelsorger, tnsgemeinde bereitete aus diesem Anlasse dem grersen Nabbtner herzliche Ovationen. Morgens fand ein Festgottesdienst statt, wobei der Jubilar einen Rückblick aus sein vierzigjähriges Wirken warf. Die Festrede hielt der Svhn des jubblierenden Seelsorgers, der Lugoser Oberrabbiner Dr. Simon Händler, der in einer oratvrischen Meisterleistung die Verdienste seines Vaters würdigte und besonders den Umstand hervorhob, daß derselbe, vom währen Patriotismus erfüllt, während seines langen, segensreichen Wirkens stets nur m ungarischer Sprache predigte. Im Prunksaale des Stadthauses fand dann eine Festsitzung statt, in welcher der Jubilar die Glückwünsche der Gemeindemitglieder, sowie zahlreicher Deputationen aus der Provinz entgegennahm. Zu gleicher Zeft wurde ihm das vvn seinen Söhnen ihm gewidmete: Gedenkbnch überreicht. Mit einem intimen Bankett in der Wohnung des Oberrabbiners, an welchem die Mttglieder des Gemeiudevorstandes, sowie die Depniaiionsmitglieder teil- Lhmem fand das schöne Fest seinen^schluß Dem Jubilar sind ans allen Teilen des Landes Glückwunschdepeschen zugekommen. Ausland. Hilfsvereln der deutschen Juden in Berlin. In der Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses öesHtlfsveretns der deutschen Juden, die am Montag abends stattgefunden hat, wurde über die Berufung einer internationalen Konferenz zur Regelung der Auswanderung aus den östlichen Ländern definiiiv Beschluß gefaßt. Die Konferenz soll Ansarrg Dezember stattfinden. Der Hilfsverein der deutschen Juden wird an alle großen jiidischen Organisationen Einladungen zur Teilnahme an der Konferenz verschicken. Die Konferenz soll tagen in Frankfurt a. M. Es ist hervvrznheben, daß an der Sitzung des geschästsführellden Ausschusses des Hilfsvereines der dentschell Inden angesehene Mitglieder anderer großer humanttarer jüdischer Gesellschaften tetlgenommen haben. Nochmals mag betvllt werden, daß der nach Frankfurt zu berufenden Konferenz nicht die Aufgabe gestellt ist, die Auswanderung mit Geldmittelil zll unterstützen und damit die Auswanderung voraussichtlich in unübersehbarer Weise zu steigern. Es soll in erster Reihe eine Organisation geschaffen werden, um solche Personen Osteuropas, die ihr Vaterland verlassen wollen, unentgeltlich darüber anfzuklären, unter welchen Bedingungen eine Auswanderullg überhaupt nur vorteilhaft erscheinen kann,

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