Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 31 (29.7.1904)
- Date
- 1904-07-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Wien, Freitag Un-ncht beschuldigt, da verfehlte diese meisterhafte Schilderung 'ihre Wirkung nicht: Verstohlen suchte er nach seinem Taschentuch und konnte kanm seine Erregung verbergen. , , Meine ganze Rolle beginnt eigentlich dort, sprach er, als. man mich in jener denkwürdigen Nacht im Hanse -es, ,. B a n d i R e c s kst verhörtem Anfangs sagte ich die Wahrheit» öfters wnrde ich verhört, Und immer sagte ich dasselbe:! „Ebter Solymosi kenne ich nicht, im Tempel hat sich nichts zugetragen, nur Probegesang wurde abgehalten." Dies .ryar am Bormittag. — Abends nach dem Abendgebet verhandelten zwei Inden einen Vergleich in einer strittigen Brantweinangelegenheit. Als kleiner Knabe, der ich damals war, flößte mir der Umstand allein, daß ein Gendarm Mich vor den Richter führte, gräßlichen Schrecke» ein. Ein Gendarm, ich erinnere mich noch ans seinen Nämen — Josef Nagy — stand währenb des Verhöres immer hinter mir. Am 22. Mai 1882 — dieses Datum werde ich nie vergefien — führte man mich von Tisza-Eßlar nach Nag y f a l n . zu R e c s k y. In den Nachtstunden wurde ich wiederholt vernommen. Anch Peczely war dort nnd sein Sekretär, der wie sich später herausstellte, schon einmal wegen Raubmord verurteilt war. Sie sprachen von den Juden, ich hörte in einer Ecke z«. Man sagte mir öfters vor, was ich später aussagte. - Nachher führte man mich in die Küche, wo man mir zu essen -■ vorletzte, aber ich wies sie zurück, meine Religion verbiete mir den Genuß solcher Speisen, sagte ich. Ich hatte Schlaf nnd; man ließ mich niederlegen. Plötzlich weckte man mich, führte mich nochmals vor den Gendarm und Recsky stellte Peczely -als Geistlichen vor. Peczely forderte mich sodann ans, die Wahrheit zu sagen, sonst öffnen sich vor Mir die Pforten der Hölle, Ich blieb .bei meinen Anssagenman zankte, schimpfte mich und drohte mir. Schließlich, als vor Schlaf meine Augen znfielen, machte , ich halb unbewußt die Aussagen, welche man mir diktierte. Sofort nahm man sie zn Protokoll. Recsky diktierte.und ich : sagte auf alles ja. Nachdem es fertig war, legte man es mir vor, ich solle es unterschreiben. Als ich dies getan, frug mich der Gendarm: ,Warum sägtest du dies alles erst jetzt ans?" - ,Meil ich muß," war Meine Antwort. Darauf hob mich Recsky bei den Ohren in die Luft, schüttelte mich, drohte, mich «mzubringen, wenn ich getraut, was anderes zu sagen, als was im Protokoll anfgenoMmeu war. Mau ließ mich nieder- 7 legen: ' Ich war ganz zerknirscht nnd gequält. Noch einmal weckte man mich in derselben Nacht: Der Untersuchungsrichter Barry vernahm mich von Neuem. Auch, hier sagte ich zn allem Za nnd man nahm darüber Protokoll auf. Es ist sonderbar, daß ich B arry während des Verhöres - für einen sympathischen gute» Menschen hielt. Ich sagte ihm auch später unter vier Äugen, ganz vertrauensvoll, daß meine - Anssagen unwahr feien und daß -er Geudarm mich dazu -waugworauf Barr y ernst ünd entschlossen sagte: ,Mei» - Sohn, was der Menfch einmak gesagt' Hatz dabei soll er bleiben.". - Sonst sprach er kein Wort. Seitdem stand ich, so oft ich vor Barr y erschien, im Banne einer drückenden, zwingenden Macht. Nachher erzählte mir Scharf die Phase« der bekannte» C Affäre. Man brachte ihn ins Gefängnis nach Nijiregyhaza nnd setzte ihn ins Wachzimmer. Einmal, fuhr Moritz fort, hörte ich in später. Nachtstunde ans einer Zelle im Korridor des Wachzimmers die leisen, rufenden Worte meines Vaters. Ich schlich mich leise, hin, mein Vater fragt leise: hier -durch An- und /Verkauf gebrauchter Sachen sichfernen : Lebensunterhalt erwirbt. , Seht Jahren war der Bezirk Fünf Haus sein Rayon, in welchem er das Gewerbe eines Hcmdolsjuden betrieb; er handelte in. dm Gassen rmd Hcmifsm dieses Stadtviertels umso lieber, als die BevölöeruM daselbst ihn seit Jahren schon als reell und verläßlich kannte. Da ab'er am Tage der folgenden Erlebnisse eine Gluthitze war und es ihm unmöglich wurde, oen Weg von der ■ Leopoldstadt nach Fünfhaus zurückzulegm, entschloß er .. sich, 'diesmal nach der Landstraße zu gehen und in der Nähe bei den Weißgärbern als Muser alten Gerümpels auszutreten. Da er bereits sehr schwach in den Beinen war, . schlotterte er Schritt um Schritt über die Stefaniebrücke, den Franz Josefs-Quai, dev Radetzkystraße zu; sehr müde, ließ er sich aus einer Bank gegenüber dem Gebäude devFreiwilligen Rettungsgesellschaft nieder, um ein wenig auszüruhen. Instinktiv befühlte er dann seine rechte Hosen- . lasche, sprang erschreckt und totenbleich aus und schrie mit < weit vernehmbarer, mitleidevweckmder Stimme: „Mein Geld, mein Geld, mein Kapital, das mir alltäglich ein -barmherziger Mmsch borgt, verloren, ach, verloren!" .In seiner Aufregung und Verzweiflung bemerkte er jedoch, daß einige Schritte von ihm entfernt ein Mann Bewegungen inachte, wie wenn er arf dem Trottoir einen Fund gemacht hätte und die Absicht hätte, ihn zu verheimlichen. Er eilte diesem Manne, der ein barsches und robustes Allssehen hätte, nach und forderte ihnaufs Geratewohl aus, ihm sein Geld, das er verloren- und welches dieser eben gefunden hatte, zurückzugeben. Der Angesprochene schien eine drohende Haltung anzunehmen mch er hätte anch sicherlich den alten, armen, krärrklichen Handoljlwen tätlich cmigegriffen, wenn nicht einige beherzte. Bedienstete der Freiwilligen Rettungsgesellschast hillzugesprlMstvn wareir rrnd •bleftt rohen Menschen mit Entschiedenheit: aüfgeföcheri ihätten, denl, Jlldm das Börsel, Welches er eben gefunden chatte, sofort zuri'lckzugebien, da sie sontst einen, Wgchmänn zur Schlichtlmg dieser AiMlegenheit herbeinpfm müßten. Nolens volens zog der Lump das Börse! aus der Tasche und warf es dem wie ein Espenlyub M . ganzen Leihe zitternden alten Jltdm zu Mßem Dieser stgrrff feinen Jüdisches Volksblatt. 29. Juli 19u4 Nr. 3 „Mein KittV/ wirs häst dü dem Untersuchungsrichter gesagt, ich hörte, dn habest mich des Mordes beschuldigt?" Ich hatte nicht den Mut, meinem Wafer.die Antwort zu gestehen nnd gab eine ausweichende Antwort. Er munterte mich auf: „Lenke nicht ab von der Wahrheit, mein Kind» verlasse ihre Pfade nicht, Gott, Israels Gott, wird auch diesen harten Schlag von uns abwälzen." Biele, viele Nächte verbrachte ich schlaflos. Ich weinte und schluchzte in mich hinein. Wem sollte ich meine Qualen klagen? Die Gendarmen ermutigten mich immer: „Moritz» du bist ein rechtschaffener Knabe, du bist der einzige ehrliche Jude auf der ganzen Welt, die anderen sind alle Halunken." Immer spöttelten sie über die Jude», schimpften, fluchten und schmähten sie. > - Am 23. August kam ich zur „Erziehung" zum Schloßhanptmann Henter. Dort behandelte man mich gut. Heuler und seine Familie waren. zärtlich gegen mich und überschütteten mich mit Schmeicheleien, gaben mir alles Gute. , Anfangs verlangte ich koschere Speisen. Man ließ mir von einem jüdischen Wrt namens Nöchlitz das Essen holen,. Aber nachher machte man mir Singst: „Mvritz, du wirst sehen, die Juöen werden dein Essen vergiften." Einmal kam mir das Essen verdächtig vor, seitdem getränte ich mich nicht mehr, von den Rd'chlitz'schen Speisen M esien. Eine Zeit lang lebte ich voü Wasser und Brot, doch konnte ich dies nicht lange vertragen. Henters ermutigten mich, poch von ihren Speisen , zu esse«. Nach langem Zaudern versuchte ich einmal. Es schmeckte mir. Seitdem speiste ich bei ihnen. . Es kamen die Herbstfeiertage. Noschhaschony wollte ich in den Tempel gehen. Die religiöse Erziehung hat stärke Wurzeln. Obergespann Zaltan ließ mich rufen, er erlaubte mir, in die Synagoge zn gehen, machte mich aber aufmerksam,, mich in Acht zn nehmen, da die Juden Rache gegen mich geschworen hätten und mich »mzubringen trachten, Ich blieb zu. Hanse, erbat mir ein Gebetbuch und betete. Langsam blieb auch das Beten aus, anch Zitzith zog, ich keine mehr an. Bei Heytors wurde ich ganz verwandelt. Immerzu hörte ich die Inden schmähen, der Schloßhauptmann witzelte satirisch über die Juden nnd suchte mich immer als einen hinzustellen, der mit. diesen elenden Geschöpfen gar nichts ähnliches habe. Ich werde noch ein großer Herr werden — sagte er — nicht so ein schundiger, zerlumpter Jude mit „Peyes". Ich hatte ein leichtes Leben, sorgenlos und munter. Aber .doch sehr oft erwachte in mir das Gewisse». Ich wollte hervortreten und in die Welt schreien: „Alles, alles ist Lüge und . Trug." Aber als ich versuchen wollte, in diesem Sinne zu sprechen, traf mich der strenge, strafende Blick Henters und das Wort blieb mir in der Kehle stecken. Schließlich wurde ich im ganzen i h r e Kreatur. Was sie mir vorsagten, wiederholte ich. Ich wiederholte es einmal, zrvekrnal, hundertmal und nachdem sing ich selbst an, dargn zn gla»bvn. ' - --.V ■-■■'i ' mich MÄ Eistdös — Gott geleite ihn auf alle» seinen Wegen — doch in Verlegenheit. Für solche Fälle war mir der Trotz als Antwort einstudierk. Sonderbar, wieviel Mnt nWWäst ich ans der Tatsache schöpfte, daß das Publikum ick Säältz meine Aussage« mit bräiffendäm Beifall aUfgenomck^Ü'hätck. Der Beifall gefiel mir, er berauschte mich. Das Uebtlge brachte die täglicher PräpariernNg fertig:! , > - Der Zeuge Gendärm Barezy verkehrte öfters bei Henters . Einmal, «ach dem Aveudessen, riefetckichzu sich und fing ein Gespräch an: Ich sägte ihm natürlich mstne Lektion fließend her, wie der Erste in der Klaffe, er bestürmte, mich mit Kreüzfragew und als er merkte, daß er mich schwänkend gemacht, srüg er miih plötzlich: „Du Moritz, wenn mgn dich bei der Verhandlung fragen würde, ob dich nicht Vändi Reesky zn dieser Anssage gezwungen, was würdest dn sggen?" Daß es wahr ist, da er mich in der Tat dazu gezwungen hat. Seither habe ich Recsky' nicht Mehr gesehen. Diese Szene kam anch in der Verhandlung zur Sprache und — tief schäme ich mich, dies wartzie erste, selbständige, Echt einst Lüge — ich lengnete sie ab. ' ' Was nach der Verhandlung geschah, habe ich Ihnen erzählt. Mein Vater hat mir Nie auch nur mit einety Wort Vorwürfe gemacht. Gleich nachdem ich ans Hcnters Hänöen befreit war, kam ich zu meinen Eltern und von da hiether. Und dies alles erzähle ich Ihnen deshalb, weil/ üst auch dies ins Reine gebracht haben möchte. Mein Vater schrieb tnir vor zwei Jahrenich möge Kärl Eötvös, der damals äst der Geschichte dieses Prozesses arbeitete, Einzelheiten Übet «reine Erlebnisse Mitteilen. Aber ich wollte meinerseits keitten/Einfluß ans die Sache ansübeN. Aber nnn, da das Werk drHiene«, steht mir nichts im Wege, auch ein Wortf a« zitierte Scharf ans der Rede des Staatsanwaltes die Worte: Ich möchte die Vlä'Üer ans der Geschichte Ungarns auHeißen. „Auch ich möchte diese Blätter ans der Geschichte meines Lebens ansreißen," sagte er< ,Ich fühle keine Gewissensbisse, da ich ja nur das willenlos gemachte Werkzeug für die bösen Pläne der Ruchlosen war. Aber leid, sehr leid tut es mir,, daß gerade ich der berühmte Moritz Scharf sein mußte. Warstm, warum Mußte gerade ich es sein Tief erschüttert hörte ich die Erzählung Moritz Gcharfs an. Ich bot ihm Eötvös' Werk an nnd versprach ihm, ein Wörterbuch zn schicken, Mit. dessen Hilfe er seine und der anderen tranrige Geschichte änsbnchstabieren könne. Er nahm das Buch an und-übersetzte gleich zur Prob^de» Titel des Buches und fügte den Vers ans Schillers Glocke hinzu: „Noch danern wird's in späten Tagen / Und rühren vieler Menschen Ohr!" , ' Und dann — dann kanr - die Schlnßverhändlnng. Zuvor nnrtzte ich bei Henters eine harte Probe bestehe«. Man verhörte mich, verwickelte wich in Krenzfrage«, überraschte mich mit plötzlichen Wendungen und allerlei unerwarteten Frage». Ich beantwortete alles. Was ich nicht wußte, hatte ich gelernt. Als ich zur Berhandlnng kam, war ich so präpariert, daß ich in meiner Wissenschaft die Reifeprüfurch hätte bestehen können. In der Schlußverhandlnng — Sie wissen — hatte ich das traurige Examen glänzend bestanden, aber manchmal brachte wiedererlängten Schatz-, sein Geld , zur.Bekvsibmrg seines Geschäftes, dankte vielmals, seinen Helfern und schritt fast atemlys derselben Bank. zu, .auf welcher er saß, alser-den Abgang feiner Börse bemmikte, setzte sich -auf siehin und . hielt, das schwu-lstige Portym>ounaie krampfhaft, in seiner Rechten und traute sich mcht mehr, es in. feine Faschezu stecken. ' ' Pon der Anfrögung beruhigt,. zäWe.der MWe Haickeljütztzden JnhE^tzi'pO:.BörsÄs,■•um sich die Ueberzougnng zu verschaffen, daß. sich in deni/solben hier ursprüngliche Inhalt befinde, und er fand richtig den Betmg. VM drei Kronen und . siebzig Hellicrp, Nwbei er zu. sich.feshst redete: „Er uurß tvirklich einer der sechsMlddreißig Zadi'kün (Gerechten) fein. Wieviel Menschen vevhilft er, der wackere jüdische Greisler in der Leopoldsgasse, dadurch zur Existenz-, daß -er ihnerr über den Tag vhn.e Garantie efn kleines Handgeld borgt, damit sie ihren. - Ha usierha ndel mit Mmdhölzern qdex.ihr, HandeljudeuMwxr.be betreiben Umren.. Umso edler ist noch-'diese seine Tugend,, als -er.sie still,, im Berbyrgeneu ausübtz ohne zu streben, daß sein .miMÄttiges Gehaben an . die. große Glocke gehängt und in deir Zeituntzeir festgehalten^ werde." Dis Hitze drückte und der.uüAückliche Alte wischte sich während seines Ganges in die- Weißgärber? straste unaufhörlich den Hchweiß vom Gesichte. . . Da-solbst angelangt, begann er die.Stavphen zur Ankündigung seines Vorhandenseins aufsusagen, die, wie bekannt, lauten: ,,'H a n d l-e! H a n dl i!,H a ndl ol" So schreiend ging er die ganze. Straße entlang.und die Schulbuben.,- mit ihnen , Torn.istem beladen, ahmten seine Ausrufe, so lmtge fpöNsch nach, bis ein älterer, besserer Herr ihnen ihr Benehmen gegenüber einem., alten Manne, der m solcher Gluthitze '- mit einem- Sacke, auf dem Rücken sein Brot suchen muß,' aufs. .Entschieden^ verwies^ lvorauf die- BuHerr sich vavi; schämt aris hem Staube Machten' und gegen die Hchgaste verMvaichen.-)^^ .... . .- - -y , 'Da aus den DWern-.dev Häuser dev Weiß- :gärbersLrgße niemand! deu HandMichen eines Geschäftes wegen M sich lud, schlich, ev sich, voysichtig und verschWu in. oj-yen HofMANi derselben und M in gemesseMM ÄnW. um. nicht vom Hausmeister hMM. zu »Wchen-, handle, .hM,,.hachlvi,. -:t- : ■ ■ I» ' > ) ■ . . ' . E z e r n ö w i tz, .26. Juli ist04, In der Bukowina vollziM - sich, jchtim, Stur^^sschritt jene 'Evolution, . die unstreiu Jahrhundert . -1 das Eptheton. „soziales" verschafft hat: der- Kampf der. Zurück: gesetzten gegen oie Bevorrechteten, in Neseln Fällie gegen eine Klasse der bisher Herrschenden in der Laudtagsstube, der Kainpf des Volkes gegen das Privileg. Unter dem Zeichen „WaUvefvrm" hat sich eine. Gruppe von Männern - „Häben's nicht die im Hausflur angebrachte Tafel gelesen, auf welcher-deutlich geschrieben steht, daß ^hier an meinem Hause das „Betteln rund Hausierenstrengst verboten istd" ließ sich.ein bchäbiger, sehr grü gellährter.Herr, der ein Gesicht, . rot wie. rüve Runkelrübe mrd oine-Mfe, vistlfärbig .wie eirr .Regenbogen hatte, -am Köpfe eineit Fetz trug urvd in der- Hand- .erae - Nmmnor der. „Bolkspresse" von Biolohlawek hielt, aM-.-. -eniem 'Fenstevr.:des.-. ^Mn Stockwerkes mit don-nerähnlicher -Stimme vetlr-ehmen. „Na, der-karm fchpn t-eicht lachen und ' eineir) .Melr Menschengriälen-, der; etlvas zu verdielven sucht; 'der . hat sein Schäfchen inr^TrockeMu, " flüsterte eine Nachbarin der anderen.durchs Fenster! zu, die der Hoidelnspektakel, den der Harlsherr mit 'dlem.Handoljudenrnachte/ an die Fenster gelockt hatte. - - .. - ';■ . ■ Noch -hatte sich der arute Jude, der eilrftiae glückselige Talmudist-Und Halack-üst, Vom Sckweckeit, delr imir der rohe lutd. herzlose Hausbesitzer bereitete, nicht evhoÜ, äls 'Wu die. Harlsmeisterin, ein dickes, gewalttätiges Weib, ^nst zwei aufgefchürz-teu Armott, vor ihm in dröheitder HattuiW'dPstand-und ihm den Ausgang zeigte.- ' - ' -„So,. HchMjud,' kMckven.'^" hemÜf," ließ, sich eine weibliche.^Stimme alis einem Fenster des dritten.StMwürkes' vernehrneir. Die 'HaltKWMeringab .ihni.st'ßstgedrunMn freien Lauf. / st „Vorhängn-is,". murmelte der Alte, Bedrängnis befreit ,sah,, „wenn schon doch sttwas MWMielr M, liegt ch.erst M'.hkw-.br ft-t.'ü-n. Stocke; mitzMeMUin ganze vier Stöckverke;. oh mich nre'me MWcheu Mine hinaufbringen, ist fraglich." . . -. . Jndefsen faßte er Mut, nahm! Ms Kräfte zußmrmjen, ghig .keuchend rmd HMend die vier Stockwerke hstmuf und trat in 6as Vorzimmer der Wohnung, vmr welch.sk ihm zrlgelvmkt Nmrde. . Der Kra-m, welchen die Hausfraudie dm Indent M .sich beschied,.verkaufen woMe, bestand aus einer alchw auf Mehreren. SNtm geslickteit Arbeiterhose aus BmvMwMe, aus zwei zerfetzten Füshüten. die noch vor' dvv t.Aerä Wegers chon aus dm -Faschlwaren, ausdtverferr ^RlegM'- Wch«Wr -.i- >'• 1, ... - , . ..•: f-’il I'l'»’