Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 41 (7.10.1904)
- Date
- 1904-10-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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&jfc!$ Wien, litiifeg Jü&MbM 7. Oktobet 1904 Nr. 41 Juden,' die beiden Herren wenigstens würden eine solche Zumutung als tödliche Beleidigung auffassen und jede Verantwortung energisch avlehnen. Ihnen genügt es, die gesamte deutsche Bevölkerung „objektiv" zu vertreten. Dr. Sommer aber und sein Anhang werden, von Wahl zu Wahl verstärkt, ihre Ueverzeugung vertreten-dann wehe den Juden, die ihre Dränger großgezogen! Dies ein schlichter Bericht über Tatsachen. Jedes Wort zu ihrer Wiiröignng müßte ein Hieb mit -er Mistgabel sein. Wenn nicht das jüdische Volk nach ihr langt, seinen Verführern damit zu lohnen, werden die Kinder der jüdischen Wähler von heute das Versäumte mit Begeisterung nachholen. Dr. E. M. Zweig. Die jüdischen Autochthonen der Bukowina. Czernowitz, 1. Oktober 1904. Man spricht in der Bukowina so gerne von den Autochthoneu des Landes, die mit Recht gegen jede Zurücksetzung gegenüber den später hinzugekommenen Bewohnern sich verwahren. Es weisen die Ruthenen darauf hin, daß ihre ersten Ansiedlungen in der Bukowina schon im 12. Jahrhundert entstanden, die Rumänen datieren ihr Auftreten hierzulande auch um dieselbe Zeit, während andere dasselbe in daS 14. Jahrhundert verlegen, in dem um die Mitte rumänische Ansiedler aus der Marmarosch die im Lande bereits ftüher ansässigen Dakoromanen verstärkteu. Die deutschen Kolonisten wurden erst iu der Zeit vom Jahre 1782 bis 1850 im Lande seßhaft, Wenn auch schon früher Siebenbürger Sachse» in der Bukowina vorhanden waren; Polen wieder waren schon zur Zeit des Bestandes der moldauische» Fürstentümer als Soldaten und Kaufleute nach der Bukowina gekommen, ihr stärkster Zuzug erfolgte jedoch erst nach dem Jahre 1786, da die Bukowina als „Czeruowitzer Kreis" mit Galizien vereinigt wurde. Ruthenen und Rumänen verlangen nun naturgemäß als echte Autochtomeu des Landes die meiste Berücksichtigung. Mehr oder weniger erhalten sie auch eine solche und findet diese jetzt im Landtage ein de» deklarierten Volkswillen entsprechenden Ausdruck, welchem auch die Regierung ihre Sanktion verliehen hat. Landeshauptmann ist bekanntlich ein. Rumäne: Georg Baron W a s s i l k o, Landeshauptmannstellvertreter wieder ein Ruthene: Professor Dr. Smal-Stocki. Daß diese Vertretung des Herzogtums Bukowina in Landesangelegenheiten unter Leitung von Männern aus der Mitte der Autochthonen nunmehr erfolgen wird, hat auch in der Bevölkerungsziffer seine Begründung. Die Ruthenen des Landes weisen eine Ziffer von zirka 300.000 Einwohnern auf, während die Rumänen die Zahl von 250,000 Bewohnern bald erreichen werden. Wie ist es aber um die Juden der Bukowina bestellt? Auch diese haben ein gutes Recht zu den Au locht honen des Landes gezählt zu werden. Schon im 14. und 15. Jahrhundert waren Juden in der. Städten Sereth und Suczawa wohnhaft und in ihren Händen lag schon damals der größte Teil des Handels des Landes. Bor und nach der Okkupation wanderten immer neue jüdische Ansiedler ins Land und heute hat ihre Bevölkerungszahl bereits die stattliche Ziffer von 100.000 Einwohnern erreicht. Also nächst den Ruthenen und Rumänen, die größte Bevölkerungszahl, da die Deutschen bloß an 50.000 Einwohner, die Polen über 26.000 Einwohner im Lande zählen. Nichtsdestoweniger aber haben die Juden bloß drei Vertreter im Landtage, von denen einer die deutsche Gruppe verstärkt, die Deutschen mit diesem Juden fünf Mandate, die Polen vier Vertreter. Ist demnach schon nach den Wahlergebnissen, die in diesem Blatte oftmalige Erörterung gefunden, evident, daß die Juden selbst einen ihrer Bevölkerungszahl entsprechenden größeren Besitzstand im Landtage sich zu schaffen bedauerlicherweise noch immer unterlassen haben, so zeigen sich die Folgen dieser Indolenz um so deutlicher als Nachteil der Juden, wenn an die Zusammensetzung des Landesausschusses, der als verwaltendes und ausführendes Organ der Landesvertretung für alle Bewohner besteht, gedacht wird. Die vier von der Landtagsversammlung zu wählenden Landesausschußbeisitzer werden — so heißt es — keinen Vertreter der 100.000 Juden aufweisen. Die Juden des Landes können sich noch immer mit dieser Kunde nicht befreunden, es klingt ihnen unglaublich, auch diesmal übergangen zu werden. Sie werden sich aber schließlich dazu bequemen müssen. Und doch ist ein Ausweg möglich, wenn nur der gute Wille vorhanden sein wird. Es ist nämlich usuell, daß oft zwei Landesausschußbeisitzer alternierend halbjährig amtieren und wurde es so bisher ermöglicht, daß die Polen im Landesausschusse vertreten waren. Für die Stelle eines Landesausschirßbeisitzers kamen demnach ausnahmsweise zwei Vertreter. Dies wäre auch jetzt möglich. Die Wählerklasse des Großgrundbesitzes wählt einen Beisitzer, einen die von den Städten und von der Handelskammer gewählten Abgeordneten, von den zwei übrigen einen die Landgemeindenabgeordneten und einen die ganze Landtagsversammlung. Die Städte und die Handelskammer haben nun zusammen sieben Abgeordnete, welche bisher einen deutschen Vertreter in den Landesausschuß entsandten. Im deutschen Klub ist aber jetzt die Personenfrage ei» Streitpunkt geworden, indem offiziell der Magistratsdtrektor Abgeordneter Wiedmann hierfür kandidiert wird, während andrerseits der bisherige Beisitzer, der deutsche Abgeordnete Langenhan, in Betracht kommt. Da wäre nun der Augenblick gekommen. wo die Juden solidarisch Vorgehen sollten, damit diese Stelle alternierend besetzt werde, wogegen die drei jüdischen Stimmen jenem deutschen Kandidaten zufallen müßten, welcher sich für die alternierende Besetzung durch einen jüdischen Abgeordneten entscheidet. Die Wahl in den LandeSyusschuß geschieht durch die absolute Mehrheit der Stimmen. Drei jüdische und eine deutsche Stimme hätten daS Uebergewicht. Der Abgeordnete Tittinger, der als Jude dem deutsche» Klub beigetreten ist, müßte doch seinen Klubgenoflen klarlegen, daß sie von Juden gewählt find. Der Abgdordnete Dr. Skedl vertritt die Judenstadt Sereth, Direktor RegierungSrat Wiedmann verdankt den durch Dr. S t r a u ch e r geführten Juden von Czernowitz seine Wahl, der Abgeordnete ». Landwehr vertritt die Stadt Radautz, deren Bevölkerung zum größten Teil aus Juden besteht, und der Abgeordnete Langenhan ist von der Kammer gewählt, die eine jüdische Majorität besitzt. Es wäre also ein ganz billiges und völlig gerechtfertigtes Verlangen, wenn man von allen deutschen Abgeordneten die Zustimmung für die Wahl Dr. S t r a u ch e r s in den Landesausschuß verlange» würde. Andrerseits ließe sich aber auch ohne deren Zustimmung, infolge der Meinungsdifferenz im deutschen Klub, ein alternierender jüdischer LandeSausschußbeifitzer durchsetzen. Die Juden, als Autochthone des Landes, welche die drittgrößte Bevölkerungsztchl aufweisen, haben ein Anrecht auf diese Forderung und es ist nur ein bescheidener Wunsch, wenn mit obauSgeführtem Vorschlag diesmal das Auslangen gefunden werden soll. Die Deutschen weisen eine viel kleinere BevölkernngSziffer auf, sie erreicht kaum die Hälfte jener der Juden, wen» eine gleiche Berücksichtigung trotzdem erfolgen soll, so wäre dies nur in Hinsicht der bestehenden größeren deutsche» Gruppen zu rechtfertige». Rebrigens wird ja bekanntlich förmlich, durch Tradition schon usuell geworden, von Behörden durch Zuzählung der Juden zu den Deutschen letztere eine imposantere Bdvvlkerungszahl stets erzielt. Dagegen könuen die Juden nun nichts auSrichten und müssen sich so vorläufig zurechtfinden. Ein jüdischer Klub! Diese Forderung muß unaufhörlich wiederholt werden. Wie beschämend erscheint es, wenn in der „Ruthenischen Revue" von I. Karenko (Kiew) auf den Mangel einer jüdischen Gruppe oder eines Klubs innerhalb der autonomen Körperschaften der Bukowina verwiesen wird, mit dem Zusatze: „Es ist einleuchtend, daß auch die hartnäckigsten Aegner der Juden eine selbständige jüdische Gruppe bedeutend mehr respektieren müßten." Die Notwendigkeit eines jüdische» Klubs sehen also schon Vertreter anderer Nationen ein, die Juden selbst zögern noch.^ Mit Genugtuung sei aber konstatiert, daß dieser Gedanke immer mehr Anhänger hier gewinnt. Meine Ausführmrgen im „Jüd. Volksblatt" in der Nummer vo» 23. September d. I. darüber wurden zum Teil unter dem Schlagworte „Jüdische Realpolitik''' im Organ der Freisinnigen, in der „Bukowinaer Post", reproduziert und so die Aufmerksamkeit auf dieses berechtigte Verlangen der jüdischen Wählerschaft gelenkt. Nun heißt es Weiterarbeiten. Zunächst gilt es aber di? Feuerprobe bestehen und den oben angedeuteten Weg zur Erlangung eines Landesausschußmandates, für die Juden einschlager»^ Ans Werk! Den jüdischen Autochthonen ihr Recht! Kss. Londoner Brief. (ßtnc „Warnung" der offiziellen Juden gegen die Verlockungen der Missionäre. Der Wortlaut der Warnung. Wo bleibt das Gegengift? Wölfe in Schafspelzen. Missionszionismus. Antijüdische Agitation. „Daily Mail" nnd „Daily News". Der jüngste Biograph Lord Beaeonfields. Die freie Behandlung in den Krankenanstalten. Nachrichten ans Limmerick.j Das offizielle Judentum vo« ( England oder, präziser gesprochen, von London hat sich endlich zu einer heroischen Tat emporgeschwungen. Die obersten Führer des Judentums haben eine Art „Warnung" gegen die Umtriebe der Missionare erlassen. Warum so spät, und warum gerade jetzt? fragt man sich hier. Die englischen Judenmissionäre haben wegen ihrer „Geschicklichkeit" und ihrer Rührigkeit eineu Weltruf erlangt und find auch für das Missionswesen anderer Länder und anderer Kulte musterdienend geworden. . Das weiß man in der ganzen Welt, and überall, wo es ein rühriges Judentum gibt, hat man mit mehr oder weniger Erfolg gegen das Treiben der Judenmission angekämpft, nur in London, dem Sitze und Mittelpunkte der Bewegung, sahen die jüdischen Führer dem volksverheerenden Seelenhandel bisher untätig zu. Nun ist aber die „Warnung" endlich gekommen und hat hier um so mehr Eindruck gemacht, als sie wirklich als ein Manifest sämtlicher Juden, der Juden aller Parteirichtungen, betrachtet werden muß. Dies beweisen die Unterschriften der „Warnung": Dr. Adler, Chief Kabbi of England, Dr. Gaster, Oberrabbiner der Sephardim,ferner Rabbiner Heikin, Lord Rothschild, Präsident der United Synagogues, Sir Francis Montefiore, Präsident der Sephardischen Gemeinde, «nd Sir Samuel Montag», Präsident der „Eederation ok Synagogues“. Interessant ist diese „Warnung" auch als Dokument des Kampfes, den das Judentum für seine eigene Erhaltung zu führen bemüßigt ist. Der Text der „Warnung", welcher in englischer und jüdischer Sprache ausgegeben wurde, hat in deutscher Uebersetzung folgenden Wortlaut: „Warnung an die Eltern jüdischer Kinder! Mit großem Bedauern haben wir in Erfahrung gebracht, daß jüdische Kinder des Londoner East Ettd (zumeist von eingewanderten Juden bewohntes Viertel. Anm. d. Red.) die Vorlesungen der Missionäre besuchen, an den Unterhaltuugsabenden und Vergnügungsfahrten derselben teilnehmen und die Lesehallen und Bibliotheken der Missionsgesellschaft in Anspruch nehmen. Bei all diesen Anlässen nehmen die Kinder an Gottesdiensten teil, welche unserer Religion wiedersprechen." „Die Missionäre breiten ihr Netz auch auf Erwachsene an-, welche sie durch Gescheute und „wohltätige" Gaben zum Anhöreu ihrer gegen unsere Religion gerichteten Predigte» zu verlocken trachten. Wir bitten daher alle jüdischen Eltern sowie deren Söhne und Töchter, sich vom Besuche der MissionShallen zu enthalten. Die jüdischen Elter» mögen ihren Kiuder« die Beteiligung au den von Missionäre» veranstalteten Unterhaltungen «nd Vergnügungsreisen verbiete», eS fei denn, daß sie sich vorerst die Ueberzeugung verschafft haben, daß bei diesen Anlässen nichts unterrichtet oder vorgenommen wird, was mit unsetem Glauben im Widerspr»che steht? Endlich bitten wir alle Inden, groß und klein, sich vo« allen jenen fernzuhalten, die sie vom geraden Wege des Judentums abzulenken trachten, allen gegen sie gerichteten „Bekehrungs"versuchen z« widerstehen und auszuhalten bei unserem Glauben und unserer Lehre." ES folgen nun die oben angegebenen Unterschriften. Aus dieser „Warnung" geht zweierlei hervor: ersten-, daß die Missionäre alle Mittel anwenden, um die in ihrem Glauben an Gott und Menschen wankend gewordenen, eiugewanderten Juden für fick und ihre Lehre einzunehmen, und zweitens, daß die aus dem Osten hierher verschlagenen Juden hier vollständig sich selbst überlassen sind «nd dem erstm besten Versucher zur Beute anheimfallen müssen. Bekennt aber das offizielle Jndentu« auf der einen Seite die große Gefahr ein, welche durch die Wühlarbeit der Seelenschacherer der jüdischen Gemeinschaft entsteht, so muß man sich auf der anderen Seite verwundert fragen: „Do ist das Gegengift, durch welches dem eingeriffenen Uebel abgeholfen werden soll?" Es genügt doch nicht, zu konstatieren, daß die Krankheit akut geworden, man sollte doch auch a« die Remedu» des Uebel» denken! Freilich wäre e» viel wirksamer gewesen, wenn die Herren Warner den Herumirrenden zugerufen hätten: Geht nicht z« den Vorlesungen der Missionäre; sondern kommt und hört unsere Vorträge an, die wir eigens für euch abhalten! Nehmet nicht teil an ihren Ver-- gnügungsfahrten und Volksbelustigungen, dafür laden wir euch zu einem belehrenden Ausfluge i» die herrliche Umgebung Londons ein! Benützet keine Bücher ans den MissionÄibliotheken und Lesehallen, dafür aber richten wir euch Bolksbibliotheken, Lesehallen und Abendkurse ei«! Wie gesagt, die Warnung ist sicherlich nicht glücklich abgefaßt, aber «an mnß fich vorläufig znfriedengeben, damit,, daß sie überhaupt erfolgt ist, und sich für die Zukunft mit der Hoffnung trösten, daß dem ersten Schritt bald ein zweiter, praktischer folgen werdet Zur Charakteristik der Schlauheit und Unerschrockenheit, mit welcher die Missionäre auf ihren Seelenfang ausgehen, diene die Mitteilung, daß sie auch den Zionismus, dem ein großer Test der in Betracht kommenden Volksschichten anhängig für ihre Zwecke anszubeuten verstehen. Sehr oft hört man einen, schlauen Prediger sprechen: „Die Juden sind in allen Ländern dev Welt vorhanden. Aber sie befinden sich nicht dort,, wohin sie eigentlich gehören! Palästina ist ihre Heimat und ihre Geburtsstätte und solange sie sich nicht in Palästina sammeln und ihren Staat restituieren, können sie nicht erstarken. Aber es wird kommen der Tag, an dem alle Inden in Palästina zu einer großen Ration vereinigt beisammen leben werden; dann werden sie selbst die Herren sein im eigenen Lande «nd nicht Gäste unter fremden Nationen!" DaS ist doch herrlich gesprochen! Nun kommt aber der eigentliche Hauptsatz, um deffentwillen alle vorangegangenen Nebensätze gedrechselt wurden, und dieser lautet: „Und dann wird auch ber Tag gekommen sein, an dem die Prophezeiung von derallgemeinenTanfe aller Menschenkinder in Erfüllung gehen wird!" Wenn nun diese Prophezeiung so sichere Aussichten hat, wenn man der Taufe früher oder später überhaupt nicht entgehen kann, warum sie ausschieben? ... Inzwischen dauert die a «t i j ü d i s ch e Bewegung immer fort und zieht täglich größere Kreise. Einzelne Tagesblätter scheinen ei« Kompromiß geschloffen zu haben, die einmal anfgerollte Judenfrage nicht cinschlafen zu lassen. Alle» voran in diesem schmutzigen Geschäfte schreitet jetzt die „Daily Mail", welche haarsträubende, vo» Lügen strotzende Artikel über „Die Juden im East End und ihren demoralisierenden Einfluß auf die Bevölkerung" publiziert. De« Auslassungen der „Daily Mail" bemüht sich der bekannte jüdische Dichter und Zionistenführer Israel Zangwill in den „Daily News" möglichst scharf zu begegnen. Großes Aufsehen erregt es hier in jüdischen schriftstellerischen Kreisen, daß nach einer Mitteilung der „Times" mit der Verfassung einer verläßlichen Biographie des vor 23 Jahren verstorbenen Lord BeaconSfield ein gewisser W. F. Monypenuy betraut wurde. Monypenny ist ein altes Mitglied der „Times"-Garde und hat sich früher auf dem Gebiete der geschichtlichen Forschung gar nicht betätigt. Die Enttäuschung ist «m so größer, als man allgemein erwartet hatte, daß diese gewiß nicht leichte Arbeit dem bekannten englisch-jüdischen Historiographen Lueien W o l f zsfallen werde. Nun ist diese Erwartung nicht in Erfüllung gegangen und die literarischen Testamentsvollstreker des verstorbenen große« Staatsmannes, zu denen auch Lord Rothschild gehört, haben alle in ihrem Besitze befindlichen Papiere BeaeonSfieldS bereits an Mr. Monypenn y ausgefolgt. Die Aerzte der jüdischen Krankenanstalten beklagen sich seit langer Zeit, daß sie von sehr vielen Kranken in Anspruch genommen werden, welche zufolge ihrer Vermögens- Verhältnisse i« der Lage wären, ärztliche Hilfe zu bezahlen. Dieser Unfug hat natürlich auch die Privatärzte arg beschägigt. Die Leitungen der verschiedenen Krankenhäuser habe» nun ein Statut geschaffen, durch welche» diesem Unfuge gesteuert werde» soll. Der wichtigste Punkt des Statuts ist derjenige, welcher bestimmt, daß auf unentgeltliche ärztliche Behandlung nur derjenige Anspruch hat, der eine Unterstützung seitens der großen jüdischen WohlthätigkeitSanstalt (Jewish Board of Guardians) genießt. Zur Feststellung dieser Tatsache steht diese Anstalt mit den Krankenhäusern in steter Verbindung. Aus Limerick kommen noch immer keine beruhigenden Nachrichten. Die protestantische Federation hat sich erst jüngst