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Jüdisches Volksblatt · 1904-09-02 · 36 (2.9.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
36 (2.9.1904)
Date
1904-09-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Vol&btatt. 2. September 1904 Nr. 38 Versammlung bekämpfte nachdrücklichst das a l truthenische Organ „Halyczanyn", welches betonte, daß die beabsichtigte Demonstration keineswegs den gewünschten Effekt erzielen werde. Es wäre nach dem „Halyczanyn" angemessener gewesen, dem Ministerpräsidenten durch eine Abordnung Vorstellungen über die Lage der ruthenischen Nationalität machen zu lassen. Diese Aeußerungen des moskowophilen Organes sind typisch für die Verhältnisse in Galizien im allgemeinen und im ruthenischen Lager insbesondere. Seitdem die moskowophile Partei im ruthenischen Lager abgewirtschaftet hat und seitdem die Beziehungen Oesterreichs zu Rußland besser geworden sind, ist die „Halyczanyr?- Gruppe — zahmer geworden. Ja noch mehr: Es wurde ihr durch den Pater Stojalowski die Brücke zu den Schlachzizen gebaut. Dieser wieder scheint eine russische Partei ungefährlicher zu sein als eine ruthenische, welche weitgehende kulturelle Forderungen allerdings im österreichischen Staatsrahmen, fordert. Eine ganz andere Frage, die sich aber Herr v. Koerber vorlegen möge, ist die, ob es im ö st e r r e i ch i s ch e n Interesse gelegell ist, daß dieRechte der großen Massen des ruthenischen, polnischen und jüdischen Volkes von den verbündeten und im Antisemitismus solidarischen Stanzyken und »H a ly cz a n in"-Leuten eskamotiert werden. Die Hetze, die von dieser Gruppe und den anderen russop hil en Organen der verschiedenen slawischen Nationalitäten gegen die ruthenische Volkspartei der Ukrainzen wegen ihrer Gegnerschaft gegen die Knuten Herrschaft gerade in der letzten Zeit wieder in Szene gesetzt wird, eigt deutlich, daß es nicht österreichische Politik ein kann, was die verbündeten polnischen und ruthenischen Reaktionäre in Galizien treiben. Ein vollständiger Systemwechsel ist also in Galizien nötig, möge er bald eintreten. Das wäre ein erfreuliches Resultat der galizischen Reise des Ministerpräsidenten, der in der Bukowina Gelegenheit haben wird, zu sehen, wie beschaffen ein System sein muß, das auch die Juden befriedigt. Badeni und der Antisemitismus. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Historiker, der es sich zur Aufgabe machen wird, in die Geschichte Oesterreichs am Ende des neunzehnten Jahrhunderts Licht zu bringen, sich keiner leichten Aufgabe gegenüber finden wird. Er wird das große Rätsel zu lösen haben, wie es möglich war, daß die Reaktion in Oesterreich mit einem Male zu solcher Macht gelangen konnte, daß eine politische Partei ohne den reaktionären Judenpunkt in Oesterreich unmöglich geworden, und dementsprechend diejenige Gruppe die Herrschaft erlangte, welche die Reaktion am schärfsten betonte und in die Praxis umsetzte. Der Geschichtsschreiber wird keinen Anhaltspunkt dafür finden, daß etwa die Stimmung im Volke plötzlich sich geändert hätte, er wird es auch nicht gut Nachweisen können, daß ein Umschwung in der Hofpolitik, welche auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens in Oesterreich naturgemäß einen nicht unbedeutenden Einfluß auszuüben pflegt, die Ursache und nicht die Folge der Machtentfaltnng der Reaktion gewesen wäre, und so wird er, falls er wirklich wird Geschichte schreiben und nicht Geschichte machen wollen, z« dem einzigen, der Wahrheit entsprechenden Schluffe kommen müssen, daß der Antisemitismus in der ihn personifizierr-nben Form der christlichsozialen Partei nicht deshalb zu dieser Macht gelangen konnte, weil die einzelnen Faktoren sich nach einer solchen gesehnt, sondern weil sie der f r ü h e r e n, sich als Der Zar: Durakow, Durakow, du hast dich wieder als echter russischer Staatsbeamter bewährt. Du hast das Manifest gar nicht gelesen oder du verrätst eine Vergeßlichkeit, die die meinige noch übertrifft. Durakow (mit militärischer Haltung): Ew. Majestät ganz ergebenster Diener wird es nie wagen, etwas in höherem Maße zu besitzen, als Ew. Majestät. Aber bei den Gebeinen des heiligen Serafin schwöre ich es, daß mir von einer Gnade, die den Juden jedenfalls' unverdienterweise zuteil geworden wäre, nichts bekannt ist. Der Zar: Nun Durakow, ich will dich gleich überzeugen. (Er geht, den Thronfolger fortwährend auf den Armen wiegend, auf einen Schreibtisch zu. Auf dem Schreibtische liegt ein Exemplar des Manifestes. Beide suchen lange unter fortwährendem Geschrei des Thronfolgers im Manifeste. Durakow wendet den Papierbogen um.) Wo ist denn der Punkt? Am Ende behältst du gar recht! (Sie suchen weiter.) Aber ich kann mich ganz genau erinnern, daß von den Juden etwas drinnen steht. (Nun beginnen beide, das ganze Manifest von vorne durchzulesen. Plötzlich ruft der Zar triumphierend): Da hast du's, Durakow! Ich sagte es ja! Da lies! Durakow (liest den Passus durch): Ha, ha, ha! Das ist großartig! Der Zar: Aber Durakow! . . . Durakow (verfällt in Lachkrampf, halt sich die Seiten vor Lachen): Ha, ha, ha, ch—ch—ch! Köstlich, Majestät! Der Witz ist großartig,' ch—ch—ha—ha! Stammt gewiß von Majestät! D e r Z a r (noch immer ganz ernst): Durakow, du machst deinem Namen Ehre, du bist ein Narr! Du machst mir ja, was Gott behüte, den Kronprinzen rebellisch! Sch! Sch! Psl Ps! Du lachst ja so laut, daß m.an's im Ausland hört! Was gibt's denn da überhaupt zu lachen? Durakow: Der Witz, Majestät, wie die Juden heimgeschickt wurden, ist einfach gottvoll. Es werden ihnen die Strafgelder für Militärslüchtlinge erlassen! Ha, ha, ha! (Seine unfähig erwiesenen Herrschaft der Liberale« sattgeworden, sich jedem ersten Besten, der ihnen etwas anderes bot, in die Mme geworfen haben. Wie wahr dieser Gesichtspunkt, den wir seit dem Bestände unsere- Blattes vertreten, ist, beweist auch ei« Aufsatz in einem demnächst unter dem Titel „Dreißig Jahre aus dem Leben eines Journalisten" von P. Heinrichs (Pseudonym). In dem „Beim Grafen Badeni" betitelten Aufsatze erzählt der Verfasser das Ergebnis einer Audienz beim Grafen Badeni im Jänner 1896, einen Tag' nach jener tumultuöseu niederösterreichischen Landtagssitzung, in welcher sich die antisemitische Majorität nichts weniger als loyal benahm. Wir wollen aus diesem Aufsatze, der manches Interessante enthält, nach dem „P. Ll." hier einige Stellen reproduzieren. Mit großem Nachdruck besprach der Ministerpräsident die Haltung der Antisemiten im allgemeinen. Er sagte: Man habe anfänglich diese Bewegung zu sehr unterschätzt und dadurch kontesiesoanwachsen; jetzt sei es freilich schwerer, ihrer Herr zu werden; allein er gebe doch nicht die Hoffnung auf, aus dem Kampfe, den er mit den Antisemiten aufzunehmen beabsichtige, siegreich hervorzugehen. Es gehöre nur ein wenig Geduld und Energie dazu, an beiden werde es ihm nicht fehlen. Für Dr. Lueger hatte übrigens der Minister auch viele Worte des Lobes und der Anerkennung. Er sei, meinte er unter anderem, ein in vielfacher Beziehung sehr tüchtiger Mensch von eminenter Begabung und ganz besonders sei seine Arbeitskraft zu bewundern. Unstreitig sei er der hervorragendste Kopf im Gemeinderate; um so bedauerlicher sei es daher, daß er sich auf einen so sumpfigen Boden verirrt habe. Wie kaum ein anderer wäre er berufen und hätte er die volle Befähigung, an die Spitze einer so großen Verwaltung gestellt zu werden, wie es die Wiener Kommunalverwaltung ist, einen tüchtigeren Bürgermeister könnte sich Wien gar nicht wünschen. Unter den obwaltenden Umständen sei gar nicht daran zu denken, eine solche Kandidatur seitens der Regierung zu unterstützen. Auf meine Bemerkung, daß, wie die Dinge stünden, man doch darauf gefaßt sein müsse, Dr. Lueger als Bürgermeister von Wien gewählt zu sehen, erwiderte lächelnd Graf Badeni: Gewählt heißt noch immer nicht,, eS auch sein! Bis es so weit kommen wird, wird noch viel Donauwasser abwärts fließe», dazu gehöre ja die Zustimmung ganz anderer Funktionäre. Es dürfte, so ungefähr erörterte Graf Badeni diese Frage, kaum einen österreichischen Staatsmann geben, der unter den obwaltenden Umständen die Verantwortung übernehmen und es wagen könnte, die Wahl Luegers zum Bürgermeister von Wien, selbst wenn sie mit der größtmöglichen Gemeinderatsmajorität erfolgen würde, der kaiserlichen Bestätigung zu unterbreiten, und zwar nicht wegen seiner antisemitischen Gesinnung und wegen seines sonstigen Verhaltens im Gemeinderate — das ist eine intime Wiener Angelegenheit — sondern vielmehr wegen seines Auftretens im Parlament, Darin läge eben das Haupthindernis. Der Minister fühlte dann weiter aus, wie er sich die nächste Zukunft im Parlament denke und wie er sich überhaupt den Antisemiten gegenüber zu bencymen die Absicht habe. Er meinte: Mit diesen Leuten werde er, wie bereits früher gesagt, schon fertig werden. Viel Gewicht lege ec da freilich auf die Mitwirkung der Deutschen. Von diesen, zuvörderst von der liberalen Partei, erwartete er die kräftigste Unterstützung, und zwar nicht bloß zur Lösung dieser einen, wie er wiederholte, „Wiener Lokalfrage", viel mehr zur Lösung anderer, auch wichtigerer Aufgaben. Den Deutschen in Oesterreich, bemerkt er, gebühre schon vermöge ihrer vorgeschrittenen Kultur eine hervorragende Stellung im Parlamente. Im österreichischen Organismus seien die Deutschen die wichtigsten Augen füllen sich mit Tränen.) Die meisten Flüchtlinge haben sich ihre Verwandten mitgenommen, und die Zurückgebliebenen sind so arm, daß sie vom Bettel leben.' Schon seit Jahren werden Verwandten mitgenommen, mtö die Zurückgebliebenen sind so arm, daß sie vom Vettel leben. Schon seit Jahren werden diese uneinbringlichen Strafgelder als Aktiva in den Büchern geführt. Nun wird das einfach gestrichen, was nie hereinzubringen war, und die Gnade ist fertig. Einfach großartig, Majestät! Der Zar: Durakow, ich fange an, stvlz zu werden auf dich! Aber sag mal, mein Liebster, hat die ausländische Judenpresse nicht etwa auch den Witz herausgefunden? Durakow (wischt sich die Lachtränen aus den Augen): Da können Majestät beruhigt sein. Der Jubenpresse ist es so ergangen wie mir, sie hat den Judenpunkt mit abgedrnckt und ihn dann bei der Besprechung des Manifestes einfach — übersehe n. Die ausländische Judenpreffe ist froh, wenn sie sich nicht mit den Juden beschäftigen muß. Wenn es nicht zumindest einige hundert Leichen und Verwundete gibt, wie in K i s ch e n e w . . . (Der Thronfolger schreit laut auf.) Der Zar (unterbrechend): Schweig mir davon! Es genügt. Ich hatte nur Angst, daß das Ausland ... die Bankiers .... du verstehst mich! ... (Der Zäsarewitsch schreit unaufhörlich, zieht krampfhaft die Beinchen in die Höhe. Beide blicken verlegen auf den Weinenden.) D e r Z a r: Ich habe Alexis zu lange hier behalten. Ich mutz nach der Wärterin schauen . . . (Im Gehen): Daß du niemandem erzählst, was du soeben gesehen! (Rasch ab.) Durakow: Es gibt dvch eine Gleichheit in Rußland. Die Windeln des Kronprinzen haben dasselbe Schicksal wie diejenigen des letzten Jundenjttngels .. . (Naserümpfend ab.) Teile, diese gesund z« «halten, müsse sich seine- Erachtenjeder Staatsmann in Oesterreich zur Hauptaufgabe machen. Ohne Pflege des deutschen Elementkönne man in Oesterreich für die Dauer nicht regieren, und der Minister fügte hier noch bei: Gäbe ekeine deutsche Partei im Parlamente, so würde er sich künstlich eine schaffen. Er für seine Person habe den ernsten Willen, den Deutschen wieder die Stellung zurückzuerobern, die sie in der ersten Parlamentsperiode tune hatten. Leider hätte» fie sich seither, was ja nicht zu leugnen ist, wiederholt auf eine abschüssige Bahn begeben. Cr wolle sie aber wieder auf den richtigen Weg zurückführen; er habe dies auch in seiner Programmrede hervorgehoben und ausdrücklich betont, daß er die Führerrolle übernehmen werde. Er wisse wohl, daß seine Aufgabe, insofern es sich um die Wiederbelebung und Stärkung der ehemaligen Berfassungspartei handle, keine leichte sei, schon deshalb nicht, weil an maßgebendster Stelle ein gewisses und, man müsse schon zugestehen, nicht unberechtigtes Mißtrauen gegen sie vorhanden sei, das zu beseitigen nur durch ein geschicktes, taktvolles Vorgehen ihrerseits möglich sein würde. Man dürfe auch nicht übersehen, führte der Minister weiter aus, daß sie(dieliberalePartei) auch nach „unten* bereits den Halt verloren und durch mancherlei Fehler, hauptsächlich durch einen im politischen Leben unverzeihlichen Starrsinn (!) sowie durch Festhalten an Prinzipien, die nach der Sachlage ganz undurchführbar gewesen und deshalb auch keine praktische Bedeutung hätten, längst nicht mehr den Anhang habe wie in der früheren Zeit. Allein noch sei für sie nicht alles verloren. Die gegenwärtige politische Situation sei von der Art, daß die liberalen Deutschen bei einigermaßen entsprechender staatsmännischer Klugheit wieder festen Boden gewinnen könnten. Bon der richtigen Erkenntnis dieser Situation und von der praktischen Ausnützung derselben hänge ihr weiteres Schicksal ab; versäumten sie jedoch auch jetzt noch die günstige Gelegenheit, dann bezweifle er sehr, ob sie jemals wieder die einstige Macht erlangen würden. Daß er es aufrichtig mit der Partei meine, das werde sein Verhalten ihr gegenüber zeigen. Er für seine Person, bringe ihr volles Vertraue» entgegen und setze voraus, daß auch sie ihn auf seinen Wegen vertrauensvoll begleiten, bei wichtigen Fragen kräftig unterstützen werde. Von niemandem verlange er die Verleugnung seiner Grundsätze, von keinem Abgeordneten, daß er sich mit den Anschauungen seiner Wähler in Widerspruch setze; er verlange also auch nicht von der Linken, daß fie ihren Traditionen untreu werde; —- was er aber von ihr erwarte, sei ein staatsmänuisches kluges Vorgehen, und zwar in ihrem eigenen Interesse. Zur Charakteristik der Persönlichkeit des Grafen Badeni hätte sich nun freilich eine ausführliche Reproduktion des Besprochenen empfohlen. Aber das war schon aus einem ganz speziellen Grunde nicht gut möglich. Graf Badeni li e b te es nämlich, seine Auseinandersetzungen durch Gleichnisse und Anekdoten t ui jüdisch -polnis chen Jargon zu erläutern, die sich keineswegs so wiedergeben ließen, daß sie allgemein verständlich wären. E r, der Ministerpräsident, beherrschte diesen Jargon in einer Weise, als hätte er Zeit seines Lebens in einer jüdisch-galizischen Gemeinde, in der Mitte von „Ehassidim* unter Leuten gelebt, die sich untereinander ihres eigenen, anderen ganz unverständlichen Dialektes bedienen .... Vieles von dem während der Unterredung Vorgebrachteu erhielt aber erst durch diese Gleichuisse und Anekdoten die richtige Deutung; auch erschienen dadurch manche scharfe Ausfälle gegen gewisse Persönlichkeiten abgeschwächt. Es empfahl sich daher, dieses ganz wegzulassen. Aus ihrem Zusammenhänge gerissen, würden fie nur zu Kränkungen und Verletzungen Anlaß bieten. Ein wundersames Lied. Von I. 8. Perez. Ihr wollt eine echte Talnoer Melodie hören'? Das scheint wohl auf den erstell Blick eine Kleinigkeit zn sein: mall greift irgend eine Melodie, die bei der brüten Sabbathmahlzeit von Talnoer Ehassidim angestimmt wird, Heralls und singt sie nach. So einfach ist die Sache aber doch nicht. Die Talnoer Melodie nluß im Chore angestimmt werdell, eine Runde muß sie fingen. Begleiten wollt ihr mich? Nein, Brüder; eine Talnoer Melodie läßt sich nicht m Begleitung polnischer Ehassidim singen. Glaubt mir, ihr wißt gar nicht, was singen heißt. Ich höre doch eure Musikanten, eure Chasonim- Da lvird gefiedelt, nicht gespielt. Und beim Singen quiekt ihr lllid schüttelt elrch wie Hühner, denen man die Flügel stutzt. Selbst die faixften Sinai-Melodien klingen bei euch eigentümlich johlend. . . Gar eure Märsche und Kosakentänze! Die finb noch ungezügelter als eure Gebardell und Mienen. Ihr sagt, oas sei Chassidim-Art? Bei uns gibt's alldere Ehassidim! Wo wir die Sangeskunst her haben? Ich weiß es nicht. Vielleicht haben wir sie voll unseren Vätern ererbt. Vielleicht auch liegt es all der Gegend. In ullserer Kiewer Gegelld gibt es kein Haus ohlle Geige. Ein Kind aus gutem Hause, ein Bürgerssohn, muß eine Geige sein elgen nennen, muß spielen können. Wollt ihr wissen, wie viel Mällner in einer Familie sind, so blicket die Wände hinauf. Wie viel Geigen, so viel Männer. Ein jeder spielt. Es spielt der Großvater, es spielt der Vater, es spielt der Sohn. Schade nur, daß jede Generation anders spielt, ihre besonderen Melodien hat.

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