Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 6 (1904)
- Issue
- 21 (20.5.1904)
- Date
- 1904-05-20
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2l Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt. 20. Mai 1904 Seite 3 Mission setzt sich aus folgenden Herren zusammen: Präsident Doktor Alfred Stern, Dr. Rudolf Auspitz, Oberrabb. Dr. Güdemann, Banrat Stiaßny, Architekt Oskar Marmorek, Richard Rappaport. Rabb. Dr. Bloch, Rabb. Dr. David, Dr. E. F. Wjeisl. Dr. Wilhelm Pappenheim. Hierauf schloß Präsident Dr. Stern die Versammlung mit der Aufforderung, daß alle Anivesenden für die Enttvicklung des Vereines, der in Bälde seine Tätigkeit aufnehmen dürfte, wirken mögen. Aus Rußland. (Orig.-Korr. des „Jüd. Volksblatt".) Die Niederlagen Rußlands scheinen selbst die ärgsten Chauvinisten zur Selbsteinsicht zu mahnen. So schrieb jüngst die „Now. Wremja": Als Grund für unsere Mißerfolge wird immer angegeben: Zufall, nichts als Zufall. Dies erinnert an einen Ausspruch Suwor o w s, der. als seine Neider über ihn sagten, daß er nur Glück gehabt habe, antwortete: „Einmal Glück, zweimal Glück, aber das drittemal muß doch die Tüchtigkeit gesiegt haben". So müsse man jetzt diesen Spruch umkehren, meint die „Now. Wremja" : „Einmal Unglück, zweimal Unglück, aber das drittemal muß doch unsere Unfähigkeit Schuld tragen". Im ähnlichen Sinne spricht Fürst MeschtscherZki im „Grasch d ani n". Er sagt: Unsere Soldaten haben nicht wie Soldaten, sondern wie Offiziere gekämpft, unsere Offiziere nicht wie Offiziere, sondern wie Oberste und unsere Oberste wie Generäle, und der Schluß ist — eine empfindliche Niederlage. Da muß etwas saul sein im Staate. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Plehwe hat es im Interesse der Sicherheit des russischen Staates für notwendig befunden, das Erscheinen der jüdischen Wochenschrift „W o s chod" auf.sechs Monate einzustellen; der „B e s s a r a b e tz" und die „S n a m j a" dürfen ungehindert erscheinen, die gefährden nach der Ansicht Plehwes die Ruhe Rußlands nicht. Das i st bezeichnend für das System Plehwes; es ist auch bezeichnend dafür, daß man den Friedensworten dieses alten Fuchsen nicht Glauben schenken darf; er hat seine wirkliche Gesinnung demaskiert. Der „Woschod" erschien unter Präventivzensur und wurde von Dr. Syrkin redigiert; er war zweimal verwarnt morden. Nun wird er unterdrückt. Was wird die Folge sein? Die Juden werden zu den geheim erscheinenden bundistischen Zeitungen greifen, da man die bürgerliche jüdische Presse erstickt. Plehwe hat überdies noch einen .Beweis seiner Regierungskunst gegeben. Der „Petersb. Wjedom.", dem Organe seines Gegners, des Fürsten Hector Uchtomski, wurde der Einzelverkauf eingestellt. Soweit bei der russischen Regierung überhaupt Klarheit herrscht, kann man zwei Stimmungen konstatieren. Die eine will womöglich ganz Europa und wenn es geht auch Amerika zum „heiligen Kriege" gegen Japa» auffordern. Die andere wieder will, so rasch als möglich mit Japan Frieden schließen und eventuell mit Japan gegen Europa Stellung nehmen. Der Feuilletonist der „N. W." Syromiatikow zieht letzteres vor. Er schreibt: „Auf diese Weise wären die russischen Hände in Ostasienwiedec frei, die russische Bedeutung in Westeuropa, wo die Deutschen Herren der Situation geworden sind, wäre wieder hergestellt, der barbarische Imperialismus Nordamerikas abgewehrt und das Schicksal der gelben Rasse in russische Hände gelegt." Der Fehler in der Türkei, wo der russische Platz 1877/78 im blutigen Kriege errungen wurde und von Preußen eingenommen wird, dürfte sich nicht in Japan wiederholen. „Genug schon haben wir Russen um der schönen Augen des Preußenkönigs willen und der Entwicklung von Kiau-tschou halber gearbeitet, jenes Kiau-tschou, welches als der künftige Endpunkt der Eisenbahn Berlin—Kjachta—Peking von den Deutschen in Aussicht genommen ist, einer Bahnlinie also, welche nach deutscher Berechnung die mandschurische Eisenbahn ablösen soll." Einen Blick hinter die Koulissen des Arrangements von Judenhetzen verdanken wir einer Gerichtsverhandlung in der zu einer traurigen Berühmtheit gelangten Stadt H o m e l. In der Stadt Homel wurden Gerüchte verbreitet, daß die Juden im gegenwärtigen Kriege in Ostasien den Japanern allerlei Hilfe erweisen. Der Oberaufseher der Weichensteller der Nowny-Eisenbahn in Homel, Gorbatschow, erzählte im Geschäfte des Dawydow in Gegenwart vieler Bahnarbeiter, daß der Homeler Jude Jakob Lowjanow den Japanern 6 Waggons mit Verbandstoff und Charpie gesendet habe. Er gab nun an, daß er selbst gesehen habe, wie die Spende Lowjanows einwaggoniert worden wäre. Diese Erzählung rief unter den Arbeitern begreifliche Entrüstung gegen die Juden hervor. Die Arbeiter gingen mit dem Beschlüsse fort, Rache an den Juden zu nehmen. Auf der Straße riefen viele: „Wir werden die Juden massakrieren". Es ist somit begreiflich, welch große Unruhe unter den Juden entstanden ist. Infolge der Intervention des Juden Lowjanow wurde Gorbatschow, der Verbreiter des Gerüchtes, dem Gerichte überantwortet. Der Privatkläger, der bekannte Advokat Sarudny, hielt eine längere Rede, in welcher er die Gefahr der verbreiteten Verleumdung für das Leben der Juden und die große Panik, welche unter den Juden herrscht, in beredten Worten schilderte. Das Gericht verurteilte Gorbatschow zu drei Wochen Arrest. Die industrieüe Hilfsaktion für die galizischen Juden. Der „Hilfsverein für die notleiderrde jüdische Bevölkerung in Galizien" versendet über seine Tätigkeit während seines dreijährigen Bestandes einen ausführlichen Bericht, dem wir die Ausführungen über die von ihm angebahnte Industrialisierung des jüdischen Galiziens entnehmen: . „Sofort nach der Konstituierung unseres Vereines hat der Verein Heimarbeit, und zwar Haarnetz-Erzeugung, in Galizien einzufüyren begonnen. Er hat einen Unternehmer gesucht und gefunden, der für sein bedeutendes Exportgeschäft bereit war, wie in anderen österreichischen Ländern christliche, in Galizien jüdische Arbeitskräfte zu verwenden. Der große, ständig wachsende Erfolg dieser Heimarbeit ist bekannt. In 93 Orten, die zu den ärmsten Galiziens gehören, wurden mehr als 6000 ungeschulte, an keine industrielle Arbeit gewöhnte Mädchen und Frauen herangebildet, mit Werkzeugen versehen und von dem oberwähnten Haarnetz-Erzeuger sofort gegen eine Entlohnung verwendet, die anfangs, um die noch ungeübten Arbeiterinnen bei der Arbeit zu erhalten, für einige Netzsorten etwas höher war, als die tarifmäßige Entlohnung in den anderen österreichischen Ländern. Der gute Erfolg dieser in Galizien ganz ner en Industrie und der Wunsch, die galizischen Arbeitskräfte auch ihrerseits zu verwenden, beranlaßte eine Anzahl in- und ausländischer Unternehmer, die einen gesicherten Tlbsatz haben, in Galizien arbeiten zu lassen. Solche neue Unternehmer können uns nur erwünscht sein, weil sie die vorhandenen Arbeitskräfte beschäftigen und jede gesunde Konkurrenz für die Arbeiter von Vorteil ist. Bald jedoch bemächtigte sich eine übergroße Anzahl galizischer Unternehmer, die weder die nötigen Fachkenntnisse noch einen gesicherten Absatz hatten, dieser neuen Industrie. Es ist das bei dem Mangel an Erwerbsquellen tu Galizien ebenso begreiflich als verzeihlich, wenn auch um der Sache selbst willen sehr bedauerlich, denn alle größeren und selbst die meisten kleineren in- und ausländischen Abnehmer von Haarnetzen wurden mit Offerten ans Galizien förmlich bestürmt und die Preise unterboten. Daß ein solches unreelles Vorgehen, dem die feste kaufmännische Basis, die Fachkenntnisse, sowie das nötige Betriebskapital fehlten, keinen Bestand haben konnte, ist natürlich. Die meisten dieser improvisierten Haarnetz-Unternehmer mußten bald, nachdem sie erheblichen Schaden angerichtet, die Abnehmer mißtrauisch und unzufrieden gemacht, die Leistungen der Arbeiterinnen in Bezug auf die Qualität der Arbeit verschlechtert hatten, die Erzeugung einstellen und ihre Arbeiterinnen blieben größtenteils so lange beschäftigungslos, bis ihnen der erste Unternehmer wieder Arbeit gab. Der Lohn, den er gegenwärtig in Galizien zahlt, ist genau derselbe, wie in den anderen österreichischen Ländern, wo eine fleißige und geübte Arbeiterin K. 1.— bis 1.50 per Arbeitstag verdient. Dasselbe verdienen auch die guten und fleißigen galizischen Arbeiterinnen. Wir sind heute in der Lage, mitteilen zu können, daß in den letzten Monaten diese Industrie, welche wir mit großen Opfern eingeführt haben, wieder ins normale Geleise gebracht wurde. Die Haarnetz-Industrie wurde in diesem Jahre in weiteren 21 Ortschaften neu eingeführt, so daß statt wie im Vorjahre um diese Zeit in 72 Orten mit einer Arbeitsentlohnung von zirka 5000 K. wöchentlich, jetzt in 93 Ortschaften mit einem Arbeitslohn von zirka 10 000 Kronen wöchentlich diese Heimarbeit betrieben wird. Wir hatten erwartet, daß sofort, nachdem dieser erste Versuch sich als sehr gelungen erwiesen, besonders von Galizien ans, praktische Vorschläge von geeigneten Unternehmern, die andere Industrien in Galizien einführen wollen, an uns gelangen werden. Diese Erwartung hat sich jedoch nicht erfüllt. Es sind wohl verschiedene Personen aus Galizien an uns herangetreten mit dem Ansuchen, sie mit dem nötigen Kapital anszurüsten, damit sie imstande seien, eine Industrie einznrichten und zu betreiben, für deren Erzeugnisse sie glaubten auf Absatz rechnen zu können. Die meisten hatten jedoch keine Fachkenntnisse und kein eigenes Kapital. Andere wollten, wir möchten ihnen das Kapital dazu vor-- strecken, damit sie ihren kleinen Handbetrieb vergrößern und i1t einen maschinellen umwandeln könnten, ohne daß sie in irgendeiner Beziehung Garantien für einen Erfolg hätten bieten können. Wir konnten auf solche und ähnliche Anträge nicht eingehen. In Ermanglung annehmbarer Anträge und Vorschläge haben wir uns mittels eines Rundschreibens an ungefähr tausend jüdische Fabrikanten und Händler gewendet und sie aufgefordert, die galizischen Arbeitskräfte zu verwenden, mit dem Hinweise darauf, daß dieselben, wie die Haarnetz-Erzeugung es erwiesen hat, arbeitswillig und arbeitsfähig sind. Auf alle diese Zirkulare haben wir eine einzige Antwort erhalten, die eines Wiener Spielwarenerzeugers und Exporteurs, mit dem wir uns auch zu einer Holzspielwaren-Erzeugung einigten. Nach einem Betriebe von ungefähr einem Jahre haben wir diese Erzeugung jedoch vorläufig aufgebenmüssen, uno zwar deshalb, weil eine Depression in diesem Artikel eintrat, weil dem von uns etablierten Werkmeister mannigfache Schwierigkeiten und Hindernisse bereitet wurden und weil endlich die erzeugte Ware sowohl bezüglich der Qualität als auch bezüglich des Preissatzes zu teuer zu stehen kam, so daß dieselbe nicht imstande gewesen wäre, mit der Ware zu konkurrieren, welche in den alten ^Prodnktionsstäiten erzeugt wird. Wir behalten uns vor, bei günstigerer Konjunktur wieder nach einem Einführungsmodus Umschau zu halten uub auf _ diesen immerhin gesunden Artikel zurückzukommen. w W,ir haben verschiedene andere Industrien einzuführen versuche, jedoch vorläufig keine Erfolge erzielt. Selbst diese mißlungenen Experimente haben jedoch den Vorteil, daß sie Fingerzeige geben, nach welcher Richtung hin die Schulung der vorhandenen Arbeitskräfte vorgenommen werden must, um lebensfähige Erwerbszweige zu schaffen. Die verhältnismäßig „Oh mein Täubchen!" antwortet der Doktor, indem er ihre roten Backen kneipt „als Kanonenfutter ist ein Jud' auch ganz gut! Jst's nicht heut', wird's morgen sein, es kommt auch an ihn die Reihe, ein Kanonenloch mit seinem verfluchten Judenkadaver zu verstopfen.,, Wie gerne möchte ich doch schon ein solches Kanonenloch mit meinem Körper verstopfen!! Es wäre besser, als herumzuirren auf dieser Welt mit dem Kainsmale auf der Stirne und dem großen Rlß in meinem Gewissen. Es wäre besser, als ewig verfolgt zu werden von jenem bleichen Schalten und nicht zu wissen, was ihm zu antworten, wenn er so wehmütig und vorwurfsvoll fragt: „Warum hast du mich ermordet? Ich bin doch so ein Mensch wie du! Meine Rechtfertigung, daß ich ihn „auf Befehl seiner Majestät des Zaren" gelötet habe, will er nicht gelten lassen. Und was soll mit mir geschehen, wenn ich selbst, die gesunde Logik, die Lehren der reinen Moral und der Menschlichkeit diese Antwort auch nicht gelten lassen wollen?... Dein aufrichtiger 8. 8. Die Repatriierung der spanische« Juden. Von Dr. Angel Pulido. Aus dem Spanischen*) von Jakob Kraus-. (Fortsetzung.) „Ich sende Ihnen mit heutiger Post ein besonderinteressantes Bändchen, in welchem alle spanischen Romanzen enthalten sind, welche von den Juden im Orient gesuuge« werden; diese wurden seit dem Jahre 1492 von Generation auf Generation übertragen und haben sich bis heute erhalten. „Infolge der herzlichen Erinnerungen an die Vergangenheit, hat der Jude de- Orients seine Liebe zur alten Heimat bewahrt, welche er nicht zu vergessen vermag." Vizeadmiral Elias Pascha, ein spanischer Jude, der am Hofe des Sultans und unter den Aerzten von Konstantinopel eine hervorragende Stellung einnimmt, schreibt mir unterm 26. Jänner d. I. wie folgt: „Die Frage, welche Sie angeregt haben, ist zweifellos von großem Interesse und verdient die vollste Beachtung. Es handelt sich um eine Bevölkerung von mehr als einer halben Million, welche unsere graziöse Sprache sprechen. Die Sitzungsberichte habe ich einem meiner Freunde, dem Advokaten Dr. M. Rousso, welcher sich mit großem Interesse dieser Materie widmet und sie auch vollkommen beherrscht übergeben. Meiner Ansicht nach müßte die Wahl der Akademie die Person des Herrn Rousso treffen, welcher auch in der Lage ist, die erhofften Dienste zu leisten. Herr Rousso ist außerdem der Rechtskonsulent Ihres geehrten Konsulates in Konstantinvpel, woselbst er in großer Achtung steht. Ich bin überzeugt, daß er seine Dienste der durch Euer Wohlgeboren mit soviel Interesse und Wärme vertretenen Sache gerne zur Verfügung stellen wird." Dieser gelehrte Arzt, den zu besuchen ich die Ehre hatte, war einer derjenigen, die mich von der Gefahr des Verschwinden» der spanischen Sprache am besten überzeugt haben. Ich frug ihn unter anderem nach seiner Familie: er antwortete mir, daß er Söhne habe, welche er im Auslande erziehen lasse. Auf meine Frage, ob sie des Spanischen mächtig seien, antwortete er verneinend, daß sie aber die deutsche und französische Sprache erlernten. Das heißt also soviel, daß in dieser Familie, in welcher das spanische Idiom während vier Jahrhunderte bewahrt wurde — Dr. Elias Pascha selbst beherrscht das Jüdisch-Spanische des Orients, in welchem auch unsere Konversation gehalten war — die Kontinuität der weiteren Ueberlieferung auf die folgende Generation nunmehr unterbrochen ist, indem sie die Söhne andere, für sie interessantere und anregendere Sprachen, als die von ihren entferntesten Urahnen überkommene lernen lassen. Diese in Bezug auf das zukünftige Schicksal deim Oriente gebräuchlichen jüdisch-spanischen Idioms gewiß nicht beruhigende Stichprobe wird auch durch die Anschauungen der unter den anderen Völkern lebenden spanischen Juden bestätigt. Sie sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß ihre intime Umgangssprache eigentlich nur ein Jargon und keine dem modernen Geiste und der allgemeinen Kultur entsprechende Sprache ist, welche daher entw eder verbessert oder durch eine andere Srache ersetzt werden müsse. Bon den Städten, in welchen der Fortbestand des jüdisch-spanischen Volkes der schwersten Krise unterworfen ist, erwähnen wir zunächst Wien. Diese Hauptstadt vereinigt eine große Zahl von Studenten, welche der besagten Rasse angebören. Junge, lebhafte Leute, hoffnungsvolle, idealistische Enthusiasten, welche an die Zukunft denken und die Fähigkeit besitzen, alles zu unternehmen, was geeignet erscheint, ihre historische und etnologische Individualität vor der täglich steigenden Gefahr des nationalen Aufgehens in anderen Völkern zu bewahren. Diese für das verbannte Volk so außerordentlich wichtige Frage, welche aber in unserem Lande, dessen Sprache und Zugehörigkeit doch das Wesen der Frage selbst bildet, meinens Wissens noch von Niemandem berührt wurde, ist klar und deutlich in den Statuten des Vereines „Esperanzs" niedergelegt und bildet die Grundlage des Kampfes, welchen die Zeitschrift „El Progreso" führt. Die Statuten des erwähnten Vereines, von welchen ich ein Exemplar besitze, wurden am 24. Juli 1897 in jüdischspanischer und deutscher Sprache verfaßt. Artikel 2 lautet: „Die Gesellschaft hat, bei strengem Ausschlüsse jeder politischen Tendenz, den Zweck, die spanische Sprache zu erhalten und ihren Mitgliedern die wissenschaftliche und literarische Ausbildung zu ermöglichen. Zu diesem Zwecke versieht sie sich mit entsprechender Lektüre unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaft und der Literatur des Judentums, veranstaltet ßsie in den Bereinsversammlungen öffentliche Diskussionen, hält entsprechende Journale und Zeitschriften und erhält eine Bibliothek." (Fortsetzung folgt.) *) La Iluslraeion Efpanola y .Americaua, Nr. VII, 1904*