Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 33 (12.8.1904)
- Date
- 1904-08-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 X ME Wien, Freitag JüdkeÖe« VMMM. 19. August 1904 Nr. 33 Väter und Brüder, in der Sprache, die sie zwar vollkommen iLnor^ven vorgeben, die sie aber in der Tat wm ' .Hetzerischen und die in mancher Bezieuhug ein trtzües^Alwlld der Leiden ist, denen sich unser großes Volk im üw',der Jahrhunderte hat unterziehen müssen. ^j .^Dcis „Rtschus" läßt sich nach verschiedenen Richtungen hm praktisch fruktifizieren. Mancher stand lange als gekränkte Unschuld unbeachtet im Schatten, während ihm dann sein Bekennen zum Antisemitismus dazu verhalf, in öffentlichen Versammlungen vor einem — freilich darf man nicht fragen, vor welchem — Publikum Applaus zu erzielen. Bei anderen muß das antisemitische Aushängeschild über die Qualität der von ihnen geführten Waren und über ihre sonstigen Qualitäten hinwegtüuschen. Außerdem gibt es solche, denen der Antisemitismus als Schlüssel dienen muß, um ihnen die Pforten bis dahin für sie verschlossen gewesener Kreise zu öffnen und endlich kann man den Antisemitismus in sehr nützlicher Weise auch als Grund dafür verwerten, sich vor Zahlungsverpflichtungen zu drücken, wie dies durch eine Verhandlung des Amtsgerichtes Radomisel, die diesen Monat stattfand, klar wurde. Ein Baumeister schuldete seit einem Jahre einem Herrn den Betrag von 2100 Rubel. Trotz wiederholter Mahnungen war es dem Darlehensgeber nicht möglich, zu seinem Guthaben zu gelangen. Cr beauftragte deshalb einen Advokaten, an den Schuldner einen energischen Mahnbrief zu schreiben. Der Baumeister griff zu folgendem genialen, freilich etwas sonderbarem Mittel. Er schrieb an den Rechtsanwalt folgenden Brief: „Als Christ, Russe und Offizier des Kaisers kann ich unmöglich mit einem Juden korrespondieren. Mir ist es sehr unangenehm, rvenn der Postbote den jüdischen Namen in Verbindung in it m ein em Nam en auf einem Kuvert sieh t." Wegen dieses famosen Briefes ließ nun Rechtsanwalt Alpern durch einen Kollegen Klage gegen den Baumeister stellen. In dieser Sache war Termin anberaumt. Aber der Beklagte erschien nicht. Man erteilte einen Haftbefehl gegen den Baumeister, der auch vollzogen wurde. Nach Vernehmung des Anwaltes vom Baumeister, erklärte letzterer, er habe keine Veranlassung ge-, habt, irgendwie der Persönlichkeit nahe zu treten, oder ihn zu beleidigen und er nehme die sämtlichen Ausdrücke mit j Bedauern zurück. Infolgedessen war die Angelegenheit ge-! schlichtet und das Gericht hob den gegen den Baumeister erj lassenen Haftbefehl auf. I Wenn eS irgendwie möglich wäre, die von der Regierung! den Juden aufgehalsten Kronrabbiner abzusetzen und anstatt! dieser den orthodoxen Rabbinern, wie es einst war, die Kul-1 tusangelegenheiten zuzuweisen, wäre es für unsere Juden! ein Glück. Diese Kronrabbiner sind moralisch und intellekj tuell oft minderwertige Menschen, ja sie sind oft judenfeindlich gesinnt. In dem benachbarten Orte Horoschko versammelten sich die jüdischen Bürger in der Synagoge, um Gebete zu verrichten. Da es gerade ein Regierungsfest war, so wohnten auch christliche Bürger dem Gebete bei. Die Synagoge war überfüllt. Der Rabbiner, ein Antisemit, betrat die Kanzel unö rief laut: „Soviel st . . . Juden." Plehwe sich in der letzten Zeit den Juden zu nähern suchte und schon deshalb ist es unwahrscheinlich, daß der Attentäter oder die Hintermänner des Attentäters airs jiidtsch-bewußten Kreisen hervorgegangen sind. Deshalb hat auch die national-rnssisch-antisemittsche Presse, die in russischen Fragen doch nicht der Wahrheit so ins Gesicht schlagen kann, wie die Wiener antisemitische Presse, nicht versucht, bas Attentat den Juden in die Schuhe zu schieben, obwohl sie sonst nicht gerade wählerisch ist in der Wahl der Mittel, den Juden zu schaden. Daß aber die zitterten Auslassungen des „D. V." nicht auf einem Mißverständnis, sondern auf einer bewußten Lüge beruhen, geht aus folgenden Sätzen eben desselben Artikels, ans dem das „D. B." unser Eingeständnis konstruieren wollte, hervor, die Vergant natürlich ebenfalls unterschlagen hat. Wir sagten nämlich ausdrücklich folgendes: „Die Nemesis hat es anders beschlossen, Plehwe fiel durch ein Attentat. Plehwe hatte uns Juden gegenüber viel auf dem Gewissen. Aber wir konstatieren einfach eine hi st o rische Tatsache, indem wir darauf Hinweisen, daß es nicht jüdische Hände waren, die feinem unseligen, blutbefleckten Leben ein Ende machten." Damit aber das „D. V.", dem wir eine bewußte, perfide Lüge nachgewiesen haben, doch eine Gelegenheit zum Triumphe hat, wollen wir ihm ganz unverblümt folgendes erklären: „Der Attentäter war kein Jude und wir haben dies wahrheitsgemäß konstatiert. Wäre er aber ein Jude gewesen, wir wären die letzten, die ihn verleugnet«:n." Zeitungsschau. Bergani unterschlägt. Herr V e r g a n i scheint zu glauben, daß Sätze aus einem gegnerischen Blatt ebenso leicht verschwinden können, wie Gemeindeobligationen aus der Gemeinöekasse in Mühldorf. Er hat die eiserne Stirne, in der Nr. vom 6. August 1904 folgendes zu schreiben: „So schreibt beispielsweise das „Jüdische Volksblatt": „.... Er (Plehwe) haßte die Juden aus vollem Herzen und fügte zu dem Hasse noch den Hohn. Sein Verhalten dem Zionismus gegenüber ist kein Widerspruch dazu. Seine Unterhaltungen mit Doktor Herzl sind nichts als ein bewußter Betrug von Seiten Plehwes . . . Plehwe hatte aber die Juden unterschätzt" . . . Da ist es also ganz offen eingestanöen, daß die Juden bei dem Attentate ihre Hände im Spiele hatten. Es ist nur schade, daß nicht gleich auch in einem Atem die Summe genannt wird, die dieser scheußliche Verbrecher dem Juöentume gekostet hat!" . Angenommen, daß wirklich nur das unö nichts anderes in unserem Blatte gestanden wäre, so müssen wir wirklich die Kühnheit und die Fixigkeit des Herrn Vergani bewundern, der in dem Satze: „Plehwe hatte aber die Juden unterschätzt", das offene Geständnis sieht, daß die Juden bei dem Attentate ihre Hände im Spiele hatten und sogar weiters daraus noch folgert, daß das Judentum für das Attentat gezahlt hat! Diese Fixigkeit beschämt jeden Staatsanwalt unö erklärt sich nur durch den häufigen Aufenthalt des Herrn Vergani im Gerichtssaale. Da wir aber gewohnt sind, daß unsere Artikel im „D. V." aufs schmählichste entstellt werden, haben wir uns absichtlich in dem bewußten Artikel in der Nr. 02 so klar und deutlich ausgedrückt, daß eine große Perfidie dazu gehört, um ihn in dem Sinne auszubeuten, wie es das „D. V." getan hat. Wir schrieben: „Plehwe hatte aber die I u d e n unterschätzt. Tie Mittel aus der alten Jgnatieff'schen Schule, die Metzeleien wollten nichtsf r uchte n. Sie hatten die Juden sich organisieren gelehrt und die einmütige Verurteilung des europäischen Gewissens heransgefordert. Dazu kam noch der Zusammenbruch des Ansehens Rußlands durch die Niederlagen in der Mandschurei. Deshalb wollte Plehwe in der allerletzten Zeit einlenken mtö die Inden durch kleine Konzessionen gewinnen und insbesondere den Makel Kischenew dadurch verlöschen." Plehwe hat also nach unserem Blatte nicht etwa die Fähigkeit der Juden, Attentate zu veranstalten, unterschätzt, wie das „D. V." in seiner bodenlosen Verlogenheit glauben machen will, sondern wir sagen ganz ausdrücklich, daß Plehwe durch die Mittel aus der alten Jgnatieff'schen Schule (bei dieser Gelegenheit wollen wir bemerken, daß »rach Mitteilungen anderer auch die Massacres unter Jgnatieff von Plehwe organisiert sein sollen) die Inden etnschüchtern wollte, aber ihre Widerstandskraft unterschätzt hatte, da sie aus den Massacres die einzig richtige Lehre zogen, nämlich sich zu organisieren. Es ist auch kein Geheimnis, daß An die Adresie der „Reichspost"! Die „Reichspost", die sich in dem Tone allerdings vom „Deutschen Volksblatt" unterscheidet, kann es doch nicht unterlassen, in den Ton des „D. V." hie und da zu verfallen. in ihrer Nummer vom 31. Juli glauben machen, daß „alle Juden unter der Jrredenta stecken". Nun haben wir selbst es gerügt, daß sich unter den Radikal-Nationalen von Triest viele Juden befinden. Wir verurteilen dieses Treiben gerade so, wie die Beteiligung der Juden an alldeutschem oder allpolnischem Chauvinismus. Aber die Zugehörigkeit zu den italienischen National-Radikalen bedingt nicht die Zugehörigkeit zu den Jrredentisten und nicht jeder Jrredentist ist gleich ein Bombenwerfer. Tatsache ist jedenfalls, daß bisher nicht ein einziger Jude mit jenen Vombenfunden in Verbindung gebracht wurde. Tatsache ist ferner, daß sämtliche Verhafteten römisch-katholisch sind und daß die Leitung, die Beamten und die Diener des Turnvereines „Societa gimnastica" ch r i st l i ch ist. Es ist daher eine freche Lüge von „jüdisch-irredentistischen" Bestrebungen zu sprechen. Wenn es abgeschmackt wäre, aus der Zugehörigkeit der Verhafteten zum römisch-katholischen Glauben irgendwelche Schlüsse gegen diesen Glauben zu ziehen, so ist es mehr als abgeschmackt, es ist direkt gewissenlos, ohne daß einer der Verhafteten Jude ist, doch gegen die Juden zu Hetzen» Das möge sich die Reichspost merken. Konferenz ereigneten, welche im Februar in Brüssel stattfand und sich mit den Vorarbeiten zum Amsterdamer Kongresse beschäftigte. Einmal lag ein Gesuch der Sozialdemokraten des Großherzogtums Lrtxemburg vor, die als besondere Nation anerkannt zu werden wünschten. Dieses Gesuch wurde, vorbehaltlich der Zustirmnung durch den Kongreß natürlich zustimmenö erledigt. Z»tm erstenmal seit Anbeginn der Weltgeschichte, bemerkt der Verfasser ironisch, wurde auf der Brüsseler Konferenz eine luxemburgische Nation kreiert. „Eine Nation, die weder eine eigene Literatur, noch überhaupt eine eigene Sprache, noch auch nur ein besonderes Nationalgefühl aufzuweisen hat. Die luxemburgische Nationalhymne sagt bekanntlich, daß die Luxemburger Deutsche sind nnd bleiben wollen. Schön und gut,' aber dem Fernerstehenden erscheint es vielleicht merkwürdig, daß just dieser eine Splitter der deutschen Sozialdemokratie zum Range einer besonderen Nation erhoben werden soll." Diese luxemburgische Episode fand mrn allf derselben Konferenz ein eigentümliches Gegenstück. Die lttauische Sozialdemokratie begründete in einem ausführlichen Schreiben ihren Anspruch, als besondere Nation anerkannt zu werden. Das Gesuch dieses ZweimMonenvolkes armer Bauern und Arbeiter wurde nach heftigem Einspruch der Delegierten Rosa Luxemburg und Plechanow unerledigt der Entscheidung des Kongresses Vorbehalten. Ein Anerkennungsgesuch der arrnenischen Sozialisten erfuhr das gleiche Schicksal. Plechanow trat als Russe gegen beide Wünsche auf. Rosa Luxemburg (eine Jüdin), welche die sog. „Sozialdemokratie des Königreiches Polen und Litauen" vertrat, deren Mitglieder Polen und Juden, aber fast gar keine Litauer sind, wehrte sich als „Polin" gegen die Anerkennungsforderung der Litauer, während ein Genosse Walecki, der Vertreter der polnischen Sozialisten Rußlands, Deutschlands, Oesterreichs, die volle Berechtigung dieser Forderung anerkannte und nachwies. Gumplowicz macht sich nicht mit Unrecht über die komischen und unhaltbaren willkürliche»:, von interner Parteitaktik dik- , tierten Entscheidungen lustig. Sie beweisen nur, wozu in der So will sie unter anderem Sozialdemokratie allzu große Rücksichtnahme auf rein taktische und organisatorische Fragen führen kann und was man von den Versuchen zu halten hat, einer Diskussion her Judenfrage einfach durch Hinwegleugnung ihrer Existenz und brennenden Lösungsnotwendigkeit aus dem Wege zu gehen. Uebrigens, es wird gar zu lange nicht dauern und auch das Anerkennungsgesuch jüdisch-nationaler Sozialisten wird den Kongreß ernstlich beschäftigen. Ob er ja sagt oder nein, das rvürde den Juden den Nationalcharakter nicht geben und' nicht nehmen. Aber für den bisher maßgebenden Einfluß jüdischsozialistischcr Assimilanten und für die bisher vermißte Unbefangenheit des sozialistischen Weltkongresses bei Behandlung jüdischer Fragen wäre die Entscheidung ein wertvoller Gradmesser. Nß. Znm internationalen Sozialistenkongrcß in Amsterdam. Bekanntlich hat sich der letzte Sozialistenkongretz an der einzigartigen Leidensgeschichte der russischen und rurnänischen Juden scheu und feige vvrübergeschlichen, während er für die unterdrückten Finnen und Arrnenier sehr starke Worte der Unter dem Titel „Heimatlos" veröffentlicht das von dem Abgeordneten Eduard Bernstein herausgegebene „Neue Montagsblatt" folgendes ergreifende Erlebnis eines seiner Leser: „Am frühen Morgen eines Junitages dieses Jahres erblickte ich auf der westfälischen Umsteigestation Löhne auf dem Bahnsteig eine größere Ansarnmlung von Männern, Frauen unö Kinder»», welche trotz der warmen Witterung in dicke Schafspelze und Wintermäntel gehüllt waren. Es waren Auswanderer, welche in ihrem Geburtslande nicht bleiben konnten, weil sie dort ihre Existenz verloren hatten und nun den rveiten Weg über den Ozean nicht scheuten, sich eine neue Heimat zu gründen. Der ganze Eindruck, der sich eng zusammenhaltetiden Leute »var ein jämrnerlicher und ben»itleidens»verter. Angehörige der besitzenden Klasse»» reisen bequemer und auch Err»»utigung unö Solidarität, für ihre Unterdrücker flam-' sch»»eller. Meine Neugierde trieb »nich, in Erfahrung zu brinmende Entrüstlmg u»»d Verachtung fand. Ob es der heurige! gen, rvelcher Nation diese nach Arnerika Auswandernden an- Sozialistenkongreß, der in diesen Tagen in Arnsterdam zuachörten. Das Bahupersoual zirckte mit den Achseln, ans sa»u»ne»»tritt, wagen »vird, das falsche Spiel zu wiederholen? Unwisse»»heit oder aus Bequernlichkeit, also ging ich selbst hin, Nach den Tagen von Kischeuew ist's schwer »nöglich. Abg.! u,n zu Hörer», woher diese Le»»te kä»ne»». Auf meine bezügliche Eduard Bernstein schreibt in einen» Artikel, den er im August- Frage aritwortete mir ein junges Mädchen in gutem, fließenheft der „Sozialistischen Monatshefte" über den „Kongreß und! der»» Deutsch: „Wir sind aus U»»garn, aber die anderen dort sozialdemokratische Taktik" veröffentlicht, zu dieser Frage: sind Juden aus Rurnänien u»»d reisen nach Amerika." „Darf „Manifestationen über Fragen des internationalen Rechtes, der wirtschaftlichen, politischer», sittlichen Beziehungen der Völker zu einander gehören so recht zur Korrrpeteuz eines internationalen Kongresses der Sozialdernvkratie. Hier scheinen mir nun verschiedene Fragen gerade jetzt für eine Behandlung' auf dem internationalen Kongresse reif zu sein. Da ist die brennende »nakedouische und arrnellisrhe Frage, die wir nun einmal »licht igilvrieren könuen. Zweitens die Frage der Juden in Rußland ur»d Rurnänien. Die überaus graneuhasteu Bluttaten in Kischenew haben nur einen Zipfel der schärrdliche»» Willkür aufgedeckt, der in Rußlarid Millivuer» von Jude»», in ihrer großen Masse Proletarier unter den Proletariern, ausgesetzt sir»d und nicht rninder schreiend ist die Rechtlosigkeit und das Elend der arrnen unterprvletarisch lebenden Juden tu Rumänien. Hier sind energische Aeutzerunger» der Sozialdernvkratie »»»»bedingt arn Platze." Es bleibt abzurvarteu, ob der Kongreß dieses „uubedi»lgt" auerkerrnen l»i»d zu „energischen" Aeußernugen in der Verteidigung jüdischer Proletarier Lust haben »vird. Seine Mehrheit hat scholl einmal die Frage des östlichen Jnderrproletariats ignoriert, rvisseutlich und mit klarer Absicht vor» der Tagesvrduu»»g ausgeschaltet. lieber die ganz merkwürdigen Anschauungen, die in svzialdeinotratischeriKreiser» über die Begriffsbestimmung einer Nation oft Herrscher» und z. B. viele jüdische Sozialisten zur Ableuguung des Bestandes einer jüdische»» Nation führe»», r»»»d über die arrurdfalsche»» Konsequenzen, zu denen »nau dann bet praktischen Fragen der Anerkennung eitler Nation gelängt, erzählt Dr. Ladislaus Gllmplorvtez irr derselbe»» Nurnruer der Monatshefte ir» seirrenl Artikel „Das russische Regime in Litarler» und der Arnsterdarner Kongreß" zrvei interessante Zwischerrfälle, die sich auf der internationalen sozialistischen ich vielleicht rvisser», was Sie zu»n Ausrvandern nach Amerika treibt," fragte ich eilten älterer» Marin und nachdem er sich überzeugt hatte, daß »nir die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände Rumü»»iens bekannt seien, erzählte er »nir in gebrochene»»» Derrtsch seine Lebens- und Leidensgeschichte. „Fast 25 volle Jahre habe ich auf einer»» Gute in der Provinz Piatra urrter Allspannung aller »»»einer Kräfte als Arbeiter in der Landwirtschaft »»»eine volle Pflicht zur besten Zufriedenheit »nei»»es Arbeitsherrr» erfüllt, worüber »nir die besten Zeugnisse z»»r Seite stehen. Volle 25 Jahre habe ich »nit »neüier Fa»»»ilie i»n Frohndienst hart arbeiten »nüsseu. Reichtürner haben »vir bei dieser Arbeit uaturgernäß nicht sammeln köll»»eu, aber wir lebten innerhalb »rnserer Farnilie glücklich r»»ld z»»friede»k. Neun gesurrde Ki»»der, wovon fünf Krrabeu und vier Mädchen, haben wir »vährend dieser Zeit zu arbeitsarne»» Menschen groß gezvge»», »velche später auch ruitverdiente»», u»ld es »vüre alles gut, »venu nicht der runrärrische Staat — ur»ser Vaterland — »»ns als Frernde, als Schutzlose behäudelt und uns das Wohne» und sornit auch das Arbeiten aus den» La»»de eillfach verböte»» hätte. „Wir, die »vir in Rumänielt geboren und seil Generationen in diese»»» Laude ausässig sind »»»Id nuferer Militärpflicht, »vie jeder andere vollrvertige Oiumäuc iu vollstem Maße Genüge geleistet haben — hier stelle ich Ihne» — auf einen neben uns stehender», kl»vchigen und festgebauten Merrsche»» zeigend — einen perfekter» ausgedienter» rurnänischen Soldaten vor — dürfen nicht, »vie jeder andere rlllnäuische Arbeiter und Bauer, durch Landarbeit unser Dasein friste»». Uns »vill die vaterländische Regierurrg in den Städten des Larrdes aushungeru lassen. De»»n rvährerld auf de»»» Laude für kräftige Menschen noch lohnende Arbeit vorhaltden ist, ist ir» der» Städte»» i»»folge der großen