Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 39 (23.9.1904)
- Date
- 1904-09-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Wien, Freitag Jüdisches Volksbiatt. 23. September 1904 Seite 3 ungefcheut, oder aber man weise, wenn es sich um Erdichtungen Handelt, dieselben als böswillige Verleumdungen entschieden zurück. Das gesäte Mißtrauen wird mancher Leichtgläubige nicht los und ist schon so oft viel UnheU angerichtet worden. Seit -er Gründung der „Freisinnigen Vereinigung" ist nichts vorgefallen, was nur im geringsten dem Abg. Stockt im oben angedeuteten Sinne zur Last gelegt werben könne. Im Gegenteil. Uebrigens ist der jüdische Abg. Dr. Strauch er, -er oft diese Erzählungen als erdichtet erklärt hat, die beste Bürgschaft für ein ungetrübtes Vertrauen seitens der Juden dem nunmehrigen Lanöeshauptmannstellvertreter gegenüber, -essen Wahl in Sabagora bekanntlich hauptsächlich durch Hinzutun der Juden ermöglicht wurde. Dies öffentlich klarzustellen, um einfür allemal das Mißtrauen nach der Hinsicht zu beseitigen, ist eine publizistische Pflicht, die hierdurch ihre Erledigung erfahren hat. Es steht zu erwarten, daß der neue Landeshauptmannstellvertreter, der in den früheren Sessionen mit dem Abg. P i h u l i a k allein stand und —- sage zwei Mann — einen Klub bildeten, jetzt, da er als Vertreter der Majorität ins Präsidium berufen wurde, gewiß die Jnteressert der Juden in warmer und gerechter Weise berücksichtigen wird, mit umso größerer Sorgfalt, damit jeder Zweifel über seine Gesinnung den Juden gegenüber zerstreut werde. * . * Und nun noch einiges über die Juden in der neuen Parteikonstellation im Landtage. Der Bukowinaer Landtag ist für den 10. Oktober einberufen worden und wird zunächst die Vereidigung des neuen Präsidiums vornehmen. Auch der neue Landeschef wird bis dahin bereits eingetroffen sein. Die Parteikonstellation wird eine ganz andere als in der vorigen Session, für die Juden aber im Wesen der Sache leider nichts Neues zukonstatieren sein. Der einzig wahre Jude im Land-! tage bleibt nach wie vor unser wackerer Führer Dr. Benno S t r a u ch e r. Als solcher steht er leider vorläufig allein. | Der Vertreter der Handelskammer, die in ihrer Majorität aus Juden besteht, der jüdische Abg. Direktor Wilhelm T i t -' tinger ist trotz der allgemeinen Mißstimmung darüber dem Deutschen Klub beigetreten und der Abgeordnete der Stadt S n e z a w a, die diesmal bekanntlich den jüdischen Advokaten Dr. Weidenfeld wählte, gilt als „theoretischer Sozialdemokrat", dessen Haltung noch avzuwarten ist. Der schöne Traum, innerhalb der Freisinnigen Vereinigung" einen jüöi-; schon Klub gleich den Ruthenen, Rumänen und Deutschen zu j bilden, ist also in nichts zerronnen. Wären die drei jüdischen Abgeordneten im „Freisinnigen Verband" als „Wilde", ohne in einen nationalen Klub einzutreten, geblieben, so würden sie ohnehin ein Ganzes und so die Grundlage für einen jüdischen Klnb gebildet haben — ohne es zu wollen. Dies ist aber von Herrn T i t t i n g e r, der plötzlich sein Deutschtum entdeckt hat, vereitelt worden. Welche nationalen deutschen Interessen dieser von jüdischen Gewerbetreibenden entsendete Vertreter der Handels- und Gewerbekammer als Jude im Landtage zu verfechten hat, sind wir sehr neugierig zu erfahren. Etwa die Subventionierung deutscher Raiffeisenkassen, die Förderung des neu' errichteten deutschen Warenhauses, das indirekt: „Kauft nicht bei Juden!" anöeutet oder die Förderung der deutsch-deutschen „Bukowinaer Nachrichten", welche sogar vor der deutsch geschriebenen anationalen Presse warnen, weil sie Juden redigieren? Welche dringenden Postulate haben Herrn Tittinger veranlaßt, nicht ein Freisinniger ohne nationaler Klubangehörigkeit zu bleiben? Es ist nicht lange her, daß Direktor Tittinger anders dachte. Im vorigen Fasching erst war er darüber ungehalten, daß zu einer Tanzveranstaltung deutschnationaler Studenten, welche den offiziell deutschen Abend abgab, an dem sogar der Landespräsident teilnahm (wie schrecklich!), keine Juden eingelaüen worden waren! Dr. Strauch er, der dem Deutschen Plötzlich erbleicht der Rabbiner, sein Kopf senkt sich herab und ein langer, tiefer, qualvoller Seufzer durchzieht die ganze Synagoge. „So will es Gott!" flüstert, wie zu sich selbst sprechend, der Rabbiner, „ich bin achtzig Jahre alt und noch niemals geschah es, daß ich irgend ein religiöses Gebot überschritten hätte. Jawohl! . . . Doch auch das ist — ein Gebot und steht im Einklänge mit unserer Lehre, auch das ist — ein Gesetz . . . Wie es also Gott gefüllt! - He, Schametz!" Der Tempeldiener erscheint und der Rabbiner flüstert ihm etwas ins Ohr. Dann flüstert er etwas den Dajonim zu und diese nicken zustimmend mit den Köpfen. Unterdessen bringt der Schameß aus der im Hofe sich befindenden Wohnung des, Rabbiners Wein und einen Imbiß.! Wie lange es mir auch beschert sein möge, zu leben, niemals, niemals werde ich an diesen Tag und dieses außergewöhnliche, nie gesehene Schauspiel vergessen ...; Deutlich und klar belebt sich in meiner Erinnerung dieses Ereignis, und ich glaube, in diesem Augenblicke zu sehen, wie sie essen, wie drei Priester Israels irr der Synagoge vor dem Altäre stehen und vor öen Augen aller am Jom Kippur essen! i So vollsührten sie ihre Heldentat! . . . Wer weiß, wie, schwer und qualvoll der von ihnen durchgemachte Seelenkampf war? Wer weiß, was sie hatten empfinden und erdulden' müssen? j „Ihr habt es gewollt und ich habe es getan," sagt der! Rabbiner, und jetzt versagt nicht mehr fei«e Stimme und seinej Lippen zittern nicht mehr-„Der Name des Herrn sei gelobt!" — Und viele aßen, seinem Beispiele folgen-, sie vergossen Tränen und aßen. Garben heller Strahlen beleuchten meine Erinnerungen, sie erfassen alles ringsum und gelangen bis zu dem Tische, an welchem ich diese Erinnerungen nteberschreibe. . . Klub trotz des Lieveswervens nicht beigetreten ist, verdient deshalb umsomehr Anerkennung, die auch die Deutschen ihm nicht versagen werden. Der deutsche Abgeordnete, Magistratsöirektor Wi edmann, scheint auch das Fatale der Situation nach der Richtung hin eingesehen zu haben und soll von ihm die Bildung des „Freisinnigen Verbandes" ohne offizielle nationale Kluvgliederung angeregt worden sein, was höchstens weniger Obmannschaften zur Folge gehabt hätte. Diese Anregung scheiterte aber und so wurde es dem Direktor Tittinger ermöglicht, sein „Deutschtum" zu betätigen. Eine Einladung zum Kränzchen der Christlich-Deutschen ist ihm somit für den heurigen Fasching sicher. Aus vorstehendem geht zur Genüge hervor, daß trotz der Erfolge, trotz der Besserung für die Juden der Bukowina auf politischem Gebiete, für deren Konsolidierung noch viel getan werden muß, damit jüdische Vertreter in entsprechender Anzahl und mit vorgezeichnetem Programm entsendet werden. Man wendet wohl ein von jüdischer und nichtjüöischer Seite, daß die jüdische Realpolitik wegen Mangel an Postulaten ad absurdum geführt werden muß. Weil uns Wünsche nach Errichtung einer Universität oder Parallelklassen, Erhaltung des nationalen Besitzstandes abgehen, weil wir in dieser Beziehung nicht solche Desiöerien wie Deutsche, Rumänen und Ruthenen haben, hätten wir einen jüdischen Klub überhaupt nicht nötig? Die Juden der Bukowina wären demnach in der glücklichen Lage, bloß für die anderen politisch wirken zu können? Sie selbst haben keine Wünsche? Auf diesen Standpunkt kann sich kein Vernünftiger stellen. Unser Wunschzettel enthält bescheidene Forderungen, aber dazu benötigen wir Vertreter, die denselben entsprechenden Nachdruck verleihen. Wir wollen, und es gebührt uns, beispielsweise eine Vertretung im Lanöesansschusse. Dr. Straucher soll auch hierfür ausersehen gewesen sein. Die Erfüllung dieses Verlangens scheim zum Befremden der Juden jedoch in letzter Zeit in Frage gestellt zu sein. Jede größere nationale Gruppe erhält ihre Vertretung, die Juden dürften leer ausgehen. Ist dies gerecht? Welchen Vorteil haben also die Juden aus der letzten Wahl gezogen? Gäbe es einen jüdischen Klub mit entsprechender Mitglieöeranzahl, dann ließe sich diese Forderung der Juden nicht leichthin abweisen. Durch Erfahrung klug werden, hat noch nie geschadet. Hoffentlich sehen das die Bukowinaer Juden ein. * » * Mit Baron Nikolaus Mustatza, dessen Ableben kürzlich gemeldet wurde, ist ein Mann dahingegangen, der in die Geschicke der Bukowina wiederholt eingegriffen hat. So lange die Macht der Rumänen im Lande unbestritten galt, so lange die Ruthenen noch willig ihr Haupt unter das Joch der Bojaren beugten, war Mustatza der allgewaltige Diktator, dem jedermann sich unterorönen mußte. Sein Wille war das oberste Gesetz in der Lanöstube, Landeshauptmann und Abgeordnete waren nur mehr oder weniger willige Marionetten in seiner Hand. Seine starke Kraft sollte sich zuerst an den Ruthenen erproben, als diese, endlich der ewigen Aschenbrödelrolle satt, jenen Anteil am öffentlichen Leben forderten, auf den sie vermöge ihrer Geschichte, ihrer Zahl, ihrer Steuerleistung und nicht zuletzt ihrer Intelligenz einen Anspruch zu haben glarrbten. Graf Anton Pace war damals Landesprüsiöent in der Bukowina. Mit einem gut entwickelten Gerechtigkeitssinn ausgestattet, suchte er in den Ruthenen ein Gegengewicht gegen die Rumänen zu erhalten, deren Ueber- - macht sich auch im Regierungsgebüude auf dem Franz Josefsplatze immer mehr fühlbar machte. Er begann mit seiner egalisierenden Tätigkeit, indem er mehr Einfluß auf die Besetzung der griechisch-orientalischen Pfarren im Lande nahm. Die Zugehörigkeit zur unterdrückten ruthenischen Nation bildete mehr kein Hindernis für die Bestallung der Seelsorger in ruthenischen Gemeinden und Geistliche, die sich bisher ihrer Nationalität geschämt hatten,' fingen nun an, sich laut unöffentlich als Ruthenen zu bekennen und von den Kanzeln herab zu ihren Pfarrkindern in der Sprache zu reden, die ihnen verständlich war. Die Rumänen, mit Mustatza an der Spitze, eröffneten ein Kesseltreiben gegen den Landeschef, das eines der traurigsten Kapitel in der Geschichte dieses armen Landes ausfüllte. Alle Minen ließ man gegen den Grafen Pace springen, der im Gefühle seiner Gerechtigkeit die Gegner gewähren ließ. Am rücksichtslosesten trieb es Baron Mustatza, der freilich, dies Zeugnis muß man ihm ansstellen, stets mit offenem Visier kämpfte. Ein völlig harmloser Vorfall führte zum Sturze des Lanöespräsidenten. Graf Pace gab eines jener Repräsentativnsfeste, wie sie die Landeschefs in den Provinzhauptstädten alljährlich zu veranstalten pflegen, und alles, was Rang und Stellung im Lande besaß, wurde dazu eingelaöen. Auch Mustatza konnte nicht übersehen werden, so gerne Graf Pace auch diesen Gast in seinem Hause vermißt hätte. Mustatza nahm an dem Feste teil, machte sich aber hinterher über die Kochkunst der Frau Landesprttstdentin lustig. Der schwerwiegendste Borwurf scheint der gewesen zu sein, daß die Gräfin einen kalten Braten ihren Gästen vvrgesetzt habe. Was Baron Mustatza dem Grafen Pace angetan, was bedeutete das gegen den Schimpf, den er der Gräfin durch diese Behauptung zugefügt? Das konnte die Gräfin nicht auf sich sitzen lassen, das mußte mit Blut gerochen werden. Graf Pace forderte den Baron im Namen seiner schwer gekränkten Gemahlin und es kam zlt einem Duett, das, so viel bekannt wurde, unblutig verlief. Aber die Schüsse, die man in der Gendarmeriekaserne wechselte, wurden auf dem Judenplatze in Wien gehört. Am nächsten Tage schon wurde Graf Pace vom Grafen Taaffe ab auöiendum verbum berufen. Graf Pace eilte im Vollgefühle seiner Unschuld frohen Mutes nach der Residenz. Ich erinnere mich heute noch, wie er den wenigen Getreuen, die auf dem Bahnhofe erschienen waren, um sich von ihm zu verabschieden, vom Coupeefenster aus znrtef: „Auf baldige- Wiedersehen! Ich komme in wenigen Tagen wieder zurück und bleibe noch recht lange bei euch!" Es sollte anders kommen. Graf Pace kehrte wohl noch nach Czernowitz zurück, aber nur, um sich für immer zu verabschieden. Kurze Zeit darauf finden wir ihn auf dem Posten des zweiten Präsidenten des Obersten Rechnungshofes, den Zwölfer verlassen hatte,' Baron Mustatza hatte gesiegt. Sein Kamm schwoll nur noch höher. Die Bukowina wurde nun zurttckromanistert, die ruthenischen Geistlichen begannen sich nun wieder ihrer Nationalität zu schämen und während man es früher noch für gut möglich hielt, einen ruthenischen Namen zu tragen und sich urbi et orbi als Rumäne zu bezeichnen-, so fing man an, die Namen zu entnationalisieren. Jeder brave Seretian wurde ein Seretianu, Stefantuk nannte sich nun Stefanelli und Lupul bloß Lupu. Die Rumänen, bisher nur durch die Faust der Bojaren zusammengehalten, begannen sich nun als Partei zu organisieren, die ihre Nationalität, Sprache und Ltteratur pflegen sollte. Der geborene Führer war Nikolaus v. Mustatza, der, trotzdem er deutsch erzogen war und von der Sprache seiner Vorfahren nur eine sehr mangelhafte Kenntnis besaß, es allen übrigen im Eifer ftir die nationale Sache zuvortat. So stellte er sich auch an die Spitze der rumänischen Adelsöeputation, die den König Carol von Rumänien bei seiner Durchfahrt durch das Land begrüßen sollte. Des Rumänischen zu wenig kundig, um den König in dieser Sprache zu bewillkommnen, sprach er deutsch. Er sei, begann er, erschienen, um als Führer der Rumänen in der Bukowina den König der Rumänen-Bei diesen Worten wandte sich König Carol um und ließ den Sprecher stehen, wohl indigniert öartiber, daß ein Mann, der sein Rumänentum so nachdrücklich betonte, der deutschen Sprache sich bediene. Diesen Hieb hat Mustatza lange nicht verwinden können. Er war in seinen Folgen auch bedeutungsvoller, als Mustatza es geahnt Haben mochte, denn von dieser Zett datiert eigentlich die Abkehr der Rumänen von ihrem langjährigen Führer. Wohl blieb er im Lanöesausschusse, seine Macht war aber gebrochen. In den letzten Jahren schwand her Einfluß Müstatzas immer mehr dahin. Sett Landtagsmandat blieb unberührt, auch ein beträchtliches Ehrengehalt hatte ihm der Landtag „in Anerkennung seiner großen Verdienste" ausgesetzt, aber aus dem allmächtigen Diktator war ein stiller, gebrochener Greis geworden, den nun der Tod gefällt. Die ökonomische Lage der Jude» in Galizien. Erwiderung. (Schluß.) Wird schon durch diesen Judentag das Wohlergehen der jüdischen Massen gefördert, da durch ihn tausende Ungerechtigkeiten ungeschehen gemacht werden, so kann die jüdische Humanität und Bruderliebe wahrhafte Triumphe feiern, helfend eingreifen ohne den verletzenden und erniedrigenden Beigeschmack des Almosengebens, und Empfangens wiederum durch Zuhilfenahme der Verwertung der vorhandenen Bolkskrüfte und Schaffung von Arbeitsgelegenheit. Auch in dieser Beziehung verweisen wir auf die Vorarbeit des Vereines „Schomer Israel", welcher schon im Jahre 1873.einen derartigen Antrag einbrachte. Es sei ein Konsortium zu gründen behufs Ankaufes und Parzellierung von Grvßgruugbesitz und die Allodien gegen jährliche Abzahlung an jüdische Familien zu überlassen, welche sich gerne dem Ackerbaue widmen. Unser Parzellierungsvorschlag, welchen wir im Organe des Vereines „Schomer Israel" im Jahre 1873 veröffentlichten, fand wohl Beifall und kein Geringerer als der nunmehr verstorbene Abgeordnete von Brody, Mair Ritter von Kahen, versprach seine Mitwirkung zur Realisierung jenes HilfsgedankenS. Allein bis zur Höhe der Tat wurde er nicht erhoben, und zwar aus dem sehr plausiblen Gründe des Mangels an Aktionären, um das Konsortium zu gründen, denn noch waren unsere Naphtüabarone nicht geboren, noch erklomm nicht das Lemberger Konsortium, die Herren Samuel (Schmelke) v. Horowitz, Moritz Lazarus, nachmaliger Direktor der Hypothekenbank, Advokat Dr. Simon Schaff und Parnes, die steile Skala mehrerer Millionen und den edlen Geschäftsgeist, neben ihrem eigenen Interesse das ihrer Brüder zu fördern. Ausdrücklich aber sei hier betont, daß unser damaliges Bestreben nicht den Beigeschmack einer Hilfstätigkeit als solcher — da zu jener Zeit- Periode die wirtschaftlichen jüdischen Interessen von Paupsirismus noch sehr abseits waren — sondern einen hohen ethischen Zweck verfolgte. ■ ■ . Ich darf mir wohl die Indiskretion leisten, zu verraten, daß eS sich um Sanierung unserer galizisch-jüdischen Brüder in körperlicher und moralischer Hinsicht handelte, sie hrnauszuführen aus dem sie krank machenden Ghetto der Städte in das freie, frische and würzige Landleben, sie zu heilen von der Tuberkulose und Skrofulöse und anderen Körperschaden durch Feldarbeit und Landlust und kräftiger Kost, ihnen den Pflug, die Egge, die Axt und den Spaten In die Faust zu drücken, welche das überreizte und überspannte Gehirn entlasten, das Herz beruhigen, während sie die größeren Gewebe und Organe durch Anspannung und Mehrleistung stärkt. Wir wollten mit einem Worte ein in der freien Gotte-- natur erblühendes jüdisches Geschlecht, starkknochig, starksehnig und hartnäckig heranwachsen lassen, welchem jüdische Geistesschulung mehr" Saft und Kraft verleiht, auf daß wir