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Jüdisches Volksblatt · 1904-06-24 · 26 (24.6.1904) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
26 (24.6.1904)
Date
1904-06-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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V Nr. 26 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 24. Juni 1904 Beite 3 gemeinden die deutsche Bevölkerung 16.200, die slawische 85.449 Personen; in den Judewgemeinden die deutsche 7387, die slawische 4316. Die Zahl der Juden in diesen Gemeinden betrug 6693. Im ganzen bilden 5 Gemeinden Marktflecken, 20 haben städtischen Charakter. Im großen und ganzen sind die Zustände in den politischen Judengemeinden keineswegs besonders erfreuliche. Im allgemeinen ist eine Stagnation ( nach jeder Richtung hin vorhanden. Schmale Gasse, dichteinandergedrängte Häuser, meist schmutzig und vernachlässigt mit unebenen gepflasterten Straßen, kleine schlecht gebaute Häuser, mangelhafte Kanalisation, so schildert ein Kenner dieser Gemeinde dieselben.") Uebrigens scheinen mir diese Vorwürfe sicherlich ebenso gut auf die Christengemeinden zu stimmen. Die ganze Institution der politischen Judengemeinden ist ein Stück recht mangelhafter gesetzgeberischer Tätigkeit. Wir sehen, daß sich ganz antiquierte unserem Rechtsbewußtsein einfach ungeheuerlich erscheinende Einrichtungen erhalten haben, wie z. B. die Vorstands wähl. Daß einem Manne, der durch das Los designiert wird, ein solches .Vertrauensamt übergeben wird, das ihn nicht allein zur Aufsicht über das religiöse Leben seiner Gemeindemitglieder sondern auch zur Ausübung staatlicher Funktionen im übertragenen Wirkungskreise berechtigt, das ist eine solche Absurdität, daß man nicht genug staunen kann, daß sich bis in unsere Zeit ein auf ganz unhaltbar gewordenen Traditionen beruhender Modus erhalten konnte. Der Bedeutung der politischen Gemeinden sind sich die mährischen Juden nie bewußt geworden. Man bedenke nur, welche verhältnismäßige Macht in den Händen eines Gemeindevorstandes niedergelegt ist, der den Religionslehrer präsentiert, das Lehrziel an den Schulen bestimmt, sich über die Zulässigkeit von Lehrbüchern zu äußern hat u. s. w.! Was hätten da nicht selbstbewußte Männer für die nationale Erziehung wirken können, ohne nur im geringsten Anstoß bei Behörden zu erregen! Aber die bekannte Scheu, ihre Rechte als Juden geltend zu machen, die totale Verständnislosigkeit'für alle. jüdischen Fragen, die ganze politische Minderwertigkeit der mährischen Juden, haben die politischen Judengemeinden zu dem nichts gemacht, als das sie uns heute erscheinen. Auch das Landesrabbinat ist zu einem wesenlosen Scheine herabgesunken. Die Regierung hat es immer verstanden, dieses Amt als Mittler zwischen ihr und der mährischen Judenschaft zu benützen und nur mit gefügigen Elementen zu besetzen. Der einzige nennenswerte Rest öer Organisation der mährischen Judenschaft, der sich bis in unsere Tage erhalten hat, ist der mährisch-jüdische Landesmassafond. Die heutigen Zustände sind eine Warnung, wie weit es Führer einer Gesamtheit bringen können, in denen niemals die innere Sprache ihres nationalen Gewissens gesprochen und die alle natürlichen Gesetze verletzten bis auf eines, das Gesetz der Trägheit. Aus Rußland. (Orig.-Korr. des „Jüd. Volksblatt".) Die Fälle von Geistesstörung unter der russischen Kriegsmannschaft nehmen in letzterer Zeit solch große Dimensionen an, daß die Regierung jsich entschließen mußte, behufs Studiums und Bekämpfung dieser e p i d e m i e a r t i g auftretenden Krankheit eine Komiss i o n einzusetzen. «•) Statistische Monatsschrift S. 852. standen. Me ist denn im Grunde die Wissenschaft? Ist sie nicht kritisch, analysierend, zersetzend, konfessionslos, glaubenslos, international? Und sind das nicht lauter jüdische Eigenschaften? Der sogenannte wissenschaftliche Geist ist der verkappte Geist des Judentums, der die loyale Demut der Deutschen vernichtet und dem Umsturz in die Hände arbeitet. Der rote Manasse — wie ich die jüdischen Sozialdemokraten getauft habe — reibt sich grinsend die Hände, wenn unsere deutschen Jünglinge in die Universitäten geschickt werden, um dort von plattfüßigen, krummbeinigen und schieläugigen Professoren schlechte Lehren zu hören. Das nationale Schick-- sal der Deutsche», liegt nicht in den Wissenschaften, sondern im Knüppel. Ich weiß, das; diese »neine eigentliche Botschaft in »mserer dekadenten Zeit nicht mehr verstanden werden wird. Mai» erkennt die tiefere Natur des Knüppels nicht. Aber Ivas ruht nicht alles i»n Wesen des Knüppels verborgen? Ist er nicht schlicht und einfach? Ist er nicht von einer gewisse»» Treuherzigkeit, wenn er ohne jüdische Sophistereien dem Gegner über den Schädel fährt? Ist er »»icht kernig und rauh, aber von großem inneren Wert? Ist er nicht bieder und ehrlich in seinem Dreinfahren und vermeidet er nicht — wie der echte Gernrane — jeden gleitznerischen Prunk der Höflichkeit? Ja, wen»» er ins Feuer geworfen wird, spendet er dann »licht lebende Wärme, wie das tiefe deutsche Gemüt? Die guten Eigenschaften/ der Deutsche»» finden sich alle irr» Knüppel wieder. Mögen die Wissenschaften jüdisch sei»», der Knüppel ist deutsch, und dar»»»»», »»»eine Herren, en»pfehle ich Ihnen den Knüppel. Dtlrch den Knüppel u»»d im Gebrauch des Knüppels wird u»»ser deutsches Volk wieder genesen und ei,»er herrlichen Zukunft entgegenschreitei». Nehmen Sie de»» Kllüppel in die Ha»td und verdreschen Sie de»» ersten besten Inden, der. Ihnen in der Friedrichstrasze begegnet, bann dienen Sie in Wahrheit ihren» Volke und zeigen, daß frorniner Glaube »»och in Ihnen lebeirdig ist. Alles Große in der Welt ist einfach, »nid dar»»»»» ist es auch mein Programm. Die Probleme schinelzen in seinem Licht, alle Uebelstände verschlvinden, alle Krankheiten sterbe»» aus, »venr» Sie die Jude»» mit einem de»»tschen K»»üppel haue,», daß ihnen die Schwarte knackt. In was für Der beka»»»»te Professor Sikorski, der bei der vorjährige»» Ritualmordhetze ir» Dubossar ei»»e sehr »vichtige Rolle gespielt hat, kündigte ii» r»»ssischen Blätter»» ein Merk über die „Nitual mord l»"»g e" an. Prof. Sikorski, der sich in Rußland eines große»» Ansehens erfreut, untersuchte da»nals in» Aufträge der obere»» Gerichtsverwaltuug de»» Fall vo»» Dubossar und sprach sich ii» feinen» Gutachten gege»» das Ritualmordmarcherr aus. I»» Rußla»»d sieht mau dem a»»gekü»»digtei» Werke des »gelehrten Professors mit Spannung entgegen. Die Emigration aus der» jüdischen Kolo»»ie»» ii» der» CH er so »»er und Jekaterinoslawer Go»»ver»»emer»ts steigert sich vor» Tag zu Tag. Das Reiseziel der Auswanderer ist größtenteils Amerika. Die Bodenverteilung, welche vor fünfzig Jahre»» vorge»»on»»»»e»» w»»rde, e»»tspricht »»icht »»»ehr den heutige»» Berhält»»isseu. Das zur Erhaltung ei »»er Fa.n»ilie berechnete Bodenausmaß »v»»rde im Laufe der Jahre d»»rch Vererbung an mehrere Kinder so sehr zerstückelt, daß die ei»»zel»re»» Familien der jüngere»» Geueratioi» vor» dem ihne,» z»»gefallenen Erbteil a»» Bode»» ihren Lebensunterhalt »»icht »»»ehr decken könne»». Da ihr »viederholtes Ansilcher» ai» die jüdische Abteil»n»g der landwirtschaftlichen Verwalt»n»g für die Chersoner u»»d Bessaraber Rayons um Z»»»veis»»ng weiterer Bode»»- flächen stets abschlägig erledigt wurde, bleibt diesen arme»» Le»»ter» »»ichts a»»deres übrig als z»»m Wanderstab z»» greife»». In Grod»»o hat dieser Tage, »vie die „Petersburgskija Wjedornosti" melde»», eine Zusammenku»»ft vo»» Vertreter»» zahlreicher Jude»»gemeinde»» im Nordwestgebiete stattgefunden, um angesichts der immer wachsenden Auswanderung der Jude»» aus Rußland die jüdische Emigratio»» zu regeln. Der Vertreter der Stadt Minsk unterbreitete in der erste»» Sitzung Datei» über Jude»»auswa»lderu»»g aus Rußland in den letzten vier Jahren. Darnach beträgt die Zahl der jüdischen Ausrvanderer für die Zeitperiode 1900—1903 mehr als 400.000, wovon 160.000 Juden, dar»n»ter 83 Perzent Handwerker, sich in den Vereinigten Staaten vvn Nordarnerika niedergclassei» haben. Die Debatte über die Regelung der Auswanderung endete mit den» Beschlüsse, in alle»» Städte»» des Niederlassungsgebietes Jnsormationsb»»rea»»s z»l eröffne»», welche die Auswanderer mit Reisepässen »n»d mit aller» nötigen J»»forn»ationei» versehen sollen. Die Versammlung beschloß gleichzeitig, die Statute»» des neu zu gründenden Vereines dem Ministerium zu unterbreiten und hie Regierung z»» ersuchen, den Eisenbahntarif für die Russischen Auswanderer zu ermäßigen, sie -von alle»»'Gtzldstrafe»» zu befreien und rnit Auswanderer-Legitimationen zu versehe»». Nach den vorgelegtei» Daten haben Rußland vo»» 1880—1900 eine Million Jude»» verlassen. Es wird Ihre Leser sicher interessieren, ei»»en Ueberblick über dieMaffenauswanderung unserer armen Glaube»»sgenossen aus dem Kiewer Gouvcrnement zu erhalte»», de»»»» anders läßt sich die jetzige Ar»s»vai»deru»»g nicht bezeichne»». Dieselbe »nächst von Monat zu Monat immer stärker an. In Radomisel haben sich Gruppen vor» jüdischen Handwerkern gebildet, verkaufe»» ihre Habe und trete»» ihre Reise über das große Wasser m». In der Woche vom 17. bis 24. Mai. wanderten a»»s Radomisel und Umgegend circa 500 Jude»» aus. Ma»» erzählt, daß ii» K»»rzem aus der hiesige»» U»»»gebu»»g eine noch viel größere Anzahl auswandern werde. Kaum hat der Sommer seine ersten wärmenden Strahle»» cntfcnbct einer Zeit leben wir denn eigentlich? Die Eisenbahnen donnern» in den stillsten Fluren, die Maschinen stampfen und rasseln, riesenhafte Fabriken dehnen sich »vie kleine Königreiche, die Nachrichten blitze»» telegraphisch von einem Erdteil zum andern, der Handwerker aber kann tveder leben noch sterben. Wollen Sie diesen» Charakter der modernen Zeit energisch zu Leibe rücke,», dann verdreschen Sie die Juden und all die frivolen Erfindungen sind mit einem Schlage, als wären sie nie gelvesen. Der Handwerker leidet aber nicht allein Not, unser ganzes Volk ist in Parteien zerrissen und vom Hader zerfleischt. Der Bauer liegt im Feld gegen den Bürger, der Arbeiter gegen den Fabrikanten, der Protestant gegei» den Katholiken, das Weib gegen den Mann, lleberall sehen wir tiefe Gegensätze und blutigen Kan»pf. Wenn Sie diese Gegensätze aus der Welt -schaffen »vollen, darin verdreschen Sie die Juden und der Friede zieht »vieder in die deutschen Gaue ein. Der Bürger reicht dem Arbeiter n»»d der Arbeiter den» Bauern die ehrliche deutsche Hand und die goldene Sonne des Mittelalters tvird alle», »vieder lachen; dann tvird niemand mehr Not des Leibes kennen und auch die Not der Seele nicht; dein» die Not der Seele ist heute ebe»»so groß, wie die des Leibes. Der Satan geht umher u»»d sucht, lven er verschlinge. Wo ist der christliche Geist geblieben, der früher i»» Deutschland wohnte? Er ist gestorben. Wein» Sie ihr» wieder erlvecken »vollen, ivenr» er »vieder in Herz und Gemüt eil»ziehei» soll, dann verdreschen Sie die Juden und aus der allgerneinen Drescherei tvird eine neue religiöse Blüte sprieße»». In eine»»» und tu' allem meine Herren: Dreschen Sie! Wenn Sie erst fleißig dreschen, konunen die Krtnden ganz vor» selbst. Lasse»» Sie sich nicht auf sogenannte Progrannne ein, lassen Sie sich vor qllem nicht vo>» den Professoren düpieren, vertrauen Sie einzig »md alfeiit auf den deutschen Knüppel. und dreschen Sie. Dreschen Sie die großen Inden und dreschen Sie die kleinen, dreschen Sie arn Morgen und dreschen Sie a»n Abend! Dresche,» Sie im Winter ,»nd dreschen Sie in» Sormner. Wen»» nur gedroschen wird, meine Herren! Deutschlands Zukunft liegt im Kllüppel. '»»nd schon hat der Würgengel der Juden in Radomisler Umgegend seine Visitkarte abgegeben. Die Saison der Bra»»de wurde ii» diesem Jahre mit der Ver»»ichtung der Ghettostädtleii» Koristischew, Loin, Horoschna, Korostyn bego»»»»e»». In diesen Städten si»»d auch über 40 Ki»»der verbrannt. Alltäglich kommen Nachrichten von neuen Brätlden n»»d über 1500 Familien sind obdachlos u»»d brotlos geivorde»», so daß die beim Brande ii» Koristischew ver»»»»glückten Personen feine Unterkunft fanden und über 2 Wochen schon mit gebrochenen Gliedern auf den Straßen herumliege»». Das Elend u»»d die Armut, die jetzt i»» Radomisel herrscht, spottet jeder Beschreibung. Die Handrverker si»»d arbeitslos, die Lebensmittel sind sehr teuer; es kostet jetzt hier z. B. ei»» Pfm»d Schwarzbrot 3'/r Kopeken »vas früher »»ur IV2 Kopeke»» kostete, 5 Kartoffel»» 2 Kopeken. Die Baute,» ii» diesen Städten sind im Falle eines Brandes reine Falle»» und ohne Menschenverlust nicht zu räumen. Mai» könne sie am besten mit Kaninchenfällei» vergleichen. Der Schmutz, der in diesen Häusern herrscht, soll es geradezu unerklärlich machen, daß i»ic£)t Epidemien auftrete»». Es »väre wirklich e»»dlich erwüilschtz daß uiisere Millionäre, die viele Tailsende an die Wunderrabbi wegschenken, dafür sorgten, daß ihre Brüder nicht wie Schweine leben, da für solche Verletzung der sanitären Pri»»zipie»» und der Gesundheit' die nachkommenden Generatione»» schwer zu büße»» haben. Es ist »vohl kaum nötig hi»»zuzufügen, daß, wenn die zahlreichen Millio»»äre mit fester Hand eingreife»» würde»», könnte der Zustaiid vieler tausender Juden gebessert werden, ja, tue,»11 diese Millionäre ihre Auslandsreise»» in ziveiter Klasse vollführte»» r»nd »»icht in der ersten, »väre Geld irr Ueberschuß Vorhände»», die Not dieser Elenden zu lindern. In» Kiewer Gouvernement herrscht auch eine schreckliche Dürre; »vir hatte»» »»och diesen Sommer keinen ei»»zigen Regen u»»d »venn es anhält, habe»» »vir sichere Aussicht auf das Hungerelend. . Interessant ist es, daß Plehwe sich jetzt ängstlich bemühtz seine veränderte Haltung gegenüber den J»»den damit zu motivieren, daß sie nicht etrva m finanziellen Nöte»» ihre»» Grund habe, sonder»» der freien E»»t chließung entspringe. Selbstverständlich sind das leere Ausreden. Man braucht sich nur daran zu eri»»»»ern, »vie er sich bei Ausbruch des Krieges, als man in Rrtßland noch glaubte, die Japaner mit den Peitsche»» der Kosaken aus der Mandschurei hsranszujagen, gegenüber einer jüdischen Deputation geä»»ßert Hatz und »»»an wird leicht ermesse»», weßhälb Plehwe heute anders spricht. Der Verlaus des Krieges zeigt aufs neue die Richtigkeit des alten Sprichwortes, daß es'im Kriege-immer anders komme als ma»» prophezeit. Bei Ausbruch des Krieges meinte»» alle Sachverständigeil, daß die Japaner natürlich zur See überlegen »vären, aber zu Lande würden die Russen ihre Ueberlegenheit zeigen. Der Verlauf des Krieges zeigt aber das gerade Gegenteil. Zu Lande haben die Japaner noch keine einzige Schlappe bis jetzt erlitte»», während zur See sie einige Mißerfolge zu verzeichne»» haben. — Alexe»). Böhmische Streiflichter. (Aus Prag). If. G. Vorige Woche starb in Prag der ordentliche Professor der Mathematik an dev deiltschen Dr. Wilhelm Weiß. Ein Mann, dessen Namen in den Annalei» der Hochschule mit goldenen Lettern eingegraben ist, ei»» Mann voll Herzensgute und echt jüdischer Wohltätigkeit. A»»» Mo»»tag de»» 20. d. M. sa»»d »»in» von der Zentral-Leichenhalle in Straschnitz a»»s das Begräbnis statt. U»»ter de»» Trauergästen sahen »vir die Koryphäen der Prager Geistesrvelt; die antisemitische Studentenschaft »var d»»rch die Repräsentanten der einzelnen Verbindungen in voller Wichs vertrete»», die „liberalen" Verbindungen, die sich vielleicht .dessen schämte»», daß der beliebte Professor den» Judentume tre»» geblieben ist, zeigte»» in eigentümlicher Meise ihre Verehrung zu ihrem Lehrer: sie erschienen in einer verschwindenden Mi»»orität. Was aber arn »»»eisten bemerkt und besprochen wurde, »var der Xtmftanb, daß die Jsr. Knlt»»sgemei»»de-Repräse»»tnnz, derer» Wicht es ja gewesen »väre, ei»»em so bebentenben Manne die letzte Ehre z»l eriveisen, sich offiziell »»icht einmal vertreten ließ. Pei»»lich berührte es, als nach de»» Rede»» des Rektors der Technik Prof. Mela»» n»»d «»»derer Amtskollegen des Verblichenen, der Bedienstete der Beerdigungsbrüderschaft mit hastiger Geschäftigkeit die religiöse»» Zeremonien vollzog »md vorn Munde der an- »vese»»de»» christliche»» Tranergäste hörte»» wir die Frage: „Ja, »vo ist de»»»» der Rabbiner?" Darnit »vären »vir bei einem wunden Punkte der Prager Gemeindewirtschaft angelangt. Man - baut mit große»»» Aufwand eine Zeren»o»»ienhalle, dainit die Zeremoinei» bei der Beerdigung in einen» würdige»» Raume 'tattfinden, mem stellt aber Bedienstete an, die mit ihrer unlvürdige»» geschäftige»» Hast das Leid der Tra»»ernden nur noch steigern. Die,, Christen haben selbst bei den» arn»seligsten Begräbnisse die Assiste»»z einer geistlichen Person zugesichertz da ja am Frudhofe ein besonderer Priester an-

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