Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 39 (23.9.1904)
- Date
- 1904-09-23
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdische« Volksblatt. 23. September 1904 nicht arbeiten für die starke Kolonisierung der Irren-, Siechen-, Kranken- und Strafhäuser. Heute, nach drei Dezennien, da alle obgenannten Uebelstände, alle jene Krankheiten de- Geistes und des Leibes zu wahren Volksplagen herangediehen, heute als das arbeitswillige jüdische Element durch allerlei klerikaljesuitisch-asemitische Künste von dem Genusie des Landerwerbes ausgeschlossen und nach Überseeischen Asylen gejagt wird, heute, da das jüdische Zusammengehörigkeitsgefühl auch in der außergalizifchen Jndenheit sich regt und die nötigen Geldmittel vorhanden sind, darf mein Vorschlag nicht mehr in den Papierkorb geworfen werden. Wohl ersteht nicht in absehbarer Zeit ein Mann wie Baron Hirsch, dem die Gründung eines derartigen Parzellierungsprojektes ein Leichtes gewesen, allein noch gibt es große Finanziers in Israel in- und außerhalb Galiziens, die ihr Geld ganz rentabel in galizischen Liegeuschaften anlegen können. Im übrigen hat der selige Baron nicht den allergeringsten Teil seines immensen Vermögens mit sich ins Grab genommen und die „Jca^ repräsentiert die offene Hand des unsterblichen Wohltäters und hat hier beffere Chancen als in Argentinien. Das stark verschuldete Galizien bleibt noch auf längere Zeit ein ergiebiges Feld der agrikolen Ausbeutung durch fleißige Hände nüchterne Köpfe und kühlberechnende Naturen. Wahrlich, Galizien hat seit dem Bodenerwerb durch nichtpolnische Elemente gar viel a« Ertragsfähigkeit gewonnen und viele Millionen den neuen Besitzern eingetragen. Wo bleibt also der jüdische Spekulationsgeist? Wie vielen hunderten Familien würde ein derartiges Parzellierungskonsortium Lebensmöglichkeit bringen? Die Filigranarbeit, welche von Wohltätigkeitsvereinen des In- und Auslandes bisher geleistet wurde — die sogenannten Hilfsvereine für Galizien — kann in der gegenwärtigen Stärke das Schicksal von tausenden Familien kaum jemals bessern. Wir haben uns längst der Haararbeiten aus hygienischen und sanitären Gründen ausgesprochen, haben aber nicht einen Augenblick das Bestreben, uns den symptomatischen Wert des Wiedererwachens des nationaljüdischen Gemeingefühls zu verhehlen. Unsere/Bekanntschaft mit Völkerschaften des südlichen Europa, besonders der Türkei, welche bis auf unsere Tage die uralte Hausfitte mit ihrer Hausarbeit festhalten, haben uns den folgenden Gedanken eingegeben. Die Hausarbeit der Völker des Orientes wie des Vororientehatte wichtige Bestimmungen im Haushalte zu erfüllen, zunächst eine ökonomische, welche darin besteht, durch die Handarbeit der Frau und aller weiblichen Familienglieder — mittels der einfachsten Instrumente der Welt, des Webestuhls und des Spinnrockens — so viel Stoffe aus Baumwolle, Zwirn, Wolle und Seide herzustellen, um das ganze Familienhaus vor Kälte, Hitze und Feuchtigkeit zu schützen und vor Schmutz und Parasiten zu bewahren. Vom Hemde bis zum Lendengürtel, Strümpfe, ferner allerlei zierlichen Bedeckungen des Fußbodens und der Pölster wie die Nachtdecken aus Wolle, alle derlei Utensilien, ohne welche ein Kulturmensch nicht leben kann, werden von den geschickten Händen der Serbin, Bulgarin, Arnautin, Türkin, Spaniolin und anderer in emsiger Bortags¬ und Nachtarbeit fertiggestellt. Hier feiern Natur und Kunst ihre Triumphe in den antiken Gobelins. Der wahre Ruhm aber besteht darin, daß die Frauenhände das Elend überwinden, daß man in jenen Gegenden, in deren die Hausarbeit emsig betrieben wird, keine zerlumpten Menschen herumlaufen sieht wie bei uns, wo die Maschine den Kunstfleiß des Einzelmenschen verdrängt. Wie instruktiv wäre z. B. eine Studienfahrt unserer Unterstützungsvereinler nach jene Gegenden, welche nach dem Hochgesang König Salomons ihr Dasein ausnützen und ihr Hauso schön bestellen. Die malerischen Trachten beider Geschlechter müssen den kunstsinnigsten Menschen für die heimische Industrie — ohne Motore und! Dampfkessel — einehmen. Es kann nicht verschwiegen werden, daß derartige Erzeugnisse auf Jahrzehnte ertragfähig sind, während die Jndustrieprodukte nur eine kleine Spanne Zeit anhalten. Daß jene Hauserzeugnisse, aus ebenso billigen wie guten Rohmaterialien verfertigt werden, geht aus deren Dauerhaftigkeit hervor. Die Hausarbeit bleibt aber nicht auf den Hausverbrauch der Einzelfamilie beschränkt (dies ist nur bei den reichsten Familien der Fall, welche ihre Arbeiten in großen Truhen aufbewahren), die ärmeren Volksschichten veräußern ihre Hauserzeugnisse auf den Märkten (Panajiir) und bildet dies eine recht profitable Beschäftignng für alle Familienglieder. Man wird uns wohl sofort erwidern, daß in Kulturländern wie Oesterreich die Maschinenerzeugnisse alle Kleinarbeit überflüssig machen. Nun mag das auf der einen Seite seine Richtigkeit haben, allein wer hindert denn den Hausbetrieb des Landmanns, neben der Großindustrie einherzugehen und sein Absatzgebiet sich zu erobern. Es erübrigt uns noch, eine gute Seite der Hausindustrie heoorzuheben, die moralische. Die Beschäftigung der Frauen und Mädchen mit der Hausindustrie macht dem sittenverderbenden Müßiggang den Garaus und weil diese Arbeiten nicht en müsse erzeugt werden, sondern einzeln und unter Aufsicht der Eltern, wird der Sittenverderbnis mit allen ihren Begleiterscheinungen der Bode» entzogen. Auf die Gefahr hin, als Rückschrittler verschrien zu werden, würde ich auf mich das Odium nehmen und beantragen: Rückkehr zum Webstuhle und Spinnrocken, zur Anfertigung von Geweben aus Leinen, Garn und Wolle, Verfertigung von Kilms und Laufteppichen u. dgl. Gerade im Zeichen der schnaubenden Dampfmaschinen soll die Handarbeit zur Ehre und zur Würdigung gelangen. ES gibt freilich noch, andere Hausindustriezweige, die nicht bekannt sind. Alle diese müßten natürlich von den Leitern der Hilfsvereine in Erwägung gezogen werden. Hier sei noch der neuen polnischen Devise gedacht, welche lautet: „Wyröb krajowy“, LandeserzengniS. Auch auf diese Leimrute werden uusere Brüder wie die Gimpel losgehen. ohne zu bedenken, vaß dieser Ruf nur im Interesse einiger Schlachziznr und deren. Anhang ausgestoßen wird, um ihnen die Landeskaffe zu öffnen, ihnen Geld in Hüll» und Fülle zur Verfügung zu stellen, dagegen die Inden in gleichem Maße zu enterben und zugrunde zu richten. Deshalb muß der jüdische Gemeinsinn stärker und ausgiebiger sein und sich dafür einsetzen, daß unseren Brüdern eigene industrielle Wege gewiesen und bessere Absatzquellen eröffnet werden. Eingedenk der altbiblischen Wahrheit, daß das Judentum und die Judenheit siegt, so Mosches Hände an dem Horizont sich zeigen; läßt Mosche seine Hände tatenlos uub schwach sinken, da siegen die Amalekiter, die christlichen und jüdischen Antisemiten und Aserntten mit dem Firniß jesuitlscher Kultur oder Dreschflegler mit oder ohne Feder. Barer DobrzanNi spukt noch herum auf den Zinnen Israels. Jthiel. (Wirtschaftliche Lage. Einwanderung und Auswanderung. Inden in Städten und Dörfern. Ethrogzucht und Ethroghandel. Ethrogfavrikation. Bedeutende Ethrogfabrikanten. Reverend Hechler in Rischon-Lezion. Die Kellereien der „Jca".) Die Lage im heiligen Lande war im abgelaufenen Wirtschaftsjahre im allgemeinen schlecht. Und besonders für die Inden. Mangel an Arbeit, epidemieartige Krankheiten unter den Menschen und verschiedene Tierseuchen füllten das Maß des Elends unserer Brüder in Palästina. Die Lage wurde noch dadurch verschärft, daß die Chalukahgelöer Heuer viel spärlicher flössen als in früheren Jahren, wodurch die Zahl jüdischer Bettler in des Wortes wahrstem Sinne schrecklich «»wuchs. Man kann keine belebtere Straße in Jerusalem passieren, ohne auf ganze Gruppen dürftig gekleideter jüdischer Straßenbettler zN stoßen. Männer, Frauen und Kinder in zerlumpten Kleidern, mit eingefallenen, dürren Gesichtern betteln um ein Stückchen Brot. Und es ist keine Aussicht vorhanden, daß dem täglich steigenden Elend in absehbarer Zeit ein Ziel gesetzt würde. Während nämlich eine ziemlich starke Einwanderung alter, arbeitsunfähiger, in ihrer Heimat oder auch auf anderen Wanderstationen Schiffbruch gelittener Elemente täglich die Zahl der palästinensischen Luftmenschen vermehrt, wandern die jungen, gesunden ArbeitskräfteausPalästina aus und suchen in Amerika, Südafrika, viele auch in Australien das, was sie im heiligen Lande nicht gefunden haben: Arbeit und Brot. Es ist rührend, zu sehen, wie diese muskelstarken, arbeitswilligen jungen Menschen laut weinend Abschied nehmen von der heiligen Stätte, welche sie unter tausend Gefahren, mit Sehnsucht und Hoffnung betraten. Enttäuscht und niedergedrückt schnüren sie ihr Ränzel, um einen anderen Weltteil aufzusuchen ''und dort in großen Arbeitszentren den bitteren Kampf ums kärgliche Leben aufzunehmen. Das' jüdische Elend in Palästina ist aber nur in der: großen Städten so in die Angen springend. In den kleineren Städten oder Dörfern merkt man wenig davon aus dem einfachen Grunde, weil daselbst sehr wenig Juden wohnen. Ja, es gibt eine große Anzahl Dörfer, in denen überhaupt keine Juden wohnen. Die Kopflosigkeit und der Mangel eines rationellen Systems bei der Einwanderung inPalästina hat viel zurSteigernng der Judennöt daselbst beigetragen. Die Einwanöernöen sind in der Wahl des Niederlassungsortes zum größten Teile sich selbst überlassen und diese verpflanzen das Ghettoprinzip, wonach die Juden nur in großen, dichtbevölkerten Städten und in großen Massen beisammen wohnen mußten, auch hierher, wo die Bedingungen für eine massenhafte Judenansieölung womöglich noch ungünstiger liegen als in den Städten des östlichen Europa, aus denen sie die Not vertrieben. Nur so ist es zu verstehen, daß z. B. von den '31000 Einwohnern der Stadt Schechem nur 31 Juden sind und Beer-Scheba samt Vororten bei insgesamt 30 000 Einwohner nur — zwei Juden beherbergt. Wenn jetzt während der acht Sukkothtage in frommen jüdischen Häusern Lulav und Ethrog von Hand zu Hand wandern, um, einem Gebote der heiligen Schrift folgend, die betreffenden Segenssprüche zu sprechen, wird es wohl kaum einem einfallen, darüber nachzudenken, welche Mühe und Arbeit es gekostet hat, bis der Ethrog in „brauchbarem" Zustande dem Benützer eingehändigt werden konnte. § Die Ethrogzucht liegt leides noch fast ausschließlich in Händen der A r a b e r, welche sich durchwegs durch die Kultur dieses jüdischen Nitualartikels bereichert haben. Gegenwärtig gibt es im ganzen zwei größere jüdische Ethroganlagen, die eine ist Eigentum des Kolonisten Benjamin Fein in Risch o n - L e z i o n, während die zweite eine Art Produktivi genossenschaft der Kolonisten von Petach-Tikwah bildet.' Die jüdischen Ethrogprodukte haben bis jetzt noch an den Kinderkrankheiten dieser, große Sachkenntnis, Fleiß und Umsicht fordernden Gttrtnerarbeit zu leiden gehabt. Die Er-! träge dieser jüdischen Pflanzungen waren bis nun auch wenig zufriedenstellend und die Araber behaupteten noch immer den , ersten Platz mit ihrer Ware. Mit unendlicher Mühe und großen ' Geldopfern haben es Heuer die jüdischen Ethrogzüchter dahin-; gebracht, daß ihre Ware derjenigen der Araber gleichwertig ‘ wurde und die Konkurrenz mit denselben aufzunehmen vermag.! Während es nun noch lange dauern wird, bis die Ethrog-. z u ch t in jüdische Hände übergehen wird, wird der Ethrog- Handel, oder, wie er hier genannt wird, die Ethrog fabrikatton, fast ausschließlich von Inden vermittelt. Und die Benennung „Fabrikation" ist auch vollkommen zutreffend, denn der Ethrog, der vom Baume gepflückt wird, ist noch lange kein Ethrog, der zur Zeremonie verwendet werden könnte. Es fehlt ihm das Ansehen, der „Hidnr". Der Ethrog am Baume hat verschiedene kleine Fleckchen, Warzen, ist mit kleinen Blättchen behaftet usw. Nachdem der Ethrog mit Wachs ordentlich dir. 39 geputzt wurde und die Schönheitsfehler verschwunden sind, wird er nach bestinunten Sorten in die ihm gebührende Reihe gelegt, um dann wohlverpackt in alle Richtungen der Welt verschickt zu werden. Die Schlüsse auf die „rohe Ware" werden bereits im Frühjahre gemacht. Es sind noch kaum einige Blüten ans den Bünmen sichtbar und inan sieht schon die „Fabrikanten" mit den Araber» unterhandeln. Der Araber ist schlau, er geht nicht leicht auf den Handel ein, unterhandelt mit verschiedenen Konkurrenteu zu gleicher Zeit, die Preise werden ans diese Weise in die Höhe getrieben, bis der raffinierte Araber ohne jedes Risiko den größtmöglichen Gewinn eingeheimst hat. Die größeren Fabrikanten und Händler schließen nämlich die ganze noch ansständige Fechsung der Bäume ab. Das bedeutendste jüdische Ethrogfabrikshaus in Palästina ist die Firma Jsak Nachum 8ön) & Comp., dann kommen anßer den bereits oben erwähnten zwei jüdischen Gärtnereien, die ihre Produkte selbst verarbeiten und absetzen, noch die Firmelt Chaiill Mute r, Gebrüder S ch ö ll, Benjamin J e h oschasat uslv., alle in Jaffcn Die Ethrogernte erfolgt im Monate Tamns llnö gegen Mitte des Monates Ab sind bereits alle Aufträge cffektuiert, die Ware schwimmt. Im Handel weröerr verschiedene Ethrogsorten unterschieden. Obenan steht der „Mmvchar" (Extrafein), dann Prima, Sekunda und Tertia,! und vor Sukkoth kaust sich jeder Jude je nach feiner religiösen I Ueberzengung, seinem Geschmacke und seinem Vermögen, eine . dieser Sorten von Palästinafrucht — oder auch gar keine . . . I Reverend Hechle r, der bekannte Pastor der eilglischen , Botschaft in W i e n, hielt am 4. Elnl im Volkshause von Rischon-Lezion einen Vortrag. Die Versammlung war gut besucht, denn der Reverend war mit Empfehlungen vom Wiener A.-C. versehen. Der Reverend zollte am Beginne! seines Vortrages dem Andenken Dr. H e r z l s, zll dem er in! freundschaftlichen Beziehungen stand. Hierauf erklärte Redner, daß er lange, bevor der Zionismus entstand, Zionist war und sich mit Palästina als zukünftigem Judenstaat beschäftigt habe, j Der Vortragende erläuterte seine Ausführungen an der Hand . verschiedener, ans Grund der neuesten Palttstinaforschnng ge- J zeichneter Karten. Interessant waren die Mahnungen des Reverends, die Wein- und Kognakfabrikativn zll unterlassen, denn diese Getränke — vermehren die Sünde. Das Hauptstuöium soll der Bibel zugewenöet werden, wobei er erwähnte, daß sich in seiner Bibliothek z wö l f h u n d e r t verschiedene Bibelausgaben befinden. Die Kellereien der „Jca" bilden seit langer Zeit eillen Streitpunkt unter den Kolonisten. Die „Jca" weigerte sich, ihre Kellereien den Kolonisten auf eigene Gefahr zur'Verfügung zu stellen. Nun soll sich, wie hier verlautet, die „Jca" entschlossen haben, den Kolonien von Rischon-Lezion, Nechoboth, Cheöerah, Wad i -^C Han in und Petach- Tikwah die fraglichen Keller zu überlassen.; . Jerusalem, Ende Elul. Ben Abi. Chronik. ArUarrd. Gedenktage. T i s ch r i. 16. 1778 st. in WLirzburg Distr.- Nabb. S. V. Banlberger. 17. 1820 geb. in Jarotschin Dr. Ed. Lasker, Mg. 17. 1867 starb in Prag Oberrabb. Sal. Löb. Rapaport. 18. 1800 geb. in Stratzburg d. bed. Arzt Michel Lewy. 18. 1829 geb. in Birnbaum Rabb. Dr. M. Joel. 19. 1797 st. R. Elia Wilna (Wilnaer Gaon). 21. 1802 geb. in Trebitsch Prof. Wolfg. Wessely. S e p t e m b e r. 23. 1814 geb. in Pest Prof. Sam. L. Brill, Talmudist. 23. 1841 geb. in Baja Dr. Sam. Kohn-Budapest. 24. 1483 Judenverfolgung in Prag. 24. 1862 st. Lady Judith (MoseS) Montefiore. 25. 1869 st. in Hamburg Mos. Haarbleicher, Dichter. 20. 1870 st. in Hamburg Dr. Jos. Piza. 27. 1871 st. in Erlangen Prof. Jac. Herz, Chirurg. 28. 1802 st. in Bonn Rabb. Dr. Isaak Rülf-Memel. 29. 1866 st. in Hamburg Therese Warendorf, Dichterin. 29. 1902 st. in Amsterdam Mediziner Prof. Berend Josef Stokvis. Die Kultnswahlen. In der Seitenstettengasse ist es wieder lebendig geworden. Die Urlaubszeit ist vorüber und aller — sowohl des Kultusvorstandes als auch der Beamten — harrt für die nächste Saison manches Stück Arbeit. Zunächst sind es die noch in diesem Jahre stattfindenden Wahlen in den K u l t u s v o r st a n d, welche zu schaffen geben werden. Der W a h l t e r m i n ist wohl noch nicht festgesetzt, doch dürste derselbe irr der im Laufe der nächsten Woche stattfindenden Plenarsitzung des Kultusvvrstandes auf Sonntag den 20. November d. I. festgesetzt werden. Znr Besetzung gelangell diesmal insgesamt 14 Vorstandsmalldate, und zwar 1. aus der a l l g e m e i n e n K u x t c die in diesem Jahre ablaufenden Mandate der Herren: Baurat Dtiiter v. Gvldschmid t, kais. Rat Moritz Hirsch (derzeit zweiter Vizepräsident), Sigm. Horner, S. Kanders, Ortsschulrat Doktor Markus Spitzer und Baurat S t i a ß n y, sülntliche mit sechsjähriger Mandatsdauer. Ferner Ersatzwahlen für die verstorbenenVorstalldsrnitglieder v. Mises (sechsjährige Mandatsdauer), Heinrich Teltscher (sechs Jahre) und endlich die Ersatzwahlen für die während der letzten zwei Jahre durch Austritt freigelvordenen Mandate der Herren I. Gewitsch und kais. Rat Heinrich Kling er (vier- resp. zweijährige Mandatsdauer). Allßerdem kommen ans der Kurie der Höherbe st e n e r t e ll vier M a ll d a t e zur Anslosling, welche ebellfallS besetzt werdell sollen. Wie wir erfahren, werden s tt m t l i ch e Gruppe n, lvelche sich vor zwei Jahren an der Kultuswahl offiziell beteiligten, nach den Feiertagen, d. h. sobald der Wahltermin offiziell festgesetzt sein wird, zu den diesjährigen Wahlen Stellung nehmen und über die Art ihrer Beteiligung an den» s e l b e n B e s ch l ü s s e f a s s eil. Da man in bell Bureaus der