Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 22 (27.5.1904)
- Date
- 1904-05-27
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 27. Mai 1904 Seite 3 eignet erscheint, dasjenige, waS sonst nur ein frommer Wunsch bleiben müßte, in die Tat umzusetzem Weder der Plan, noch die Methode und das politische Ausspähen nach Freund und Feind stehen ohne, Parallele in der Geschichte da. Was aber vor hundert Jahren bloß dem Genius eines einzigen großen Mannes entsprang, ist heute der bewußte Wille von Millionen. Vor hundert Jahren erschien in London ein Buch von I. Bicheno betitelt: „Die Restauration der Juden — die Krisis aller Völker... mit Illustrationen und Bemerkungen über die gegenwärtige LageAund die Ziele der Dinge (1607)." Der Verfasser veröffentlicht im Vorworte einen Brief, welche« ein Jude im Jahre 1789 — das Datum ist beachtenswert — unter stillschweigender Zustimmung der offiziellen Welt Frankreichs aeschrieben haben soll. Der leitende Gedanke des Briefes ist eine interessante Parallele zum modernen Zionismus und ein beredtes Zeugnis für den großen Geist Napoleons. Es muß daran erinnert werden, daß Napoleons Einschiffung zur Expedition nach Egypten und Syrien damalals der schwerste Schlag gegen die englischen Interessen in Indien betrachtet wurde. Aber Napoleon stützte sich nicht bloß auf die Erfolge seiner Waffen, wenn es wahr ist, daß der oberwähnte Brief die Pläne wiedergibt, welche der große Kaiser gehabt und welche er später in der großen Versammlung der Juden in Paris, dem sogenannten Sanhedrin 1806, zur Ausführung bringen wollte. Der Zweck dieses in Form eines allgemeinen Aufrufes an die Juden abgefaßten Briefes ist, diese aus ihrem alten Schlafe zu erwecken und „unter Beistand der unbesiegbaren Nation, welche jetzt mit ihrem Ruhme die ganze Welt erfüllt, den Besitz unseres Landes zu-rückzu gewinnen." Ich zitiere wörtlich: „Das Land, dessen Besetzung wir jetzt vorschlagen, soll (auf Grund von Vereinbarungen, wie sie Frankreich angenehm erscheinen) Unter-Egypten und einen Distrikt des Landes in sich schließen, dessen Grenzlinien sich von Ptolomais oder St. Johann D'Acre zum Asphalt- oder Toten Meere und südlich von hier bis zum Roten Meere erstrecken sollen. Diese Lage, die vorteilhafteste in der Welt, würde uns zu den Herren der Handelsschiffahrt von Indien, Arabien, Süd- und Ost- Afrika machen... Die Nachbarschaft von Aleppo und Damaskus würde unsere« Handelsverkehr mit Persien erleichtern und durch das Mittelmehr hätten wir eine Verbindung mit Spanien, Frankreich, Italien und dem westlichen Teile Europas. „Auf dem Mittelpunkte der Welt plaziert, würde unser Lano der Stapelplatz für all die reichen und kostbaren Produkte der Erde werden." Die Juden sollten sich zu einem großenMonzil, bestehend aus Delegierten der Juden aller Herren Länder, zusqmmentun und dann heißt eS weiter wörtlich: „Das Konzil soll der französischen Regierung für den Fall, daß sie uns zur Wiederkehr in unser Land und zu« Behauptung desselben den nötigen Beistand leistet, folgendes Anerbieten stellen: 1. Vollständige finanzielle Schadloshaltung; 2. den Handel mit Indien re. ausschließlich mit französischen Kaufleuten zu teilen." Die Situation von heute ist derjenigen von damals auffallend ähnlich. An Stell« des Sanhedrins besitzen wir den Zionistenkongreß mit Delegierten aus allen Weltgegenden und das vor hundert Jahren skizzierte Programm wäre heut« ebenso durchführbar wie damals. Wer will nun den Platz Frankreichs einnehmen, die Initiative zur Wiederbesetzung Palästinas durch die Juden ergreifen und dadurch sich immense Vorteile sichern? Rußland, welches nur gewinnen könnte und ebenso Deutschland, werden nicht zögern, den Plan Napoleons auszuführen, sobald der günstige Moment hiezu gekommen sein wird. Der Streich 3. wird unsere jüdische Jugend unseren spanischen Dialekt säubern und bereichern, und dadurch eine starke Waffe zur Verwirklichung unserer nationalen Ideale gewinnen." Den Schluß der Kundgebung bildet eine Aufforderung des Vereines „Esperanza" an die jüdische Jugend und au alle Vereinigungen, welche den Fortschritt des jüdischen Volkes anstreben, an dem obbzeichneten Werke nach Möglichkeit mitzuarbeiten. Dieselbe Nummer des „Pcogreso" veröffeutlicht auch als Beweisführung für den Unterschied, der zwischen der spanischen Sprache und dem Idiom, welches die Juden sprechen, drei verschiedene Gedichte: eines in reinem spanisch, kriegerisch, lebhaft, bewegt, voll Grandezza, deren zweifelhafte, bei den Juden ungebräuchliche Ausdrücke in einer Fußnote erklärt werde». Und dann zwei andere mit veralteten Ausdrücken, welche dem Spanisch-Jüdischen näherkommeu, und dadurch den Kontrast zu dem ersten deutlich machen. Wir wollen zu diesem seitens der gebildeten jüdischen Jugend an der Wiener Universität inaugurierten Kampf für die Regenerierung der spanischen Sprache, welche sowohl für ihr nationales Leben, als auch für die spairische Allgemeinheit von größter Bedeutung ist, keinem Kommentar hinzufügen und wenden uns der Aueßerungen zn, welche unser verehrter B e j ar a n o, der seinen Wohnsitz in der Hauptstadt Rumäniens hat, üb?r die spanische Sprache macht. Als Direktor der jüdischspanischen Schule und Lehrer dieses Faches, spricht er seine Meumng nicht nur darüber aus, wie die jüdischen Gemeinden in Rumänien sich zn dieser Frage verhalten, sondern wie sich die Sache heute im allgemeinen wirklich verhält, um dann in großen Zügen einen Rückblick ans die Entwickelung zu werfen, welche dre Frage während der vier Jahrhunderte seit dem Exoous der spanisch-portugiesischen Juden dnrchgemacht hat. (Fortsetzung folgt.) wird gegen England gerichtet sein, welches jetzt durch die Okkupation Egyptens und feine mit der imperialistischen Politik so eng verwobenen Jntereffen in Ostnnd Südafrika, mehr denn je Angriffen auf dieser Seite ausgesetzt ist. Eine wetteifernde Flotte in Akaba wäre für England weit gefährlicher, als eine solche im Golf von Persien, denn sie wäre in der Lage, den Osten und den Westen zu streifen und würden noch für diese Verkehrsstraße, welche Palästina zu einem Knotenpunkte des Transitverkehres des Orients erheben würde, Schutzzölle «ingeführt werden, so wären diese sicherlich gegen England und seinen Handel gerichtet. Aber laffet einmal die Juden zurückkehren, verhelfet ihnen hiezu und sie werden sich als undurchdringliche Barriere bewähren. Denn möge auch die Zahl derjenigen Juden, welche sich in Palästina ansiedeln werden, im Am fange nur eine geringe sein, so wäre gerade in der Tatsache, daß ein bedeutender Perzentsatz vo» ihnen fortsahrrn würde, unter den übrigen Völkern zu wohnen, eine der wichtigsten Garantien ihrer Stärke gegeben. Die Dankbarkeit der über die ganze Welt verbreiteten Juden wäre grenzenlos. Ein Beispiel hiefür sehen wir im Zusammenhangs mit dem oftafrjIanischen Anerbieten der englischen Regierung. Obgleich die Zionisten fühlen, daß diese- Anerbieten ihren Idealen ganz entgegengesetzt ist, so sind sie doch einmütig in der Wertschätzung desselben. An allen Ecken und in allen Winkeln der Erde wurde das Lob Englands gesungen und wird auch der Vorschlag aller Wahrscheinlichkeit nach die Anfangsstadien eines Projektes nicht überschreiten, so hat doch England die Sympathien und die Bewunderung eines Volkes für sich gewonnen, welches es versteht, sich erkenntlich zu zeigen, und, ich darf eS mit vollem Vertrauen aussprechen, niemals gesäumt hat, erfahrene Freundschaft hundertfach zu vergelten. Um wie vieles größer , wäre die Dankbarkeit.der Juden, wenn ihr glorreiches Traumbild, aus welchem sie während der langen Jahrhunderte Kraft und Mut geschöpft, jetzt durch die mächtige Hilfe Englands zur Wahrheit würde! Die östliche Grenze EgyptenS erhielte sicheren Schutz. Willige Hände und warmfühlende Herzen würden über jede Annäherung von außen wachen. Und der Gewinn für die Welt wäre ein unermeßlicher. Ist einmal Palästina durch die Mächte unter der Souzeränität deS Sultans neutralisiert, sind die heiligen Plätze für exterritorial erklärt und das Land auf Initiative Englands mit Juden bevölkert, so ist auch der große Stein deS Anstoßes aus dem friedlichen Entwicklungswege deS Orients geräumt. England wäre dann auch in'-der Lage, sein begonnenes grpßes Zivilisationswerkungesäumt weiterzuführen. Welch schöner Titel eines unvergänglichen Ruhmes wäre eS doch, eine Nation von den WrfolglÜigen befreit, sie der Freiheit und der Unabhängigkeit wiedergegeben, tausende von Meilen dem Barbarismus und der Verwüstung abgerungen und ihnen die Zivilisation zugeführt, einem Volke von 30—40 Millionen in einem heute spärlich bewohnten Lande eine neue Heimat gegeben, Syrien und Mesopotamien wieder zur Fruchtkammer der Welt gemacht, zwischen dem Osten »nd dem Westen eine neue Verbindungsstraße hergestellt und die Grenzen des eigenen Landes vor jeder Gefahr geschützt zu haben!. . . Uebersetzt von I. Kr. Aus Rußland. (Orig.-Korr. des „Jüd. Volksblatt".) Die russische Regierung will aus den bisherigen Niederlagen der russischen Armes im fernen Osten, wie es scheint, einen vernünftigen Schluß ziehen. Die Anleihe, welche Rußland soeben abgeschlossen, soll nicht ausschließlich Kriegszwecken zugeführt werden. Der Kronenrat hat beschlossen, das Budget der Volksbildung um 1'/* Millionen Rubel zu erhöhen und hiervon eine Million auf Errichtung von Dorfschulen zu verwenden. Der moralische Mißstand unter den russischen Soldaten hat eben bewiesen, daß Wutki und Heiligenbilder noch nicht hinreichen, einen rohen Kosaken zu einem tapferen, auch im Unglücke standhaltenden Krieger zu machen. Die Heiligenbilder, welche auS der Werkstatt des heiligen Vaters Johann zu Kronstadt stammen, scheinen ihre Wirkung nicht mehr üben zu wollen. Die allgemeine Unzufriedenheit, die jetzt in Rußland herrscht, respektiert auch den Johann von Kronstadt nicht. Vor einigen Tagen brach iy dem von ihm gegründeten Arbeitshause ein Feuer aus, welches nur mit großer Mühe gelöscht werden konnte. Die Untersuchung ergab, daß das Feuer gelegt war und daß die Brandstifter es darauf abgesehen haben, das ganze Unternehmen emzuäschern, denn Türen und Fenster waren mit Naphta überschüttet, damit das umsichgreifende Feuer überall Nahrung erhalte. Der „Triumphzug" de- Zaren im Süden seines Reiches war zu dem Zwecke inszeniert, um den Kriegern im fernen Osten und dem mißtrauisch gewordenen Europa einen Enthusiasmus für den Krieg und eine Anhänglichkeit der Völker an ihren Beherrscher vorzuspiegeln. Dieser Enthusiasmus war aber nur in der Phantasie der Zeitungskorrespondenten vorhanden, die in ihrer Angst vor dem Zensor die angebliche Begeisterung erfanden. Aber trotz des hohen Druckes war es nicht zu verhindern, daß ans den meisten Huldigungsreden nicht em AnSharren beim Kriege, sondern die resignierte Sehnsucht nach dem Frieden — Bedingungen wurden nicht angegeben — hervorklang. Und was das Vertrauen zwischen Herrscher und Volk betrifft, so umb es Ihre Leser interessieren zu erfahren, daß der Zar in keiner der besuchten Städte übernachtete, sondern nach der Parade schleunigst, gewissermassrn fluchtartig zum Bahnhofe znrückeilte. Ja, wenn die Japaner vor den Paraden Reißaus machen möchten, wie es die russischen, Illustrationen zeigen, dann wäre der Krieg bald zu Ende. Inzwischen sucht Herr v. P l e h w e die Schlappen der Russen auf dem Schlachtfelde, durch kleinere und größere „Siege" über die Juden daheim wettzumachen. Er versteht es, den Umstand, daß die allgemeine Aufmerksamkeit de« Vorgängen im fernen Osten zugewendet ist, auszunützen, und, im Trüben fischend, den Juden alte Gewohnheitsrechte zu rauben und ihnen neue Repressalien aufzuerlegen. Bisher war es Gepflogenheit, Juden, welche auf Grund eines gesetzlichen Vertrages irgendein Unternehmen oder ein Geschäft auf einem Dorfe pachteten, zu gestatten, sich während der Vertragsdauer uneingeschränkt in dem betreffenden Orte aufzuhalten. In allen solchen Streitfragen stellte sich der Senat auf den vernünftigen und natürlichen Standpunkt, daß die Anwesenheit des Pächters zum Betriebe seiner Pachtung unbedingt notwendig sei. Nun hat der Senat diesen gerechten Standpunkt verlaffe« und unter Berufung auf das mörderische Kautschukgesetz vom 3. Mai 1882 erklärt, daß ein solcher jüdischer Pächter wohl zeitweilig auf kurze Zeit auf seine Pachtung kommen, sich jedoch dort auf die Dauer des Vertrages nicht niederlassen dürfe. Dies hindert jedoch die Regierung nicht, eine wahre Razzia auf jüdische Aerzte zu machen und sie allesamt in den Krieg zu schicken, während die Familien derselben in Elend und Not Zurückbleiben. So wurden im K i e w e r Militärrayou neuerdings dreißig Aerzte zum Kriegsdienste einberufen, von denen s e ch s u n d z w a n z i g I u d e n s i n d. Die europäischen Blätter haben über den Ausgang des dritten Kischenewer Prozesses berichtet. Das Urteil in diesem Prozeß brachte nichts Ueberraschendes. Es blieb den ersten zwei Urteilen gleich. Interessanter ist das von den Blättern verschwiegene Parallelurteil gegen sieben Kischenewer Juden, die an jenem traurigen Tage zur Notwehr griffen und ihre Revolver abfeuertenj ohne aber, wie erwiesen wurde, auch nur einen Menschen zu verletzen. Sie wurden angeklagt und zu je zwei Monaten Arrest verurteilt. Der Appelsenat bestätigte das Urteil. Die Mörder gehen frei aus oder erhalten ein Jahr Kerker, die Opfer, die Schreckschüsse abfeuern, werden mit zwei Monaten bestraft. Wie in eingeweihteu Kreisen verlautet, ist K u r o p a t k i n nicht sehr erfreut, daß die Japaner ihren Vormarsch eingestellt haben. Ihre neue Taktik ist klar; die Japaner schieben zwischen das russische Hauptheer «nd Port Arthur ein sehr starkes Korps, wählen sich selbst günstige Positionen aus, armieren sie und befestigen sie und Kuropatkin ist gezwungen, wenn er nicht Port Arthur seinem Schicksale überlassen will, die Japaner: auf dem von ihn-en bestimmten Schlachtfelde a n z u g r e i f e n. Daher herrschen in den offiziellen Kreisen nur saure Mienen, anstatt Befriedigung über den japanischen „Rückzug". Wie die Blätter melden, rief Kuropatkin bei Ankunft der neuen sibirischen Truppen in Liaoyong aus: Das ist die Hoffnung Rußlands!? Der Krieg hat in verschiedenen Teilen des russischen Reiches eine tiefgehende-wirtschaftliche Krise gezeitigt. Infolge der Beschlagnahme der sibirischen Bahn für die Truppenbeförderungen stockt der Verkehr mit Sibirien gänzlich, und in Moskau mußten sich infolgedeffen mehrere große Firmen insolvent erklären. Die Bauholzindustrie in Minsk, Krementschng und Kiew leidet unter der Depreffion im Baugewerbe. Am, meisten in Mitleidenschaft gezogen ist Polen, der industriellste Teil Rußlands, wo gleich nach Ausbruch der Feindseligkeiten vielen Firmen von ausländischen Banken der Kredit restringiert wurde. In Lodz sind 15.000 Arbeiter arbeitslos. In Odessa, wo im Sommer 20.000 Arbeiter aus der Umgebung auf dcn Docks Arbeit zu finden pflegen, wird diese Arbeit dieses Jahr fehle». Eine Anzahl von Fabriken in Odessa hat den Betrieb eingestellt oder reduziert. Mehrere Bahnen, darunter die Rjäsan- Uralbahn, haben gleichfalls Arbeiterentlaffungen vorgenommrn. Alexei. Der Parteitag der jüdischen Arbeiter nnd Handelsangestellten in Krakau. Der erste Tag. B o r m i t t a g s s i tz u n g. Gg. Paul R i e s e r - Krakau eröffnet um 10 Uhr den Parteitag mir einer Begrüßungsansprache, in der er auch der verstorbenen Kollegen Schorr-Lemberg und Vogler-Krakau gedenkt. Er begrüßt auch Herrn- Goldwasser, Mitglied des Aktions-Komitees, und Herrn Hilfsstein als Vertreter des Distrikts-Komitees Krakau. Sodann wurde zur Wahl des Präsidiums geschritten. Das Resultat der Wahl war folgendes: Riescr-Krakau Vorsitzender, Groh- Wi-en und Halber-Lemberg Vorsitzende-Stellvertreter, Nebenzahl- Wien Schriftführer für Deutsch, Fett-Rzeszow Schriftführer für Jargon und Frl. Herstein-Krakau Schriffführerin für Polnisch. Nach Wahl des Legitimationsausschusses wurden die zahlreich eingelaugten Zuschriften und Telegramme verlesen. Die sodann vorgelegte Geschäftsordnung wird en bloe angenommen. B l o ch - Krakau erstattet dt'n Bericht über die Tätigkeit des galizischen Verbandes. Die Organisation besteht aus 10 Vereinen und 4 Sektionen mit zusammen 1638 Mitgliedern. Der Verband hat Aktionen eingeleitet, um die 8 Uhr-Ladensperre durchzusetzen; Stellenvermittlung und 6tzonditionslosenfonds wurden eingeführt, Franenorganisationen geschaffen. O b e r u i k - Wien spricht über die Verhältnisse in den westlichen Ländern. Hier war eine Stagnation eingetreten, doch ist in letzter Zeit ein starker Aufschwung zu konstatieren. Die Vereine arbeite,! rühriger. Der „Jüdische Arbeiter" wurde geschaffen. Besonders rührig sind die Vereine jugendlicher Arbeiter, aus deren Organ «Die arbeitende jüdische Jugend" der „Jüdische Arbeiter" hervorgegangen sei. Das Fehlen eines Programmes und des notwendigen Zusammenarbeitens sei schuld daran, daß die Organisationen im Westen noch nicht so stark sind, wie sie es sein könnten. Hieran schloß sich eine lebhafte Debatte, in der besonders , Gg. Hertz-Lemberg eine scharfe Kritik an der Tätigkeit des galizischen 1 Verbandes übte.