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Jüdisches Volksblatt · 1904-06-24 · 26 (24.6.1904) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
26 (24.6.1904)
Date
1904-06-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien. Freitag Jüdisches Volksblatt. 21. Juni 1904 Nr. 26 Geschichte der Ausnahme von Juden in die deutschen Burschenschaften. Die Ausgrabungen schließen mit dem Monat Mai wegen der Getreide-Ernte und des damit entstandenen Arbeitermangels für dieses Jahr vorläufig ab. Mit großem Interesse wird man dem in kurzer Zeit erscheinenden Bericht boit, Dr. Schumacher entgegensetzen dürfen. immer noch die Funde in Babylonien, Aegypten, .Kreta das allgcivanderer unter Polizeiaufsicht, die Schaffung des verbotenen memste Jntcreyc rn Anspruch; so war auch hier wieder vor wenigen rittL ' J/c - „a t .. t’eioore,Te>n Tagen über deii Fortgang der Arbeiten voii Evarrs in Kreta zu Y ns u. a. m., fall.« zu lassen gedenkt. Jedenfalls Ware es unfair lesen, die ein so überrascheiidcs Licht auf die älteste griechische Kultur ""d tu den Annalen des englischen Parlaments unerhört, daß eine und ihren Zusaninieiihang mit der orientalischen geworfen haben. Gesetzeskommission, zu der andere, ihr nicht angehörende Mitglieder Auffalle,id ist immerhin, daß von den gegenwärtig sehr erfolgreich des Unterhauses keinen Zutritt habeu, wichtige Beschlüsse fasten betriebenen Ausgrabungen im Norden Palästinas so gut wre nichts . r J i ' in die Zeitungen kommt. Boi, einigen Ergebiiissen der Ansgrabun- £ ' andererseits mcht außeracht gelassen werden, gcii auf dem Tell-el-Mutesellim» die seit einem Jahre Ingenieur mall cs diesmal mit Antialienisten, wenn nicht gar mit Anti- Dr. Schuhmacher im Aufträge des Deutschen Vereins znr Erforschung scmiten zu Hut hat. Wer hat es aber je gehört, daß Antisemiten. Palästinas leitet, werden die Leser des «Schivüb. Merk, wohl ilmso tuctttt sie die Macht in Händen haben, irgendwelche Skrupel gehegt lieber Kenntnis nehme», als Schuhmacher der deutscheli (fast ganz sj-r., ... schiväbischen) Kolonie Haifa angehört (wo einige hundert Lands-s ' ese Macht brutal zu mißbrauchen! leute von uns lvohnen) und vor über 20 Jahren in Stuttgart studiert \ -- hat. Der heutige Teil el-Mutesellim ist wahrscheinlich das Ntegiddo f der Bibel. Einer der interessantesten und wertvollsten Kleinfunde} (Ende März d. I.) ist ein prächtig geschnittener Jaspis-Siegelstock \i - (dein Schreiber d. Z. liegt eine Photographie vor), auf dem um] einen schön gezeichneten schreitenden Löwen in althebräischer Schrift i steht: „des Schima, Dieners des Jerobeam". Man wird nach dem; Vergleich mit den babylonischen Ticrfiguren kaum in der Annahme \ fehlgchen, daß dieses Siegel eine babylonische Arbeit ist. Ein eige-! Die Freiheitskriege hatten in der akademischen „er Beamirr Erbracht««, ».«»«ft d°m.Sultan.nach K-ustmit!»- J„ge„d Deutschlands die Hoffmma auf ein qcmeinsam-s opel, in dcyen Museum alle Funde abgclrefert werden müssen. Fer- Cr 'irx.o mÄi.' n t»'\ J A üo!7 ’iöV* iier fand Dr. Sch. eine vorhistorische Burg uiid dabei ein unter-! ^OUtsche^ Vaterland machtvoll gefordert, ^ahre 1814 irdisches, ans einander überkragenden uiid roh zusammengefügten : verossentlichte Arndt den „Entwurf einer teutschen Ge- Felsstücken erbautes unterirdisches Gelaß, vielleicht die Schatzkmnsellschaft" Lttr Pflege deutscher Art und Zucht. Im meder -N-» «um °m> MeM«. GrW-r mit Skclcttcn und! Auschlussc au dicfc» Entwurf entstände,, überall IN Waffen lind zahlreich aufgedcckt, babylonische Gemmeli und eure! , ra r .rrrr größere Anzahl von Skarabäen gefunden, ebenso zahlreiche israeliti-] J^OstdeutschlcNld „deutsche Gesellschaften , unter ihnen sche Malsteine (Mazzeba) und Opfersteine (Altäre) und israelitische j dw erste Heldelberger Burschenschaft Teutoma (E. Dich, Pflüge ausgegraben worden. Im Osten des Tell fanden sich Neste die deutsche Burschenschaft in Heidelberg, 1895, S. 15). einer sehr starken (etwa v Meter) UmfaffungSmauer aus an d?r Als „deutsche Gesellschaft" nahm die Teutonia nur Luft getrockneten L-hmzt-geln nach Art der babl,I°n.,ch°n Bauten. Deutsche von Geburt und Bekenner der christlichen Religion in ihren Verband auf. Ebenso waren nach dem „Erlanger Burschenbrauche" vom 15. Januar 1817 Juden „als die Feinde alle« Volkstümlichkeit" aus der ] Erlanger Burschenschaft (Teutonia) ausgeschlossen Eine jüdische Gedenkfeier in England. Die israelitischen; (Wiegand, Geschichte der Erlanger Burschenschaft^ Glaubensgenossen in England begingen dieser Tage die dreihundert- 1877, S. 8). jährige Gedenkfeier an den Geburtstag von Menasse ben] Da arbeitete Friedrich Wilhelm Carove (der am Israel, jenen Rabbiner, dem die Juden ihre Wiederzulassung 20. Juni 1789 in Coblenz geboren, am 18. März ill in England im Jahre 1655 hauptsächlich zu danken haben. Menasse'Heidelberg gestorben ist und sich durch religionsphilobcn Israel ist der Sohn eines Crypto-Jsraeliten in Lissabon, der' sophische.Werk" einen, geachteten Namen erworben hat), schwer unter der Inquisition gelitten hat. . Der Sohn w".rde in j tm Anschlüsse an die in Jena und Berlin gültige Ver- Amsterdam erzogen, widmete sich dem geistlichen Stände und ward sassung eine solche für die Heidelberger Burschenschaft bald in weiten Kreisen bekannt. Er geriet in Berührung mit den ] aus, die am 23. Februar 1817 angenommeu wurde, englischen Puritanern und den an das tausendjährige Reich Glau-'In ihr wurde ZUM erstell Male Juden Ulld Auslälldern benden. . Mit großer Energie arbeitete er auf Wiederzulassung der die Aufnahme tlt die Burschenschaft ausdrücklich gestattet. .Juden in England, wo sie durch Eduard den Ersten seit 1290 verj Am 22. Februar 1818 lud die Jenaer Burschenbannt worden waren, mit allen Bemühungen hin. Seit 1649 begann schüft die Übrigeil Hochschulen zu eitlem Burschelltag er darüber mit der parlamentarischen Regierung zu verhandeln,s nach Jena, der VVNl 29. März bis 3. April abgehalten doch konnten erst von 1655 an praktische Schritte getan werden, j lverdeil sollte, um die Grundsätze für eine allgemeine Cromwell, der mit Rücksicht auf den Handel Und die koloniale Politik ( deutsche Burschenschaft zu beraten. Heidelberg delegierte für die Zulassung der Juden war, lud Menasse im erwähnten Jahre ' v. Kobbe Ulld dell später bekannt gewordenen liberalen zu einer Konferenz in Whithall ein, welche: als der einleitende Schritt Politiker Wilhelm Adolph Lette (starb 1868 in Berlin), für die von Menasse angestrebte Maßregel gelten kann. Nachdem( Vertreter für Jena war Graf Keller. Den Vorsitz führte dieselbe erfolgt, bestimmte EromlseK für den Rabbi als Zeichen; Niemann: Dieser legte am LO. März 1818 die 19 Punkte seiner Hochschätzung eine Pension öon 100 Pfund jährlich, die aber' als Grundlage zu einer Burschenschaft vor und brachte — nie ausgezahlt wurde. Menaste kehrte in ziemlich bedrängter sie einzeln zur Abstimmung. § 4 und § 6 standen im Lage nach Holland zurück; 1657 ch er in Middelburg gestorben. .; Widerspruch zu der Heidelberger Verfassung Caroves, da sie Juden und Ausländer von bett Burschenschaften Die Antialienisten. Aus London wird geschrieben: Die .ausschlossen. Bezüglich der Ausländer setzte es Heidelberg dritte Lesung der Fremdenbill, welche vorgestern im Unterhause durch, daß Riemanns Vorschlag den Zusatz erhielt: stattfand, hat gezeigt, daß die Opposition gegen das Gesetz sich „daß eine deutsche Burscheuschaft Ausländer unter sich bis weit in die Reihen der Regierungspartei hinein erstreckt. Der aufnehmen könne, wenn sie nur von ihnen überzeugt Minister des Innern, Mr. Akers-Douglas, stellte den Antrag, die [ei; daß sie dem Zwecke einer Allgemeinen Deutschen endgiltige Beratung an die allgemeine parlamentarische „Gesetzes- Burscheuschgst nicht schädlich, sondern eher förderlich sein Kommission" zu überweisen. Der sonderbare Antrag stieß jedoch Ivftriwn!" Ebenso erhielt § 6, daß nur Christen ausaus hartnäckigen Widerspruch der Opposition. Nicht weniger als genommen werden könnten, auf Betreiben Heidelbergs achtzehn Redner erhoben sich nach einander, um den Vorschlag des den Zusatz, „daß es der Entscheidung der einzelnen Ministers zu bekämpfen. Mr. Trevelyan erblickte in dem Antrag Burschenschaften überlassen werde, ob Nichtchristen aufder Regierung einen Versuch, die Diskussion über das Gesetz zu; genommen werden sollen." (E. Dietz, Neue Beiträge zur strangulieren. Die Fremdenbill habe mit der Gesetzes-Kommission - Geschichte des Heidelberger Studentenlebens, Heidelberg, ebensowenig zu tun, wie etwä die Home-Rule-Bill. Sir Campbell-! 1903, S. 50). ' , Bannermann wies darauf hin, daß die Fremdenbill mit den bis-; Es erfolgten aber noch weitere Beratungen über herigen Traditionen Altenglands brechen will, weshalb über die- Stellrurgllahme der Heidelberger Burschenschaft zu selbe in voller Oeffeiitlichkcit diskutiert werden müsse. Mr. Akers-,htz,^ ju Jena vereinbarten 19 Punkten. Auch bei diesen Douglas wandte dagegen ein, daß die Bill in der ztoeiten Lesung Verhandlungen handelte es sich wesentlich darum,' ob mit einer Majorität von 124 Stimmen angenommen worden sei. die Heidelberger Burschenschaft ihren Standpunkt inbezug daß es sich nunmehr nur noch um die Bestimmung der näheren ' ^uf "die Juden, Ausländer und das Stimmrecht der Details handle, die sehr gut in der Gesctzes-Kommission erledigt Füchse den Jenenser Anschauungen opfern sollte. Aber werden könnte. Wie Mr. Asquith, der auf den nachdrücklichen die „Philosophen" oder „Hegelianer" behielten in Heidel- Widersprnch, dem die Bill bei der zweiten Le-sung im Unterhause, ßerg gegenüber den „Deutschen" die Oberhand. Der begegnet sei. verwies, forderten auch Mr. Bowles, Lord Fitzmmlrice, 1867 verstorbene Theologe Richard Rothe, ein Heidel- M. Kenna, Mr. Stuart M. Samuel, Mr. Winston Curchill und berger Burschenschafter, schreibt in einem Briefe deshalb Fowler nachdrücklich die Beratung im Plenum. Mr. William Harj „von dem durchaus uichtigeu uud hohlen Deutschheitscourt erblickte in dem Vorschlag der Regierung einen Bruch mit, Hochmut, der auf eine fast unglaubliche Weise in Jena . .. . den Traditionen des Hauses, während Mr. Labouchere sich das herrschen muß" uud betont, daß die Heidelberger Burnehmen können, als durch einen erwünschten Zufall sich em Vergnügen machte, dem eben eintretenden Premierminister Balfour] schenschast dabei beharre, „auch Juden und Ausländern, dessen Rede aus dem Jahre 1895 vorzulesen, in der er sich gegen j Ivenn sie sich anders durch Matrikel das akademische eine Beratung von Vitts in dem Gesetzcs-Komitee aussprach. Die Bürgerrecht erworben, wie jedem anderen den Zutritt Abstimmung ergab eine Majorität für den Negierungsantrag, die- ~ .. selbe bctnrg jedoch nicht mehr wie bei der zweiten Lesung 124, sondern nur 90 Stimmen. scheu 1 561 500 und die jüdischen 155 560 Francs. Das jüdische Knltuspersonal zählt 57 Beamte, von denen der Großrabbiner des Zentralkonsistorimns 14 000, der Großrabbiner des Pariser Konsistoriums 5000, 8 Großrabbiner je 4000, 24 Rabbiner je 1750 bis 2500 und 23 Vorbeter je 600 bis 2000 Francs Gehalt beziehen. Brände im jtiewer Gouvernement. Durch die Nachrichten, welche von der unbeschreiblich kritischen Lage Rußlands kommen, zieht sich wie ein roter Faden die Mitteilung von den mörderischen Bränden in der Radomysket Umgegend. Unsere armen Glaubensgenossen sind jetzt hart nritgenommen worden und überall herrscht jetzt dumpfe Verzweiflung, lieber 500 Familien sind ganz ohne Dach, beraubt ihrer Habe und sind gezwungen, den Bettelstab zu ergreifen. Das Städtchen K o r i ft i s ch e w, das bereits nur jüdische Familien barg, ist gänzlich eingeäschert. Alle Einwohner schliefen noch, als plötzlich ein markdurchdringender Hilferuf: „Hilfe, rettet, wir breunenl" erschallte. Man hatte alle Einwohner alarmiert, welche, ohne sich erst anzukleiden, ans die Straße . eilten. Die Panik erreichte ihren Höhepunkt: Dieser riß sein nacktes Kind aus dem Bette und warf es aus die Straße, jener lief, feine - Habe zu retten. Bis 600 Häuser hat das furchtbare Feuer vernichtet. Ebenso schrecklich ist das iit der Nähe meines Wohnortes .liegende Slädtlein Llorestyn (Jskerost) vom Feuer heimgesucht worden. Das Feuer brach an beiden Enden der Stadt aus und verschlang in seinem fürchterlichen Racheil bis 400 Häuser. Viele unserer Juden sind vom Schreck gelähmt. Leider blies ein starker Sturm, so daß die Flammen „mit der Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes" das ganze Städtlcin ergriffen, das lichterloh brannte, „wie ein Kartenhaus". Die Hitze war so unerträglich, daß nach wenigen Minuten kein Mensch auf der Straße stehen konnte. Ebenso war es in dem ebenfalls nahe an Radomisel liegenden Städtlein „Horoschke". Diese Stadt mit 2000 jüdischen Einwohnern ist bereits gänzlich vom Feuer aufgeriebeu worden. Auch die Stadt L u i n, Station der Kiewer Kowel-Bahn wurde von dem furchtbaren Elemente gänzlich anfgezehrt. Letztere Stadt hatte nur Holzgebäude, die den Flammen eine so großartige Nahrung geboten, daß jetzt von den 175 Häusern nur noch rauchende Trümmer vorhandeil sind. Biele Insassen sind verbrannt und man fand verkohlte Kinder. Fuhrwerke ziehen jetzt durch die Radomisler Straße»: herum und sammeln Brote, Geldspenden, alte Kleidungsstücke für die Unglücklichen. Hier in meinem Wohnorte sind sowieso hunderte unserer Brüder dem gänzlicheil Verkommen, ja dem langsamen Hungertode preisgegeben. Hier gibt's wohl eine gewisse Familie Hornsteill, die über acht Millionen verfügt, aber die ganze Familie weilt eben in den österreichischen Bädern, sie wird jetzt sehr vermißt. Noch - eine kleine Bauernivillkür habe ich zu erzählen. Am 22. v. M. meldete man dem L i p o w i c e r Bürgermeister im Kiewer Gouvernement, daß im Dorfe I a b l o n n a die Bauern die dort tvoh- '»enden Juden aus dem Dorfe verjagt haben. Der Bürgermeister begab sich sofort zum Schauplatze und erfuhr folgendes: Im Dorsel Jablonna wohnen nur drei jüdische Familien, von welchen' eine namens Meer Fischmann einen Laden besitzt. Einen gleichen Laden besitzt auch ein Christ, genannt Andrej Miromuck. Die beiderc unterhielten eine lebhafte Llonkurrenz. Am 21. Mai brach ein Feuer ohne Ursache im christlichen Laden aus und der Laden -ivard ein Raub der Flammen. Einer von den Bauern sagte: Er sah einen Knaben laufen in der Richtung des Ladens. Man lies dem Knaben nach und erreichte ihn und führte ihn auf die Brandstelle. Er bekannte, das Feuer angelegt zu haben, und zioar nach der getroffenen Abmachung mit Me er Fi) ch man n. Letzterer hätte ihm dafür 50 Kopeken gegehru Und außerdem Rubel 15 zu geben versprochen, wenn er den Laden des Andrej Mironiuck einäschern würde. Der Nachbar des Andrej Mironiuck sagte dagegen aus: er zündete ein Zündhölzcherl am Laden an und da es in einer sehr finsteren Nacht war/ warf er das Zündhölzchen weg und es fiel aus das Strohdach und zündete es auch gleich an. — Die versammelten Bauern beschlossen aber, die 3 Judenfamilien herauszujagen und führten auch ihr Vorhaben schnellstens aus. Der Bürgermeister befahl den Juden, zurückzukehren und ließ den Jungen, Demitri Czernack und Meer Fischmann festnehmen. Fischmann leugnet die Verabredung; wahrscheinlich stiftete Mironiuck selbst das Feuer an, um seinen Konkurrenten los zu werden. I. B. Eitt neues Goldland. Nach dem Berichte eines Mitgliedes der geologisch«» Landesuntersuchung der Bereinigten Staqfen scheint das Gebiet des Mount Stuart im Staat Washington dazu berufen zu sein, in Zukunft unter den golderzeugenden Ländern der Erde eine bedeutende Stellung einzünehmen. Bisher ist der Bergbau dort in den Händen von tvevig. vermögenden Leuten gewesen, aber während der letzten Jahre sind die Anrechte der kleinen Unternehmer von großen Gesellschaften aufgekauft worden und danach ist zu erwarten, daß die Bergwerke jetzt in ausgedehntem Maßstabe und stetig in Betrieb kommen werden. Bisher sind namentlich drei goldführende Bezirke im inneren Teil des Staates Washington bekannt. Der erste wurde im Jahre 1860 entdeckt und ist seitdem ununterbrochen abgebaut worden. Eine weitere Entdeckung folgte im Jahre 1868, aber den größten Aufschwung nahm der Bergbau erst nach Auffindung der Goldadern in den Bezirken von Peshastin und Swauk 1873 und 1881. Bedeutsam ist der Umstand, daß in einigen Adern neben dem Gold auch Silber und Kupfer vorkommt. Biele der Erze sind überhaupt zum wesentlichen Teil Kupfererze. Außerdem soll in manchen Gebieten Nickel sehr häufig sein, ein Metall, dessen Erzeugung bekanntlich noch immer etwas unzulänglich ist. Der neue Bergwerksbezirk wird umso eher eine schnelle Entwicklung außerordentlich ertragreiches Kohlenfeld in unmittelbarer Nähe befindet. Die Kohle, kanp leicht zu Koks verarbeitet werden und ist vorzüglich geeignet,zur Gewinnung von Leuchtgas und zur Heizung von Darnpfmaschinen. Vermutlich wird das Kohlenfeld auch rücksichtlich dep Versorgung der Schifffahrt an diesem Teil der pacifischen Küste eine erhebliche Bedeutung gewinnen. Aus Britisch-Ostafriku. Das Reuter'sche Bureau meldet aus Mombasa: Der Kommissär des ostafrikanischeu Protektorats, Sir Charles Eliot, legte seine Stelle nieder. Er richtete an den Premierminister Balfour eine Depesche, worin er eine öffentliche Untersuchung über die Umstände verlangt, die zu seinem Rücktritt führten. Eliot versichert, der Minister des Aeußern habe ihn angewiesen, Landkonzesfionen an bestimmte Privatpersonen zu verweigern, gleichzeitig aber dem Ostafrika-Syndikat das Landmonopol zu verhältnismäßig vorteilhaften Bedingungen zu gewähren. Diese Anweisungen habe er sich auszuführen geweigert, da er sie für ungerecht uud schädlich halte. tteber Hrtgrafaußtn in Nordpalästina schreibt ein gelehrter .Mitarbeiter denr „Schwäbischen Merkur": Von den Ausgrabungen in Griechenland, in Aegypten uiw in Vorderasien nehmen zur Zeit U zu gestatten." Auch auf dem ronstituierenden Vurschentag ,in Jena (voin 10. Oktober 1818 an) blieb Heidelberg Das Ministerium beantragte nunmehr! diesem Standpunkte treu. Der Burschentag beschloß eine Resolution, welche für die Ausführung der Bestimmungen. schließlich ani 18. Oktober, wahrscheinlich auf Heinrich der Bill die nötigen Mittel betvilligt. Die Nesolutioir rief eine von Gagerns (gestorben 1881) Vermittluugsversilche hin, stürmische, über vier Stunden dauernde Debatte hervor, welche au Stelle der von Jena vorgeschlageueu Vorschrift, daß namentlich die kolossalen Kosten hervorhob. Mr. Lloyd-George ] uur' Christen Mitglieder der Burschenschaft werden schätzte die Aufwendungen, welche die Ausführung des Gesetzes erkönnten, „christlich-deutsche Ausbildung zum Dienste des fordern würde, auf weit mehr wie 100 000 Pfund und beantragte, Vaterlandes" zu verlangen. Die Heidelberger Burschen-- die Kosten mit 5000 Pfund zu limitieren. Nach einigen weiteren, schäften aber gaben auch gegen diese Fassung ihren Reden wurde ein Antrag der Negierung auf Schluß der Debatte mit Protest zu Protokoll. Diese Festigkeit der Heidelbergereiner Majorität vou 50 Stimmen..angenommen, darauf das Amende-' war wieder das Verdienst Corovss. (Dietz, Neue Beiment Lloyd-George mit einet* Mehrheit von 54 Stimmen abgelehnt träge, S. 54.) imb schließlich die Resolution der Negierung mit 102 gegen 140! Die politische Beargwöhmmg der Burschenschaften Stimmen angeiwmmen. Durch die Ueberlveisnug der Bill an das nach Kotzebues Mord verursachte eine Verschärfung dev Gesetzes-Komitee, das in Wirklichkeit gar nicht einmal berechtigt ist,! Deiltschtümelei. Am 26. November 1819 erfolgte die wichtige Bestimmungen zu beraten, geschweige denn zu beschließen,! Allstösung der Jenenser Burschenschaft. Die Erbitterung hat das Ministerium alle,n Anscheine nacfj bekundet, daß es alle stieg und mit ihr der Einfluß der Christlich-Deutschen, tiefeirischneidenden Bestimmllligen der Bill, lvie die Stellung der Ein- Ihr erster Erfolg war der Beschluß vom 15. Dezember:

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