Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 31 (29.7.1904)
- Date
- 1904-07-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 31 Wien, Freiing Jtt&nofce* VollaMitft. W: Juli 1904 C suchen zur Tat sei wohl die Sehnsucht, die Hoffnung, öle Idee eines jüdischen Staates in Palästina aufrecht geblieben, aber zur Tat konnte man sich nicht aufraffen, was selbstverständlich sei bei -er Ohnmacht -es Ghettos. Im Jahre 1895 habe Herzl den „Judenstaat" geschrieben. Schon 2 Jahre später tagte das erste jüdische Parlament zu Basel. Herzl habe den Juden bewiesen, daß sie ein Volk, eine Nation seien. In lichtvoller Weise besprach Redner den Begriff der Nation und die gangbaren Definitionen für denselben und wies, von der Begriffsbestimmung, die Ernst Renan für'„Nation" gab, ausgehend, nach, -atz in der Tat die Juden Volk und Nation seien. Und diese Nation habe durch seinen Weckruf Herzl anfgerttttelt und ihr Bewußtsein und Willen zur Tat eingeflößt. Jäh fei dieser große Mann gestorben. Verwaist stünde nun das nationale Judentum da. Und bei aller Verehrung und Hochschätzung, das auch die Gegner der Idee Herzls dessen Manen zollen, taucht jetzt wieder das ironische Wort „Utopie" gegenüber den zionistischen Bestrebungen auf, das zu Lebzeiten des verewigten Führers schon zu verstummen beginnen mußte. Aber selbst in der leider so kurz bemessen gewesenen Zeit seines Wirkens habe es Herzl zuwege gebracht, eine feste, starke Organisation zu schaffen, die jenes Wort zu Schanden machen werde, die mächtig genug ist, den Willen in die Tat umzusetzen. Die Zionisten werden voll und treu festhalteu am Rütlischwur, den sie in Basel geschworen und ausharren bis zur Erreichung ihres Zieles, „Nicht nach rechts, nicht nach links abschwenken, vorwärts, ostwärts, heimwärts". Nach der begeistert aufgenommenen Rede schloß der Vorsitzende die Traueroersammlung. Gaya. Sonntag den 24. ds. veranstalteten die hiesigen Zionisten eine Trauerfeier für Dr. Th. Herzl. Die Kultusgemeinde stellte bereitwilligst den Tempel zur Verfügung. Die Trauerrede hielt Herr I. S t ö ß l e r, Rabbinatskandidat aus Wien, der durch seine markigen, glanzvollen Ausführungen eine begeisternde Wirkung hinterltetz. Den kantoralen Teil leitete unser allverehrter Herr Oberkantor mit bewährter Meisterschaft. Powoloczyska. Dienstag den 12. Juli' hielt der hiesige Verein „Degel Jehuda" in der großen Synagoge „Beth-Hamidrasch" einen feierlichen Trauergottesdienst für den leider zu früh dahingeschiedenen Zionistenführer Dr. Theodor Herzl ab. Die Trauerrede hielt Se. Hochtvürden Rabbiner Dr. Mehrer ans Wien. Pisek. Anr 17. Juli 1904 fand hier eine zahlreich besuchte, vom hiesigen Verein „Zion" veranstaltete Trauerversammlung für Dr. Theodor Herzl statt, in der Professor Wertheimer aus Prag die Weiherede hielt. Gorlice. Die traurige Nachricht vom allzu frühen Ableben unseres unvergeßlichen Führers, hat hier bei Zionisten einen unsäglichen Schmerz hervorgerufen. Die Zionisten legten Trauer an und hißten schwarzeFahnen. Donnerstag früh um 10 Uhr wurde in dem zionistischen Vereine „Hatchijah" eine große Trauerandacht abgehalten. Die Feier verlief bei ungemein großer Beteiligung sehr würdig. Präsident Kr. Lazarus Landau zeichnete nun in wenigen Worten das Leben und das Werk Herzls. Die Trauerrede hielt Journalist Herr M. Schächter. In einer tiefgefühlten Rede charakterisierte Herr Schächter die große Weltbewegung, welche Herzl durch seine öffentliche Tätigkeit hervorgerufen hat und würdigte den großen Verblichenen als den -mr «So?rn ncy Redner hob fernerdie Verdienste Herzls hervor, zu denen in erster Reihe das Schaffen einer jüdischen Organisation, Tribüne und daß er das jüdische Volk verhandlungsfähig machte, gehören. Mit dem Absingen des durch den berühmten Sänger I. M. Landau schloß die Trauerfeier. Auch wurde für den Nationalfonds gesammelt. Sch. Jüdische Meisterschwimmer. Am. 26. ds. kam auf dem Donaustrom zwischen Klosterneuburg und Wiener Kommunalbad das diesjährige MeWrschastsschlwimmen von Oesterreich im Doncmstrome über die Strecke von etwa neun Kilometern unter der Aegidc des österreichischen Schwimmsportausschusses zur Entscheidung. Das Resultat war: Simon £>rlik (Schwimmtklub „Austria") 49 Minuten, 34V5 Sekunden Erste r, E. Bernhard („Austria") 49 Minuten 46 Vv Sekunden Zweiter. Beide Sieger sind Juden. L. Mater, der Sieger vom Vorjahre, der dicht hinter dem führenden Orlik lag (ebenfalls Jude), kam beim Einsetzen zum Endspurt aus der Richtung und gab das Schwimmen aus. Theobald Uffenheimer'sche Gewerbestiftung. Vom Wiener ' Magistrat wird verlautbart: Am 28. November dieses Jahres gelangen aus dieser Stiftung für verarmte oder arbeitsunfähige wohlverhaltene GewerbSlente zwei Stiftplätze für Gewerbsleute israelitischer Konfession mit dem Bezüge von je K. 200 zür Verleihung. Die diesfälligen Gesuche sind längstens bis 24. September dieses Jahres im Einreichungsprotokoll der Magistratsabteilung 18 oder bei den Bezirksvvrstehern des 2. und 20. Wiener Gemeindebezirkes, beziehungsweise bei der Borstehnng der israelitischen KultuSgemeinde Wterk zu überreichen. WienlD i e B e r e i » i g u u g „B a r K o ch b a"- .Wien") hat die Jerialleitung Kvll. med. Abraham Glanz, 3. Bez., Unt. Weißgärberstr. 28, übertragen. An ihn sind alle für den Verein bestimmten Korrespondenzen zu richten. Ferialverein jiid. Hochschttler „Giskalah" in Proßnitz. Die Chargenwahlen für das Jahr 1904—1905 hatten folgendes Ergebnis: Präses jur. David Berthauer, Bizepräses ing. Erich Stern, Schriftführer med. Max Platschet. Die Taufe. Mvische Schmulewiez, HvchwttrdenS Täufling und Pate, blieb trotz dieser hohen Ehre bei seinen alten Gewohnheiten und aß an jedem Freitagabend gekuobelten Gänsebraten. „Schmulewiez," donnerte ihn der Gestrenge an, als er sich einmal persönlich von dem Ungeheuerlichen überzeugte, „Schmulewiez, ei« Katholik und Fleisch anr Freitag?!" „Herr Pfaxrerlebeu, es ist doch Fisch." „Gans," schallte es aus dem hvchwürdigen Munde zurück. „Gewesen, gnädiger Herr Pfarere," gab Schmulewiez lächelnd zur Antwort. „Wieso gewesen?" „Ich hav ihr nämlich Master auf den Kopf gegossen dreimal, rvie Sie es damals gemacht haben bei mir, Herr Pfarrer — urrd Hab gesagt dabei zu ihr — akkurat so, wie Sie, Hochwüvdigster: du warst eine Gaus — immer dabei Wasser auf den Kopf — du rvarst eine Gans, drr warst eine Gans! Jetzt bist drr ein Fisch, jetzt bist du ein Fisch, jetzt bist dn ein Fisch! — Und so ist die Gans geworden ein Fisch, wie ich — ein Katholik! — Das zorttglühende Arrtlitz von Hochwttrden legte sich irr Schmunzelfalten, als er sagte: „Schmulewicz, du hast eine« offenen Kopf." Und er verspeiste rnit ihm zusammen den — „Fisch". („Limpsizissinur^".) , Eine neue tschechische Parteigründmrg. Vor kurzer Zeit hat sich ln Prtbram eine klerikale tschechische Agrarierpartei konstitniert. Aber die tschechischen Parteigründungen scheinen noch nicht zu Ende zu sein. Wie wir tschechischen Blättern entnehmen, wird in Prag eine neuerliche Parteigründung betrieben und sollen die Vorarbeiten schon so wett gediehen sein, daß in Bälde die Konstituierung dieser Partei, welche sich den Titel „Tschechische Rechtspartei" beigelegt hat, zu erwarten ist. Für Politiker ist es vielleicht interessant, zu erfahren, wie viel tschechische Parteien es in Böhmen gibt. Nicht weniger als neunzehn Fraktionen und politische Parteien besitzen bisher die Tschechen. Die Bukowinaer Landtagsivahlen. Bet den am 22. Juli in den Landgemeinden stattgefundenen Wahlen für den Landtag wurden folgende freisinnige Kandidaten gewühlt: Czernowitz: LGR. Dr. Florea Lupu mit 90, Kotzman: Prof. Hierotheus Pihuliak mit 69, Gegenkandidat: Bazan 29, Raöautz: LGR. Theofil Simionovtci rnit 88, Gegenkandidat: Dr. Niko Blöndu mit 37, Sadagura: Prof. Doktor Stefan Smal-Stockt mit 69, Gegenkandidat: Nikolaus v. Flondor 62, Sereth: LGR. Mallek mit 76 von 77, Storozynetz: Georg Baron Wassilko mit 112, Gegenkandidat: Burla mit 0, Waszkoutz: Theodor Lewicki mit 63, Gegenkandidat: Doktor Bohateretz mit 21, Zastawua: LGR. Filemon Kalitowsti mit 61, Gegenkandidat: Dr. Hackmann mit 44, Wiznktz: Nikolaj v. Wassilko mit 81, Gegenkandidat: Konsistorialrar Hanicki mit'8, Gurahumora: Alexander Buburudzan mit 102, Gegenkandidat: Exzellenz Lupul mit 28, Kimpolung: Dr. Aurel v. Onciul mit 75, Gegenkandidat: Dr. Cricleviei mit 19, Suczawa: Warteres v. Prnnkul (konservativ) mit 63 Stimmen. Bei der am 26. Juli stattgefundenen Landtagswahl aus Ptoirowski im vorigen Jahre in dev rnthemschen Zeitung „Bnkowyna" mit Recht deswegen angegriffen, weil er während einer Epidemie Waskoutz verließ und sich in einen Kurort begab, ohne einen« Stellvertreter zurückzulassen. Mit diesem Manne, dies sei ausdrücklich konstatiert, haben die Ruthenen keinerlei' Gemeinschaft. Er gehört weder einem „Sitz"-, noch einem anderen'mthenischen Vereine, an. Ausland. Die Antialienbill. Wir haben bereits in dar Nr.. 29 kurz gmueldet, daß die Fremdenbill gefallen ist. ^Nachträglich verlautet Näheres: Erfreulicherweise stieß die. Bill bereits in dem großen Gesetzes-Komitee, dom sie vom Unterhause zur Vorberatung überwiesen wurde, auf so heftige und zielbowußte Opposition, daß der Minister, des Innern, Sir Akers-Douglas, sich am Beginne der siebenten Sitzlmg desselben zur Abgabe folgender Erklärimg gezwungen sah : „In den ersten sechs Sitzungen, des Hvmirees sind im ganzen drei Zeilen eines einzigen Paragraphen erl'cdigt worden. Nun hat aber die Fremdenbill elf Paragraphen mit ca. 240 Zeiten ... Dazu kommen noch 13 Seiten Amrndelnents, von denen ebenfalls. erst eineinhalb erledigt werden konnten. Geht es im. gleichen Tempo weiter, so ist absolut keine Aussicht, das Gesetz noch in dieser Session zu verabschieden. Seitens der Opposition wurde zwar der Regierung propomert, die Ausweisung bestrafter Fremder, sowie 'ein Landungsverbot ...gegen in ihrer Heimat bestrafte Fremde zu bewilligen. den Städten und der" Handelskammer wurden gewählt:" in! Allein die Regierung wüßte wirklich nicht, was sie mit einer Czernowitz: Advokat Dr. Benno Straucher (freisinnig) mit 1842! derartig verkrüppelten Bill beginnen soll und schlägt.daher Stimmen und Magistratsdirektor Wiedmann (deutschfreisinnig)! dem Komitee vor, angesichts der Unmöglichkeit, das Gesetz mit 1777 Stimmen. Die Gegenkandidaten Bürgermeister! noch lvährend dev gegenwärtigen Tagung des Parlaments Baron Kvchanowski und Advokat Dr. Kiesler, erhielten 413,! W crledigen, von der weiteren Beratung der FreMdenbill beziehungsweise 312 Stimmen. In der Handelskammer wur-' abzuschen." An diese überraschende Erklärung, des Mden der Präsident Friedrich Langenhan mit 16 und Bankdirek-! nisters, m dev man mit Recht eure Verlegenheits-Ausflucht tvr Wilhelm Tittinger mit 13 von 16 abgegebenen Stimmer: erblickte, schsloß sich eine zeitweilig sehr stürnm'sche Debatte, zu Landtagsabgeordneten gewählt. Die Gewählten sind deutsch- Arbeiterführer Trevetyan und Sir Setonn-Karr freisinnig. In Sereth wurde Professor Artur Skedl (deutsch-! sprachen ihr lebhaftes Bedauern über das Scheitln der freisinnig) mit allen 246 abgegebenen Stinrmen gewählt. In Bill aus, welche verhindere, die englische JndustE für die Suczawa erhielten Bürgerrneister R. v. Des Loges 226, Advoj >engllschen Arbeiter zu reservieren. (Rufe: Was denken« Sie kat Dr. Weidenfelö 149 und Ingenieur Fuchs 135, von 610 über Südafrika? Wie ist es mit tan Import chinesischer abgegebenen Stimmen. , .Kulis?) Major Evans Gordon, einer der lautesten Förderer und Befürworter des Gesetzes, der wahrend der ersten wird rm oenamvarten Hetzendvrs, Gemeinde Fohnsdorf, ein or« L-ppogMN, rein einzig esmar oas ^vorr eigrissen ijtroe, # Leichenhaus, bestehend aus einer Leichenkammer, einem Wohnhielt nunmehr eine lange Rede, nr der er glauben machen e^aEcn- Bekanntlich befindet sich wollte, daß er selbst die Fremidenfrage niemals zu einer die Juden der ganzen Gegend begraben werden. , Interesse der Freniden selber, die Jmmrgrcmolii von un- Die Chalnka aus Galizlen. Aus Galizien, 14. Juli, sauberen Elementen M befreien. Er schloß mit der wird geschrieben: Herr Isaak L. Schreiber in Drohobycz ver- Drohung: „Die FvMiden>bi!ll ist tot, die Agitation gegen; öffentlicht seinen Jahresbericht, nach welchem im Jahre 1903, die Fremden wird fortgescht werden!" Sodann legte Mr. | für die Armen des heiligen Landes eingingen 89 307 Gülden Curchill nochmals die Mängel des geplanten Gesetzes dar,! u n d 19 K r e u z e r. Bon dieser Summe erhielten der Kolel das so schlecht war, daß die Regierung selbst an seinem Zu-; Galizien und Mnnkacs in Jerusalem 41161 fl. 10 kr., die betr. standekommeni verzweifelt habe. Das Ministerrum habe j Kvlels in Safeö 36 088 fl. 62 kr., in Liberias 7702 fl. 60 kr.,! Spesen und Druckkosten 3964 fl. 83 kr., Kassenrest 1410 fl. 14 kr. I Es ist durchaus unerfreulich, daß ein so armes Land wie Ga- - lizien so viel Geld für eine so unproduktive JnstÜution, .wie es die Chaluka ist, yergibt. Eger. Die letzte Sitznng der Handelskammer mußte wegen Beschlußunfähigkeit, weil sich die sieben radikalen Mitglieder nach großen Lärmszenen absentierten, vorzeitig geschlossen werden. In Verhandlung standen Verleihungen von Auszeich sich sicherlich in einem schweren Dilemma befunden: ^Emevseits forderte ein großer Teil seiner Freunde ungestüm die Vo-rlegung eines Fremdengesetzes, andererseits verbaten sich die reichen und mächtigen Träger des jetzigen konservativen Regimes eine gegen die Ju«den gerichtete Bill aufs Entschiedenste. Daher die überraschende und absolut uninotivierte Zurücknahme des zur Debatte steheiid>en Gesetzes. Die R e d e M r. Churchills v e v a n l a ß t e S i r Harry Samuel, den einzigen j ü d r s ch e n nungen nach Paragraph 68 der Gewerbeordnung, darunter auch Verfechte r der Fr« m d e n b i« l l, zu der Versiche- Porzellansabrik Aich. Dagegen sprachen die Radlkälen. daü er rnit seiner Aaitationi neaen die scbrankenlose Als Kammerrat Kohn aus Karlsbad durchblicken ließ, daß ^ung, oa«si er nm wuni ngwanon ^gen me iwranrenMse sich die Radikalen von konfessionellen (antisemitischen) Mo-! Fvemdeniemwanderung, sowohl seinem Lande, al^ tiven leiten lassen, erhoben diese einen fürchterlichen Lärm«Glaubensgemeinschaft «einen Dlenst erweisen wollte. Zahl- und machten die weitere Verhandlung unmöglich, worauf sie reiche eingowanderte Inden hatten, wenn sie hier zu Geld korporativ sich entfernten. Da die beschlußfähige Zahl nicht mehr vorhanden--war, schloß Präsident Siegl die Sitzung. Neumagyarische Chauvinisten. In Barth a, gekommen lvareu, in Ostlondon ganze Hänserkomplexie angekauft, uim sie dann auAschließlich an fremde Juden zu storben nrit dem Wunsche auf den Lippen, seinen Sohn und Erben seiner Ideen als Nachfolger zu haben. Die Orthodoxen lvareu damit einverstanden und ließen letzteren kommen, aber eitle starke, reformerische Partei ließ alle Minen springen, um einent „aiifgeklttrtetl Rabbi" den Eingang zu erzwingen. Vorderhand hat diese die Oberhand, aber diirch bedauernswerte Mittel. Die Reformer erklärten ihre Sache als die eines angeblichen Patriotismus, machten dringliche Eingaben an die Negierung, die der „Kultur" zu Hilfe kommen sollte, und liberschwenimten die hauptstädtische Presse mit Artikeln, in denen die Magyarisierung der jüdischen Bevölkerung Barthas als lockender Köder ausgelegt wurde. An dem Wirken des vrthvöoxen Rabbinats ließen sie kein gutes Haar und stellten es als zelvtisch! fanatisches und staatsbürgerlich verwerfliches Regiment dar. Tatsächlich setzten sich däraufhin die leitenden ^teumagyarliiye «Ayanvinnien. Jtt Bart ha, eitteut; hrn*m'i.pfr'n rnow m*i{i mti* her* An!ti«semitismiils aesürberk stark bcstlchtcu «urorte, leistetc dir jüdische R-s°rm»art-i -in! N starkes Strick. Die jiiöisihe Gemeinde zählt etwa 800 Köpfe.! Auch fühle u1 sich veipflichjrer, das Jmlevcsse seiner Diese richteten sich 30 Jahre lang nach den streng orthodoxen I chvistlchen Wähler zu vertreten, wahrend me Oppostnon, Ansichten von Rabbiner Moses Halberstamm. Nun ist er ge-! die so warm für die fremden Armen Änirete, für die ttnvr,,« «Hf h,m AEN des eigenen Landes Nichts übrig habe. Der Avbeiterbertroter Johnson betonte, daß der englische Arbeiter sich drwch die Freinden nidjft geschädg!t! fühle und zu feinem Schutze keiner Fremdenbill bedürfe. Der Vorredner sei iücht berechtigt, sich als Vertreter des. armen» schwer arbeitenden Mannes aufziispielen. Statt die bei uns Schutz suchenden armen Fremden zu verfolgen, sollten die Herren lieber vor ihrer «eigenen Türe fegeli und keine Lohndrücker aus China und Ceylon beschäftigen. Aüch'Mr.^ Stimrt M. Samuel machte seinem jüdischen Anitchoden kräftig den Standpunkt klar. Ma>nche Herren geberden sich hier als echte Vertreter der Arbeiter und doch« erscheineir sie niemals oder t .als Vertreter' der Jilden vorgestellt. Ich kann nur versichern, daß er d«er einzig e Inde Engla nds ist, der in Beglekiüng eiiiies Major Gordon und Korisorten in antialieliistisHen Versauiniliingon als Redner auftritt." ■ Bei der nach'längerer Debatte vorgenoliiniienen MAlmmmg wurde der Antrag der Regieriuig rnit 38 gegen l4 Stiinnven angenonuuen. Für deuscilben stimniten auch einige Mitglieder der Opposition, So riefeiv znnr Gaudium dcs Hauses beide Samuels gleichzeitig „Ja". Das „Ja", .des bokamiten Reaktioimrs, Zöllners imd Fvemdenhäffors Sir Howard Vincent wuirde NÄt dein Riffe „Aiich bu BrutpS!" begrüßt. So ill denn >de fanrofc Bill tot und bograbeli. Für die iiachste Zuklnfft droht der EilNvanderling unferer GlauhensgeiMen in England keine Ekffgbrll . daS Bürgerrecht verloren. Das Gesuch, daß er sich hier ntederlässen wolle und einstweilen voin Rabbinatssitze absehe, wurde abgewtesen, da er angeblich kein Vermögen besitzt und seine Familie nicht ernähren kann, weshalb er dem neuen antisemitischen Greuzwarhgesetze verfallen ist. — So geschehen in Bartha in Ungarn! Ein akademischer Rowdy. Anläßlich eines Brandes in W a s k o u tz ( Buik.) tat sich besonders Dr. Pivt r o w s k i hervor. Derselbe rief!den Bauern, welche einzelne Juden zu retten versuchten, zu: „Ne ratujte Zyde!" (Rettet nicht die Juden!) Es nmß mit Enipörung erfüllen, daß ein intelligentev Mensch angesichts so viele!«. Elendes und Jammers einen solch! heillosen Zynismus aufbringen kann. Doch wer diesen« Herrn kennt, wirdvon seinem Vorgchen keineswegs übei'mscht sein. Wurde doch Dr. i