Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 39 (23.9.1904)
- Date
- 1904-09-23
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 23. September 1904 Seite 5 Kttltusgemeiriöe bereits an der F e st st e l l u n g der Wählerliste arbeitet, wäre es nunmehr an -er Zeit, daß jedes Mitglied der Knltnsgemeinöe sich rechtzeitig sein Wahlrecht sichere. Tempelverein für den 13. Bezirk. Am 17. September fand die erste und konstituierende Generalversammlung dieses neuen Vereines statt. Der Delegierte der Kultusgcmeinöe, Herr Kultusrat Gottlieb Taussig, hatte sein Fernbleiben unter besten Wünschen für den neuen Verein entschuldigt. Die Herren Dr. S. Krenverger, Zahnarzt H. Knner und Privatier I. Nosenzweig, welche sich um die Bildung des neuen Vereines besondere Verdienste erworben hatten, wurden zu Stiftern ernannt. Als weitere Stifter wegen ihrer materiellen Unterstützung des Vereines wurden genannt die Herren Ludwig Wolf, Direktor i. N., und Präsident Theodor Ritter von Taussig. Besonderer Dank fiir Unterstützung wurde ausgesprochen den Herren Großgrundbesitzer Julius Frankl und Bankier Albert Landau. In den Vorstand wurden gewählt: .Dr. S. Krenverger als Präsident, Zahnarzt Hermann Knner als erster Prüsidentstellvertreter, Herr I. Hertzka als zweiter Präsidentstellvertreter, D. I. Nappaport als Schriftführer, G. Jakob als Schriftführerstellvertreter, I. Smetana als Kassier, L. Dicker als Kassenkontrollor. Die Herren I. Bernfeld, I. Güns, S. Hoffmann, E. Fischer sind Beiräte. Stellvertreter im Ausschüsse wurden die Herren Dr. E. Karmann, Lichtenstern und H. Berliner. Zn Revisoren wurden gewühlt: Dir. Wolf, Nosenzweig und Patzofsky. Wien. (1. Wiener jüdischer Turnverein.) Herrenturnen: Montag und Donnerstag halb 8—9 Uhr abends. Damenturnen: Mittwoch und Samstag 7 bis halb 9 Uhr abends. Kindcrturnen und Fechten ab Oktober. Anmeldungen in den Turnzeiten im Turnlokale 1. Bez., Mölkerbastei 6. Separate Kurse durch staatlich geprüfte Lehrer. Unser Irenes Vereinsmitglicd Herr Heinrich L o e w, Chef der Firma Heinrich Loew u. Co., ist am 16. ö. M. nach kurzer Krankheit in Vöslau gestorben. Das Leichenbegägnis fand Sonntag den 18. ds. in Baden statt. Namens der Vereinsleitung hielt der Obmann Dr. Ludwig Werner dem Verblichenen am offenen Grabe einen warmen Nachruf. Am 20. ds. widmete der Obmann im Tnrnlokale vor den versammelten Turnern dem Verstorbenen eine Gedenkrede, in welcher er die trefflichen turnerischen und allgemein menschlichen Eigenschaften des Verblichenen rühmte. Der Verein wird dem Verstorbenen ein treues Andenken bewahren. Wien. Sonntag den 3. Oktober, 7 Uhr abends, findet anläßlich des Simchas-Thorah-Festes eilt literarischer (Jargon-) Abend statt. Ort und Programm werden später bekanntgegeben. Karten sind im Kongreßbureau 9. Bez., Türkenstraße 9, und im Verlag „Zion", 2. Bez., Untere Augartenstraße 9, zum Preise von K Lerhältlich. Familienkarten K 3.—.' Liberale Journalisten und christlichsozialer Champagner. Man wird noch lange sprechen von ihm, vom „konfessioneslosen Freßkongreß". Man wird von ihm sprechen, wie man vor: einer — schönen Frau von der Straße spricht. Denn wahrhaftig, die konfessionslose Leitung des Kongresses hat sich nicht anders benommen, wie die oben gedachte — schöne Frau von der Straße. Und man muß — ob es uns kränkt oder nicht — der Wahrheit die Ehre geben und feststellen, daß Dr. Lueger die JüNge—r der Presse so behandelt und so genommen hat, wie sie sich benommen und sich ihm hingegeben haben. Er „drückte beide Augen zu", manche behaupten, daß er sich auch die Nase znhielt, als sie stch ihm zuerst präsentierten, entschuldigte sich gewissermaßen, daß er mit dieser Sippschaft in Verkehr tritt, aber, mein Gott, gibt es denn einen Menschen, der niemals einen Fehltritt beging! . . . Die — schule Frau von der Straße würde angesichts eines solchen vereidigenden Hohnes wahrscheinlich ihr früheres Kokettieren mit dem „schönen Karl" bereut und diesem zugernfen Haber:: „Woftir halten Sie mich eigentlich? Glauben Sie, daß ich schon eine — Legitimationskarte habe!" So Hätte die — schöne Frau von der Straße gesprochen. Aber nicht so die Konfessionslosen. Nicht rmr, daß sich in der ganzen Gesellschaft kein einziger befand, der s o sprach, nein, der große Willy von „Kleinen Atlzeiger" konnte seinen Kitzel nicht los werter!, er mußte Hill, mllßte den „schönen Karl" ganz haben, und die ganze Gesellschaft folgte ihm und rvar Ohren- und Augenzeuge einer geradezu ekelerregenden Szene, wie sich Willy dem. schönen .Karl an den Hals warf und ihn — zur Liebe zrvang .... Man war bereits beim Champagner, Lueger konllte so viel Liebe nicht widerstehen und er sprach das große, die „Steyrernrühl" erlösende Wort, er nannte dell „Ehrenbürger von Nikolsburg". Willy vom „Kleinen Anzeiger" — „lieber Freund!" . . . . Man hat sich allenthalben darüber gewundert, wie Dr. L n e g e r trotz aller Vorfälle und trotz der bereits verschluckten großen Quantitäten Weins und Champagners sich so weit vergessen kollnte, den kleillelt Willy seinen „lieben Freurrd" zu nennen. Mir aber kam dabei jener Graf Z i ch y in den Sinn, der im Rufe eitles wütenden Antisemiten stand und auf dessen Gut sich nie ein Jude zeigen durfte. Einmal kam eilt armer, kranker, lahmer, halbblinder Jude bettelnd vor das Tor des Schlosses. Die Diener wollten schon die Hnnöe auf den Juden lvshetzen, als der Graf angefahren kam. Des artnen Inden ansichtig, winkte er die erboste Dienerschaft ab, lies sich mit dem Bettler, der obendrein noch stotterte, in ein Gespräch ein, welches dem edlen Grafen sichtlich Freude bereitete. Zum Schlüsse klopfte der Graf dem Juden auf die Schulter Utld sagte: „Da hast du, lieber Freund, einen Silbergulden, itnö komm jede Woche zu mir!" Der Jude traut seinen schwachen Augen nicht und fragt verdutzt: „Herr Graf, Sie sind doch eilt Antisemit nnd geben mir Geld und netlnen mich noch „lieber Freund"?!" Da meinte der Graf: „Einen solchen Inden wie du bist, habe ich noch nicht gesehen, wenn alle Juden s o a u s s e h e n w tt r d e n w i e ö u, dem Tafelfunde, der doch ganz eigenartig dasteht, wurden von dann wäre ich beruhigt ... j Professor Sellin selbstverständlich noch viele Scherben, Sta- Unb was war — um, wenn möglich, wieder ernst zu; tuetten, Geräte, Skaraväen, Schmuckgegenstänöe usw. gefunwerden — die Folge dieses unwürdigen Benehmens der libeden. Besonders interessant ist ein vollständiger Goldschmuck, ralen Preßlinge? Daß am andern Morgen, nachdem der Festder bei einer Leiche gefunden wurde. Alles in allem kann saal ordentlich gelüftet war, das „Deutsche Volksblatt" den wohl die Expedition als im höchsten Grade erfolgreich bezeich- Herrcn erklärte, daß die ganze „Verbrüderung" nichts anderes net werden. als eine urwienertschc Hetz war und daß dasselbe Blatt Me; Boskowitz. (Wohltätigkeitsfest.) Das kürzlich Aufdringlichkeit der „Juöenpresse" durch seinen Redaktions-! in den Deutsch'schen Nestaurationssälen vom israelitischen Hausknecht quittieren ließ. Ernst Schneider schrieb nttm- Franenwohltätigkeitsverein veranstaltete Konzert, verbunden . i mit einem Tanzkranzchen, erfreute sich eitles massenhaften Utl; M,cv^*r r r . r. s. A. r f .. , r - , .. .! Besuches, so daß das für zwei Wohltätigkeitsvcreine bestimmte „Ich habe mir nicht die Gelegenheit entgehen lassen, mit Neinerträgnis ein lricht unbedeutendes war. Die Vorträge hervorragenden Vertretern französischer, italienischer, englischer' des Herrn Professors Storch aus Wien am Harmonium so- und amerikanischer Zeitungen zu sprechen, um dieselben auf Ale die Klavier- und Violinvorträge öcr Frl. Aufrichtig, die Zusammensetzung der Wiener Judeupresse aufmerksam . ft'änac^cn dauerte bis in die Morgenstunden und galt bet machen. Diese Personen waren geradezu entdemselben Frl. Ella Nobitschek aus Wien infolge ihrer impos e tz t, als ich ihnen allseinanöersetzte, welche ehrenwerte Verj santen Erscheinung unisono als Ballkönigin, treter gemeiner Verbrechen in der Wiener Juöenpresse zu! Boskowitz. (T o d e i u e r H u u d e r t j ä h r t g e n.) Vor finden sind, und ihnen nominatim nachwies, daß inan vom einigen Tagen starb hier die älteste Bewohnerin Frau Leni Raubmorde, Fälschung voll öffentlichen Wertpapieren, Wechsel- Weiß im hohen Alter von 100 Jahren. Die Verblichene hat snri.tr/firtV.Srt sm4Mtrtwrtrf.s4rtfi trotz ihrer mehrjahr gen Blindheit bis kurz vor ihrem Lebensalschuug, Unzucht, Blutschande, g-mc,n-m Win^rrockdteb- VrDcUcn »errichtet, stähle bis zum Taschendiebstahle herab jedes Verbrechenj .. _ _ » ,, , vittpnt ,w <^{p«pv cvithprtm'pffp nackimpiseu DobrrS. Die hiesige judi che Jugend veran,taltete am irgendeinem Vertreter der Wiener Judenpresse Nachweisen 14> September zu Ehren des von hier scheidenden Rabbiners könne. - H^rn Dr. I. W. Link einen Morris Nvsenfeld-Abend. Der War das notwendig? Und wie kommt die Gesamtheit Vorsitzende Louis Vondy konnte in der Versammlung fast des Judentums dazu, wegen der Dickhaut einzelner beschimpft sämtliche Juden unserer Gemeinde, darunter den Kultusvorrir mpi-fiptt? smp f p n r p r m ü o r s.ai hpm fi'mtrrrpfc Mp sicher Herr Alfred Bondy, die Präsidentin des Frauenvereins zu werden? Die Steyrermuhl hat dem Kongreß die Kellner und den Obmann der Chewra Kadischa be- Fragen der „Wurde der Presse" und der „p e r s ö n - gMßen. In einem einleitenden Vortrage sprach phil. Hugo lichen Note des Journalisten" zur Beratung vor- Bergmann (Var-Kochba, Prag) über Morris Nosenfelö und gelegt. Das „Deutsche Volksblatt", und dessen Gunst sie seit seine Bedeutung für das, moderne Jrchentum. Hierauf rezi- ST17nnrtff'tt prfnlYrTnS IfiitfiTf fmf ifir fifi* 9frtfmnr+ ttCXtC ßültifC SflcifrfjtttßtUt (//©tlUMU )/ üftl. ^CtJtttUC Monaten erfolglos buhlt, hat ihr die gebührende Antwort öe-; moii6iifcf)c£ („Juda"), Frl. Kamilla Pollak („Sephira"), Herr geben. Dr. L u e g e r soll an jenem Vantettavend im Nathause Pollak („Der jüdische Mai"), Herr Eduard Aschermann im Kreise seiner Getreuen ausgerufen haben: „Vierzig („Zebracka rodiua"), Herr Otto Pollak („Melodie zari"). In Kronen k o st' il n s a jeder I u d!" Wahrhaftig, die der folgenden Abschiedsrede hob Herr Aschermann die rnanüig- ^udeu die kinainaen oder nnm «Hcincn AnLeiaer" binfachen Verdienste des scheidenderi Rabbiners um die Restau- Juoen, me yingingeii oder sich vom „Kleinen Anzeiger ymt öc§ Friedhofes, den Ban des neuen Tempels und vor kommailöleren ließen, waren alle,amtnichtvierzrg ßttctn “m öie Erziehung erworben habe. Der Redner K r o n e n w e r t. j hob zuletzt hervor, daß die jüdische Jugend jetzt darangehen! werde, eine jüdische Bibliothek hier zu gründen. Frl. Hedwig Die palästinensischen Ausgrabungen des Professors Sellin.' Fleischmann überreichte dann dem Rabbiner ein Ehrengeschenk. Die Ausgrabungen von Professor Dr. Ernst Sellin auf dem; Herr Dr. Link dankte in bewegten Worten.' Ein gemütlicher Teil Ta'annek in Nordvalästina sind nunmehr definitiv ab- Teil, zu dessen Gelingen tl. Frankel, Herr Siegfried Pollak VL „ or r *7j oesmuiv av- Richard Fleischmann durch humoristische Vortrage beigeschlossen. l Auch die diesjährige Expedition war von emem steuerteil, beschloß den schöllen Abend. ausoezeichncten Erfalge Bor allem bestAigte sich die Moses Bnrschn. Rach kurzem, aller llofsaungslosem Let- Bermntung Präses,vr Sellms, daß m der von chm m, vorigen itu ift ö'ct »berste Elektroingenieur der Kriegsmarine, Moses Jahre aufgefuildenelt Burg des komanitischen Königs Jschtar-' Vurstyn, am 18. ds. in einem Kurorte Steiermarks im Alter waschur noch weitere keilinschriftliche Tafeln zu finden sein * von 63 Jahren gestorben. Er gehörte der Kriegsmarine seit mußten. Tatsächlich entdeckte er in dem Schutt eines Zimmers an und stand seit 1903 an der H'f^ h^ Elektroingenieure . . ^. p. . „. . .. - der Marine. Von unermüdlicher Schaffenslust und Arveusdrer neue Tafeln und kleine Fragmente von ftrnf weiteren, ^lde erfüllt, hat Burstyn im Laboratorium, an Bord, im so daß in Verbindung mit den im vorigen Jahre gefundenen! Lehrsaale und auf dem Büchermärkte Verdienstliches geschaffen, vier Tafeln das Archiv des genannten Königs die relativ ganze Generationen von^ Schülern herangebildet und seinen stattliche Anzahl von zwölf Tafeln enthielt. Um den Wert des Namen liber die Monarchie hi^us zur GEimg und zu wissen- Fund-z anschaulich zn machen, sei daran erinnert, daß diieschewemn ^'nEneMndttchendumgang^ Bur- Engländer bei ihren sonst so erfolgreichen, nunmehr vier-' styn tiefes theoretisches Wissen und gediegenes praktisches Könzehnjährigen Ausgrabungen in Palästina nur eine einzige nen, so daß alle, die ihn kannten/und namentlich jene, die mit solche Tafel gefunden haben. Die diesmal in Ta'annek aus-Ihm aröeitele!-:, U,-m ein ehrendes Andenken bewahren werden. gegrabenen Tabletten wurden von Dr. Friedrich Hrozey! Wegtaufen in Galizien. Wie „Dziennik Polski" meldet, sofort an Ort und Stelle entziffert und ergaben, daß zwei? ist die fünfzehnjährige Laure Liebermann,- eine Tochter des derselben Briefe des Kölligs von Megiddo an den von Taanach bekannten Petroleumraffineriebesitzers Josef Lievermann in waren, der jenem offenbar untergeben war, die dritte war' Drohobycz, aus dem väterlichen Hause plötzlich verschwunden wieder eine Liste, wahrscheinlich von Kriegern. Die ganze? und konnte trotz eifrigster Bemühungen nicht aufgefunöen Burg des Jschtarwaschur wurde nunmehr bloßgelegt und! werden. Die Eltern vermuten, daß ihre Tochter sich in einem zeigte, wie die Grabeshöhlen in engster Verbindung mit den Kloster aufhalte, wo ihr Uebertritt zum Katholizismus vov' Wohnräumen standen. Innerhalb dieser lag eine besondere bereitet wird. Stätte fiir Opfer, die den Abgeschiedenen dargevracht wurden, I — .. .. ......, .. denn von ihr aus führte eine steinerne Stiege direkt in die! . Organrsattvn jridrscher Hilfslehrer irr Oal^- Gräver hinein. Auch das bei Erbauung der Burg eingelnauerte menschliche Bauvpfcr wurde entdeckt. Von sonstigen Funden, die bei der diesmaligen Expedition gemacht wurden, nnd die im übrigen wie gewöhnlich in Waffen, Werkzeugen, Vasen, Lampen, Skarabäen und Siegeln bestanden, seien ziev. Wie uns aus K r a k au berichtet wird, wird sich demnächst ein Vereinder jüdischen Hilfslehrer bilden, dessen Zweck es sein soll, einerseits die materiellen Interessen der Mitglieder zu fördern, andererseits aber auch die wissenschaftliche Fortbildung und Vervollkommnung der jüdischen Hilfslehrer durchzuführen. Bespeziell geuanni eine bronzene Astarte von einem bis jetzt s°nder-s Gewicht soll^hierbei auf die Erlernung |eöräijc^en unbekannten Typus — eigenartige Krone, dicker Halsring,! fete. öcr Geschieh Schuhe mit auffallend hohen Absätzen, der Körper von einem? gelegt werden. Bei der ersten ^^^bchung f zarten Schleier umflossen - und ein prachtvoller Schmuck eines? ungefähr fünfzig Hilfslehrer em Es wurden ^mehrere komanitischen Weibes, zumeist aus Gold gefertigt. Die Frau? Neben gehalten. Großen Eindruck übte die Rede des Doktor war, wie es schien, mit ihren fünf Kindern, die daneben? .^ctne Schlußworte. „Wenn rhr^dre lagen, bei einer Katastrophe in ihrem Hause umgekommen.! Knaben unterrichtet/ rief er der Versammlung zu, „so prägt Trotz der großen Sommerhitze und obrvohl trinkbares Wasser diesmal anderthalb Stunden wett hergeholt werden mußte, war der Gesundheitszustand bei derl Leitern wie bei den Arbeitern der Expedition ein vorzüglicher. Besonders erfreulich ist es, daß es Professor Sellin gelungen ist, einen türkischen Grotzgrulldbesitzer zu bestimmen, ihm einen neuen, sehr wichtigen Nllinenhügel für etwaige künftige Ausgrabungen zu überlassen. — Hvfrat Professor Dr. H. Müller teilt der „N. F. P." die Kopie eines Briefes mit, welchen er von Dr. Friedrich Hrozey erhalten hat. Dr. Hrozey begleitete Professor Dr. E. Sellin rlach Palästina, wo letzterer die mit ihnen den wichtigen Lehrsatz ein, daß so, wie Gott einig und einzig ist, so bildet auch das jüdische Volk eine nationale Einheit. Lehret die Kinder unverdrossen, führet ihnen den Ruhm unserer Vergangenheit vor die Angen und lasset sie Hoffnung ans eine frohe Zukunft schöpfen!" Eine zweite Versammlung war nicht mehr so gut besuchst weil die meisten von ihren Brotgebern verwarnt und unter Androhunder Entlassung aufgefordert lvurden, den zionistischen Versammg langen fernzubleiben. Jüdische Kinder im Oginskischen Institut. Jll der für christliche Kinder bestimmte» Kinderbewahranstalt der Fürstin so großem Erfolge begonenen Ansgrabulkgelt in Taanak mit; Oginska in Bobrek bei Oswieeim befinden sich seit einiger Zeit gleichem Glücke fortsetzt. Der Brief ist datiert: Taanak, 110 jüdische, nach Galizien zustärrdige nnd in der niederöster- 3. September 1904, und lautet: „Wie ich bereits auf einer reichischen Findelanstalt geborene Kinder, die der obgenannten Postkarte berichtete, hat Professor Sellin gleich am zweiten Tage seiner Ausgrabungen einen Keilschriftbrtef gefirnden: bald darauf wurden weitere Texte entdeckt: ein größerer, leider stark lädierter Brief, ein großes Fragment einer Liste und fünf kleinere Brnchstücke, von denen drei Briefe und die übrigen zivet Listerr sind. Der erste Brief, der fast intakt ist, ist besollöers wichtig. Der Absender, Amanchasir, fordert von Jstarrvasllr, dem Fürsten von Taanak, die Ablieferung des Tributs nach Megiddo. Taanak war also voll Megiddo abhängig. Amanchasir ist jedenfalls der Fürst von Megiddo. Ueber die tibrigen Stlicke möchte ich mich noch tlicht aussprechen, da ich hier ohne alle Hilfsmittel arbeite,' sie sind aber insofern von Wichtigkeit, als durch sie die Existenz einer größeren Bibliothek in Taanak erwiesen wird. Abgesehen von Anstalt vom galizischen Larldesailsschusse zur Erziehung übergeben wurden. Dieselben werden dort entgegen den Bestimmungen des Gesetzes in der christlichen Religion erzogen. Der Krakauer Oberrabbiner Horowitz hat soeben einen Aufruf erlassen, in dem er auf diesen Sachverhalt hinrveist und die Kultusgemeinöen znr Einleitung eirrer Aktion ailffordert. Die nötigen Schritte zur Sanierung dieses Zustandes hat der Krakauer Advokat Dr. Raphael Landau unternommen. Mittlerweile hat der Großvater eines dieser Kinder, der auch vom Gerichte zum Vormunde desselberr bestellt wurde, die genannte Anstalt um Ausfvlgung seirres Enkels ersucht.' Es wurde ihm die Herausgabe des Kirides von der Anstalt verweigert und vorerst die Bezahluilg der bisherigen Erziehnngskosten, die dieser zu bezahlen nicht in der Lage ist und wozu er gesetzlich