Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 38 (16.9.1904)
- Date
- 1904-09-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 16. September 1904 JNr. 38 Herden wiesen noch jüdische Züchter auf, die Landstraßen wurden von jüdischer Geschäftstätigkeit in erfreulicher Weise belebt und die Wasserstraßen trugen jüdische Holzwaren nach dem Norden Deutschlands. Der Kampf der polnischen Verschworenen gegen die Juden wurde mächtig unterstützt von Polen in Kantusz und Konfederatka wie auch von den des Kaisers Rock tragenden polnischen Beamten. Die unvermeidliche Niederlage voraussehend, veröffentlichten wir im „Israelit" 1873 eine Serie von Artikeln, die die Reorganisation der jüdischen Gemeinden in Galizien bezweckten und in welcher wir die Gründung einer Agrarbank zum Zwecke der Parzellierung von Gütern in Galizien, Abgabe von Allodien an arbeitstüchtige und arbeitsfreudige jüdische Familien gegen Abzahlung vorschlngen. Der Vorschlag gefiel, allein zu dieser rentablen Großtat fehlte nur das Kleingeld. Es fehlten nämlich die Naphtha- und Teeinillionäre, auch dos Konsortium Lozarus-Horvwitz-Schaff-ParneS hatte dazumal noch keine Ahnung von dem Erwerb Molodeckischer Latifundien, denen sie Millionen entnahmen, daher mußte dieser Plan wieder verworfen werden. Und der Einbruch in den jüdischen Wohlstand war gestattet, bis die armen Leute auf dem ungleichen Kampsselde zu tausenden fielen. Mehr als all dies drückten aber die Errichtung der Kolka rolnicze das Salzmonopol. die zahllosen christlichen Vorschußkassen usw. Beinahe wäre auch diese Krise überwunden, wenn Baron Hirsch seine zwölf Millionen zur Gründung einer Bank für Londankauf sowie zur Gewährung von Krediten an Handel- und Gewerbetreibende verwendet hätte. Es wär' zu schön, zu edel gewesen, es hat nicht sollen sein. Die zwölf Millionen machten ein ganzes Martyrium durch. Man weiß ja, wie die Polen es zu verhindern wußten, daß dieses segenbringende Institut ins Leben trete. Dieser niedrige Egoismus unserer polnischen „Brüder" war vorauszusehen und zu verdammen. Noch verdammenswerter aber sind unsere „polnischen Brüder mosaischer Konfession", die jeunesse doree ber Ultra-Assimilationspartei, die unter Anführung des Dr. Goldmann die fürsorgliche Bruderhand des Baron Hrrsch zurückwiesen, mit der Motivierung Nie potrzebujemy handelesovv rc. ja, daß diese Unglücksbrüder am lautesten gegen die Wohltat zeterten, um nur das Wohlgefallen jener Jesuitenschlachta zu erringen! Genug der Schande, ja der Niedrigkeit für die noch Ueberlebeuden, aber es geschah das Grausame: heute werden die Millionen zur Erhaltung von polnisch?» Volksschulen, welche nicht einmal im Dienste einer echt jüdischen Erziehung stehen, verwendet. Heute werden tausende jüdischer Kinder im heiligen polnischen Geiste erzogen, zur Vermehrung des Kontingentes von Hungerleidern, heute werden den tausenden Kindern Hirsch'scher Schulung der Wanderstab und der Bettelsack samt den polnischen Bücheln angehängt, — um im fernen Westen unter Kupferbraunen und Schwarzen ihr Fortkommen zu suchen. Also geschieht der allmächtige allpolnische Wille. Wir müssen hier noch eine sanitär-hygienische Pflicht erfüllen, indem wir gegen die von den Unterstützungsvereinen geförderte Haarnetzhausindustrie Stellung nehmen. Ich halte diese Beschäftigung als verderbenbringend, als die verschwenderischste Ausnützung des Gesichtssinnes. Man würde gut tun, diese hilfebringende (?) Hausindustrie so rasch als möglich zum Heile der ohnehin unglücklichen Mädchen und Frauen aus dem Arbeitspläne der Hilfsaktion auszuschließeu, da diese Arbeit die Sehnerven auf das äußerste anstrengt, und noch gibt es kein Aequivalent für den Verlust des Augenlichtes. Caveant consules! könnten bald aufgezählt werden,' die Reihe jener scheint aber endlos zu sein . . . Dieser Abend und dieses Gebet können nicht vergessen werden . . . Uebrigens ist es kein Gebet, sondern ein langer und unendlicher Seufzer, der sich der Seele entrungen und zum Himmel erhoben hat über die Grenzen der über uns herabhängenden Wolken. Niemals noch hatten die Menschen so heiß, so betrübt gebetet wie damals,' niemals noch hatte das menschliche Auge solche trostlose heiße Tränen vergossen. In jener Nacht dachte niemand daran, das Bethaus zu verlassen. Die ganze Nacht wurden Gebete und heilige Bücher gelesen, wurden Psalmen und Hymnen gesungen , . . Ich war auch in der Synagoge geblieben. Ich fühlte, wie etwas Schweres meine Augenlider zusammendrücke und wie ein dichter Nebel vor meinen Augen sich ausbreite. In meiner Seele erhob sich eine unbekannte, bange Unruhe. In jener Nacht verließ niemand das Bethaus — und dennoch war die Zahl der Betenden gegen Morgen kleiner geworden: zwei von ihnen waren hier in der Synagoge, so wie sie in ihren weißen Kleidern dagestanüen hatten, gestorben und es bedurfte also keiner besonderen Vorkehrungen, um sie für den letzten Weg auszurüsten . . . Unterdessen wurden die entsetzlichsten Nachrichten aus der jüdischen Straße in die Synagoge gebracht, doch man bemühte sich, sie nicht zu hören und nichts zu fragen: ein jeder fürchtete sich, zu erfahren, was bei ihm zu Hause vorgehe. Niemals, mein ganzes Leben lang, werde ich an diese Nacht vergessen. Noch fürchterlicher aber war der darauffolgende Tag und das, was ich an jenem Jom Kippur sah und hörte — das, was ich eben jetzt erzählen will. Ich brauche bloß die Augen zu schließen, um alles wieder deutlich vor mir erstehen zu sehen. Dann scheint es mir, als würde ich in der Synagoge unter der betenden Menge stehen. Es ist schon Mittag. Vor dem Altäre, inmitten ber Synagoge, steht kerzengerade der Rabbiner. Sein Gesicht drückt etwas Besonderes, Bezauberndes aus, das die Aufmerksamkeit der ganzen betenden Gemeinde ans sich lenkt. Selbst ein in einen Wie wir mit Hrrzleid konstatieren, wurde ein Zeitraum von einem Vierteljahrhundert verpaßt und das goldene Zeitalter des Baron Hirsch nicht derart ausgenützt, um positive Näyrquellen für alle Zeiten unseren Brüdern zu eröffnen. Und es gab eine recht starke Partei — meist der Intelligenz angehörig — welche meinte, daß der Bernichtungskampf nur jenen Kleinstädtern gilt, welche der Paternisierung nicht folgen wollen. So bestegen wir unsere Gegner durch den Anschluß an die polnische Kultur, werfen wir von uns jeoes deutsche Wesen, wie wir es mit dem jüdischen gemacht haben. Das galizische Israel verfiel der Polonisierung auf Gnade oder Ungnade. ' Aber um welchen Preis habt ihr Männer der Intelligenz eure Hingabe an die PKonisieruttg erkauft. Wie leicht wird euch das Leben gemacht, wie tragen euch die Großhcrren des Königreiches Galizien Aemter und Würden entgegen, welche hohe Stellungen habt ihr in der Monarchie, im Staate wie in der Landesregierung?! Wird nicht gefeilscht vnt der Anstellung, hie Amt und Würde, hie Taufschein? Also ward unserer Intelligenz das Verbleiben b:i ihrem Volke bei Strafe der Entrechtung untersagt, unserem Volke« dessen geistige Blüte entrissen. Dies ist der wahre, aber sehr traurige Sachverhalt des modernen gesetzlichen Golus. Das galizische Israel wird zersprengt und zerstreut nach allen Weltgegenden und die Intelligenz wird deklassiert. Mit der Intelligenz als der Seele eines Volkes hat es aber noch ein eigenes Bewandtnis. Diese genießt ihre Ausbildung in Galizien, .bereitet sich zur Erlangung eines höheren Lebenslaufes vor in seinem begrenzten vaterländischen Kresse. Nimmt man noch die beschränkenden und unausreichenden Sprachverhältmsse und die Polonisierung hinzu, dann steht die gesamte Intelligenz unserer galizischen Brüder vor einem Ruin, vor dem Dilemma, entweder jämmerlich ihr Leben als geistiger Proletarier durchzufretten oder aber das so schwer und mühselig erworbene Gut als Ballast von sich zu werfen oder es für ein anderes umzutauschen als Trödler u. dgl. Wem dies als übertrieben erscheint, der möge sich in den galizischen Beamtenkreisen aller Kategorien — der polnischen Landesregierung, wie der staatlichen Aemter — umschauen. Die autonomen Behörden werden mit einer Kühnheit jndenrein gemacht, als vd die Juden keinen Heller zu Landeszwecken und Magistraturen beitrügen, während bei den staatlichen Behörden die jüdischen Beamten einen so geringen Bruchteil bilden, daß die völlige Judenreinheit auch dieser in absehbarer Zeit vorauszusehen ist. Wer also diesem unserem betrübenden Gedankengange folgte, wer seinen Horizont etwas weiter als über die nächsten fünf oder zehn Jahre setzt, wird wohl zu einem Ergebnisse gelangen, das — abgerechnet,den zukuisstsfrohen zionistischen Gedanken — uns eine Epoche Fon Blut und Trauen mateterieller und geistiger Depression vorausschaüen und vorahnen läßt! Die Frage tritt nun an üns heran: Läßt sich noch dem Bolksunglück ein Paroli bietend Gibt es noch welche Gewinstchancen bei Aufnahme unserer Arbeit? Hält man die geschaffene' Situation der Juden in Galizien zusammen, und zwar die beiden Kategorien, so wird man die Unzulänglichkeit der Hilfsvereine einsehen in ihrer materiellen Hilflosigkeit, wobei die galizischen Juden noch die Schande und den Vorwurf hiunchmen müffen, von der Mildtätigkeit und dem Mitleide ihrer westlichen Brüder, zu leben, mindestens in gegebenen Momenten stets das Brandmal tragen, daß die galizischen Juden ein Element der Arbeitsscheu und der geistigen Rückständigkeit inmitten einer kultivierten Bevölkerung abgibt. Wrr wollen über den letzteren Borwurf kein Wort ver- Winkel gedrückter Knabe starrt' diesen Mann an und wendet keinen Blick von ihm ... In der Tat — ich habe noch nie ein so ehrwürdig schönes und einschmeichelnd angenehmes Antlitz gesehen. Der Rabbiner ist schon ein Greis — er ist siebzig oder achtzig Jahv alt — doch er ist schlank und groß und seine hohe Gestalt hebt sich scharf von der ihn umgebenden Menge ab. Sein weißer Bart glänzt wie Silber, aber seine langen dichten Kopfhaare sind noch viel weißer. Sein bleiches Gesicht sticht von dem weißen Hintergründe des langen Tvtengewandes gar nicht ab; totenbleich sind auch seine Lippen, bloß die großen, schwarzen Augen sprühen einen strahlenden, jugendlich lebhaften Glanz aus. Ich war seit meiner frühesten Kindheit daran gewöhnt, zu diesem Manne mit Ehrfurcht hinaufzublicken und ich wußte, daß er ein großer und heiliger Mann sei, an den sich viele in wichtigen Angelegenheiten wenden und vor dessen Urteil sich sogar berühmte Rabbiner beugen. Ich wußte auch, daß er kein Anhänger der religiösen beengenden Verbote sei und daß keiner es wage, ihm in dieser Hinsicht zu widersprechen. Das ganze seltsame und fürchterliche Bild ersteht jetzt lebendig vor mir: Am Altar steht der Rabbiner und seine schwarzen Augen glänzen und funkeln auf dem bleichen, von dem weißen Barte und den ebenso weißen Haaren umrahmten Gesichte. Das „Mussaf"-Gebet ist schon längst vorüber und die Gemeinde wartet lautlos auf das Wort des Seelsorgers — sie wartet mit Ungeduld, mit zurückgehaltenem Atem. Und der Rabbiner beginnt zu sprechen. (Schluß folgt.) Ein wundersames Lied. Bon I. 8. Parnz. (Schluß.) In Radziwtll gab's einen jüdischen Talmudgelehrten. Gr war keineswegs ein Gegner des chasstdtschen Wesens, ein Feinschön ganz und gar nicht. Aper er hatte einfach keine Zeit, lieren, da wir vorausgeschickt, mit welcher unbeugsamen Konsequenz, mit welcher jesuitisch-klerikalen Niedertracht alle Arbeitsnnd Berdienstquellen uns verstopft wurden mit dem blutgefärbten Hintergründe: Juden, 'raub! Nun wollen wir uns zum Hilfswerke wenden, das in Angriff genommen werden soll, wie zur Beantwortung der Frage, welchen Erfolg eS verspricht. Als das nächste und grundlegendste Angriffsobjekt erscheint wohl, das gesunkene politische Moment, das bürgerliche Bewußtsein, das in uns abgestumpft wurde, zu heben. Es bleibt dem Vereine „Schomer Israel" das unbestrittene Verdienst, den klassischen Versuch gemacht zu haben, einen G emeindetag der galizischen Juden 1878 einzuberufeu und hierdurch eine politische Organisation zu schaffen, nachdem ein halbes Dezennium zuvor ein politisches Zentrum durch die Schaffung eines Wahlkomites der Juden Galiziens versucht wurde. Analog dieser geschichtlichen Vorarbeit und Wegweisung erfolgte die Organisierung eines ständigen galizssch-jüdischen Gemeiudcbundes mit Einberufung eines Gemeindetages in jedem dritten Jahre, Einsetzung eines Landesverbandes mit einer Magistratur, wodurch die galizische Judenschafl in ein organisches, ethnisch und politisch begrenztes Ganzes umgewandelt wird. Wir müsse» uns aber im Vorhinein dagegen, verwahren, daß uns eine geistliche Synode vorschwebt, der wir in aktueller Beziehung uns unterordnen. Davon sind wir so weit entfernt, wie die Verschiedenheit der Durchbildung unserer Rabbiner in Galizien. Uns liegen die oben gegebenen politischen, sozialen und ökonomischen Interessen, welche erdrückend auf die 800.000 Stammesgenossen in Galizien wirken, unvergleichlich mehr am Herzen. Deshalb wünschen wir unsere Vertretung von allem religiösen Gezänk frei zu halten, die religiösen Differenzen einer späteren Zeit und einem anderem Forum vorzubehalten Um aber diese Repräsentation nicht nach Optimistenart verknöchern zu lassen, würde es rätlich sein, den Gemeinderepräsentanzeu eine zweite Kategorie, die Beleinsrepräseatanten, mit gleichem Stimmrecht anzugliedern. Haveu wir auf diese Weise unsere Brüder in Galizien unter eine gemeinsame Leitung gebracht, welche alle jüdischen Interessen vor den landesfürstlichen und autonomen Behörden mit Umsicht und Nachdruck zu vertreten hoben wird, dann mögen ähnliche Organisation in allen Krvnländern der Monarchie geschaffen werden, welche bei einer Landmannschaftsversammlung aus ihrer Mitte einen leitenden Senat cinsetzen, dem das Wohl des Gesamtjudentums unserer Monarchie anvertrant werde als eine der vornehmsten Körperschaften der österreichischen Juden, mit deren Autorität er das Wort ergreifen und repräsentieren könnt». Ein derartig umschriebenes und organisiertes Judentum kann « man als die erste Aufrichtung, als die effektive Selbstemanzipation, als Hilfswerk bezeichnen. Jene illustre Körperschaft wird mit statistischen Daten in der Hand von Zeit zu Zeit vor die große Oeffentlichkeit hintreten, um über die'Lage der Juden in Oesterreich Licht zu verbreiten. Geht man von dem ärztlichen Erfahrungssatze ans, daß eine richtige Diagnose die Grundlage der Heilung eines Leidens abgibt, so würde ein derartiger österreichischer Judentag das ganze jüdische Elend demmrstriereu und zur Abhilfe drängen. * (Schluß folgt.) zu einem Zaddik zu fahren. Er klappte sein Talmudbuch niemals zu. Sein Gewissen litt nicht, daß erauch nur für curze Zeit das Studium unterbreche. Damit er im Beth- Hamibrasch nicht gestört werde, saß er und lernte den ganzen Tag daheim. Die Frau war tagsüber im Laden, die Kinder rm Cheder. Manchmal ging ihm der Gedanke durch den Kopf: Sollte ich nicht doch einmal irgendwo hinfahren? Das flüsterte ihm wohl der „gute Trieb" zu. Was tat nun aber der „böse Trieb"? Er verkleidete sich in die Gestalt des guten Triebs und meinte: „Ja, freilich, gewiß sollte ich einmal fahren. Aber es hat noch Zeit. Erst mutz ich den Traktat zu Ende lernen, jenen Traktat." Und so weiter, durch Monate und Jahre. Im Himmel scheint inan jedoch darauf hingearbeitet zu haben, daß der Gelehrte zu Reb Dowidel fahre. Da fügte es sich so: Einmal saß der Gelehrte über seinem Buche und lernte. Da hörte er .vor seiner Türe singen. Und er ärgerte sich über sich selbst. Wenn man beim Lernen sitzt, darf man nicht hören, was auf der Gasse, was vor der Tür vorgeht! Man mutz ganz in der Thora aufgehen! Allein er hörte doch weiter. Er stopfte sich die Ohren zu, aber die Melodie stahl sich unter seinen Fingern hinein. Da ärgerte er sich noch mehr, griff zornig nach seinem langen Bart, preßte ihn zwischen die Zähne uu& lernte weiter. Gewaltsam lernte er. Aber die Melodie wollte nicht aufhören. Er hörte sie immer deutlicher. Plötzlich wurde er inne, daß es eine Frauenstimme sei. Ein Mädchen singt! Und aufgebracht schrie er hinaus: „Freches Weib! Hinweg von meiner Schwelle!" Die Melodie entfernte sich. Aber — Spiel des Satans; es sang schon niemand und doch hörte er singen. Die Melodie sang sich selbst, drang dem Gelehrten ins Ohr, in die Seele hinein. Mit aller Kraft schaute er ins Buch, mit aller Straft vertiefte er sich in das Thema — es ging nicht! Die Seele füllte sich ihm immer mehr und mehr mit der Melodie . . . Er schlug das Buch zu und schickte sich an, das Abendgebet zu verrichten. Aber es ging nicht, weder lernen noch beten konnte er! Wie ein Stlberglvckletn tönte die Melodie in ihm.