Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 39 (23.9.1904)
- Date
- 1904-09-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 23. September 1904 Nr. 39 eine besondere Abteilung zur Bearbeitung -er jüdischen Sonderwünsche einrtchten müssen." So sieht ihre Frömmigkeit auSI Hannover. Eine antisemitische Stadtverwaltung scheint in Münder a. Deister zu herrschen. Die Verwaltung schrieb, wie man uns mitteilt, in der „Tierärztl. Rundschau" eine Stelle eines ordentlichen Fleischbeschauers aus. Ein Herr, der sich darauf meldete, erhielt folgende Zuschrift: J.-Nr. 3448. Münder, 8. Sept. 1804. Auf Ihr Gesuch vom 26. v. M. teilen wir Ihnen mit, daß wir beschlossen haben, Ihnen die ordentliche Fleischbeschau für den Bezirk der Stadt Münder zu übertragen, f a l l s S i e nicht mosaischer Konfession sind. Wir fragen nun bei Ihnen an, ob Sie die Wahl annehmen. Ihrer Antwort sehen wir umgehend entgegen. Der Magistrat. I. V.: H. D. Pape. Bad Ems. In einer kürzlich, am 12. v. M., vom Vaterverpflichtet vom solgung Nch- Eingabe »ich, erledigt worden. | des In- und Auslandes ist von «-,°nd-r-m Aerte-' deim'dä Ein „entgegenkommender" Amtsvorstand ist der Letter heutzutage gewissenlose Agenten und Verführer bei der Abbes neukreierten Gebührenmesiungsamtes in Suczawa, der fahrt von der Heimat und bei der Ankunft im fremden Lande Finanzsekretär Hilarion G u l k a. Davon wissen die ihm} nur zu häufig und zu aufdringlich sich an die meist unerfahreunterftehenöen jüdischen Beamten ein Lied zu singen. Am' neu Auswanderer heranmachen, ist es für diese ein großer jüdischen Neujahrsfeste (Heuer am 10. und 11. ds.) wurden j Vorteil, wenn sie an solchen Orten einen treuen und zuverdic jüdischen Beamten aller Aemter vom Dienste dispensiert,; lässigen Berater haben. Jeder Auswanderer, der sich vor wie dies alljährlich stets auch für Griech.-Orientalen an ihren J seiner Abreise an den Evangelischen Hauptverein wendet, er- Feiertagen der Fall ist und heuer überdies für die hohen; hält eine Geleitskarte, die ihm als Erkennungszeichen und jüdischen Feiertage im Wege eines Erlasses der Landesregtej Empfehlung für alle Vertrauensmänner dient und deren unrung angeorönet gewesen sein soll. Nur der Finanzsekretär entgeltlichen Rat und Auskunft sichert. Als besondere Auf- Gulka in Suczawa machte eine Ausnahme. Er wollte seine gäbe hat der Evangelische Hauptverein sich auch gestellt, den jüdischen Beamten auf keinen Fall an ihren höchsten Feier- [ Deutschen im Auslände, welche ihre Söhne oder Töchter in tagen freigeben, trotzdem der 11. September auf einen Sonn-. Deutschland zur Erziehung unterbringen wollen, bei Besor- | ländischen Frauenverein im hiesigen Kursaale veranstalteten tag fiel und demnach bloß der Samstag für die Dispen-, gung geeigneter Pensionen mit Rat und Tat an die Hand Wohltütigkeitsvorstellung hat Herr Referendar von Jbell, Sohn sierung übrig blieben. Der eifrige Amtsvorstand, der im ‘ zu gehen. des verstorbenen Emser Badearztes, Gedichte vorgetragen, in raschen Fluae über die Sue/mum-i- _ denen die Juden zum Gegenstand des Spottes gemacht wurden. a,ryen tfutQC um me h-nczawaer Amtsraume Finanzrat «uwa- Und dies geschah, trotzdem die Beteiligung seüens der hier wohnenden als auch der hier zur Kur weilenden JsraelUen eine sehr große war, da das Komitee sie zum Besuch dieser Veranstaltung dringend einlud. Um so lebhafter ist die Taktlosigkeit zu bedauern, die in der Wahl antisemitischer Vortragsstücke liegt und die zu einer Verletzung der Empfindungen der jüdischen Besucher der Wohltätigkeitsvorstellung führte. Ans Heines Testament. Mehr als 48 Jahre sind seit Heinrich Heines Tode vergangen. In einer alten ZeÜung von 1866 begegnete uns neulich folgende interessante Notiz: Der Bruder des am 17. Februar in Paris gestorbenen Heinrich Heine, Gustav Heine in Wien, teilt in der „Oesterreichischen Zeitung" folgendes aus dem Testament wörtlich mit: „Paragraph 5. Ich verbiete, meinen Körper nach meinem Tode einer Autopsie zu unterwerfen und, da meine Krankheit oft einem starrsüchtigen Zustande ähnlich ist, so soll man iiut eine Ader vor der Beerdigung öffnen. Paragraph 6. Wenn ich in Paris sterbe und nicht zu weit von Montmartre wohne, wünsche ich dort begraben zu werden, da ich eine Vorliebe zu dem Stadtviertel habe, wo ich so lange wohnte. Para» graph 7. Ich wünsche, daß mein Leichenzug so einfach wie möglich sei und daß die Kosten meiner Beerdigung nicht die eines einfachen Bürgers übersteigen: obwohl ich zu der lutherischen Religion gehöre, w tt n s ch e i ch n i ch t, daß der Gei st» liche dieser Religion meiner Leiche folgt, auch verzichte ich auf jede andere heilige Handlung, um mein Leichenbegängnis zu feiern. Dieser Wunsch ist nicht der schwache Wille meines Freigeistes; seit vier Jahren habe ich allen philosophischen Stolz abgelegt und bin wieder zu religiösen Ideen übergegangen. Ich sterbe, glaubend an Einen und ewigen Gott, Erschaffer der Welt, dessen Barm» Jüdische Privilegien in Rußland. Das russische Kriegs- Herzigkeit ich anrufe für meine ewige Seele. Ich bedaure, närssohnes aus der Leopolöstadt zugetragen hat. Der junge Ministerium hat an den O ö^e s s a e r Militärbezirk eine Liste |n meinen Werken von heiligen Dingen oft respektlos ge- B.kam nämlich vor einigen Wochen auf die Idee,, derjenigen Spitalärzte gesandt, welche vom Kriegsdienste Se- Krochen zu haben; aber ich wurde hierbei weit mehr von dem eines schönen Sonntag Morgens nicht nur die Wäsche, sondern. f*eii sind. Am Schlüsse des Erlasses heißt es dann: „Da das Zeitgeist fortgerissen als durch den eigenen Trieb. Wenn ich. auch seine Religion zu wechseln. Er wurde Katholik, nachdem Ministerium des Innern einfür allemal erklärt hat, daß ohne mein Wissen die guten Sitten und die Moral beleidigt er eine Religion verließ, welche ihm von der Nase abzulesen sämtliche Krankenhäuser als Privatmiternehmungen zu beh§be, welche die wahre Kraft des Glaubens sind, mein Gott„ war. Hierauf faßte er den Entschluß, zu heiraten. Die Dame, trachten sind, ist es selbstverständlich, daß die Aerzte dieser so bitte ich dich und die Menschen um Verzeihung! Ich v e rdie sein Herz erwählt, lebte im vorigen Winter auch noch in Krankenhäuser vom Kriegsdienste nicht befreit sind. Also man hiete, daß eine Rede, sei es deutsch oder französisch, an ungeordneten Religionsverhältnissen. Die Trauung war auf sieht, die Juden genießen in Rußland auch Privilegien, die meinem Grabe gehalten werde. Gleichzeitig erkläre ich» "werden möchte, hatte für das religiöse Empfinden seiner Beamten keine Rücksicht. Er blieb unerbittlich, selbst dann, als die jüdischen Beamten bei ihm vorstellig wurden und an Stelle des freizugebenden Samstag den 8. ds. (Maria Geb.) Dienst zu halten sich erbötig machten. „Buk. Post." Stiftung für jüdische lungenkranke Kinder. Der Präsident des seit acht Jahren in Budapest bestehenden »Israelitischen Selbstbildungs- und Selbsthilfevereines" Bemhard K a t t l e r errichtete zur Erinnerung an seine verstorbene Tochter Frau Elisabeth Kallos-Kattler eine Stiftung von 1000 Kronen mit der Bestimmung, daß deren Zinsen alljährlich zur Unterstützung armer, lungenkranker jüdischer Kinder verwendet werden. Damit der Verein diese Unterstützung bereits Heuer bewilligen könne, spendete Herr K a t t l e r für diesen Zweck weitere 100 Kronen. Attentat auf einen Rabbiner. Zu dieser in unserer vorjüngsten Nummer gemeldeten Nachricht erhalten wir aus N y i r m ä. d a die weitere Mitteilung, daß der Schaffner des dortigen Grundbesitzers und Präsidenten der Kultusgemeinde Fried, des Attentates gegen Rabbiner Brach verdächtig. von der Gendarmerie festgenommen und der Strafbehörde eingeliefert wurde. Das Befinden des verletzten Rabbiners ist noch immer nicht. ganz zufriedenstellend. Wie berichtet wird, wird Rabbiner Brach die Hand, in welche eines der abgeschofsenen Projektile gedrungen ist, nicht mehr gebrauchen können. « Der Nase nach! In der sogenannten besieren Gesellschaft Budapests amüsiert man sich gegenwärtig über Änen Vorfall, welcher sich vorige Woche bei der Trauung eines Millio- Rückgaug jüdischer Kolonien in Rußland. Die Auswanderung ans Rußland nimmt noch immer $«. Nu» wandern die Juden auch aus den jüdischen Ackerbaukolonien des Chersoner Gouvernements aus, wo es den Juden bisher noch am leidlichsten erging. So wird berichtet, daß aus der jüdischen Kolonie Nahar-Tab in jüngster Zeit 300 Mann nach Argentinien ausgewandert sind. Wie verkantet, sollen noch vor Einbruch des Winters weitere 800 bis 900 Menschen auswandern. Die Ursache der Emigration ist, nach Ansicht des „Fraind", daß der vorhandene Boden für die stark angewachsene Zahl der Kolonisten nicht mehr ausreicht, ferner auch der Umstand, daß die vielen und großen Brände des heurigen Sommers viele von den Kolonisten total zugrunde gerichtet haben. Verschärfte Polizeimaßregeln gegen jüdische Versammlungen. Im Warschauer amtlichen Pvlizeiorgan „Polizeiskaja Gazeta" wird eine Verordnung des Warschauer Oberpolizeimeisters veröffentlicht, welche verschärfte Maßregeln zur Verhütung »nicht gesetzlicher jüdischer Versammlungen" enthält. Die Maßregeln beziehen sich speziell auf den Stadtteil Nalewka und die Dzi ke gaffe. Die Hauptbestimmnngen sind folgende: 1. Vermehrung der Polizei in dieser Gegend. 2. Ununterbrochene Polizeipatrouille von 10 Uhr früh bis 12 Uhr nachts. 3. Am Tage haben Dworniks (auf je fünf Häuser ein Dwornik) Auffichtswache zu halten. 4. Die Kosakenpatrouillen der naheliegenden drei Polizeiabteilungen haben den genannten Stadtteil geschlossen zu durchstreifen. 5. Den Polizeiaufsehern wird aufgetragen, strenge darauf zu achten, daß die Paßbestimmmigen strikte eingehalten werden. ... den Sonntag voriger Woche festgesetzt. Vor dem Palais der allerdings den — Russen zugute kommen. daß ich nicht wünsche, daß meine Asche nach Deutschland ge- Brauteltern stand bereits eine lange Reihe nobler Equipagen. Jüdische Kämpfer für Rußlands Ehre. Der offizielle bracht werde. Die große Aufgabe meines Lebens war der Man bestieg die Wagen und der arrangierende erste Kranze!- „Nuskij Invalid" veröffentlicht in seiner Nr. 186 die erste offi- Versuch, ein herzliches Verhältnis zwischen Frankreich und Herr gibt dem ersten Kutscher das Kommando magyarisch: zjelle Liste der im ostasiatischen Kriege verwundeten russischen Deutschland herzustellen." * °«lh*y (Bedeutet sowohl Tempel als auch Kirche. Soldaten, in welcher wir folgenden Juden begegnen: Aus Der amerikanische Jude als Soldat. Mark Twain, der Red.) Der Kuftcher lüftete den Hut, schwang die Peitsche und hem Polt awaer Gouvernement: Salomon Baikin aus auch in Deutschland populär gewordene amerikanische Humorist Mr zur — Synagoge in der Tabaksgasse. Ma-PEukigefallen im Kamvfe vom 17—18 Avril bei! und Essayist, läßt sich in einem semer Werke auch über^die Eösbemerkteern aristokratischer Traunngszeuge, als er hörte Tjurentscheng; Unteroffizier Mark Z r m b a l (verheiratet) aus UrAenaV wie der Kutscher zuiarnmengeschimpft wurde. „Er tst halt Gadjatsch, gefallen in derselben Schlacht; Unteroffizier ich kürzlich die offiziellen Statistiken kW Vereinigten Staaten der Nase nach gefahren! Moses Trifus aus Pereslaw, schwer verwundet ebenfalls tmrchblütterte, fand ich, daß die Juden,, zu dem Bürgerkriege, 'bei Tiurentsckena . 5cm Feldzug von 1812 und dein Mexikanischen Kriege viele ver Djurenticyeng. j Soldaten und hohe Offiziere gestellt haben. Im Bürgerkriege Berlin. Ueber die Anlegung eines großen gemeinsamen kämpften sie im Heere und auf der Flotte, sowohl auf Seiten Archivs für die Juden Deutschlands, das vom D.-J. G.-B. und der Nordstaaten als auch ans der der Sndstaaten, und Swar.bekönnte öen Bnei Brith-Logen geplant wird, haben wir bereits austeiligten sie sich mit zehn Prozent ihrer uumerischen Stark? ' führlich berichtet und nachgewiesen, welche hohe Bedeutung ein an diesen Kämpfen, also mit ^enffelben Prozentsatz, den die Ausland. Wie ein jüdischer Answanderverein wirken Der Evangelische Hauptverein sür deutsche Ansiedler und Ans. - »dl'WW‘ÄfS an-; fciftSra 'Disräisache ÄisinM. Äs sie wanderer zu Witzenhau,en a. Werra hat ein neues Heft seiner erkannt worden. Die Kosten für die Errichtung und Durchzu sagen scheint; sie sagt klar und deutlich, daß der Patriotis- Veröffentlichungen, „Der deutsche Auswanderer", hübsch ausführung dieses Archivs, die zur Hälfte vom D.-J. G.-B., zur mus der Juden noch den der Christen übertraf. Denn wenn gestattet und mit lehrreichen Abbildunaen versehen erscheinen' anderen Hälfte von der Großloge für Deutschland getragen ein christlicher Frerwrlliger ins Feldlager kam, so wuroe ex lasien Wir finden darin u 7. ^X2 Sn iS-! “l(«' b-lausen sich sür das erste Jahr ans MOT Mark. "Zu mit Seif«» Smkn&eäeiM««f“ »Mg**' miten. -nr finden darin n. a. eine Ueverstcht über die Aus-. Mitgliedern des Komitees für das Archiv sind gewählt worden Jude aewöbulicb bc,klumpst und beleidigt wurde^ Mau Chancellorsville a-tvt-t «de, sagt er: ,,er war ein treuer verbandes in Deutschland hat dem Justtzminister den Wunsch ^»..und und ein tapferer Offizier". Ebenso lobt er zwei seiner vorgetragen, die Amtsgerichte möchten angewiesen, werden, daß | Hisiftficn Briaadiers. Schließlich sagt er noch: „Es gibt in sie in gleicher Weise, wie sie den zuständigen evangelischen oder - — ■ - * ‘-1.^ m<* katholischen Geistlichen von Sühneterminen in Ehesachen Mitteilung machen, über die in Ehesachen jüdischer Parteien anbewanderung im Jahre 1903 und einen Auffatz über die Aus- | Sie Herren: Professor Dr. Philippson, Vorsitzender des D.-J.' wünschte seine Gesellschgft nicht und ließ ihn das deutlich genug Wanderung deutscher Kolonisten aus Südrutzland. Daran G.-B., Alfred Levy, Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde fühlen. Daß er trotzdem seinen verwundeten Stolz bezwang reiht sich eine Rundschau über die verschiedenen Auswande-' Hamburg, Professor Dr. Warschauer, Archivrat in Posen, Pro-, uni»fetot »lut ttofcöem für feine &öÖnewSS' runasgebiete An erster Stelle wird berichtet über die dirrck ^sior Dr. Felix Liebermann in Berlin, Professor Ludwig' Patriotismus über den des Msttelmatzes Im Felde rungsgeoure. <nn erper Sieue wrro oericyter uoer oie ourry Geiger in Berlin. Jnstizrat Timendorfer Archivar Dr Zivier- > bat er, wie irgend ein anderer Soldat, Fähigkeiten, Treue uns den früheren Geschäftsführer des Evangelischen Hauptvereins {spiel Rechtsanwalt Dr! Blau-Frankfurt a. M., Emil Sachs- Tapferkeit gezeigt. Das gilt von den jüdischen Soldaten wie und Lehrer an der Deutschen Kolonialschule, Dr. Aldinger,! Breslau, Jnstizrat Ofner-München, Dr. Gustav Karpeles, von den jüdischen Offizieren. Maior-General O. ^.-vowaro neu gegründete Nrwalöskolonie Palmenhof im Hansagebiet Dozent Dr. Elbogen und Ad. Mayer-Berlin. spricht voll einem: setner .»ei des Cast« Catbarina in Siidbrasili-n. Di- Boischast .Berlin, D-r «°!chsiitSiühr-nd-. Ausschntz des Rabbiner- ***** *** «S«&»2L»2 des Staatspräsidenten von Rio Grande do Sul findet sodann eiryi kurze Besprechung, die dem deutschen Auswanderer manch ^uten Wink und Aufschluß bietet. Des weiteren wird vor der Auswanderung nach der Kapkolonie dringend gewarnt, dagegen die Ansiedlung auf den Marianen als aussichtsreich, jedoch nur für bemittelte Leute, geschildert und ein kurzer Ueberblick über den gegenwärtigen Stand und die Schwterigketten der Einwanderung in Nordamerika gegeben. Ein weiterer Aufsatz belehrt über den beständigen Fortschritt und die sehr günstigen Slussichten der Viehzucht in Paraguay und der Brief eines Kolonisten gibt in schlichter Erzählung ein anschauliches Bild von dem Leben und Treiben der ersten deutschen Ansiedler in der Kolonie Hohenau in Paraguay. Wer in -ie deutschen Kolonien gehen will, findet einen zuverlässigen Hinweis auf die Ansiedlung in Westusambara, die nicht ganz unbemittelten Landwirten gute Aussichten bietet. Zum Schluffe des Heftes finden sich praktische Angaben über Dauer und Kosten der Reise nach den hauptsächlichsten Auswanderungsgebieten, sowie ein Verzeichnis der wichtigsten Gegender Tat keine Soldaterr, die mehr Patriotismus zeigen, als die hebräischer Abkunft, ob sie nun in höherer Stellung waren oder als gemeine Soldaten dienten." Vierzehn jüdisch Familien schickten allein 61 Soldaten in den Krieg, unter diesen war ein Vater mit drei und ein Vater mit vier Söhnen. Rußland und die amerikanischen Inden. Die amerikanische Regierung hat in neuerer Zeit mit der russischen wieder einen Schriftenwechsel über die Behandlung amerikanischer Bürger jüdischer Konfession geführt. Obgleich eine endgültige Antwort der russischen Siegierung noch nicht eingelaufen ist, hegt man in Washington wenig Hoffnung, gegenwärtig die Sache auch nur eilten Schritt voran zu bringen. Die Veranlassung zu dem neuen Vorgehen der amerikanischen Regierung waren tm Kongreß angenommene Beschlüsse in dieser Angelegenhett, dir ans Veranlassung beider Häuser im vollen Umfange der russischen Regierung übersandt wurden. Die Antwort wird zwei^ mnYfwm n«*" «amWtwU fellos so ausfallen wie bei allen früheren Vorstellungen der die Erhaltung der Religion im Volke ftomm Wwärmendes Bundesregierung. Es sei eine rein inteme russische Anräumten Sühnetermine den zuständigen Rabbiner venachrich tigen. Der Justizminister empfiehlt in einer Verfügung vom 81. v. M. den Amtsgerichten, dtesenr Wunsche nach Möglichkeit entgegenzukommen und da, wo die Zuständigkeit eines besttmmten Rabbinats nicht offen liegt, die betreffende Mitteilung dem Vorstande der nächsten Synagogengemeinde zugehen zu lassen, der für die Weitergabe seinerseits Sorge tragen werde. — Da in diesem Jabre die Manöver der preußischen Armee in die Zeit der jüdischen hohen Herbstfeiertage fallen, so wandte sich Professor Dr. Maybaurn an den Kriegsmtnister mit der Bitte, die jüdischen Soldaten, so weit es der Dienst gestattet, am 10. und 11. September (Neujahrssest), insbesondere aber am 19. September (Bersvhnungstag) zur Teilnahme am jüdischen Gottesdienste freigeben zil wollen. Hierauf ist ihm folgendes Schreiben zugegangen: „Euer Hochwttrden teilt bas Kriegsmtnisterium ergebenst mit, daß die Generalkommandos im Sinne des -ortseitigen gefälligen Schreibens vom 39. August