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Jüdisches Volksblatt · 1904-09-09 · 37 (9.9.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
37 (9.9.1904)
Date
1904-09-09
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Srite * Wien, 9mÜ% IMMfeLw *» «*.*-« .. vwMM YiuRwR, 9. September 1004 Nr. 37 dann kann er nicht zugleich ein Minister des Polenklubs sein, dessen Patriotismus kein gesamtstaatlicher, ja nicht einmal ein nationaler ist, sondern der „Patriotismus" einer privilegierten, vom Staate gestützten und geschützten Klasse. Das mag altösterreichische „patriotische" Politik fein, die Politik des neuen Oesterreich kann es nimmer sein, herrschenden Nationen, Konfessionen und Klassen zuliebe andere Völker und Klassen mit Füßen zu treten und diesen — den Patriotismus auszutreiben. Nein, das neue Oesterreich ist noch nicht da, es muß erst geschaffen werden und sein StaatSgedanke kann ebensowenig ein nationaler als ein konfessioneller sein, sondern muß vielmehr ein sozialer werden. In der B u k o w i n a, wo ebenfalls Herr von K o e r b e r weilte, d o r t hat die Wählerschaft aller Volksstämme des Reiches anläßlich der letzten Landtagswahlen in ihrer überwiegenden Mehrheit sich für eine ^n euösterreichische, das heißt eine nationalautonomistische, demokratische und radikalsozialreformatorische Politik ausgesprochen, dort haben auch die Juden bewiesen, daß es möglich ist^ eine Harmonie herzustellen zwischen ihren volklichen Interessen und den Lebensfragen der übrigen Völker und Oesterreichs. Czernmitzer Brief. (Die Czernowitzer Juden bei Dr. Koerber. Eröffnung des israelitische» Waisenhauses. Einige Daten über das neue Watsenhans.j Anläßlich -es Besuches -es Ministerpräsidenten Dr. von K o e r b e r in Czernowitz erschien bet demselben auch eine Deputation der Czernowitzer Kultusgemeinde unter Führung ihres Präsidenten Abgeordneten Dr. Strauch er. Dr. S t r a u ch e r hielt an den Ministerpräsidenten folgende Ansprache: In der Bukowina sind daher auch die Juden ein Faktor. In Galizien aber, wo sie ein Anhängsel der Stancyken bilden, sind sie, — das beweist neuerlich die Reise des Herrn von Ko erber — der Niemand. Und so geht es den Juden in ganz Oesterreich, wo sie das Kanonenfutter, das Stimmvieh -und die Melkkuh für die bestehenden verlotterten Parteien bilden. Darum können sowohl Herr von Korber als auch die Juden des gesamten Reiches aus den letzten B u k o w i n a e r Wahlen sehr viel lernen. Die neue Landtagsmajorität in Czernowitz ist ein Spiegelbild einer ReichsratsMajorität, mit der eine neuösterreichische Politik möglich und mit der allein die Grundlage zu einem modernen I u n g-Oesterreich gelegt werden kann. Die galizische Landtagsmajorität und der Polenklub sowie die anderen Repräsentanten des alten Oesterreich der privilegierter: Nationen, Konfessionen und Klassen, sie haben die Abkehr vom Staatsgedanken verschuldet, sie sind die Apostel der Nationalitätenhetze des Antisemitismus und des Klasseneaoismus, und ihre Bundesgenossen bilden die Wortführer 'des assimilatorischen Judentums. Die I u d e n Oesterreichs werde,: es doch endlich begreifen müssen, daß ihre Organisation und Agitation darauf gerichtet sein müssen, einerseits der: Pflichten! schmuck. Genau zur angesetzten Stunde erschien in Begleitung' gegen die jüdische G e s a m t Nation aller Länder gerecht - Landespräsidenten Prinz Hohen lohne der Minifterzu werden, andrerseits aber eine Verstand igung! Präsident Dr. v. Koerber und wurde an der Pforte des. als gleichberechtigtes Volk mit den ü b r i g e n Völkern! Waisenhauses von dem Kultuspräses Dr. St rau eher sowie j der Monarchie :m Zeichen des kulturellen und sozialen' dem Kultusvorstailde begrüßt und durch ein Spalier von Fest-! Fortschrittes herbeizuführen. Nur dieser Weg führt zur Säften in den zu einem Fcstsaal umgewanöelten Betsaal ge- Einigung der Juden und zur Gesundung G e s a m t-, leitet. An der Schmalseite des Saales unter Blumen und Oesterreichs. - Gewächsen stand die lebensgroße Büste des Kaisers auf einem Indem ich Eure Exzellenz namens der größten Judengemeinde des Landes und der gesamten Judenschaft der Bukowina herzlichft willkommen heiße, begrüße ich ehrerbietigst den erleuchteten Staatsmann, welcher bemüht ist, in Betätigung seines hohen Gerechtigkeitsgefühles die staatsgrunögesetzltch gewährleistete Gleichberechtigung für alle Volksstämme ohne Unterschied des Bekenntnisses zur Wahrheit werden zu lassen. Dem leitenden Minister, unter dessen Negierung die schmachvolle Bewegung des Jahrhunderts an Schärfe und Jntenstvität eingebüßt hat,' dem hervorragenden Kenner österreichischer Verhältnisse, welcher genau weiß, daß die Judenschaft der Bukowina gleichwie jene Gesamtösterr e i ch s in inniger Liebe, unerschütterlicher, nie wankender Treue zu Sr. Majestät unserem allergnädigsten Kaiserhanse und dem Staate hält, zollen wir den Ausdruck unserer tiefen Verehrung und des vollsten Vertrauens und erbitten uns auch fein ferneres Wohlwollen für uns Juden. Der Ministerpräsident dankte dem Dr. S t r a u ch e r, daß er sowie der Kultusvorstand sich zu ihm bemüht haben: „Es ist mir bekannt, daß sie als größte Gemeinde des Landes stets dynastische und patriotische Gesinnung an den Tag legen, und ich wünsche aufrichtig, daß Ihre Gemeinde sich weiter in dem Maße entwickle wie bisher. Ich werde nach wie vor strenge und unentwegt auf dem Standpunkte des Gesetzes stehen und für die gleichen Rechte aller Konfessionen und Nationen eintreten. Sie, Herr Dr. S t r a u ch e r, haben schon wiederholt durch die Tat bewiesen, daß Sie für Ihre Glaubensgenossen sich wärmste,rs einsetzen, und gerade heute steht Ihnen wieder eine Feier bevor, welche das Wohlwollen für Ihre armen Glaubensgenossen beweist." Hierauf wurden dem Minister die einzelnen Herren des Kultnsvorstandes vorgcstellt, an welche er auch besondere Ansprachen richtete. t * * * , ' Die Anwesenheit des Ministerpräsidenten wurde auch dazu benützt, um einem Werke der Humanität, welches mit dem j Namen unseres Monarchen verknüpft ist, die Weihe zu geben. I Das israelitische Waisenhaus, ein langgehegter Wunsch und ein dringendes Bedürfnis der israelitischen Bej völkerung, konnte erst nach Ueberwindung einer ganzen Röthe! von Schwierigkeiten -^>istne- Kraftprobe unermüdlicher- Energie j und des nie erlahmenden Eifers des Dr. Strauch er für diese gute Sache — seiner Bestimmung zugeführt werden. Das ' schöne Haus prangte an seinem Eröffnungstage im Flaggen- I Hinter ihr gehen Musikanten her und spielen, während sie tanzend ihren Weg fortsetzt. Oftmals bleibt sie vor ihrem Hause oder vor einen, Laden stehen und beginnt einen neuen Tanz an Ort und Stelle. Die Musik lockt von überall Her Menschen herbei, man drängt sich in den Türen und an den Fenstern - Kopf an Kopf. Die Musik spielt, die junge Frau tanzt, die bunten Bänder flattern im Winde, der Teller blinkt . . . Tie Leute rufen „Masel tow" und werfen Münzen in den Teller, die Frau tanzt weiter und die Münzen auf dem Teller tanzen und klingen im Takte mit. . . Was das bedeutet? — Berdyczew ist eine jüdische Stadt und hat jüdische Bräuche: so sammelt man dort „zur Brautaussteuer". ~~ Chaimel kannte den Brauch. Er wußte auch, daß die Frauen immer neue Tänze ersinnen und P'öohzur jedesmal eine neue Melodie dazu dichtet. Das war schon sein freiwilliger Beitrag. Man kam zu ihm, erzählte ihm von der Braut, von ihrer Familie, von der Partie, von der Armut und Not. Er hörte schweigend, geschlossenen. Auges zu, manchmal bedeckte er das Gesicht mit den Händen, und wenn die Erzählung zu Ende war und alles schwieg, murmelte er eine neue Melodie leise vor sich hin. Dies alles wußte Chaimel. Warum stand er aber denn ganz erstaunt da? Er hatte ein solches Lied noch nie gehört. Es schluchzte und jauchzte gleichzeitig, Schmerz und Freude, Herzleid und tiefes Glück klang daraus hervor: alles ineinanöergemengt, wunderbar verschmolzen. Die richtige Hochzeit einer Waisenbraut. ' : Plötzlich war Chaimel aufgesprungen. Er hatte, was er brauchte. i * * * I Auf dem Rückwege nach Machnowka nahm der Fuhrmann fremde Passagiere auf. Chaimel verwehrte es ihm nicht. Und die Passagiere — es sind sangeskundige Leute — erzählen, daß, sobald sie zum Walde gekommen seien, Chaimel angefangen habe zu singen. Er sang P'dohzurs Brautsteuerlied, doch war daraus schon eine ganz andere Melodie geworden. Der „Masel-Tow" des Brantsteuertanzes war in einen echten „El mole rachamim" gefahren. Inmitten des stillen Rauschens der Bäume erzitterte eine sanfte, süße Melodie. Und es schien, als würde sie von einen, CAtepptchgeschmüchken Podium. Rechtmm derselben waren Fauteuils für die Spitzen der Behörden vorbereitetMväWnb^ links der gesamte Kultusrat, Bei-treter der PUsse und Chargierte det jltdischen Studentenverbindungen Aufstellung genommen hatten. Ans zwei Sefselrethen hatten die eingelabenen Ehrendamen Platz genommen, während hinter denselben die anderen Festgästc, insoweit es der beschränkte Raum zuließ, Aufstellung nahmen. Im Vestibül befanden sich die sauber gekleideten Waisenkinder sowie der Tempelchor unter Leitung des Oberkantors Schächter. Unter den Anwesenden bemerkte man: Erzbischof Dr. von Repta, Herrenhausmitglied Baron Georg Wassilko, Bürgermeister Br. Kochanowski und Vizevürgermeister Dr. Reiß, Ehrendomhcrr Kostecki, die Konsistorialräte Manastyrskt, Wojncki, die Hofräte Fekete, Prof. Dr. Kleinwächter, Knipser und Ullmann. Die Abg. Ntkolaj v. Wassilko, Dr. Lupu, Aurel von Onctul, Stockt, Pihuliak, Wiedmann, Mallek, Lewtcki, Bu- Vuruözan, Leon Rosenzweig, die Reg.-Räte Baharner, Duzinkicwicz, Betriebsleiöer Dr. Hnidey, Lanöeskulturpräsident Dr. Theodor Flonder, die beiden Generale, Oberst Dworzak, die Universitätsprofessoren Tarnawski und Popowick, Landesschulinspektor Dr. Tumlirz, Finanzrat Dr. Kohn, dte Direktoren Kozak, Frank und Bayer, der Präsident der Handelskammer Langenhan und Sekretär Dr. Wiglitzki, Oberinspektor Krasia, Oberingenieur Titus Onciul, Baurat Birkenthal, die akad. Verbindungen Hasmonaea, Hebronia, Emunah und Zephira nsw. usw. Kultuspräses Dr. Straucher hielt, nachdem die Gäste im Saale versammelt waren, folgende Ansprache: Eure Exzellenz! Eure Durchlaucht! Namens der israelitischen Kultusgemeinde der Landeshauptstadt Czernowitz erlaiLbe ich mir Eure Exzellenz und Eure Durchlaucht sowie alle hier erschienenen werten Gäste ehrfurchtsvoll zu begrüßen und für das Erscheinen zu unserem heutigen Festtage herzlichft zu danken. Denn ein Festtag von weittragendster Bedeutung ist cs für uns, ein Werk der Oeffentltchkeit zu übergeben, welches den Namen unseres erhabenen Monarchen trägt und dessen edlen Intentionen seine Entstehung dankt. Das Haus ist ein Waisenhaus, eine Stätte für jene Enterbten, denen ein herbes Geschick den Schutz der Jugend, die Eltern, entrissen. Die Sorge des Vaters, die Betreuung der Mutter sollen für die zarten Menschenknospen erseht werden. Unter dem Namen unseres erhabenen Kaisers sollen sie von frühester Jugend an erfahren, daß ein Vater des Reiches über alle wacht, an alle denkt, für alle warm fühlt. Und indem wir den Kein, des Patrtotisnms in diese jungen Seelen pflanzen, hoffen wir, sie zu nützlichen Mitgliedern des Staates und der Gesellschaft erziehen zu können und damit ' einen Teil jenes in uns Inden mächtig pulsierenden. Dankgefühles für unseren uns so wohlgesinnten Kaiser abstatten zu können. Wir freuen uns, daß wir Gelegenheit haben, diesen 'Gefühlen v gegenüber dem ersten Ratgeber der Kroye Worte leihen zu können. Wissen wir doch, daß gerade Seine Exzellestz Mit . Staatsmann und Minister Dr. von Ko erber sich - die Pflege der gut ö st e r r e i ch i s ch e n G e s t n un tt g wie. nicht minder die Fürsorge für die verwahrloste Jugend mit . hingebungsvollem Eifer angelegen sein läßt. Sei^e Anwesenheit gibt dem Werke des Patriotismus und der Humanität, welches der menschenfreundliche Sinn des Ehepaares W agner wie nicht minder die Opferwilligkeit der israelitischen Kultusgemeinde und vieler ihrer Angehörigen zu errichten, ermöglichten, eine besondere Weihe. In dieser Stimmung darf ich es nicht unterlaßen, jenes Mannes hervorragend zu gedenken, dessen edle Gesinnung sich auch in einer nachhaltigen und wirksamen Förderung unseres - Werkes betätigte. Seiner Durchlaucht, unserem allverehrten Landeschef Prinzen Hohenlohe ist es zu danken, daß wir j großen, aber stillen Chor begleitet: das war das Säuseln Und außerdem, wem galt 6er „El mole rachamim"? Dem der Wipfel. > alten Geizhals? Hätte der alte Geizhals noch gelebt, so würde Leise und flehentlich klagte die Melodie, bat um Erbar- ’ die Braut noch nicht die Hälfte ihrer jetzigen Mitgift bekommen men, wie ein Kranker für sein Leben betet. Dann ging sie in haben. Eine Aussteuer schon ganz und gar nicht. Wäre er ein abgebrochenes Seufzen über. Es war, als schlüge sich heute auserstanden und hätte das weiße Atlaskleid mit Spitzen jemand inbrünstig und voll Rene an die Brust. Jst's Crew, gesehen und die Weine, die Tortem die Fisch- und Fleisch- Jom Kippur oder legt ein Sterbender sein Sündenbekenntgeruhte, unter deren Last die Tische schier znsammenbrachen — nis ab? i er wäre ohne Zweifel noch einmal gestorben, und zwar nicht Immer höher schwoll die Melodie an und wurde zugleich eines so leichten Todes, wie das erste Mal.! immer abgerissener, wie von Tränen erstickt, wie von Todes- Ueberdies, was spllte die ganze altfränkische Zeremonie, quälen unterbunden, dann einige tiefere Seufzer, ein schriller das „Bedecken"? Sinnlose Narreteien!, Ausruf . . . ein zweiter . . . und mit einem Male bricht das Ganze jäh ab . . . jemand ist gestorben. „Rascher!" schrien die Kiewer Gäste. Der arme Chaimel! Er hatte sich'alle erdenkliche Miihe , dlber wieder lebt die Melodie ans und erhebt sich zu gegeben. Sein ganzes Herz hatte er in das Spiel gelegt. Die letdenschaftücher, heißer Wehklage. Trostloses Schluchzen, verklugen der einfachen, frommjüdischen Gäste feuchteten sich schon, zwerflungsvolle Jammerausbrüche, fassilngsloses Handerin-. ciuom Teil von ihnen liefen sogar schon dte hellen Tränen über gen wie be: emem Begräbnis. * -je Wangen. Da schrie plötzlich einer der Kiewer Gäste in den Und ans all dem Wehgeschre: löst sich eme zarte, kmdliche <Zaal' Stimme, tränenfeucht, bebend und erschrocken. Kaüdisch sagt-, ' . ...,Q ... Ä . .. . .. . ein Waisenkind. j „Was gibt's hier eigentlich? Eine Hochzeit oder ein Dann geht die Melodie wieder in eine andere Tonart Begräbnis? über. Wehmutsvolle Klänge, stille Töne liebenden Gedenkens, * lind als ihn Chaimel nicht beachtete und die Melodie :md bald schwingen zärtliche, schmeichelnde, süß flötende. weiterspielte, da begann der Kiewer zu pfeifen. Akkorde mit . . . Giitiges Zureden, sanfte Trostesworte . . *! Pfeifen konnte er nun ausgezeichnet. Er hatte dte Me- Und all das mit einer Innigkeit, mit einer Beredsamkeit, mit' lobte schon heraus und pfiff sie nach allen Regeln der Kunst, einer Glaubenskrast vorgebracht, daß alles wieder gut wird Und immer rascher, immer wilder, immer übermütiger gellest und die Lebensfreude wiederkehrt. Ja, ja, man will wieder die schrillen Pfiffe, die mit dem Spiel der Musikkapelle wettleben, will wieder hoffen. eiferten und sie zu übertönen suchten. Schließlich blieb die Die Leute vergingen schier vor Ergriffenheü. Kapelle still und nur Chaimels moralische Fiedel setzte den „Was für eine Melodie ist das?" fragen sie. Kamps mit dem frechen Pfeifen des Kiewers fort. Und Las „Ein El mole rachamim," antwortete Chaim, „für die Pfeifen siegte! Es kriegte dte Geige unter. Sie weinte nicht Hochzeit bei Katzners."; mehr, sondern stöhnte zuerst, um dann gleichfalls in tolles „Die sind es gar nicht wert," meinte:: die Leute, „eine Lachen auszubrechen. Plötzlich unterbrach sich Chain: . . . Sünde ist's, denen ein solches Lied zu singen. Immerhin, das Mit verbissenen Lippen und wild rollenden Augen zog er eine Publikum werdet ihr begreifen, Reb Chaimel, die Kiewer andere Satte auf und sing an noch rascher, noch toller zst Gäste werden hingerissen sein!" | spielen. Einen Vorsprung wollte er dem Pfeifen abgewinnen. Die Kiewer Gäste waren nicht hingerissen. ' Nein, nein — das war schon kein Spiel mehr. Dte Fiedel Bet Katzners gab's nämlich keine altjüdische Hochzeit gah wüste, heisere, krächzende Töne von sich. Und daS sanfte mehr. Der „El mole rachamim" gefiel den neumodischen und brauste wild daher, wie ein ungebärdiger ätztrbelrpind. Festgüsten nicht. i Alles tm Saale schien sich im Kreise zu drehen, die Musik-' Die Kiewer Leute möchten lieber mit Damen tanzen, kapelle, die Gäste, die Braut auf dem Stuhle, Chaimel sslhst Was sollte ihnen ein jüdischer Steiger moralischer Lieder? j mit seiner Fiedel.

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