Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 35 (26.8.1904)
- Date
- 1904-08-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite L Wien, Freitag Jüdiachea Volksblatt. 26. August 1904 JNr. 35 standes in Galizien und die hat den Titel »Die Arbeit" geführt. Die Artikel in diesem Blättchen hatten Erfolg; denn die Reichsratsabgeordneten aus Galizien, die Herren Dr. Arnold Rappoport de Porada und De. Emil Byk, luden mich mehrmals zu Konferenzen über diesen schwarzen Punkt ick Leben der galizischen Juden ein und diese Konferenzen hatten die Einleitung eines Hilfswerkes für Galizien, daS im Jahre 1893 seinen Anfang nahm, zur Folge. Natürlich konnten diese Herren Rrichsratsabgeordneten zur ersten Zeit bloß experimentell Vorgehen, um stch in erster Linie die Überzeugung zu verschaffen, ob die arme jüdische Bevölkerung in Galizien zu hausindustriellen Arbeiten Eignung besitzt und arbeitswillig ist. Es war wirklich ein Leichtes, sich diese Sicherheit zu verschaffen, denn alle diejenigen Mädchen in Krakau, Chrzanow und Podgorze, welche bei der Strickerin Unterricht nahmen, die von Nordböhmen zur Jnstruierung beigezogen war, beherrschten schon im Verlaufe von 14 Tagen nach der ersten Unterrichtslektion vollkommen die Strickmaschine und waren in der Lage, selbständig für den Export geeignete Strümpfe zu erzeugen. Etwa 200 Familien erhielten dann in den erwähnten Gemeinden gratis Strickmaschinen wie auch etwas Betriebskapital zu« Beginne dieser Hausindustrie und alle diese ernähren sich bis auf den heutigen Tag von der Strumpfwarenerzeugung. Dieser Hilfswerk hat die Grenze des bloßen Experimentes nicht überschritten, denn die maßgebenden jüdischen Faktoren in Galizien, zeigten für solches keinen Sinn, sie sind satt und was schert sie der Hungrige. Dieser Jndifferentismns im Lande selbst hat den Herren Reichsratsabgeordneten die Wärme geraubt, mit welcher sie die Hilfsaktion einleiteten, und sie sahen sich genötigt, von der Fortsetzung derselben Abstand zu nehmen. Aber dieser kleine Versuch zog schon günstige Konsequenzen nach sich und bewies, daß die galizische Bevölkerung nur Impulse braucht und, wenn ihnen solche gegeben sind, sie sich von selbst weiter ausgestalten. Durch den Impuls mit den 200 Strickmaschinen haben dann viele Familien in ganz Galizien zur Strickerei-Hausindustrie gegriffen, sie bezogen die Maschinen gegen Ratenzahlungen und gegenwärtig sind in verschiedenen galizischen Städten bei 2000 Strickmaschinen im Betriebe, von denen ungefähr 2000 Familien ihre Nahrung finden. Dieser Versuch hat zugleich in Galizien die Idee der Notwendigkeit, eine wirtschaftliche Rettungsaktion für die erwerbslose jüdische Massenbevölkernng in den kleinen Städten einzuleiten, für immer befestigt und so bemächtigte sich endlich die gesamte jüdische Presse in Wien und Deutschland dieser Frage. Es bemächtigten sich auch die »Bnei Brith" dieser brennenden Frage und zufolge der Initiative derselben wurde hier in Wien der „Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" ins Leben gerufen und dieser hat gemäß den Bestimmungen seiner Statuten das Recht, Ortsgruppen in der ganzen zisleithanischen Reichshälfte zu errichten. An der Spitze dieser Institution stehen wohlhabende, anerkannt :phafte Persönlichkeiten, die gleich bei Aktivierung des - Zeines Beweise ihrer besonderen Tüchtigkeit und Gediegenheit an den Tag legten. Es versteht sich doch von selbst, daß der Verein nicht gleich bei Gründung desselben über große Fonds verfügen konnte, und doch hat dieser sogleich eine. Leistung vollführt, die von unschätzbarem Werte für die zukünftige Industrialisierung der galizischen Kleinstädte wie für die ganze Entwicklung der von ihm in großem Maßstabe zu unternehmenden Rettungsaktion in Galizien ist. Dieser akquirierte eine«'bedeutenden Haarnetzexporteur, setzte ihn durch Beistellung der Kosten des Unterrichtes, welchen die Arbeitskräfte nehmen.müssen, um die Haarnetze anfertigen zu können, in die Lage, seinen immensen Warenbedarf in galizischen Kleinstädten durch jüdische Mädchen und Frauen erzeugen zu lassen. Die Faktoreien, welche dieser Haarnetzfabrikant in Galizien errichtete, beschäftigen gegenwärtig zirka 15.000 Arbeiterinnen in 93 Gemeinden. Dieser erste Schritt des Vereines, der doch noch nicht über genügende Mittel verfügt, um ernste, ergiebige und dauerhafte Hausindustrien in Galizien einzuführen, verdient um so mehr mit aller Anerkennung hervorgehoben zu werden, als er mit der Einführung der Haarnetzerrzeugung der Welt Beweise über die Fähigkeit, Arbeitseignung wie Arbeitslust der erwerbslosen Massenbevölkerung in den Kleinorten Galiziens zu liefern in die Lage kam. Die Haarnetzerzeugung ist eine schwierige, langweilige und abstumpfende Arbeit, die der geschicktesten Arbeiterin kaum drei Kronen wöchentlichen Verdienst abwerfen kann und doch scharen sich tausende und abertausende Mädchen um die Faktoreien, um dort Arbeit zu erlangen. Das ist ein Beweis für die Arbeitsbeflissenheit und die himmelschreiende Notlage dieser jüdischen Bevölkerungsschichten. Der Verein hat bis heute nach dreijährigem Bestände ohne Mittel viel geleistet und was würde dieser für die 400.000 jüdischen Seelen tun können, die zur Schmach des internationalen Judentums, aus Mangel an Arbeitsgelegenheit vom Bettelbrot ihr Leben fristen müssen, wenn er über die genügenden Mittel verfügen würde!! Ist es nicht wirklich ein Hohn auf die von allen Nationen so beneidete Solidarität der Judenschast, daß ein Institut, welches sich zur Aufgabe machte, 400.000 Menschen der produkriven Arbeit zuzuführen, nach dreijährigem Bestände und erfolgreichem Wirken in ganz Oesterreich, wo 622 jüdische Kultusgemeiuden bestehen, bloß über 36 Ortsgruppen mit 3500 Mitgliedern und einer Jahreseiunahme von 14.000 Kronen verfügt!!! Als der Verein im Gründen begriffen war, setzte jeder voraus, daß ihm aus Ungarn 100.000 Kronn an Spenden jährlich zufließrn würden; schon bloß aus dem Grunde, als das Wirken des Vereines, wodurch den Armen in Galizien Arbeit verschafft wird, dazu beitragen würde, die galizische Wanderbettelei in Ungarn zu vermindern.. Man rechnete auf die Beteiligung der Juden in Deutschland, Englünd, Amerika, Frankreich, Belgien rc. Aber von all diesen Voraussetzungen hat sich keine eingestellt und dieses so wichtige Institut, das sich bestrebt, 400.000 Bettler zu würdigen Arbeitern heranzubilden, leidet Not an Mitteln und sah sich jüngst bemüßigt, zu einem Aufrufe, der in aller Herren Ländern veröffentlicht wurde, zu greifen. Alle bisher ins Leben.gerufenen und bestehenden großen jüdischen Humanitätsanstalten in New Jork, London, Paris, Berlin und Wien haben minderwertige lokale Ziele vor Augen, oder sie unterstützen die Bettelei und wenn eine dieser Anstalten schon rationell wirkt, steckt sie ihre Einnahmen in Schulen und Unterricht hinein und entlastet hierbei den Staat oder das Budget mancher Länder. Das Ziel, welches sich der Hilfsverein steckte, ist das allerrationellste; dieses geht von dem Grundsätze aus: Der Materialismus ist das Postament des Idealismus; mit hungrigem Magen ist es unmöglich, etwas zu lernen und zu studieren. Und dabei verfolgt er noch den edlen und humanen Zweck, ganze Menschenmasseu zu würdigen hager und dürr, und wer diesen trefflichen Mann in der moöernen europäischen Bekleidung oder in seiner glänzenden Nationaltracht sieht, braucht gar nicht allzu sehr malitiös zu sein, utn j an einen Kaftan zu denken, der vor noch nicht langer Zeit an( der Grenze abgestreift und in europäische Gewandung mochte umgetauscht worden sein. | Dieser Typus ist in der ganzen Familie derer von, W l a s s i c s vorherrschend. Woher das kommt, darüber mögen die Genealogen, Rassentheoretiker und die Verfechter der In-, zucht bei den Nassen entscheiden. Mir obliegt es hier nur, festzustellen, daß Exminister W l a s s i e s einen Neffen besaß, der ] noch „jüdischer" aussah wie sein berühmter Onkel und Eisenbahnbeamter in S i l l e i n in Ungarn war. Vor einigen Tagen brach in einem in der Nachbarschaft von Sillein ge-, legenen Dorfe ein Feuer aus, das den größeren Teil des, Dorfes einäscherte. Die Lokalblätter von Sillein brachten spaltenlange Artikel über das Unglück, welches über die gut e, arbeitsame Bevölkerung des Dorfes hereingebrochen war und forderten zur Hilfeleistung auf. Der junge Wlasjies beeilte sich, sein Schärflein beizutragen, machte in Freundes-, kreisen eine Kollekte und hatte noch überdies das Bedürfnis, ( sich das Elend von der Nähe anzusehen, vielleicht um sich einen. neuen Impuls zu kräftigerer Hilfeleistung zu holen. Er ging. in das abgebrannte Dorf. Kaum hatten ihn die Bauern gej sehen, als er — ich zitiere hier die Tagesblätter — von den, Bauern ergriffen und mit dem Rufe: „Das ist der Jud, der unser Dorf angezündet Hat" in das Dorf geschleppt wurde.! Was dann mit ihm geschah? Es ist schauderhaft, es hat mir, das Herz zerrissen, als ich las, wie diese Bestien den schwarz-, gelockten Arier unter Glockengeläute an einen Baumstamm j banden und ihn dann mit Sensen, Stöcken und Dreschflegeln zerfleischten. Auch Kinder und Frauen beteiligten sich an dem frommen Werke. Einen würdigen Abschluß dieser grauenhaften Lynchjustiz an einem doppelt Unschuldigen bildete der Jubelschrei der entmenschten Masse, mit welchem sie die Männer der Gerichtskommission, die bald erschienen, empfingen: „Wir haben den jüdischen Brandstifter bereits bestraft!" Ist dieses arme, verführte Volk strafwürdig? Ich bin geneigt, für Freispruch zu plaidieren! Hat man ihnen nicht den Judenhaß von ihren ersten Lebensjahren an eingetrichtert? Wurde dieser scheußliche Akt nicht unter Glockengeläute vollführt? Ist etwa der schlichte Bauer mit dem ewigen Schnapsdusel, der nichts anderes besitzt, als das Strohdach über einer erbärmlichen Hütte und den Aberglauben im Her- , zen, schuld daran, daß man chm nur den Judenhaß im allgemeinen eingeimpft und ihn nicht gleichzeitig darin unterrichtet hat, wie der echte Jude vom unechten zu unterscheiden sei, damit der Unschuldige nicht für den, Schuldigen zu büßen habe? Wahrhaftig, der slowalische Bauer! ist unschuldig, wenn nur sein Hetzkaplan dasselbe von sich sagen könnte .... j Aber verlassen wir dieses schaurige Drama des finsteren Fanatismus; ich habe noch eine Geschichte zu erzählen. Sie ist nicht so traurig, wenngleich sie den Betroffenen gewiß keine kleine Kränkung bereitet hat. | In ein Tiroler „Bad" im Pustertale, unweit von Nieder-, darf, kam unlängst eine Wiener Familie, bestehend aus drei Personen. Man hatte längst schon alles schriftlich abgemacht. Quartier- und Pensionspreis, Dauer des Aufenthattes usw. Alles schien aufs beste geregelt und die Wiener freuten sich gleich am ersten Tage ihrer Sommerfrische im Grünen. Aber es sollte anders kommen. Als die drei mütags in den Speise-, saal zur Table d'hote kamen, fragte die zuerst eintretende Dame, den Wirt: Wo sind unsere Plätze an der Tafel? Der Wirt: Ja, die Herrschaften speisen hier — dabei zeigte er auf die> Tür des Nebenzimmers. Wieso? fragte die Dame erstaimt,, wir haben doch erklärt, volle Pension zu nehmen und an der Table d'hote tetlzunehmen! — Verlegen stammelte nun der Wirt: Ja, die Herrschaften sind ja Israeliten, und der Herr Landeshauptmann (es ist jener von Vorarlberg, der da die erste Geige spielt und selbst Mitglied des Lanbesvereines für Fremdenverkehr in seiner Heimat ist), sowie die geistlichen Herren haben erklärt, daß sie nicht mit Juden an einem Tische sitzen wollen! Entrüstet maß die Dame den Wirt, der sichtlich „höherem" Aufträge folgte und immer verlegener ward, von oben bis unten und sagte: Ah, das ist doch merkwürdig — das ist also christliche Nächstenliebe ...! Uebrtgens bin ich Katholikin und wir werden an der Tafel speisen! Der mittlerweile htnzugekommene Gatte der Dame stellte den Wirt ob dieses taktlosen Borgehens zur Rede, fragte, ob er denn als Wirt und Besitzer hier nicht selbst zu befehlen habe, und meinte: Wir und zu dauernden ptödüktiven Erwerbsquelle« zu verhelfen. Vielleicht wird doch der jüngst von dem HilfSveretne ausgegebene Aufruf die Kraft gehabt haben, die ganze Judenheit für seine Ziele zu gewinneu. Dieser sollte bloß in Oesterreich allein 500 Ortsgruppen mit 100.000 Mitgliedern haben, zumal der ganze Jahresbeitrag eines Mitgliedes bloß 4 Kronen ausmacht. Und unsere Glaubensbrüder im Auslande sollten doch nicht die Zeit abwarten wollen, bis die galizischen Juden en müsse zur Auswanderung greifen und bei ihnen als ihre Gäste mit der Berufung auf die Glaubensbrüderschaft erscheinen und sie um Hilfe angehen würden. Aus humanen wie aus praktischen Gründen sollten im Auslande alljährlich, Sammlungen für den „Hilfsverein für die notleidende jüdische Bevölkerung in Galizien" veranstaltet werden. Wenn dieses Institut über die nötigen Mittel verfügen würde, könnte es der Not der 400.000 besitz- und erwerbslosen Juden in Galizien allmählich steuern, dieses fähige, arbeitsgierige Menschenmaterial von Bettlern zu menschenwürdigen Feld- und Industriearbeitern umgestalten und aus ihnen Juden heranbilden, deren sich die Judenheit nicht zu schämen brauchte. Aus der zionistischen Bewegung. I. Die Jahreskonferenz. Zu unserem Berichte über die vorige Woche in Wien stattgehabte Jahreskonferenz haben wir noch folgendes nachzutragen : . In der letzten Bormittagssitzung berichtete Professor O. Marburg des weiteren über die geplante Expedition nach Ost afrika. Es dürfte eine Vorexpedition'von fünf Mann im Herbst nach Ostafrika abgehen. Der angebliche Widerstand der dortigen europäischen Ansiedler sei offenbar arg übertrieben worden. Das Land, das die englische Regierung angeboten habe, umfaffe das fast ganz unbevölkerte Rand i- Plate au, das sich sowohl zur Landwirtschaft als auch zur Viehzucht sehr gut eignen soll. Die Expedition werde ihren Bericht dem großen Aktionskomitee vorlegen, dann erst werde man ans Grund authentischer Nachrichten die Entscheidung treffen können. Hierauf brachte das engere Aktionskomitee zur Kenntnis, daß es den Präsidenten der südlichen Kolonialbank D. W o l f f s o h n (Köln), den Bankdirektor Dr. I. Katzen el so hn (Libau), Dc. Max Nord au (Paris) und Prof. O. Marburg (Berlin) in das verstärkte Aktionskomitee mit Sitz und Stimme kooptiert habe. Der kleine Kongreß sanktionierte diese Kooptation, so daß das verstärkte Aktionskomitee nunmehr aus dreizehn Mitgliedern bestehen wird. Nachmittags erstatteten die Revisoren der finanziellen Gebarung des Aktionskomitees einen detaillierten Bericht, dann referierte Dr. O. Kokesch (Wien) über die Einnahmen und Ausgaben der Leitung. Wie man erwartet hatte, wurde durch den russisch-japanischen Krieg die Leistungsfähigkeit der russischen Zionisten stark vermindert, so daß die Einnahmen aus Rußland hinter der Beitragsleistung der früheren Jahre entschieden zurückblieben. Es entspann sich eine lebhafte Debatte, die eine große Anzahl von Vorschlägen betreffs der Vergrößerung des Budgets der Leitung brachte. Nach Schluß der Debatte wurde dem Aktionskomitee Decharge erteilt mit einem besonderen Dankvotum für Dr. Kokesch. Das große Aktionskomitee erläßt nach dem Beschlüsse der Jahreskonferenz einen Aufruf, in welchem mitgeteilt wird, daß können übrigens auch wieder abreisen. Der Musterwirt wußte darauf nichts anderes zu sagen als Bitte! Er legte aber doch sofort drei Gedecke auf und die drei Wiener — durchaus geborene Christen — ließen es sich nicht nehmen, an der Tafel Platz zu nehmen. Daß. sie alsbald sich nach einer anderen Sommerfrische umsahen und zwei Tage darauf das ungastliche Haus verließen, ist selbstverständlich. Ob diese „peinlichen Zwischenfälle" zur Verminderung des Judenhasses britragen und ob diese so schwer gekränkten Märtyrer des Judentums — insoferne sie aus ihrem unfreiwilligen Judentume mit dem Leben davonkommen — wenigstens selbst von ihrem Judenhaffe geheilt sind, weiß ich nicht. Ich möchte es bezweifeln. Bei dem tradüionellen Glücke unseres Volkes kann es uns noch passieren, daß das zwanzigste Jahrhundert an Stelle des Blutwärchens ein neues erfinden wird, das etwa in der Anklage gipfelt: Die Juden verhexen die Christen, daß sie wie Juden anssehen und als solche geprügelt, verhöhnt und erschlagen werden. Und dann wird der Gelehrte am Ende des Jahrhunderts die weise Entdeckung machen, daß diese Ähnlichkeit keine Hexerei, sondern die Folge des Taufbazillns sei, der gegen Ende des neunzehnten und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts große Verheerungen angertchtet hat, deren Spuren erst in der dritten oder vierten Generation vollständig verwischt sein werden. Die Rechabiten. Von «. H I. An mehreren Stellen der Bibel wird ein der jüdischen Nation angehöriger besonderer Stamm erwähnt: die Reehabiten (O'asn). Zuerst im Buche der Könige, wo deren Stamvater Iehonadab als Freund und Parteigänger Jehus, des Thronusurpators, angeführt wird. Derselbe muß ein sebr angesehener und einflußreicher Mann gewesen sein, daß sich I e h u derart um seine Gunst bewarb. Im Buche de« Propheten Jeremias wird von den Rechabiten berichtet, dass sie, dem Vermächtnisse ihres Stammvaters Iehonadab getreu, keinen Wein trinken, nicht in Städten wohnen, keine Hänser bauen, keine Felder bebauen, sondern siets nur in Zelten lebend ein Nomadenleben führen.