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Jüdisches Volksblatt · 1904-04-29 · 18 (29.4.1904) · p. Seite 2

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
6 (1904)
Issue
18 (29.4.1904)
Date
1904-04-29
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Freitag Jüdisches "Volksblatt. Nr. 18 29. April 1904 und Ambitionen der Menschheit geworden. Wir wollen nun die Landkarte jenes Weltteils im Lichte der jüngsten, sowie im Lichte derjenigen Ereignisse, welche bereits ihre Schatten vorauswerfen, etwas näher betrachten. Bis zur modernen Zeit haben blvs zwei Völker den Versuch gemacht, auf afrikanischem Boden Fuß zu fassen. Die Bewegung ging vom Westen, dem Abendlands aus. Zum Schutze seiner Interessen im Orient hat England zunächst Gibraltar besetzt und Malta an sich genommen. Frankreich besetzte Algier. Inzwischen wurde Italien ein selbständiges, vereinigtes Königreich mit neuen Wünschen und neuen Hoffnungen. Italien wendet nun seine sehnsüchtigen Blicke auf die Nordküste des finsteren Landes. Die Lage Egyptens wird durch den Bau des S u e z k a n a l s und die englische Okkupation gründlich geändert. Die Konsequenzen dieser Aenderung sind bis heute noch nicht in ihrem vollen Ausmaße gezogen worden. Gewisse, noch pendente Fragen harren noch immer ihrer Lösung. Mittlerweile ist Rußland dem Bosporus immer nähergerückt und O e st e r r e i ch hat seine Legionen nach Bosnien und der Herzegowina dirigiert. Die Sicherstellung des Suezkanals und die Herrschaft über Egypten bilden gegenwärtig für die Politik Englands eine Lebensaufgabe. Beide sind für die Aufrechterhaltung der englischen Suprematie in Indien, wie auch für den erfolgreichen Schutz der in den letzten fünfzig Jahren entstandenen großen Kolonien unerläßlich. Das sind so bekannte Axiome, daß sie gar nicht erst erwähnt zu werden brauchten. Die natürliche Schlußfolgerung davon ist aber, daß alles aufgeboten werden müsse, um die Dardanellen vor der russischen Flotte verschlossen zu halten. Sie kann in solcher Nähe nicht geduldet werden, und das Eindringen der russischen Seemacht in das Becken des mittelländischen Meeres würde das in diesen Gewässern bisher bewahrte Gleichgewicht vollends über den Haufen werfen. Diese und ähnliche Arrangements haben nur einen temporären Charakter. Der kluge Staatsmann wird sich nicht auf die Gkschehnifle des Tages allein verlassen, sondern wird seinePläne auch den Anforderungen neuer, oder noch in der Ferne liegender Möglichkeiten anpassen. In der. Fähigkeit den Ereignissen vorzuarbeiten, zeigt sich der große Mann; in den Mitteln, welche er ergreift, um unerwartet über, die Nation hereinbrechenden Aufgaben zu begegnen, liegt der Maßstab für seine Größe; sie bilden eben den Unterschied zwischen dem weitblickenden Steuermann, der die Ruder beherrscht und dem beschränkten Politiker, der sich nur an die Schablone hält. Ein plötzliches Zusammenstürzen des Bestehenden gilt heute nicht mehr für wahrscheinlich, ebensowenig vermögen einzelne Kriege die ganze Weltkarte zu andern. -— Hingegen werden durch langsame, während langer Zeit gleichsam verstohlen fortgesetzte Untergrundarbeit, welche erst die Struktur untergräbt, um dann den Zusammensturz herbeizuführen, viel gründlichere Acnderungen hervorgerufen. Diese Aenderungen weisen nun tatsächlich einen steten Fortschritt auf und sind in außerordentlichem Maße geeignet, die Position Englands im nahen Osten und konsequentermaßen, auch im fernen Osten zu tangieren. Ich sagte absichtlich „konsequentermaßen", weil jede Störung das Status quo im nahen Osten eine störende Rückwirkung auf den fernen Osten ausüben muß. Die Zukunft von Marokko, die friedliche Besetzung desselben durch Frankreich und die mögliche Okkupation Tangers, wie die Herabminderung des Wertes von Gibraltar auf ein verschwindendes Minimum, sind von weniger direktem Einflüsse auf die künftige Gestaltung der Dinge. Desto wichtiger ist aber die Entwicklung der Ereignisse, welche früher oder später auf der östlichen Seite des mittelüber dm spontanen Ausbruch des modernen Antisemitismus, über die „christlichen" Predigten eines Stöcker. Was taten nun die deutschen Männer vom Schlage Freytags dagegen? Nichts. Das war der Dank an die „Mitbürger israelitischen Glaubens", an die „werten Bundesgenossen nach guten Zielen". Gustav Freytag findet für die werten Mitstreiter wenigstens einige herzliche Worte. In seinem sympathischen Aufsatz über seinen geliebten und geschätzten Freund Jacob Kaufmann sagt er zutreffend: „Bis vor kurzem waren die Tagesschriftsteller Deutschlands die wahren Führer der Nation, denn nicht die Könige, nicht die großen Staatsmänner haben die großen Ideen, aus denen das neue Deutschland wuchs, zuerst gefunden und im Kampfe vertreten, sondern Männer ans kleinen Kreisen. Zu ihnen gehört der böhmische Judenknabe, der aris eigener Machtvollkommenheit ein deutscher Patriot wurde, dem Erwerb und Behagen des eigenen Lebens verschwindend wenig war gegenüber den großen Gedanken, für deren Verbreitung er lebte, der^bedrückt durch enge Verhältnisse, umhergehetzt, erst in der Fremde die Sicherheit gewann, durch mühevoll a u f r e i b e n d e Tagesarbeit seinem Vaterlande zu nützen; und der für selbstverständlich hielt, daß der Mann, der für Freiheit und Bildung seines Volkes lebt, nn eigenen Leben die Güter dieser Welt gering achten müsse." Wie eine gutgemeinte, aber bittere Grabschrift lesen sich diese Worte. Die Kaufmann, Atterbach und andere jüdische Idealisten kämpften und litten für das deutsche Volk, manche vergaßen völlig an ihr eigenes Volk, an sich selbst. Und was hatten sie durch ihre Aufopferung erreicht? Daß man später ihren Idealen höhnend ins Gesicht schlttg ... So wurden den Inden die Angen. geöffnet . . . Langsam beginnen sie nun sich auf sich selbst -zu besinnen und endlich atlch für sich selbst zu arbeiten. Fände nut die heilige Sache des jüdischen Volkes wieder solche opferfreudige Idealisten, wie sie uns Freytag schildert! ländischen Meeres zutagetreten müssen. O e st e r r e i ch schleicht langsam gegen Novi-Bazar und hat erst jüngst bei der Türkei um die Erlaubnis für den Bau eines Bahnnetzes angesucht, um seine Bahnlinie mit S a l o n i ch i zu verbinden. Das ist die Antwort auf die friedliche Besetzung Marokkos durch die Franzosen. Diese friedliche Okkupation wird im ganzen Orient alein Teil des zwischen Rußland und Oesterreich bereits auf dem Berliner Kongresse im Jahre 1877 geschlossenen Pakteangesehen. Beide warten geduldig ans den geeigneten Moment, aber ihre Pläne wurden schon vor langer Zeit festgelegt. Oesterreich hat nicht wieRußland als Macht für sich die längst beschlössenenPläne mitBeharrlichkeit ausgeführt, sondern wurde hiezu von Deutschlau dverhaltenundgedrängt. Was Oesterreich in dieser Richtung direkt gewinnt, ist ein indirekter Gewinn für Deutschland, und Deutschland bringt ihre eigenen Pläne zur Reife. Das Erscheinen einer starken österreichisch-deutschen Flotte in der Bucht von Salonichi könnte nicht mit Gleichmut betrachtet werden. Was nun Rußland betrifft, so wird die Situation am besten durch einige besonders packende Stellen aus dem Buche des verstorbenen Lawrence Oliphant: „Das Land Gilead" gekennzeichnet. Es war mir vergönnt, mit ihm zusammen zu arbeiten, oder richtiger gesagt, er arbeitete seinerzeit mit uns in Rumänien an der Errichtung der größten und heute blühendsten jüdischen Kolonie in Palästina, welche er später in s.inem „Haifa" betitelten Werke so anschaulich beschrieb. Er ging nach Konstantinopel, von dort nach Palästina, mit der Absicht, daselbst im östlichen Teile des Landes eine grvßangelegte Kolonie zu gründen. Er studierte die Frage an der Quelle, wobei ihm auch eine genaue Kenntnis aller Faktoren, welche damals die Situation beherrschten, zur Verfügung stand. Die Warnung, welche dieser Mann vor 25 Jahren vernehmen ließ, hat heute eine noch größere Bedeutung, als damals. Er schreibt (S. 516 ff.): Tatsächlich hatte der Berlins r Kongreß die Bedeutung einer europäische» Koalition gegen einen russischen Ueberfall auf die europäische Türkei, wodurch allen russischen Aspirationen auf Konstantinopel ein für allemal ein Ziel gesetzt werden sollte. „Die Unabhängigkeitserklärung Rumäniens, die Erhebung Bulgariens zu einem Fürstentum, die territorialen Einmischungen Oesterreichs und die Schaffung Ost-Rumeliens waren nichts anderes, als soundsovrele Barrieren zwischen Rußland und dem Bosporus, welche in späterer Zeitfolge nur noch mehr befestigt werden. Befreit von der Last eines solchen Operationszieles, kann nun Rußland, abgesehen von seiner politischen Kontrollarbeit bei den slavischen Staaten der Balkanhalbinsel, alle seine Kräfte auf die Eroberungen in der asiatischen Türkei konzentrieren, und auf diese Weise die Endziele, die es ursprünglich auf dem Wege von Koustautiuopel zu erreichen beabsichtigte, umso effektvoller erreichen. Denn zur Zeit, da die russische Aggressivpolitik gegen die europäische Türkei entstand, bildete Egypten noch nicht, wie dies heute der Fall itt, die kommerzielle Verbindungslinie und die strategische Heeresstraße nach Indien! Durch die Okkupation Konstantinopels hätte sich Rußland andererseits den Zugang zum Mittelmeere noch immer nicht gesichert, wenn es ihm nicht gelungen wäre, auch einen geeigneten Hafen des Aegäischen Meeres in seinen Besitz zu bringen. Jetzt hingegen, wo es seine Grenzen in der Richtung von Armenien erweitert hat, ist Rußland durch seine asiatischen Vorposten dem Mittelländischen Meere beinahe so nahe gerückt, wie es auf europäischer Seite je war. „Die Entfernung von den russischen Grenzlinien hinter Kars zur Bucht von Alexandrelta, ist nicht größer als die- Der fürfierzbischöfliche Stuhl in Olmütz in Beziehung zur Jndengemcinde in Kremfier. Reminiszenzen aus halbvergaugeuer Zeit. „Roma locuta, causa finita." Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt. Der Erzbischof Dr. Theodor Kohu ist entfernt, der Bischof von Brünn, Dv. Bauer, znm Nachfolger ernannt. Dr. Kohn kann wohl des Wortes gedenken: ,Metze dir, daß du ein Enkel bist." Nomina sunt odiofa — das gab wohl den Ausschlag —- denn zugegeben, daß er es verstanden hat, sich während der zehnjährigen Dauer seiner Amtswirksamkeit bei Deutschen und Slaven, bei Christen und Juden unbeliebt zu machen, so wäre wohl, um ihn zu strafen, die Einsetzung eines Coadjutms auf mehrere Jahre cmgczeigt gewesen; aber eine' Amtsenthebung, das ist in einem solchen Falle noch nicht dagewesen. Der Uuterstaatssekrctär Monsignore della Chiesa sagte es ja, wie es im „Tagblatt" zu lesen ift ausdrücklich, „daß man dem österreichischen Hofe gefällig sein wollte und daß der Papst nur mit große m S e t lens ch m e vt z e es über sich gewann, Dr. Kohn 51t bewegen, freiwillig z u r ü ck.z n t r e t e n". Wenn man erwägt, daß der einfache Bauernsohn es so weit brachte, daß er Doktor der Theologie und Professor! wurde, daß sein Vorgänger, der stolze Landgraf Fütfteuberg ihn zn seinem Sekretär wählte, bann kann mau nur trotz allem das Bedauern über den Lauf der Dinge ausdrücken — das Schicksal hat der Mann nicht verdient und die Hierarchie hat Schaden erlitten, was^sich vielleicht erst in Jahvzehllten zeigen wird. Uns Juden kann dieser Wechsel sehr gleichgiltig fein. Jedoch vor einigen Jahrzehnten war dies nicht der -Fall. Der Olmützer Kirchenfürst war der S chj u tz h e r r dev Juden in Kremsier, diese selbst! seine Kalmnerknechte. Dieses Verhältnis ivührte durch beinahe s e ch s I a h r - jenige von der russischen Grenze an der Donau bis .zu den Dardanellen; hingegen liegt MeWldrM uMhalbM, weit von Egypten, wie.MoiMsitiliöpel. An Stelle des Berliner Vertrages und einer Einschiebung verschiedener, mehr oder minder unabhängiger Staaten zwischen die russisch-asiatische Grenze und Alexandretta, finden wir hier die armenischen Christen laut nach einem Eingreifen der Mächte rufend, dann eine mohammedanische Kurdenraffe jeden Augenblick zn Aufständen bereit und nach Selbständigkeit ringend und endlich eine aus Christen und Muselmännern bestehende, in äußerster Armut und in nnterorückter Unzufriedenheit schmachtende Bauernklasse. Dies sind aber Zustände, welche eher zu weiterem Fortschreiten Rußlands in begonnener Richtung einladen, als daß sie irgendwelche Hindernisse bedeuten würden." (Schluß folgt.) Czernotvitzer Brief. C z e r n 0 w i tz, 26; April. (Noch einmal der Dr. Scharr, der jüdische Antisemit.) Dem Bileam ans Kblomea, Dr. Schdrr, scheint die erste Blamage, die er sich bei der ersten Volksversammlung im Nathaussaale zugezogen hat, eine zu geringe gewesen zn sein: er wollte mit Schmach und Schimpf, von Geheimpolizisten beschützt, bei Nacht und Nebel, lote ein Verbrecher, unsere Stadt verlassen. Wenn es eine Vergeltung gibt, dann hat die Nemesis in genialer Weise hier ihres Amtes gewaltet: der Verleumder und Verräter seines Volkes holt sich selbst die verdiente Strafe ab. Gleich nach der mißglückten ersten Versammlung begannen die hiesigen Sozi, geleitet von einem unreifen Jüngling, der chamäleonartig über Nacht seine Gesinnungen ändert, lebhaft uudmit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln unter den jüdischen Arbeitern zn agitieren, um die Scharte ihres Genossen Dr. Schorr wieder auszuwetzen. Große Plakate kündeten eine neue Volksversammlung — diesmal int Bauhandwerkersaale — für Samstag den 23. ds. an. Durch Schaden klug geworden mrd der numerischen Schwäche ihrer jüdischen Anhänger bewußt, setzten sie die Versammlung ans 8 Uhr abends an, auf eine Zeit also, in der auch die christlichen Maurer, Schlosser und Buchdrucker erscheinen und bei einer etwaigen Störung von Seite dev Jüdischnationalen auf diese loshauen sollten. Am Donnerstag erschien ihr Sudelblättchen, die „Volkspreffe", als S 0 n d e r a u s g a b e mit der Ueberschrift: „Jüdischdemagogische Verlemndrmgen". Nach „Arbeiter-Zeitungs"- Manier wurden hier die Jüdischnationalen in der . gern eiusticn Weife beschimpft, insbesondere aber Dri. D i a - m a n t, der den Mut gehabt hat, nach der gesprengten Versammlung sich dem Dr. Schorr als Veranstalter dieser Demonstration vorzustellen und dem es der wackere Judenantisemit in einem von gemeinen Ausdrücken strotzenden, in der Sonderausgabe der „Volkspresse" abgedruckten Briefe hieimzahlen wollte. Durch einige von der „Union" (sollte heißen „Fleischer", über dessen verletzte Eitelkeit und traurige Rolle, die dieser Sekretarius in dieser Affäre gespielt hat, ztl sprechen wir uns noch Vorbehalten) an ihn gerichtete, ebenfalls in der „Volkspreffe" abgedruckten Briefe, wollte Dr'. Schorr seine Unschuld bezeugen; Doch ohne auf die eigentlichen Anschuldigungen einzugehen, dreht er sich wie die Katze um den. heißen Brei und will die Vertretung ans wirtschaftlichen (?) Gründen niedergelegt haben. Er fährt dann fort: „Und das Resultat der zionistischen Hetze? Ein ziouifttscher Advokat führt die Verteidigung, und die Rädelsführer gehen frei ans!" Wir fragen nun, wenn h u 11 b e x t e. Von jedem Erzbischof mußten die sogenannten Privilegien nett erbeten werden. Wenngleich die Erzbischöfe von Olmütz die Juden itt Kremsier beschützteit und ihnen nichts zu Leide tun ließen, so war ja das Verhältnis eine Art Sklaverei — „vuere in servitium" war die Parole. Wenn ich mm einiges ans dem Leben der letzten zwei Erzbischöfe, der Kardinale Sommerau und des Landgrafen Fürstenberg wahllos den Lesern mitteile, so verfolge ich mit diesen vergänglichen Zeilen den Zweck, der jetzigen Generation! vor Augen zu führen!, wie die Juden vor nicht gar langer Zeit — denn 50—60 Jahre sind keine Ewigkeit — in dem rückschrittlichen Oesterreich lebten, welche Unbilden sie erdulden mußten, wie man ihnen alle.Natur- und Menschenrechte vorenthielt und wie sie trotz allem wacker Stand hielten. . Gewiß, wir haben atlch heute einen Kvmpf, aber dieser ist ja nicht zu vergleichen mit den früheren unseligen Zuständen — wir haben eine Verfassung, sind gleichberechtigte Staatsbürger tuld wenn leider die Praxis liicht immer mit der Theorie übereinstimmt, so müssen wir eben weiter kämpfen, bis die Ge- 'fechtigkeit siegen wird. Also arbeiten, kämpfen nnd nicht verzagen. Sodann hitvfi'e es die Glaubensbrüder in Wien interessieren, zn: erfahren, daß, als Kaiser Leopold die Juden um das Jahr 1080 ans Wien Vertrieb, sich viele unter den Schutz des Olnucher Erzbischofs stellten, der ihnen gewährt wurde, itnb foi übersiedelten viele Wiener Juden nach Kremsier. Wer sich für die Geschichte der Jllden in Kremsier und in Mähren interessiert, wird in dem gediegenen Werke des dortigen Rabbiners Dr. Frankl-Grün: „Geschichte der Juden in'Kremsier" Belehrung finden. Die erste Urkunde über die Einwanderung km Juden in Krenifier datiert vom Jahre 1322 nnb bis zum Jahre 1848 standen sie unter dem Schutze des Fürsterzbischofs voit Olmütz. Sie nmßtelt hiefür genug Taxen und Gebühren zahllit— diese waren in den PrivilegittnisnEtlnden, welche mit großen Sigilliertlngen in hölzernen Kapseln bew

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